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	<title> &#187; Insel</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
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<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
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<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<hr />
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<p>Ich sitze in meinem orangenen <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostelzimmer</a>, es ist gemütlich und überall hängen unsere bunten Handtücher. Von draußen scheint die gelbe Sonne durch den Spalt der braunen Holzfenster. Da möchte ich hin. Ich gehe hinaus auf die Straße in Panamas Karibik: Bocas del Toro. Die Straße ist grau asphaltiert, aber das Leben hier füllt sie mit den buntesten Farben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-858" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hostal_Tungara-808x538.jpg" alt="0.Hostal_Tungara" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Direkt vor unserem Hostel lungern meistens unsere Freunde herum – auch sie sind bunt gemixt. Einige kommen aus Bocas und leben schon ihr ganzes Leben das bunte Bocas Leben, andere kommen aus Panama City, aber verweilen die meiste Zeit hier. Nochmal andere sind ein Mix aus karibischem Vater und innerländischer Mutter. Und manche kommen von ganz woanders aus der Welt, aber haben Panamas Karibik für sich entdeckt. Sie tragen braunes, blondes, korkenziehergelocktes oder gedreadlocktes Haar und sie alle zusammen machen diesen Ort so vielfarbig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-860" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_Green_Laundry-808x538.jpg" alt="0.House_Green_Laundry" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-857" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Group_Globos-808x538.jpg" alt="0.Group_Globos" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Genauso kunterbunt wie die Menschen ist auch der Tag in Panamas Karibik. Wir stehen irgendwann auf. Wann weiß ich nicht, denn auch der Biorythmus ist von den vielen verschiedenen Eindrücken hier durcheinander gebracht. Dann haben wir jede mögliche Frühstücksoption – von dunkelbraunem deutschem Vollkornbrot bis zu weißem Kokosbrot. Johnny Queque nennen es die Bocatoreños liebevoll.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-862" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_green_Window-808x538.jpg" alt="0.House_green_Window" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Danach haben wir unendliche weitere Optionen. Wir entscheiden uns meistens für das azurblaue Wasser und gehen <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">surfen</a>. Ich schlüpfe in meinen rot-rosanen Surfsuite, schnappe mein orange-blaues Surfboard und springe mit meinen genauso farbenfrohen Freundinnen in das blau-gelbe Boot, das uns direkt zur grün-weißen Welle bringt. Die Welle nehmen wir bis sie zweimal grün und zweimal weiß war und reiten sie bis zu den braunen Steinen. Als wir aus dem Wasser ins Boot zurückkrabbeln, haben wir ein paar rote Wunden am Fuß von dem grün-braunem Unterwasser Reef.</p>
<p>Einen Tag bäumt sich genau über uns im Wasser ein Regenbogen auf. Perfekt geformt kommt er aus dem Wasser und endet auf der anderen Seite wieder im Wasser. Es ist ein doppelter Regenbogen und er trägt jede Farbe so klar und intensiv wie ich es noch nie gesehen habe. Sogar Regenbogen sind hier bunter.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-876" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Surf_-808x538.jpg" alt="0.Surf" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehen wir zu unserem kunterbunten <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Spanischunterricht</a>. Ofelina in ihrer blauen Latzhose mit dem pinken-orangenen T-Shirt darunter unterrichtet uns für ein paar Tage, um unser dunkles Straßenspanisch zum Glänzen zu bringen. Jeden Tag machen wir etwas anderes mit ihr und jedes Mal geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Manchmal spielen wir Spiele auf Spanisch mit Tieren und fühlen uns wie Schulkinder. Jeden Tag kehren wir mit Hausaufgaben zurück in unser Hostel. Manchmal führen wir ausgiebige Grammatikdiskussionen und fühlen uns wie Sprachwissenschaftler. Nach einer Woche ist unser Sprachzentrum mit frischgrünem Spanisch und unser Herz mit warmroter Latzhosenfreundschaft aufgeladen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-873" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish-808x538.jpg" alt="0.Spanish" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-872" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish_Board-808x509.jpg" alt="0.Spanish_Board" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Später am Tag stehen wir wieder mit unseren bunt gemixten Freunden auf der Straße und trinken orangene Margarita oder rotes Michelada oder gelbes Bier oder schwarzes Rum-Cola. Mit Mango oder Tomate oder Limette oder Limette. Wir trinken bunt und wir reden bunt – über grüne und weiße Wellen, über blaue und weise Latzhosen, über das Leben. Irgendwann am Abend gehen wir ein Stück die Straße runter in unseren Lieblingsclub. Ein holzfarbenes Gebäude mit einer dunklen Tanzfläche und einigen roten und grünen Lasern. Alles ist schwarz-rot-grün hier drin und der DJ spielt bunt gemixte Musik. Das Konzept heißt ‚Das worauf ich gerade Lust habe’ und so kommt nach Raeggea Salsa und nach Bachata Hip Hop. Aber genau das macht Spaß und passt wunderbar in das bunte Bocas Leben. Du weißt nie, was gleich passiert, aber es wird dich überraschen und ganz sicher eine andere Farbe tragen als das Jetzt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-864" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Barcas_Parking-808x538.jpg" alt="0.Sea_Barcas_Parking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-855" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boats_Colorful-808x538.jpg" alt="0.Boats_Colorful" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Einen anderen Tag laufen wir in eine gelb leuchtende Handleserin. Maria. Von ihr lassen wir uns die Hand lesen und die Karten legen und stundenlang ist unser Bocas irgendwie dunkellila mystisch. Einen anderen Tag radeln wir abends mit bunt gepunkteten Fahrrädern zum Jiu Jitsu Unterricht. In strahlend weißen Schweren Sportanzügen schwitzen und kämpfen wir und unser buntes Bocas ist weiß und klar, technisch und triefend. Einen anderen Tag sind wir zu einer Babyshower eingeladen. Einen Nachmittag lang essen wir Popcorn aus hellblauen Schächtelchen mit weißen Schleifchen. Wir machen Polaroidfotos mit falschen tiefschwarzen Moustaches an Stäben und blau-weißen Kapitänsmützen. Unser Bocas ist durch und durch in babyblau getaucht. Es wird ein Junge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-870" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Windows-808x489.jpg" alt="0.Sea_Windows" width="808" height="489" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-871" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sky__Shine-808x522.jpg" alt="0.Sky__Shine" width="808" height="522" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es da diesen Moment, in dem ich ganz allein auf der Straße stehe, mitten in der rot-orangenen Abenddämmerung. Der graue Rauch meiner Zigarette steigt auf und ich stehe einfach nur dort. Die Luft ist viel klarer und durchsichtiger als sie sonst ist und so auch meine Gedanken. Ich denke über das Hier und Jetzt nach, wieviele Farben der heutige Tag schon wieder trug und wie wunderschön sie alle waren. Genau jetzt trägt Bocas schon wieder eine ganz neues Kleid: Transparenz. Es fühlt sich an, als sei ich die einzige Person hier. Wo sonst immer buntes passiert, ist genau jetzt Leere. Wo sonst immer bunte Freunde umherwuseln, ist genau jetzt Niemand. Für diesen Moment fühle ich mich isoliert vom bunten Bocas Leben. Ich trage transparente Farbe und niemand kann mich sehen. Bis ich verstehe, dass auch dies eine Nuance in Bocas Farbpalette ist. Eine Nuance, die mich am meisten überrascht. Hier möchte ich bleiben, bis wirklich keine Farbe mehr unentdeckt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Habla Ya</a> für das goldene Spanisch.</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostel Tungara</a> für das orangene Zimmer.</p>
<p>Danke <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">Mono Loco </a>für die grünen Wellen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/">Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Happy caribbean Birthday!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 20:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Das beste Geburtstagsgeschenk kann man nicht kaufen und braucht man nicht tragen. Es ist eine innere Einstellung.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wache auf, über mir mein Moskitonetz, neben mir eine Karte. Es ist schön unter einem Moskitonetz aufzuwachen. Die Welt darunter ist weiß und gemütlich und irgendwie eingelegen. Die Welt außerhalb ist zu verschwommen, um wirklich zu existieren. Sie wird erst real, wenn man sich für sie entscheidet und unter dem Netz hervorkriecht. Es ist auch schön neben einer Karte aufzuwachen. Es ist etwa halb neun und meine Mitreisenden Sani und Joelito sind schon ausgeflogen zu ihrem frühen Tauchkurs. Sie haben mir diese Karte hinterlassen, eine selbstgebastelte. Außen rot mit weißen Punkten, innen blau mit eingeklebten bunten Buchstaben. Jeder dritte ist durch Reisestrapazen abgefallen und mit einem Kuli wieder nachgezeichnet: HaPpY BIrtHDaY!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-628" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.KarteI-808x606.jpg" alt="0.KarteI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-634" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.SaniJoelito-808x538.jpg" alt="0.Sani&amp;Joelito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Daneben liegt noch etwas: Eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekse. Alle sind durch Reisestrapazen zerkrümelt. Es ist eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekskrümel. Ich lese die Karte viel zu lange, als man eigentlich dafür braucht. Dann starre ich sie noch etwas an. Sie ist viel hübscher, als ich mir je eine Karte aus einem Backpack hätte vorstellen können. Irgendwann entscheide ich mich für die Außenwelt und krieche unter dem Netz hervor und gleich weiter auf die Terrasse. Hier wartet schon die Karibik auf mich: Sonne, Meer, Palmen und Sandflöhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-615" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bird_Sea-808x538.jpg" alt="0.Bird_Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie ich es in meiner Karibikroutine jeden Morgen tue, krame ich meine Matte heraus und mache eine Yogaklasse. Das ist eh jeden Morgen anders, aber diesen Morgen ganz besonders gut. Atmung und Bewegung sind im mühelosen Einklang, Figuren formen sich wie von selbst und beim Shavasana sinke ich so tief in den Boden, dass ich sogar endlich einmal spüre, wovon mir schon ein paar Ureinwohner Utilas berichtet hatten: Manchmal, wenn sie gerade ganz ruhig auf dem Boden sitzen, spüren sie ein ganz sanftes Erdbeben tief drinnen in der Erde. Es fühlt sich verwirrend an. Da es ein unbekanntes Gefühl ist, versucht mein Gehirn zunächst bekannte Erklärungen zu finden. Ein Hund, der mit ziemlich intensiven Schritten auf der Terrasse umherläuft. Oder jemand, der genau unter mir ziemlich fest an den Terrassenstützen rüttelt. Aber da ist kein Hund und kein Rüttler. Ein bisschen unheimlich und zugleich aufregend so etwas so tief aus der Erde zu spüren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-626" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammock_me-808x538.jpg" alt="0.Hammock_me" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als mir mein Gehirn vortäuscht, dass der Hund immer riesiger wird je näher er auf mich zuläuft, wird es zu verrückt. Ich springe auf und unter die Dusche. Unter der Dusche bin ich auch gerne, fast genauso gerne wie unter’m Netz. Danach stolpere ich raus auf die Straße. Die einzige Straße auf dieser karibischen Insel Utila. Gleich um die Ecke begrüßt mich der ältere, freundliche Mann, der oft dort sitzt: „Hello Princess! Today we got god’s blessing: the wind.“ Und er hat Recht, denn wenn es Wind gibt, gibt es keine Sandflöhe und wenn es keine Sandflöhe gibt, gibt es nichts, dass dir das Karibikfeeling zerstört und dich einfach nur nach einer neuen Haut suchen lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-635" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sea_-808x538.jpg" alt="0.Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach Frühstück muss ich trotzdem suchen und komme dabei an der Tauchschule von Sani und Joelito vorbei. Also schaue ich mal, was die beiden gerade treiben. Als hätten sie auf mich gewartet, kommen sie gerade pitschnass aus dem Wasser und stimmen zum ersten Geburtstagsständchen an. Dreistimmig von Sani, Joelito und Ernesto, dem Tauchlehrer, der egal was er sagt oder singt, immer ein ansteckendes Lachen im Gesicht trägt. Zum Ständchen gibt es eine pitschnasse Umarmung, die in der heißen Karibiksonne genau richtig kommt. Ernesto tauft mich für den heutigen Tag Cumpleañita. Wie es sich fügt, haben sie auch genau jetzt ihre Pause und wir gehen gemeinsam essen. In die Bar mit der großen gemütlichen Terrasse über dem Meer. Meinen Lieblingsplatz auf der Schaukel, Glückwünsche vom mittlerweile befreundeten Barpersonal und ein Gemüseomelett bekomme ich hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-637" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.RehabI-808x606.jpg" alt="0.RehabI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-620" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Sani-808x538.jpg" alt="0.Boat_Sani" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Anschließend schnappen wir unsere Schwimmsachen und düsen mit unserer Lieblingsbootcrew auf unserem Lieblingsboot raus ins karibische Meer. Dieses ist tatsächlich, wie man es sich vorstellt: azurblau, kristallklar und badewannenwarm. Wir ankern mitten im Riff, manche schnorcheln, manche tauchen, manche hängen auf dem Boot rum. Unser Kapitän Foster Cooper, der erst durch uns erfahren hat, dass sein Vor- als auch sein Nachname jeweils der Name einer australischen Biersorte ist, spielt seine Playlist. Dieselbe Playlist wie alle anderen Tage. Dieselbe Playlist, die aus denselben fünf Songs besteht. Zweimal karibischer Reggaeton, zweimal amerikanischer Country und einmal deutsche Charts. Dazu floatet es sich super im Rettungsring hinter dem Boot. Foster und mein Lieblingsspiel ist Mermaid-Catching: Ich sitze im Reifen, er zieht mich mit einem Seil ins Boot, dabei fangen meine Haare soviel Seegras ein, wie es wohl braucht, um zur Meerjungfrau zu mutieren. Beim Seegrasrauspulen stimmen Joelito und seine Gitarre zu noch einem Geburtstagsständchen an. Mitten auf diesem Boot, mitten in diesem karibischen Meer spielt er eine Eigeninterpretation von ‚Happy Birthday’. Alle stimmen mit ein, auch ich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-638" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.jump_Lena_Sani-2-808x538.jpg" alt="0.jump_Lena_Sani 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-616" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Dive_Tanks-808x538.jpg" alt="0.Boat_Dive_Tanks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot zurück zum Steg. Der Sonnenuntergang ist wirklich besonders schön, weil er jede Nuance von pink trägt, weil er über dem karibischen Meer stattfindet und weil er mein Geburtstagssonnenuntergang ist. Am Steg trinken wir kaltes karibisches Bier, das tatsächlich weniger nach Wasser als nach Bier schmeckt. Gerade als wir dieses öffnen, kommen Lilly und Bruce um die Ecke. Ein lokales Paar, mit dem wir drei Tage zuvor die gesamte Weihnachtsnacht am Strand durchgetanzt haben, uns seitdem verbunden fühlen und unbedingt wiedertreffen wollten. Als hätten sie gewusst, dass wir gerade jetzt mit kaltem Bier anstoßen. Das Wiedersehen ist fröhlich, herzlich und voller lustiger bis beschämender Erinnerungen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-619" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_People-808x630.jpg" alt="0.Boat_People" width="808" height="630" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-622" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Chillin_Dock-808x501.jpg" alt="0.Chillin_Dock" width="808" height="501" /></p>
<h3></h3>
<p>Sani, Joelito und Ernesto verschwinden kurz und kommen kurz danach mit einem Kuchen mit Kerze und Ständchen wieder. Man kann nie genug Geburtstagsständchen bekommen. Gleiches gilt für Kuchen, vor allem, wenn es Karottenkuchen von einer lokalen Karottenkuchenkönigin ist. Saftig, mit Nüssen und einem cremigen Icing. Er ist wahnsinnig lecker und so viel mehr als ein Karottenkuchen. Alle gesellen sich darum und wie es sich fügt, gibt es genau ein Stück für jeden, der gerade auf dem Steg ist. Geschirr gibt es nicht und nur ein Bootsmesser, aber in der Hand gematscht schmeckt es noch besser. Niemand scheut sich und alle haben Icing an der Nase kleben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-636" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.TITEL_-808x577.jpg" alt="0.TITEL?" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine große Kerze steckt auf dem Kuchen, als ich sie auspuste, wünsche ich mir, dass einfach alle kommenden Tage in genau so einem Fluss sich fügender Momente verweilen.</p>
<p>Denn dieser Tag war einer, von dem ich mir ein ganzes Leben wünsche. Momente einfach atmen lassen, sie leben, wenn sie da sind, vom einen in den anderen fließen und ab und an mal einen guten Karottenkuchen teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hotel Margarita Bay" href="http://www.tripadvisor.com/Hotel_Review-g292020-d3587959-Reviews-Hotel_Margarita_Bay-Utila_Bay_Islands.html" target="_blank" class="broken_link">Hotel Margarita Bay</a> für das Karibik Zuhause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast du auch schon einmal auf Reisen Geburtstag gefeiert? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tag für Tag</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 00:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Den letzten Tag auf den nächsten Tag zu verschieben, ist immer die richtige Entscheidung!</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tag sollte der Letzte auf Caye Caulker werden. Die Insel, von der wir eigentlich gar nicht weg wollten. Singende Menschen auf Fahrrädern, offene Begegnungen mitten auf der Straße, <a title="Caye Caulker Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">interessante Menschen mit interessanten Lebensgeschichten</a>, Gelassenheit an jeder Ecke und die offizielle Anordnung langsam zu gehen. Nicht nur auf, sondern auch um die Insel gab es viel zu entdecken: Ein beeindruckendes Riff mit lauter wilden Meerestieren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-386" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Go-Slow-808x534.jpg" alt="1.Go Slow" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Diese wollten wir an unserem letzten Tag entdecken und hüpften in ein kleines Boot mit einem kleinen lokalen Meereskenner: Popes. Popes hatte nicht nur viele lockere Sprüche drauf, sondern auch offensichtlich Wasserröntgenaugen. Denn er fuhr im weiten Meer zielstrebig an Stellen, wo sich die Tierchen tummelten. Wir schwommen mit einer Seekuh, die beeindruckend groß und beeindruckend entspannt mal hier, mal da durch’s Wasser gleitete. Ebenso mit Mantarochen, Schildkröten, Barrakudas und etlichen Fischschwärmen. Am intensivsten aber waren für mich die Haie, die ich sogar am Kopf streichelte. Bis dahin dachte ich, man streichelt nur niedliche Tiere. Sie fühlen sich nicht schleimig glatt, wie erwartet, sondern runzelig grobkörnig an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-389" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Island_Magic-808x538.jpg" alt="1.Island_Magic" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später strandeten wir mit all unseren kleinen Begleitern – Boot, Popes, Meeresehrfurcht – auf einer kleinen Insel. Es gab zwei Hunde, einen Lagerfeuerplatz, einen Gaskocher und einen Toilettensitz über dem Meer, der Zivilisation vortäuschte und gleichzeitig auf’s Korn nahm. Ansonsten war die Insel wunderbar einsam. Im Sonnenuntergang fischten und brieten wir unser Abendessen. Wenn es auch etwas absurd war, dass wir die zuvor fasziniert gefundenen Fische nun verspeisten – wir lebten den Robinsontraum für einen Abend.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-388" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Hammock_Sunset-808x538.jpg" alt="1.Hammock_Sunset" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Da die Sonne um sechs Uhr unterging und der Wind uns den ganzen Tag um die Nase geblasen hatte, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren. Es wäre ein toller letzter Tag gewesen – so toll, dass wir noch einen davon wollten. Aus Müdigkeit, aber noch viel mehr aus Abschiedsmelancholie entschieden wir uns, die Fähre sausen zu lassen.</p>
<p>Am nächsten Morgen waren wir froh, dass die Meeresluft-Überdosis uns zum Bleiben bewegt hatte. Wir starteten in den Tag, als würden wir schon ewig auf Caye Caulker wohnen. Wir nahmen unser Omelettfrühstück, füllten die Wasserflaschen am Lieblingswasserspender und taten auch sonst, was wir immer dort taten: Über die Insel streifen, Begegnungen an jeder Ecke haben, schwimmen, wenn wir schwimmen wollen, essen, wenn wir essen wollen. Bis wir am Abend kurz vor den Mücken fliehen müssen – und anschließend wieder losstreifen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-390" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kids_-808x538.jpg" alt="1.Kids" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Gleich beim ersten Schwimmstopp trafen wir auf Ben. Big Ben. Er hatte einen Mantarochen gesichtet und wollte seinen beeindruckenden Meeresfund mit uns teilen. Mit nur einem Schnorchelequipment ausgestattet, streiften wir in Entenformation zu dritt durch’s Wasser auf der Suche nach ihm. Da wir im Wasser eine ziemlich gute Dreierkonstellation abgaben, versuchten wir es anschließend auch an Land und streiften über die Insel. Big Ben konnte uns noch einige unentdeckte Ecken zeigen. Dank unserer vorangegangener Streifzüge klappte das aber auch vice versa. Er fügte sich ohnehin ohne Reibung wunderbar in unseren Streifrhythmus ein – und wir schwommen, wenn wir schwimmen wollten, aßen, wenn wir essen wollten und hatten nette Begegnungen an jeder Ecke.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-394" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Split_Bar-808x538.jpg" alt="1.Split_Bar" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-403" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kiteman-808x538.jpg" alt="1.Kiteman" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Big Ben war selber kein Inselureinwohner, aber vor zwei Jahren nach Caye Caulker gezogen. Er bewohnt ein Haus in der hintersten Ecke der Insel. Es ist großzügig und offen geschnitten. Außer zum Bad gibt es keine Türen und aus jedem Zimmer kann man das Meer sehen. Am Besten geht das jedoch von den Hängematten auf dem Dach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-393" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Sea_Kids-808x534.jpg" alt="1.Sea_Kids" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Bens Leidenschaft sind Kokosnüsse, denn einst heilten sie ihn von Denguefieber, erzählt er uns. Deswegen gibt es in seinem Haus neben einem großen Vorrat an frischen Kokosnüssen Unmengen gekühltes Kokosnusswasser, gefrorenes Kokosnusswasser, den besten Kokosnussöffnungshammer, denn ich je gesehen habe, einen Kokosnussfleischherausdübler, Kokosnusskörpercreme, Kokosnussantimückenöl und leere Schalen überall. In seinem Kokosnusshaus kann Big Ben für sich sein und seine aktuelle Mission verfolgen: Ein Buch schreiben. Wenn er Gesellschaft will geht er einfach auf die Straße. Hier kennt man sich – und Big Ben ist nicht zu übersehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-405" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kokospalme-808x538.jpg" alt="1.Kokospalme" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie wir so streiften, kannte er einige der Inselbewohner, denen wir begegneten. Wir wurden immer gleich als Freunde vorgestellt und warm begrüßt, was uns das Gefühl lokaler Zugehöriger anstatt fremder Besucher gab. Das war ein tolles Gefühl. Gerade auf dieser wunderbaren Insel, auf der man einfach nur bleiben möchte. Es war wie ein Gefühl auf Probe. Einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, tatsächlich zu bleiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-396" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Tattoo-808x538.jpg" alt="1.Tattoo" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Es war ein Dienstag – und auch wenn sich hier nichts nach Alltag anfühlt, trafen wir auf Menschen mitten in ihrer Alltagsroutine. Sie fuhren gerade einkaufen, arbeiteten in ihrem Ladengeschäft, machten Mittagspause, werkelten an ihrem Haus. Doch all das mit tiefer Gelassenheit und einem Sinn für’s Routinebrechen. Sie luden uns zu sich ein, erzählten von sich, zeigten Einblicke in ihr Leben. Es schien, als sei sogar der alltägliche Weg zum Müll hier ein Akt des Genuss’. Auch wenn es alltägliche Notwendigkeiten zu tun gibt, gibt es hier immer einmal mehr Zeit für Entspannung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-401" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown2-808x485.jpg" alt="1.Gang_Sundown2" width="808" height="485" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine Begegnung erzählte uns von den Krokodilen, die kurz vor Sonnenuntergang immer auf die Rollbahn des Mini-Flugplatzes kriechen. Also machten wir an diesem einfachen Dienstag Nachmittag noch eine Expedition zu den Krokodilen. Auch wenn alles klein ist und jeder alles und jeden kennt, gibt es hier immer noch etwas Neues zu entdecken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-400" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown-808x533.jpg" alt="1.Gang_Sundown" width="808" height="533" /></p>
<h3></h3>
<p>Großes Thema war überall die Halloweenfeier, die vor der Tür stand. Alle überlegten an ihrem Kostüm. Auch Big Ben hatte noch keine Idee und der nächste Kostümladen war seemeilenweit entfernt – und hätte eh nicht seine Größe. Also bastelten wir ihm ein Kostüm aus einem Bettlaken, einem Pappkarton – und zwei Kokosnüssen. Er wurde zur Prinzessin Leia. Was am wenig prinzessinnenhaften Big Ben angezogen noch besser als in der Theorie, weil voller Selbstironie, war. Auch wenn es nicht viele Möglichkeiten gibt, gibt es hier immer noch Raum und Fantasie, sich diese selber zu erdenken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-391" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Plane_-808x569.jpg" alt="1.Plane" width="808" height="569" /></p>
<h3></h3>
<p>So flog der Tag vor sich hin, bis wir abends merkten, dass unser letzter Tag genau wie am vorigen letzten Tag plötzlich vorbei ging. Da die Sonne um sechs Uhr unterging und wir so viel gestreift, geschwommen, begegnet waren, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Genau so hätten wir jeden Tag weiter unseren letzten Tag verschieben können. Das Gefühl auf Probe hatte die Probe bestanden. Doch wir hatten einen Anschlussflug gebucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>&#8220;I like your style!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2014 15:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie ich dank meines Kompressionsstrumpfs eine ganze Insel kennenlernte. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gefühlte Ewigkeit und tatsächliche 8 Tage waren wir schon unterwegs. Quer durch Yucatan haben wir viele Menschen gesehen, getroffen, kennengelernt. Tolle, schräge, absurde, langweilige Begegnungen waren das für uns. Für die anderen wahrscheinlich auch – doch am Ende stand allen noch eine Frage im Gesicht: Warum trägt sie diesen Strumpf?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-326" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Burrito-808x538.jpg" alt="0_Burrito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wegen einer kürzlichen OP am linken Bein muss ich zur Regeneration einen Kompressionsstrumpf tragen. Er ist grau, weil ich dachte grau ist in der lateinamerikanischen Sonne ein bisschen weniger heiß als schwarz. Für ein paar Wochen laufe ich also mit einem grauen und einem normalen Bein herum. Das nervt beim Anziehen und sieht etwas schräg aus, ist aber nötig und eigentlich auch egal. Nur zieht es doch stark die Aufmerksamkeit meiner Mitmenschen auf sich. Neugiergetrieben blinzeln Menschen heimlich auf meine Beine, starren, wenn sie sich in sicherer Entfernung befinden oder beraten sich auf schnellem Spanisch über den möglichen Grund meiner Beinbifarbigkeit. Kinder zeigen auf mich und fragen ihre Mutter was da los ist. Doch keiner von ihnen fragte mich. Nirgends nahm sich jemand ein Herz und sprach mich darauf an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-330" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bike_MumKid-808x502.jpg" alt="0.Bike_Mum&amp;Kid" width="808" height="502" /></p>
<h3></h3>
<p>Kompressionsstrümpfe sind in Zentralamerika also anscheinend nicht so verbreitet. Was aufgrund der schlechteren medizinischen Versorgung zwar traurig, aber auch verständlich ist. Aber das war nicht das überraschende für mich. Viel mehr erstaunte mich, dass die Mexikaner schüchterner sind als ich dachte. Denn keiner traute sich zu fragen. Selbst wenn wir schon in einem Gespräch waren. Ich hatte das Gefühl, sie befürchteten, mir zu nahe zu treten, eine zu intime Information von mir zu erfahren und damit nicht umgehen zu können. Das komische graue Bein wurde daher lieber rigoros umgangen. Das fand ich sehr schade, da ich viel lieber Intimitäten als Smalltalk austausche. Das fand ich auch ein kleines Ministück enttäuschend, da ich mir in meiner Unwissenheit mit den Mexikanern offenere und persönlichere Begegnungen gewünscht hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-350" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.LilGirl2-808x538.jpg" alt="0.Lil'Girl2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch das änderte sich schlagartig, als wir nach Caye Caulker fuhren. Schon auf der Schiffhinfahrt erzähle ich meine Beingeschichte drei Mal. Der Kapitän, der Skipper und der belizianische Mitfahrer neben mir fragten mich danach. Gerade auf Caye Caulker angekommen, fuhr der Kapitän an mir vorbei und rief „Ah, the girl with the one-leg-tattoo!“ Und so ging es weiter. Der erste Weg über die Insel und ich hatte schon die drei beliebtesten Zurufe eingesammelt: „What’s wrong with your leg?“, „Is that a full-leg-tattoo?“ und „Come over and tell me about your grey leg!“. Die meisten aber dachten es sei ein neuer aus Europa importierter Style und riefen: „I like your style!“.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-332" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Boot_bunt-808x538.jpg" alt="0.Boot_bunt" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Niemand fürchtete eine unangenehme Antwort und alle waren wahrlich interessiert. Ich fühlte mich direkt willkommen und genoss es, die Neugier der Menschen zu stillen. Auch wenn ich einen großen Teil in dem Glauben ließ, Trendimporteur zu sein. Noch viel mehr genoss ich, dass ich im Austausch für meine persönliche Geschichte auch eine persönliche Geschichte von ihnen bekam.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-339" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Leerflaschen-808x463.jpg" alt="0.Leerflaschen" width="808" height="463" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-344" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Work_less-808x532.jpg" alt="0.Work_less" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich lernte Flush kennen, der schon sein Leben lang Basketball spielt auf dem Basketballplatz, der das geografische, soziale und emotionale Zentrum der Insel bildet. Dabei war er immer den Drogen und der Kriminalität in Belize aus dem Weg gegangen. Beides ist hier sehr verbreitet und besonders für die Sinn- und Anschluss suchenden Jugendlichen eine verführerische Gefahr.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-331" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bikes_Schoolkids-808x528.jpg" alt="0.Bikes_Schoolkids" width="808" height="528" /></p>
<h3></h3>
<p>Mit 20 Jahren sollte er in eine Drogengang gesteckt werden. Da man dazu nicht einfach „Nein, danke“ sagen kann, entschloss er sich kurz vor’m Gangtattoostechen auszuwandern. Er landete in Österreich und spielte dort 14 Jahre für die Nationalmannschaft Basketball. Dort lernte er deutsch, ein ganz anderes Leben und eine Frau kennen. Als die Ehe in die Brüche ging, kehrte er zurück nach Caye Caulker. Hier unterstützt er heute die Jugend mit seiner Erfahrung mit Basketball und seiner Erfahrung mit einem sicheren, verantwortungsvollen Leben. Als Trainer und als Vorbild. Um sie, genau so wie einst sich selbst, vor der belizianischen Kriminalität zu beschützen. Selbst während eines Spiels wird er nie aggressiv oder laut, was eine große Vorbildwirkung auf die anderen Spieler hat. Flush sagt „Better go to the court than to the court.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-328" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Basketball_Actionshot-808x466.jpg" alt="0.Basketball_Actionshot" width="808" height="466" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-335" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Kids_Bike-808x516.jpg" alt="0.Kids_Bike" width="808" height="516" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder B-J. B-J lebt allein, schon immer. In seiner Eigenbrödlerei hat er seine eigene Kokoseisrezeptur gebraut und sein eigenes Kühlfahrrad gebaut. Er macht täglich frisches Eis aus frischer Kokosnuss, verkauft es dann in den Straßen von Caye Caulker und unterhält sich mit jedem, den er dabei trifft. Alle lieben ihn und sein Eis. Alle kennen ihn und sein Eis. Doch keiner kennt seine Rezeptur. Sein Fahrrad steht immer länger als es fährt. Dabei sprüht er nur so vor guter Laune und Entspanntheit. Die Kraft dafür schöpft er jeden Tag aus seinem Glauben. Bevor er abends einschläft und bevor er morgens aufsteht, liest er immer eine Seite in der Bibel. Er sagt „A perfect day is when I get home, have a nice dinner and read my bible.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-336" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.IceGuy2-808x538.jpg" alt="0.IceGuy2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder der 14jährige Frank. Mit seinem 12jährigen Bruder ist er allein auf Caye Caulker und verkauft Früchte aus einem Bauchladen. Als ich auf dem Steg sitze und meine Beine ins Wasser pendeln lasse, ärgert Frank mich immer und zieht an meinem grauen Bein. Wie ein Kind es eben tut. Als er mit mir auf dem Steg sitzt, erzählt er von sich, seiner Familie und Verantwortung. Wie ein Erwachsener es tut. Er erzählt uns vom teuren Schulsystem in Belize, das sich seine Familie nicht über die Grundschule hinaus leisten kann, von Freunden, die bereits in seinem Alter Heroin nehmen und von Erwachsenen, die sinnlos Alkohol in sich hineinkippen. Auf Caye Caulker möchte er Geld für seine Familie verdienen, Verantwortung für seinen kleinen Bruder übernehmen und niemals so enden, wie die Erwachsenen an der Bar. Er sagt „Inbetween we always have time to chill at the seaside. We call it chillin’, you know.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-333" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Frank_-808x538.jpg" alt="0.Frank" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-329" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bike_Belize-808x538.jpg" alt="0.Bike_Belize" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder Amenita, die sich während eines Urlaubs auf Caye Caulker in einen lokalen Fischer verliebt hat und für ihn blieb. Doch wie so der Alltag einkehrte und der Urlaubszauber verflog, verflog auch die Verliebtheit. Sie vergisst immer mehr, warum sie eigentlich da ist. Und was sie denn so mochte – an ihm und an der Insel. Wenn sie sich in die Augen sehen, sieht das traurig aus. So vielversprechend war ihre Zweisamkeit einmal gewesen. Wenn sie sich treffen, ist mindestens einer enttäuscht, weil der andere zu früh, zu spät oder sonstwie falsch kommt. So fröhlich waren ihre Treffen einmal gewesen. Wenn sie miteinander tanzen, sieht es nach Schmerzen aus. So energetisch waren ihre Körper einmal gewesen. Sie sagt „Maybe the vacation is over sooner than I thought.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-334" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Hammock_Place-808x538.jpg" alt="0.Hammock_Place" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder Jay, der sich in seiner Jugend am Rande der Kriminalität bewegte. Drogen verzehren, Drogen verkaufen, für Drogen verprügeln. Bis er eines Tages angeschossen wurde – die Kugel flog durch seinen Rücken rein, durch seinen Bauch wieder raus. Die OP war lang und anschließend musste er auch Kompressionstrümpfe tragen! Seine waren beige und beschützten ihn vor Thrombose, als er noch wochenlang im Bett liegen musste.</p>
<p>Die Strümpfe gefielen ihm so gut, dass er seiner Mutter auch ein Paar kaufte. Denn diese hatte immer schwere Beine bei langen Reisen. Und auch sonst entschied er sich, noch mehr Gutes zu tun. Nachdem er wieder fit war, gründete er eine Organisation für die Jugendlichen auf der Insel, um sie vor einer Laufbahn wie die seine zu beschützen. Mit Basketballtraining, Basketballequipment und kleinen Ausflügen. Immer wenn er das gerade nicht plant, sammelt er Spenden. Er sagt „Stockings are even more comfortable than basketball pants.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-349" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Basketball-808x538.jpg" alt="0.Basketball" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Caye Caulker ist eine Insel voller Menschen mit schweren Geschichten. Doch Caye Caulker ist auch eine Insel voller Menschen mit Lebensfreude. Mit Leichtigkeit und Urvertrauen erzählen sie ihre Geschichte auf der Straße, wenn man sie fragt. Mit großer Leidenschaft werfen sie Körbe auf dem Basketballplatz. Mit lauter Stimme singen sie Lieder auf dem Weg zur Müllkippe. Das Leben kann ihnen zusetzen, doch ihnen niemals ihre fröhliche Einstellung nehmen. Genau diese hat sich auch auf meinen Strumpf übertragen. Was ich zuvor anstrengend empfand, möchte ich jetzt gar nicht mehr ausziehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-341" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Steg_-808x538.jpg" alt="0.Steg" width="808" height="538" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Insel der Moral</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 15:42:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<h4>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben.</h4>
<p>Es gibt kein Muss, kein Müssen, kein Können müssen, kein Machen müssen. Hier nicht. Nicht auf Holbox. Holbox ist die Insel der Regellosigkeit. Du kannst machen, was du willst – aber du kannst eh nicht viel machen. Hauptsache du machst, was du willst. Hauptsache es geht dir gut. Genau in dieser äußerlichen Regellosigkeit ist genug Platz für die einfachsten menschlichen Regeln. Wenn man genau hinguckt, lässt sich das in den kleinsten Situationen beobachten. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-286" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Birds-808x538.jpg" alt="0_Birds" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#1 Das perfekte Leben</h4>
<p>Karen lebt auf Holbox. Dort hat sie ein kleines Apartment gleich am Strand. Morgens steht sie mit der Sonne auf, nimmt ihr Morgenbad im Meer, frühstückt französische Patisserie am Strand. Abends isst sie mit den zur Inselfamilie gewordenen Lokalen frische Tacos von mütterlichen Straßenstränden. Sie liegt am Strand in großen, weißen, weichen Betten mit großen, weißen, schleierhaften Tücherbehängungen. Sie nimmt ihr Abendbad im Meer und freut sich dabei jedesmal wieder über das glamouröse Plankton, das im Mondschein bei Bewegung glitzert. Sogar auf der Haut hinterlässt es glitzernde, meerjungfrauartige Partikel. So sieht Karen auch aus: Fröhlich im Gehtakt wippendes welliges Haar, von innen strahlende Sonnenhaut, offener Blick mit einem Funkeln in der Iris, Wege immer zweimal machend, weil sie vor Entspannung die Hälfte vergisst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-312" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Swings-808x538.jpg" alt="0_Swings" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann zwischen Morgenbad und Abendbad verbringt sie ein paar Stunden am Tag in dem schönsten Hostel der Insel. Vielmehr ein Ort der Hängematten, der Entspannung und der Begegnungen. Dort begrüßt sie Neuankommende und weist sie in das Inseldasein ein: Viel Nichts und alles, was du willst. Sie wird immer wieder neue Vertraute von Reiseseelen und ihren Geschichten. Dadurch kann sie das Inselglockenglück und den Abenteuerdrang vereinen: für sich das Inseldasein pflegen und mit den Reisenden immer wieder in die Welt schweifen.</p>
<p>Über eines zerbricht sich Karens jedoch die ganze Zeit den Kopf: Das perfekte Leben. In welcher Form, an welchem Ort, mit welchen Menschen es zu finden ist. Immer wieder sinniert und diskutiert sie es, fragt andere nach ihren Meinungen und teilt ihre. Das ist bereichernd und füllt so einnige Begegnungen mit guten Gesprächen. Durch all das Grübeln übersieht sie nur eine wichtige Sache: Das Ideal, das sie beschreibt, ist ihr Real. Sie lebt ihr selbst definiertes perfektes Leben, ganz ohne es zu merken.</p>
<p><strong>Suche nicht nach deiner Insel, erkenne sie.</strong></p>
<h3></h3>
<h4><img class="aligncenter size-medium wp-image-285" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Look_Karen-808x538.jpg" alt="0_Beach_Look_Karen" width="808" height="538" /></h4>
<h3></h3>
<h4>#2 Die Möwe Nimmersatt</h4>
<p>Die kleinen Wellen wellten vor sich hin, wie sie es jeden Tag tun. Mal mehr, mal weniger, so wie sie gerade Lust hatten. An diesem Tage hatten sie Lust einen toten Thunfisch anzuspülen. Klein, aber dennoch groß genug, um die gierigen Augen der Möwen anzuziehen. Die Möwe Nimmersatt war zufällig am nächsten, als erstes am Thunfisch und damit selbsternannte Neueigentümerin vom toten Tuna. Überwältigt von ihrem eigenen Glück machte sie sich gleich fröhlich quiekend über den Fisch her.</p>
<h4></h4>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-304" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwenboot2-808x538.jpg" alt="0_Möwenboot2" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p>Die anderen fünf Möwen aus ihrer Strandcrew kamen ähnlich fröhlich quiekend hinzu und wollten auch ein Fischportiönchen abhaben – schließlich war ja genug für alle da. Doch die Möwe Nimmersatt sah das anders. Sie konnte nicht nur fröhlich, sondern auch aggressiv quieken. Jeder Möwenfreund, der auch nur wagte, sich dem Fisch zu nähern, wurde entschieden mit gespitztem Schnabel und gespitzten Flügeln weggequiekt. Sie war schließlich vorher da und der Fisch sollte ganz allein ihrer sein. Dabei würde sie ihn eh niemals allein schaffen. Das wäre ungefähr so, als wenn ein Mensch einen ganzen Hai allein essen würde.</p>
<p>Wie Möwe Nimmersatt so beschäftigt damit war, Fischfleisch zu picken und gleichzeitig Möwenfreunde zu verscheuchen, bekamen die Wellen wieder Lust. Sie bekamen Lust, noch einmal mehr zu werden – und der Möwe zu nehmen, was sie ihr zuvor gaben. ‚Schwapp’ kam eine Welle und nahm den Fisch wieder mit. Und weil ein Mensch auch keinen Hai allein halten könnte, kann eine Möwe auch keinen Thunfisch allein halten. Ein paar Möwenfreunde zusammen aber hätten es gekonnt.</p>
<p><strong>Nur geteilter Fisch ist Fisch, der bleibt. </strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-301" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwe_Fisch-808x538.jpg" alt="0_Möwe_Fisch" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#3 Marias Fahrrad</h4>
<p>Maria lebt in Mexico City und Maria liebt ihr Fahrrad. Als sie sich entschied, auf Reisen nach Südamerika zu gehen, war ihre einzige Sorge, ihr Fahrrad zurück zu lassen. Also entschied sie sich: Das Fahrrad muss mit. Und zwar nicht in ihrem Koffer, sondern unter ihrem Hintern. Anstatt in Chile zu reisen, radelte sie jetzt eben nach Chile. Quer durch Mexico, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und die südamerikanische Westküste. So war zumindest die Idee. Nach einem Monat und Station Eins ‚Quer durch Mexico’ stoppte sie für ein paar Tage auf Holbox. Und blieb. Acht Monate lang bis heute. Seitdem lebt sie in einer Hängematte. Tagsüber trägt sie Fahrradhosen, doch wenn sie losradelt, ist sie in zehn Minuten am Ende der Insel. Und in nochmal zehn am anderen Ende. Seitdem sie das feststellte, steht ihr Fahrrad gleich neben ihrer Hängematte, wird noch immer genauso geliebt, doch nicht geradelt.</p>
<p><strong>Radle um zu erleben, nicht um anzukommen.</strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-313" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Tix1-808x538.jpg" alt="0_Tix" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#4 Schönheit</h4>
<p>Auf Holbox scheint die Sonne täglich, die Flamingos sind rosa und wild, das Meer hat kleine Wellen bei Tag und glitzerndes Plankton bei Nacht. Die Sterne sind klar, der Sand weiß und die Kokosnüsse reif am Baum. Die Bewohner sind fröhlich und die Hängematten gemütlich, an jeder Ecke lädt eine andere zum abhängen ein. Die Bars haben keine Hocker, sondern selbstgebaute Holzschaukeln vor dem Tresen. Oder vor dem Meer. Die ansässigen Mamas machen ihre Tacos frisch und selbst und beraten auch gerne eine halbe Stunde zu jeder Tacovariation. Mit kleinen Stopps auf Sandbänken mitten im Meer kann man von einer Miniinsel auf die andere Miniinsel schwimmen, auf der es unberührte Natur, unbenutzte Holzboote und unschuldige Schwanennester gibt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-307" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Passion_Island-808x538.jpg" alt="0_Passion_Island" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-294" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos5-808x538.jpg" alt="0_Flamingos5" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Holbox ist die Postkarteninsel. Alles sieht so schön aus, dass man es berühren muss, um es wahr zu wissen. Andersherum ist eines kaum sichtbar, dafür fühlbar: Die Mücken. Durch die Nähe der Lagunen, gibt es auf Holbox so viele Mücken wie kaum andernorts. Und durch die süße europäische Bakterienformation auf unserer Haut, mögen uns die Mücken wie kaum jemand anderen. Immer zu Sonnenauf- und untergang überfallen sie mich und meine Freundin Sany in Ultrariesenschwärmen. Zwischendurch in Riesenschwärmen. Kein Abwehrspray, Moskitonetz oder Duschversteck mag helfen  – allein auf dem Rücken zählte ich 24 Stiche. Sanys durchschnittlicher Stichdurchmesser auf den Beinen betrug vier Zentimeter. Gegenseitig waren wir ununterbrochen damit beschäftigt, uns vom Kratzen abzuhalten. Statt partiellem Jucken war es eher ein Ganzkörperschmerz. Gegen die juckenden Schmerzen hätten wir zwischenzeitlich unsere Haut eingetauscht.</p>
<p>Die pure Inselschönheit sahen wir zwar vor uns, aber den puren Mückenschmerz fühlten wir auf uns – und die Macht der Mücken siegte.</p>
<p><strong>Alle Schönheit ist nur so schön, wie sie sich anfühlt.</strong></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-298" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_Sea-808x538.jpg" alt="0_Holbox_Sea" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-299" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_view-808x538.jpg" alt="0_Holbox_view" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#5 Im Schlaf</h4>
<p>Eugenio war für eine Nacht nach Holbox gekommen. Seine schönste Hose und sein schönstes Hemd hatte er eingepackt. Beige-blau mit Ornameten darauf. Er wollte auf dem kleinen Festival, das dieses Wochenende stattfand, trinken, tanzen, feiern. Dafür gesellte er sich für eine Nacht in unseren Bungalow. Seine Haare waren an den Seiten rasiert und oben gegelt. Er war groß und breit, doch seine Gestik klein und fein. Er setzte sich gerne nur auf die Ecke des Stuhls. Aus dem grob geformten Mund kamen sensibel gewählte Worte. Seine Stimme kam hoch und sanft aus dem eigentlichen Bariton-Klangkörper. Mit seinen groben Händen und den sauberen Nägeln wank er gerne mit kurzen fingerkrümmenden Bewegungen. Auch wenn er eigentlich in Sprechdistanz war.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-284" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed2-808x514.jpg" alt="0_Beach_Bed2" width="808" height="514" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann nachts wachte ich von lautem Schnarchen und lautem Handyklingeln auf. Die Festivalnacht hatte Eugenio ausgeknockt. Er lag mit längs gegelten Haaren und quer gestreifter Unterhose in seinem Bett und sein Schlaf machte ihn zu einem anderen Menschen. In erster Schlaftrunkenheit dachte ich noch jemand anderes hätte Eugenios Bett gekapert. Grobschlichtig nahm er nicht mehr nur die Stuhlkante, sondern jetzt das gesamte Bett und gefühlt alles darüber hinaus ein. Auf dem Rücken liegend und alles von sich gestreckt kam sein Bariton nun zu voller Geltung. Es war tatsächlich Eugenio, der sich laut und tief mit seinem Handy einen raumfüllenden Wettkampf lieferte. Die sensible Sanftheit des Tages war nur noch in dem akribisch zusammengefalteten Hemd neben dem Bett sichtbar.</p>
<p>Ich fühlte mich im Zimmerinteresse handelnd, als ich versuchte Eugenio zu wecken – mit sanftem Schütteln bis zu grobem Rütteln. Doch alle Reaktion war ein plötzlicher schneller Ausschlag seines Ellenbogens, der knapp an meinem Gesicht vorbeiging. Nichts war zu machen, Eugenio hatte keine Antennen in seinem ausgeprägt männlichen Schlaf. Also nahm ich selbst sein Kissen unter seinem Kopf, denn da war sein durchgängig leutendes Handy drin, und schaltete es aus. Für das Schnarchen gab es leider keinen Knopf. Als er am nächsten Tag mit seinem Täschchen in der Elle auf dem Rückweg an uns vorbeifuhr, wank er uns wieder fingerkrümmend mit geneigtem Kopf zu. Er wusste nicht, dass wir wussten, dass er so eigentlich nicht winkt.</p>
<p><strong>Bleib du selbst – und wenn nicht, dann schlafe lieber alleine. </strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-291" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Bar_Swings3-808x432.jpg" alt="0_Bar_Swings3" width="808" height="432" /></p>
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<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-309" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Sea_Couple-808x538.jpg" alt="0_Sea_Couple" width="808" height="538" /><br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-297" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Hammock-808x538.jpg" alt="0_Hammock" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-290" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed-808x411.jpg" alt="0_Beach_Bed" width="808" height="411" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-315" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos6-808x538.jpg" alt="0_Flamingos6" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-287" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Coconut-808x538.jpg" alt="0_Coconut" width="808" height="538" /></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/holbox-die-insel-der-moral/">Die Insel der Moral</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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