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	<title> &#187; Deutschland</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ich bin die Reise.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 16:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am Ende der Reise ist gar kein Ende. Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Am Ende der Reise ist gar kein Ende.<br />
Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>„Ich komme gerade von einer langen Reise zurück.“ Mit dieser Antwort versuche ich die Frage „Und was machst du so?“ möglichst befriedigend und eindeutig zu beantworten. Die Antwort „Ich wohne gerade eigentlich nirgends und somit überall, ich entwickle meine eigenen Tänze, und Texte, ich treffe mich viel mit anderen Menschen und tausche mich aus, ich bin sehr beschäftigt damit Tante zu sein, aber eigentlich bin ich Kommunikationsstrategin.“ überfordert die meisten Fragesteller. Ich habe es probiert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-920" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7371-808x611.jpg" alt="IMG_7371" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p>Ok, ganz objektiv betrachtet komme ich gerade tatsächlich von einer langen Reise zurück. Ein halbes Jahr bin ich durch Mittelamerika gereist und ein halbes Jahr habe ich in Panama gelebt und jetzt bin ich wieder in Deutschland. Aber ganz subjektiv betrachtet, fühlt sich das überhaupt nicht nach dem Ende einer Reise an. Dafür müsste ja irgend etwas vorbei sein. Doch ich fühle mich heute am Schreibtisch meines Bruders in München sitzend noch genauso wie vor sieben Monaten, als ich die großen Treppenstufen zum großen Inkatempel in Mexiko schräg im Inkastil hinauflief und genauso wie vor drei Monaten, als ich morgens mit dick Sonnencreme auf der Nase und Surfbrett unter’m Arm aus meinem <a title="Zur Story 'Ich glaube, ich wohne hier.'" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/" target="_blank">panamaischen Apartment </a>stolperte und mich die Bauarbeiter von nebenan mit „Buenas dias!“ anschrien. Ich fühle mich noch ganz genauso. Nur eben wieder an einem anderen Ort.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-917" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7368-808x606.jpg" alt="IMG_7368" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Na gut, Reisen ist noch ein bisschen mehr als das Gefühl. Es geht auch darum aus seinem <a title="Zur Story 'Ganz neue Langeweile'" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/" target="_blank">Alltag auszubrechen</a>. In <a title="Zur Story 'Dann weißt du'" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/" target="_blank">neue Welten</a> einzutauchen. Ganz andere interessante <a title="Surfen ist für alle da" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/" target="_blank">Menschen kennenzulernen</a>. Vielleicht eine <a title="Zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Fremdsprache zu lernen</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-919" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7370-808x606.jpg" alt="IMG_7370" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch das tue ich immernoch. Mein alltägliches Leben ist ein Antialltag. ‚Normalerweises’ und ‚Immers’ gibt es nicht in meiner Tagesbeschreibung. Ich trinke morgens gerne heißes Wasser, ohne alles. Das ist mein einziger Alltagshabitus. Danach ist jeder Morgen anders, jeder Mittag anders, jeder Abend anders. Das ist manchmal anstrengend, weil kein fester Ablauf mir sagt, ob ich als nächstes zum Sport, zum Mittagessen oder an den Laptop gehe. Das ist aber auch erfrischend, weil ich in jedem Moment neu entscheiden kann, ob mir gerade nach Sport, Mittagessen oder Laptopkram ist. Ich mache das, wonach mir gerade ist. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-929" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7379-1-808x808.jpg" alt="IMG_7379-1" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>In neue Welten tauche ich ständig ein. Zum Beispiel die Lebensumkremplerwelt in München. Menschen, die ihren sicheren Bürojob aufgeben wollen, um sich selbst zu verwirklichen treffen sich regelmäßig zum Austausch. Laura erzählt von ihrem Projekt, in dem sie mit lokalen Stadtführungen Flüchtlingen bei ihrer Integration hilft. Michael erzählt von seinem faden Alltag als Softwareentwickler und Vladimir von seinem Start-up, das Start-ups beim start-up’en hilft. Manchmal fühlt es sich nach Selbsthilfegruppe an, aber es ist eine ganz eigene Welt voller Offenheit, Inspiration, und Veränderungsenergie. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-924" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7375-1-808x606.jpg" alt="IMG_7375-1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch in die Welt der Schlafmöglichkeiten kann ich tief eintauchen. Hinter’m Bücherregal, auf dem Wolkensofa oder in der Wäschekammer. Ein Bett finde ich überall. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-931" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7380-808x808.jpg" alt="IMG_7380" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder die Mamababywelt, in die ich mit meinen zwei kleinen Babyneffen immer wieder eintauche. Wenn ich mit ihnen allein unterwegs bin, sehe ich aus wie ihre Mutter, habe die Verantwortung wie ihre Mutter, benehme mich wie ihre Mutter. Menschen werfen uns Muttersprüche zu wie „Der hat Ihre Augen!“ oder „Hat die Mama dir aber eine schöne Hose angezogen!“. Wir unterhalten uns miteinander in Babysprache und mit anderen Mamas über Pipi und Kacka. Wir gehen auf den Spielplatz, ins Kindercafé, an die Mutter-Kind-Schlange im Supermarkt. Wir kaufen Windeln, Babybrei und Popocreme. Und ich sage <em>wir</em> statt <em>ich</em>. Es ist eine ganz eigene Welt voller Geduldsspiele, großer Babyliebe und Neuentdeckungen. Noch nie zuvor habe ich einer Waschmaschine ihren ganzen Waschgang lang zugesehen und mich über jede Umdrehung gefreut. Am besten sind die Schleudergänge. Zu dem rhythmischen Ssssssss kann man sogar tanzen. So sehe ich meine Umwelt immer wieder mit neuen Augen. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-927" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7377-808x808.jpg" alt="IMG_7377" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich gebe zu, der Supermarkteinkauf, der Busfahrkartenkauf und das Verständnis der Menükarte fallen wieder leichter. Dafür fühle ich mich wie eine Wünschelrute für Menschen, denen eben dies hier gar nicht so leicht fällt. Menschen auf Durchreise, Menschen auf Entdeckung, oder einfach Menschen, die Spanisch sprechen. Irgendwie treffe ich auf sie an jeder Ecke und irgendwie komme ich mit ihnen zu jeder Gelegenheit in Kontakt. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-928" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7378-808x606.jpg" alt="IMG_7378" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fühle mich noch wie auf Reisen und ich erlebe noch Dinge wie auf Reisen. Eigentlich bin ich doch dann noch auf Reisen. Nur eben an einem anderen Ort. Doch der Ort war auch in Mittelamerika nie von großer Bedeutung. Klar war es aufregend in Frida Kahlos Malzimmer zu stehen. Klar was es aufregend sich von einem Felsen über die steile Klippe abzuseilen oder zu einer kolumbianischen Hochzeit zu gehen. Aber nicht, weil ich in Mexico City, Playa Gigante oder Cartagena war. Sondern weil ich mit Entdeckergeist, Wachsamkeit und Urvertrauen meiner Außenwelt begegnet bin. Und weil ich mich gut dabei gefühlt habe. Der Ort hat den Rahmen geschaffen, aber gefüllt haben ihn meine ganz eigenen Erlebnisse, meine ganz eigene Wahrnehmung und meine ganz eigenen Gefühle. Und genauso ist es auch jetzt und hier noch. Und genauso wird es auch noch an allen anderen zukünftigen Orten sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-921" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7372-808x606.jpg" alt="IMG_7372" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Somit wird diese Reise niemals enden. Denn ich bin die Reise. Und in Zukunft werde ich antworten „Ich mache das, wonach mir gerade ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dieser Heimatteil von mir</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2014 15:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wehmut kommt vor dem Abflug: Wie das Blinken meines Rauchmelders mir zeigte, wie schön meine Heimat ist. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>‚Blink’ machte der Rauchmelder. Ein rotes ‚Blink’. Das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich lag auf dem Fußboden zwischen Bett und Schrank und machte Dehnübungen.. Dort lag ich schon so oft und machte Dehnübungen. Doch noch nie hatte ich den Rauchmelder blinken sehen. Wenn er das jetzt tut, tut er das aber sicher regelmäßig. In welchem Takt er wohl blinkte. Vielleicht minütlich. Oder öfter. Doch während ich überlegte, waren ja bestimmt schon dreißig Sekunden vergangen. Dann war es vielleicht doch seltener. Ich wartete ab und wollte erst nach dem nächsten Blinken die nächste Übung machen. Ich wusste gerade eh nicht, welche als nächstes. Also war ich über einen unbeteiligten Taktgeber ganz froh.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-272" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_wave.jpg" alt="0_wave" width="800" height="570" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich wartete weiter und wunderte mich. So oft schon lag ich an dieser Stelle mit dem Blick nach oben und nie hatte ich es blinken sehen. Und jetzt liege ich eine der letzten Male an dieser Stelle und entdecke etwas Neues. In einer Woche reise ich ab. One-way-Ticket nach Mexico. Reisen, Kennenlernen, Wundern, Betten teilen, Busse fahren, Leben, Schreiben. Seit den letzten Wochen rückt dieser Zeitpunkt zähl- und fühlbar näher. Und seit diesen letzten Wochen hat sich auch mein Blick verändert. Je näher das Ferne rückt, umso mehr schärft sich mein Blick für das Nahe. Und wie ich so genau hinschaue, entfaltet jedes Detail etwas wundersam Neues.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter  wp-image-273" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Moon.jpg" alt="0_Moon" width="773" height="579" /></p>
<h3></h3>
<p>Ursprünglich konnte es mir bei der Planung der Reise gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten gleich morgen los. Rückflugticket – brauche ich nicht. Arbeit – kündige ich. Habseeligkeiten – vermiete, verschenke, verkaufe ich. Freunde – nehme ich mit, physisch oder seelisch. Auf auf!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-269" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Elbphilharmonie.jpg" alt="0_Elbphilharmonie" width="784" height="588" /></p>
<h3></h3>
<p>So in etwa, nur weniger schnell ging es dann auch. Doch was ich völlig vergaß: Die Gefühle für das Nahe. Am Anfang der Reiseplanung steckt der Kopf in der Ferne. Da will ich hin. Doch um dort hinzukommen, muss der Kopf sich dem Hier und Jetzt widmen und organisieren, informieren, arrangieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dabei stellt er fest: Alles, was ich hier tue, hat ein Ende. Alles, was zuvor Selbstverständlichkeit hatte, hat ein Ende. Im Lieblingssupermarkt den Lieblingskäse kaufen. Vor der Tür die Parkgewohnheiten der Fahrradfahrer in dem eigentlich zu engen Gang analysieren. Im Lieblingspark um die Ecke dem Typ, der immer die Bäume umarmt, hinterherjoggen. Auch den Baum umarmen wollen. Vom Lieblingstrainer mehrmals wöchentlich schmerzhaft angeschrien werden. Ständig überall den Lieblingsnachbar treffen, nur nie vor der Haustür. Mit Lieblingsfreunden doofe schöne Alltagsbesorgungen machen. Morgens im Büro mit der Küchenfee über Flohmarktgeheimtipps austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-267" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Alster_swan-808x520.jpg" alt="0_Alster_swan" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>All das war immer einfach da. Und erst wo es bald nicht mehr einfach da sein wird, merke ich, wie gerne ich es einfach da hatte. Wie ungerne ich es einfach nicht mehr da haben möchte. Eine eigentliche Binse wird mir klar: Man kann tatsächlich nicht alles haben. Die Lieblingsaspekte aus dem Hier bewahren und in die Ferne reisen geht nicht. Um neue Dinge zu tun, muss man auch alte aufgeben. Nur genau diese alten finde ich gerade so wunderschön.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-274" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Harbour_other-side.jpg" alt="0_Harbour_other side" width="800" height="530" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kommen die Tage der letzten Male und die Abschiedsmelancholie tritt ein. Auch wenn ich mir sicher über mein Reisevorhaben bin, möchte der Heimatteil von mir auch bleiben und bewahren. Und den noch einmal sehen. Und die. Und die auch. All die lade ich noch zu einer Feier ein. Einfach so, um alle noch einmal zu sehen und um eine Feier zu machen, was ich schon immer einmal machen wollte. Es ist bewusst keine Abschieds-, sondern eine Freiheitsfeier. So feiere ich die Freiheit mit allen, die ich gern habe und wir tabuisieren allesamt dabei das Thema Abschied. Es ist ein wundervoller Abend voller wunderbarer Menschen und wundersamer Momente, in dem sich zwei Dinge komprimieren, die sich seit Kurzem in mir manifestieren: 1. Es ist so wunderschön hier. 2. Tschüss sagen ist doof. Und dieser Heimatteil von mir möchte noch mehr bleiben und bewahren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-271" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Freiheitsfeier-808x606.jpg" alt="0_Freiheitsfeier" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Gute am morgendlichen Wohnungschaos: Ich kann gleichzeitig sauber machen, ausmisten und einpacken. Verlangsamt durch Melancholie und Partyschläfrigkeit brauche ich ganze drei Tage dafür. Drei Tage voller Orga- und Packkollas und ohne große Emotionen. Vorfreude, Abschiedsschmerz – alles weg. Keine Zeit. Muss packen. Wehmütige Anrufe von Familie und Freunden – keine Zeit. Muss packen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-275" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_HamburgHarbour-808x479.jpg" alt="0_HamburgHarbour" width="808" height="479" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Ende stehe ich Dienstag Abend, 18 Uhr in meiner Wohnung und es klingelt. Danny steht vor der Tür, er wird meine Wohnung behausen. Ich lasse ihn hinein und präsentiere die ausgemistete, geputzte Wohnung als wär es kein Akt gewesen. Ich werfe noch einmal einen Blick in ein paar Ecken, in ein paar Schränke. Als wüsste ich nicht, was dort ist. Dabei weiß ich es gerade so genau, wie nicht einmal beim Einzug. Nur wird es erst einmal der letzte Blick sein. Ein letztes Mal meiner lieben Wohnung tief in die Augen blicken. Keiner kennt sie so gut wie ich. Keiner kennt mich so gut wie sie. Ob Danny auch irgendwann das rote Blinken entdecken wird?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-268" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Besitz.jpg" alt="0_Besitz" width="800" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich verlasse die Wohnung ohne Abzuschließen, Danny schließt die Tür von innen und ich stehe draußen. Die Luft ist frisch und herausfordernd. „Lauf los,! Atme!“, sagt sie. Mein Rucksack auf den Schultern ist jetzt mein neues Zuhause. Ohne mich einmal umzudrehen, trägt er mich durch die Straßen. Plötzlich wird alles real – vorher wusste ich, ich würde gehen. Jetzt spüre ich, ich werde gehen. Die Luft breitet sich in meiner Lunge aus, ich kann kaum genug einatmen. Dort ist so viel Platz, so viel Freiheit. Die Entfernung zur Wohnungstür wird immer größer. Der Rucksack wird immer leichter. Je weiter ich mich entferne, umso schwächer wird die Verbindung. Es fühlt sich an, als würde die Nabelschnur von mir zu meiner Wohnung langsam durchtrennt werden. Mit weiterer Entfernung dehnt sie sich immer mehr aus. Bis die sich schnell schließenden Ubahn-Türen sie durchtrennen. Piiiep – Bum – Abgeschnitten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-276" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Parc_sundown-808x495.jpg" alt="0_Parc_sundown" width="808" height="495" /></p>
<h3></h3>
<p>Die letzte Heimatnacht ist gleichzeitig die erste Freiheitsnacht. Auf dieser Metastation schlafe ich drei Stunden bei einem Freund Zuhause und mir wird klar: Erst in den letzten wenigen Tagen ist mein Zuhause zu meiner tatsächlichen Heimat geworden. Noch nie vorher habe ich es so bewusst wahrgenommen und genossen. Es ist ein tolles Gefühl, denn ich weiß: Genau in diese Heimat kann ich jederzeit zurückkehren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-270" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_ERINNERUNGEN-808x437.jpg" alt="0_ERINNERUNGEN" width="808" height="437" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann geht’s los. Um fünf Uhr morgens stehe ich am Hamburger Flughafen. Schlaftrunken und von allen Habseeligkeiten befreit lasse ich nun alle Seeligkeiten der Heimat hinter mir. Doch ich bin nicht allein, denn ein großes kleines Stück von all der heimatlichen Schönheit habe ich bei mir: Sany. Freundin, Reiseseelenverwandte, Heimatherz. Mehr brauche ich nicht, um heraus zu finden, wann mein Rauchmelder ein zweites Mal blinkt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-266" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/Abflug-808x588.jpg" alt="Abflug" width="808" height="588" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/">Dieser Heimatteil von mir</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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