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	<title> &#187; Freunde</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
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<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
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<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<hr />
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<p>Ich sitze in meinem orangenen <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostelzimmer</a>, es ist gemütlich und überall hängen unsere bunten Handtücher. Von draußen scheint die gelbe Sonne durch den Spalt der braunen Holzfenster. Da möchte ich hin. Ich gehe hinaus auf die Straße in Panamas Karibik: Bocas del Toro. Die Straße ist grau asphaltiert, aber das Leben hier füllt sie mit den buntesten Farben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-858" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hostal_Tungara-808x538.jpg" alt="0.Hostal_Tungara" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Direkt vor unserem Hostel lungern meistens unsere Freunde herum – auch sie sind bunt gemixt. Einige kommen aus Bocas und leben schon ihr ganzes Leben das bunte Bocas Leben, andere kommen aus Panama City, aber verweilen die meiste Zeit hier. Nochmal andere sind ein Mix aus karibischem Vater und innerländischer Mutter. Und manche kommen von ganz woanders aus der Welt, aber haben Panamas Karibik für sich entdeckt. Sie tragen braunes, blondes, korkenziehergelocktes oder gedreadlocktes Haar und sie alle zusammen machen diesen Ort so vielfarbig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-860" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_Green_Laundry-808x538.jpg" alt="0.House_Green_Laundry" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-857" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Group_Globos-808x538.jpg" alt="0.Group_Globos" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Genauso kunterbunt wie die Menschen ist auch der Tag in Panamas Karibik. Wir stehen irgendwann auf. Wann weiß ich nicht, denn auch der Biorythmus ist von den vielen verschiedenen Eindrücken hier durcheinander gebracht. Dann haben wir jede mögliche Frühstücksoption – von dunkelbraunem deutschem Vollkornbrot bis zu weißem Kokosbrot. Johnny Queque nennen es die Bocatoreños liebevoll.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-862" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_green_Window-808x538.jpg" alt="0.House_green_Window" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Danach haben wir unendliche weitere Optionen. Wir entscheiden uns meistens für das azurblaue Wasser und gehen <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">surfen</a>. Ich schlüpfe in meinen rot-rosanen Surfsuite, schnappe mein orange-blaues Surfboard und springe mit meinen genauso farbenfrohen Freundinnen in das blau-gelbe Boot, das uns direkt zur grün-weißen Welle bringt. Die Welle nehmen wir bis sie zweimal grün und zweimal weiß war und reiten sie bis zu den braunen Steinen. Als wir aus dem Wasser ins Boot zurückkrabbeln, haben wir ein paar rote Wunden am Fuß von dem grün-braunem Unterwasser Reef.</p>
<p>Einen Tag bäumt sich genau über uns im Wasser ein Regenbogen auf. Perfekt geformt kommt er aus dem Wasser und endet auf der anderen Seite wieder im Wasser. Es ist ein doppelter Regenbogen und er trägt jede Farbe so klar und intensiv wie ich es noch nie gesehen habe. Sogar Regenbogen sind hier bunter.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-876" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Surf_-808x538.jpg" alt="0.Surf" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehen wir zu unserem kunterbunten <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Spanischunterricht</a>. Ofelina in ihrer blauen Latzhose mit dem pinken-orangenen T-Shirt darunter unterrichtet uns für ein paar Tage, um unser dunkles Straßenspanisch zum Glänzen zu bringen. Jeden Tag machen wir etwas anderes mit ihr und jedes Mal geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Manchmal spielen wir Spiele auf Spanisch mit Tieren und fühlen uns wie Schulkinder. Jeden Tag kehren wir mit Hausaufgaben zurück in unser Hostel. Manchmal führen wir ausgiebige Grammatikdiskussionen und fühlen uns wie Sprachwissenschaftler. Nach einer Woche ist unser Sprachzentrum mit frischgrünem Spanisch und unser Herz mit warmroter Latzhosenfreundschaft aufgeladen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-873" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish-808x538.jpg" alt="0.Spanish" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-872" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish_Board-808x509.jpg" alt="0.Spanish_Board" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Später am Tag stehen wir wieder mit unseren bunt gemixten Freunden auf der Straße und trinken orangene Margarita oder rotes Michelada oder gelbes Bier oder schwarzes Rum-Cola. Mit Mango oder Tomate oder Limette oder Limette. Wir trinken bunt und wir reden bunt – über grüne und weiße Wellen, über blaue und weise Latzhosen, über das Leben. Irgendwann am Abend gehen wir ein Stück die Straße runter in unseren Lieblingsclub. Ein holzfarbenes Gebäude mit einer dunklen Tanzfläche und einigen roten und grünen Lasern. Alles ist schwarz-rot-grün hier drin und der DJ spielt bunt gemixte Musik. Das Konzept heißt ‚Das worauf ich gerade Lust habe’ und so kommt nach Raeggea Salsa und nach Bachata Hip Hop. Aber genau das macht Spaß und passt wunderbar in das bunte Bocas Leben. Du weißt nie, was gleich passiert, aber es wird dich überraschen und ganz sicher eine andere Farbe tragen als das Jetzt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-864" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Barcas_Parking-808x538.jpg" alt="0.Sea_Barcas_Parking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-855" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boats_Colorful-808x538.jpg" alt="0.Boats_Colorful" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Einen anderen Tag laufen wir in eine gelb leuchtende Handleserin. Maria. Von ihr lassen wir uns die Hand lesen und die Karten legen und stundenlang ist unser Bocas irgendwie dunkellila mystisch. Einen anderen Tag radeln wir abends mit bunt gepunkteten Fahrrädern zum Jiu Jitsu Unterricht. In strahlend weißen Schweren Sportanzügen schwitzen und kämpfen wir und unser buntes Bocas ist weiß und klar, technisch und triefend. Einen anderen Tag sind wir zu einer Babyshower eingeladen. Einen Nachmittag lang essen wir Popcorn aus hellblauen Schächtelchen mit weißen Schleifchen. Wir machen Polaroidfotos mit falschen tiefschwarzen Moustaches an Stäben und blau-weißen Kapitänsmützen. Unser Bocas ist durch und durch in babyblau getaucht. Es wird ein Junge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-870" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Windows-808x489.jpg" alt="0.Sea_Windows" width="808" height="489" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-871" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sky__Shine-808x522.jpg" alt="0.Sky__Shine" width="808" height="522" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es da diesen Moment, in dem ich ganz allein auf der Straße stehe, mitten in der rot-orangenen Abenddämmerung. Der graue Rauch meiner Zigarette steigt auf und ich stehe einfach nur dort. Die Luft ist viel klarer und durchsichtiger als sie sonst ist und so auch meine Gedanken. Ich denke über das Hier und Jetzt nach, wieviele Farben der heutige Tag schon wieder trug und wie wunderschön sie alle waren. Genau jetzt trägt Bocas schon wieder eine ganz neues Kleid: Transparenz. Es fühlt sich an, als sei ich die einzige Person hier. Wo sonst immer buntes passiert, ist genau jetzt Leere. Wo sonst immer bunte Freunde umherwuseln, ist genau jetzt Niemand. Für diesen Moment fühle ich mich isoliert vom bunten Bocas Leben. Ich trage transparente Farbe und niemand kann mich sehen. Bis ich verstehe, dass auch dies eine Nuance in Bocas Farbpalette ist. Eine Nuance, die mich am meisten überrascht. Hier möchte ich bleiben, bis wirklich keine Farbe mehr unentdeckt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Habla Ya</a> für das goldene Spanisch.</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostel Tungara</a> für das orangene Zimmer.</p>
<p>Danke <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">Mono Loco </a>für die grünen Wellen.</p>
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		<title>Surfen ist für alle da</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 19:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir sitzen auf einem Motorboot. Es fährt so schnell, dass es so laut ist, dass man sich nicht unterhalten kann. Dabei reden die anderen sonst eigentlich immer ziemlich viel. Wir sind Sani, Lea und ich, die schon seit einiger Zeit gemeinsam Nicaraguas Westküste rauf- und runtersurfen. Wir sitzen zu dritt auf dem Boot, mit dem fast gleichen Surfsuite und mit acht anderen Surfern. Die definitiv alle besser englisch und besser surfen können als wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/16_beach_boat/" rel="attachment wp-att-794"><img class="aligncenter size-medium wp-image-794" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/16_Beach_Boat-808x538.jpg" alt="16_Beach_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Wir fühlen uns wie die kleinen Cousinen in diesem Wolfpack. Zu Besuch beim großen Onkel und den Cousins. Wir werden mehrmals täglich bekocht und danach ins Boot geladen, das die Cousins dann mit uns drin ins Wasser lassen. Auf dem Surfboard werden wir beraten und assistiert, beim Wellen reiten fotografiert und bejubelt und anschließend mit einem kühlen Drink empfangen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/13_boat-2/" rel="attachment wp-att-795"><img class="aligncenter size-medium wp-image-795" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/13_Boat-808x538.jpeg" alt="13_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Abends nach unserem großen Familiendiner spielen wir gerne ein Spiel mit amerikanischen Slangwörtern, von denen wir die Hälfte nicht verstehen. Doch unsere Cousins haben einen Heidenspaß dabei, sie uns zu erklären. Der Spaß beruht aber wohl nicht im Erklären, sondern in der Vulgarität der Wörter. Cousins eben. Wir spielen Billard und hauen uns brüderlich, wenn einer gewinnt. An der Wand hängen eingerahmte Bilder von Wellen wie Familienmitglieder. Onkel Greg kann von jeder den Charakter beschreiben. Wir sind wie eine große Familie und wir fühlen uns hier einfach nur wohl. Onkel Greg will nur, dass alle eine gute Zeit haben. Und die haben wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-group/" rel="attachment wp-att-766"><img class="aligncenter size-medium wp-image-766" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Group_-808x567.jpg" alt="0.Group" width="808" height="567" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Das Boot hüpft ordentlich über die Wellen, die Haare wehen im starken Fahrtwind und immer wieder spritzt kühlendes Meerwasser ins Boot. Die Wildwasserfahrt endet an einer von Nicaraguas schönsten Wellen. Der Strand ist unberührt und menschenleer mit palmgrünen Palmen und sandfarbenen Sand. Unser Boot lassen die Jungs einfach auf den Strand laufen, schließlich gibt es niemanden, der sich daran stören würde. Wir schnappen unsere Bretter und paddeln in die Wellen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-diner_gregmatt/" rel="attachment wp-att-764"><img class="aligncenter size-medium wp-image-764" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Diner_GregMatt-808x538.jpg" alt="0.Diner_Greg&amp;Matt" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/12_dinner/" rel="attachment wp-att-778"><img class="aligncenter size-medium wp-image-778" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/12_Dinner-808x538.jpg" alt="12_Dinner" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Da ist für jeden eine dabei. Manche kommen groß wie ganze Wände angerollt. Über die freuen sich besonders Jared und Sean. Cousin Jared ist eigentlich Surflehrer etwas weiter im Süden Nicaraguas, aber besucht gerade Onkel Greg. Er wollte eigentlich nur für ein paar Tage kommen, jetzt ist er schon seit ein paar Wochen da und surft jeden Tag mit Onkel Greg. Zwischen den Wandwellen kommt er immer wieder mit seinem Board und einigen hilfreichen Tipps zu uns gepaddelt. Wenn wir dank ihm dann die Welle noch schöner nehmen, hat er noch mehr Spaß. Cousin Sean verbringt einfach alle Zeit, die er kann in Nicaragua zum Surfen. Wenn er zwischendurch mal nach Hause in die USA fährt, kommt er immer wieder schnell zurück und fragt sich, warum er diesen Ort eigentlich verlassen hatte. Das Surfen macht ihm einfach zu viel Spaß – und das schon sehr lange. 1996 hatte er ein Bild von sich im Surfers Magazine. Eine ganze Doppelseite. Hochglanz. Das ist sowas wie ein Ritterschlag und Heiligenschein gleichzeitig für einen Surfer.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/1_jared_surf/" rel="attachment wp-att-770"><img class="aligncenter size-medium wp-image-770" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/1_Jared_Surf-808x538.jpg" alt="1_Jared_Surf" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/4_matt_surf/" rel="attachment wp-att-772"><img class="aligncenter size-medium wp-image-772" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/4_Matt_Surf-808x536.jpg" alt="4_Matt_Surf" width="808" height="536" /></a></h3>
<h3></h3>
<p>Ab und an kommen mittelgroßen Wellen, die besonders wild sind. Sie spritzen viel Weißwasser auf und manchmal kommt noch eine zweite gleich dahinter. Über die freuen sich Cousin Keith und Cousin Matt besonders. Sie haben kleine wendige Bretter, um besonders viele Flips und Tricks zu machen. Sie springen über die Wellen, spielen mit ihnen und haben einfach Spaß. Manchmal so doll, dass sie sich zwischendurch vom Salzwasserschlucken übergeben müssen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/2_keith/" rel="attachment wp-att-771"><img class="aligncenter size-medium wp-image-771" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/2_Keith-808x538.jpg" alt="2_Keith" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/7_shawn_-surf/" rel="attachment wp-att-775"><img class="aligncenter size-medium wp-image-775" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/7_Shawn_-Surf-808x538.jpg" alt="7_Shawn_ Surf" width="808" height="538" /></a></h3>
<p>Onkel Greg freut sich über ganz sanfte Wellen, die langsam, aber sicher hineingerollt kommen. Er hat ein großes Longboard, mit dem er besonders einfach die Welle nimmt und dann langsam und lässig auf ihr gleitet. Dann macht er Quatsch auf seinem Longboard – vom hinteren ans vordere Ende laufen, sich im Kreis drehen, einen Kopfstand machen oder das Board falsch herum nehmen und beim Aufstehen drehen. Besonders viel Spaß aber hat er dabei, seinen Hund Luke auf’s Surfbrett zu setzen und in die Welle zu schubsen. Er sagt ‚My only job is to get people surfing’. And dogs.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-lukeii/" rel="attachment wp-att-767"><img class="aligncenter size-medium wp-image-767" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LukeII-808x538.jpg" alt="0.LukeII" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Cousin Shawn kommt aus Kanadas Inland und stand vor vier Tagen das erste Mal auf einem Surfboard. Er hat einfach Spaß an jeder Welle, die er bekommt – ob groß, klein, wild oder sanft. Die meisten davon nimmt er auf dem Bauch liegend, manchmal schafft er es auf die Knie. Dann freuen sich alle mit ihm und ein Jubelschrei geht durch das Wasser.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/6_shawn-canada/" rel="attachment wp-att-774"><img class="aligncenter size-medium wp-image-774" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/6_Shawn-Canada-808x538.jpg" alt="6_Shawn Canada" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>So unterschiedlich wir auch alle sind – in Wellenpräferenz, Surfstil und Profigrad – wir sind eine große Surferfamilie. Jeder hat Spaß im Wasser und jeder hat Spaß am Spaß des anderen. Egal wie es aussieht, wie gut man ist oder wie sehr man sich verbessert, die Emotion wird immer die gleiche gute Emotion sein: Spaß! Und das ist auch das wichtigste. Denn der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Surf Tours Nicaragua" href="http://surftoursnicaragua.com/" target="_blank">Surf Tours Nicaragua</a> für diesen Spaß.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/19_group/" rel="attachment wp-att-792"><img class="aligncenter size-medium wp-image-792" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/19_Group-808x656.jpeg" alt="19_Group" width="808" height="656" /></a></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was hälst du vom Surfen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Du &amp; Du &amp; Ich</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2015 22:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört. </p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Drei Monate schon, mehr sogar, teilen wir alles. Vom Shampoo über Betten bis Wege. Wir sind zusammen losgereist und wollen auch zusammen weiterreisen. Schon bevor es eigentlich los ging, ging es schon los: Wir haben die Vorfreude, den Organisations- und den Abschiedsschmerz geteilt. Haben Abende verbracht und gemeinsam unsere Route überlegt. Wir haben uns gemeinsam beim Tropenarzt pieksen lassen und uns beraten, wieviele Socken wir einpacken sollen. Wir haben zusammen überlegt, wie wir unserer Familie unser Reisevorhaben beibringen und wir haben uns auf eine Reisephilosophie geeinigt: So wenig wie möglich planen, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-690" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Jeepaction-808x538.jpg" alt="0.Jeepaction" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-691" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JeepactionII-808x538.jpg" alt="0.JeepactionII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als es dann losging, haben wir gemeinsam unsere Lieben, unsere Heimat und unser Hab und Gut hinter uns gelassen, uns an die Hand genommen und sind gemeinsam losgeschritten. Mit dem Schritt ins Flugzeug waren wir auf Reisen, mit dem Schritt aus dem Flugzeug waren wir da. Gemeinsam alleine. Vom drüber reden starteten wir gemeinsam ins tatsächlich tun. Jeden Schritt, den wir gehen, gehen wir jetzt gemeinsam. Jede Entscheidung, die wir treffen, treffen wir jetzt gemeinsam. Wir verbringen Tag und Nacht zusammen und manchmal sind wir noch nicht einmal unter der Dusche alleine.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-693" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JesusMariaII-808x538.jpg" alt="0.JesusMariaII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zusammen ist eh alles besser als alleine. Denn man kann sich das leckerste Essen auf der Karte teilen und muss sich nicht für eines entscheiden. Auch das Taxi kostet nur die Hälfte. Manchmal ist sogar das Dreierprivatzimmer im Hostel das Bessere als das eine Schlafsaalbett. Man kann Leid und Freud und zu große Bananen teilen. Im Bus läuft man nicht Gefahr beim Schlafen sein Kopf auf eine fremde Schulter zu legen. Die andere weiß meistens die eine Spanischvokabel, die mir gerade nicht einfällt. Beim gemeinsamen Singen kann man seine schiefe Stimme hinter der anderen schiefen Stimme verstecken. Den Backpack bekommt man mit doppelter Hebehilfe viel leichter auf den Rücken. Und wenn eine mal auf Toilette muss, kann die andere auf alle Sachen aufpassen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-694" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LenaSanja-808x538.jpg" alt="0.Lena&amp;Sanja" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-695" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Schwimmwesten_Lea-808x538.jpg" alt="0.Schwimmwesten_Lea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Superschnell waren wir ein super eingespieltes Team. Man weiß dann einfach, dass die eine immer den Reiseführer einpackt und die andere immer die Seife. Man weiß auch genau wo man das im Rucksack der anderen findet. Man weiß, was man der anderen aus dem Kiosk mitbringen soll, ohne sie zu fragen. Man weiß, dass in Verkehrsmitteln die eine immer ans Fenster muss, sonst wird’s unspaßig. Und man weiß, wenn eine gerade in Heimatkommunikation vertieft ist, sollte man nicht stören.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-689" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Horses-808x538.jpg" alt="0.Horses" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles läuft wunderbar, harmonisch, wir sind ein super Team und wir haben uns wahnsinnig gern. Doch dann kommen auch Momente, in denen die Harmonie dem Konflikt weicht. Eine will noch bleiben, eine will weiter. Eine will ins Hängemattenhostel, eine ins Privatbadzimmer. Eine will Boot, eine Bus fahren. Eine mag die neuen Reisebegleiter sehr, eine weniger. Eine will Gemüse kochen, eine Pommes essen gehen. Probleme des Reisealltags sind wie Probleme des Nichtreisealltags: Man löst sie oder man lässt sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-733" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.BaumII-808x538.jpg" alt="0.BaumII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Manchmal möchte ich vielleicht Dinge zu lange ausdiskutieren. Aber so bin ich eben, so war ich auch schon vorher. Manchmal möchte Sani vielleicht Dinge einfach ausschweigen. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Manchmal möchte Lea vielleicht Dinge nur so machen, wie sie sie möchte. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Und manchmal wenn ich rede, Sani schweigt und Lea tut, vergessen wir ab und zu wie gern wir uns haben und wie froh wir sind, dass wir hier gemeinsam sind und unsere Eigenarten uns eigentlich egal sind.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-688" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Great_good_ok-808x538.jpg" alt="0.Great_good_ok" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-687" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Drinks-808x538.jpg" alt="0.Drinks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es wieder Momente, in denen wir stundenlang gemeinsam auf der Terrasse abhängen und uns einfach nur wohl fühlen. Wenn wir uns gleichzeitig über ein Lied in der Ferne freuen und den Spanischtext gemeinsam lernen. Wenn wir uns zusammen in eine Hängematte legen und genau wissen, wie wir bequem und platzsparend gemeinsam hineinpassen. Wenn wir uns jemandem vorstellen und unsere Namen teilen, weil wir eh auf alle drei Namen hören. Wenn wir unsere Surfbretter auf’s Dach laden und alle drei einfach nur ein gemeinsames Ziel haben – die Welle. Auf ihr reiten, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<p>Denn diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen, mit allen eigenartigen und allen wunderbaren Seiten der anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Surfcamp Nicawaves" href="http://nicawaves.com/" target="_blank">Nicawaves</a> für das gemeinsame Surfen auf einer Welle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="735" height="538" classid="clsid:02BF25D5-8C17-4B23-BC80-D3488ABDDC6B" codebase="http://www.apple.com/qtactivex/qtplugin.cab"><param name="src" value="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov"><param name="autoplay" value="false"><param name="type" value="video/quicktime" height="538" width="735"><embed src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov" height="538" width="735" autoplay="true" type="video/quicktime" pluginspage="http://www.apple.com/quicktime/download/"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong>Reist du auch gerne mit Freunden oder lieber alleine? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Happy caribbean Birthday!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 20:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das beste Geburtstagsgeschenk kann man nicht kaufen und braucht man nicht tragen. Es ist eine innere Einstellung.</p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wache auf, über mir mein Moskitonetz, neben mir eine Karte. Es ist schön unter einem Moskitonetz aufzuwachen. Die Welt darunter ist weiß und gemütlich und irgendwie eingelegen. Die Welt außerhalb ist zu verschwommen, um wirklich zu existieren. Sie wird erst real, wenn man sich für sie entscheidet und unter dem Netz hervorkriecht. Es ist auch schön neben einer Karte aufzuwachen. Es ist etwa halb neun und meine Mitreisenden Sani und Joelito sind schon ausgeflogen zu ihrem frühen Tauchkurs. Sie haben mir diese Karte hinterlassen, eine selbstgebastelte. Außen rot mit weißen Punkten, innen blau mit eingeklebten bunten Buchstaben. Jeder dritte ist durch Reisestrapazen abgefallen und mit einem Kuli wieder nachgezeichnet: HaPpY BIrtHDaY!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-628" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.KarteI-808x606.jpg" alt="0.KarteI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-634" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.SaniJoelito-808x538.jpg" alt="0.Sani&amp;Joelito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Daneben liegt noch etwas: Eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekse. Alle sind durch Reisestrapazen zerkrümelt. Es ist eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekskrümel. Ich lese die Karte viel zu lange, als man eigentlich dafür braucht. Dann starre ich sie noch etwas an. Sie ist viel hübscher, als ich mir je eine Karte aus einem Backpack hätte vorstellen können. Irgendwann entscheide ich mich für die Außenwelt und krieche unter dem Netz hervor und gleich weiter auf die Terrasse. Hier wartet schon die Karibik auf mich: Sonne, Meer, Palmen und Sandflöhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-615" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bird_Sea-808x538.jpg" alt="0.Bird_Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie ich es in meiner Karibikroutine jeden Morgen tue, krame ich meine Matte heraus und mache eine Yogaklasse. Das ist eh jeden Morgen anders, aber diesen Morgen ganz besonders gut. Atmung und Bewegung sind im mühelosen Einklang, Figuren formen sich wie von selbst und beim Shavasana sinke ich so tief in den Boden, dass ich sogar endlich einmal spüre, wovon mir schon ein paar Ureinwohner Utilas berichtet hatten: Manchmal, wenn sie gerade ganz ruhig auf dem Boden sitzen, spüren sie ein ganz sanftes Erdbeben tief drinnen in der Erde. Es fühlt sich verwirrend an. Da es ein unbekanntes Gefühl ist, versucht mein Gehirn zunächst bekannte Erklärungen zu finden. Ein Hund, der mit ziemlich intensiven Schritten auf der Terrasse umherläuft. Oder jemand, der genau unter mir ziemlich fest an den Terrassenstützen rüttelt. Aber da ist kein Hund und kein Rüttler. Ein bisschen unheimlich und zugleich aufregend so etwas so tief aus der Erde zu spüren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-626" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammock_me-808x538.jpg" alt="0.Hammock_me" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als mir mein Gehirn vortäuscht, dass der Hund immer riesiger wird je näher er auf mich zuläuft, wird es zu verrückt. Ich springe auf und unter die Dusche. Unter der Dusche bin ich auch gerne, fast genauso gerne wie unter’m Netz. Danach stolpere ich raus auf die Straße. Die einzige Straße auf dieser karibischen Insel Utila. Gleich um die Ecke begrüßt mich der ältere, freundliche Mann, der oft dort sitzt: „Hello Princess! Today we got god’s blessing: the wind.“ Und er hat Recht, denn wenn es Wind gibt, gibt es keine Sandflöhe und wenn es keine Sandflöhe gibt, gibt es nichts, dass dir das Karibikfeeling zerstört und dich einfach nur nach einer neuen Haut suchen lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-635" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sea_-808x538.jpg" alt="0.Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach Frühstück muss ich trotzdem suchen und komme dabei an der Tauchschule von Sani und Joelito vorbei. Also schaue ich mal, was die beiden gerade treiben. Als hätten sie auf mich gewartet, kommen sie gerade pitschnass aus dem Wasser und stimmen zum ersten Geburtstagsständchen an. Dreistimmig von Sani, Joelito und Ernesto, dem Tauchlehrer, der egal was er sagt oder singt, immer ein ansteckendes Lachen im Gesicht trägt. Zum Ständchen gibt es eine pitschnasse Umarmung, die in der heißen Karibiksonne genau richtig kommt. Ernesto tauft mich für den heutigen Tag Cumpleañita. Wie es sich fügt, haben sie auch genau jetzt ihre Pause und wir gehen gemeinsam essen. In die Bar mit der großen gemütlichen Terrasse über dem Meer. Meinen Lieblingsplatz auf der Schaukel, Glückwünsche vom mittlerweile befreundeten Barpersonal und ein Gemüseomelett bekomme ich hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-637" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.RehabI-808x606.jpg" alt="0.RehabI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-620" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Sani-808x538.jpg" alt="0.Boat_Sani" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Anschließend schnappen wir unsere Schwimmsachen und düsen mit unserer Lieblingsbootcrew auf unserem Lieblingsboot raus ins karibische Meer. Dieses ist tatsächlich, wie man es sich vorstellt: azurblau, kristallklar und badewannenwarm. Wir ankern mitten im Riff, manche schnorcheln, manche tauchen, manche hängen auf dem Boot rum. Unser Kapitän Foster Cooper, der erst durch uns erfahren hat, dass sein Vor- als auch sein Nachname jeweils der Name einer australischen Biersorte ist, spielt seine Playlist. Dieselbe Playlist wie alle anderen Tage. Dieselbe Playlist, die aus denselben fünf Songs besteht. Zweimal karibischer Reggaeton, zweimal amerikanischer Country und einmal deutsche Charts. Dazu floatet es sich super im Rettungsring hinter dem Boot. Foster und mein Lieblingsspiel ist Mermaid-Catching: Ich sitze im Reifen, er zieht mich mit einem Seil ins Boot, dabei fangen meine Haare soviel Seegras ein, wie es wohl braucht, um zur Meerjungfrau zu mutieren. Beim Seegrasrauspulen stimmen Joelito und seine Gitarre zu noch einem Geburtstagsständchen an. Mitten auf diesem Boot, mitten in diesem karibischen Meer spielt er eine Eigeninterpretation von ‚Happy Birthday’. Alle stimmen mit ein, auch ich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-638" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.jump_Lena_Sani-2-808x538.jpg" alt="0.jump_Lena_Sani 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-616" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Dive_Tanks-808x538.jpg" alt="0.Boat_Dive_Tanks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot zurück zum Steg. Der Sonnenuntergang ist wirklich besonders schön, weil er jede Nuance von pink trägt, weil er über dem karibischen Meer stattfindet und weil er mein Geburtstagssonnenuntergang ist. Am Steg trinken wir kaltes karibisches Bier, das tatsächlich weniger nach Wasser als nach Bier schmeckt. Gerade als wir dieses öffnen, kommen Lilly und Bruce um die Ecke. Ein lokales Paar, mit dem wir drei Tage zuvor die gesamte Weihnachtsnacht am Strand durchgetanzt haben, uns seitdem verbunden fühlen und unbedingt wiedertreffen wollten. Als hätten sie gewusst, dass wir gerade jetzt mit kaltem Bier anstoßen. Das Wiedersehen ist fröhlich, herzlich und voller lustiger bis beschämender Erinnerungen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-619" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_People-808x630.jpg" alt="0.Boat_People" width="808" height="630" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-622" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Chillin_Dock-808x501.jpg" alt="0.Chillin_Dock" width="808" height="501" /></p>
<h3></h3>
<p>Sani, Joelito und Ernesto verschwinden kurz und kommen kurz danach mit einem Kuchen mit Kerze und Ständchen wieder. Man kann nie genug Geburtstagsständchen bekommen. Gleiches gilt für Kuchen, vor allem, wenn es Karottenkuchen von einer lokalen Karottenkuchenkönigin ist. Saftig, mit Nüssen und einem cremigen Icing. Er ist wahnsinnig lecker und so viel mehr als ein Karottenkuchen. Alle gesellen sich darum und wie es sich fügt, gibt es genau ein Stück für jeden, der gerade auf dem Steg ist. Geschirr gibt es nicht und nur ein Bootsmesser, aber in der Hand gematscht schmeckt es noch besser. Niemand scheut sich und alle haben Icing an der Nase kleben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-636" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.TITEL_-808x577.jpg" alt="0.TITEL?" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine große Kerze steckt auf dem Kuchen, als ich sie auspuste, wünsche ich mir, dass einfach alle kommenden Tage in genau so einem Fluss sich fügender Momente verweilen.</p>
<p>Denn dieser Tag war einer, von dem ich mir ein ganzes Leben wünsche. Momente einfach atmen lassen, sie leben, wenn sie da sind, vom einen in den anderen fließen und ab und an mal einen guten Karottenkuchen teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hotel Margarita Bay" href="http://www.tripadvisor.com/Hotel_Review-g292020-d3587959-Reviews-Hotel_Margarita_Bay-Utila_Bay_Islands.html" target="_blank" class="broken_link">Hotel Margarita Bay</a> für das Karibik Zuhause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast du auch schon einmal auf Reisen Geburtstag gefeiert? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/">Happy caribbean Birthday!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2014 13:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wie die Begegnung mit einem kleinen Mädchen das Größte für mich und mein Französisch war.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich waren wir da. An schon wieder einem neuen Ort. Die letzten Tage hatten wir turbulent jeden Tag woanders und mit wem anders verbracht. Das war toll und aufregend und anstrengend. Jetzt war es mitten in der Nacht und wir wollten einfach nur ankommen. Und das taten wir auch. In einem wunderbaren, azurblauen Haus genau an der Klippe zum Meer. Abdellabrahim war der Haushüter und empfing uns trotz eigener Schlaftrunkenheit mit großer Herzlichkeit und tigergemusterter Bettwäsche. Die machte sich ganz hervorragend auf unserem Bett, in dem meine Freundin Isi und ich bereits beim hineinfallen einschliefen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-556" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/2_Haus_Panorama-808x185.jpg" alt="2_Haus_Panorama" width="808" height="185" /></p>
<h3></h3>
<p>Am nächsten Morgen war alles wieder frisch und fröhlich und wir erkundeten erst einmal, wo wir eigentlich waren. In Abdellabrahims Burgfestung. So zumindest fühlte sich das Haus an. Das Haus stand in einem kleinen Dorf zwischen Tagazhout und Essaouira in Marokko. Es hatte etwa sieben Zimmer, die alle Schlafplatz für mehrere Leute boten. Zudem eine Küche voller selbstgemachter Köstlichkeiten und zwei sporadische Bäder – eines davon sogar mit Warmwasser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-557" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/3_Haus_Wäsche1-808x606.jpg" alt="3_Haus_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber die Räume waren es nicht, die das Haus ausmachten. Alles Leben im Haus spielte sich draußen ab. Jedes der Zimmer führte zur großen Terasse, die wiederum zum Meer führte. Sie hatte ein wahnsinniges Panorama über eine riesige Bucht. Wasser, Wellen, Berge und ganz viel Himmel. Von hier konnte man Sonnenauf- und untergang sehen. Genauso ging auch der Mond jeden Abend genau gegenüber hinter den Bergen auf. Als würden sich Sonne, Mond und Sterne wie Planeten um die Terasse drehen. Morgens schwirrte immer ein frischer Brotduft auf der Terasse umher und glückliche Marokkaner liefen mit beschwingtem Schritt und voller Brottüte vorbei. Denn genau unter der Terasse war eine kleine Bäckerei, die frische Brotlaibe aus Argannussschalen backte. Das war die schönste Location, die sich eine Bäckerei wünschen konnte.</p>
<p>Wenn man über die Terassenmauer kletterte, musste man sich nur noch die Füße an spitzen Steinen aufratschen und schon war man ohne Umwege direkt unten am Meer. Salzwasser ist schönerweise gnädig zu Fußwunden, denn die sammelten wir hier.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-559" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/5_Bäckerei_Eingang-808x606.jpg" alt="5_Bäckerei_Eingang" width="808" height="606" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-558" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/4_Bäckerei_view-808x606.jpg" alt="4_Bäckerei_view" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Zudem gab es einen großen Holztisch, an dem immer alle Hausbewohner zum Essen zusammenkamen. In diesem Draußenhaus konnte man einfach bleiben und man würde nie etwas verpassen. Zur Straße hin war es mit einem hohen Zaun und einem großen Tor abgeschirmt. Das war zwar gar nicht nötig, weil es auf der friedlichen Straße nichts zu fürchten gab, aber es war trotzdem eine Ehre von Abdellabrahim den kleinen Fingertrick verraten zu bekommen, mit dem man das Tor öffnete. Den verriet er nicht vielen. Wir fühlten uns jedenfalls wie mit einem besonderen Staatsgeheimnis vertraut.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-560" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/6_Haus_Terasse_Surfbretter-808x606.jpg" alt="6_Haus_Terasse_Surfbretter" width="808" height="606" /></p>
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<p>Später stellten wir fest, dass wir uns jedesmal so fühlten, wenn Abdellabrahim uns etwas erzählte. Abdellabrahim war ein Mann, der alles, was er tat mit großer Hingabe und großem Geschickt tat. Ursprünglich kommt er aus einem kleinen Berberdorf mitten in Marokkos Bergen, dann wurde er Fischer, zog in dieses kleine Fischerdorf und gründete hier eine Familie. Mit dieser lebt er jetzt als Haushüter in diesem wunderbaren, azurblauen Haus, das durch Abdellabrahims Beschützeraura wie eine sichere Festung erscheint. Hier empfängt er regelmäßig Gäste wie uns. Aber nur über Freunde oder Freundesfreunde, Fremdlinge kommen ihm nicht ins Haus. Für die fängt er dann keinen Fisch mehr, aber kocht ihn. So gut, wie kein Sternekoch es kann, sagen alle Dorfbewohner. Alle Marokkaner zwischen Essaouira und Agadir, die gut Fisch kochen können, haben es von ihm gelernt, sagen die Dorfbewohner. Abdellabrahim ist bei allen bekannt als der Fischflüsterer. Einmal fuhren wir mit ihm und einem Eimer frischer Fische sogar bis nach Essaouira, damit er diese mit einem Freund zubereiten konnte. Nur zubereiten, nicht essen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-561" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/7_Fischeimer-808x606.jpg" alt="7_Fischeimer" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Seine Frau Fatna lernte er traditionell marokkanisch kennen: Eines Tages wurde Abdellabrahim von einem Freund angerufen und gefragt, ob er heiraten wolle. Er habe da jemanden. Also trafen sich Abdellabrahim und Fatna in einem Café. Sie unterhielten sich über Stunden, fanden sich toll und beschlossen daraufhin zu heiraten. „Fatna never went to school. But Fatna is good wife, good wife. Love of my life!“, sagt Abdellabrahim voller Inbrunst. Was Fatna sagt, weiß ich nicht, sie spricht nicht viel und wenn, dann arabisch. Aber sie hat ein fröhliches Lächeln und ein entspanntes Gemüt. Auch ihre jüngere Schwester Amara lebt mit in der Familienburg. Amara geht noch zur Schule und möchte später einmal Mathematikerin werden. Ich hoffe sie hält daran fest.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-562" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/8_AmaraMohammed-808x1077.jpg" alt="8_Amara&amp;Mohammed" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Abdellabrahims und Fatnas erstgeborenes Kind ist Siri. Ein Mädchen. Darüber war Abdellabrahim erst enttäuscht, aber als er sie dann ansah, wurde er erleuchtet, wie er sagt. „Kids are the best that can ever happen to you. Kids are the reason. And Siri is so wonderful.“, sagt er öfter und dann drückt er sie ganz fest. Trotzdem musste noch ein Junge her: Mohammed ist knapp zwei Jahre alt.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-563" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/9_AbdellabrahimSiri-808x606.jpg" alt="9_Abdellabrahim&amp;Siri" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Siri ist sechs Jahre alt, total klein, total smart und total süß. Am frühen ersten Morgen war sie noch etwas schüchtern, doch das legte sie schnell ab, kam ständig zu Isi und mir gelaufen und erzählte uns Geschichten. Bis sie merkte, dass wir kein Wort von ihr verstanden. Leider. Zu gerne hätten wir Geschichten über glitzernde Fische und lila Regenbogen gehört. Das waren ihre Lieblingsthemen, wie wir später erfuhren. Ihr Arabisch-Französisch-Mix klang zwar niedlich, aber auch wie Spanisch in unseren Ohren. Ihr Vater erzählte uns, dass sie normalerweise nie im Haus sei, wenn Gäste da sind. Menschen, die sie nicht verstehen, waren also neu für sie.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-564" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/10_Siri_wirII-808x606.jpg" alt="10_Siri_wirII" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir saßen auf der Terasse des Hauses und starrten uns alle drei wortlos an. Wir konnten förmlich sehen, wie sie an einem anderen Weg grübelte, mit uns zu kommunizieren. Bis Siri die Gesten entdeckte. Mit wildem Händewirbeln bedeutete sie uns zu tanzen, zu springen, sie hochzuheben, hochzuwerfen, umherzudrehen, zu fangen, ‚Engelchen flieg’ zu spielen und was man sonst noch so alles anstellen kann. Wir hatten großen Spaß zusammen – ohne ein Wort zu reden. Die ganze Zeit über achtete Siri sorgfältig darauf, nur Quietschtöne und kein Wort von sich zu geben. Ich nehme an, um uns nicht zu verwirren. Manchmal biss sie sich sogar auf die Lippen, um nicht plötzlich loszureden. Isi und ich spielten das Schweigespiel erst mit, unterhielten uns dann aber immer wieder auf Deutsch. Über diese seltsamen, aber doch flüssigen Redelaute von uns, war Siri sichtlich erstaunt. Sie hatte wohl angenommen, wir sein stumm. So gerne wollte ich solche Redelaute auch mit ihr austauschen.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-565" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/11_SiriIII-808x1077.jpg" alt="11_SiriIII" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>In Siris Zimmer entdeckten wir ein Malbuch von ihr. Das war allein schon interessant, weil man es von hinten nach vorne und von links nach rechts blätterte. Aber auch, weil es voll von Siris Malereien war. Voller Stolz zeigte sie mir ihre Kunstwerke. Auf der sichersten Terasse der Welt setzte sie sich auf meinen Schoß, führte mich bedächtig durch die bunten Seiten und zeigte mir jedes einzelne Werk. Einige davon hätte ich sonst auch gar nicht als Werk identifiziert. Dabei entdeckten wir, dass wir gemeinsam Vokabeln üben konnten. Hatte sie eine Blume gezeichnet, lernten wir beide ‚fleur’ und da waren auch poissons, étoiles, dinosaures, élephantes, natürlich arc-en-ciels und sogar parapluies, obwohl man die in Marokko wirklich nicht braucht. Anscheinend weil sie noch nie einen benutzt hatte, regnete es sogar auch unter Siris parapluies. So saßen Siri und ich lange auf der Terasse und arbeiteten uns durch das gesamte Buch. Zu einzelnen Vokabeln kamen Artikel dazu, irgendwann auch mal ein Verb und später wurden ganze Sätze draus. Siri und ich brachten uns peu à peu gegenseitig Französisch bei. Am Ende des Buches konnten wir sogar über Dinge reden, die gar nicht in ihrem Buch gemalt waren. Was wildes Gekritzel auf französisch heißt, weiß ich allerdings bis heute nicht.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-566" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/12_SIri_ich_close-808x606.jpg" alt="12_SIri_ich_close" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach einem halben Tag schweigender, wilder Gestiken, hatte ich mit diesem kleinen Mädchen gemeinsam die Sprache neu entdeckt. Es reichte zwar noch nicht, um uns zu sagen, wie sehr wir uns darüber freuten nun miteinander reden zu können, aber dafür redeten wir über alles, wozu uns Vokabeln einfielen. Einfach um zu reden. Soleil, nuage, frère Mohammed, faim. Faim hatten wir großen. Also nahmen Isi und ich Siri mit zum Essen um die Ecke, außerhalb der Burgmauern aus Vaterfürsorge. Bis dahin reichte das Französisch sogar schon so weit, um Siri zu sagen, dass sie keine Cola, aber einen Orangensaft bekommt. Das war der Moment, in dem Siri und ich beide merkten, dass die nonverbale Kommunikation mehr Zauber hatte. Nach der Cola konnten wir ihr aber nicht auch noch einen zweiten Saft ausschlagen. Nicht bei diesem Blick. Der O-Saft gefiel ihr so gut, dass sie direkt zwei Gläser exte. Das wiederum gefiel ihrem Magen nicht so gut, sodass sie sich mitten auf dem Dorfplatz orangefarben übergab. Wobei sie alle Leute anschauten und sie nur beschämt zurücksah. Wir liefen zu ihr, nahmen sie in den Arm, trugen sie zum nächsten Wassercontainer, wuschen sie dort ab, beruhigten sie und fühlten uns wahnsinnig schlecht. Einmal Verantwortung für so einen kleinen Menschen bekommen und schon versagt. Allerdings war sie gleich wieder munter und niemand war böse.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-567" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/13_SIriI-808x606.jpg" alt="13_SIriI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach dem Essen holte sich Siri ihren Kamm und eröffnete zurück auf der Terasse ein Frisörstudio. Sie kämmte mich stundenlang, versuchte immer wieder Frisuren aus, die alle gleich aussahen und hatte einen Mordsspaß dabei. ‚Jolie, jolie’, ‚cheveux longue’ und ‚attend, attend!’ waren hierbei ihre Lieblingskommentare. Als ich zwischendurch irgendein Siri-Gebrabbel mit Oui beantwortet hatte, stand sie kurz danach freudestrahlend mit einer Schere vor mir. Ciseaux hatte ich wohl überhöhrt. Wir blieben doch lieber beim coiffer. Und beim rouge à lèvre. Siri entdeckte meinen Berberfrauenlippenstift, der grün ist, aber mit Lippenkontakt die natürliche Lippenfarbe verstärkt. Das fand sie so famos, dass sie es schaffte, die unnatürliche Lippenfarbe zu verstärken. Als die Haare durchfrisiert, die Lippen maximal pink und ihr Buch vollgemalt waren, bemalte sie eben unsere Arme. Voller Sorgfalt, Liebe und Stolz hatte Siri bald alle vier Arme von Isi und mir vollgekritzelt. Sogar zwei Tage lang konnten meine Tattookunstwerke dem Wasser trotzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-568" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/14_Siri_Lippenstift-808x606.jpg" alt="14_Siri_Lippenstift" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend gab es noch einige bonne nuit bisous und wir brachten Siri ins Bett pour coucher. Zurück auf der Abendterasse vermisste ich sie direkt. Nur selten zuvor hatte ich jemanden an nur einem Tag so intensiv kennengelernt. Und noch nie hatte jemand an nur einem Tag den Französischschalter in mir wieder aktiviert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir blieben vier Tage bei Siri und ihrer Familie. Auch später während unseres Marokkotrips kehrten wir noch zweimal an diesen Ort zurück. Siri und ich waren jedesmal wie unzertrennliche Seelen, verbrachten einfach die Tage zusammen, lernten neue Vokabeln, entdeckten kleine Tierchen, eine große wilde Schildkröte und giftige Pflanzen im Garten. Ihr Vater Abdellabrahim sagte „Siri doesn’t know nothing. She doesn’t know things about people. But she likes you. So you are good people.“ Und ich mag Siri. Für diese Erkentnis, für das Französisch, das sie mir zurückbrachte und weil sie der ehrlichste und inspirierendste Mensch war, dem ich in ganz Marokko begegnete. Denn manchmal sagt nichts sagen, so viel mehr als viel sagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Was sind eure Erfahrungen mit Kommunikation auf Reisen?</p>
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		<title>Die Hütte zum Sein</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 03:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Eine einfache Holzhütte am Strand war so viel mehr als eine einfache Hütte. Sie wurde unser bester Freund.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich am Meer! Das Wasser war so nah, dass wir es quasi riechen konnten. Meine Freundin Isi und ich kamen gerade aus Marrakesh. Dem lauten, wuseligen, aufgeheizten Marrakesh. Das war toll, aber jetzt waren wir in einem kleinen Küstendorf. Dem ruhigen, verlassenen, aus einem Strand bestehenden Küstendorf. Und das sollte noch besser sein. Unsere Idee: Hier wollten wir surfen und sein. Mehr hatten wir hier gar nicht vor.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-358" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1_Beach_View-808x658.jpg" alt="1_Beach_View" width="808" height="658" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-359" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.2_Beach_Boats-808x577.jpg" alt="1.2_Beach_Boats" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Allerdings sah es an diesem Ankommabend so aus, als könnte man noch nicht einmal das: Tiefer, dichter Nebel lag in der Luft. Es war kein Meer, kein Strand, kein Mensch und kein Ort zum Sein zu sehen. Wir saßen im Taxi, das uns zur Unterkunft bringen sollte. Das Taxi kannte den Weg, wir nicht. Wir hofften nur, dass es hier nicht anhalten würde. Doch genau dann fuhr es auch noch einen kleinen Berg hinauf. Den Berg hinauf liegt das Meer meistens nicht. Wir hatten eher gehofft, den Berg hinab zu fahren. In einer Mini-Wohnsiedlung auf dem Hügel spuckte es uns aus und fuhr ohne uns wieder bergab.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-360" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/2_village_smog-808x606.jpg" alt="2_village_smog" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Fünf Minuten später saßen wir da – auf dem Dach unserer Surfunterkunft, die keine Surfunterkunft war. Vielmehr eine hübsche, heimelige marokkanische Villa. Die Villadame hatte uns zwar kurz begrüßt, aber war gleich wieder in ihre Gemächer geschwebt. Sonst gab es hier anscheinend niemanden. Die Dachterasse sah aus, als sei sie am Tage eine mit fantastischem Blick auf das kleine Tal bis ans Meer. Doch auch hier baute sich direkt davor eine Wand aus dickem Nebel auf. Wir kramten noch unsere letzten Essensreste und unsere dicken Pullis aus den Rucksäcken und fanden, dass dieses traurige Resteessen wunderbar in die verhangene, kalte, einsame Atmosphäre dieses Ortes passte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-361" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/3_Dachterasse_smog-808x606.jpg" alt="3_Dachterasse_smog" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-362" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/4_Sad_Diner-808x793.jpg" alt="4_Sad_Diner" width="808" height="793" /></p>
<p>Am nächsten Morgen saß unser Surflehrer Zak pünktlich um neun Uhr am Frühstückstisch. Wir nicht. Denn wir hatten unsere Uhren noch auf falscher Zeit. Auch der Nebel war pünktlich. Doch jetzt wurde er von der Sonne in warmes Licht gehüllt. Wir lernten über den Nebel, dass er da ist, wenn es im Inland besonders warm ist. Dann drückt die warme Inlandsluft gegen die kalte Atlantikluft und dieser Nebel entsteht. Na gut, wenn man weiß, wo es herkommt, mag man es meist auch schon ein bisschen lieber.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-363" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/5_Rock-View-808x606.jpg" alt="5_Rock View" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon ab dem ersten Wasserkontakt zählten eh nur noch die Wellen und der Nebel war vergessen. Wir hatten einen fröhlichen, wellenreichen Surftag, an dem wir Lounes kennenlernten. Lounes und seine Hütte. Denn das eine gibt es nicht ohne das andere und vice versa. Lounes ist ein passionierter, marokkanischer Surfer, dessen Leben vom Strand bestimmt wird. Lounes’ Hütte ist eine einfache, selbstgebaute Holzhütte, dessen Leben auch vom Strand bestimmt wird. Denn genau dort steht sie. Auf einem erhöhten Vorsprung gleich über dem Meer.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-364" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/6_Panorama2-808x234.jpg" alt="6_Panorama2" width="808" height="234" /></p>
<h3></h3>
<p>In ihr befinden sich so viele Surfbretter, dass sie wahrscheinlich zusammenfallen würde, würde man diese entfernen. Breiter als ein Surfbrett ist sie auch nicht, fast ihr ganzer Innenraum ist davon eingenommen. Nur eine kleine Seite ist abgetrennt, in der Lounes wohnt. Dort ist ein Bett und eine kleine Küchenzeile eingebaut. Die dient als Ablage für Geschirr, Boardleashes und Kleidung. Kleine selbstgebaute Regale darüber verstauen alles, was man für die marokkanische Küche braucht: Kümmel, eine Tajine und ein stumpfes Messer. Gleich über dem Bett ist ein Fenster, nur mit bunten Tüchern abgehangen. Von dort aus checkt Lounes jeden Morgen die Wellen und entscheidet, ob es sich lohnt aufzustehen. Strom und Wasser gibt es nicht, braucht man aber auch nicht. Wasser ist in Meermenge vor der Tür und Feuer ist eh der bessere Strom.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-365" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/8_Hütte_Boards-808x623.jpg" alt="8_Hütte_Boards" width="808" height="623" /></p>
<h3></h3>
<p>Die komplette Hüttenfront zum Meer öffnet Lounes jeden Morgen, nachdem die Wellen ihm zum Aufstehen bewegt haben. Als würde auch dann erst die Hütte aufwachen und ihr großes Auge öffnen. Dann weiß jeder, jetzt ist man willkommen. Davor ist eine kleine Terrasse mit einem kleinen selbstgebauten Geländer. Die Terrasse hat den perfekten Winkel, sodass man ganz viel Meer, ein bisschen Strand und gar keine Straße, Autos oder Häuser sieht. Deswegen fungiert sie auch als Magnet aller lokalen Surfer. Jeder von ihnen, der zum oder vom Strand kommt, kommt erst einmal hier vorbei – und bleibt auch meistens hier hängen. Genau wie wir.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-366" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/9_Hütte_visitor-808x512.jpg" alt="9_Hütte_visitor" width="808" height="512" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach unserer Surfsession hingen wir uns mit auf die Terrasse und gehörten schon gleich genau so dazu, wie die streunenden Katzen, die ständig vorbeikamen. Oder auch hier wohnten, das wusste keiner genau. In einem Trog entdeckten wir eine Treibholzsammlung, die Lounes immer mal wieder nach stürmischen Meerzeiten am Strand aufsammelt und sich daraus Hüttendeko bastelt. Mithilfe des stumpfen Küchenmessers und etwas Kaugummi schnitzten und klebten wir ein Segelboot, ein Seeungeheuer, ein Auto mit Surfboardtragefläche und einen Wendefrosch, der auf dem Kopf ein Huhn war. Stundenlang saßen und schnitzten wir seelenruhig an dem Treibholz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-367" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/10_Treibholz_AutoMonster-808x566.jpg" alt="10_Treibholz_Auto&amp;Monster" width="808" height="566" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-368" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/11_Treibholz_Masken-808x529.jpg" alt="11_Treibholz_Masken" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Nebenbei kam immer wieder ein anderer Surferfreund vorbei, setzte sich dazu, lieh sich ein Board aus oder machte was immer er wollte. Denn in diesem Hütten-Mikrokosmos konnte jeder einfach tun, was er tun will. Ab und an ging jemand zum benachbarten Fischrestaurant und holte Tee. Tee ist wichtig in Marokko, denn der wird vor dem Essen, nach dem Essen und immer zwischendurch getrunken. Dabei ist wichtig, dass er vor Zucker knirscht und dass er richtig gemischt ist – und das ist er nur, wenn er von weit oben mit viel Gefühl ins Glas gegossen wird.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-369" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/12_Terrace_View2-808x606.jpg" alt="12_Terrace_View2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kam ein Freund und brachte frische Sardinen mit. Die wurden, wie sie waren, auf’s offene Feuer gelegt und anschließend von allen, die gerade da waren, gemeinsam gegessen. Einfach mit den Fingern vom Tisch. Danach wurden Finger und Tisch zum Meer gebracht und dort gewaschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-370" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/13_Sardinen-808x606.jpg" alt="13_Sardinen" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ein anderer Freund ging zwischendurch nach Seeschnecken tauchen. Gleich an dem Fels auf dem die Hütte steht, gibt es im Wasser besonders viele Schnecken. Als er wiederkam, holte er aus jeder Öffnung seines Wetsuites frische Schnecken. Alle freuten sich schon, diese am Abend auf’s Feuer zu schmeißen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-371" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/14_Sea_Snakes-808x681.jpg" alt="14_Sea_Snakes" width="808" height="681" /></p>
<h3></h3>
<p>Von da an gingen wir jeden Tag hier surfen. Ab dem ersten Tage war unser bester Freund die Hütte. Sie hieß uns jeden Morgen offenen Herzens willkommen, nachdem sie ihr Luckenauge geöffnet hatte. In ihr verbrachten wir unsere gesamte Surfwoche, die wir in diesem Küstendorf verbringen wollten. Gingen surfen, bastelten aus Treibholz, sangen marokkanische Lieder, gingen nochmal surfen, grillten Fisch, schnippelten marokkanischen Salat, mixten und tranken Tee und machten das Fischrestaurant sauer, weil wir nie die richtigen Teegläser zurückbrachten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-373" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/15_Terrace_View-808x606.jpg" alt="15_Terrace_View" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon am ersten Abend waren wir so angekommen, wie wir nur ankommen konnten. Wir lagen abends im Villabett und fragten uns, ob das wirklich nur ein einziger Tag war. Und wo der Nebel eigentlich sei. Wir stellten fest, alles, was wir an diesem Tag gemacht hatten, war: Surfen und Sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-374" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/16_Treibholz_car3-808x355.jpg" alt="16_Treibholz_car3" width="808" height="355" /></p>
<h3></h3>
<p>Mitte der Woche diskutierten wir mit Lounes, ob wir nicht mit einziehen sollten. Halb Scherz, halb Ernst. Wir waren so überwältigt und überzeugt von dem Hüttenleben, dass wir es abends nicht verlassen wollten. Tagein tagaus nach der Welle leben und in jeder Sekunde einfach tun, wonach uns die Nase steht. Uns vom Meer, den einfachsten Mitteln und den Nachbarn ernähren. Den Rest der Woche lebten wir, als sei dies tatsächlich alleiniger Inhalt unseres Lebens. Und stellten fest: Das ist wunderbar. Aber das ist zu leer. Für eine bestimmte Zeit in diesen Mono-Mikrokosmos einzuziehen, war wunderbar. Das Gefühl, den eigenen Kosmos nicht irgendwann wieder mit mehr Vielfalt zu füllen, war lähmend. Als die Hütte am letzten Tag ihr Auge für uns öffnete und uns einlud noch länger zu bleiben, verabschiedeten wir uns unter großer Trauer dennoch. Und vermissten die Hütte sofort. Bis heute.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-375" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/17_Terrace_View_wetsuite-808x606.jpg" alt="17_Terrace_View_wetsuite" width="808" height="606" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Habt ihr auch schon einmal mit solch schwerem Herzen einen Ort verlassen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/">Die Hütte zum Sein</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Als der Hahn sich strangulierte</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Nov 2014 22:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Regen aus Eimern: Der Hahn steht unter’m Farn, ich im Müllsee und das Haus unter Wasser. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Am dritten Tage regnete es. „Das Wetter ist ja so viel schöner hier als in Guatemala“, hatte ich die vorherigen zwei Tage noch gesagt. Da wunderte ich mich, warum die anderen mich komisch ansahen. Vor meiner Ankunft war nämlich durchgängig Regen – und dieser kam zurück.</p>
<p>In Honduras war gerade Regenzeit. Mit Regen meine ich daher nicht einfach nur Regen. Es ist, als ob ein Eimer voller Wasser über dir ausgeschüttet wird. Dieser Eimer ist ununterbrochen voll und folgt dir auf Schritt und Tritt. Das Ganze 24 Stunden am Tag ohne Pause – und den nächsten Tag auch.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-473" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-9-808x606.jpg" alt="Foto 9" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Dieser dritte Tag war ein solcher. Am Tag war ich trotz Regenequipment schon zweimal komplett triefnass geworden. Also kauerte ich mich am Abend unter dem Terrassendach in meinem Djellabah. Die Hühner in unserem Garten liefen immer verwirrter umher. Irgendwie wollten sie nicht nass werden, aber trotzdem überall nach Essen picken. Außer der Chefhahn. Sein schönes Federgewand war ihm wohl zu edel, schon den ganzen Tag hockte der Hahn unter dem Farn. Stundenlang stand er in dieser Position, ohne sich zu bewegen. Plötzlich aus dem Nichts hörten wir ein lautes Quieken, ein schnelles Flügelschlagen und der Hahn hing kopfüber im Rasen. Innerhalb weniger Sekunden hatte er sich selbst erdrosselt – mit dem Seil, das an seinen Fuß gebunden war. Wie auch immer er das geschafft hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-472" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-8-808x606.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>An dem kurzen Seil gebunden, hätte er wohl auch nicht überlebt was danach passierte. Denn kurz danach konnte der Boden nicht mehr Wasser aufsaugen. Aus dem schon zuvor zum knietiefen See gewordenen Garten wurde eine Bugwelle, die auf die Terrasse schwappte. Auf einmal ging alles ganz schnell. Zwischen Bugwellenwasser und Türschwelle waren nur noch drei Zentimeter, als wir merkten, es würde ernst werden. Alle natürlichen Abfließ- und Aufsaugwege des Regens waren voll und das Wasser stieg minütlich einen ganzen Zentimeter. Man konnte quasi zusehen. Demzufolge floss drei Minuten später auch schon die erste Welle in unser Haus. Das Wasser strömte regelrecht hinein als hätte es die ganze Zeit nur darauf gewartet. Endlich durfte es jede Ecke unseres Hauses erkunden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-467" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-3-808x606.jpg" alt="Foto 3" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir liefen schnell durch alle Zimmer und schmissen alle Sachen auf die dazugehörigen Betten. Vor allem die Dinge auf dem Boden – und dort lagen so einige Sammlungen an Elektrokabeln und benutzten Socken. Die wichtigste iPad-iPhone-Technik sammelten wir in einer Tüte, platzierten sie auf dem höchsten Tisch und beobachteten sie immer mit einem halben Auge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-471" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-7-808x606.jpg" alt="Foto 7" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nur meine Freundin Sany und ich waren zu diesem Zeitpunkt im Haus. Unsere anderen vier Mitbewohner waren unterwegs. Einer kam zwischendurch, dem wir nicht die verriegelte Tür öffnen konnten. Denn davor stand das Wasser mittlerweile kniehoch, im Haus konnten wir es gerade noch wadenhoch halten. Hinzu kam der hämmernde Lärm des aggressiven Regens auf dem Wellblechdach. Schon am Abend konnte ich nicht skypen wegen des Lärms. Selbst nebeneinander stehend musste man sich anschreien.</p>
<p>Also schrien wir ihn durch’s Fenster an, die Bomberos zu holen. „Häh?“ „Bomberos!“ „Häh?“ „Bomberos!“ So in etwas lief die Unterhaltung ab. Die Bomberos sind die lokale Feuerwehr und die lokale Feuerwehr sind unsere Freunde. Vielmehr als die lokale Polizei, denn die sind mehr korrupt als Freund und Helfer. Die Bomberos allerdings hatten bereits zu viel mit allen anderen überschwemmten Häusern zu tun.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-469" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz danach kam unsere direkte Nachbarin Celina mit ihrer dreijährigen Tochter Alisson. Ihr kleines Einzimmerhaus lag noch etwas tiefer als unseres und war schon hüfthoch geflutet. Was für die kleine Alisson scheitelhoch war. All ihr Hab und Gut schwamm bereits um sie herum, als sie beide von ihrem frühen Schlaf aufwachten. Ganz aufgeregt kam sie mit Alisson auf dem Arm und ihrem Handy in der Hand hilfesuchend zu uns. Sie wusste nicht, was sie noch greifen sollte.</p>
<p>Innerlich eigentlich selbst voller unwissender ansteigender Panik, beruhigten wir sie und übernahmen Alisson. Zu unserer Hausrettungsverantwortung trugen wir nun auch noch die Alissonbespaßungsverantwortung. An diesem Abend lernten wir so einiges Spanisch wie ‚Wie lustig! Ein großer Swimmingpool!’ oder ‚Das ist kein schwimmendes Radio, das ist ein Schiff!’ oder ‚Auch Prinzessinnen müssen manchmal baden!’. Unsere Nachbarin Celina lief in ihr Haus zurück, um die wichtigsten Sachen zu sichern. Als sie zurück kam, hatte sie einige Taschen bei sich – mit ausschließlich Sachen für Alisson.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-470" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir hatten schon die Sofapolster benutzt, um den Spalt der Eingangstür zu verstopfen und waren so mit dem Vordereingang beschäftigt, dass wir erst nicht merkten, dass das Wasser auch schon den Hintereingang gefunden hatte. Der Wasserstrom des Vordereingangs und der Wasserstrom des Hintereingangs trafen genau vor unserer Zimmertür aufeinander, sodass ein noch viel größerer Strom entstand, der sich Vorzugsweise unter unseren Betten zur Ruhe setzte. Und dort auch beängstigend anstieg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-465" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-1-808x606.jpg" alt="Foto 1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Suche nach zu rettenden Besitztürmern wurde der Gang immer schwerer. Immer mehr Wasser mussten wir vor uns her schieben, immer höher krempelte ich meine Leggins, immer mehr biegten sich die Flip Flops bei jedem Schritt. Die vorgenommene Sicherungslage ‚Alles auf die Betten’ schien jetzt gar nicht mehr so sicher. Da die Bomberos eh nicht kamen und wir nicht all unser weniges Hab und Gut verlieren wollten, musste ein neuer Plan her. Wir mussten höher stapeln. Bett auf Bett. Also packten wir Alisson und alle Sachen vom einen auf’s andere Bett.</p>
<p>Kurz vor’m großen Manöver schrien unsere mittlerweile zusammengetrommelten Mitbewohner uns zur Tür. Sie hatten einen neuen Plan. Alle schnell ins Haus, die wichtigsten Sachen schnappen und zum Beach Haus laufen. Das Beach Haus war überraschenderweise unten am Strand, hatte einen zweiten Stock und wurde von weiteren Freunden bewohnt – da sollten wir sicher sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-474" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-10-808x606.jpg" alt="Foto 10" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Also gaben wir unsere Sofapolstersicherungsbarrikade auf, ließen unsere Mitbewohner sowie einen riesen Schwall Wasser hinein, packten unsere Rucksäcke und liefen vor die Tür. Auf dem Terrassentisch packte Celina noch Alissons Sachen in wasserfeste Tüten. Als die beiden sich wiedersahen, hielt sie einen kurzen Moment inne. Alissons Freude an unserem Tumult beruhigte auch sie ein wenig. Dabei fühlte sie sich gerade gar nicht freudig. Sie hatte ihre gesamte Existenz umherschwimmen sehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-468" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-4-808x578.jpg" alt="Foto 4" width="808" height="578" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle luden sich Rucksäcke vorne, hinten, seitlich auf. Celina war zu beladen mit Rucksäcken und Nervösität, dass sie sich Alisson nicht auch noch aufladen konnte. Also nahm ich sie und einen Regenschirm auf den Arm. Denn der Regen war so stark, dass er Alisson nicht nur nass, sondern auch aua gemacht hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-477" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-12-808x568.jpg" alt="Foto 12" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p>In geballter Rucksackrunde liefen wir los. Erst knietief durch den Gartensee. Der Boden war nicht sichtbar, modrig, glitschig und gleichzeitig mit spitzen Steinen gesät. Keine komfortable Dreierkombination, wenn man mit seinem gesamten Besitz hinten und einem dreijährigen Kind vorne beladen ist. Unser Reisetempo war daher mehr als langsam. Auf der Straße war das Wasser etwas weniger tief, dafür aber mit einer starken Strömung, die einen niederbringen wollte. Auch hier wirkte das Wasser, als wüsste es genau, wohin es wollte. Und wenn du im Weg bist, musst du eben mit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-466" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-2-808x606.jpg" alt="Foto 2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Weg waren immer wieder Pfützen, die sich über die gesamte Breite der Straße erstreckten und deren Tiefe nicht einzuschätzen war. Aber da mussten wir durch. Irgendwie war jede immer noch ein Stück tiefer als die vorherige. Bis sie so tief wurden, dass meine Flip Flops dem Wasserdruck nicht mehr entgegenhalten konnten. Fast zeitgleich brachen die Zehenstangen ab und ich stand barfuß im schleimigen, spitzsteinigen Müllsee mitten in Honduras’ Straßen. Aber niemand anders konnte diesen Weg für mich gehen. Da musste ich durch. Da ich meine eh alten Sportschuhe im überschwemmten Haus zurück gelassen hatte, war ich ab hier schuhlos. Innerhalb einer halben Stunde reduzierte ich mein Gepäck von zwei Paar Schuhen auf kein Paar Schuhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-476" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-11-808x613.jpg" alt="Foto 11" width="808" height="613" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir den letzten mittlerweile hüfthohen Straßenmüllsee durchwateten, sahen wir schon das Licht am Ende: Vor dem Beach House warteten bereits unsere trockenen Freunde auf uns. Wir kamen an und wirklich alles war nass: Alles an uns, alles im Rucksack, Alisson. Trotz mühevoll aufrecht gehaltenem Regenschirm. Wir bekamen eine warme Dusche, ein warmes Gericht und warme Kleidung von den trocken Gebliebenen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-478" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-13-808x602.jpg" alt="Foto 13" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Drei Tage lang brauchten meine Sachen zum Trocknen in dem feuchten Klima, sodass ich drei Tage lang rein in Kleidung anderer verbrachte. Das war ein neues Gefühl von Freiheit. Kein Socken, kein Schuh, der sich zum Anziehen anbot. Kein Zimmer, in den mein Rucksack gehörte. Kein Apfel, den ich essen konnte. Kein Bett, in das ich mich einfach schmeißen konnte. Alles, einfach alles gehörte jemand anderem. Aber alles, einfach alles, gaben mir die anderen gerne.</p>
<p>Ohne die Obhut des Beach Houses wäre es für mich eine echte Katastrophe geworden. Aber so war es nur eine Naturkatastrophe. Nichts zu haben und doch alles nutzen zu können, war ein tolles neues Gefühl von Befreiung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Honduras Child Alliance" href="https://secure.etransfer.com/EFT/custom/HCA/Donation480/donation1.cfm?d2org=HondurasCA&amp;d2tool=donate" target="_blank">Honduras Child Alliance</a> für die Obhut.</p>
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		<title>Tag für Tag</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 00:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Den letzten Tag auf den nächsten Tag zu verschieben, ist immer die richtige Entscheidung!</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tag sollte der Letzte auf Caye Caulker werden. Die Insel, von der wir eigentlich gar nicht weg wollten. Singende Menschen auf Fahrrädern, offene Begegnungen mitten auf der Straße, <a title="Caye Caulker Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">interessante Menschen mit interessanten Lebensgeschichten</a>, Gelassenheit an jeder Ecke und die offizielle Anordnung langsam zu gehen. Nicht nur auf, sondern auch um die Insel gab es viel zu entdecken: Ein beeindruckendes Riff mit lauter wilden Meerestieren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-386" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Go-Slow-808x534.jpg" alt="1.Go Slow" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Diese wollten wir an unserem letzten Tag entdecken und hüpften in ein kleines Boot mit einem kleinen lokalen Meereskenner: Popes. Popes hatte nicht nur viele lockere Sprüche drauf, sondern auch offensichtlich Wasserröntgenaugen. Denn er fuhr im weiten Meer zielstrebig an Stellen, wo sich die Tierchen tummelten. Wir schwommen mit einer Seekuh, die beeindruckend groß und beeindruckend entspannt mal hier, mal da durch’s Wasser gleitete. Ebenso mit Mantarochen, Schildkröten, Barrakudas und etlichen Fischschwärmen. Am intensivsten aber waren für mich die Haie, die ich sogar am Kopf streichelte. Bis dahin dachte ich, man streichelt nur niedliche Tiere. Sie fühlen sich nicht schleimig glatt, wie erwartet, sondern runzelig grobkörnig an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-389" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Island_Magic-808x538.jpg" alt="1.Island_Magic" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später strandeten wir mit all unseren kleinen Begleitern – Boot, Popes, Meeresehrfurcht – auf einer kleinen Insel. Es gab zwei Hunde, einen Lagerfeuerplatz, einen Gaskocher und einen Toilettensitz über dem Meer, der Zivilisation vortäuschte und gleichzeitig auf’s Korn nahm. Ansonsten war die Insel wunderbar einsam. Im Sonnenuntergang fischten und brieten wir unser Abendessen. Wenn es auch etwas absurd war, dass wir die zuvor fasziniert gefundenen Fische nun verspeisten – wir lebten den Robinsontraum für einen Abend.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-388" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Hammock_Sunset-808x538.jpg" alt="1.Hammock_Sunset" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Da die Sonne um sechs Uhr unterging und der Wind uns den ganzen Tag um die Nase geblasen hatte, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren. Es wäre ein toller letzter Tag gewesen – so toll, dass wir noch einen davon wollten. Aus Müdigkeit, aber noch viel mehr aus Abschiedsmelancholie entschieden wir uns, die Fähre sausen zu lassen.</p>
<p>Am nächsten Morgen waren wir froh, dass die Meeresluft-Überdosis uns zum Bleiben bewegt hatte. Wir starteten in den Tag, als würden wir schon ewig auf Caye Caulker wohnen. Wir nahmen unser Omelettfrühstück, füllten die Wasserflaschen am Lieblingswasserspender und taten auch sonst, was wir immer dort taten: Über die Insel streifen, Begegnungen an jeder Ecke haben, schwimmen, wenn wir schwimmen wollen, essen, wenn wir essen wollen. Bis wir am Abend kurz vor den Mücken fliehen müssen – und anschließend wieder losstreifen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-390" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kids_-808x538.jpg" alt="1.Kids" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Gleich beim ersten Schwimmstopp trafen wir auf Ben. Big Ben. Er hatte einen Mantarochen gesichtet und wollte seinen beeindruckenden Meeresfund mit uns teilen. Mit nur einem Schnorchelequipment ausgestattet, streiften wir in Entenformation zu dritt durch’s Wasser auf der Suche nach ihm. Da wir im Wasser eine ziemlich gute Dreierkonstellation abgaben, versuchten wir es anschließend auch an Land und streiften über die Insel. Big Ben konnte uns noch einige unentdeckte Ecken zeigen. Dank unserer vorangegangener Streifzüge klappte das aber auch vice versa. Er fügte sich ohnehin ohne Reibung wunderbar in unseren Streifrhythmus ein – und wir schwommen, wenn wir schwimmen wollten, aßen, wenn wir essen wollten und hatten nette Begegnungen an jeder Ecke.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-394" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Split_Bar-808x538.jpg" alt="1.Split_Bar" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-403" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kiteman-808x538.jpg" alt="1.Kiteman" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Big Ben war selber kein Inselureinwohner, aber vor zwei Jahren nach Caye Caulker gezogen. Er bewohnt ein Haus in der hintersten Ecke der Insel. Es ist großzügig und offen geschnitten. Außer zum Bad gibt es keine Türen und aus jedem Zimmer kann man das Meer sehen. Am Besten geht das jedoch von den Hängematten auf dem Dach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-393" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Sea_Kids-808x534.jpg" alt="1.Sea_Kids" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Bens Leidenschaft sind Kokosnüsse, denn einst heilten sie ihn von Denguefieber, erzählt er uns. Deswegen gibt es in seinem Haus neben einem großen Vorrat an frischen Kokosnüssen Unmengen gekühltes Kokosnusswasser, gefrorenes Kokosnusswasser, den besten Kokosnussöffnungshammer, denn ich je gesehen habe, einen Kokosnussfleischherausdübler, Kokosnusskörpercreme, Kokosnussantimückenöl und leere Schalen überall. In seinem Kokosnusshaus kann Big Ben für sich sein und seine aktuelle Mission verfolgen: Ein Buch schreiben. Wenn er Gesellschaft will geht er einfach auf die Straße. Hier kennt man sich – und Big Ben ist nicht zu übersehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-405" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kokospalme-808x538.jpg" alt="1.Kokospalme" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie wir so streiften, kannte er einige der Inselbewohner, denen wir begegneten. Wir wurden immer gleich als Freunde vorgestellt und warm begrüßt, was uns das Gefühl lokaler Zugehöriger anstatt fremder Besucher gab. Das war ein tolles Gefühl. Gerade auf dieser wunderbaren Insel, auf der man einfach nur bleiben möchte. Es war wie ein Gefühl auf Probe. Einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, tatsächlich zu bleiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-396" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Tattoo-808x538.jpg" alt="1.Tattoo" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Es war ein Dienstag – und auch wenn sich hier nichts nach Alltag anfühlt, trafen wir auf Menschen mitten in ihrer Alltagsroutine. Sie fuhren gerade einkaufen, arbeiteten in ihrem Ladengeschäft, machten Mittagspause, werkelten an ihrem Haus. Doch all das mit tiefer Gelassenheit und einem Sinn für’s Routinebrechen. Sie luden uns zu sich ein, erzählten von sich, zeigten Einblicke in ihr Leben. Es schien, als sei sogar der alltägliche Weg zum Müll hier ein Akt des Genuss’. Auch wenn es alltägliche Notwendigkeiten zu tun gibt, gibt es hier immer einmal mehr Zeit für Entspannung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-401" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown2-808x485.jpg" alt="1.Gang_Sundown2" width="808" height="485" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine Begegnung erzählte uns von den Krokodilen, die kurz vor Sonnenuntergang immer auf die Rollbahn des Mini-Flugplatzes kriechen. Also machten wir an diesem einfachen Dienstag Nachmittag noch eine Expedition zu den Krokodilen. Auch wenn alles klein ist und jeder alles und jeden kennt, gibt es hier immer noch etwas Neues zu entdecken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-400" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown-808x533.jpg" alt="1.Gang_Sundown" width="808" height="533" /></p>
<h3></h3>
<p>Großes Thema war überall die Halloweenfeier, die vor der Tür stand. Alle überlegten an ihrem Kostüm. Auch Big Ben hatte noch keine Idee und der nächste Kostümladen war seemeilenweit entfernt – und hätte eh nicht seine Größe. Also bastelten wir ihm ein Kostüm aus einem Bettlaken, einem Pappkarton – und zwei Kokosnüssen. Er wurde zur Prinzessin Leia. Was am wenig prinzessinnenhaften Big Ben angezogen noch besser als in der Theorie, weil voller Selbstironie, war. Auch wenn es nicht viele Möglichkeiten gibt, gibt es hier immer noch Raum und Fantasie, sich diese selber zu erdenken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-391" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Plane_-808x569.jpg" alt="1.Plane" width="808" height="569" /></p>
<h3></h3>
<p>So flog der Tag vor sich hin, bis wir abends merkten, dass unser letzter Tag genau wie am vorigen letzten Tag plötzlich vorbei ging. Da die Sonne um sechs Uhr unterging und wir so viel gestreift, geschwommen, begegnet waren, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Genau so hätten wir jeden Tag weiter unseren letzten Tag verschieben können. Das Gefühl auf Probe hatte die Probe bestanden. Doch wir hatten einen Anschlussflug gebucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>&#8220;I like your style!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2014 15:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie ich dank meines Kompressionsstrumpfs eine ganze Insel kennenlernte. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gefühlte Ewigkeit und tatsächliche 8 Tage waren wir schon unterwegs. Quer durch Yucatan haben wir viele Menschen gesehen, getroffen, kennengelernt. Tolle, schräge, absurde, langweilige Begegnungen waren das für uns. Für die anderen wahrscheinlich auch – doch am Ende stand allen noch eine Frage im Gesicht: Warum trägt sie diesen Strumpf?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-326" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Burrito-808x538.jpg" alt="0_Burrito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wegen einer kürzlichen OP am linken Bein muss ich zur Regeneration einen Kompressionsstrumpf tragen. Er ist grau, weil ich dachte grau ist in der lateinamerikanischen Sonne ein bisschen weniger heiß als schwarz. Für ein paar Wochen laufe ich also mit einem grauen und einem normalen Bein herum. Das nervt beim Anziehen und sieht etwas schräg aus, ist aber nötig und eigentlich auch egal. Nur zieht es doch stark die Aufmerksamkeit meiner Mitmenschen auf sich. Neugiergetrieben blinzeln Menschen heimlich auf meine Beine, starren, wenn sie sich in sicherer Entfernung befinden oder beraten sich auf schnellem Spanisch über den möglichen Grund meiner Beinbifarbigkeit. Kinder zeigen auf mich und fragen ihre Mutter was da los ist. Doch keiner von ihnen fragte mich. Nirgends nahm sich jemand ein Herz und sprach mich darauf an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-330" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bike_MumKid-808x502.jpg" alt="0.Bike_Mum&amp;Kid" width="808" height="502" /></p>
<h3></h3>
<p>Kompressionsstrümpfe sind in Zentralamerika also anscheinend nicht so verbreitet. Was aufgrund der schlechteren medizinischen Versorgung zwar traurig, aber auch verständlich ist. Aber das war nicht das überraschende für mich. Viel mehr erstaunte mich, dass die Mexikaner schüchterner sind als ich dachte. Denn keiner traute sich zu fragen. Selbst wenn wir schon in einem Gespräch waren. Ich hatte das Gefühl, sie befürchteten, mir zu nahe zu treten, eine zu intime Information von mir zu erfahren und damit nicht umgehen zu können. Das komische graue Bein wurde daher lieber rigoros umgangen. Das fand ich sehr schade, da ich viel lieber Intimitäten als Smalltalk austausche. Das fand ich auch ein kleines Ministück enttäuschend, da ich mir in meiner Unwissenheit mit den Mexikanern offenere und persönlichere Begegnungen gewünscht hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-350" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.LilGirl2-808x538.jpg" alt="0.Lil'Girl2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch das änderte sich schlagartig, als wir nach Caye Caulker fuhren. Schon auf der Schiffhinfahrt erzähle ich meine Beingeschichte drei Mal. Der Kapitän, der Skipper und der belizianische Mitfahrer neben mir fragten mich danach. Gerade auf Caye Caulker angekommen, fuhr der Kapitän an mir vorbei und rief „Ah, the girl with the one-leg-tattoo!“ Und so ging es weiter. Der erste Weg über die Insel und ich hatte schon die drei beliebtesten Zurufe eingesammelt: „What’s wrong with your leg?“, „Is that a full-leg-tattoo?“ und „Come over and tell me about your grey leg!“. Die meisten aber dachten es sei ein neuer aus Europa importierter Style und riefen: „I like your style!“.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-332" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Boot_bunt-808x538.jpg" alt="0.Boot_bunt" width="808" height="538" /></p>
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<p>Niemand fürchtete eine unangenehme Antwort und alle waren wahrlich interessiert. Ich fühlte mich direkt willkommen und genoss es, die Neugier der Menschen zu stillen. Auch wenn ich einen großen Teil in dem Glauben ließ, Trendimporteur zu sein. Noch viel mehr genoss ich, dass ich im Austausch für meine persönliche Geschichte auch eine persönliche Geschichte von ihnen bekam.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-339" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Leerflaschen-808x463.jpg" alt="0.Leerflaschen" width="808" height="463" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-344" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Work_less-808x532.jpg" alt="0.Work_less" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich lernte Flush kennen, der schon sein Leben lang Basketball spielt auf dem Basketballplatz, der das geografische, soziale und emotionale Zentrum der Insel bildet. Dabei war er immer den Drogen und der Kriminalität in Belize aus dem Weg gegangen. Beides ist hier sehr verbreitet und besonders für die Sinn- und Anschluss suchenden Jugendlichen eine verführerische Gefahr.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-331" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bikes_Schoolkids-808x528.jpg" alt="0.Bikes_Schoolkids" width="808" height="528" /></p>
<h3></h3>
<p>Mit 20 Jahren sollte er in eine Drogengang gesteckt werden. Da man dazu nicht einfach „Nein, danke“ sagen kann, entschloss er sich kurz vor’m Gangtattoostechen auszuwandern. Er landete in Österreich und spielte dort 14 Jahre für die Nationalmannschaft Basketball. Dort lernte er deutsch, ein ganz anderes Leben und eine Frau kennen. Als die Ehe in die Brüche ging, kehrte er zurück nach Caye Caulker. Hier unterstützt er heute die Jugend mit seiner Erfahrung mit Basketball und seiner Erfahrung mit einem sicheren, verantwortungsvollen Leben. Als Trainer und als Vorbild. Um sie, genau so wie einst sich selbst, vor der belizianischen Kriminalität zu beschützen. Selbst während eines Spiels wird er nie aggressiv oder laut, was eine große Vorbildwirkung auf die anderen Spieler hat. Flush sagt „Better go to the court than to the court.“</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-328" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Basketball_Actionshot-808x466.jpg" alt="0.Basketball_Actionshot" width="808" height="466" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-335" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Kids_Bike-808x516.jpg" alt="0.Kids_Bike" width="808" height="516" /></p>
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<p>Oder B-J. B-J lebt allein, schon immer. In seiner Eigenbrödlerei hat er seine eigene Kokoseisrezeptur gebraut und sein eigenes Kühlfahrrad gebaut. Er macht täglich frisches Eis aus frischer Kokosnuss, verkauft es dann in den Straßen von Caye Caulker und unterhält sich mit jedem, den er dabei trifft. Alle lieben ihn und sein Eis. Alle kennen ihn und sein Eis. Doch keiner kennt seine Rezeptur. Sein Fahrrad steht immer länger als es fährt. Dabei sprüht er nur so vor guter Laune und Entspanntheit. Die Kraft dafür schöpft er jeden Tag aus seinem Glauben. Bevor er abends einschläft und bevor er morgens aufsteht, liest er immer eine Seite in der Bibel. Er sagt „A perfect day is when I get home, have a nice dinner and read my bible.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-336" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.IceGuy2-808x538.jpg" alt="0.IceGuy2" width="808" height="538" /></p>
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<p>Oder der 14jährige Frank. Mit seinem 12jährigen Bruder ist er allein auf Caye Caulker und verkauft Früchte aus einem Bauchladen. Als ich auf dem Steg sitze und meine Beine ins Wasser pendeln lasse, ärgert Frank mich immer und zieht an meinem grauen Bein. Wie ein Kind es eben tut. Als er mit mir auf dem Steg sitzt, erzählt er von sich, seiner Familie und Verantwortung. Wie ein Erwachsener es tut. Er erzählt uns vom teuren Schulsystem in Belize, das sich seine Familie nicht über die Grundschule hinaus leisten kann, von Freunden, die bereits in seinem Alter Heroin nehmen und von Erwachsenen, die sinnlos Alkohol in sich hineinkippen. Auf Caye Caulker möchte er Geld für seine Familie verdienen, Verantwortung für seinen kleinen Bruder übernehmen und niemals so enden, wie die Erwachsenen an der Bar. Er sagt „Inbetween we always have time to chill at the seaside. We call it chillin’, you know.“</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-333" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Frank_-808x538.jpg" alt="0.Frank" width="808" height="538" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-329" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bike_Belize-808x538.jpg" alt="0.Bike_Belize" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder Amenita, die sich während eines Urlaubs auf Caye Caulker in einen lokalen Fischer verliebt hat und für ihn blieb. Doch wie so der Alltag einkehrte und der Urlaubszauber verflog, verflog auch die Verliebtheit. Sie vergisst immer mehr, warum sie eigentlich da ist. Und was sie denn so mochte – an ihm und an der Insel. Wenn sie sich in die Augen sehen, sieht das traurig aus. So vielversprechend war ihre Zweisamkeit einmal gewesen. Wenn sie sich treffen, ist mindestens einer enttäuscht, weil der andere zu früh, zu spät oder sonstwie falsch kommt. So fröhlich waren ihre Treffen einmal gewesen. Wenn sie miteinander tanzen, sieht es nach Schmerzen aus. So energetisch waren ihre Körper einmal gewesen. Sie sagt „Maybe the vacation is over sooner than I thought.“</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-334" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Hammock_Place-808x538.jpg" alt="0.Hammock_Place" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder Jay, der sich in seiner Jugend am Rande der Kriminalität bewegte. Drogen verzehren, Drogen verkaufen, für Drogen verprügeln. Bis er eines Tages angeschossen wurde – die Kugel flog durch seinen Rücken rein, durch seinen Bauch wieder raus. Die OP war lang und anschließend musste er auch Kompressionstrümpfe tragen! Seine waren beige und beschützten ihn vor Thrombose, als er noch wochenlang im Bett liegen musste.</p>
<p>Die Strümpfe gefielen ihm so gut, dass er seiner Mutter auch ein Paar kaufte. Denn diese hatte immer schwere Beine bei langen Reisen. Und auch sonst entschied er sich, noch mehr Gutes zu tun. Nachdem er wieder fit war, gründete er eine Organisation für die Jugendlichen auf der Insel, um sie vor einer Laufbahn wie die seine zu beschützen. Mit Basketballtraining, Basketballequipment und kleinen Ausflügen. Immer wenn er das gerade nicht plant, sammelt er Spenden. Er sagt „Stockings are even more comfortable than basketball pants.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-349" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Basketball-808x538.jpg" alt="0.Basketball" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Caye Caulker ist eine Insel voller Menschen mit schweren Geschichten. Doch Caye Caulker ist auch eine Insel voller Menschen mit Lebensfreude. Mit Leichtigkeit und Urvertrauen erzählen sie ihre Geschichte auf der Straße, wenn man sie fragt. Mit großer Leidenschaft werfen sie Körbe auf dem Basketballplatz. Mit lauter Stimme singen sie Lieder auf dem Weg zur Müllkippe. Das Leben kann ihnen zusetzen, doch ihnen niemals ihre fröhliche Einstellung nehmen. Genau diese hat sich auch auf meinen Strumpf übertragen. Was ich zuvor anstrengend empfand, möchte ich jetzt gar nicht mehr ausziehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-341" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Steg_-808x538.jpg" alt="0.Steg" width="808" height="538" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dieser Heimatteil von mir</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2014 15:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wehmut kommt vor dem Abflug: Wie das Blinken meines Rauchmelders mir zeigte, wie schön meine Heimat ist. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>‚Blink’ machte der Rauchmelder. Ein rotes ‚Blink’. Das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich lag auf dem Fußboden zwischen Bett und Schrank und machte Dehnübungen.. Dort lag ich schon so oft und machte Dehnübungen. Doch noch nie hatte ich den Rauchmelder blinken sehen. Wenn er das jetzt tut, tut er das aber sicher regelmäßig. In welchem Takt er wohl blinkte. Vielleicht minütlich. Oder öfter. Doch während ich überlegte, waren ja bestimmt schon dreißig Sekunden vergangen. Dann war es vielleicht doch seltener. Ich wartete ab und wollte erst nach dem nächsten Blinken die nächste Übung machen. Ich wusste gerade eh nicht, welche als nächstes. Also war ich über einen unbeteiligten Taktgeber ganz froh.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-272" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_wave.jpg" alt="0_wave" width="800" height="570" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich wartete weiter und wunderte mich. So oft schon lag ich an dieser Stelle mit dem Blick nach oben und nie hatte ich es blinken sehen. Und jetzt liege ich eine der letzten Male an dieser Stelle und entdecke etwas Neues. In einer Woche reise ich ab. One-way-Ticket nach Mexico. Reisen, Kennenlernen, Wundern, Betten teilen, Busse fahren, Leben, Schreiben. Seit den letzten Wochen rückt dieser Zeitpunkt zähl- und fühlbar näher. Und seit diesen letzten Wochen hat sich auch mein Blick verändert. Je näher das Ferne rückt, umso mehr schärft sich mein Blick für das Nahe. Und wie ich so genau hinschaue, entfaltet jedes Detail etwas wundersam Neues.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter  wp-image-273" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Moon.jpg" alt="0_Moon" width="773" height="579" /></p>
<h3></h3>
<p>Ursprünglich konnte es mir bei der Planung der Reise gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten gleich morgen los. Rückflugticket – brauche ich nicht. Arbeit – kündige ich. Habseeligkeiten – vermiete, verschenke, verkaufe ich. Freunde – nehme ich mit, physisch oder seelisch. Auf auf!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-269" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Elbphilharmonie.jpg" alt="0_Elbphilharmonie" width="784" height="588" /></p>
<h3></h3>
<p>So in etwa, nur weniger schnell ging es dann auch. Doch was ich völlig vergaß: Die Gefühle für das Nahe. Am Anfang der Reiseplanung steckt der Kopf in der Ferne. Da will ich hin. Doch um dort hinzukommen, muss der Kopf sich dem Hier und Jetzt widmen und organisieren, informieren, arrangieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dabei stellt er fest: Alles, was ich hier tue, hat ein Ende. Alles, was zuvor Selbstverständlichkeit hatte, hat ein Ende. Im Lieblingssupermarkt den Lieblingskäse kaufen. Vor der Tür die Parkgewohnheiten der Fahrradfahrer in dem eigentlich zu engen Gang analysieren. Im Lieblingspark um die Ecke dem Typ, der immer die Bäume umarmt, hinterherjoggen. Auch den Baum umarmen wollen. Vom Lieblingstrainer mehrmals wöchentlich schmerzhaft angeschrien werden. Ständig überall den Lieblingsnachbar treffen, nur nie vor der Haustür. Mit Lieblingsfreunden doofe schöne Alltagsbesorgungen machen. Morgens im Büro mit der Küchenfee über Flohmarktgeheimtipps austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-267" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Alster_swan-808x520.jpg" alt="0_Alster_swan" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>All das war immer einfach da. Und erst wo es bald nicht mehr einfach da sein wird, merke ich, wie gerne ich es einfach da hatte. Wie ungerne ich es einfach nicht mehr da haben möchte. Eine eigentliche Binse wird mir klar: Man kann tatsächlich nicht alles haben. Die Lieblingsaspekte aus dem Hier bewahren und in die Ferne reisen geht nicht. Um neue Dinge zu tun, muss man auch alte aufgeben. Nur genau diese alten finde ich gerade so wunderschön.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-274" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Harbour_other-side.jpg" alt="0_Harbour_other side" width="800" height="530" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kommen die Tage der letzten Male und die Abschiedsmelancholie tritt ein. Auch wenn ich mir sicher über mein Reisevorhaben bin, möchte der Heimatteil von mir auch bleiben und bewahren. Und den noch einmal sehen. Und die. Und die auch. All die lade ich noch zu einer Feier ein. Einfach so, um alle noch einmal zu sehen und um eine Feier zu machen, was ich schon immer einmal machen wollte. Es ist bewusst keine Abschieds-, sondern eine Freiheitsfeier. So feiere ich die Freiheit mit allen, die ich gern habe und wir tabuisieren allesamt dabei das Thema Abschied. Es ist ein wundervoller Abend voller wunderbarer Menschen und wundersamer Momente, in dem sich zwei Dinge komprimieren, die sich seit Kurzem in mir manifestieren: 1. Es ist so wunderschön hier. 2. Tschüss sagen ist doof. Und dieser Heimatteil von mir möchte noch mehr bleiben und bewahren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-271" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Freiheitsfeier-808x606.jpg" alt="0_Freiheitsfeier" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Gute am morgendlichen Wohnungschaos: Ich kann gleichzeitig sauber machen, ausmisten und einpacken. Verlangsamt durch Melancholie und Partyschläfrigkeit brauche ich ganze drei Tage dafür. Drei Tage voller Orga- und Packkollas und ohne große Emotionen. Vorfreude, Abschiedsschmerz – alles weg. Keine Zeit. Muss packen. Wehmütige Anrufe von Familie und Freunden – keine Zeit. Muss packen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-275" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_HamburgHarbour-808x479.jpg" alt="0_HamburgHarbour" width="808" height="479" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Ende stehe ich Dienstag Abend, 18 Uhr in meiner Wohnung und es klingelt. Danny steht vor der Tür, er wird meine Wohnung behausen. Ich lasse ihn hinein und präsentiere die ausgemistete, geputzte Wohnung als wär es kein Akt gewesen. Ich werfe noch einmal einen Blick in ein paar Ecken, in ein paar Schränke. Als wüsste ich nicht, was dort ist. Dabei weiß ich es gerade so genau, wie nicht einmal beim Einzug. Nur wird es erst einmal der letzte Blick sein. Ein letztes Mal meiner lieben Wohnung tief in die Augen blicken. Keiner kennt sie so gut wie ich. Keiner kennt mich so gut wie sie. Ob Danny auch irgendwann das rote Blinken entdecken wird?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-268" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Besitz.jpg" alt="0_Besitz" width="800" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich verlasse die Wohnung ohne Abzuschließen, Danny schließt die Tür von innen und ich stehe draußen. Die Luft ist frisch und herausfordernd. „Lauf los,! Atme!“, sagt sie. Mein Rucksack auf den Schultern ist jetzt mein neues Zuhause. Ohne mich einmal umzudrehen, trägt er mich durch die Straßen. Plötzlich wird alles real – vorher wusste ich, ich würde gehen. Jetzt spüre ich, ich werde gehen. Die Luft breitet sich in meiner Lunge aus, ich kann kaum genug einatmen. Dort ist so viel Platz, so viel Freiheit. Die Entfernung zur Wohnungstür wird immer größer. Der Rucksack wird immer leichter. Je weiter ich mich entferne, umso schwächer wird die Verbindung. Es fühlt sich an, als würde die Nabelschnur von mir zu meiner Wohnung langsam durchtrennt werden. Mit weiterer Entfernung dehnt sie sich immer mehr aus. Bis die sich schnell schließenden Ubahn-Türen sie durchtrennen. Piiiep – Bum – Abgeschnitten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-276" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Parc_sundown-808x495.jpg" alt="0_Parc_sundown" width="808" height="495" /></p>
<h3></h3>
<p>Die letzte Heimatnacht ist gleichzeitig die erste Freiheitsnacht. Auf dieser Metastation schlafe ich drei Stunden bei einem Freund Zuhause und mir wird klar: Erst in den letzten wenigen Tagen ist mein Zuhause zu meiner tatsächlichen Heimat geworden. Noch nie vorher habe ich es so bewusst wahrgenommen und genossen. Es ist ein tolles Gefühl, denn ich weiß: Genau in diese Heimat kann ich jederzeit zurückkehren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-270" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_ERINNERUNGEN-808x437.jpg" alt="0_ERINNERUNGEN" width="808" height="437" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann geht’s los. Um fünf Uhr morgens stehe ich am Hamburger Flughafen. Schlaftrunken und von allen Habseeligkeiten befreit lasse ich nun alle Seeligkeiten der Heimat hinter mir. Doch ich bin nicht allein, denn ein großes kleines Stück von all der heimatlichen Schönheit habe ich bei mir: Sany. Freundin, Reiseseelenverwandte, Heimatherz. Mehr brauche ich nicht, um heraus zu finden, wann mein Rauchmelder ein zweites Mal blinkt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-266" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/Abflug-808x588.jpg" alt="Abflug" width="808" height="588" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Auf der Mauer, auf der Lauer</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/gedicht-ueber-freunde-in-marokko/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2014 14:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie ein marokkanischer Mauerpoet unseren ersten Streit nach 24 Jahren Freundschaft löste.</p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich ich sagte, meinte ich eigentlich wir. Zumindest bei meinen letzten Geschichten aus Marokko. Wir, das sind Isi und ich. Wir, das sind Freunde aus dem Kindergarten. Mittlerweile nur ein bisschen größer. Wir hatten uns als Kinder zwischendurch einmal verloren und Jahre später wiedergefunden. Da freundeten wir uns ein zweites Mal mit Highspeed an &#8211; ohne zu wissen, dass wir uns schon kannten. Seitdem wissen wir, das würde immer wieder funktionieren. Manchmal gibt es Zeiten, in denen wir lange nicht gesprochen haben, dann rufen wir uns an und trinken beide gerade Fencheltee. Obwohl wir sonst gar nicht gerne Fencheltee trinken. Niemand trinkt gerne Fencheltee. Wir haben so ein Zweieruniversum, das ständig in Balance ist. Bei uns ist eins plus eins nicht zwei, sondern zwei Millionen. Wir sind eine Symbiose aus Harmonie und Hakelei. Isi weiß immer die einfachste Antwort auf meine kniffligsten Sinnfragen. Stellt aber auch immer genau die eine Frage, die ich hoffte, dass sie niemand stellt. Und so war es auch bei unserer gemeinsamen Reise durch Marokko.</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-208" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/1_Strand_vorlesen.jpg" alt="1_Strand_vorlesen" width="800" height="435" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Derek Hynd, surfender Spiritueller und spiritueller Surfer, den wir auf unserer Reise kennengelernt hatten, sagte eines Tages &#8220;I couldn’t ever marry one of you. Because you come in a package.&#8221; Nicht nur, dass wir uns als Einheit fühlten, jeder nahm uns auch als Einheit war. Zum Essen bei Freunden bekamen wir regelmäßig zusammen immer nur ein Glas. Uns wurde immer ein Eine-Person-Schlafplatz gegeben. Wir hatten eine Tasche für uns beide, ein Shampoo und teilten fast immer unser Essen. Und wir hatten einen Namen: Les filles. Wer Isi und wer Lena war, wusste selten jemand. Einmal auch wir selbst nicht, als wir uns versehentlich beim Kennenlernen mit dem Namen der anderen vorstellten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-210" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/3_Isi_allein_Mauer.jpg" alt="3_Isi_allein_Mauer" width="812" height="548" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatten wir uns gestritten. Trotz Pubertät und Erwachsenwerden, Pickel- und Schulproblemen, ersten Alkohol- und Jungserfahrungen, unzähligen geplanten und ungeplanten Reisen. Bis zu diesem einen Moment auf dieser Reise. Wir hockten in einem Haus mitten im marokkanischen Inland fest, wo wir eigentlich gar nicht hocken wollten. Denn wir wollten nicht in einem Haus sein und nicht im Inland. Wir wollten draußen sein und am Meer. Weil wir immer draußen ans Meer wollen. Ein Reisefreund von uns organisierte uns eine Fahrt, wollte aber viel lieber, dass wir noch blieben. Was ja eigentlich reizend ist, aber er ging zu weit. Ich hörte, wie er dem Fahrer sagte, erst später zu kommen. Er log mich an. Das Auto würde länger brauchen. Ich war sauer. Nicht weil das Auto in Wahrheit gar nicht länger brauchen würde. Weil er mir ins Gesicht log. Ich erzählte es Isi. Sie spielte es runter. Sie nahm ihn in Schutz. Sie wurde ja auch nicht angelogen. Das machte mich noch saurer. Ich knallte die Tür. Ich bin Steinbock.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-209" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/2_Bus_shiny.jpg" alt="2_Bus_shiny" width="822" height="617" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz vor Abfahrt konfrontierte ich unseren Lügemann noch mit seiner Lüge, aber er stritt es ab und ich war zu sauer und zu meereshungrig für eine Diskussion. Isi und ich stiegen ein und düsten los. Aber die Stimmung war eine andere. Das kannten wir nicht, dass bei uns die Türen knallen. Ich mag streiten, Isi auch, wir hatten es nur noch nicht zusammen versucht. Wie wir immer über alles redeten, redeten wir auch darüber, klärten und verstanden uns. Trotzdem war die Stimmung noch getrübt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-211" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/4_Tagazhout_view.jpg" alt="4_Tagazhout_view" width="839" height="629" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir am Meer in Taghazout ankamen, quetschen wir uns mit unseren schweren Rucksäcken erst einmal durch die engen Gassen. Schön sind die. Alte Steingassen zwischen alten Steinhäusern, die alle leicht bergab gehen und zum Strand führen. Auch wenn man sich verläuft, kommt man immer hinaus, wo man hin will: Am Meer. Überall lokale Händler, die ihre bunten Waren verkaufen. Stoffe, Tonarbeiten und hübscher Klimbim, mit dem man, zurück von der Reise, nichts mehr anzufangen weiß. Wir konnten widerstehen, unterhielten uns aber hier und da mal mit Händlern, die ihre spärlichen Deutschkenntnisse an uns ausprobieren wollten. Die Gespräche hielten nie lange, also gingen wir in unsere Lieblingsstrandbar: Aftas. Direkt unten an der kleinen Mauer zum Strand saßen wir unter einem Bambusschirm, aßen den besten Avocadoburger Taghazouts und tranken frischgepresste Fruchtsäfte aus riesigen Gläsern. Also eigentlich alles wunderbar. Nur die Vibes waren noch in leichter Schieflage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-215" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Tagazhout_Lena_Jellabah-808x1077.jpg" alt="Tagazhout_Lena_Jellabah" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Neben uns auf der Mauer saß ein junger Marokkaner. Er saß auf der Mauer, als würde er schon lange dort sitzen. In einer gemütlichen, verharrenden Pose, sein Rucksack neben sich und intensiv mit einem Bleistift und einem Block beschäftigt. Ab und an schielte er zu uns rüber, widmete sich aber immer gleich wieder seinem Geschreibsel. Wie boten ihm zwischendurch eine Zigarette an, die er dankend nahm und weiter seinen Block bearbeitete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-212" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/5_Tagazhout_Strand-808x606.jpg" alt="5_Tagazhout_Strand" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kam er zu uns an den Tisch und sagte &#8220;I saw you when you came and I got inspired to write down this poem. It&#8217;s from my favorite poet Cummings and it&#8217;s about friendship.&#8221; Mehr wollte er gar nicht. Er drückte uns seinen Zettel in die Hand und ging wieder zurück auf seine Mauer. Wir lasen das Gedicht, was gar nicht so leicht zu entziffern war. Auf Mauern mit Bleistiften lässt sich nicht so gut schreiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-214" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/7_Poem-808x621.jpg" alt="7_Poem" width="808" height="621" /></p>
<h3></h3>
<p><em>I carry your heart with me,<br />
I carry it in my heart.<br />
I am never without it,<br />
Anywhere I go you go, my dear.<br />
And whatever I do alone by only me<br />
Is you doing my darling.<br />
I fear not fate<br />
For you are my fate, my sweet<br />
I want the world<br />
For beautiful you are, my world, my fate<br />
And it’s you are whatever a moon has<br />
Always meant.<br />
And whatever a sun will always sing is you<br />
Here is the deepest secret nobody knows<br />
Here is the root of the root and the bud of the bud<br />
And the sky of a tree called life<br />
Which grows higher than the soul can hope<br />
Or mind can hide<br />
And this is the wonder that’s keeping the stars apart.</em></p>
<p><em> I carry your heart.<br />
I carry it in my heart.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Gedicht selbst haute uns nicht um, aber das Symbol. Und das Timing. Überwältigt von dem Gespür des jungen Mauerpoeten, schenkten wir ihm alles, was wir zu verschenken hatten – eine halbvolle Schachtel Zigaretten. Isi und ich teilten wieder unsere Burger, unser Glas, nannten uns les filles. Keinen besseren Moment in all unseren 24 Freundschaftsjahren zuvor hätte es gegeben, uns ein solches Freundschaftsgedicht zu schenken. Ein bisschen munkel ich aber immernoch heimlich, dass Isi ihn engagiert hat. Doch sie munkelt dasselbe über mich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-213" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/6_ISI_LENA_DEVILSROCK-808x606.jpg" alt="6_ISI_LENA_DEVILSROCK" width="808" height="606" /></p>
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		<title>Von ungleicher Gleichheit</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 09:51:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Alles was ich wollte, war eine Dusche für ein paar Minuten. Doch ich bekam eine neue Freundin. Für eine halbe Stunde.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Wasser auf der Haut war alles, was ich wollte. Denn in den Bergen gab es nicht einmal einen kleinen Fluss. Dort hatte ich gerade ein paar Tage verbracht, Open Air geschlafen, gegessen, gefroren, geschwitzt, gelebt. Jeder Form von Waschen war ich also aufgeschlossen. Und ein Hamam wollte ich auf meinem Marokkotrip eh einmal ausprobieren. Also fuhren wir ins nächstgelegene Berberörtchen mit Hamam. Schon auf der Straße fielen wir auf. Weiße Frauen fallen auf an Orten, an denen nie weiße Frauen sind.</p>
<h3></h3>
<h3> <img class="alignnone size-large wp-image-182" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Foto-3-1-1600x955.jpg" alt="Foto 3-1" width="720" height="429" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-172" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/1-1600x1682.jpg" alt="1" width="720" height="756" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>Vor dem Hamam empfingen uns nette, sehr traditionell wirkende Berberfrauen. Keine von ihnen sprach eine Sprache, die ich spreche, sodass unser Berberfreund Mohammed der Frau meine Behandlung diktierte: Einmal alles überall abrubbeln, waschen und massieren. Das war zumindest seine Empfehlung. Und ich konnte eh nicht widersprechen. Als ich hineinging, sah ich zum ersten Mal während meiner Reise durch Marokko Frauen, die weniger anhatten, als ich. Nämlich nichts außer einem Slip. Auf den Straßen sieht man sie immer nur bis auf’s Gesicht verhüllt. Erst jetzt stellte ich fest, dass ich von dieser Verhüllung auch gleich auf eine Verklemmtheit geschlossen hatte. Dem war aber gar nicht so. Völlig frei und ungehemmt bewegten sich die Frauen dort in ihrer Nacktheit. Ich freute mich für sie. Es macht mich fröhlich, Menschen mit einem so natürlichen Körpergefühl zu sehen. Und dann noch Menschen, von denen ich es nicht erwartet hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-174" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/3.jpg" alt="3" width="736" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich zog gleich mit ihnen, da kam auch schon meine Hamambehandlungsfrau – und zog sich aus. Genau wie alle anderen starrte auch sie mich an. Ich wollte mit ihr ein paar Worte wechseln. Wenn man sich schon so entblößt gegenüber steht, wollte ich versuchen, zumindest auch ein bisschen unsere Seelen einander zu entblößen. Jedoch verstanden wir uns einfach nicht und sie lief hilfesuchend in die Meute der sich waschenden und abrubbelnden Frauen. Heraus kam sie mit Féfé, einer jungen, wunderhübschen Studentin, die französisch und ein bisschen englisch sprach und mir helfen wollte. Ich war ihr unendlich dankbar, fühlte mich ihr gleich verbunden und schüttete ihr mein Herz aus. Ich konnte kaum aufhören zu reden. Nämlich, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich machen soll, wo ich hin soll und was ich an- und ausziehen soll. Aus lauter Unwissen hatte ich sogar mein Bikinitop angezogen. Dafür lachte sie mich aus und befahl es gleich wieder auszuziehen. Wer war jetzt hier die Verklemmte?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da meine Hamambehandlungsfrau irgendwie wieder verschwunden war, nahm Féfé mich mit in den Steamerraum. Ich setzte mich mit auf ihre Matte, sie gab mir einen Schwamm und zeigte mir, wie ich mich damit abrubbeln sollte. Denn beim Hamam geht es darum, abgestorbene Haut zu entfernen, um wieder schöne, glatte Haut zu haben. Der Schwamm sah zwar eher aus, als würde ich mir fremde, alte Haut auf meine rubbeln, aber ok. In dem Steamerraum saßen unzählige andere marokkanische Frauen, die sich und ihre Kinder voller Elan mit dem Schwamm behandelten. Und dabei mich anstarrten. Ich hatte den Eindruck, sie hatten noch nie eine europäische Frau nackt gesehen. Zudem machten sie sich wahrscheinlich auch lustig über meine laienhafte Abrubbeltechnik und meine absolute Hilflosigkeit.</p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-175" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/2.jpg" alt="2" width="800" height="600" /></h3>
<h3></h3>
<p>Ich behandelte mich also mit dem Schwamm, versuchte dabei auszusehen wie die anderen Frauen und versuchte mich mit Féfé, meiner Heldin, zu unterhalten. Das war gar nicht so leicht, denn ihren englischen und meinen französischen Wortschatz hatten wir bald ausgeschöpft. Viele der anderen Frauen fragten sie nach mir und ließen mir Komplimente übermitteln. Ich denke aber, das war nur, weil sie so was wie mich zum ersten Mal sahen. Als ich gerade nicht mehr wusste, wo ich mich noch abrubbeln soll, kam meine Behandlungsfrau dazu – und räumte erstmal auf: Frische Wassereimer, anderer alter Schwamm, neuer Seifeschleimbrocken. Dann nahm sie den Schwamm in die Hand und begonn mich abzurubbeln. Mit einer Stärke, die ich nicht erwartet hätte, fing sie bei den Füßen an und arbeitete sich bis ins Gesicht vor, wobei sie akribisch darauf achtete, keine Stelle auszulassen. Dabei machte ich einfach alles, was sie befahl. Beine anwinkeln, Arme hoch, auf den Bauch legen. Auch wenn der Boden voll war von abgerubbelten Fremdhautschuppen. Auch wenn ich nicht wusste, wo der Schwamm vorher schon alles war. Ich machte einfach mit, denn ich fühlte mich ihr wahnsinnig ausgeliefert und hatte ein unwohliges Gefühl, ihr zu widersprechen. So bekam ich wenigstens die echte Hamamerfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Also hair wash?“ fragte Féfé. „Yes, everything you say.“ Also bekam ich auch eine Shampoonierung mit einem sehr lieblosen, ziependen Kämmversuch im Anschluss. Jetzt hatte ich nicht nur Hautschuppen, sondern auch viele Haare dagelassen. Ich freute mich schon auf die Massage und hoffte anschließend noch einmal duschen zu können. Féfé und ich hatten uns unterdes so gern gewonnen, dass sie mich massieren wollte. Ich freute mich darüber, denn ich hatte das Gefühl, dass die Massage ein freundschaftliches Symbol war. An unsere verbalen Grenzen waren wir gelangt, aber nicht an die symbolischen. Es war zwar keine sonderlich gute Massage, aber trotzdem die beste, die ich je bekam. Denn mit ihr bekam ich eine neue Freundin. Féfé bat mich draußen zu warten, sodass wir noch Facebookkontakte austauschen konnten. Eine Dusche gab es leider nicht mehr, also ging ich mit all den eigenen und fremden Hautschuppen an mir hinaus und zog mich wieder an. Um mit frischer Luft gegen die Steamerhitze in mir anzukämpfen, ging ich vor die Tür, um dort auf Féfé zu warten. Ich kam gerade heraus, da kam auch schon mein mitreisender Freund Yaniz mit unseren zwei Berberfreunden Mohammed und Aisa angefahren. Ich gesellte mich zu den drei Männern in dem großen Truck. Wir unterhielten uns, hörten Musik und rauchten Zigaretten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann kam Féfé aus dem Hamam. In ihrem marokkanischen Hausanzug und ihrem Kopftuch wirkte sie viel schüchterner als ich sie zuvor kennengelernt hatte. Sie sah mich in meiner westlichen Kleidung, in dem Truck sitzend, locker mit den Männern redend. Sie winkte mir nur verstohlen zu. Ich wollte meine neue Freundin zu meinen alten Freunden gesellen, doch das war nicht möglich. Ich verstand langsam, dass wir niemals Freunde sein können. In dem Hamam, beide nackt, beide befreit von kulturell sichtbaren Einflüssen waren wir einfach zwei Frauen. Zwei gleiche Frauen mit dem gleichen Bedürfnis, sich zu säubern. Vor dem Hamam hatten wir wieder unser Kulturgewand angezogen und waren plötzlich so verschieden, wie wir nur sein konnten. Ich sah, dass auch sie es genau so empfand.</p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-176" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/4.jpg" alt="4" width="800" height="600" /></h3>
<h3></h3>
<p>Weil ich wusste, dass sie nicht zu mir und den Männern kommen konnte und um ihr zu zeigen, dass mir all die Einflüsse um uns herum nichts ausmachten, ging ich zu ihr, an die Tür des Hamams. Ich sprach zu ihr genauso wie ich es noch zwanzig Minuten zuvor getan hatte. Ich berührte sie am Arm. Aber sie konnte es nicht erwidern. Sie ging in die Kassenkabine des Hamams, die Kassiererin war anscheinend eine Freundin von ihr. Eine Freundin, der sie nah sein konnte. Jetzt trennten uns neben einer ganzen Welt auch noch eine Glasscheibe mit Gitter davor. Ich kaufte von der Kassiererin ein Shampoo und einen Lolli, beides schenkte ich Féfé. Auch wenn sie es erst nicht annehmen wollte, freute sie sich. Dann bat ich sie um einen Zettel und schrieb ihr meinen Facebooknamen auf. Auch sie schrieb mir ihren auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen Moment noch stand ich vor dem Auto. Kurz bevor wir fahren wollten, kam Féfé noch einmal zu mir und schenkte mir eine frische Orange zum Abschied. Noch lieber hätte ich sie mitgenommen.</p>
<h3><img class="alignnone size-large wp-image-181" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Foto-2-2-1600x1200.jpg" alt="Foto 2-2" width="720" height="540" /></h3>
<h3></h3>
<p>Als ich Féfé gleich bei der nächsten WiFi-Gelegenheit schreiben wollte, konnte ich sie nicht finden. Erst Wochen später kontaktierte sie mich von ihr aus. In diesem Profil hätte ich sie nie erkannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/9_FB.jpg" alt="9_FB" width="640" height="640" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-178" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/8_FB.jpg" alt="8_FB" width="600" height="400" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-177" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/7_FB.jpg" alt="7_FB" width="720" height="322" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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