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	<title> &#187; Meer</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
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<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
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<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<hr />
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<p>Ich sitze in meinem orangenen <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostelzimmer</a>, es ist gemütlich und überall hängen unsere bunten Handtücher. Von draußen scheint die gelbe Sonne durch den Spalt der braunen Holzfenster. Da möchte ich hin. Ich gehe hinaus auf die Straße in Panamas Karibik: Bocas del Toro. Die Straße ist grau asphaltiert, aber das Leben hier füllt sie mit den buntesten Farben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-858" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hostal_Tungara-808x538.jpg" alt="0.Hostal_Tungara" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Direkt vor unserem Hostel lungern meistens unsere Freunde herum – auch sie sind bunt gemixt. Einige kommen aus Bocas und leben schon ihr ganzes Leben das bunte Bocas Leben, andere kommen aus Panama City, aber verweilen die meiste Zeit hier. Nochmal andere sind ein Mix aus karibischem Vater und innerländischer Mutter. Und manche kommen von ganz woanders aus der Welt, aber haben Panamas Karibik für sich entdeckt. Sie tragen braunes, blondes, korkenziehergelocktes oder gedreadlocktes Haar und sie alle zusammen machen diesen Ort so vielfarbig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-860" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_Green_Laundry-808x538.jpg" alt="0.House_Green_Laundry" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-857" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Group_Globos-808x538.jpg" alt="0.Group_Globos" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Genauso kunterbunt wie die Menschen ist auch der Tag in Panamas Karibik. Wir stehen irgendwann auf. Wann weiß ich nicht, denn auch der Biorythmus ist von den vielen verschiedenen Eindrücken hier durcheinander gebracht. Dann haben wir jede mögliche Frühstücksoption – von dunkelbraunem deutschem Vollkornbrot bis zu weißem Kokosbrot. Johnny Queque nennen es die Bocatoreños liebevoll.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-862" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_green_Window-808x538.jpg" alt="0.House_green_Window" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Danach haben wir unendliche weitere Optionen. Wir entscheiden uns meistens für das azurblaue Wasser und gehen <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">surfen</a>. Ich schlüpfe in meinen rot-rosanen Surfsuite, schnappe mein orange-blaues Surfboard und springe mit meinen genauso farbenfrohen Freundinnen in das blau-gelbe Boot, das uns direkt zur grün-weißen Welle bringt. Die Welle nehmen wir bis sie zweimal grün und zweimal weiß war und reiten sie bis zu den braunen Steinen. Als wir aus dem Wasser ins Boot zurückkrabbeln, haben wir ein paar rote Wunden am Fuß von dem grün-braunem Unterwasser Reef.</p>
<p>Einen Tag bäumt sich genau über uns im Wasser ein Regenbogen auf. Perfekt geformt kommt er aus dem Wasser und endet auf der anderen Seite wieder im Wasser. Es ist ein doppelter Regenbogen und er trägt jede Farbe so klar und intensiv wie ich es noch nie gesehen habe. Sogar Regenbogen sind hier bunter.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-876" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Surf_-808x538.jpg" alt="0.Surf" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehen wir zu unserem kunterbunten <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Spanischunterricht</a>. Ofelina in ihrer blauen Latzhose mit dem pinken-orangenen T-Shirt darunter unterrichtet uns für ein paar Tage, um unser dunkles Straßenspanisch zum Glänzen zu bringen. Jeden Tag machen wir etwas anderes mit ihr und jedes Mal geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Manchmal spielen wir Spiele auf Spanisch mit Tieren und fühlen uns wie Schulkinder. Jeden Tag kehren wir mit Hausaufgaben zurück in unser Hostel. Manchmal führen wir ausgiebige Grammatikdiskussionen und fühlen uns wie Sprachwissenschaftler. Nach einer Woche ist unser Sprachzentrum mit frischgrünem Spanisch und unser Herz mit warmroter Latzhosenfreundschaft aufgeladen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-873" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish-808x538.jpg" alt="0.Spanish" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-872" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish_Board-808x509.jpg" alt="0.Spanish_Board" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Später am Tag stehen wir wieder mit unseren bunt gemixten Freunden auf der Straße und trinken orangene Margarita oder rotes Michelada oder gelbes Bier oder schwarzes Rum-Cola. Mit Mango oder Tomate oder Limette oder Limette. Wir trinken bunt und wir reden bunt – über grüne und weiße Wellen, über blaue und weise Latzhosen, über das Leben. Irgendwann am Abend gehen wir ein Stück die Straße runter in unseren Lieblingsclub. Ein holzfarbenes Gebäude mit einer dunklen Tanzfläche und einigen roten und grünen Lasern. Alles ist schwarz-rot-grün hier drin und der DJ spielt bunt gemixte Musik. Das Konzept heißt ‚Das worauf ich gerade Lust habe’ und so kommt nach Raeggea Salsa und nach Bachata Hip Hop. Aber genau das macht Spaß und passt wunderbar in das bunte Bocas Leben. Du weißt nie, was gleich passiert, aber es wird dich überraschen und ganz sicher eine andere Farbe tragen als das Jetzt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-864" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Barcas_Parking-808x538.jpg" alt="0.Sea_Barcas_Parking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-855" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boats_Colorful-808x538.jpg" alt="0.Boats_Colorful" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Einen anderen Tag laufen wir in eine gelb leuchtende Handleserin. Maria. Von ihr lassen wir uns die Hand lesen und die Karten legen und stundenlang ist unser Bocas irgendwie dunkellila mystisch. Einen anderen Tag radeln wir abends mit bunt gepunkteten Fahrrädern zum Jiu Jitsu Unterricht. In strahlend weißen Schweren Sportanzügen schwitzen und kämpfen wir und unser buntes Bocas ist weiß und klar, technisch und triefend. Einen anderen Tag sind wir zu einer Babyshower eingeladen. Einen Nachmittag lang essen wir Popcorn aus hellblauen Schächtelchen mit weißen Schleifchen. Wir machen Polaroidfotos mit falschen tiefschwarzen Moustaches an Stäben und blau-weißen Kapitänsmützen. Unser Bocas ist durch und durch in babyblau getaucht. Es wird ein Junge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-870" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Windows-808x489.jpg" alt="0.Sea_Windows" width="808" height="489" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-871" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sky__Shine-808x522.jpg" alt="0.Sky__Shine" width="808" height="522" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es da diesen Moment, in dem ich ganz allein auf der Straße stehe, mitten in der rot-orangenen Abenddämmerung. Der graue Rauch meiner Zigarette steigt auf und ich stehe einfach nur dort. Die Luft ist viel klarer und durchsichtiger als sie sonst ist und so auch meine Gedanken. Ich denke über das Hier und Jetzt nach, wieviele Farben der heutige Tag schon wieder trug und wie wunderschön sie alle waren. Genau jetzt trägt Bocas schon wieder eine ganz neues Kleid: Transparenz. Es fühlt sich an, als sei ich die einzige Person hier. Wo sonst immer buntes passiert, ist genau jetzt Leere. Wo sonst immer bunte Freunde umherwuseln, ist genau jetzt Niemand. Für diesen Moment fühle ich mich isoliert vom bunten Bocas Leben. Ich trage transparente Farbe und niemand kann mich sehen. Bis ich verstehe, dass auch dies eine Nuance in Bocas Farbpalette ist. Eine Nuance, die mich am meisten überrascht. Hier möchte ich bleiben, bis wirklich keine Farbe mehr unentdeckt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Habla Ya</a> für das goldene Spanisch.</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostel Tungara</a> für das orangene Zimmer.</p>
<p>Danke <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">Mono Loco </a>für die grünen Wellen.</p>
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		<title>Surfen ist für alle da</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 19:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir sitzen auf einem Motorboot. Es fährt so schnell, dass es so laut ist, dass man sich nicht unterhalten kann. Dabei reden die anderen sonst eigentlich immer ziemlich viel. Wir sind Sani, Lea und ich, die schon seit einiger Zeit gemeinsam Nicaraguas Westküste rauf- und runtersurfen. Wir sitzen zu dritt auf dem Boot, mit dem fast gleichen Surfsuite und mit acht anderen Surfern. Die definitiv alle besser englisch und besser surfen können als wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/16_beach_boat/" rel="attachment wp-att-794"><img class="aligncenter size-medium wp-image-794" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/16_Beach_Boat-808x538.jpg" alt="16_Beach_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Wir fühlen uns wie die kleinen Cousinen in diesem Wolfpack. Zu Besuch beim großen Onkel und den Cousins. Wir werden mehrmals täglich bekocht und danach ins Boot geladen, das die Cousins dann mit uns drin ins Wasser lassen. Auf dem Surfboard werden wir beraten und assistiert, beim Wellen reiten fotografiert und bejubelt und anschließend mit einem kühlen Drink empfangen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/13_boat-2/" rel="attachment wp-att-795"><img class="aligncenter size-medium wp-image-795" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/13_Boat-808x538.jpeg" alt="13_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Abends nach unserem großen Familiendiner spielen wir gerne ein Spiel mit amerikanischen Slangwörtern, von denen wir die Hälfte nicht verstehen. Doch unsere Cousins haben einen Heidenspaß dabei, sie uns zu erklären. Der Spaß beruht aber wohl nicht im Erklären, sondern in der Vulgarität der Wörter. Cousins eben. Wir spielen Billard und hauen uns brüderlich, wenn einer gewinnt. An der Wand hängen eingerahmte Bilder von Wellen wie Familienmitglieder. Onkel Greg kann von jeder den Charakter beschreiben. Wir sind wie eine große Familie und wir fühlen uns hier einfach nur wohl. Onkel Greg will nur, dass alle eine gute Zeit haben. Und die haben wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-group/" rel="attachment wp-att-766"><img class="aligncenter size-medium wp-image-766" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Group_-808x567.jpg" alt="0.Group" width="808" height="567" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Das Boot hüpft ordentlich über die Wellen, die Haare wehen im starken Fahrtwind und immer wieder spritzt kühlendes Meerwasser ins Boot. Die Wildwasserfahrt endet an einer von Nicaraguas schönsten Wellen. Der Strand ist unberührt und menschenleer mit palmgrünen Palmen und sandfarbenen Sand. Unser Boot lassen die Jungs einfach auf den Strand laufen, schließlich gibt es niemanden, der sich daran stören würde. Wir schnappen unsere Bretter und paddeln in die Wellen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-diner_gregmatt/" rel="attachment wp-att-764"><img class="aligncenter size-medium wp-image-764" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Diner_GregMatt-808x538.jpg" alt="0.Diner_Greg&amp;Matt" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/12_dinner/" rel="attachment wp-att-778"><img class="aligncenter size-medium wp-image-778" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/12_Dinner-808x538.jpg" alt="12_Dinner" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Da ist für jeden eine dabei. Manche kommen groß wie ganze Wände angerollt. Über die freuen sich besonders Jared und Sean. Cousin Jared ist eigentlich Surflehrer etwas weiter im Süden Nicaraguas, aber besucht gerade Onkel Greg. Er wollte eigentlich nur für ein paar Tage kommen, jetzt ist er schon seit ein paar Wochen da und surft jeden Tag mit Onkel Greg. Zwischen den Wandwellen kommt er immer wieder mit seinem Board und einigen hilfreichen Tipps zu uns gepaddelt. Wenn wir dank ihm dann die Welle noch schöner nehmen, hat er noch mehr Spaß. Cousin Sean verbringt einfach alle Zeit, die er kann in Nicaragua zum Surfen. Wenn er zwischendurch mal nach Hause in die USA fährt, kommt er immer wieder schnell zurück und fragt sich, warum er diesen Ort eigentlich verlassen hatte. Das Surfen macht ihm einfach zu viel Spaß – und das schon sehr lange. 1996 hatte er ein Bild von sich im Surfers Magazine. Eine ganze Doppelseite. Hochglanz. Das ist sowas wie ein Ritterschlag und Heiligenschein gleichzeitig für einen Surfer.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/1_jared_surf/" rel="attachment wp-att-770"><img class="aligncenter size-medium wp-image-770" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/1_Jared_Surf-808x538.jpg" alt="1_Jared_Surf" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/4_matt_surf/" rel="attachment wp-att-772"><img class="aligncenter size-medium wp-image-772" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/4_Matt_Surf-808x536.jpg" alt="4_Matt_Surf" width="808" height="536" /></a></h3>
<h3></h3>
<p>Ab und an kommen mittelgroßen Wellen, die besonders wild sind. Sie spritzen viel Weißwasser auf und manchmal kommt noch eine zweite gleich dahinter. Über die freuen sich Cousin Keith und Cousin Matt besonders. Sie haben kleine wendige Bretter, um besonders viele Flips und Tricks zu machen. Sie springen über die Wellen, spielen mit ihnen und haben einfach Spaß. Manchmal so doll, dass sie sich zwischendurch vom Salzwasserschlucken übergeben müssen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/2_keith/" rel="attachment wp-att-771"><img class="aligncenter size-medium wp-image-771" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/2_Keith-808x538.jpg" alt="2_Keith" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/7_shawn_-surf/" rel="attachment wp-att-775"><img class="aligncenter size-medium wp-image-775" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/7_Shawn_-Surf-808x538.jpg" alt="7_Shawn_ Surf" width="808" height="538" /></a></h3>
<p>Onkel Greg freut sich über ganz sanfte Wellen, die langsam, aber sicher hineingerollt kommen. Er hat ein großes Longboard, mit dem er besonders einfach die Welle nimmt und dann langsam und lässig auf ihr gleitet. Dann macht er Quatsch auf seinem Longboard – vom hinteren ans vordere Ende laufen, sich im Kreis drehen, einen Kopfstand machen oder das Board falsch herum nehmen und beim Aufstehen drehen. Besonders viel Spaß aber hat er dabei, seinen Hund Luke auf’s Surfbrett zu setzen und in die Welle zu schubsen. Er sagt ‚My only job is to get people surfing’. And dogs.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-lukeii/" rel="attachment wp-att-767"><img class="aligncenter size-medium wp-image-767" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LukeII-808x538.jpg" alt="0.LukeII" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Cousin Shawn kommt aus Kanadas Inland und stand vor vier Tagen das erste Mal auf einem Surfboard. Er hat einfach Spaß an jeder Welle, die er bekommt – ob groß, klein, wild oder sanft. Die meisten davon nimmt er auf dem Bauch liegend, manchmal schafft er es auf die Knie. Dann freuen sich alle mit ihm und ein Jubelschrei geht durch das Wasser.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/6_shawn-canada/" rel="attachment wp-att-774"><img class="aligncenter size-medium wp-image-774" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/6_Shawn-Canada-808x538.jpg" alt="6_Shawn Canada" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>So unterschiedlich wir auch alle sind – in Wellenpräferenz, Surfstil und Profigrad – wir sind eine große Surferfamilie. Jeder hat Spaß im Wasser und jeder hat Spaß am Spaß des anderen. Egal wie es aussieht, wie gut man ist oder wie sehr man sich verbessert, die Emotion wird immer die gleiche gute Emotion sein: Spaß! Und das ist auch das wichtigste. Denn der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Surf Tours Nicaragua" href="http://surftoursnicaragua.com/" target="_blank">Surf Tours Nicaragua</a> für diesen Spaß.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/19_group/" rel="attachment wp-att-792"><img class="aligncenter size-medium wp-image-792" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/19_Group-808x656.jpeg" alt="19_Group" width="808" height="656" /></a></h3>
<p>&nbsp;</p>
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<p><strong>Was hälst du vom Surfen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Ein Ort voller Leere</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2015 16:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Portugal]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wer Einsamkeit sucht, findet sie hier. Wer sie nicht sucht, auch. Armaçao de Pera ist die schönste aller Einsamkeiten.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Wer Einsamkeit sucht, findet sie hier. Wer sie nicht sucht, auch. Armaçao de Pera ist die schönste aller Einsamkeiten.</p>
<hr />
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<p>Das flip-flop-flip-flop meiner Schritte war dieses Mal besonders laut. Es gab kaum ein anderes Geräusch, um mein aufdringliches Gehgeräusch zu übertönen. Es kam mir wahnsinning penetrant vor. Zu penetrant für diesen ruhigen Ort. Ich flip-flopte durch die Straßen von Armação de Pera. Ein kleines, hübsches, unschuldiges Örtchen an der portugiesischen Algarve, in dem es kaum einen anderen Flip-Flopper gab. Nicht weil die Menschen hier dem Schuhwerk abgeneigt sind, sondern weil die Menschen hier der Straße abgeneigt sind. Oder weil es sie gar nicht gibt, da bin ich mir bis heute nicht sicher.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-704" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/1_gelbesHaus-808x704.jpg" alt="1_gelbesHaus" width="808" height="704" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-707" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/4_BlickBalkon-808x465.jpg" alt="4_BlickBalkon" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Ort ist bestückt mit großen Bauten voller wunderbarer Wohnungen mit großen Terassen und Meerblick. Bauten, die so einige Menschen unterbringen könnten. Jedoch so unbelebt wie Geisterhäuser wirken. Die Rolläden aller Fenster aller Häuser sind geschlossen. Türen scheinen sich niemals zu öffnen. Wenn irgendwo Wäsche hängt, hängt sie dort wahrscheinlich seit Jahrzehnten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-705" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/2_Häuserfront-808x606.jpg" alt="2_Häuserfront" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Den Pflastersteinen in den Gassen werden Tritte verwehrt. Es gibt Wege am Meer, die von den Büschen, nicht von den Menschen erobert wurden. Die schönsten Plätze existieren, damit sich niemals jemand auf ihnen niederlässt. Der perfekte Ausblick ist da, um nicht gesehen zu werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-709" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/6_Wäsche-808x606.jpg" alt="6_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor lauter Ruhe vergisst der Ort, dass Wasser Geräusche macht. Mitten in der Stadt ist ein Kreisel mit Springbrunnen, der vom Obergeist der Stadt nur an besonderen Tagen angestellt wird. Wenn er läuft, macht auch dieser kaum einen Klang. Nur wenn man ganz genau hinhört, hört man ein leises Rauschen und Spritzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-714" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/10_Graffitihaus-808x606.jpg" alt="10_Graffitihaus" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Rund um den Ort sind traumhafte Strände mit weißem Sand, wildem Wasser, verborgenen Steinhöhlen und keinen Menschen. Dabei kenne ich auf Anhieb drei, die diese Strände nie wieder verlassen wollen würden.</p>
<p>Bei all dem ist Armaçao de Pera aber kein trauriger Ort. Im Gegenteil – er ist gefüllt mit Leere und Leichtigkeit. An jeder Ecke liegt eine entspannte, wohlige Stimmung in der Luft. Eine Stimmung, die von niemandem gestört wird, die auch ganz sicher am nächsten Tag noch dort sein wird und die jedem zum Innehalten einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-722" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/17_BlueHouse-808x606.jpg" alt="17_BlueHouse" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-703" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0_TITELIMG_2299-808x460.jpg" alt="0_TITELIMG_2299" width="808" height="460" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles ist bereit. Stühle, die gepolstert und belehnt zum Sitzen einladen. Bänke, die besser nicht ausgerichtet sein könnten. Schattenspender, an genau der Stelle, wo die Sonne richtig knallt. Frischer Duft von Galão und Eiergebäck liegt in der Luft. Wenn Markt ist, trägt Armaçao die buntesten Farben all der frischen Früchte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-724" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/19_restaurant-808x614.jpg" alt="19_restaurant" width="808" height="614" /></p>
<h3></h3>
<p>Hier und da findet man mal jemand, wenn der Galão besonders gut ist oder die Früchte besonders frisch. Doch dann wird auch nur genossen – kein Reden über das Nötigste hinaus, kein Bewegen über das Nötigste hinaus. Und trotzdem voller Freundlichkeit und Fröhlichkeit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-727" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/22_Café-808x534.jpg" alt="22_Café" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-731" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/26_Mann-808x606.jpg" alt="26_Mann" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Und wenn man dann mal mit jemandem spricht, dann ist dieser Armaçao in Persona: Ruhig, entspannt und gastfreundlich. Genau wie die alte Dame Atalia, die als einzige auf ihrem Balkon in einem Hochaus voller Balkons stand, von meinem Fotografieren angetan war und mich bat, ein Bild von ihr zu machen. Obwohl mein Portugiesisch auf’s Minimalste begrenzt ist, hielten wir auf wundersame Weise einen netten Plausch. Sie sagte, sie genieße die Ruhe und die gute Luft auf ihrem Balkon. Anschließend diktierte sie mir ihre Adresse und ich schickte ihr nach meiner Rückkehr das Bild.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-730" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/25_Emilia-808x628.jpg" alt="25_Emilia" width="808" height="628" /></p>
<h3></h3>
<p>Armaçao de Pera ist ein Ort voller Leere und gleichzeitig voller Lebenskraft. Ein Ort, der Lebendigkeit in sich trägt. Nämlich ein Ort, an dem du erkennst, wo das wahre Leben stattfindet: In dir selbst.</p>
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<hr />
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<p><strong>Warst du auch schon einmal an der Algarve? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Dann weißt du</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 20:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wo ist die Toilette? Und wo gibt’s Wasser? Gestern wusstest du noch ganz genau, wo die Toilette ist. Sogar wo die sauberste ist. Gestern wusstest du auch noch ganz genau, wo es Wasser gibt und dazu noch deinen liebsten Müsliriegel. Jetzt bist du gerade am Playa Gigante angekommen und schon wieder ist alles neu. Obwohl es hier gar nicht so anders aussieht – ein Einstraßenörtchen direkt am Strand, ein paar entspannte Surfer, ein paar entspannte Surfer Lookalikes und keine Uhren – fühlt sich trotzdem alles fremd an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-649" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Beach_People-808x538.jpg" alt="0.Beach_People" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle Menschen in diesem Ort wirken in deinen Neulingsaugen wie langjährige beste Freunde. Jeder scheint jeden zu kennen und jeder scheint sich hier besser auszukennen als du. Bevor du aber jemanden kennenlernst, möchtest du erst einmal deine Grundversorgung in Einklang bringen. Toilette, Durst, Hunger. Also fragst du dich einfach durch. Den, der gerade auf dem Terassensofa entspannt, fragst du nach der Toilette. Auf dem Weg dahin, entdeckst du dann auch selber die Schilder. Die waren vorher irgendwie nicht da. Den Typ im Nachbarzimmer fragst du nach der nächsten Pupleria, um Wasser zu kaufen. Den nächsten Menschen, der dir auf der Straße begegnet, fragst du nach seinem lokalen Lieblingsrestaurant und probierst es dann einfach aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-655" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Restaurant sitzen alle anderen Gäste gemeinsam an der Bar, sind anscheinend extrem gut mit dem Besitzer befreundet und bestellen alle ohne Menükarte, sondern mit &#8220;Das Gleiche wie immer!“ Du brauchst aber eine Menükarte, liest sie ausgiebig und hast dann dennoch Fragen zu den einzelnen Gerichten. „Ist es mit Reis oder ohne? Kann ich es auch ohne haben?“ „Si, si, claro!“ Dann kommt es doch mit Reis, aber du nimmst es einfach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-646" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bar_Jose-808x432.jpg" alt="0.Bar_Jose" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehst du in die Bar von deinem Hostel. Weil sie direkt am Meer ist, weil sie supergemütliche Sessel hat und weil sie die einzige Bar in diesem Örtchen ist. Du gehst rein und kennst niemanden. Gerade jetzt vermisst du doch den Strandort, den du heute Morgen verlassen hast. Dort weißt du genau, wer gerade an der Bar sitzt. Eigentlich hättest du ja auch noch bleiben können. Naja, jetzt bist du hier und setzt dich halt an die Bar. Beim Nica libre lernst du ein paar andere Reisende und ein paar Locals kennen. Locals und Nichtlocals mischen sich hier ganz wunderbar. Du erfährst, dass die Pulperia, in der du warst, auch die einzige hier ist. Und dass es ein Stückchen weiter die Straße runter noch besseres Essen gibt. Und dass Mario das große Wellenbild an der Wand gezeichnet hat und deswegen Nica libre auf&#8217;s Haus schlürft. Viel zu früh bist du viel zu müde von der Reise und von den vielen neuen Eindrücken, dass du viel zu früh ins Bett gehst. Dass es hier keine Uhren gibt, fandest du schon von Anfang an gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-651" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Drink_-808x538.jpg" alt="0.Drink" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du aufwachst, stellst du fest, dass du genau dort aufwachst, wo du gestern eingeschlafen bist. Dein Bett ist so schön eingelegen. Sogar schlaftrunken vom frühen Morgen findest du den Weg zur Toilette. Danach rollst du deine Yogamatte auf der Terrasse aus, machst eine Klasse und startest deinen Tag.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-650" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bulli_-808x529.jpg" alt="0.Bulli" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du dich mitten am zweiten Tag auf den Weg zur Pupleria machst, weißt du bereits, dass du dafür keine Schuhe brauchst. Auch wenn es ein paar Steine auf dem Weg gibt, du weißt, wo sie sind und kannst sie umgehen. Du weißt, dass vor der Ecke der Baum steht, auf dem immer ganz hühneruntypisch die Hühner sitzen. Hinter der Ecke sitzen vor dem Haus die Hühnerbesitzer. Wenn du um sie biegst, werden mindestens zwei Kinder auf den Fischernetzen spielen, zwei Erwachsene im Plastikstuhl sitzen und Radio hören und ein Strandschwein wird gerade das Hühnerfutter wegessen, bis die Radiohörer es merken und verscheuchen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-654" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Pig_-808x518.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="518" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Pulperia holst du wie selbstverständlich die Wasserflasche aus der Ecke, dazu noch einen Apfelsaft, der steht im hintersten Kühlschrank, zweite Etage von oben, ganz rechts. Manchmal muss man ein bisschen suchen, weil so viele Ananassäfte davor stehen. Aber eigentlich ist immer noch einer mit Apfel da.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-657" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Skelett-808x538.jpg" alt="0.Skelett" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Um herauszufinden, wann heute das Surftaxi fährt, fragst du am besten nicht den Barmann José und auch nicht das Mädchen für alles Rosalie, obwohl du sie so gerne fragen würdest. Aber du weißt, du fragst lieber direkt den Surfguide Kevin, rechnest dann mit plusminus einer Stunde und bist in dieser Zeit einfach bereit. Dann kommst du mit ins Surftaxiboot. Wenn Kevin dich dann direkt hinter der Welle ins Wasser lässt, weißt du aber auch, dass sie zu Big Waves wachsen können, die dich ordentlich durchspülen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-652" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammocks_Buddha-808x538.jpg" alt="0.Hammocks_Buddha" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-656" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Shark_-808x491.jpg" alt="0.Shark" width="808" height="491" /></p>
<h3></h3>
<p>Bei der Open Mic Night in der Bar ist das halbe Dorf anwesend. Du gehst ganz selbstverständlich hinein und begrüßt die Barsitzer. Du weißt schon, bei wem du deinen Nica libre bestellen musst und kennst bereits die Hälfte derer, die sich diesen Abend auf die Bühne trauen. Von manchen hättest du diese Stimme gar nicht erwartet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-658" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_Bar-808x520.jpg" alt="0.Sundown_Bar" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-662" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_StandUpPaddle-808x538.jpg" alt="0.Sundown_StandUpPaddle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend liegt vor deinem Hauseingang wieder die Kuh am Strand, als würde sie sich im Mondlicht sonnen. Die hast du gestern schon gesehen. Von weitem ist sie erst nicht zu sehen, sie fügt sich ganz gut in die dunklen Bänke und Steine ein, die da eh rumstehen. Doch wenn du näher kommst, ist es die große Kuh, die entspannt auf’s Meer blickt. Genau wie du es am Tag getan hast.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-661" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_red-808x538.jpg" alt="0.Sundown_red" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du am dritten Tag überlegst, was du zum Frühstück isst, wunderst dich, dass du erst zweimal hier gefrühstückt hast. All die Zeit, die du hier verbracht hast, kann unmöglich in nur zwei Tage gepasst haben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-653" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.LSO_-808x552.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="552" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Straße bewegst du dich so gekonnt um die Steine, dass Neuankömmlinge ihr Auto anhalten und dich nach einem guten Ort für die Nacht fragen. Als du später so selbstverständlich auf dem Terassensofa sitzt, kommen Neuankömmlinge zu dir und fragen, wo die nächste Pulperia ist.</p>
<p>Aber morgen geht’s weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Gigante Bay" href="http://www.gigantebay.com/" target="_blank" class="broken_link">Gigante Bay</a> für’s schnelle Ankommen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kennst du auch dieses Neulingsgefühl? Schreibe einen Kommentar!</p>
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		<title>Happy caribbean Birthday!</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 20:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das beste Geburtstagsgeschenk kann man nicht kaufen und braucht man nicht tragen. Es ist eine innere Einstellung.</p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wache auf, über mir mein Moskitonetz, neben mir eine Karte. Es ist schön unter einem Moskitonetz aufzuwachen. Die Welt darunter ist weiß und gemütlich und irgendwie eingelegen. Die Welt außerhalb ist zu verschwommen, um wirklich zu existieren. Sie wird erst real, wenn man sich für sie entscheidet und unter dem Netz hervorkriecht. Es ist auch schön neben einer Karte aufzuwachen. Es ist etwa halb neun und meine Mitreisenden Sani und Joelito sind schon ausgeflogen zu ihrem frühen Tauchkurs. Sie haben mir diese Karte hinterlassen, eine selbstgebastelte. Außen rot mit weißen Punkten, innen blau mit eingeklebten bunten Buchstaben. Jeder dritte ist durch Reisestrapazen abgefallen und mit einem Kuli wieder nachgezeichnet: HaPpY BIrtHDaY!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-628" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.KarteI-808x606.jpg" alt="0.KarteI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-634" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.SaniJoelito-808x538.jpg" alt="0.Sani&amp;Joelito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Daneben liegt noch etwas: Eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekse. Alle sind durch Reisestrapazen zerkrümelt. Es ist eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekskrümel. Ich lese die Karte viel zu lange, als man eigentlich dafür braucht. Dann starre ich sie noch etwas an. Sie ist viel hübscher, als ich mir je eine Karte aus einem Backpack hätte vorstellen können. Irgendwann entscheide ich mich für die Außenwelt und krieche unter dem Netz hervor und gleich weiter auf die Terrasse. Hier wartet schon die Karibik auf mich: Sonne, Meer, Palmen und Sandflöhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-615" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bird_Sea-808x538.jpg" alt="0.Bird_Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie ich es in meiner Karibikroutine jeden Morgen tue, krame ich meine Matte heraus und mache eine Yogaklasse. Das ist eh jeden Morgen anders, aber diesen Morgen ganz besonders gut. Atmung und Bewegung sind im mühelosen Einklang, Figuren formen sich wie von selbst und beim Shavasana sinke ich so tief in den Boden, dass ich sogar endlich einmal spüre, wovon mir schon ein paar Ureinwohner Utilas berichtet hatten: Manchmal, wenn sie gerade ganz ruhig auf dem Boden sitzen, spüren sie ein ganz sanftes Erdbeben tief drinnen in der Erde. Es fühlt sich verwirrend an. Da es ein unbekanntes Gefühl ist, versucht mein Gehirn zunächst bekannte Erklärungen zu finden. Ein Hund, der mit ziemlich intensiven Schritten auf der Terrasse umherläuft. Oder jemand, der genau unter mir ziemlich fest an den Terrassenstützen rüttelt. Aber da ist kein Hund und kein Rüttler. Ein bisschen unheimlich und zugleich aufregend so etwas so tief aus der Erde zu spüren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-626" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammock_me-808x538.jpg" alt="0.Hammock_me" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als mir mein Gehirn vortäuscht, dass der Hund immer riesiger wird je näher er auf mich zuläuft, wird es zu verrückt. Ich springe auf und unter die Dusche. Unter der Dusche bin ich auch gerne, fast genauso gerne wie unter’m Netz. Danach stolpere ich raus auf die Straße. Die einzige Straße auf dieser karibischen Insel Utila. Gleich um die Ecke begrüßt mich der ältere, freundliche Mann, der oft dort sitzt: „Hello Princess! Today we got god’s blessing: the wind.“ Und er hat Recht, denn wenn es Wind gibt, gibt es keine Sandflöhe und wenn es keine Sandflöhe gibt, gibt es nichts, dass dir das Karibikfeeling zerstört und dich einfach nur nach einer neuen Haut suchen lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-635" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sea_-808x538.jpg" alt="0.Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach Frühstück muss ich trotzdem suchen und komme dabei an der Tauchschule von Sani und Joelito vorbei. Also schaue ich mal, was die beiden gerade treiben. Als hätten sie auf mich gewartet, kommen sie gerade pitschnass aus dem Wasser und stimmen zum ersten Geburtstagsständchen an. Dreistimmig von Sani, Joelito und Ernesto, dem Tauchlehrer, der egal was er sagt oder singt, immer ein ansteckendes Lachen im Gesicht trägt. Zum Ständchen gibt es eine pitschnasse Umarmung, die in der heißen Karibiksonne genau richtig kommt. Ernesto tauft mich für den heutigen Tag Cumpleañita. Wie es sich fügt, haben sie auch genau jetzt ihre Pause und wir gehen gemeinsam essen. In die Bar mit der großen gemütlichen Terrasse über dem Meer. Meinen Lieblingsplatz auf der Schaukel, Glückwünsche vom mittlerweile befreundeten Barpersonal und ein Gemüseomelett bekomme ich hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-637" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.RehabI-808x606.jpg" alt="0.RehabI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-620" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Sani-808x538.jpg" alt="0.Boat_Sani" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Anschließend schnappen wir unsere Schwimmsachen und düsen mit unserer Lieblingsbootcrew auf unserem Lieblingsboot raus ins karibische Meer. Dieses ist tatsächlich, wie man es sich vorstellt: azurblau, kristallklar und badewannenwarm. Wir ankern mitten im Riff, manche schnorcheln, manche tauchen, manche hängen auf dem Boot rum. Unser Kapitän Foster Cooper, der erst durch uns erfahren hat, dass sein Vor- als auch sein Nachname jeweils der Name einer australischen Biersorte ist, spielt seine Playlist. Dieselbe Playlist wie alle anderen Tage. Dieselbe Playlist, die aus denselben fünf Songs besteht. Zweimal karibischer Reggaeton, zweimal amerikanischer Country und einmal deutsche Charts. Dazu floatet es sich super im Rettungsring hinter dem Boot. Foster und mein Lieblingsspiel ist Mermaid-Catching: Ich sitze im Reifen, er zieht mich mit einem Seil ins Boot, dabei fangen meine Haare soviel Seegras ein, wie es wohl braucht, um zur Meerjungfrau zu mutieren. Beim Seegrasrauspulen stimmen Joelito und seine Gitarre zu noch einem Geburtstagsständchen an. Mitten auf diesem Boot, mitten in diesem karibischen Meer spielt er eine Eigeninterpretation von ‚Happy Birthday’. Alle stimmen mit ein, auch ich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-638" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.jump_Lena_Sani-2-808x538.jpg" alt="0.jump_Lena_Sani 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-616" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Dive_Tanks-808x538.jpg" alt="0.Boat_Dive_Tanks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot zurück zum Steg. Der Sonnenuntergang ist wirklich besonders schön, weil er jede Nuance von pink trägt, weil er über dem karibischen Meer stattfindet und weil er mein Geburtstagssonnenuntergang ist. Am Steg trinken wir kaltes karibisches Bier, das tatsächlich weniger nach Wasser als nach Bier schmeckt. Gerade als wir dieses öffnen, kommen Lilly und Bruce um die Ecke. Ein lokales Paar, mit dem wir drei Tage zuvor die gesamte Weihnachtsnacht am Strand durchgetanzt haben, uns seitdem verbunden fühlen und unbedingt wiedertreffen wollten. Als hätten sie gewusst, dass wir gerade jetzt mit kaltem Bier anstoßen. Das Wiedersehen ist fröhlich, herzlich und voller lustiger bis beschämender Erinnerungen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-619" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_People-808x630.jpg" alt="0.Boat_People" width="808" height="630" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-622" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Chillin_Dock-808x501.jpg" alt="0.Chillin_Dock" width="808" height="501" /></p>
<h3></h3>
<p>Sani, Joelito und Ernesto verschwinden kurz und kommen kurz danach mit einem Kuchen mit Kerze und Ständchen wieder. Man kann nie genug Geburtstagsständchen bekommen. Gleiches gilt für Kuchen, vor allem, wenn es Karottenkuchen von einer lokalen Karottenkuchenkönigin ist. Saftig, mit Nüssen und einem cremigen Icing. Er ist wahnsinnig lecker und so viel mehr als ein Karottenkuchen. Alle gesellen sich darum und wie es sich fügt, gibt es genau ein Stück für jeden, der gerade auf dem Steg ist. Geschirr gibt es nicht und nur ein Bootsmesser, aber in der Hand gematscht schmeckt es noch besser. Niemand scheut sich und alle haben Icing an der Nase kleben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-636" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.TITEL_-808x577.jpg" alt="0.TITEL?" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine große Kerze steckt auf dem Kuchen, als ich sie auspuste, wünsche ich mir, dass einfach alle kommenden Tage in genau so einem Fluss sich fügender Momente verweilen.</p>
<p>Denn dieser Tag war einer, von dem ich mir ein ganzes Leben wünsche. Momente einfach atmen lassen, sie leben, wenn sie da sind, vom einen in den anderen fließen und ab und an mal einen guten Karottenkuchen teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hotel Margarita Bay" href="http://www.tripadvisor.com/Hotel_Review-g292020-d3587959-Reviews-Hotel_Margarita_Bay-Utila_Bay_Islands.html" target="_blank" class="broken_link">Hotel Margarita Bay</a> für das Karibik Zuhause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast du auch schon einmal auf Reisen Geburtstag gefeiert? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/">Happy caribbean Birthday!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2014 13:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
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		<category><![CDATA[Fischer]]></category>
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		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie die Begegnung mit einem kleinen Mädchen das Größte für mich und mein Französisch war.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/">Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich waren wir da. An schon wieder einem neuen Ort. Die letzten Tage hatten wir turbulent jeden Tag woanders und mit wem anders verbracht. Das war toll und aufregend und anstrengend. Jetzt war es mitten in der Nacht und wir wollten einfach nur ankommen. Und das taten wir auch. In einem wunderbaren, azurblauen Haus genau an der Klippe zum Meer. Abdellabrahim war der Haushüter und empfing uns trotz eigener Schlaftrunkenheit mit großer Herzlichkeit und tigergemusterter Bettwäsche. Die machte sich ganz hervorragend auf unserem Bett, in dem meine Freundin Isi und ich bereits beim hineinfallen einschliefen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-556" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/2_Haus_Panorama-808x185.jpg" alt="2_Haus_Panorama" width="808" height="185" /></p>
<h3></h3>
<p>Am nächsten Morgen war alles wieder frisch und fröhlich und wir erkundeten erst einmal, wo wir eigentlich waren. In Abdellabrahims Burgfestung. So zumindest fühlte sich das Haus an. Das Haus stand in einem kleinen Dorf zwischen Tagazhout und Essaouira in Marokko. Es hatte etwa sieben Zimmer, die alle Schlafplatz für mehrere Leute boten. Zudem eine Küche voller selbstgemachter Köstlichkeiten und zwei sporadische Bäder – eines davon sogar mit Warmwasser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-557" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/3_Haus_Wäsche1-808x606.jpg" alt="3_Haus_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber die Räume waren es nicht, die das Haus ausmachten. Alles Leben im Haus spielte sich draußen ab. Jedes der Zimmer führte zur großen Terasse, die wiederum zum Meer führte. Sie hatte ein wahnsinniges Panorama über eine riesige Bucht. Wasser, Wellen, Berge und ganz viel Himmel. Von hier konnte man Sonnenauf- und untergang sehen. Genauso ging auch der Mond jeden Abend genau gegenüber hinter den Bergen auf. Als würden sich Sonne, Mond und Sterne wie Planeten um die Terasse drehen. Morgens schwirrte immer ein frischer Brotduft auf der Terasse umher und glückliche Marokkaner liefen mit beschwingtem Schritt und voller Brottüte vorbei. Denn genau unter der Terasse war eine kleine Bäckerei, die frische Brotlaibe aus Argannussschalen backte. Das war die schönste Location, die sich eine Bäckerei wünschen konnte.</p>
<p>Wenn man über die Terassenmauer kletterte, musste man sich nur noch die Füße an spitzen Steinen aufratschen und schon war man ohne Umwege direkt unten am Meer. Salzwasser ist schönerweise gnädig zu Fußwunden, denn die sammelten wir hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-559" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/5_Bäckerei_Eingang-808x606.jpg" alt="5_Bäckerei_Eingang" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-558" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/4_Bäckerei_view-808x606.jpg" alt="4_Bäckerei_view" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Zudem gab es einen großen Holztisch, an dem immer alle Hausbewohner zum Essen zusammenkamen. In diesem Draußenhaus konnte man einfach bleiben und man würde nie etwas verpassen. Zur Straße hin war es mit einem hohen Zaun und einem großen Tor abgeschirmt. Das war zwar gar nicht nötig, weil es auf der friedlichen Straße nichts zu fürchten gab, aber es war trotzdem eine Ehre von Abdellabrahim den kleinen Fingertrick verraten zu bekommen, mit dem man das Tor öffnete. Den verriet er nicht vielen. Wir fühlten uns jedenfalls wie mit einem besonderen Staatsgeheimnis vertraut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-560" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/6_Haus_Terasse_Surfbretter-808x606.jpg" alt="6_Haus_Terasse_Surfbretter" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Später stellten wir fest, dass wir uns jedesmal so fühlten, wenn Abdellabrahim uns etwas erzählte. Abdellabrahim war ein Mann, der alles, was er tat mit großer Hingabe und großem Geschickt tat. Ursprünglich kommt er aus einem kleinen Berberdorf mitten in Marokkos Bergen, dann wurde er Fischer, zog in dieses kleine Fischerdorf und gründete hier eine Familie. Mit dieser lebt er jetzt als Haushüter in diesem wunderbaren, azurblauen Haus, das durch Abdellabrahims Beschützeraura wie eine sichere Festung erscheint. Hier empfängt er regelmäßig Gäste wie uns. Aber nur über Freunde oder Freundesfreunde, Fremdlinge kommen ihm nicht ins Haus. Für die fängt er dann keinen Fisch mehr, aber kocht ihn. So gut, wie kein Sternekoch es kann, sagen alle Dorfbewohner. Alle Marokkaner zwischen Essaouira und Agadir, die gut Fisch kochen können, haben es von ihm gelernt, sagen die Dorfbewohner. Abdellabrahim ist bei allen bekannt als der Fischflüsterer. Einmal fuhren wir mit ihm und einem Eimer frischer Fische sogar bis nach Essaouira, damit er diese mit einem Freund zubereiten konnte. Nur zubereiten, nicht essen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-561" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/7_Fischeimer-808x606.jpg" alt="7_Fischeimer" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Seine Frau Fatna lernte er traditionell marokkanisch kennen: Eines Tages wurde Abdellabrahim von einem Freund angerufen und gefragt, ob er heiraten wolle. Er habe da jemanden. Also trafen sich Abdellabrahim und Fatna in einem Café. Sie unterhielten sich über Stunden, fanden sich toll und beschlossen daraufhin zu heiraten. „Fatna never went to school. But Fatna is good wife, good wife. Love of my life!“, sagt Abdellabrahim voller Inbrunst. Was Fatna sagt, weiß ich nicht, sie spricht nicht viel und wenn, dann arabisch. Aber sie hat ein fröhliches Lächeln und ein entspanntes Gemüt. Auch ihre jüngere Schwester Amara lebt mit in der Familienburg. Amara geht noch zur Schule und möchte später einmal Mathematikerin werden. Ich hoffe sie hält daran fest.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-562" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/8_AmaraMohammed-808x1077.jpg" alt="8_Amara&amp;Mohammed" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Abdellabrahims und Fatnas erstgeborenes Kind ist Siri. Ein Mädchen. Darüber war Abdellabrahim erst enttäuscht, aber als er sie dann ansah, wurde er erleuchtet, wie er sagt. „Kids are the best that can ever happen to you. Kids are the reason. And Siri is so wonderful.“, sagt er öfter und dann drückt er sie ganz fest. Trotzdem musste noch ein Junge her: Mohammed ist knapp zwei Jahre alt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-563" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/9_AbdellabrahimSiri-808x606.jpg" alt="9_Abdellabrahim&amp;Siri" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Siri ist sechs Jahre alt, total klein, total smart und total süß. Am frühen ersten Morgen war sie noch etwas schüchtern, doch das legte sie schnell ab, kam ständig zu Isi und mir gelaufen und erzählte uns Geschichten. Bis sie merkte, dass wir kein Wort von ihr verstanden. Leider. Zu gerne hätten wir Geschichten über glitzernde Fische und lila Regenbogen gehört. Das waren ihre Lieblingsthemen, wie wir später erfuhren. Ihr Arabisch-Französisch-Mix klang zwar niedlich, aber auch wie Spanisch in unseren Ohren. Ihr Vater erzählte uns, dass sie normalerweise nie im Haus sei, wenn Gäste da sind. Menschen, die sie nicht verstehen, waren also neu für sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-564" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/10_Siri_wirII-808x606.jpg" alt="10_Siri_wirII" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir saßen auf der Terasse des Hauses und starrten uns alle drei wortlos an. Wir konnten förmlich sehen, wie sie an einem anderen Weg grübelte, mit uns zu kommunizieren. Bis Siri die Gesten entdeckte. Mit wildem Händewirbeln bedeutete sie uns zu tanzen, zu springen, sie hochzuheben, hochzuwerfen, umherzudrehen, zu fangen, ‚Engelchen flieg’ zu spielen und was man sonst noch so alles anstellen kann. Wir hatten großen Spaß zusammen – ohne ein Wort zu reden. Die ganze Zeit über achtete Siri sorgfältig darauf, nur Quietschtöne und kein Wort von sich zu geben. Ich nehme an, um uns nicht zu verwirren. Manchmal biss sie sich sogar auf die Lippen, um nicht plötzlich loszureden. Isi und ich spielten das Schweigespiel erst mit, unterhielten uns dann aber immer wieder auf Deutsch. Über diese seltsamen, aber doch flüssigen Redelaute von uns, war Siri sichtlich erstaunt. Sie hatte wohl angenommen, wir sein stumm. So gerne wollte ich solche Redelaute auch mit ihr austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-565" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/11_SiriIII-808x1077.jpg" alt="11_SiriIII" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>In Siris Zimmer entdeckten wir ein Malbuch von ihr. Das war allein schon interessant, weil man es von hinten nach vorne und von links nach rechts blätterte. Aber auch, weil es voll von Siris Malereien war. Voller Stolz zeigte sie mir ihre Kunstwerke. Auf der sichersten Terasse der Welt setzte sie sich auf meinen Schoß, führte mich bedächtig durch die bunten Seiten und zeigte mir jedes einzelne Werk. Einige davon hätte ich sonst auch gar nicht als Werk identifiziert. Dabei entdeckten wir, dass wir gemeinsam Vokabeln üben konnten. Hatte sie eine Blume gezeichnet, lernten wir beide ‚fleur’ und da waren auch poissons, étoiles, dinosaures, élephantes, natürlich arc-en-ciels und sogar parapluies, obwohl man die in Marokko wirklich nicht braucht. Anscheinend weil sie noch nie einen benutzt hatte, regnete es sogar auch unter Siris parapluies. So saßen Siri und ich lange auf der Terasse und arbeiteten uns durch das gesamte Buch. Zu einzelnen Vokabeln kamen Artikel dazu, irgendwann auch mal ein Verb und später wurden ganze Sätze draus. Siri und ich brachten uns peu à peu gegenseitig Französisch bei. Am Ende des Buches konnten wir sogar über Dinge reden, die gar nicht in ihrem Buch gemalt waren. Was wildes Gekritzel auf französisch heißt, weiß ich allerdings bis heute nicht.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-566" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/12_SIri_ich_close-808x606.jpg" alt="12_SIri_ich_close" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach einem halben Tag schweigender, wilder Gestiken, hatte ich mit diesem kleinen Mädchen gemeinsam die Sprache neu entdeckt. Es reichte zwar noch nicht, um uns zu sagen, wie sehr wir uns darüber freuten nun miteinander reden zu können, aber dafür redeten wir über alles, wozu uns Vokabeln einfielen. Einfach um zu reden. Soleil, nuage, frère Mohammed, faim. Faim hatten wir großen. Also nahmen Isi und ich Siri mit zum Essen um die Ecke, außerhalb der Burgmauern aus Vaterfürsorge. Bis dahin reichte das Französisch sogar schon so weit, um Siri zu sagen, dass sie keine Cola, aber einen Orangensaft bekommt. Das war der Moment, in dem Siri und ich beide merkten, dass die nonverbale Kommunikation mehr Zauber hatte. Nach der Cola konnten wir ihr aber nicht auch noch einen zweiten Saft ausschlagen. Nicht bei diesem Blick. Der O-Saft gefiel ihr so gut, dass sie direkt zwei Gläser exte. Das wiederum gefiel ihrem Magen nicht so gut, sodass sie sich mitten auf dem Dorfplatz orangefarben übergab. Wobei sie alle Leute anschauten und sie nur beschämt zurücksah. Wir liefen zu ihr, nahmen sie in den Arm, trugen sie zum nächsten Wassercontainer, wuschen sie dort ab, beruhigten sie und fühlten uns wahnsinnig schlecht. Einmal Verantwortung für so einen kleinen Menschen bekommen und schon versagt. Allerdings war sie gleich wieder munter und niemand war böse.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-567" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/13_SIriI-808x606.jpg" alt="13_SIriI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach dem Essen holte sich Siri ihren Kamm und eröffnete zurück auf der Terasse ein Frisörstudio. Sie kämmte mich stundenlang, versuchte immer wieder Frisuren aus, die alle gleich aussahen und hatte einen Mordsspaß dabei. ‚Jolie, jolie’, ‚cheveux longue’ und ‚attend, attend!’ waren hierbei ihre Lieblingskommentare. Als ich zwischendurch irgendein Siri-Gebrabbel mit Oui beantwortet hatte, stand sie kurz danach freudestrahlend mit einer Schere vor mir. Ciseaux hatte ich wohl überhöhrt. Wir blieben doch lieber beim coiffer. Und beim rouge à lèvre. Siri entdeckte meinen Berberfrauenlippenstift, der grün ist, aber mit Lippenkontakt die natürliche Lippenfarbe verstärkt. Das fand sie so famos, dass sie es schaffte, die unnatürliche Lippenfarbe zu verstärken. Als die Haare durchfrisiert, die Lippen maximal pink und ihr Buch vollgemalt waren, bemalte sie eben unsere Arme. Voller Sorgfalt, Liebe und Stolz hatte Siri bald alle vier Arme von Isi und mir vollgekritzelt. Sogar zwei Tage lang konnten meine Tattookunstwerke dem Wasser trotzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-568" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/14_Siri_Lippenstift-808x606.jpg" alt="14_Siri_Lippenstift" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend gab es noch einige bonne nuit bisous und wir brachten Siri ins Bett pour coucher. Zurück auf der Abendterasse vermisste ich sie direkt. Nur selten zuvor hatte ich jemanden an nur einem Tag so intensiv kennengelernt. Und noch nie hatte jemand an nur einem Tag den Französischschalter in mir wieder aktiviert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir blieben vier Tage bei Siri und ihrer Familie. Auch später während unseres Marokkotrips kehrten wir noch zweimal an diesen Ort zurück. Siri und ich waren jedesmal wie unzertrennliche Seelen, verbrachten einfach die Tage zusammen, lernten neue Vokabeln, entdeckten kleine Tierchen, eine große wilde Schildkröte und giftige Pflanzen im Garten. Ihr Vater Abdellabrahim sagte „Siri doesn’t know nothing. She doesn’t know things about people. But she likes you. So you are good people.“ Und ich mag Siri. Für diese Erkentnis, für das Französisch, das sie mir zurückbrachte und weil sie der ehrlichste und inspirierendste Mensch war, dem ich in ganz Marokko begegnete. Denn manchmal sagt nichts sagen, so viel mehr als viel sagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Was sind eure Erfahrungen mit Kommunikation auf Reisen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Hütte zum Sein</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 03:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Eine einfache Holzhütte am Strand war so viel mehr als eine einfache Hütte. Sie wurde unser bester Freund.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/">Die Hütte zum Sein</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich am Meer! Das Wasser war so nah, dass wir es quasi riechen konnten. Meine Freundin Isi und ich kamen gerade aus Marrakesh. Dem lauten, wuseligen, aufgeheizten Marrakesh. Das war toll, aber jetzt waren wir in einem kleinen Küstendorf. Dem ruhigen, verlassenen, aus einem Strand bestehenden Küstendorf. Und das sollte noch besser sein. Unsere Idee: Hier wollten wir surfen und sein. Mehr hatten wir hier gar nicht vor.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-358" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1_Beach_View-808x658.jpg" alt="1_Beach_View" width="808" height="658" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-359" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.2_Beach_Boats-808x577.jpg" alt="1.2_Beach_Boats" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Allerdings sah es an diesem Ankommabend so aus, als könnte man noch nicht einmal das: Tiefer, dichter Nebel lag in der Luft. Es war kein Meer, kein Strand, kein Mensch und kein Ort zum Sein zu sehen. Wir saßen im Taxi, das uns zur Unterkunft bringen sollte. Das Taxi kannte den Weg, wir nicht. Wir hofften nur, dass es hier nicht anhalten würde. Doch genau dann fuhr es auch noch einen kleinen Berg hinauf. Den Berg hinauf liegt das Meer meistens nicht. Wir hatten eher gehofft, den Berg hinab zu fahren. In einer Mini-Wohnsiedlung auf dem Hügel spuckte es uns aus und fuhr ohne uns wieder bergab.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-360" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/2_village_smog-808x606.jpg" alt="2_village_smog" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Fünf Minuten später saßen wir da – auf dem Dach unserer Surfunterkunft, die keine Surfunterkunft war. Vielmehr eine hübsche, heimelige marokkanische Villa. Die Villadame hatte uns zwar kurz begrüßt, aber war gleich wieder in ihre Gemächer geschwebt. Sonst gab es hier anscheinend niemanden. Die Dachterasse sah aus, als sei sie am Tage eine mit fantastischem Blick auf das kleine Tal bis ans Meer. Doch auch hier baute sich direkt davor eine Wand aus dickem Nebel auf. Wir kramten noch unsere letzten Essensreste und unsere dicken Pullis aus den Rucksäcken und fanden, dass dieses traurige Resteessen wunderbar in die verhangene, kalte, einsame Atmosphäre dieses Ortes passte.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-361" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/3_Dachterasse_smog-808x606.jpg" alt="3_Dachterasse_smog" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-362" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/4_Sad_Diner-808x793.jpg" alt="4_Sad_Diner" width="808" height="793" /></p>
<p>Am nächsten Morgen saß unser Surflehrer Zak pünktlich um neun Uhr am Frühstückstisch. Wir nicht. Denn wir hatten unsere Uhren noch auf falscher Zeit. Auch der Nebel war pünktlich. Doch jetzt wurde er von der Sonne in warmes Licht gehüllt. Wir lernten über den Nebel, dass er da ist, wenn es im Inland besonders warm ist. Dann drückt die warme Inlandsluft gegen die kalte Atlantikluft und dieser Nebel entsteht. Na gut, wenn man weiß, wo es herkommt, mag man es meist auch schon ein bisschen lieber.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-363" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/5_Rock-View-808x606.jpg" alt="5_Rock View" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon ab dem ersten Wasserkontakt zählten eh nur noch die Wellen und der Nebel war vergessen. Wir hatten einen fröhlichen, wellenreichen Surftag, an dem wir Lounes kennenlernten. Lounes und seine Hütte. Denn das eine gibt es nicht ohne das andere und vice versa. Lounes ist ein passionierter, marokkanischer Surfer, dessen Leben vom Strand bestimmt wird. Lounes’ Hütte ist eine einfache, selbstgebaute Holzhütte, dessen Leben auch vom Strand bestimmt wird. Denn genau dort steht sie. Auf einem erhöhten Vorsprung gleich über dem Meer.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-364" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/6_Panorama2-808x234.jpg" alt="6_Panorama2" width="808" height="234" /></p>
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<p>In ihr befinden sich so viele Surfbretter, dass sie wahrscheinlich zusammenfallen würde, würde man diese entfernen. Breiter als ein Surfbrett ist sie auch nicht, fast ihr ganzer Innenraum ist davon eingenommen. Nur eine kleine Seite ist abgetrennt, in der Lounes wohnt. Dort ist ein Bett und eine kleine Küchenzeile eingebaut. Die dient als Ablage für Geschirr, Boardleashes und Kleidung. Kleine selbstgebaute Regale darüber verstauen alles, was man für die marokkanische Küche braucht: Kümmel, eine Tajine und ein stumpfes Messer. Gleich über dem Bett ist ein Fenster, nur mit bunten Tüchern abgehangen. Von dort aus checkt Lounes jeden Morgen die Wellen und entscheidet, ob es sich lohnt aufzustehen. Strom und Wasser gibt es nicht, braucht man aber auch nicht. Wasser ist in Meermenge vor der Tür und Feuer ist eh der bessere Strom.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-365" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/8_Hütte_Boards-808x623.jpg" alt="8_Hütte_Boards" width="808" height="623" /></p>
<h3></h3>
<p>Die komplette Hüttenfront zum Meer öffnet Lounes jeden Morgen, nachdem die Wellen ihm zum Aufstehen bewegt haben. Als würde auch dann erst die Hütte aufwachen und ihr großes Auge öffnen. Dann weiß jeder, jetzt ist man willkommen. Davor ist eine kleine Terrasse mit einem kleinen selbstgebauten Geländer. Die Terrasse hat den perfekten Winkel, sodass man ganz viel Meer, ein bisschen Strand und gar keine Straße, Autos oder Häuser sieht. Deswegen fungiert sie auch als Magnet aller lokalen Surfer. Jeder von ihnen, der zum oder vom Strand kommt, kommt erst einmal hier vorbei – und bleibt auch meistens hier hängen. Genau wie wir.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-366" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/9_Hütte_visitor-808x512.jpg" alt="9_Hütte_visitor" width="808" height="512" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach unserer Surfsession hingen wir uns mit auf die Terrasse und gehörten schon gleich genau so dazu, wie die streunenden Katzen, die ständig vorbeikamen. Oder auch hier wohnten, das wusste keiner genau. In einem Trog entdeckten wir eine Treibholzsammlung, die Lounes immer mal wieder nach stürmischen Meerzeiten am Strand aufsammelt und sich daraus Hüttendeko bastelt. Mithilfe des stumpfen Küchenmessers und etwas Kaugummi schnitzten und klebten wir ein Segelboot, ein Seeungeheuer, ein Auto mit Surfboardtragefläche und einen Wendefrosch, der auf dem Kopf ein Huhn war. Stundenlang saßen und schnitzten wir seelenruhig an dem Treibholz.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-367" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/10_Treibholz_AutoMonster-808x566.jpg" alt="10_Treibholz_Auto&amp;Monster" width="808" height="566" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-368" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/11_Treibholz_Masken-808x529.jpg" alt="11_Treibholz_Masken" width="808" height="529" /></p>
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<p>Nebenbei kam immer wieder ein anderer Surferfreund vorbei, setzte sich dazu, lieh sich ein Board aus oder machte was immer er wollte. Denn in diesem Hütten-Mikrokosmos konnte jeder einfach tun, was er tun will. Ab und an ging jemand zum benachbarten Fischrestaurant und holte Tee. Tee ist wichtig in Marokko, denn der wird vor dem Essen, nach dem Essen und immer zwischendurch getrunken. Dabei ist wichtig, dass er vor Zucker knirscht und dass er richtig gemischt ist – und das ist er nur, wenn er von weit oben mit viel Gefühl ins Glas gegossen wird.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-369" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/12_Terrace_View2-808x606.jpg" alt="12_Terrace_View2" width="808" height="606" /></p>
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<p>Irgendwann kam ein Freund und brachte frische Sardinen mit. Die wurden, wie sie waren, auf’s offene Feuer gelegt und anschließend von allen, die gerade da waren, gemeinsam gegessen. Einfach mit den Fingern vom Tisch. Danach wurden Finger und Tisch zum Meer gebracht und dort gewaschen.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-370" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/13_Sardinen-808x606.jpg" alt="13_Sardinen" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ein anderer Freund ging zwischendurch nach Seeschnecken tauchen. Gleich an dem Fels auf dem die Hütte steht, gibt es im Wasser besonders viele Schnecken. Als er wiederkam, holte er aus jeder Öffnung seines Wetsuites frische Schnecken. Alle freuten sich schon, diese am Abend auf’s Feuer zu schmeißen.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-371" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/14_Sea_Snakes-808x681.jpg" alt="14_Sea_Snakes" width="808" height="681" /></p>
<h3></h3>
<p>Von da an gingen wir jeden Tag hier surfen. Ab dem ersten Tage war unser bester Freund die Hütte. Sie hieß uns jeden Morgen offenen Herzens willkommen, nachdem sie ihr Luckenauge geöffnet hatte. In ihr verbrachten wir unsere gesamte Surfwoche, die wir in diesem Küstendorf verbringen wollten. Gingen surfen, bastelten aus Treibholz, sangen marokkanische Lieder, gingen nochmal surfen, grillten Fisch, schnippelten marokkanischen Salat, mixten und tranken Tee und machten das Fischrestaurant sauer, weil wir nie die richtigen Teegläser zurückbrachten.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-373" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/15_Terrace_View-808x606.jpg" alt="15_Terrace_View" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon am ersten Abend waren wir so angekommen, wie wir nur ankommen konnten. Wir lagen abends im Villabett und fragten uns, ob das wirklich nur ein einziger Tag war. Und wo der Nebel eigentlich sei. Wir stellten fest, alles, was wir an diesem Tag gemacht hatten, war: Surfen und Sein.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-374" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/16_Treibholz_car3-808x355.jpg" alt="16_Treibholz_car3" width="808" height="355" /></p>
<h3></h3>
<p>Mitte der Woche diskutierten wir mit Lounes, ob wir nicht mit einziehen sollten. Halb Scherz, halb Ernst. Wir waren so überwältigt und überzeugt von dem Hüttenleben, dass wir es abends nicht verlassen wollten. Tagein tagaus nach der Welle leben und in jeder Sekunde einfach tun, wonach uns die Nase steht. Uns vom Meer, den einfachsten Mitteln und den Nachbarn ernähren. Den Rest der Woche lebten wir, als sei dies tatsächlich alleiniger Inhalt unseres Lebens. Und stellten fest: Das ist wunderbar. Aber das ist zu leer. Für eine bestimmte Zeit in diesen Mono-Mikrokosmos einzuziehen, war wunderbar. Das Gefühl, den eigenen Kosmos nicht irgendwann wieder mit mehr Vielfalt zu füllen, war lähmend. Als die Hütte am letzten Tag ihr Auge für uns öffnete und uns einlud noch länger zu bleiben, verabschiedeten wir uns unter großer Trauer dennoch. Und vermissten die Hütte sofort. Bis heute.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-375" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/17_Terrace_View_wetsuite-808x606.jpg" alt="17_Terrace_View_wetsuite" width="808" height="606" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Habt ihr auch schon einmal mit solch schwerem Herzen einen Ort verlassen?</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Detox statt Tortilla</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2014 16:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Suche nach einem Gericht ohne Tortillas endete in frischem, rohem Futter für Leib und Seele.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Monat reisten und ernährten wir uns jetzt schon in Mexiko. Insgesamt war das aufregend als auch lecker. Tag für Tag kamen wir immer besser zurecht. Wege fanden sich einfacher, der Rucksack packte sich schneller, das Spanisch sprach sich flüssiger und das Essensangebot verstand sich auch immer besser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-416" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Jump-2-808x535.jpg" alt="0.Beach_Jump 2" width="808" height="535" /></p>
<h3></h3>
<p>Genau dieses Essen bestand meistens aus Tortillas. Insbesondere dafür verdient die mexikanische Küche auch größten Respekt – Tortillas kreativ und lecker zubereiten. Die Tortillas werden aus Maismehl, nicht aus Getreide gemacht. Besonders stolz sind die Hersteller, wenn sie aus 100% Maismehl sind. Mais ist für die Mexikaner, was Weizen für die Deutschen: Grund- und Stopfnahrungsmittel Nummer Eins.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-431" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach5-2-808x494.jpg" alt="0.Beach5 2" width="808" height="494" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Essen ist für die Mexikaner von besonderer Bedeutung. In Oaxaca erzählte uns einmal ein Einheimischer, die Mexikaner essen nicht, um satt, sondern um dick zu werden. Er selbst ist von Natur aus eher schlank und wird ständig gefragt, ob er eine Krankheit habe. Dabei sah er für mein Empfinden völlig gesund geformt aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-457" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_UliLena-808x516.jpg" alt="0.Beach_Uli&amp;Lena" width="808" height="516" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles auszuprobieren und sich Mexiko auch über das Essen zu erschließen machte Spaß. Doch mit steigendem Verständnis waren für uns Enfrijoladas, Entomatadas, Enchilladas am Ende doch immer Tortillas mit Hühnchen und ein bisschen Gemüse. Auch wenn die Zubereitungsweisen sich stets unterschieden, war das, was am Ende im Magen landete, ein Haufen Tortillas, ein Häufchen Hühnchen und ein Klecks Gemüse. Das war auch lecker, aber irgendwann der Tortilla Overkill. Da wir uns diesem aber nicht geschlagen geben und in den Pizzaladen gehen wollten, fragten wir in den Restaurants nach ‚algo sin Tortillas’ – etwas ohne Tortillas –, wurden daraufhin allerdings nur mit großen Fragezeichenaugen angeschaut. Das konnte niemand verstehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-425" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BeachKid-2-808x538.jpg" alt="0.BeachKid 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Höhepunkt unseres Overkills landeten wir in unserer vorerst letzten Mexiko Station: La Punta in Puerto Escondido. Ein Ein-Straßen-Surfer-Dörfchen an Mexikos Westküste. Hier dreht sich das Leben vor allem um’s Surfen. Wer gerade nicht selber draußen ist, sitzt am Strand und schaut den anderen Surfern zu. Surfen, Essen, Surfen, Essen, Schlafen – das ist so ziemlich der Rhythmus von allen hier. Viele Wellen, viele Boardshorts, viele Tortillas sieht man hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-418" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.LaPunta-2-808x568.jpg" alt="0.LaPunta 2" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-417" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Surf_Foto-2-808x538.jpg" alt="0.Beach_Surf_Foto 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zwischen Surfen und Surfen liefen wir also hungrig durch die eine Straße auf der Suche nach algo sin Tortillas. Den Ort, der ‚Frutas y Verduras’ – Früchte und Gemüse – hieß, fanden wir ziemlich vielversprechend und probierten es dort. Was wir fanden, war nicht nur ein tortillafreies Essen, sondern auch Lynnette.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-440" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kitchen_Ly-2-808x509.jpg" alt="0.Kitchen_Ly 2" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Lynnette hat vor drei Jahren ihre Louis Vuitton High Heels in Barfuß eingetauscht. Für die Liebe und den Lebensstil zog sie vom Millionen-Straßen-Dorf New York in das Ein-Straßen-Dorf La Punta. Ihr Freund Tomo betreibt diesen Ort voller Frutas y Verduras, in dem man Essen, Schlafen, Surfen und Sein kann. Tomo ist hier vor allem zum Surfen. Schlafen und Sein können beide gut. Und Lynnette übernimmt das Essen. Denn zwischen all den Surfern hat sie hier ihren Platz gefunden: Sie hat sich voll und ganz der Detox Ernährung verschrieben. Für sich und manchmal auch für andere.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-437" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.FyV-2-808x520.jpg" alt="0.FyV 2" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>Ihr Verständnis davon ist vor allem rohes Gemüse in frischer, getrockneter oder pulverisierter Form, Hauptsache nicht gekocht. Dazu viel Wasser – und keine Tortillas. Zuvor war mir nicht klar, dass man rohes Gemüse in so viele verschiedene Aggregatzustände verformen kann. Und dass diese auch noch wahnsinnig lecker sind. Dafür hat sie vom Zentrifugalentsafter bis zum Kokosnusstrockner unzählige Küchengeräte in ihrer nach oben offenen Küche auf dem Dach. Allein um unser kulinarisches Highlight – <a title="Link zum Rezept" href="http://www.livelynnette.com/raw-food-recipe-great-raw-pumpkin-pie-recipe/" target="_blank">einen rohen Kürbiskuchen</a> – herzustellen, benötigt sie davon fünf verschiedene. Diese zu reinigen dauert dabei noch länger, als sie schmutzig zu machen. Doch nichts kann ihre Leidenschaft für rohes Gemüse brechen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-439" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ingredients-2-808x538.jpg" alt="0.Ingredients 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-442" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Leafes-2-808x538.jpg" alt="0.Leafes 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Zeit, in der sie gerade nicht entsaftet oder trocknet, klettert sie auf den Dächern der Hütten von Frutas y Verduras umher. Denn auf all diesen baut sie ihr Gemüse an, um auch ganz sicher die pursten Zutaten zu haben. Von unten sieht Frutas y Verduras aus, wie ein hübsches Surfhostel voller Hängematten und Dreadlocks. Wenn man aber auf die Wave-Watching-Plattform, ganz oben über den Hütten klettert, sieht Frutas y Verduras aus, wie ein Gewächshaus voller Beete mit grünem Blattgemüse. Wenn Lynnette die Beete gießt, denken unten immer alle es regnet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-450" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Ly_Palmen-2-808x538.jpg" alt="0.Plants_Ly_Palmen 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-448" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingSigns-2-808x538.jpg" alt="0.PlantingSigns 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Unser Tortilla Overkill stieß bei ihr neben Mitgefühl auch auf Fürsorge – und sie nahm uns mit in ihre Detoxwelt. Zwei Tage lang pflanzten, pürierten und pulverisierten wir mit ihr. Morgens kletterten wir mit dem Surfboard über Wellen und nachmittags mit der Leiter über die Beete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-456" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingPeople-808x538.jpg" alt="0.PlantingPeople" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-454" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Körbe-808x532.jpg" alt="0.Körbe" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Mond war gerade in seiner zweiten Phase. Daher säten wir insbesondere Pflanzen, die ihre Samen außerhalb der Blüte tragen. Die mögen halt die zweite Mondphase. Pflanzen, die ihre Samen in der Blüte tragen mögen die erste Mondphase. Am Besten pflanzt es sich, wenn der Mond im Zeichen des Krebs steht. Nur niemals irgend etwas bei Vollmond pflanzen!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-455" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_LL-808x611.jpg" alt="0.Plants_L&amp;L" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-432" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Cacao-2-808x529.jpg" alt="0.Cacao 2" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Für 2cl Blaubeersaft braucht man eine ganze Packung Blaubeeren. Trotz Mastikationsentsafter. Aber danach sollte man auch erst einmal keine Erkältung mehr bekommen. Lynnette nennt es Anti-Ebola-Shot. Cranberries ohne Zuckerzusatz kann man nur selber machen und schmecken so viel besser, als die aus der Tüte. Zentrifugalentsaftetes Obst und Gemüse hält sich 24, Mastikationsentsaftetes 72 Stunden im Kühlschrank. Maca Puder passt zu jeder Saftkombination, wirkt wie ein natürliches Viagra und hilft beim Schwangerwerden. Wenn man es denn will. Spirulina Puder ist gut nach dem Sport und lässt die Muskeln schneller wachsen als jeder Proteinshake. Wenn man es denn will.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-433" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food-2-808x538.jpg" alt="0.Food 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-435" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food3-2-808x586.jpg" alt="0.Food3 2" width="808" height="586" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-452" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Spirulina-2-808x538.jpg" alt="0.Spirulina 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Neues Futter gab es also nicht nur für den Magen, auch für den Kopf. Doch besonders dankbar waren Kopf als auch Magen für den Tortillaentzug. Am Ende hatten wir zwei Tage lang nicht einmal an Tortillas gedacht – und Lynnette hatte uns von unserer Tortillaimmunität geheilt. Als wir abreisten, gab sie uns noch eine Tüte ihrer selbstgetrockneten, -gepellten und -gemixten Snacks mit. Diese aßen wir auf unserer Weiterreise mit Genuss – und mit einer Tortilla dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Lynnette" href="http://www.livelynnette.com/" target="_blank">Lynnette und ihrer Detox-Kur im Live Loft Mexico</a> für diese Heilung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-458" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ly_Lena3-808x534.jpg" alt="0.Ly_Lena3" width="808" height="534" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Insel der Moral</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 15:42:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<h4>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben.</h4>
<p>Es gibt kein Muss, kein Müssen, kein Können müssen, kein Machen müssen. Hier nicht. Nicht auf Holbox. Holbox ist die Insel der Regellosigkeit. Du kannst machen, was du willst – aber du kannst eh nicht viel machen. Hauptsache du machst, was du willst. Hauptsache es geht dir gut. Genau in dieser äußerlichen Regellosigkeit ist genug Platz für die einfachsten menschlichen Regeln. Wenn man genau hinguckt, lässt sich das in den kleinsten Situationen beobachten. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-286" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Birds-808x538.jpg" alt="0_Birds" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#1 Das perfekte Leben</h4>
<p>Karen lebt auf Holbox. Dort hat sie ein kleines Apartment gleich am Strand. Morgens steht sie mit der Sonne auf, nimmt ihr Morgenbad im Meer, frühstückt französische Patisserie am Strand. Abends isst sie mit den zur Inselfamilie gewordenen Lokalen frische Tacos von mütterlichen Straßenstränden. Sie liegt am Strand in großen, weißen, weichen Betten mit großen, weißen, schleierhaften Tücherbehängungen. Sie nimmt ihr Abendbad im Meer und freut sich dabei jedesmal wieder über das glamouröse Plankton, das im Mondschein bei Bewegung glitzert. Sogar auf der Haut hinterlässt es glitzernde, meerjungfrauartige Partikel. So sieht Karen auch aus: Fröhlich im Gehtakt wippendes welliges Haar, von innen strahlende Sonnenhaut, offener Blick mit einem Funkeln in der Iris, Wege immer zweimal machend, weil sie vor Entspannung die Hälfte vergisst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-312" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Swings-808x538.jpg" alt="0_Swings" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann zwischen Morgenbad und Abendbad verbringt sie ein paar Stunden am Tag in dem schönsten Hostel der Insel. Vielmehr ein Ort der Hängematten, der Entspannung und der Begegnungen. Dort begrüßt sie Neuankommende und weist sie in das Inseldasein ein: Viel Nichts und alles, was du willst. Sie wird immer wieder neue Vertraute von Reiseseelen und ihren Geschichten. Dadurch kann sie das Inselglockenglück und den Abenteuerdrang vereinen: für sich das Inseldasein pflegen und mit den Reisenden immer wieder in die Welt schweifen.</p>
<p>Über eines zerbricht sich Karens jedoch die ganze Zeit den Kopf: Das perfekte Leben. In welcher Form, an welchem Ort, mit welchen Menschen es zu finden ist. Immer wieder sinniert und diskutiert sie es, fragt andere nach ihren Meinungen und teilt ihre. Das ist bereichernd und füllt so einnige Begegnungen mit guten Gesprächen. Durch all das Grübeln übersieht sie nur eine wichtige Sache: Das Ideal, das sie beschreibt, ist ihr Real. Sie lebt ihr selbst definiertes perfektes Leben, ganz ohne es zu merken.</p>
<p><strong>Suche nicht nach deiner Insel, erkenne sie.</strong></p>
<h3></h3>
<h4><img class="aligncenter size-medium wp-image-285" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Look_Karen-808x538.jpg" alt="0_Beach_Look_Karen" width="808" height="538" /></h4>
<h3></h3>
<h4>#2 Die Möwe Nimmersatt</h4>
<p>Die kleinen Wellen wellten vor sich hin, wie sie es jeden Tag tun. Mal mehr, mal weniger, so wie sie gerade Lust hatten. An diesem Tage hatten sie Lust einen toten Thunfisch anzuspülen. Klein, aber dennoch groß genug, um die gierigen Augen der Möwen anzuziehen. Die Möwe Nimmersatt war zufällig am nächsten, als erstes am Thunfisch und damit selbsternannte Neueigentümerin vom toten Tuna. Überwältigt von ihrem eigenen Glück machte sie sich gleich fröhlich quiekend über den Fisch her.</p>
<h4></h4>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-304" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwenboot2-808x538.jpg" alt="0_Möwenboot2" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p>Die anderen fünf Möwen aus ihrer Strandcrew kamen ähnlich fröhlich quiekend hinzu und wollten auch ein Fischportiönchen abhaben – schließlich war ja genug für alle da. Doch die Möwe Nimmersatt sah das anders. Sie konnte nicht nur fröhlich, sondern auch aggressiv quieken. Jeder Möwenfreund, der auch nur wagte, sich dem Fisch zu nähern, wurde entschieden mit gespitztem Schnabel und gespitzten Flügeln weggequiekt. Sie war schließlich vorher da und der Fisch sollte ganz allein ihrer sein. Dabei würde sie ihn eh niemals allein schaffen. Das wäre ungefähr so, als wenn ein Mensch einen ganzen Hai allein essen würde.</p>
<p>Wie Möwe Nimmersatt so beschäftigt damit war, Fischfleisch zu picken und gleichzeitig Möwenfreunde zu verscheuchen, bekamen die Wellen wieder Lust. Sie bekamen Lust, noch einmal mehr zu werden – und der Möwe zu nehmen, was sie ihr zuvor gaben. ‚Schwapp’ kam eine Welle und nahm den Fisch wieder mit. Und weil ein Mensch auch keinen Hai allein halten könnte, kann eine Möwe auch keinen Thunfisch allein halten. Ein paar Möwenfreunde zusammen aber hätten es gekonnt.</p>
<p><strong>Nur geteilter Fisch ist Fisch, der bleibt. </strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-301" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwe_Fisch-808x538.jpg" alt="0_Möwe_Fisch" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#3 Marias Fahrrad</h4>
<p>Maria lebt in Mexico City und Maria liebt ihr Fahrrad. Als sie sich entschied, auf Reisen nach Südamerika zu gehen, war ihre einzige Sorge, ihr Fahrrad zurück zu lassen. Also entschied sie sich: Das Fahrrad muss mit. Und zwar nicht in ihrem Koffer, sondern unter ihrem Hintern. Anstatt in Chile zu reisen, radelte sie jetzt eben nach Chile. Quer durch Mexico, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und die südamerikanische Westküste. So war zumindest die Idee. Nach einem Monat und Station Eins ‚Quer durch Mexico’ stoppte sie für ein paar Tage auf Holbox. Und blieb. Acht Monate lang bis heute. Seitdem lebt sie in einer Hängematte. Tagsüber trägt sie Fahrradhosen, doch wenn sie losradelt, ist sie in zehn Minuten am Ende der Insel. Und in nochmal zehn am anderen Ende. Seitdem sie das feststellte, steht ihr Fahrrad gleich neben ihrer Hängematte, wird noch immer genauso geliebt, doch nicht geradelt.</p>
<p><strong>Radle um zu erleben, nicht um anzukommen.</strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-313" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Tix1-808x538.jpg" alt="0_Tix" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#4 Schönheit</h4>
<p>Auf Holbox scheint die Sonne täglich, die Flamingos sind rosa und wild, das Meer hat kleine Wellen bei Tag und glitzerndes Plankton bei Nacht. Die Sterne sind klar, der Sand weiß und die Kokosnüsse reif am Baum. Die Bewohner sind fröhlich und die Hängematten gemütlich, an jeder Ecke lädt eine andere zum abhängen ein. Die Bars haben keine Hocker, sondern selbstgebaute Holzschaukeln vor dem Tresen. Oder vor dem Meer. Die ansässigen Mamas machen ihre Tacos frisch und selbst und beraten auch gerne eine halbe Stunde zu jeder Tacovariation. Mit kleinen Stopps auf Sandbänken mitten im Meer kann man von einer Miniinsel auf die andere Miniinsel schwimmen, auf der es unberührte Natur, unbenutzte Holzboote und unschuldige Schwanennester gibt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-307" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Passion_Island-808x538.jpg" alt="0_Passion_Island" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-294" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos5-808x538.jpg" alt="0_Flamingos5" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Holbox ist die Postkarteninsel. Alles sieht so schön aus, dass man es berühren muss, um es wahr zu wissen. Andersherum ist eines kaum sichtbar, dafür fühlbar: Die Mücken. Durch die Nähe der Lagunen, gibt es auf Holbox so viele Mücken wie kaum andernorts. Und durch die süße europäische Bakterienformation auf unserer Haut, mögen uns die Mücken wie kaum jemand anderen. Immer zu Sonnenauf- und untergang überfallen sie mich und meine Freundin Sany in Ultrariesenschwärmen. Zwischendurch in Riesenschwärmen. Kein Abwehrspray, Moskitonetz oder Duschversteck mag helfen  – allein auf dem Rücken zählte ich 24 Stiche. Sanys durchschnittlicher Stichdurchmesser auf den Beinen betrug vier Zentimeter. Gegenseitig waren wir ununterbrochen damit beschäftigt, uns vom Kratzen abzuhalten. Statt partiellem Jucken war es eher ein Ganzkörperschmerz. Gegen die juckenden Schmerzen hätten wir zwischenzeitlich unsere Haut eingetauscht.</p>
<p>Die pure Inselschönheit sahen wir zwar vor uns, aber den puren Mückenschmerz fühlten wir auf uns – und die Macht der Mücken siegte.</p>
<p><strong>Alle Schönheit ist nur so schön, wie sie sich anfühlt.</strong></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-298" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_Sea-808x538.jpg" alt="0_Holbox_Sea" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-299" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_view-808x538.jpg" alt="0_Holbox_view" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#5 Im Schlaf</h4>
<p>Eugenio war für eine Nacht nach Holbox gekommen. Seine schönste Hose und sein schönstes Hemd hatte er eingepackt. Beige-blau mit Ornameten darauf. Er wollte auf dem kleinen Festival, das dieses Wochenende stattfand, trinken, tanzen, feiern. Dafür gesellte er sich für eine Nacht in unseren Bungalow. Seine Haare waren an den Seiten rasiert und oben gegelt. Er war groß und breit, doch seine Gestik klein und fein. Er setzte sich gerne nur auf die Ecke des Stuhls. Aus dem grob geformten Mund kamen sensibel gewählte Worte. Seine Stimme kam hoch und sanft aus dem eigentlichen Bariton-Klangkörper. Mit seinen groben Händen und den sauberen Nägeln wank er gerne mit kurzen fingerkrümmenden Bewegungen. Auch wenn er eigentlich in Sprechdistanz war.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-284" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed2-808x514.jpg" alt="0_Beach_Bed2" width="808" height="514" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann nachts wachte ich von lautem Schnarchen und lautem Handyklingeln auf. Die Festivalnacht hatte Eugenio ausgeknockt. Er lag mit längs gegelten Haaren und quer gestreifter Unterhose in seinem Bett und sein Schlaf machte ihn zu einem anderen Menschen. In erster Schlaftrunkenheit dachte ich noch jemand anderes hätte Eugenios Bett gekapert. Grobschlichtig nahm er nicht mehr nur die Stuhlkante, sondern jetzt das gesamte Bett und gefühlt alles darüber hinaus ein. Auf dem Rücken liegend und alles von sich gestreckt kam sein Bariton nun zu voller Geltung. Es war tatsächlich Eugenio, der sich laut und tief mit seinem Handy einen raumfüllenden Wettkampf lieferte. Die sensible Sanftheit des Tages war nur noch in dem akribisch zusammengefalteten Hemd neben dem Bett sichtbar.</p>
<p>Ich fühlte mich im Zimmerinteresse handelnd, als ich versuchte Eugenio zu wecken – mit sanftem Schütteln bis zu grobem Rütteln. Doch alle Reaktion war ein plötzlicher schneller Ausschlag seines Ellenbogens, der knapp an meinem Gesicht vorbeiging. Nichts war zu machen, Eugenio hatte keine Antennen in seinem ausgeprägt männlichen Schlaf. Also nahm ich selbst sein Kissen unter seinem Kopf, denn da war sein durchgängig leutendes Handy drin, und schaltete es aus. Für das Schnarchen gab es leider keinen Knopf. Als er am nächsten Tag mit seinem Täschchen in der Elle auf dem Rückweg an uns vorbeifuhr, wank er uns wieder fingerkrümmend mit geneigtem Kopf zu. Er wusste nicht, dass wir wussten, dass er so eigentlich nicht winkt.</p>
<p><strong>Bleib du selbst – und wenn nicht, dann schlafe lieber alleine. </strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-291" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Bar_Swings3-808x432.jpg" alt="0_Bar_Swings3" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-309" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Sea_Couple-808x538.jpg" alt="0_Sea_Couple" width="808" height="538" /><br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-297" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Hammock-808x538.jpg" alt="0_Hammock" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-290" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed-808x411.jpg" alt="0_Beach_Bed" width="808" height="411" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-315" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos6-808x538.jpg" alt="0_Flamingos6" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-287" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Coconut-808x538.jpg" alt="0_Coconut" width="808" height="538" /></p>
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		<title>Auf der Mauer, auf der Lauer</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/gedicht-ueber-freunde-in-marokko/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Sep 2014 14:53:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie ein marokkanischer Mauerpoet unseren ersten Streit nach 24 Jahren Freundschaft löste.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich ich sagte, meinte ich eigentlich wir. Zumindest bei meinen letzten Geschichten aus Marokko. Wir, das sind Isi und ich. Wir, das sind Freunde aus dem Kindergarten. Mittlerweile nur ein bisschen größer. Wir hatten uns als Kinder zwischendurch einmal verloren und Jahre später wiedergefunden. Da freundeten wir uns ein zweites Mal mit Highspeed an &#8211; ohne zu wissen, dass wir uns schon kannten. Seitdem wissen wir, das würde immer wieder funktionieren. Manchmal gibt es Zeiten, in denen wir lange nicht gesprochen haben, dann rufen wir uns an und trinken beide gerade Fencheltee. Obwohl wir sonst gar nicht gerne Fencheltee trinken. Niemand trinkt gerne Fencheltee. Wir haben so ein Zweieruniversum, das ständig in Balance ist. Bei uns ist eins plus eins nicht zwei, sondern zwei Millionen. Wir sind eine Symbiose aus Harmonie und Hakelei. Isi weiß immer die einfachste Antwort auf meine kniffligsten Sinnfragen. Stellt aber auch immer genau die eine Frage, die ich hoffte, dass sie niemand stellt. Und so war es auch bei unserer gemeinsamen Reise durch Marokko.</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-208" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/1_Strand_vorlesen.jpg" alt="1_Strand_vorlesen" width="800" height="435" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Derek Hynd, surfender Spiritueller und spiritueller Surfer, den wir auf unserer Reise kennengelernt hatten, sagte eines Tages &#8220;I couldn’t ever marry one of you. Because you come in a package.&#8221; Nicht nur, dass wir uns als Einheit fühlten, jeder nahm uns auch als Einheit war. Zum Essen bei Freunden bekamen wir regelmäßig zusammen immer nur ein Glas. Uns wurde immer ein Eine-Person-Schlafplatz gegeben. Wir hatten eine Tasche für uns beide, ein Shampoo und teilten fast immer unser Essen. Und wir hatten einen Namen: Les filles. Wer Isi und wer Lena war, wusste selten jemand. Einmal auch wir selbst nicht, als wir uns versehentlich beim Kennenlernen mit dem Namen der anderen vorstellten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-210" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/3_Isi_allein_Mauer.jpg" alt="3_Isi_allein_Mauer" width="812" height="548" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatten wir uns gestritten. Trotz Pubertät und Erwachsenwerden, Pickel- und Schulproblemen, ersten Alkohol- und Jungserfahrungen, unzähligen geplanten und ungeplanten Reisen. Bis zu diesem einen Moment auf dieser Reise. Wir hockten in einem Haus mitten im marokkanischen Inland fest, wo wir eigentlich gar nicht hocken wollten. Denn wir wollten nicht in einem Haus sein und nicht im Inland. Wir wollten draußen sein und am Meer. Weil wir immer draußen ans Meer wollen. Ein Reisefreund von uns organisierte uns eine Fahrt, wollte aber viel lieber, dass wir noch blieben. Was ja eigentlich reizend ist, aber er ging zu weit. Ich hörte, wie er dem Fahrer sagte, erst später zu kommen. Er log mich an. Das Auto würde länger brauchen. Ich war sauer. Nicht weil das Auto in Wahrheit gar nicht länger brauchen würde. Weil er mir ins Gesicht log. Ich erzählte es Isi. Sie spielte es runter. Sie nahm ihn in Schutz. Sie wurde ja auch nicht angelogen. Das machte mich noch saurer. Ich knallte die Tür. Ich bin Steinbock.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-209" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/2_Bus_shiny.jpg" alt="2_Bus_shiny" width="822" height="617" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz vor Abfahrt konfrontierte ich unseren Lügemann noch mit seiner Lüge, aber er stritt es ab und ich war zu sauer und zu meereshungrig für eine Diskussion. Isi und ich stiegen ein und düsten los. Aber die Stimmung war eine andere. Das kannten wir nicht, dass bei uns die Türen knallen. Ich mag streiten, Isi auch, wir hatten es nur noch nicht zusammen versucht. Wie wir immer über alles redeten, redeten wir auch darüber, klärten und verstanden uns. Trotzdem war die Stimmung noch getrübt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone  wp-image-211" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/4_Tagazhout_view.jpg" alt="4_Tagazhout_view" width="839" height="629" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir am Meer in Taghazout ankamen, quetschen wir uns mit unseren schweren Rucksäcken erst einmal durch die engen Gassen. Schön sind die. Alte Steingassen zwischen alten Steinhäusern, die alle leicht bergab gehen und zum Strand führen. Auch wenn man sich verläuft, kommt man immer hinaus, wo man hin will: Am Meer. Überall lokale Händler, die ihre bunten Waren verkaufen. Stoffe, Tonarbeiten und hübscher Klimbim, mit dem man, zurück von der Reise, nichts mehr anzufangen weiß. Wir konnten widerstehen, unterhielten uns aber hier und da mal mit Händlern, die ihre spärlichen Deutschkenntnisse an uns ausprobieren wollten. Die Gespräche hielten nie lange, also gingen wir in unsere Lieblingsstrandbar: Aftas. Direkt unten an der kleinen Mauer zum Strand saßen wir unter einem Bambusschirm, aßen den besten Avocadoburger Taghazouts und tranken frischgepresste Fruchtsäfte aus riesigen Gläsern. Also eigentlich alles wunderbar. Nur die Vibes waren noch in leichter Schieflage.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-215" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Tagazhout_Lena_Jellabah-808x1077.jpg" alt="Tagazhout_Lena_Jellabah" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Neben uns auf der Mauer saß ein junger Marokkaner. Er saß auf der Mauer, als würde er schon lange dort sitzen. In einer gemütlichen, verharrenden Pose, sein Rucksack neben sich und intensiv mit einem Bleistift und einem Block beschäftigt. Ab und an schielte er zu uns rüber, widmete sich aber immer gleich wieder seinem Geschreibsel. Wie boten ihm zwischendurch eine Zigarette an, die er dankend nahm und weiter seinen Block bearbeitete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-212" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/5_Tagazhout_Strand-808x606.jpg" alt="5_Tagazhout_Strand" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kam er zu uns an den Tisch und sagte &#8220;I saw you when you came and I got inspired to write down this poem. It&#8217;s from my favorite poet Cummings and it&#8217;s about friendship.&#8221; Mehr wollte er gar nicht. Er drückte uns seinen Zettel in die Hand und ging wieder zurück auf seine Mauer. Wir lasen das Gedicht, was gar nicht so leicht zu entziffern war. Auf Mauern mit Bleistiften lässt sich nicht so gut schreiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-214" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/7_Poem-808x621.jpg" alt="7_Poem" width="808" height="621" /></p>
<h3></h3>
<p><em>I carry your heart with me,<br />
I carry it in my heart.<br />
I am never without it,<br />
Anywhere I go you go, my dear.<br />
And whatever I do alone by only me<br />
Is you doing my darling.<br />
I fear not fate<br />
For you are my fate, my sweet<br />
I want the world<br />
For beautiful you are, my world, my fate<br />
And it’s you are whatever a moon has<br />
Always meant.<br />
And whatever a sun will always sing is you<br />
Here is the deepest secret nobody knows<br />
Here is the root of the root and the bud of the bud<br />
And the sky of a tree called life<br />
Which grows higher than the soul can hope<br />
Or mind can hide<br />
And this is the wonder that’s keeping the stars apart.</em></p>
<p><em> I carry your heart.<br />
I carry it in my heart.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Gedicht selbst haute uns nicht um, aber das Symbol. Und das Timing. Überwältigt von dem Gespür des jungen Mauerpoeten, schenkten wir ihm alles, was wir zu verschenken hatten – eine halbvolle Schachtel Zigaretten. Isi und ich teilten wieder unsere Burger, unser Glas, nannten uns les filles. Keinen besseren Moment in all unseren 24 Freundschaftsjahren zuvor hätte es gegeben, uns ein solches Freundschaftsgedicht zu schenken. Ein bisschen munkel ich aber immernoch heimlich, dass Isi ihn engagiert hat. Doch sie munkelt dasselbe über mich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-213" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/6_ISI_LENA_DEVILSROCK-808x606.jpg" alt="6_ISI_LENA_DEVILSROCK" width="808" height="606" /></p>
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		<title>Die Uhrzeit des Meeres</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Aug 2014 22:32:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein kleines Dorf macht der großen Welt vor, wie es geht: Alle zusammen und jeder wie er will.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein kleines Dorf macht der großen Welt vor, wie es geht: Alle zusammen und jeder wie er will.</strong></p>
<h3></h3>
<p>Urfrüh waren wir aufgestanden. Zak hatte darauf bestanden, Punkt acht Uhr loszufahren. Ohne Frühstück. Zak war unser Surflehrer und was er sagte, war Gesetz. Im Wasser und an Land, wie meine Freundin Isi und ich gelernt hatten.</p>
<p>Also saßen wir hungrig, frierend und schlaftrunken in Zaks Truck. Wir hatten die Nacht zuvor bis fünf Uhr früh Barbeque am Strand gemacht. Da war der Mond noch klar und warm gewesen. An diesem Morgen war alles feucht und kalt und der Nebel so dicht, dass uns alles weiter als eine Armlänge entfernt, verborgen blieb. Dies galt auch für den Abgrund der Bergserpentinen, die wir anscheinend mit Highspeed durchqueren mussten. Und für die entgegenkommenden Geisterautos, die immer wieder plötzlich zwei Meter vor uns im Nebel erschienen. Die Surfbretter oben drauf, die Wetsuites hinten drin und das Bett weit weg waren wir auf dem Weg in ein kleines Dörfchen an der marokkanischen Küste zwischen Tagazhout und Essaouira, um die perfekte Welle zu surfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/1_Auto.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-51" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/1_Auto-808x552.jpg" alt="_1_Auto" width="808" height="552" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2_Ankommen.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-52" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2_Ankommen-808x606.jpg" alt="_2_Ankommen" width="808" height="606" /></a></p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2a_Photo-10.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-53" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/2a_Photo-10-808x1077.jpg" alt="_2a_Photo-10" width="808" height="1077" /></a></p>
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<p>Dort angekommen, war die Sonne aufgegangen, der Morgennebel etwas verschwunden und die perfekte Welle am morgen schon wieder von der Flut verschlungen. Es würde aber noch eine in der Abendebbe geben. Bis dahin hatten wir also noch einen ganzen Tag Zeit. Wir setzten uns mit Zak und Abs, ein befreundeter Surfer, zum Frühstück nieder. Es gab typisch marokkanisches Frühstück, was wir eh liebten, aber an diesem Morgen ganz besonders: Brot, Schmelzkäse, Olivenöl, Amlou, Eier, Tee und kein Besteck. Das perfekte Arrangement. Auch wenn man eigentlich nur Amlou bräuchte – eine Paste aus Nüssen, Arganöl, Honig und einem Stück Himmel. Anders kann ich mir Amlous überirdische Herrlichkeit und jedesmal schnelles Allesein nicht erklären.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/3_Frühstück.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-54" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/3_Frühstück-808x606.jpg" alt="_3_Frühstück" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Statt Besteck gibt es Brot, mit dem man alles andere aufnimmt. Am Besten so gekonnt, dass man mit den Fingern nichts außer des Brots berührt. Statt Tellern gibt es den Tisch, auf dessen Oberfläche man alles andere ablegt. Anschließend werden eben Finger und Tisch zum Meer gebracht und dort gewaschen. Die Marokkaner haben vielleicht nicht viel, aber dafür nutzen sie das, was da ist, vollends aus. Ein Tisch wird eben komplett vollgeschmiert, eine einfache Axt wird als Universalwerkzeug benutzt, ein Glas genügt auch für die ganze Runde. Und mit Kaugummi lässt sich so einiges kleben. Zum Zucker im Tee verrühren braucht man auch keinen Löffel. Er wird von weit oben in Becher gegossen – und die wieder zurück in die Kanne. Mehrmals, bis der Zucker gelöst ist. So kann man auch mixen. Diese Nähe zu den Dingen hat sich während meiner Reise in den vielfältigsten Ausprägungen immer wieder beeindruckend gezeigt. Als ich irgendwann später wieder an einem sehr europäisch gedeckten Tisch saß, fand ich Besteck absurd. Es stellte so eine unnatürliche Distanz zum Essen her.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/4_Abs_Tee.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-55" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/4_Abs_Tee-808x1077.jpg" alt="_4_Abs_Tee" width="808" height="1077" /></a></p>
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<p>So einfach und gut versorgt, hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Dorf. Darüber lag den ganzen Tag ein halbtransparenter Nebel. Sodass hier nicht diese typische betäubende Stimmung der heißen hellen Sommersonne herrschte, in der irgendwie alles egal ist. Es war eine eher mystische Stimmung, die dem Dorf eine leichte Schwere gab. Jedes Geschehnis wirkte dadurch wie ein wichtiges.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/5_Photo-5.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-56" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/5_Photo-5-808x606.jpg" alt="_5_Photo-5" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Das Dorf ist ein traditionelles Fischerdorf, das jeden Morgen von Fischern und Fischen bewuselt wird. Nachdem frische Fische und blaue Boote vom Meer an Land geholt wurden, gibt es jeden Morgen eine große Fischauktion. Restauranteinkäufer aus der ganzen Region kommen dort hin, um die Frischfischration für den Tag zu ersteigern. Und das schon immer. In der einzigen Halle direkt am Meer ist in der Mitte ein abgezäunter Bereich. Wie eine Boxarena mit Ring. Dort drin steht der allmächtige Schiedsrichter im weißen Kittel und wiegt und bietet die Fische an. Alle anderen stehen um den Ring herum und schreien laut ihre Angebote durcheinander, wie Schreie des Anfeuerns. Die wirken: Es wird verkauft, eingetütet, nächster Fisch.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/6_Auktion.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-57" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/6_Auktion-808x606.jpg" alt="_6_Auktion" width="808" height="606" /></a></p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/7_Photo.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-58" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/7_Photo-808x606.jpg" alt="_7_Photo" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Seit einigen Jahren sind die Fischer aber nicht mehr nur unter sich. Auch die Surfer haben dieses Dorf entdeckt. Zweimal am Tag gibt es perfekte Wellen im perfekten Panorama. So wuseln unter den traditionellen Fischern jetzt auch täglich moderne Surfer umher – was ein absurd widersprüchliches Bild ergibt: Alte Männer in Fischerhosen mit Fischeimer in der Hand und junge Männer in Boardshorts mit Surfbrettern in der Hand. Man könnte meinen, versehentlich zwei Parallelwelten aus verschiedenen Zeiten gleichzeitig zu sehen.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Sign.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-59" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Sign-808x1077.jpg" alt="_8_Fischer_Sign" width="808" height="1077" /></a></p>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8a_Surfer_Sign.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-60" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8a_Surfer_Sign-808x606.jpg" alt="_8a_Surfer_Sign" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Das Dorf besteht aus nur drei Straßen, auf denen man innerhalb von fünf Minuten von einem ans andere Ende des Dorfes gelaufen ist. Was man währenddessen aber sieht, ist in fünf Minuten nicht aufzuwiegen. Es reihen sich Fischshops und Surfshops aneinander. Tritt man in einen Fischerladen ein, begegnet einem respektvolle Zurückhaltung. Der Fischer will gar nicht unbedingt kommunizieren, er weiß auch nicht recht, wie er einem entgegen treten und welche Sprache er mit einem sprechen soll. Das scheint ihn aber nicht zu stören, vielmehr strahlt er eine entspannte Gleichgültigkeit aus. Tritt man gleich nebenan in einen Surfshop ein, entfernt man sich nicht nur um eine Wand, sondern auch um eine Welt: Man wird lässig auf Englisch mit Hang-Loose begrüßt, nach der aktuellen Welle und dem aktuellen Board gefragt, bekommt eine ausführliche Shopbegehung und Wlan-Nutzung angeboten.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Fischer_Laden_Obst.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-66" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Fischer_Laden_Obst-808x546.jpg" alt="Fischer_Laden_Obst" width="808" height="546" /></a></p>
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<p>Manchmal passiert es auch, dass ein Surfer einen Fischimbiss aufmacht. Hier mischen sich dann beide Welten. Der Stolz und das Wissen um den traditionellen Fischfang mit dem weltoffenen Aloha.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/SURFER.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-71" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/SURFER-808x595.jpg" alt="SURFER" width="808" height="595" /></a></p>
<p>     <a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Laden.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-64" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/8_Fischer_Laden-808x606.jpg" alt="8_Fischer_Laden" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Die Surfer sind in Marokko das Sinnbild der progressiven Marokkaner. Durch den Tourismus haben sie viel Kontakt mit anderen Nationen, vor allem Europäern. So verbringen viele von ihnen mehr Zeit mit Europäern als mit Einheimischen. Sie haben Freunde überall in der Welt, sind mit Surfern in einem internationalen Netzwerk verknüpft oder haben sogar europäische Partner. Sie kennen das freie, europäische Leben und sind teilweise zwischen diesem und dem traditionellen marokkanischen Leben hin- und hergerissen<strong>. </strong>Die Fischer sind das Sinnbild der marokkanischen Tradition. Sie leben meist in den kleinsten Dörfern, haben ihren ganz eigenen Rhythmus, machen Geschäfte mit den lokalen Marokkanern und bleiben meist in ihrem kleinen sozialen Kreis aus Familie und Fischerfreunden.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/9_view.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-61" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/9_view-808x606.jpg" alt="_9_view" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>Dieses kleine Dorf ist ein Ort des größten Kultur Clashs im eigenen Land. Und dennoch macht es aus diesem Clash eine Mélange. Denn dieser Mix aus zwei Welten funktioniert ganz wunderbar und voller Respekt füreinander. Fischer und Surfer grüßen sich warmherzig gegenseitig. Manche sind befreundet. Oder gar aus einer Familie – der Vater Fischer, der Sohn Surfer.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-9.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-70" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-9-808x606.jpg" alt="Photo-9" width="808" height="606" /></a></p>
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<p>So unterschiedlich scheinen sie dann doch gar nicht zu sein – die Fischer in ihren festgewachsenen Angelhosen und die Surfer in ihren festgewachsenen Boardshorts, die beide nach der Uhrzeit des Meeres leben. Dieses Fischer-Surfer-Dorf schafft, was die Welt versucht: Trotz Gegensätzlichkeit in harmonischer Gemeinschaft leben. Und immernoch gilt: Boote haben Vorfahrt.</p>
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<p><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-21.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-68" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-21-808x606.jpg" alt="Photo-2" width="808" height="606" /></a></p>
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