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	<title> &#187; Dorf</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
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<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Ein Ort voller Leere</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/algarve-portugal-armacao-de-pera-ein-ort-voller-leere/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2015 16:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Portugal]]></category>
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		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wer Einsamkeit sucht, findet sie hier. Wer sie nicht sucht, auch. Armaçao de Pera ist die schönste aller Einsamkeiten.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Wer Einsamkeit sucht, findet sie hier. Wer sie nicht sucht, auch. Armaçao de Pera ist die schönste aller Einsamkeiten.</p>
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<p>Das flip-flop-flip-flop meiner Schritte war dieses Mal besonders laut. Es gab kaum ein anderes Geräusch, um mein aufdringliches Gehgeräusch zu übertönen. Es kam mir wahnsinning penetrant vor. Zu penetrant für diesen ruhigen Ort. Ich flip-flopte durch die Straßen von Armação de Pera. Ein kleines, hübsches, unschuldiges Örtchen an der portugiesischen Algarve, in dem es kaum einen anderen Flip-Flopper gab. Nicht weil die Menschen hier dem Schuhwerk abgeneigt sind, sondern weil die Menschen hier der Straße abgeneigt sind. Oder weil es sie gar nicht gibt, da bin ich mir bis heute nicht sicher.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-704" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/1_gelbesHaus-808x704.jpg" alt="1_gelbesHaus" width="808" height="704" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-707" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/4_BlickBalkon-808x465.jpg" alt="4_BlickBalkon" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Ort ist bestückt mit großen Bauten voller wunderbarer Wohnungen mit großen Terassen und Meerblick. Bauten, die so einige Menschen unterbringen könnten. Jedoch so unbelebt wie Geisterhäuser wirken. Die Rolläden aller Fenster aller Häuser sind geschlossen. Türen scheinen sich niemals zu öffnen. Wenn irgendwo Wäsche hängt, hängt sie dort wahrscheinlich seit Jahrzehnten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-705" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/2_Häuserfront-808x606.jpg" alt="2_Häuserfront" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Den Pflastersteinen in den Gassen werden Tritte verwehrt. Es gibt Wege am Meer, die von den Büschen, nicht von den Menschen erobert wurden. Die schönsten Plätze existieren, damit sich niemals jemand auf ihnen niederlässt. Der perfekte Ausblick ist da, um nicht gesehen zu werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-709" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/6_Wäsche-808x606.jpg" alt="6_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor lauter Ruhe vergisst der Ort, dass Wasser Geräusche macht. Mitten in der Stadt ist ein Kreisel mit Springbrunnen, der vom Obergeist der Stadt nur an besonderen Tagen angestellt wird. Wenn er läuft, macht auch dieser kaum einen Klang. Nur wenn man ganz genau hinhört, hört man ein leises Rauschen und Spritzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-714" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/10_Graffitihaus-808x606.jpg" alt="10_Graffitihaus" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Rund um den Ort sind traumhafte Strände mit weißem Sand, wildem Wasser, verborgenen Steinhöhlen und keinen Menschen. Dabei kenne ich auf Anhieb drei, die diese Strände nie wieder verlassen wollen würden.</p>
<p>Bei all dem ist Armaçao de Pera aber kein trauriger Ort. Im Gegenteil – er ist gefüllt mit Leere und Leichtigkeit. An jeder Ecke liegt eine entspannte, wohlige Stimmung in der Luft. Eine Stimmung, die von niemandem gestört wird, die auch ganz sicher am nächsten Tag noch dort sein wird und die jedem zum Innehalten einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-722" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/17_BlueHouse-808x606.jpg" alt="17_BlueHouse" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-703" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0_TITELIMG_2299-808x460.jpg" alt="0_TITELIMG_2299" width="808" height="460" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles ist bereit. Stühle, die gepolstert und belehnt zum Sitzen einladen. Bänke, die besser nicht ausgerichtet sein könnten. Schattenspender, an genau der Stelle, wo die Sonne richtig knallt. Frischer Duft von Galão und Eiergebäck liegt in der Luft. Wenn Markt ist, trägt Armaçao die buntesten Farben all der frischen Früchte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-724" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/19_restaurant-808x614.jpg" alt="19_restaurant" width="808" height="614" /></p>
<h3></h3>
<p>Hier und da findet man mal jemand, wenn der Galão besonders gut ist oder die Früchte besonders frisch. Doch dann wird auch nur genossen – kein Reden über das Nötigste hinaus, kein Bewegen über das Nötigste hinaus. Und trotzdem voller Freundlichkeit und Fröhlichkeit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-727" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/22_Café-808x534.jpg" alt="22_Café" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-731" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/26_Mann-808x606.jpg" alt="26_Mann" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Und wenn man dann mal mit jemandem spricht, dann ist dieser Armaçao in Persona: Ruhig, entspannt und gastfreundlich. Genau wie die alte Dame Atalia, die als einzige auf ihrem Balkon in einem Hochaus voller Balkons stand, von meinem Fotografieren angetan war und mich bat, ein Bild von ihr zu machen. Obwohl mein Portugiesisch auf’s Minimalste begrenzt ist, hielten wir auf wundersame Weise einen netten Plausch. Sie sagte, sie genieße die Ruhe und die gute Luft auf ihrem Balkon. Anschließend diktierte sie mir ihre Adresse und ich schickte ihr nach meiner Rückkehr das Bild.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-730" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/25_Emilia-808x628.jpg" alt="25_Emilia" width="808" height="628" /></p>
<h3></h3>
<p>Armaçao de Pera ist ein Ort voller Leere und gleichzeitig voller Lebenskraft. Ein Ort, der Lebendigkeit in sich trägt. Nämlich ein Ort, an dem du erkennst, wo das wahre Leben stattfindet: In dir selbst.</p>
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<p><strong>Warst du auch schon einmal an der Algarve? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Dann weißt du</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 20:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen.</strong></p>
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<p>Und wo ist die Toilette? Und wo gibt’s Wasser? Gestern wusstest du noch ganz genau, wo die Toilette ist. Sogar wo die sauberste ist. Gestern wusstest du auch noch ganz genau, wo es Wasser gibt und dazu noch deinen liebsten Müsliriegel. Jetzt bist du gerade am Playa Gigante angekommen und schon wieder ist alles neu. Obwohl es hier gar nicht so anders aussieht – ein Einstraßenörtchen direkt am Strand, ein paar entspannte Surfer, ein paar entspannte Surfer Lookalikes und keine Uhren – fühlt sich trotzdem alles fremd an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-649" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Beach_People-808x538.jpg" alt="0.Beach_People" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle Menschen in diesem Ort wirken in deinen Neulingsaugen wie langjährige beste Freunde. Jeder scheint jeden zu kennen und jeder scheint sich hier besser auszukennen als du. Bevor du aber jemanden kennenlernst, möchtest du erst einmal deine Grundversorgung in Einklang bringen. Toilette, Durst, Hunger. Also fragst du dich einfach durch. Den, der gerade auf dem Terassensofa entspannt, fragst du nach der Toilette. Auf dem Weg dahin, entdeckst du dann auch selber die Schilder. Die waren vorher irgendwie nicht da. Den Typ im Nachbarzimmer fragst du nach der nächsten Pupleria, um Wasser zu kaufen. Den nächsten Menschen, der dir auf der Straße begegnet, fragst du nach seinem lokalen Lieblingsrestaurant und probierst es dann einfach aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-655" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Restaurant sitzen alle anderen Gäste gemeinsam an der Bar, sind anscheinend extrem gut mit dem Besitzer befreundet und bestellen alle ohne Menükarte, sondern mit &#8220;Das Gleiche wie immer!“ Du brauchst aber eine Menükarte, liest sie ausgiebig und hast dann dennoch Fragen zu den einzelnen Gerichten. „Ist es mit Reis oder ohne? Kann ich es auch ohne haben?“ „Si, si, claro!“ Dann kommt es doch mit Reis, aber du nimmst es einfach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-646" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bar_Jose-808x432.jpg" alt="0.Bar_Jose" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehst du in die Bar von deinem Hostel. Weil sie direkt am Meer ist, weil sie supergemütliche Sessel hat und weil sie die einzige Bar in diesem Örtchen ist. Du gehst rein und kennst niemanden. Gerade jetzt vermisst du doch den Strandort, den du heute Morgen verlassen hast. Dort weißt du genau, wer gerade an der Bar sitzt. Eigentlich hättest du ja auch noch bleiben können. Naja, jetzt bist du hier und setzt dich halt an die Bar. Beim Nica libre lernst du ein paar andere Reisende und ein paar Locals kennen. Locals und Nichtlocals mischen sich hier ganz wunderbar. Du erfährst, dass die Pulperia, in der du warst, auch die einzige hier ist. Und dass es ein Stückchen weiter die Straße runter noch besseres Essen gibt. Und dass Mario das große Wellenbild an der Wand gezeichnet hat und deswegen Nica libre auf&#8217;s Haus schlürft. Viel zu früh bist du viel zu müde von der Reise und von den vielen neuen Eindrücken, dass du viel zu früh ins Bett gehst. Dass es hier keine Uhren gibt, fandest du schon von Anfang an gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-651" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Drink_-808x538.jpg" alt="0.Drink" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du aufwachst, stellst du fest, dass du genau dort aufwachst, wo du gestern eingeschlafen bist. Dein Bett ist so schön eingelegen. Sogar schlaftrunken vom frühen Morgen findest du den Weg zur Toilette. Danach rollst du deine Yogamatte auf der Terrasse aus, machst eine Klasse und startest deinen Tag.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-650" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bulli_-808x529.jpg" alt="0.Bulli" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du dich mitten am zweiten Tag auf den Weg zur Pupleria machst, weißt du bereits, dass du dafür keine Schuhe brauchst. Auch wenn es ein paar Steine auf dem Weg gibt, du weißt, wo sie sind und kannst sie umgehen. Du weißt, dass vor der Ecke der Baum steht, auf dem immer ganz hühneruntypisch die Hühner sitzen. Hinter der Ecke sitzen vor dem Haus die Hühnerbesitzer. Wenn du um sie biegst, werden mindestens zwei Kinder auf den Fischernetzen spielen, zwei Erwachsene im Plastikstuhl sitzen und Radio hören und ein Strandschwein wird gerade das Hühnerfutter wegessen, bis die Radiohörer es merken und verscheuchen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-654" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Pig_-808x518.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="518" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Pulperia holst du wie selbstverständlich die Wasserflasche aus der Ecke, dazu noch einen Apfelsaft, der steht im hintersten Kühlschrank, zweite Etage von oben, ganz rechts. Manchmal muss man ein bisschen suchen, weil so viele Ananassäfte davor stehen. Aber eigentlich ist immer noch einer mit Apfel da.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-657" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Skelett-808x538.jpg" alt="0.Skelett" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Um herauszufinden, wann heute das Surftaxi fährt, fragst du am besten nicht den Barmann José und auch nicht das Mädchen für alles Rosalie, obwohl du sie so gerne fragen würdest. Aber du weißt, du fragst lieber direkt den Surfguide Kevin, rechnest dann mit plusminus einer Stunde und bist in dieser Zeit einfach bereit. Dann kommst du mit ins Surftaxiboot. Wenn Kevin dich dann direkt hinter der Welle ins Wasser lässt, weißt du aber auch, dass sie zu Big Waves wachsen können, die dich ordentlich durchspülen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-652" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammocks_Buddha-808x538.jpg" alt="0.Hammocks_Buddha" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-656" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Shark_-808x491.jpg" alt="0.Shark" width="808" height="491" /></p>
<h3></h3>
<p>Bei der Open Mic Night in der Bar ist das halbe Dorf anwesend. Du gehst ganz selbstverständlich hinein und begrüßt die Barsitzer. Du weißt schon, bei wem du deinen Nica libre bestellen musst und kennst bereits die Hälfte derer, die sich diesen Abend auf die Bühne trauen. Von manchen hättest du diese Stimme gar nicht erwartet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-658" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_Bar-808x520.jpg" alt="0.Sundown_Bar" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-662" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_StandUpPaddle-808x538.jpg" alt="0.Sundown_StandUpPaddle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend liegt vor deinem Hauseingang wieder die Kuh am Strand, als würde sie sich im Mondlicht sonnen. Die hast du gestern schon gesehen. Von weitem ist sie erst nicht zu sehen, sie fügt sich ganz gut in die dunklen Bänke und Steine ein, die da eh rumstehen. Doch wenn du näher kommst, ist es die große Kuh, die entspannt auf’s Meer blickt. Genau wie du es am Tag getan hast.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-661" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_red-808x538.jpg" alt="0.Sundown_red" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du am dritten Tag überlegst, was du zum Frühstück isst, wunderst dich, dass du erst zweimal hier gefrühstückt hast. All die Zeit, die du hier verbracht hast, kann unmöglich in nur zwei Tage gepasst haben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-653" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.LSO_-808x552.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="552" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Straße bewegst du dich so gekonnt um die Steine, dass Neuankömmlinge ihr Auto anhalten und dich nach einem guten Ort für die Nacht fragen. Als du später so selbstverständlich auf dem Terassensofa sitzt, kommen Neuankömmlinge zu dir und fragen, wo die nächste Pulperia ist.</p>
<p>Aber morgen geht’s weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Gigante Bay" href="http://www.gigantebay.com/" target="_blank" class="broken_link">Gigante Bay</a> für’s schnelle Ankommen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2014 13:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie die Begegnung mit einem kleinen Mädchen das Größte für mich und mein Französisch war.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich waren wir da. An schon wieder einem neuen Ort. Die letzten Tage hatten wir turbulent jeden Tag woanders und mit wem anders verbracht. Das war toll und aufregend und anstrengend. Jetzt war es mitten in der Nacht und wir wollten einfach nur ankommen. Und das taten wir auch. In einem wunderbaren, azurblauen Haus genau an der Klippe zum Meer. Abdellabrahim war der Haushüter und empfing uns trotz eigener Schlaftrunkenheit mit großer Herzlichkeit und tigergemusterter Bettwäsche. Die machte sich ganz hervorragend auf unserem Bett, in dem meine Freundin Isi und ich bereits beim hineinfallen einschliefen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-556" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/2_Haus_Panorama-808x185.jpg" alt="2_Haus_Panorama" width="808" height="185" /></p>
<h3></h3>
<p>Am nächsten Morgen war alles wieder frisch und fröhlich und wir erkundeten erst einmal, wo wir eigentlich waren. In Abdellabrahims Burgfestung. So zumindest fühlte sich das Haus an. Das Haus stand in einem kleinen Dorf zwischen Tagazhout und Essaouira in Marokko. Es hatte etwa sieben Zimmer, die alle Schlafplatz für mehrere Leute boten. Zudem eine Küche voller selbstgemachter Köstlichkeiten und zwei sporadische Bäder – eines davon sogar mit Warmwasser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-557" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/3_Haus_Wäsche1-808x606.jpg" alt="3_Haus_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber die Räume waren es nicht, die das Haus ausmachten. Alles Leben im Haus spielte sich draußen ab. Jedes der Zimmer führte zur großen Terasse, die wiederum zum Meer führte. Sie hatte ein wahnsinniges Panorama über eine riesige Bucht. Wasser, Wellen, Berge und ganz viel Himmel. Von hier konnte man Sonnenauf- und untergang sehen. Genauso ging auch der Mond jeden Abend genau gegenüber hinter den Bergen auf. Als würden sich Sonne, Mond und Sterne wie Planeten um die Terasse drehen. Morgens schwirrte immer ein frischer Brotduft auf der Terasse umher und glückliche Marokkaner liefen mit beschwingtem Schritt und voller Brottüte vorbei. Denn genau unter der Terasse war eine kleine Bäckerei, die frische Brotlaibe aus Argannussschalen backte. Das war die schönste Location, die sich eine Bäckerei wünschen konnte.</p>
<p>Wenn man über die Terassenmauer kletterte, musste man sich nur noch die Füße an spitzen Steinen aufratschen und schon war man ohne Umwege direkt unten am Meer. Salzwasser ist schönerweise gnädig zu Fußwunden, denn die sammelten wir hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-559" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/5_Bäckerei_Eingang-808x606.jpg" alt="5_Bäckerei_Eingang" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-558" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/4_Bäckerei_view-808x606.jpg" alt="4_Bäckerei_view" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Zudem gab es einen großen Holztisch, an dem immer alle Hausbewohner zum Essen zusammenkamen. In diesem Draußenhaus konnte man einfach bleiben und man würde nie etwas verpassen. Zur Straße hin war es mit einem hohen Zaun und einem großen Tor abgeschirmt. Das war zwar gar nicht nötig, weil es auf der friedlichen Straße nichts zu fürchten gab, aber es war trotzdem eine Ehre von Abdellabrahim den kleinen Fingertrick verraten zu bekommen, mit dem man das Tor öffnete. Den verriet er nicht vielen. Wir fühlten uns jedenfalls wie mit einem besonderen Staatsgeheimnis vertraut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-560" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/6_Haus_Terasse_Surfbretter-808x606.jpg" alt="6_Haus_Terasse_Surfbretter" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Später stellten wir fest, dass wir uns jedesmal so fühlten, wenn Abdellabrahim uns etwas erzählte. Abdellabrahim war ein Mann, der alles, was er tat mit großer Hingabe und großem Geschickt tat. Ursprünglich kommt er aus einem kleinen Berberdorf mitten in Marokkos Bergen, dann wurde er Fischer, zog in dieses kleine Fischerdorf und gründete hier eine Familie. Mit dieser lebt er jetzt als Haushüter in diesem wunderbaren, azurblauen Haus, das durch Abdellabrahims Beschützeraura wie eine sichere Festung erscheint. Hier empfängt er regelmäßig Gäste wie uns. Aber nur über Freunde oder Freundesfreunde, Fremdlinge kommen ihm nicht ins Haus. Für die fängt er dann keinen Fisch mehr, aber kocht ihn. So gut, wie kein Sternekoch es kann, sagen alle Dorfbewohner. Alle Marokkaner zwischen Essaouira und Agadir, die gut Fisch kochen können, haben es von ihm gelernt, sagen die Dorfbewohner. Abdellabrahim ist bei allen bekannt als der Fischflüsterer. Einmal fuhren wir mit ihm und einem Eimer frischer Fische sogar bis nach Essaouira, damit er diese mit einem Freund zubereiten konnte. Nur zubereiten, nicht essen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-561" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/7_Fischeimer-808x606.jpg" alt="7_Fischeimer" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Seine Frau Fatna lernte er traditionell marokkanisch kennen: Eines Tages wurde Abdellabrahim von einem Freund angerufen und gefragt, ob er heiraten wolle. Er habe da jemanden. Also trafen sich Abdellabrahim und Fatna in einem Café. Sie unterhielten sich über Stunden, fanden sich toll und beschlossen daraufhin zu heiraten. „Fatna never went to school. But Fatna is good wife, good wife. Love of my life!“, sagt Abdellabrahim voller Inbrunst. Was Fatna sagt, weiß ich nicht, sie spricht nicht viel und wenn, dann arabisch. Aber sie hat ein fröhliches Lächeln und ein entspanntes Gemüt. Auch ihre jüngere Schwester Amara lebt mit in der Familienburg. Amara geht noch zur Schule und möchte später einmal Mathematikerin werden. Ich hoffe sie hält daran fest.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-562" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/8_AmaraMohammed-808x1077.jpg" alt="8_Amara&amp;Mohammed" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Abdellabrahims und Fatnas erstgeborenes Kind ist Siri. Ein Mädchen. Darüber war Abdellabrahim erst enttäuscht, aber als er sie dann ansah, wurde er erleuchtet, wie er sagt. „Kids are the best that can ever happen to you. Kids are the reason. And Siri is so wonderful.“, sagt er öfter und dann drückt er sie ganz fest. Trotzdem musste noch ein Junge her: Mohammed ist knapp zwei Jahre alt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-563" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/9_AbdellabrahimSiri-808x606.jpg" alt="9_Abdellabrahim&amp;Siri" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Siri ist sechs Jahre alt, total klein, total smart und total süß. Am frühen ersten Morgen war sie noch etwas schüchtern, doch das legte sie schnell ab, kam ständig zu Isi und mir gelaufen und erzählte uns Geschichten. Bis sie merkte, dass wir kein Wort von ihr verstanden. Leider. Zu gerne hätten wir Geschichten über glitzernde Fische und lila Regenbogen gehört. Das waren ihre Lieblingsthemen, wie wir später erfuhren. Ihr Arabisch-Französisch-Mix klang zwar niedlich, aber auch wie Spanisch in unseren Ohren. Ihr Vater erzählte uns, dass sie normalerweise nie im Haus sei, wenn Gäste da sind. Menschen, die sie nicht verstehen, waren also neu für sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-564" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/10_Siri_wirII-808x606.jpg" alt="10_Siri_wirII" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir saßen auf der Terasse des Hauses und starrten uns alle drei wortlos an. Wir konnten förmlich sehen, wie sie an einem anderen Weg grübelte, mit uns zu kommunizieren. Bis Siri die Gesten entdeckte. Mit wildem Händewirbeln bedeutete sie uns zu tanzen, zu springen, sie hochzuheben, hochzuwerfen, umherzudrehen, zu fangen, ‚Engelchen flieg’ zu spielen und was man sonst noch so alles anstellen kann. Wir hatten großen Spaß zusammen – ohne ein Wort zu reden. Die ganze Zeit über achtete Siri sorgfältig darauf, nur Quietschtöne und kein Wort von sich zu geben. Ich nehme an, um uns nicht zu verwirren. Manchmal biss sie sich sogar auf die Lippen, um nicht plötzlich loszureden. Isi und ich spielten das Schweigespiel erst mit, unterhielten uns dann aber immer wieder auf Deutsch. Über diese seltsamen, aber doch flüssigen Redelaute von uns, war Siri sichtlich erstaunt. Sie hatte wohl angenommen, wir sein stumm. So gerne wollte ich solche Redelaute auch mit ihr austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-565" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/11_SiriIII-808x1077.jpg" alt="11_SiriIII" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>In Siris Zimmer entdeckten wir ein Malbuch von ihr. Das war allein schon interessant, weil man es von hinten nach vorne und von links nach rechts blätterte. Aber auch, weil es voll von Siris Malereien war. Voller Stolz zeigte sie mir ihre Kunstwerke. Auf der sichersten Terasse der Welt setzte sie sich auf meinen Schoß, führte mich bedächtig durch die bunten Seiten und zeigte mir jedes einzelne Werk. Einige davon hätte ich sonst auch gar nicht als Werk identifiziert. Dabei entdeckten wir, dass wir gemeinsam Vokabeln üben konnten. Hatte sie eine Blume gezeichnet, lernten wir beide ‚fleur’ und da waren auch poissons, étoiles, dinosaures, élephantes, natürlich arc-en-ciels und sogar parapluies, obwohl man die in Marokko wirklich nicht braucht. Anscheinend weil sie noch nie einen benutzt hatte, regnete es sogar auch unter Siris parapluies. So saßen Siri und ich lange auf der Terasse und arbeiteten uns durch das gesamte Buch. Zu einzelnen Vokabeln kamen Artikel dazu, irgendwann auch mal ein Verb und später wurden ganze Sätze draus. Siri und ich brachten uns peu à peu gegenseitig Französisch bei. Am Ende des Buches konnten wir sogar über Dinge reden, die gar nicht in ihrem Buch gemalt waren. Was wildes Gekritzel auf französisch heißt, weiß ich allerdings bis heute nicht.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-566" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/12_SIri_ich_close-808x606.jpg" alt="12_SIri_ich_close" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach einem halben Tag schweigender, wilder Gestiken, hatte ich mit diesem kleinen Mädchen gemeinsam die Sprache neu entdeckt. Es reichte zwar noch nicht, um uns zu sagen, wie sehr wir uns darüber freuten nun miteinander reden zu können, aber dafür redeten wir über alles, wozu uns Vokabeln einfielen. Einfach um zu reden. Soleil, nuage, frère Mohammed, faim. Faim hatten wir großen. Also nahmen Isi und ich Siri mit zum Essen um die Ecke, außerhalb der Burgmauern aus Vaterfürsorge. Bis dahin reichte das Französisch sogar schon so weit, um Siri zu sagen, dass sie keine Cola, aber einen Orangensaft bekommt. Das war der Moment, in dem Siri und ich beide merkten, dass die nonverbale Kommunikation mehr Zauber hatte. Nach der Cola konnten wir ihr aber nicht auch noch einen zweiten Saft ausschlagen. Nicht bei diesem Blick. Der O-Saft gefiel ihr so gut, dass sie direkt zwei Gläser exte. Das wiederum gefiel ihrem Magen nicht so gut, sodass sie sich mitten auf dem Dorfplatz orangefarben übergab. Wobei sie alle Leute anschauten und sie nur beschämt zurücksah. Wir liefen zu ihr, nahmen sie in den Arm, trugen sie zum nächsten Wassercontainer, wuschen sie dort ab, beruhigten sie und fühlten uns wahnsinnig schlecht. Einmal Verantwortung für so einen kleinen Menschen bekommen und schon versagt. Allerdings war sie gleich wieder munter und niemand war böse.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-567" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/13_SIriI-808x606.jpg" alt="13_SIriI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach dem Essen holte sich Siri ihren Kamm und eröffnete zurück auf der Terasse ein Frisörstudio. Sie kämmte mich stundenlang, versuchte immer wieder Frisuren aus, die alle gleich aussahen und hatte einen Mordsspaß dabei. ‚Jolie, jolie’, ‚cheveux longue’ und ‚attend, attend!’ waren hierbei ihre Lieblingskommentare. Als ich zwischendurch irgendein Siri-Gebrabbel mit Oui beantwortet hatte, stand sie kurz danach freudestrahlend mit einer Schere vor mir. Ciseaux hatte ich wohl überhöhrt. Wir blieben doch lieber beim coiffer. Und beim rouge à lèvre. Siri entdeckte meinen Berberfrauenlippenstift, der grün ist, aber mit Lippenkontakt die natürliche Lippenfarbe verstärkt. Das fand sie so famos, dass sie es schaffte, die unnatürliche Lippenfarbe zu verstärken. Als die Haare durchfrisiert, die Lippen maximal pink und ihr Buch vollgemalt waren, bemalte sie eben unsere Arme. Voller Sorgfalt, Liebe und Stolz hatte Siri bald alle vier Arme von Isi und mir vollgekritzelt. Sogar zwei Tage lang konnten meine Tattookunstwerke dem Wasser trotzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-568" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/14_Siri_Lippenstift-808x606.jpg" alt="14_Siri_Lippenstift" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend gab es noch einige bonne nuit bisous und wir brachten Siri ins Bett pour coucher. Zurück auf der Abendterasse vermisste ich sie direkt. Nur selten zuvor hatte ich jemanden an nur einem Tag so intensiv kennengelernt. Und noch nie hatte jemand an nur einem Tag den Französischschalter in mir wieder aktiviert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir blieben vier Tage bei Siri und ihrer Familie. Auch später während unseres Marokkotrips kehrten wir noch zweimal an diesen Ort zurück. Siri und ich waren jedesmal wie unzertrennliche Seelen, verbrachten einfach die Tage zusammen, lernten neue Vokabeln, entdeckten kleine Tierchen, eine große wilde Schildkröte und giftige Pflanzen im Garten. Ihr Vater Abdellabrahim sagte „Siri doesn’t know nothing. She doesn’t know things about people. But she likes you. So you are good people.“ Und ich mag Siri. Für diese Erkentnis, für das Französisch, das sie mir zurückbrachte und weil sie der ehrlichste und inspirierendste Mensch war, dem ich in ganz Marokko begegnete. Denn manchmal sagt nichts sagen, so viel mehr als viel sagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Was sind eure Erfahrungen mit Kommunikation auf Reisen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ganz neue Langeweile</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 18:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>In nur eineinhalb Woche in Honduras habe ich neu entdeckt, was man auf Reisen eigentlich nie hat: Alltag. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Um halb acht aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-528" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_People-808x537.jpg" alt="0.Way_People" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-523" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_car_scooter-808x537.jpg" alt="0.Way_car_scooter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach eineinhalb Wochen in El Porvenir war bereits der Alltag eingekehrt. In der Mittagspause zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen, zurück zur Blechhütte. Nachmittagsunterricht. Danach holt mich meine Freundin Sany dort ab, wir gehen zusammen zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-525" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cows-808x537.jpg" alt="0.way_cows" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-524" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cow-808x537.jpg" alt="0.way_cow" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn es wie immer regnet, machen wir Yoga im Keller. Wenn mal nicht, gehen wir joggen. Mehr allerdings ist nicht drin. Wir haben zwei Stunden zwischen Unterrichtsende und Tagesende. Denn sobald es dunkel wird, ist es zu unsicher in den Straßen. Und nach halb neun quasi lebensmüde. Weil dann alles Straßenleben verschwindet und nur noch die Straßenkriminalität bleibt. Wir verbringen daher jeden jeden Abend im verbarrikadierten Haus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-514" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Classroom_stilllife-808x537.jpg" alt="0.Classroom_stilllife" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>In diesem Haus gibt es nicht viel. Ein viel zu kleines Zimmer für vier Eingequetschte. Eine offene Küche mit vier Herdplatten und nichts außer Stehplätzen. Ein Wohnzimmer mit Küchengeruch, ausschließlich kaputten und daher unbequemen Sitzmöglichkeiten. Ein Balkon voller Mücken, kompletter Vergitterung und daher Gefängnisatmosphäre.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-511" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.boy_gitter-808x537.jpg" alt="0.boy_gitter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-515" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.dogs_-808x537.jpg" alt="0.dogs" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>An keinem dieser Orte will man sich gerne für länger niederlassen. Nichts ist gemütlich genug, um dort Zeit zu verbringen und darüber hinaus kreativ zu werden. Eine Geschichte schreiben, Spanisch lernen, einen Stuhl bauen, selber Kreuzworträtsel entwickeln, ein Mittel gegen Mücken erfinden. Zu nichts bin ich in der Lage. Zu beschäftigt bin ich damit, eine komfortable Situation zu finden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-522" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.walk_hands-808x537.jpg" alt="0.walk_hands" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Da mir aber dies nur sehr selten gelingt, sucht mich daher hingegen eine komfortable Situation heim: Die Langeweile. Während ich so ungemütlich herumsitze, gerade den immer gleichen Weg zum Unterricht laufe oder den Gasherd in der Küche mal wieder nicht anbekomme, empfinde ich dieses Gefühl. Es ist ein neues Gefühl. Es fühlt sich irgendwie lähmend an – ich will es beseitigen, aber nichts dafür tun. Als würde ich immer tiefer in die Langeweile hineinsinken. Auch ein bisschen kribbelig, aber eher unangenehm, als angenehm kribbelig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-521" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Tuktuk-808x509.jpg" alt="0.Tuktuk" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Sogar der Unterricht selbst hat eine Art Routine: Zu Begin freuen sich alle da zu sein, jedes der Kinder umarmt mich zum Hallo sagen. Alle setzen sich brav auf die Stühle und Bänke, sind gespannt, was wir heute machen. Wir beginnen mit einem routinierten Opening Circle. Alle setzen sich im Kreis hin, jeder sagt ‚Guten Morgen’ und was ihm vom letzten Tag besonderes in Erinnerung geblieben ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-517" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Horse_-808x538.jpg" alt="0.Horse" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-518" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.HorseII-808x538.jpg" alt="0.HorseII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Dann starten wir in die erste Aufgabe. Jedes Mal wundere ich mich wieder, wie ruhig und aufmerksam dabei alle sind. Doch jedes Mal ist diese Ruhe und Aufmerksamkeit auch nach der ersten Aufgabe vorbei. Den Rest der Klasse bin ich damit beschäftigt, die Kinder im Zaum zu halten. Bis es kurz vor Ende einen kleinen Snack gibt. Dann sitzen alle wieder brav und ruhig, damit sie auch ihren Snack bekommen. Nach dem routinierten Closing Circle freuen sich alle, wie schön der Tag war, was mich jedesmal wieder wundert. Jedes Kind umarmt mich zum Tschüss sagen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Elias_table-808x538.jpg" alt="0.Elias_table" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-519" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kids_Sea_Still-808x538.jpg" alt="0.Kids_Sea_Still" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langeweile gehört fast schon zu dieser neuen Alltagsroutine, die ungewöhnlich schnell eingekehrt ist. Und die gerade auf Reisen ein eigentlich abwesendes Phänomen ist, wo ich meistens weder die Uhrzeit, noch den Wochentag kenne. Hier werden sogar die Wochenenden wieder fühlbar. Denn da wird, wie es sich für eine ordentliche Routine gehört, genau diese gebrochen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-526" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_Horse-808x537.jpg" alt="0.way_Horse" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Kein Unterricht, kein Wecker. Da es nur den einen Weg gibt, wird er trotzdem gelaufen. Dafür zu anderen Zeiten. Wenn es wie immer regnet, haben wir noch mehr Zeit zum ungemütlichen Rumsitzen und Yoga im Keller machen. Wenn mal nicht, gehen wir laufen oder aber machen einen Tagesausflug in den dschungeligen Wald zu den Wasserfällen und den großen Bäumen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-520" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.mum_kids-808x537.jpg" alt="0.mum_kids" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber abends sind wir wieder zurück im verbarrikadierten Haus. Denn wenn es dunkel wird, ist es zu gefährlich in den Straßen. Und am Montag um halb acht müssen wir wieder aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<p>So schrecklich und schön Alltag auch ist – irgendwie fühlt er sich doch überall gleich an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Christians Fotos" href="https://www.flickr.com/photos/128159398@N03/" target="_blank">Christian</a> für den Foto-Support.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Habt ihr auch schon einmal Routine auf Reisen erlebt? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Eine Sorte Schokoladenkekse</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 02:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Guatemala]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Ort der Entspannung und des Konsums. Häh?</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Fast war der See im Boot größer als der See unter’m Boot. Mit Vollspeed und großen Bugwellen düsten wir gerade über den Lago Atitlan. Alles, worauf unsere Existenz beruht, triefte bereits vor Nässe: Wir selbst und unsere Rucksäcke. Wie sie in dem Bootsee an unseren Füßen umherschwammen, wirkten sie viel leichter, als sonst auf unseren Rücken. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte unser Boot Santa Cruz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-485" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BoatRiding-808x465.jpg" alt="0.BoatRiding" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-487" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Boats_Arriving-808x517.jpg" alt="0.Boats_Arriving" width="808" height="517" /></p>
<h3></h3>
<p>Santa Cruz ist ein kleines Dorf am Lago Atitlan. Oder vielmehr eine kleine Häuseransammlung zwischen Seeufer und Bergfuß. Da der See dem Berg immer näher rückt, ist dazwischen nicht viel und immer weniger Platz. Neben dem Bootsanleger und den wenigen Häusern gibt es hier einen kleinen Kiosk, der Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verkauft. Glücklicherweise leckere Schokoladenkekse. Außerdem etliche scheinbar unbenutzte blaue Boote im Wasser und eine beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna. Pflanzen haben Farben und Spinnen haben Beine, die mich immer wieder auf’s Neue beeindruckten. Hier wollten wir uns für ein paar Tage niederlassen. Zumindest so lange, bis wir all unser Hab und Gut wieder getrocknet hatten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-492" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Colors-808x538.jpg" alt="0.Plants_Colors" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-496" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sundwon_Stegguy-808x538.jpg" alt="0.Sundwon_Stegguy" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatte ich einen See mit so starken Wellen gesehen. Da sich diese auch kein Einheimischer erklären kann, besagt die Legende, dass der Wind die Seele eines Prinzen ist, der über das Wasser fegt – auf der Suche nach seiner Prinzessin, die einst bei einem Bootsunfall kenterte. Die Wellen sind jeden Tag anders, aber immer wild. Zumindest für einen See. So wild, dass man denkt, man sitze am Meer. Nur verschwindet das Wasser nicht einfach dort hinten irgendwo am Horizont. Es türmen sich riesige Vulkane rings um das Seemeer auf. Deren Spitzen immer wolkenbehangen sind, sogar wenn der Rest des Himmels klares Blau trägt. Auch wenn sie mittlerweile inaktiv sind, wirkt es so, als würden die Vulkane doch noch ein bisschen dampfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-498" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Swing_-808x538.jpg" alt="0.Swing" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Sie sehen nicht nur surreal schön aus, sie haben auch einst den See Atitlan geformt. Denn bevor das Wasser kam, war er ein Krater, der eine der ältesten Mayastätten beherbergte. Daher kann man auch heute noch Maya Ruinen auf seinem Grund ertauchen. Zudem sorgen die Vulkane für durchgehenden Frühling. Denn sie fangen alle Wolken mit ihrem Regen ab, die sich dem See auch nur nähern. Abends kann man neben einem beeindruckendem Sonnenuntergang auch oft ein Blitzlichtgewitter in den Vulkanen beobachten – ganz ohne Donner, Regen und Angst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-501" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Writing-808x513.jpg" alt="0.Writing" width="808" height="513" /></p>
<h3></h3>
<p>All das und noch eine Priese unbeschreibliche Mystik kreieren eine besondere Stimmung um den See. In der Luft liegt eine Magie, die jeden Ankömmling sofort entspannt und ihn nicht mehr los lässt. Von der Ankunft an bannt der See den Blick eines Jeden. Als könnte jeden Moment Nessie in ihm auftauchen. Sollte es passieren, würde es niemand verpassen. Denn jedes Auge klebt ununterbrochen auf ihm – am Tag mit Licht, am Abend ohne. Ohne es bewusst zu merken, wird jedes Haus, jedes Fenster, jeder Stuhl nach dem See ausgerichtet. Menschen, die hier wohnen, erzählen alle die gleiche Geschichte: Wenige Minuten nach ihrer Ankunft, wussten sie, sie würden hier für immer bleiben wollen – und stornierten ihren Rückflug. Egal, ob das 25, 12 oder 2 Jahre her ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-489" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kids_ViewII-808x500.jpg" alt="0.Kids_ViewII" width="808" height="500" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-495" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Steg_Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Steg_Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Die Freiheit, die in diesem Evergreen-Blick liegt ist wunderbar. Die entspannte Magie dieses Ort ist überwältigend. Menschen kommen her aus genau diesem Grund. Menschen leben hier aus genau diesem Grund. Sie machen sich die Entspannung des Ortes zu eigen, denn sie kommt aus dem Ort, nicht aus ihnen selbst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-483" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.-Maya_Mask-808x538.jpg" alt="0. Maya_Mask" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Überall am See sind gemütliche Ecken zum Sitzen, kleine Stege zum Liegen oder geschützte Buchten zum Schwimmen. Doch die Ur- sowie die Neu-Einheimischen haben sich nicht nur die Entspannung, sondern auch die Orte zu eigen gemacht. So wollen all diese Orte der Entspannung auch bezahlt werden. Man kann zwar in der Ecke sitzen, auf dem Steg liegen und in der Bucht schwimmen – aber nur, wenn man dort auch konsumiert. Wir finden keinen Ort, an dem wir ohne Limonade entspannen dürfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-491" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Color-808x538.jpg" alt="0.Plants_Color" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-500" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Weg_-808x538.jpg" alt="0.Weg" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wer nicht à la carte im Restaurant oder Hotel speist, kann nur Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verspeisen. Nach zwei Tagen kennt der Kioskmann bereits meine halbe Lebens- und meine <a title="Link zur Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">Kompressionsstrumpfgeschichte</a>. Alles la carte ist liebevoll und köstlich zubereitet, doch teuer und konsumtreibend. Was wiederum meine Entspannung torpediert. Denn für mich bedeutet dies auch Gemütsgetriebenheit, Zeitlosigkeit, Konsumverzicht. Das Gemüt treibt ganz gut beim Wandern, Yoga machen, Nichtstun. Uhrzeiten muss ich zwei wissen: Um 15 Uhr entscheiden, ob ich um 19 Uhr essen möchte. Aber ständig muss ich meine Geldbörse aus dem Zimmer holen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-488" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Dog_-808x454.jpg" alt="0.Dog" width="808" height="454" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sea_Bed-808x497.jpg" alt="0.Sea_Bed" width="808" height="497" /></h3>
<p>Als ich mit leichter Geldbörse und trockenem Rucksack in das noch trockene Boot steige, denke ich trotzdem: Von hier nehme ich ein Stück mit. Denn die Magie in der Luft hat all mein Hab und Gut getrocknet. Vielleicht komme ich sogar noch einmal zurück. Denn genau diese brauchen meine Sachen spätestens nach dieser Bootsfahrt wieder. Und ich auch ein bisschen. Gut, dass man diese Magie niemals materialisieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum La Iguana Perdida" href="http://laiguanaperdida.com/" target="_blank">La Iguana Perdida</a> für die Einladung an diesen mystischen Ort.</p>
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		<title>Auf der Mauer, auf der Lauer</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/gedicht-ueber-freunde-in-marokko/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/gedicht-ueber-freunde-in-marokko/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Sep 2014 14:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie ein marokkanischer Mauerpoet unseren ersten Streit nach 24 Jahren Freundschaft löste.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich ich sagte, meinte ich eigentlich wir. Zumindest bei meinen letzten Geschichten aus Marokko. Wir, das sind Isi und ich. Wir, das sind Freunde aus dem Kindergarten. Mittlerweile nur ein bisschen größer. Wir hatten uns als Kinder zwischendurch einmal verloren und Jahre später wiedergefunden. Da freundeten wir uns ein zweites Mal mit Highspeed an &#8211; ohne zu wissen, dass wir uns schon kannten. Seitdem wissen wir, das würde immer wieder funktionieren. Manchmal gibt es Zeiten, in denen wir lange nicht gesprochen haben, dann rufen wir uns an und trinken beide gerade Fencheltee. Obwohl wir sonst gar nicht gerne Fencheltee trinken. Niemand trinkt gerne Fencheltee. Wir haben so ein Zweieruniversum, das ständig in Balance ist. Bei uns ist eins plus eins nicht zwei, sondern zwei Millionen. Wir sind eine Symbiose aus Harmonie und Hakelei. Isi weiß immer die einfachste Antwort auf meine kniffligsten Sinnfragen. Stellt aber auch immer genau die eine Frage, die ich hoffte, dass sie niemand stellt. Und so war es auch bei unserer gemeinsamen Reise durch Marokko.</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-208" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/1_Strand_vorlesen.jpg" alt="1_Strand_vorlesen" width="800" height="435" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Derek Hynd, surfender Spiritueller und spiritueller Surfer, den wir auf unserer Reise kennengelernt hatten, sagte eines Tages &#8220;I couldn’t ever marry one of you. Because you come in a package.&#8221; Nicht nur, dass wir uns als Einheit fühlten, jeder nahm uns auch als Einheit war. Zum Essen bei Freunden bekamen wir regelmäßig zusammen immer nur ein Glas. Uns wurde immer ein Eine-Person-Schlafplatz gegeben. Wir hatten eine Tasche für uns beide, ein Shampoo und teilten fast immer unser Essen. Und wir hatten einen Namen: Les filles. Wer Isi und wer Lena war, wusste selten jemand. Einmal auch wir selbst nicht, als wir uns versehentlich beim Kennenlernen mit dem Namen der anderen vorstellten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-210" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/3_Isi_allein_Mauer.jpg" alt="3_Isi_allein_Mauer" width="812" height="548" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatten wir uns gestritten. Trotz Pubertät und Erwachsenwerden, Pickel- und Schulproblemen, ersten Alkohol- und Jungserfahrungen, unzähligen geplanten und ungeplanten Reisen. Bis zu diesem einen Moment auf dieser Reise. Wir hockten in einem Haus mitten im marokkanischen Inland fest, wo wir eigentlich gar nicht hocken wollten. Denn wir wollten nicht in einem Haus sein und nicht im Inland. Wir wollten draußen sein und am Meer. Weil wir immer draußen ans Meer wollen. Ein Reisefreund von uns organisierte uns eine Fahrt, wollte aber viel lieber, dass wir noch blieben. Was ja eigentlich reizend ist, aber er ging zu weit. Ich hörte, wie er dem Fahrer sagte, erst später zu kommen. Er log mich an. Das Auto würde länger brauchen. Ich war sauer. Nicht weil das Auto in Wahrheit gar nicht länger brauchen würde. Weil er mir ins Gesicht log. Ich erzählte es Isi. Sie spielte es runter. Sie nahm ihn in Schutz. Sie wurde ja auch nicht angelogen. Das machte mich noch saurer. Ich knallte die Tür. Ich bin Steinbock.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-209" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/2_Bus_shiny.jpg" alt="2_Bus_shiny" width="822" height="617" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz vor Abfahrt konfrontierte ich unseren Lügemann noch mit seiner Lüge, aber er stritt es ab und ich war zu sauer und zu meereshungrig für eine Diskussion. Isi und ich stiegen ein und düsten los. Aber die Stimmung war eine andere. Das kannten wir nicht, dass bei uns die Türen knallen. Ich mag streiten, Isi auch, wir hatten es nur noch nicht zusammen versucht. Wie wir immer über alles redeten, redeten wir auch darüber, klärten und verstanden uns. Trotzdem war die Stimmung noch getrübt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-211" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/4_Tagazhout_view.jpg" alt="4_Tagazhout_view" width="839" height="629" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir am Meer in Taghazout ankamen, quetschen wir uns mit unseren schweren Rucksäcken erst einmal durch die engen Gassen. Schön sind die. Alte Steingassen zwischen alten Steinhäusern, die alle leicht bergab gehen und zum Strand führen. Auch wenn man sich verläuft, kommt man immer hinaus, wo man hin will: Am Meer. Überall lokale Händler, die ihre bunten Waren verkaufen. Stoffe, Tonarbeiten und hübscher Klimbim, mit dem man, zurück von der Reise, nichts mehr anzufangen weiß. Wir konnten widerstehen, unterhielten uns aber hier und da mal mit Händlern, die ihre spärlichen Deutschkenntnisse an uns ausprobieren wollten. Die Gespräche hielten nie lange, also gingen wir in unsere Lieblingsstrandbar: Aftas. Direkt unten an der kleinen Mauer zum Strand saßen wir unter einem Bambusschirm, aßen den besten Avocadoburger Taghazouts und tranken frischgepresste Fruchtsäfte aus riesigen Gläsern. Also eigentlich alles wunderbar. Nur die Vibes waren noch in leichter Schieflage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-215" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Tagazhout_Lena_Jellabah-808x1077.jpg" alt="Tagazhout_Lena_Jellabah" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Neben uns auf der Mauer saß ein junger Marokkaner. Er saß auf der Mauer, als würde er schon lange dort sitzen. In einer gemütlichen, verharrenden Pose, sein Rucksack neben sich und intensiv mit einem Bleistift und einem Block beschäftigt. Ab und an schielte er zu uns rüber, widmete sich aber immer gleich wieder seinem Geschreibsel. Wie boten ihm zwischendurch eine Zigarette an, die er dankend nahm und weiter seinen Block bearbeitete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-212" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/5_Tagazhout_Strand-808x606.jpg" alt="5_Tagazhout_Strand" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kam er zu uns an den Tisch und sagte &#8220;I saw you when you came and I got inspired to write down this poem. It&#8217;s from my favorite poet Cummings and it&#8217;s about friendship.&#8221; Mehr wollte er gar nicht. Er drückte uns seinen Zettel in die Hand und ging wieder zurück auf seine Mauer. Wir lasen das Gedicht, was gar nicht so leicht zu entziffern war. Auf Mauern mit Bleistiften lässt sich nicht so gut schreiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-214" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/7_Poem-808x621.jpg" alt="7_Poem" width="808" height="621" /></p>
<h3></h3>
<p><em>I carry your heart with me,<br />
I carry it in my heart.<br />
I am never without it,<br />
Anywhere I go you go, my dear.<br />
And whatever I do alone by only me<br />
Is you doing my darling.<br />
I fear not fate<br />
For you are my fate, my sweet<br />
I want the world<br />
For beautiful you are, my world, my fate<br />
And it’s you are whatever a moon has<br />
Always meant.<br />
And whatever a sun will always sing is you<br />
Here is the deepest secret nobody knows<br />
Here is the root of the root and the bud of the bud<br />
And the sky of a tree called life<br />
Which grows higher than the soul can hope<br />
Or mind can hide<br />
And this is the wonder that’s keeping the stars apart.</em></p>
<p><em> I carry your heart.<br />
I carry it in my heart.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Gedicht selbst haute uns nicht um, aber das Symbol. Und das Timing. Überwältigt von dem Gespür des jungen Mauerpoeten, schenkten wir ihm alles, was wir zu verschenken hatten – eine halbvolle Schachtel Zigaretten. Isi und ich teilten wieder unsere Burger, unser Glas, nannten uns les filles. Keinen besseren Moment in all unseren 24 Freundschaftsjahren zuvor hätte es gegeben, uns ein solches Freundschaftsgedicht zu schenken. Ein bisschen munkel ich aber immernoch heimlich, dass Isi ihn engagiert hat. Doch sie munkelt dasselbe über mich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-213" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/6_ISI_LENA_DEVILSROCK-808x606.jpg" alt="6_ISI_LENA_DEVILSROCK" width="808" height="606" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von ungleicher Gleichheit</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/im-hamam-in-marokko-von-ungleicher-gleichheit/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/im-hamam-in-marokko-von-ungleicher-gleichheit/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 09:51:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Alles was ich wollte, war eine Dusche für ein paar Minuten. Doch ich bekam eine neue Freundin. Für eine halbe Stunde.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/im-hamam-in-marokko-von-ungleicher-gleichheit/">Von ungleicher Gleichheit</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wasser auf der Haut war alles, was ich wollte. Denn in den Bergen gab es nicht einmal einen kleinen Fluss. Dort hatte ich gerade ein paar Tage verbracht, Open Air geschlafen, gegessen, gefroren, geschwitzt, gelebt. Jeder Form von Waschen war ich also aufgeschlossen. Und ein Hamam wollte ich auf meinem Marokkotrip eh einmal ausprobieren. Also fuhren wir ins nächstgelegene Berberörtchen mit Hamam. Schon auf der Straße fielen wir auf. Weiße Frauen fallen auf an Orten, an denen nie weiße Frauen sind.</p>
<h3></h3>
<h3> <img class="alignnone size-large wp-image-182" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Foto-3-1-1600x955.jpg" alt="Foto 3-1" width="720" height="429" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-172" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/1-1600x1682.jpg" alt="1" width="720" height="756" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>Vor dem Hamam empfingen uns nette, sehr traditionell wirkende Berberfrauen. Keine von ihnen sprach eine Sprache, die ich spreche, sodass unser Berberfreund Mohammed der Frau meine Behandlung diktierte: Einmal alles überall abrubbeln, waschen und massieren. Das war zumindest seine Empfehlung. Und ich konnte eh nicht widersprechen. Als ich hineinging, sah ich zum ersten Mal während meiner Reise durch Marokko Frauen, die weniger anhatten, als ich. Nämlich nichts außer einem Slip. Auf den Straßen sieht man sie immer nur bis auf’s Gesicht verhüllt. Erst jetzt stellte ich fest, dass ich von dieser Verhüllung auch gleich auf eine Verklemmtheit geschlossen hatte. Dem war aber gar nicht so. Völlig frei und ungehemmt bewegten sich die Frauen dort in ihrer Nacktheit. Ich freute mich für sie. Es macht mich fröhlich, Menschen mit einem so natürlichen Körpergefühl zu sehen. Und dann noch Menschen, von denen ich es nicht erwartet hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-174" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/3.jpg" alt="3" width="736" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich zog gleich mit ihnen, da kam auch schon meine Hamambehandlungsfrau – und zog sich aus. Genau wie alle anderen starrte auch sie mich an. Ich wollte mit ihr ein paar Worte wechseln. Wenn man sich schon so entblößt gegenüber steht, wollte ich versuchen, zumindest auch ein bisschen unsere Seelen einander zu entblößen. Jedoch verstanden wir uns einfach nicht und sie lief hilfesuchend in die Meute der sich waschenden und abrubbelnden Frauen. Heraus kam sie mit Féfé, einer jungen, wunderhübschen Studentin, die französisch und ein bisschen englisch sprach und mir helfen wollte. Ich war ihr unendlich dankbar, fühlte mich ihr gleich verbunden und schüttete ihr mein Herz aus. Ich konnte kaum aufhören zu reden. Nämlich, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich machen soll, wo ich hin soll und was ich an- und ausziehen soll. Aus lauter Unwissen hatte ich sogar mein Bikinitop angezogen. Dafür lachte sie mich aus und befahl es gleich wieder auszuziehen. Wer war jetzt hier die Verklemmte?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da meine Hamambehandlungsfrau irgendwie wieder verschwunden war, nahm Féfé mich mit in den Steamerraum. Ich setzte mich mit auf ihre Matte, sie gab mir einen Schwamm und zeigte mir, wie ich mich damit abrubbeln sollte. Denn beim Hamam geht es darum, abgestorbene Haut zu entfernen, um wieder schöne, glatte Haut zu haben. Der Schwamm sah zwar eher aus, als würde ich mir fremde, alte Haut auf meine rubbeln, aber ok. In dem Steamerraum saßen unzählige andere marokkanische Frauen, die sich und ihre Kinder voller Elan mit dem Schwamm behandelten. Und dabei mich anstarrten. Ich hatte den Eindruck, sie hatten noch nie eine europäische Frau nackt gesehen. Zudem machten sie sich wahrscheinlich auch lustig über meine laienhafte Abrubbeltechnik und meine absolute Hilflosigkeit.</p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-175" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/2.jpg" alt="2" width="800" height="600" /></h3>
<h3></h3>
<p>Ich behandelte mich also mit dem Schwamm, versuchte dabei auszusehen wie die anderen Frauen und versuchte mich mit Féfé, meiner Heldin, zu unterhalten. Das war gar nicht so leicht, denn ihren englischen und meinen französischen Wortschatz hatten wir bald ausgeschöpft. Viele der anderen Frauen fragten sie nach mir und ließen mir Komplimente übermitteln. Ich denke aber, das war nur, weil sie so was wie mich zum ersten Mal sahen. Als ich gerade nicht mehr wusste, wo ich mich noch abrubbeln soll, kam meine Behandlungsfrau dazu – und räumte erstmal auf: Frische Wassereimer, anderer alter Schwamm, neuer Seifeschleimbrocken. Dann nahm sie den Schwamm in die Hand und begonn mich abzurubbeln. Mit einer Stärke, die ich nicht erwartet hätte, fing sie bei den Füßen an und arbeitete sich bis ins Gesicht vor, wobei sie akribisch darauf achtete, keine Stelle auszulassen. Dabei machte ich einfach alles, was sie befahl. Beine anwinkeln, Arme hoch, auf den Bauch legen. Auch wenn der Boden voll war von abgerubbelten Fremdhautschuppen. Auch wenn ich nicht wusste, wo der Schwamm vorher schon alles war. Ich machte einfach mit, denn ich fühlte mich ihr wahnsinnig ausgeliefert und hatte ein unwohliges Gefühl, ihr zu widersprechen. So bekam ich wenigstens die echte Hamamerfahrung.</p>
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<p>„Also hair wash?“ fragte Féfé. „Yes, everything you say.“ Also bekam ich auch eine Shampoonierung mit einem sehr lieblosen, ziependen Kämmversuch im Anschluss. Jetzt hatte ich nicht nur Hautschuppen, sondern auch viele Haare dagelassen. Ich freute mich schon auf die Massage und hoffte anschließend noch einmal duschen zu können. Féfé und ich hatten uns unterdes so gern gewonnen, dass sie mich massieren wollte. Ich freute mich darüber, denn ich hatte das Gefühl, dass die Massage ein freundschaftliches Symbol war. An unsere verbalen Grenzen waren wir gelangt, aber nicht an die symbolischen. Es war zwar keine sonderlich gute Massage, aber trotzdem die beste, die ich je bekam. Denn mit ihr bekam ich eine neue Freundin. Féfé bat mich draußen zu warten, sodass wir noch Facebookkontakte austauschen konnten. Eine Dusche gab es leider nicht mehr, also ging ich mit all den eigenen und fremden Hautschuppen an mir hinaus und zog mich wieder an. Um mit frischer Luft gegen die Steamerhitze in mir anzukämpfen, ging ich vor die Tür, um dort auf Féfé zu warten. Ich kam gerade heraus, da kam auch schon mein mitreisender Freund Yaniz mit unseren zwei Berberfreunden Mohammed und Aisa angefahren. Ich gesellte mich zu den drei Männern in dem großen Truck. Wir unterhielten uns, hörten Musik und rauchten Zigaretten.</p>
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<p>Dann kam Féfé aus dem Hamam. In ihrem marokkanischen Hausanzug und ihrem Kopftuch wirkte sie viel schüchterner als ich sie zuvor kennengelernt hatte. Sie sah mich in meiner westlichen Kleidung, in dem Truck sitzend, locker mit den Männern redend. Sie winkte mir nur verstohlen zu. Ich wollte meine neue Freundin zu meinen alten Freunden gesellen, doch das war nicht möglich. Ich verstand langsam, dass wir niemals Freunde sein können. In dem Hamam, beide nackt, beide befreit von kulturell sichtbaren Einflüssen waren wir einfach zwei Frauen. Zwei gleiche Frauen mit dem gleichen Bedürfnis, sich zu säubern. Vor dem Hamam hatten wir wieder unser Kulturgewand angezogen und waren plötzlich so verschieden, wie wir nur sein konnten. Ich sah, dass auch sie es genau so empfand.</p>
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<h3><img class="alignnone size-full wp-image-176" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/4.jpg" alt="4" width="800" height="600" /></h3>
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<p>Weil ich wusste, dass sie nicht zu mir und den Männern kommen konnte und um ihr zu zeigen, dass mir all die Einflüsse um uns herum nichts ausmachten, ging ich zu ihr, an die Tür des Hamams. Ich sprach zu ihr genauso wie ich es noch zwanzig Minuten zuvor getan hatte. Ich berührte sie am Arm. Aber sie konnte es nicht erwidern. Sie ging in die Kassenkabine des Hamams, die Kassiererin war anscheinend eine Freundin von ihr. Eine Freundin, der sie nah sein konnte. Jetzt trennten uns neben einer ganzen Welt auch noch eine Glasscheibe mit Gitter davor. Ich kaufte von der Kassiererin ein Shampoo und einen Lolli, beides schenkte ich Féfé. Auch wenn sie es erst nicht annehmen wollte, freute sie sich. Dann bat ich sie um einen Zettel und schrieb ihr meinen Facebooknamen auf. Auch sie schrieb mir ihren auf.</p>
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<p>Einen Moment noch stand ich vor dem Auto. Kurz bevor wir fahren wollten, kam Féfé noch einmal zu mir und schenkte mir eine frische Orange zum Abschied. Noch lieber hätte ich sie mitgenommen.</p>
<h3><img class="alignnone size-large wp-image-181" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Foto-2-2-1600x1200.jpg" alt="Foto 2-2" width="720" height="540" /></h3>
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<p>Als ich Féfé gleich bei der nächsten WiFi-Gelegenheit schreiben wollte, konnte ich sie nicht finden. Erst Wochen später kontaktierte sie mich von ihr aus. In diesem Profil hätte ich sie nie erkannt.</p>
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<h3><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/9_FB.jpg" alt="9_FB" width="640" height="640" /></h3>
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<h3><img class="alignnone size-full wp-image-178" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/8_FB.jpg" alt="8_FB" width="600" height="400" /></h3>
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<h3><img class="alignnone size-full wp-image-177" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/7_FB.jpg" alt="7_FB" width="720" height="322" /></h3>
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		<title>Die Uhrzeit des Meeres</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Aug 2014 22:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein kleines Dorf macht der großen Welt vor, wie es geht: Alle zusammen und jeder wie er will.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein kleines Dorf macht der großen Welt vor, wie es geht: Alle zusammen und jeder wie er will.</strong></p>
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<p>Urfrüh waren wir aufgestanden. Zak hatte darauf bestanden, Punkt acht Uhr loszufahren. Ohne Frühstück. Zak war unser Surflehrer und was er sagte, war Gesetz. Im Wasser und an Land, wie meine Freundin Isi und ich gelernt hatten.</p>
<p>Also saßen wir hungrig, frierend und schlaftrunken in Zaks Truck. Wir hatten die Nacht zuvor bis fünf Uhr früh Barbeque am Strand gemacht. Da war der Mond noch klar und warm gewesen. An diesem Morgen war alles feucht und kalt und der Nebel so dicht, dass uns alles weiter als eine Armlänge entfernt, verborgen blieb. Dies galt auch für den Abgrund der Bergserpentinen, die wir anscheinend mit Highspeed durchqueren mussten. Und für die entgegenkommenden Geisterautos, die immer wieder plötzlich zwei Meter vor uns im Nebel erschienen. Die Surfbretter oben drauf, die Wetsuites hinten drin und das Bett weit weg waren wir auf dem Weg in ein kleines Dörfchen an der marokkanischen Küste zwischen Tagazhout und Essaouira, um die perfekte Welle zu surfen.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/1_Auto.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-51" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/1_Auto-808x552.jpg" alt="_1_Auto" width="808" height="552" /></a></p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2_Ankommen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-52" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2_Ankommen-808x606.jpg" alt="_2_Ankommen" width="808" height="606" /></a></p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2a_Photo-10.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-53" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2a_Photo-10-808x1077.jpg" alt="_2a_Photo-10" width="808" height="1077" /></a></p>
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<p>Dort angekommen, war die Sonne aufgegangen, der Morgennebel etwas verschwunden und die perfekte Welle am morgen schon wieder von der Flut verschlungen. Es würde aber noch eine in der Abendebbe geben. Bis dahin hatten wir also noch einen ganzen Tag Zeit. Wir setzten uns mit Zak und Abs, ein befreundeter Surfer, zum Frühstück nieder. Es gab typisch marokkanisches Frühstück, was wir eh liebten, aber an diesem Morgen ganz besonders: Brot, Schmelzkäse, Olivenöl, Amlou, Eier, Tee und kein Besteck. Das perfekte Arrangement. Auch wenn man eigentlich nur Amlou bräuchte – eine Paste aus Nüssen, Arganöl, Honig und einem Stück Himmel. Anders kann ich mir Amlous überirdische Herrlichkeit und jedesmal schnelles Allesein nicht erklären.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/3_Frühstück.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-54" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/3_Frühstück-808x606.jpg" alt="_3_Frühstück" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Statt Besteck gibt es Brot, mit dem man alles andere aufnimmt. Am Besten so gekonnt, dass man mit den Fingern nichts außer des Brots berührt. Statt Tellern gibt es den Tisch, auf dessen Oberfläche man alles andere ablegt. Anschließend werden eben Finger und Tisch zum Meer gebracht und dort gewaschen. Die Marokkaner haben vielleicht nicht viel, aber dafür nutzen sie das, was da ist, vollends aus. Ein Tisch wird eben komplett vollgeschmiert, eine einfache Axt wird als Universalwerkzeug benutzt, ein Glas genügt auch für die ganze Runde. Und mit Kaugummi lässt sich so einiges kleben. Zum Zucker im Tee verrühren braucht man auch keinen Löffel. Er wird von weit oben in Becher gegossen – und die wieder zurück in die Kanne. Mehrmals, bis der Zucker gelöst ist. So kann man auch mixen. Diese Nähe zu den Dingen hat sich während meiner Reise in den vielfältigsten Ausprägungen immer wieder beeindruckend gezeigt. Als ich irgendwann später wieder an einem sehr europäisch gedeckten Tisch saß, fand ich Besteck absurd. Es stellte so eine unnatürliche Distanz zum Essen her.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/4_Abs_Tee.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-55" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/4_Abs_Tee-808x1077.jpg" alt="_4_Abs_Tee" width="808" height="1077" /></a></p>
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<p>So einfach und gut versorgt, hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Dorf. Darüber lag den ganzen Tag ein halbtransparenter Nebel. Sodass hier nicht diese typische betäubende Stimmung der heißen hellen Sommersonne herrschte, in der irgendwie alles egal ist. Es war eine eher mystische Stimmung, die dem Dorf eine leichte Schwere gab. Jedes Geschehnis wirkte dadurch wie ein wichtiges.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/5_Photo-5.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-56" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/5_Photo-5-808x606.jpg" alt="_5_Photo-5" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Das Dorf ist ein traditionelles Fischerdorf, das jeden Morgen von Fischern und Fischen bewuselt wird. Nachdem frische Fische und blaue Boote vom Meer an Land geholt wurden, gibt es jeden Morgen eine große Fischauktion. Restauranteinkäufer aus der ganzen Region kommen dort hin, um die Frischfischration für den Tag zu ersteigern. Und das schon immer. In der einzigen Halle direkt am Meer ist in der Mitte ein abgezäunter Bereich. Wie eine Boxarena mit Ring. Dort drin steht der allmächtige Schiedsrichter im weißen Kittel und wiegt und bietet die Fische an. Alle anderen stehen um den Ring herum und schreien laut ihre Angebote durcheinander, wie Schreie des Anfeuerns. Die wirken: Es wird verkauft, eingetütet, nächster Fisch.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/6_Auktion.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-57" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/6_Auktion-808x606.jpg" alt="_6_Auktion" width="808" height="606" /></a></p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/7_Photo.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-58" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/7_Photo-808x606.jpg" alt="_7_Photo" width="808" height="606" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seit einigen Jahren sind die Fischer aber nicht mehr nur unter sich. Auch die Surfer haben dieses Dorf entdeckt. Zweimal am Tag gibt es perfekte Wellen im perfekten Panorama. So wuseln unter den traditionellen Fischern jetzt auch täglich moderne Surfer umher – was ein absurd widersprüchliches Bild ergibt: Alte Männer in Fischerhosen mit Fischeimer in der Hand und junge Männer in Boardshorts mit Surfbrettern in der Hand. Man könnte meinen, versehentlich zwei Parallelwelten aus verschiedenen Zeiten gleichzeitig zu sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Sign.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-59" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Sign-808x1077.jpg" alt="_8_Fischer_Sign" width="808" height="1077" /></a></p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8a_Surfer_Sign.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-60" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8a_Surfer_Sign-808x606.jpg" alt="_8a_Surfer_Sign" width="808" height="606" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Dorf besteht aus nur drei Straßen, auf denen man innerhalb von fünf Minuten von einem ans andere Ende des Dorfes gelaufen ist. Was man währenddessen aber sieht, ist in fünf Minuten nicht aufzuwiegen. Es reihen sich Fischshops und Surfshops aneinander. Tritt man in einen Fischerladen ein, begegnet einem respektvolle Zurückhaltung. Der Fischer will gar nicht unbedingt kommunizieren, er weiß auch nicht recht, wie er einem entgegen treten und welche Sprache er mit einem sprechen soll. Das scheint ihn aber nicht zu stören, vielmehr strahlt er eine entspannte Gleichgültigkeit aus. Tritt man gleich nebenan in einen Surfshop ein, entfernt man sich nicht nur um eine Wand, sondern auch um eine Welt: Man wird lässig auf Englisch mit Hang-Loose begrüßt, nach der aktuellen Welle und dem aktuellen Board gefragt, bekommt eine ausführliche Shopbegehung und Wlan-Nutzung angeboten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Fischer_Laden_Obst.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-66" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Fischer_Laden_Obst-808x546.jpg" alt="Fischer_Laden_Obst" width="808" height="546" /></a></p>
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<p>Manchmal passiert es auch, dass ein Surfer einen Fischimbiss aufmacht. Hier mischen sich dann beide Welten. Der Stolz und das Wissen um den traditionellen Fischfang mit dem weltoffenen Aloha.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/SURFER.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-71" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/SURFER-808x595.jpg" alt="SURFER" width="808" height="595" /></a></p>
<p>     <a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Laden.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-64" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Laden-808x606.jpg" alt="8_Fischer_Laden" width="808" height="606" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Surfer sind in Marokko das Sinnbild der progressiven Marokkaner. Durch den Tourismus haben sie viel Kontakt mit anderen Nationen, vor allem Europäern. So verbringen viele von ihnen mehr Zeit mit Europäern als mit Einheimischen. Sie haben Freunde überall in der Welt, sind mit Surfern in einem internationalen Netzwerk verknüpft oder haben sogar europäische Partner. Sie kennen das freie, europäische Leben und sind teilweise zwischen diesem und dem traditionellen marokkanischen Leben hin- und hergerissen<strong>. </strong>Die Fischer sind das Sinnbild der marokkanischen Tradition. Sie leben meist in den kleinsten Dörfern, haben ihren ganz eigenen Rhythmus, machen Geschäfte mit den lokalen Marokkanern und bleiben meist in ihrem kleinen sozialen Kreis aus Familie und Fischerfreunden.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/9_view.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-61" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/9_view-808x606.jpg" alt="_9_view" width="808" height="606" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieses kleine Dorf ist ein Ort des größten Kultur Clashs im eigenen Land. Und dennoch macht es aus diesem Clash eine Mélange. Denn dieser Mix aus zwei Welten funktioniert ganz wunderbar und voller Respekt füreinander. Fischer und Surfer grüßen sich warmherzig gegenseitig. Manche sind befreundet. Oder gar aus einer Familie – der Vater Fischer, der Sohn Surfer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-9.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-70" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-9-808x606.jpg" alt="Photo-9" width="808" height="606" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>So unterschiedlich scheinen sie dann doch gar nicht zu sein – die Fischer in ihren festgewachsenen Angelhosen und die Surfer in ihren festgewachsenen Boardshorts, die beide nach der Uhrzeit des Meeres leben. Dieses Fischer-Surfer-Dorf schafft, was die Welt versucht: Trotz Gegensätzlichkeit in harmonischer Gemeinschaft leben. Und immernoch gilt: Boote haben Vorfahrt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-21.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-68" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-21-808x606.jpg" alt="Photo-2" width="808" height="606" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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