<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title> &#187; Globale Gedanken</title>
	<atom:link href="http://stories-i-tell.com/kontinent/globale-gedanken/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://stories-i-tell.com</link>
	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Dec 2015 16:02:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=3.9.40</generator>
	<item>
		<title>Ich bin die Reise.</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/ende-reise-ich-bin-die-reise/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/ende-reise-ich-bin-die-reise/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 16:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[rückkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=914</guid>
		<description><![CDATA[<p>Am Ende der Reise ist gar kein Ende. Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/ende-reise-ich-bin-die-reise/">Ich bin die Reise.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Am Ende der Reise ist gar kein Ende.<br />
Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>„Ich komme gerade von einer langen Reise zurück.“ Mit dieser Antwort versuche ich die Frage „Und was machst du so?“ möglichst befriedigend und eindeutig zu beantworten. Die Antwort „Ich wohne gerade eigentlich nirgends und somit überall, ich entwickle meine eigenen Tänze, und Texte, ich treffe mich viel mit anderen Menschen und tausche mich aus, ich bin sehr beschäftigt damit Tante zu sein, aber eigentlich bin ich Kommunikationsstrategin.“ überfordert die meisten Fragesteller. Ich habe es probiert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-920" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7371-808x611.jpg" alt="IMG_7371" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p>Ok, ganz objektiv betrachtet komme ich gerade tatsächlich von einer langen Reise zurück. Ein halbes Jahr bin ich durch Mittelamerika gereist und ein halbes Jahr habe ich in Panama gelebt und jetzt bin ich wieder in Deutschland. Aber ganz subjektiv betrachtet, fühlt sich das überhaupt nicht nach dem Ende einer Reise an. Dafür müsste ja irgend etwas vorbei sein. Doch ich fühle mich heute am Schreibtisch meines Bruders in München sitzend noch genauso wie vor sieben Monaten, als ich die großen Treppenstufen zum großen Inkatempel in Mexiko schräg im Inkastil hinauflief und genauso wie vor drei Monaten, als ich morgens mit dick Sonnencreme auf der Nase und Surfbrett unter’m Arm aus meinem <a title="Zur Story 'Ich glaube, ich wohne hier.'" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/" target="_blank">panamaischen Apartment </a>stolperte und mich die Bauarbeiter von nebenan mit „Buenas dias!“ anschrien. Ich fühle mich noch ganz genauso. Nur eben wieder an einem anderen Ort.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-917" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7368-808x606.jpg" alt="IMG_7368" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Na gut, Reisen ist noch ein bisschen mehr als das Gefühl. Es geht auch darum aus seinem <a title="Zur Story 'Ganz neue Langeweile'" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/" target="_blank">Alltag auszubrechen</a>. In <a title="Zur Story 'Dann weißt du'" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/" target="_blank">neue Welten</a> einzutauchen. Ganz andere interessante <a title="Surfen ist für alle da" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/" target="_blank">Menschen kennenzulernen</a>. Vielleicht eine <a title="Zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Fremdsprache zu lernen</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-919" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7370-808x606.jpg" alt="IMG_7370" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch das tue ich immernoch. Mein alltägliches Leben ist ein Antialltag. ‚Normalerweises’ und ‚Immers’ gibt es nicht in meiner Tagesbeschreibung. Ich trinke morgens gerne heißes Wasser, ohne alles. Das ist mein einziger Alltagshabitus. Danach ist jeder Morgen anders, jeder Mittag anders, jeder Abend anders. Das ist manchmal anstrengend, weil kein fester Ablauf mir sagt, ob ich als nächstes zum Sport, zum Mittagessen oder an den Laptop gehe. Das ist aber auch erfrischend, weil ich in jedem Moment neu entscheiden kann, ob mir gerade nach Sport, Mittagessen oder Laptopkram ist. Ich mache das, wonach mir gerade ist. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-929" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7379-1-808x808.jpg" alt="IMG_7379-1" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>In neue Welten tauche ich ständig ein. Zum Beispiel die Lebensumkremplerwelt in München. Menschen, die ihren sicheren Bürojob aufgeben wollen, um sich selbst zu verwirklichen treffen sich regelmäßig zum Austausch. Laura erzählt von ihrem Projekt, in dem sie mit lokalen Stadtführungen Flüchtlingen bei ihrer Integration hilft. Michael erzählt von seinem faden Alltag als Softwareentwickler und Vladimir von seinem Start-up, das Start-ups beim start-up’en hilft. Manchmal fühlt es sich nach Selbsthilfegruppe an, aber es ist eine ganz eigene Welt voller Offenheit, Inspiration, und Veränderungsenergie. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-924" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7375-1-808x606.jpg" alt="IMG_7375-1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch in die Welt der Schlafmöglichkeiten kann ich tief eintauchen. Hinter’m Bücherregal, auf dem Wolkensofa oder in der Wäschekammer. Ein Bett finde ich überall. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-931" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7380-808x808.jpg" alt="IMG_7380" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder die Mamababywelt, in die ich mit meinen zwei kleinen Babyneffen immer wieder eintauche. Wenn ich mit ihnen allein unterwegs bin, sehe ich aus wie ihre Mutter, habe die Verantwortung wie ihre Mutter, benehme mich wie ihre Mutter. Menschen werfen uns Muttersprüche zu wie „Der hat Ihre Augen!“ oder „Hat die Mama dir aber eine schöne Hose angezogen!“. Wir unterhalten uns miteinander in Babysprache und mit anderen Mamas über Pipi und Kacka. Wir gehen auf den Spielplatz, ins Kindercafé, an die Mutter-Kind-Schlange im Supermarkt. Wir kaufen Windeln, Babybrei und Popocreme. Und ich sage <em>wir</em> statt <em>ich</em>. Es ist eine ganz eigene Welt voller Geduldsspiele, großer Babyliebe und Neuentdeckungen. Noch nie zuvor habe ich einer Waschmaschine ihren ganzen Waschgang lang zugesehen und mich über jede Umdrehung gefreut. Am besten sind die Schleudergänge. Zu dem rhythmischen Ssssssss kann man sogar tanzen. So sehe ich meine Umwelt immer wieder mit neuen Augen. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-927" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7377-808x808.jpg" alt="IMG_7377" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich gebe zu, der Supermarkteinkauf, der Busfahrkartenkauf und das Verständnis der Menükarte fallen wieder leichter. Dafür fühle ich mich wie eine Wünschelrute für Menschen, denen eben dies hier gar nicht so leicht fällt. Menschen auf Durchreise, Menschen auf Entdeckung, oder einfach Menschen, die Spanisch sprechen. Irgendwie treffe ich auf sie an jeder Ecke und irgendwie komme ich mit ihnen zu jeder Gelegenheit in Kontakt. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-928" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7378-808x606.jpg" alt="IMG_7378" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fühle mich noch wie auf Reisen und ich erlebe noch Dinge wie auf Reisen. Eigentlich bin ich doch dann noch auf Reisen. Nur eben an einem anderen Ort. Doch der Ort war auch in Mittelamerika nie von großer Bedeutung. Klar war es aufregend in Frida Kahlos Malzimmer zu stehen. Klar was es aufregend sich von einem Felsen über die steile Klippe abzuseilen oder zu einer kolumbianischen Hochzeit zu gehen. Aber nicht, weil ich in Mexico City, Playa Gigante oder Cartagena war. Sondern weil ich mit Entdeckergeist, Wachsamkeit und Urvertrauen meiner Außenwelt begegnet bin. Und weil ich mich gut dabei gefühlt habe. Der Ort hat den Rahmen geschaffen, aber gefüllt haben ihn meine ganz eigenen Erlebnisse, meine ganz eigene Wahrnehmung und meine ganz eigenen Gefühle. Und genauso ist es auch jetzt und hier noch. Und genauso wird es auch noch an allen anderen zukünftigen Orten sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-921" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7372-808x606.jpg" alt="IMG_7372" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Somit wird diese Reise niemals enden. Denn ich bin die Reise. Und in Zukunft werde ich antworten „Ich mache das, wonach mir gerade ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/ende-reise-ich-bin-die-reise/">Ich bin die Reise.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/ende-reise-ich-bin-die-reise/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=885</guid>
		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/">Ich glaube, ich wohne hier.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/">Ich glaube, ich wohne hier.</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Panama]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=820</guid>
		<description><![CDATA[<p>Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/">Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich sitze in meinem orangenen <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostelzimmer</a>, es ist gemütlich und überall hängen unsere bunten Handtücher. Von draußen scheint die gelbe Sonne durch den Spalt der braunen Holzfenster. Da möchte ich hin. Ich gehe hinaus auf die Straße in Panamas Karibik: Bocas del Toro. Die Straße ist grau asphaltiert, aber das Leben hier füllt sie mit den buntesten Farben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-858" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hostal_Tungara-808x538.jpg" alt="0.Hostal_Tungara" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Direkt vor unserem Hostel lungern meistens unsere Freunde herum – auch sie sind bunt gemixt. Einige kommen aus Bocas und leben schon ihr ganzes Leben das bunte Bocas Leben, andere kommen aus Panama City, aber verweilen die meiste Zeit hier. Nochmal andere sind ein Mix aus karibischem Vater und innerländischer Mutter. Und manche kommen von ganz woanders aus der Welt, aber haben Panamas Karibik für sich entdeckt. Sie tragen braunes, blondes, korkenziehergelocktes oder gedreadlocktes Haar und sie alle zusammen machen diesen Ort so vielfarbig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-860" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_Green_Laundry-808x538.jpg" alt="0.House_Green_Laundry" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-857" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Group_Globos-808x538.jpg" alt="0.Group_Globos" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Genauso kunterbunt wie die Menschen ist auch der Tag in Panamas Karibik. Wir stehen irgendwann auf. Wann weiß ich nicht, denn auch der Biorythmus ist von den vielen verschiedenen Eindrücken hier durcheinander gebracht. Dann haben wir jede mögliche Frühstücksoption – von dunkelbraunem deutschem Vollkornbrot bis zu weißem Kokosbrot. Johnny Queque nennen es die Bocatoreños liebevoll.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-862" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_green_Window-808x538.jpg" alt="0.House_green_Window" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Danach haben wir unendliche weitere Optionen. Wir entscheiden uns meistens für das azurblaue Wasser und gehen <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">surfen</a>. Ich schlüpfe in meinen rot-rosanen Surfsuite, schnappe mein orange-blaues Surfboard und springe mit meinen genauso farbenfrohen Freundinnen in das blau-gelbe Boot, das uns direkt zur grün-weißen Welle bringt. Die Welle nehmen wir bis sie zweimal grün und zweimal weiß war und reiten sie bis zu den braunen Steinen. Als wir aus dem Wasser ins Boot zurückkrabbeln, haben wir ein paar rote Wunden am Fuß von dem grün-braunem Unterwasser Reef.</p>
<p>Einen Tag bäumt sich genau über uns im Wasser ein Regenbogen auf. Perfekt geformt kommt er aus dem Wasser und endet auf der anderen Seite wieder im Wasser. Es ist ein doppelter Regenbogen und er trägt jede Farbe so klar und intensiv wie ich es noch nie gesehen habe. Sogar Regenbogen sind hier bunter.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-876" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Surf_-808x538.jpg" alt="0.Surf" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehen wir zu unserem kunterbunten <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Spanischunterricht</a>. Ofelina in ihrer blauen Latzhose mit dem pinken-orangenen T-Shirt darunter unterrichtet uns für ein paar Tage, um unser dunkles Straßenspanisch zum Glänzen zu bringen. Jeden Tag machen wir etwas anderes mit ihr und jedes Mal geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Manchmal spielen wir Spiele auf Spanisch mit Tieren und fühlen uns wie Schulkinder. Jeden Tag kehren wir mit Hausaufgaben zurück in unser Hostel. Manchmal führen wir ausgiebige Grammatikdiskussionen und fühlen uns wie Sprachwissenschaftler. Nach einer Woche ist unser Sprachzentrum mit frischgrünem Spanisch und unser Herz mit warmroter Latzhosenfreundschaft aufgeladen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-873" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish-808x538.jpg" alt="0.Spanish" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-872" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish_Board-808x509.jpg" alt="0.Spanish_Board" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Später am Tag stehen wir wieder mit unseren bunt gemixten Freunden auf der Straße und trinken orangene Margarita oder rotes Michelada oder gelbes Bier oder schwarzes Rum-Cola. Mit Mango oder Tomate oder Limette oder Limette. Wir trinken bunt und wir reden bunt – über grüne und weiße Wellen, über blaue und weise Latzhosen, über das Leben. Irgendwann am Abend gehen wir ein Stück die Straße runter in unseren Lieblingsclub. Ein holzfarbenes Gebäude mit einer dunklen Tanzfläche und einigen roten und grünen Lasern. Alles ist schwarz-rot-grün hier drin und der DJ spielt bunt gemixte Musik. Das Konzept heißt ‚Das worauf ich gerade Lust habe’ und so kommt nach Raeggea Salsa und nach Bachata Hip Hop. Aber genau das macht Spaß und passt wunderbar in das bunte Bocas Leben. Du weißt nie, was gleich passiert, aber es wird dich überraschen und ganz sicher eine andere Farbe tragen als das Jetzt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-864" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Barcas_Parking-808x538.jpg" alt="0.Sea_Barcas_Parking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-855" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boats_Colorful-808x538.jpg" alt="0.Boats_Colorful" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Einen anderen Tag laufen wir in eine gelb leuchtende Handleserin. Maria. Von ihr lassen wir uns die Hand lesen und die Karten legen und stundenlang ist unser Bocas irgendwie dunkellila mystisch. Einen anderen Tag radeln wir abends mit bunt gepunkteten Fahrrädern zum Jiu Jitsu Unterricht. In strahlend weißen Schweren Sportanzügen schwitzen und kämpfen wir und unser buntes Bocas ist weiß und klar, technisch und triefend. Einen anderen Tag sind wir zu einer Babyshower eingeladen. Einen Nachmittag lang essen wir Popcorn aus hellblauen Schächtelchen mit weißen Schleifchen. Wir machen Polaroidfotos mit falschen tiefschwarzen Moustaches an Stäben und blau-weißen Kapitänsmützen. Unser Bocas ist durch und durch in babyblau getaucht. Es wird ein Junge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-870" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Windows-808x489.jpg" alt="0.Sea_Windows" width="808" height="489" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-871" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sky__Shine-808x522.jpg" alt="0.Sky__Shine" width="808" height="522" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es da diesen Moment, in dem ich ganz allein auf der Straße stehe, mitten in der rot-orangenen Abenddämmerung. Der graue Rauch meiner Zigarette steigt auf und ich stehe einfach nur dort. Die Luft ist viel klarer und durchsichtiger als sie sonst ist und so auch meine Gedanken. Ich denke über das Hier und Jetzt nach, wieviele Farben der heutige Tag schon wieder trug und wie wunderschön sie alle waren. Genau jetzt trägt Bocas schon wieder eine ganz neues Kleid: Transparenz. Es fühlt sich an, als sei ich die einzige Person hier. Wo sonst immer buntes passiert, ist genau jetzt Leere. Wo sonst immer bunte Freunde umherwuseln, ist genau jetzt Niemand. Für diesen Moment fühle ich mich isoliert vom bunten Bocas Leben. Ich trage transparente Farbe und niemand kann mich sehen. Bis ich verstehe, dass auch dies eine Nuance in Bocas Farbpalette ist. Eine Nuance, die mich am meisten überrascht. Hier möchte ich bleiben, bis wirklich keine Farbe mehr unentdeckt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Habla Ya</a> für das goldene Spanisch.</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostel Tungara</a> für das orangene Zimmer.</p>
<p>Danke <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">Mono Loco </a>für die grünen Wellen.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/">Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Plötzlich im Urwald</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/costa-rica-ploetzlich-im-urwald/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/costa-rica-ploetzlich-im-urwald/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2015 23:38:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Costa Rica]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=817</guid>
		<description><![CDATA[<p>Die mächtige Natur in Costa Ricas Urwald überwältigt uns – körperlich und seelisch. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/costa-rica-ploetzlich-im-urwald/">Plötzlich im Urwald</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Die mächtige Natur in Costa Ricas Urwald überwältigt uns – körperlich und seelisch.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Gerade haben wir noch im Meer geplantscht und Sand klebte an uns. Jetzt plantschen wir in unserem Schweiß und Insekten kleben an uns. Wir sind gerade in Costa Rica und direkt im Dschungel gelandet. Das ist nicht schwer hier, denn der beginnt quasi gleich hinter der Grenze und gleich hinter dem Strand. Während wir uns dort noch wunderbar selbst orientieren konnten – Wasser, Welle, Sand – klappt das im Dschungel nicht mehr. Hier hinein trauen wir uns nur mit Daigon, dem Dschungelkenner. Denn zwischen Schlangen und Taranteln wollen wir nicht verloren gehen. Wir stiefeln los, Dschungel-Daigon vorweg, wir Meer-Mädchen hinterher. Das ist gut, denn er trägt nicht nur die Aufschlangentretverantwortung, sondern auch noch ein großes Teleskop.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-834" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hat_Jungle-808x538.jpeg" alt="0.Hat_Jungle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Eintritt in den Dschungel, ist der Eintritt in eine neue Welt. Die Luft ist feucht und stickig. Das Licht wird durch die hohen Baumkronen gefiltert, Sonne kommt da nicht mehr durch. Der Boden ist nass-klebrig-schlammig. Der Geruch ist moderig, mit immer mal wieder intensivem Blütenstaubduft. Die Geräusche werden immer lauter, verschiedene Vogelstimmen und viele Zikaden, die lauthals in den Bäumen zirpen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-845" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Teleskop_Baum-808x538.jpeg" alt="0.Teleskop_Baum" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon nach den ersten Metern sind auch wir nass-klebrig-schlammig. Obwohl wir im gemütlichen Spaziertempo schreiten, treibt der Dschungel uns sofort den Schweiß aus allen Poren. Für viel Wegunterhaltungen reicht die Puste daher nicht. Außer für meine Freundin Lea und ihren Wunsch ein Faultier zu sehen. Denn das würde einen ihrer Lebensträume erfüllen. Und für Lebensträume reicht die Puste immer.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-846" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Walking-808x538.jpeg" alt="0.Walking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-847" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Way_Jungle-808x538.jpeg" alt="0.Way_Jungle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langsam, aber triefend bewegen wir uns fort. Bis Daigon bereits nach kurzer Zeit etwas erspäht. Mit vorfreudigem Schweigen nimmt er das Teleskop von seiner Schulter und stellt es ein. Wir werfen uns alle fragende kuriose Blicke mit großen Augen zu. Aber niemand will reden, um das erspähte mysteriöse Wesen nicht zu verscheuchen. Auch wir suchen oben im Baum und ja, da ist etwas rundes, helles in den Ästen. Dann schauen wir einer nach dem anderen durch das Teleskop – und erspähen es: Ein Faultier!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-842" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Sloth_Telescope-808x538.jpeg" alt="0.Sloth_Telescope" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Gemütlich und kuschelig hängt es im Baum und tut, was es immer tut: Schlafen. Dabei guckt es so zufrieden und entspannt, wie ich noch nie jemanden zufrieden und entspannt gucken sehen habe und erfüllt nebenbei einen Lebenstraum. 16 Stunden am Tag schläft es und nur einmal die Woche kommt es vom Baum herab, für seinen Toilettengang. Dafür braucht es dann aber auch eine Stunde. Denn auf dem Weg hinunter macht es immer wieder Pausen – um zu entspannen und um nach Feinden Ausschau zu halten. Denn sollten sie kommen, könnte es nicht flüchten. Nur viel zu langsam. Auf unserem weiteren Weg durch den Dschungel erspäht Daigon mit seinen Dschungelaugen immer mal wieder ein Faultier – alle schlafend und hängend und zufrieden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-830" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Echse_-808x471.jpeg" alt="0.Echse" width="808" height="471" /></p>
<h3></h3>
<p>Daigon selbst findet aber die Ameisen noch spannender. Immer wieder weichen wir den Straßen der Blattschneideameisen aus und Daigon erzählt über sie. Es gibt die Träger, die Blätter und anderes Material schneiden und transportieren. Die ganz Kleinen sind die Qualitätsprüfer. Vor dem Zerlegen und Transportieren wird jedes Material erst einmal von ihnen auf seine Tauglichkeit geprüft. Die Großen in der Straße sind die Straßenarbeiter. Damit die anderen nicht vom Weg abkommen und nicht mit ihrem Gepäck über Hindernisse klettern müssen, räumen sie die Straße auf und halten sie in Schuss. Und wenn dann mal Gefahr droht, kommen die ganz Großen raus. Mit den krebsartigen Greifarmen vorne. Das sind die Soldaten. Daigon lockt sie mit zwei lauten Tritten hervor. Den Bau beschützen ist ihr einziger Job, deswegen krabbeln sie auch ohne Scheu in Windeseile die Schuhe hoch und beißen in die Beine. Ein beeindruckend organisierter und beeindruckend funktionierender Ameisenkosmos.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-825" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Ants_-808x523.jpeg" alt="0.Ants" width="808" height="523" /></p>
<h3></h3>
<p>Franzi, meine Freundin und Hobby-Ornithologin, hat hingegen ihren Kopf die ganze Zeit in der Luft. Dort tauchen immer wieder exotische Vögel auf: Tukans, Quetzales oder gelb-grüne Vireos. Jeder macht seinen ganz eigenen Laut, den Daigon perfekt imitieren kann. Und jeder fliegt weg, sobald wir das Teleskop auf ihn eingestellt haben. Frei wie ein Vogel. Aber Franzi ist glücklich, schlägt jede Art in Daigons Vogellexikon nach und löchert ihn dann noch mit Fragen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-832" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Franzi_Fernglas-808x538.jpeg" alt="0.Franzi_Fernglas" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-826" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Bird_-808x538.jpeg" alt="0.Bird" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als es dunkel wird, sind wir dem Urwald noch mehr ausgeliefert. Wie man die Sonne am Tag nicht sah, sieht man auch den Mond in der Nacht nicht. Es ist so stockfinster, wie es nirgends anders stockfinster ist. Ich stehe mitten im Urwald und suche oben, unten, an allen Seiten nach einem Punkt, an dem ich etwas sehen kann. Wo auch nur ein kleines bisschen Licht einfällt. Doch ich finde ihn nicht. Es gibt diesen Punkt nicht. Selbst mit Anstrengung kann ich meine eigene Hand vor meinen Augen nicht sehen. Das macht die Schar an Taranteln und giftigen Fröschen, die wir gerade am Flusslauf passiert sind, noch größer und beängstigender. Überall knarrt und knackst und raschelt es. Auch ganz nah bei mir. Kurz bevor wir verzweifeln und die Augen beginnen zu denken, sie seien kaputt, schalten wir die Taschenlampen wieder an. Der Lichtstrom ist ein befreiendes und beruhigendes Gefühl. Das Gefühl lässt allerdings nach, als Sanis Taschenlampe kurz danach aus und nicht wieder an geht.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-829" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Daigon_Teleskop-808x604.jpeg" alt="0.Daigon_Teleskop" width="808" height="604" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir verbringen zwei Tage und die Nacht dazwischen in diesem Urwald. Unser Respekt vor ihm wächst ununterbrochen bis ans Ende. Denn wir erleben hautnah seine Kraft und Größe. Er wird immer wieder die gerade erst gepfadeten Wege mit Lianen und Riesenspinnenfäden zuwachsen lassen. Er wird sein menschenungeeignetes Klima bewahren und jedem schweißtreibend jegliche Bewegung erschweren. Er wird seine giftigen Tiere weiter nicht dem Menschen weichen lassen. Denn hier weicht der Mensch der Natur. Hier regiert der Urwald. Und wenn man das akzeptiert, dann kann man auch über ihn staunen. Bis man wieder fröhlich ins Meer springt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link to the natural reserve and rainforest hotel Hacienda Baru" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/" target="_blank">Hacienda Baru</a> für Schweiß, Spinnen und Schutz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-839" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Schuhe-808x538.jpeg" alt="0.Schuhe" width="808" height="538" /></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/costa-rica-ploetzlich-im-urwald/">Plötzlich im Urwald</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/costa-rica-ploetzlich-im-urwald/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Du &amp; Du &amp; Ich</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-du-und-du-und-ich/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-du-und-du-und-ich/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2015 22:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=673</guid>
		<description><![CDATA[<p>Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-du-und-du-und-ich/">Du &#038; Du &#038; Ich</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Drei Monate schon, mehr sogar, teilen wir alles. Vom Shampoo über Betten bis Wege. Wir sind zusammen losgereist und wollen auch zusammen weiterreisen. Schon bevor es eigentlich los ging, ging es schon los: Wir haben die Vorfreude, den Organisations- und den Abschiedsschmerz geteilt. Haben Abende verbracht und gemeinsam unsere Route überlegt. Wir haben uns gemeinsam beim Tropenarzt pieksen lassen und uns beraten, wieviele Socken wir einpacken sollen. Wir haben zusammen überlegt, wie wir unserer Familie unser Reisevorhaben beibringen und wir haben uns auf eine Reisephilosophie geeinigt: So wenig wie möglich planen, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-690" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Jeepaction-808x538.jpg" alt="0.Jeepaction" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-691" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JeepactionII-808x538.jpg" alt="0.JeepactionII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als es dann losging, haben wir gemeinsam unsere Lieben, unsere Heimat und unser Hab und Gut hinter uns gelassen, uns an die Hand genommen und sind gemeinsam losgeschritten. Mit dem Schritt ins Flugzeug waren wir auf Reisen, mit dem Schritt aus dem Flugzeug waren wir da. Gemeinsam alleine. Vom drüber reden starteten wir gemeinsam ins tatsächlich tun. Jeden Schritt, den wir gehen, gehen wir jetzt gemeinsam. Jede Entscheidung, die wir treffen, treffen wir jetzt gemeinsam. Wir verbringen Tag und Nacht zusammen und manchmal sind wir noch nicht einmal unter der Dusche alleine.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-693" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JesusMariaII-808x538.jpg" alt="0.JesusMariaII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zusammen ist eh alles besser als alleine. Denn man kann sich das leckerste Essen auf der Karte teilen und muss sich nicht für eines entscheiden. Auch das Taxi kostet nur die Hälfte. Manchmal ist sogar das Dreierprivatzimmer im Hostel das Bessere als das eine Schlafsaalbett. Man kann Leid und Freud und zu große Bananen teilen. Im Bus läuft man nicht Gefahr beim Schlafen sein Kopf auf eine fremde Schulter zu legen. Die andere weiß meistens die eine Spanischvokabel, die mir gerade nicht einfällt. Beim gemeinsamen Singen kann man seine schiefe Stimme hinter der anderen schiefen Stimme verstecken. Den Backpack bekommt man mit doppelter Hebehilfe viel leichter auf den Rücken. Und wenn eine mal auf Toilette muss, kann die andere auf alle Sachen aufpassen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-694" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LenaSanja-808x538.jpg" alt="0.Lena&amp;Sanja" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-695" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Schwimmwesten_Lea-808x538.jpg" alt="0.Schwimmwesten_Lea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Superschnell waren wir ein super eingespieltes Team. Man weiß dann einfach, dass die eine immer den Reiseführer einpackt und die andere immer die Seife. Man weiß auch genau wo man das im Rucksack der anderen findet. Man weiß, was man der anderen aus dem Kiosk mitbringen soll, ohne sie zu fragen. Man weiß, dass in Verkehrsmitteln die eine immer ans Fenster muss, sonst wird’s unspaßig. Und man weiß, wenn eine gerade in Heimatkommunikation vertieft ist, sollte man nicht stören.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-689" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Horses-808x538.jpg" alt="0.Horses" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles läuft wunderbar, harmonisch, wir sind ein super Team und wir haben uns wahnsinnig gern. Doch dann kommen auch Momente, in denen die Harmonie dem Konflikt weicht. Eine will noch bleiben, eine will weiter. Eine will ins Hängemattenhostel, eine ins Privatbadzimmer. Eine will Boot, eine Bus fahren. Eine mag die neuen Reisebegleiter sehr, eine weniger. Eine will Gemüse kochen, eine Pommes essen gehen. Probleme des Reisealltags sind wie Probleme des Nichtreisealltags: Man löst sie oder man lässt sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-733" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.BaumII-808x538.jpg" alt="0.BaumII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Manchmal möchte ich vielleicht Dinge zu lange ausdiskutieren. Aber so bin ich eben, so war ich auch schon vorher. Manchmal möchte Sani vielleicht Dinge einfach ausschweigen. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Manchmal möchte Lea vielleicht Dinge nur so machen, wie sie sie möchte. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Und manchmal wenn ich rede, Sani schweigt und Lea tut, vergessen wir ab und zu wie gern wir uns haben und wie froh wir sind, dass wir hier gemeinsam sind und unsere Eigenarten uns eigentlich egal sind.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-688" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Great_good_ok-808x538.jpg" alt="0.Great_good_ok" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-687" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Drinks-808x538.jpg" alt="0.Drinks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es wieder Momente, in denen wir stundenlang gemeinsam auf der Terrasse abhängen und uns einfach nur wohl fühlen. Wenn wir uns gleichzeitig über ein Lied in der Ferne freuen und den Spanischtext gemeinsam lernen. Wenn wir uns zusammen in eine Hängematte legen und genau wissen, wie wir bequem und platzsparend gemeinsam hineinpassen. Wenn wir uns jemandem vorstellen und unsere Namen teilen, weil wir eh auf alle drei Namen hören. Wenn wir unsere Surfbretter auf’s Dach laden und alle drei einfach nur ein gemeinsames Ziel haben – die Welle. Auf ihr reiten, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<p>Denn diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen, mit allen eigenartigen und allen wunderbaren Seiten der anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Surfcamp Nicawaves" href="http://nicawaves.com/" target="_blank">Nicawaves</a> für das gemeinsame Surfen auf einer Welle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="735" height="538" classid="clsid:02BF25D5-8C17-4B23-BC80-D3488ABDDC6B" codebase="http://www.apple.com/qtactivex/qtplugin.cab"><param name="src" value="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov"><param name="autoplay" value="false"><param name="type" value="video/quicktime" height="538" width="735"><embed src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov" height="538" width="735" autoplay="true" type="video/quicktime" pluginspage="http://www.apple.com/quicktime/download/"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong>Reist du auch gerne mit Freunden oder lieber alleine? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-du-und-du-und-ich/">Du &#038; Du &#038; Ich</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-du-und-du-und-ich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
<enclosure url="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov" length="59744011" type="video/quicktime" />
		</item>
		<item>
		<title>Happy caribbean Birthday!</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 20:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=606</guid>
		<description><![CDATA[<p>Das beste Geburtstagsgeschenk kann man nicht kaufen und braucht man nicht tragen. Es ist eine innere Einstellung.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/">Happy caribbean Birthday!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wache auf, über mir mein Moskitonetz, neben mir eine Karte. Es ist schön unter einem Moskitonetz aufzuwachen. Die Welt darunter ist weiß und gemütlich und irgendwie eingelegen. Die Welt außerhalb ist zu verschwommen, um wirklich zu existieren. Sie wird erst real, wenn man sich für sie entscheidet und unter dem Netz hervorkriecht. Es ist auch schön neben einer Karte aufzuwachen. Es ist etwa halb neun und meine Mitreisenden Sani und Joelito sind schon ausgeflogen zu ihrem frühen Tauchkurs. Sie haben mir diese Karte hinterlassen, eine selbstgebastelte. Außen rot mit weißen Punkten, innen blau mit eingeklebten bunten Buchstaben. Jeder dritte ist durch Reisestrapazen abgefallen und mit einem Kuli wieder nachgezeichnet: HaPpY BIrtHDaY!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-628" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.KarteI-808x606.jpg" alt="0.KarteI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-634" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.SaniJoelito-808x538.jpg" alt="0.Sani&amp;Joelito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Daneben liegt noch etwas: Eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekse. Alle sind durch Reisestrapazen zerkrümelt. Es ist eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekskrümel. Ich lese die Karte viel zu lange, als man eigentlich dafür braucht. Dann starre ich sie noch etwas an. Sie ist viel hübscher, als ich mir je eine Karte aus einem Backpack hätte vorstellen können. Irgendwann entscheide ich mich für die Außenwelt und krieche unter dem Netz hervor und gleich weiter auf die Terrasse. Hier wartet schon die Karibik auf mich: Sonne, Meer, Palmen und Sandflöhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-615" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bird_Sea-808x538.jpg" alt="0.Bird_Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie ich es in meiner Karibikroutine jeden Morgen tue, krame ich meine Matte heraus und mache eine Yogaklasse. Das ist eh jeden Morgen anders, aber diesen Morgen ganz besonders gut. Atmung und Bewegung sind im mühelosen Einklang, Figuren formen sich wie von selbst und beim Shavasana sinke ich so tief in den Boden, dass ich sogar endlich einmal spüre, wovon mir schon ein paar Ureinwohner Utilas berichtet hatten: Manchmal, wenn sie gerade ganz ruhig auf dem Boden sitzen, spüren sie ein ganz sanftes Erdbeben tief drinnen in der Erde. Es fühlt sich verwirrend an. Da es ein unbekanntes Gefühl ist, versucht mein Gehirn zunächst bekannte Erklärungen zu finden. Ein Hund, der mit ziemlich intensiven Schritten auf der Terrasse umherläuft. Oder jemand, der genau unter mir ziemlich fest an den Terrassenstützen rüttelt. Aber da ist kein Hund und kein Rüttler. Ein bisschen unheimlich und zugleich aufregend so etwas so tief aus der Erde zu spüren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-626" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammock_me-808x538.jpg" alt="0.Hammock_me" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als mir mein Gehirn vortäuscht, dass der Hund immer riesiger wird je näher er auf mich zuläuft, wird es zu verrückt. Ich springe auf und unter die Dusche. Unter der Dusche bin ich auch gerne, fast genauso gerne wie unter’m Netz. Danach stolpere ich raus auf die Straße. Die einzige Straße auf dieser karibischen Insel Utila. Gleich um die Ecke begrüßt mich der ältere, freundliche Mann, der oft dort sitzt: „Hello Princess! Today we got god’s blessing: the wind.“ Und er hat Recht, denn wenn es Wind gibt, gibt es keine Sandflöhe und wenn es keine Sandflöhe gibt, gibt es nichts, dass dir das Karibikfeeling zerstört und dich einfach nur nach einer neuen Haut suchen lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-635" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sea_-808x538.jpg" alt="0.Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach Frühstück muss ich trotzdem suchen und komme dabei an der Tauchschule von Sani und Joelito vorbei. Also schaue ich mal, was die beiden gerade treiben. Als hätten sie auf mich gewartet, kommen sie gerade pitschnass aus dem Wasser und stimmen zum ersten Geburtstagsständchen an. Dreistimmig von Sani, Joelito und Ernesto, dem Tauchlehrer, der egal was er sagt oder singt, immer ein ansteckendes Lachen im Gesicht trägt. Zum Ständchen gibt es eine pitschnasse Umarmung, die in der heißen Karibiksonne genau richtig kommt. Ernesto tauft mich für den heutigen Tag Cumpleañita. Wie es sich fügt, haben sie auch genau jetzt ihre Pause und wir gehen gemeinsam essen. In die Bar mit der großen gemütlichen Terrasse über dem Meer. Meinen Lieblingsplatz auf der Schaukel, Glückwünsche vom mittlerweile befreundeten Barpersonal und ein Gemüseomelett bekomme ich hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-637" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.RehabI-808x606.jpg" alt="0.RehabI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-620" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Sani-808x538.jpg" alt="0.Boat_Sani" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Anschließend schnappen wir unsere Schwimmsachen und düsen mit unserer Lieblingsbootcrew auf unserem Lieblingsboot raus ins karibische Meer. Dieses ist tatsächlich, wie man es sich vorstellt: azurblau, kristallklar und badewannenwarm. Wir ankern mitten im Riff, manche schnorcheln, manche tauchen, manche hängen auf dem Boot rum. Unser Kapitän Foster Cooper, der erst durch uns erfahren hat, dass sein Vor- als auch sein Nachname jeweils der Name einer australischen Biersorte ist, spielt seine Playlist. Dieselbe Playlist wie alle anderen Tage. Dieselbe Playlist, die aus denselben fünf Songs besteht. Zweimal karibischer Reggaeton, zweimal amerikanischer Country und einmal deutsche Charts. Dazu floatet es sich super im Rettungsring hinter dem Boot. Foster und mein Lieblingsspiel ist Mermaid-Catching: Ich sitze im Reifen, er zieht mich mit einem Seil ins Boot, dabei fangen meine Haare soviel Seegras ein, wie es wohl braucht, um zur Meerjungfrau zu mutieren. Beim Seegrasrauspulen stimmen Joelito und seine Gitarre zu noch einem Geburtstagsständchen an. Mitten auf diesem Boot, mitten in diesem karibischen Meer spielt er eine Eigeninterpretation von ‚Happy Birthday’. Alle stimmen mit ein, auch ich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-638" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.jump_Lena_Sani-2-808x538.jpg" alt="0.jump_Lena_Sani 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-616" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Dive_Tanks-808x538.jpg" alt="0.Boat_Dive_Tanks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot zurück zum Steg. Der Sonnenuntergang ist wirklich besonders schön, weil er jede Nuance von pink trägt, weil er über dem karibischen Meer stattfindet und weil er mein Geburtstagssonnenuntergang ist. Am Steg trinken wir kaltes karibisches Bier, das tatsächlich weniger nach Wasser als nach Bier schmeckt. Gerade als wir dieses öffnen, kommen Lilly und Bruce um die Ecke. Ein lokales Paar, mit dem wir drei Tage zuvor die gesamte Weihnachtsnacht am Strand durchgetanzt haben, uns seitdem verbunden fühlen und unbedingt wiedertreffen wollten. Als hätten sie gewusst, dass wir gerade jetzt mit kaltem Bier anstoßen. Das Wiedersehen ist fröhlich, herzlich und voller lustiger bis beschämender Erinnerungen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-619" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_People-808x630.jpg" alt="0.Boat_People" width="808" height="630" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-622" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Chillin_Dock-808x501.jpg" alt="0.Chillin_Dock" width="808" height="501" /></p>
<h3></h3>
<p>Sani, Joelito und Ernesto verschwinden kurz und kommen kurz danach mit einem Kuchen mit Kerze und Ständchen wieder. Man kann nie genug Geburtstagsständchen bekommen. Gleiches gilt für Kuchen, vor allem, wenn es Karottenkuchen von einer lokalen Karottenkuchenkönigin ist. Saftig, mit Nüssen und einem cremigen Icing. Er ist wahnsinnig lecker und so viel mehr als ein Karottenkuchen. Alle gesellen sich darum und wie es sich fügt, gibt es genau ein Stück für jeden, der gerade auf dem Steg ist. Geschirr gibt es nicht und nur ein Bootsmesser, aber in der Hand gematscht schmeckt es noch besser. Niemand scheut sich und alle haben Icing an der Nase kleben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-636" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.TITEL_-808x577.jpg" alt="0.TITEL?" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine große Kerze steckt auf dem Kuchen, als ich sie auspuste, wünsche ich mir, dass einfach alle kommenden Tage in genau so einem Fluss sich fügender Momente verweilen.</p>
<p>Denn dieser Tag war einer, von dem ich mir ein ganzes Leben wünsche. Momente einfach atmen lassen, sie leben, wenn sie da sind, vom einen in den anderen fließen und ab und an mal einen guten Karottenkuchen teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hotel Margarita Bay" href="http://www.tripadvisor.com/Hotel_Review-g292020-d3587959-Reviews-Hotel_Margarita_Bay-Utila_Bay_Islands.html" target="_blank" class="broken_link">Hotel Margarita Bay</a> für das Karibik Zuhause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast du auch schon einmal auf Reisen Geburtstag gefeiert? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/">Happy caribbean Birthday!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/karibik-happy-caribbean-birthday/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Dec 2014 13:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=552</guid>
		<description><![CDATA[<p>Wie die Begegnung mit einem kleinen Mädchen das Größte für mich und mein Französisch war.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/">Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich waren wir da. An schon wieder einem neuen Ort. Die letzten Tage hatten wir turbulent jeden Tag woanders und mit wem anders verbracht. Das war toll und aufregend und anstrengend. Jetzt war es mitten in der Nacht und wir wollten einfach nur ankommen. Und das taten wir auch. In einem wunderbaren, azurblauen Haus genau an der Klippe zum Meer. Abdellabrahim war der Haushüter und empfing uns trotz eigener Schlaftrunkenheit mit großer Herzlichkeit und tigergemusterter Bettwäsche. Die machte sich ganz hervorragend auf unserem Bett, in dem meine Freundin Isi und ich bereits beim hineinfallen einschliefen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-556" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/2_Haus_Panorama-808x185.jpg" alt="2_Haus_Panorama" width="808" height="185" /></p>
<h3></h3>
<p>Am nächsten Morgen war alles wieder frisch und fröhlich und wir erkundeten erst einmal, wo wir eigentlich waren. In Abdellabrahims Burgfestung. So zumindest fühlte sich das Haus an. Das Haus stand in einem kleinen Dorf zwischen Tagazhout und Essaouira in Marokko. Es hatte etwa sieben Zimmer, die alle Schlafplatz für mehrere Leute boten. Zudem eine Küche voller selbstgemachter Köstlichkeiten und zwei sporadische Bäder – eines davon sogar mit Warmwasser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-557" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/3_Haus_Wäsche1-808x606.jpg" alt="3_Haus_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber die Räume waren es nicht, die das Haus ausmachten. Alles Leben im Haus spielte sich draußen ab. Jedes der Zimmer führte zur großen Terasse, die wiederum zum Meer führte. Sie hatte ein wahnsinniges Panorama über eine riesige Bucht. Wasser, Wellen, Berge und ganz viel Himmel. Von hier konnte man Sonnenauf- und untergang sehen. Genauso ging auch der Mond jeden Abend genau gegenüber hinter den Bergen auf. Als würden sich Sonne, Mond und Sterne wie Planeten um die Terasse drehen. Morgens schwirrte immer ein frischer Brotduft auf der Terasse umher und glückliche Marokkaner liefen mit beschwingtem Schritt und voller Brottüte vorbei. Denn genau unter der Terasse war eine kleine Bäckerei, die frische Brotlaibe aus Argannussschalen backte. Das war die schönste Location, die sich eine Bäckerei wünschen konnte.</p>
<p>Wenn man über die Terassenmauer kletterte, musste man sich nur noch die Füße an spitzen Steinen aufratschen und schon war man ohne Umwege direkt unten am Meer. Salzwasser ist schönerweise gnädig zu Fußwunden, denn die sammelten wir hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-559" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/5_Bäckerei_Eingang-808x606.jpg" alt="5_Bäckerei_Eingang" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-558" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/4_Bäckerei_view-808x606.jpg" alt="4_Bäckerei_view" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Zudem gab es einen großen Holztisch, an dem immer alle Hausbewohner zum Essen zusammenkamen. In diesem Draußenhaus konnte man einfach bleiben und man würde nie etwas verpassen. Zur Straße hin war es mit einem hohen Zaun und einem großen Tor abgeschirmt. Das war zwar gar nicht nötig, weil es auf der friedlichen Straße nichts zu fürchten gab, aber es war trotzdem eine Ehre von Abdellabrahim den kleinen Fingertrick verraten zu bekommen, mit dem man das Tor öffnete. Den verriet er nicht vielen. Wir fühlten uns jedenfalls wie mit einem besonderen Staatsgeheimnis vertraut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-560" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/6_Haus_Terasse_Surfbretter-808x606.jpg" alt="6_Haus_Terasse_Surfbretter" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Später stellten wir fest, dass wir uns jedesmal so fühlten, wenn Abdellabrahim uns etwas erzählte. Abdellabrahim war ein Mann, der alles, was er tat mit großer Hingabe und großem Geschickt tat. Ursprünglich kommt er aus einem kleinen Berberdorf mitten in Marokkos Bergen, dann wurde er Fischer, zog in dieses kleine Fischerdorf und gründete hier eine Familie. Mit dieser lebt er jetzt als Haushüter in diesem wunderbaren, azurblauen Haus, das durch Abdellabrahims Beschützeraura wie eine sichere Festung erscheint. Hier empfängt er regelmäßig Gäste wie uns. Aber nur über Freunde oder Freundesfreunde, Fremdlinge kommen ihm nicht ins Haus. Für die fängt er dann keinen Fisch mehr, aber kocht ihn. So gut, wie kein Sternekoch es kann, sagen alle Dorfbewohner. Alle Marokkaner zwischen Essaouira und Agadir, die gut Fisch kochen können, haben es von ihm gelernt, sagen die Dorfbewohner. Abdellabrahim ist bei allen bekannt als der Fischflüsterer. Einmal fuhren wir mit ihm und einem Eimer frischer Fische sogar bis nach Essaouira, damit er diese mit einem Freund zubereiten konnte. Nur zubereiten, nicht essen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-561" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/7_Fischeimer-808x606.jpg" alt="7_Fischeimer" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Seine Frau Fatna lernte er traditionell marokkanisch kennen: Eines Tages wurde Abdellabrahim von einem Freund angerufen und gefragt, ob er heiraten wolle. Er habe da jemanden. Also trafen sich Abdellabrahim und Fatna in einem Café. Sie unterhielten sich über Stunden, fanden sich toll und beschlossen daraufhin zu heiraten. „Fatna never went to school. But Fatna is good wife, good wife. Love of my life!“, sagt Abdellabrahim voller Inbrunst. Was Fatna sagt, weiß ich nicht, sie spricht nicht viel und wenn, dann arabisch. Aber sie hat ein fröhliches Lächeln und ein entspanntes Gemüt. Auch ihre jüngere Schwester Amara lebt mit in der Familienburg. Amara geht noch zur Schule und möchte später einmal Mathematikerin werden. Ich hoffe sie hält daran fest.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-562" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/8_AmaraMohammed-808x1077.jpg" alt="8_Amara&amp;Mohammed" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>Abdellabrahims und Fatnas erstgeborenes Kind ist Siri. Ein Mädchen. Darüber war Abdellabrahim erst enttäuscht, aber als er sie dann ansah, wurde er erleuchtet, wie er sagt. „Kids are the best that can ever happen to you. Kids are the reason. And Siri is so wonderful.“, sagt er öfter und dann drückt er sie ganz fest. Trotzdem musste noch ein Junge her: Mohammed ist knapp zwei Jahre alt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-563" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/9_AbdellabrahimSiri-808x606.jpg" alt="9_Abdellabrahim&amp;Siri" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Siri ist sechs Jahre alt, total klein, total smart und total süß. Am frühen ersten Morgen war sie noch etwas schüchtern, doch das legte sie schnell ab, kam ständig zu Isi und mir gelaufen und erzählte uns Geschichten. Bis sie merkte, dass wir kein Wort von ihr verstanden. Leider. Zu gerne hätten wir Geschichten über glitzernde Fische und lila Regenbogen gehört. Das waren ihre Lieblingsthemen, wie wir später erfuhren. Ihr Arabisch-Französisch-Mix klang zwar niedlich, aber auch wie Spanisch in unseren Ohren. Ihr Vater erzählte uns, dass sie normalerweise nie im Haus sei, wenn Gäste da sind. Menschen, die sie nicht verstehen, waren also neu für sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-564" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/10_Siri_wirII-808x606.jpg" alt="10_Siri_wirII" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir saßen auf der Terasse des Hauses und starrten uns alle drei wortlos an. Wir konnten förmlich sehen, wie sie an einem anderen Weg grübelte, mit uns zu kommunizieren. Bis Siri die Gesten entdeckte. Mit wildem Händewirbeln bedeutete sie uns zu tanzen, zu springen, sie hochzuheben, hochzuwerfen, umherzudrehen, zu fangen, ‚Engelchen flieg’ zu spielen und was man sonst noch so alles anstellen kann. Wir hatten großen Spaß zusammen – ohne ein Wort zu reden. Die ganze Zeit über achtete Siri sorgfältig darauf, nur Quietschtöne und kein Wort von sich zu geben. Ich nehme an, um uns nicht zu verwirren. Manchmal biss sie sich sogar auf die Lippen, um nicht plötzlich loszureden. Isi und ich spielten das Schweigespiel erst mit, unterhielten uns dann aber immer wieder auf Deutsch. Über diese seltsamen, aber doch flüssigen Redelaute von uns, war Siri sichtlich erstaunt. Sie hatte wohl angenommen, wir sein stumm. So gerne wollte ich solche Redelaute auch mit ihr austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-565" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/11_SiriIII-808x1077.jpg" alt="11_SiriIII" width="808" height="1077" /></p>
<h3></h3>
<p>In Siris Zimmer entdeckten wir ein Malbuch von ihr. Das war allein schon interessant, weil man es von hinten nach vorne und von links nach rechts blätterte. Aber auch, weil es voll von Siris Malereien war. Voller Stolz zeigte sie mir ihre Kunstwerke. Auf der sichersten Terasse der Welt setzte sie sich auf meinen Schoß, führte mich bedächtig durch die bunten Seiten und zeigte mir jedes einzelne Werk. Einige davon hätte ich sonst auch gar nicht als Werk identifiziert. Dabei entdeckten wir, dass wir gemeinsam Vokabeln üben konnten. Hatte sie eine Blume gezeichnet, lernten wir beide ‚fleur’ und da waren auch poissons, étoiles, dinosaures, élephantes, natürlich arc-en-ciels und sogar parapluies, obwohl man die in Marokko wirklich nicht braucht. Anscheinend weil sie noch nie einen benutzt hatte, regnete es sogar auch unter Siris parapluies. So saßen Siri und ich lange auf der Terasse und arbeiteten uns durch das gesamte Buch. Zu einzelnen Vokabeln kamen Artikel dazu, irgendwann auch mal ein Verb und später wurden ganze Sätze draus. Siri und ich brachten uns peu à peu gegenseitig Französisch bei. Am Ende des Buches konnten wir sogar über Dinge reden, die gar nicht in ihrem Buch gemalt waren. Was wildes Gekritzel auf französisch heißt, weiß ich allerdings bis heute nicht.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-566" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/12_SIri_ich_close-808x606.jpg" alt="12_SIri_ich_close" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach einem halben Tag schweigender, wilder Gestiken, hatte ich mit diesem kleinen Mädchen gemeinsam die Sprache neu entdeckt. Es reichte zwar noch nicht, um uns zu sagen, wie sehr wir uns darüber freuten nun miteinander reden zu können, aber dafür redeten wir über alles, wozu uns Vokabeln einfielen. Einfach um zu reden. Soleil, nuage, frère Mohammed, faim. Faim hatten wir großen. Also nahmen Isi und ich Siri mit zum Essen um die Ecke, außerhalb der Burgmauern aus Vaterfürsorge. Bis dahin reichte das Französisch sogar schon so weit, um Siri zu sagen, dass sie keine Cola, aber einen Orangensaft bekommt. Das war der Moment, in dem Siri und ich beide merkten, dass die nonverbale Kommunikation mehr Zauber hatte. Nach der Cola konnten wir ihr aber nicht auch noch einen zweiten Saft ausschlagen. Nicht bei diesem Blick. Der O-Saft gefiel ihr so gut, dass sie direkt zwei Gläser exte. Das wiederum gefiel ihrem Magen nicht so gut, sodass sie sich mitten auf dem Dorfplatz orangefarben übergab. Wobei sie alle Leute anschauten und sie nur beschämt zurücksah. Wir liefen zu ihr, nahmen sie in den Arm, trugen sie zum nächsten Wassercontainer, wuschen sie dort ab, beruhigten sie und fühlten uns wahnsinnig schlecht. Einmal Verantwortung für so einen kleinen Menschen bekommen und schon versagt. Allerdings war sie gleich wieder munter und niemand war böse.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-567" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/13_SIriI-808x606.jpg" alt="13_SIriI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach dem Essen holte sich Siri ihren Kamm und eröffnete zurück auf der Terasse ein Frisörstudio. Sie kämmte mich stundenlang, versuchte immer wieder Frisuren aus, die alle gleich aussahen und hatte einen Mordsspaß dabei. ‚Jolie, jolie’, ‚cheveux longue’ und ‚attend, attend!’ waren hierbei ihre Lieblingskommentare. Als ich zwischendurch irgendein Siri-Gebrabbel mit Oui beantwortet hatte, stand sie kurz danach freudestrahlend mit einer Schere vor mir. Ciseaux hatte ich wohl überhöhrt. Wir blieben doch lieber beim coiffer. Und beim rouge à lèvre. Siri entdeckte meinen Berberfrauenlippenstift, der grün ist, aber mit Lippenkontakt die natürliche Lippenfarbe verstärkt. Das fand sie so famos, dass sie es schaffte, die unnatürliche Lippenfarbe zu verstärken. Als die Haare durchfrisiert, die Lippen maximal pink und ihr Buch vollgemalt waren, bemalte sie eben unsere Arme. Voller Sorgfalt, Liebe und Stolz hatte Siri bald alle vier Arme von Isi und mir vollgekritzelt. Sogar zwei Tage lang konnten meine Tattookunstwerke dem Wasser trotzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-568" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/14_Siri_Lippenstift-808x606.jpg" alt="14_Siri_Lippenstift" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend gab es noch einige bonne nuit bisous und wir brachten Siri ins Bett pour coucher. Zurück auf der Abendterasse vermisste ich sie direkt. Nur selten zuvor hatte ich jemanden an nur einem Tag so intensiv kennengelernt. Und noch nie hatte jemand an nur einem Tag den Französischschalter in mir wieder aktiviert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir blieben vier Tage bei Siri und ihrer Familie. Auch später während unseres Marokkotrips kehrten wir noch zweimal an diesen Ort zurück. Siri und ich waren jedesmal wie unzertrennliche Seelen, verbrachten einfach die Tage zusammen, lernten neue Vokabeln, entdeckten kleine Tierchen, eine große wilde Schildkröte und giftige Pflanzen im Garten. Ihr Vater Abdellabrahim sagte „Siri doesn’t know nothing. She doesn’t know things about people. But she likes you. So you are good people.“ Und ich mag Siri. Für diese Erkentnis, für das Französisch, das sie mir zurückbrachte und weil sie der ehrlichste und inspirierendste Mensch war, dem ich in ganz Marokko begegnete. Denn manchmal sagt nichts sagen, so viel mehr als viel sagen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Was sind eure Erfahrungen mit Kommunikation auf Reisen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/">Klein Siri und die Entdeckung der Sprache</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/marokko-klein-siri-und-die-entdeckung-der-sprache/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ganz neue Langeweile</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 18:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=507</guid>
		<description><![CDATA[<p>In nur eineinhalb Woche in Honduras habe ich neu entdeckt, was man auf Reisen eigentlich nie hat: Alltag. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/">Ganz neue Langeweile</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Um halb acht aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-528" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_People-808x537.jpg" alt="0.Way_People" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-523" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_car_scooter-808x537.jpg" alt="0.Way_car_scooter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach eineinhalb Wochen in El Porvenir war bereits der Alltag eingekehrt. In der Mittagspause zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen, zurück zur Blechhütte. Nachmittagsunterricht. Danach holt mich meine Freundin Sany dort ab, wir gehen zusammen zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-525" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cows-808x537.jpg" alt="0.way_cows" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-524" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cow-808x537.jpg" alt="0.way_cow" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn es wie immer regnet, machen wir Yoga im Keller. Wenn mal nicht, gehen wir joggen. Mehr allerdings ist nicht drin. Wir haben zwei Stunden zwischen Unterrichtsende und Tagesende. Denn sobald es dunkel wird, ist es zu unsicher in den Straßen. Und nach halb neun quasi lebensmüde. Weil dann alles Straßenleben verschwindet und nur noch die Straßenkriminalität bleibt. Wir verbringen daher jeden jeden Abend im verbarrikadierten Haus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-514" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Classroom_stilllife-808x537.jpg" alt="0.Classroom_stilllife" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>In diesem Haus gibt es nicht viel. Ein viel zu kleines Zimmer für vier Eingequetschte. Eine offene Küche mit vier Herdplatten und nichts außer Stehplätzen. Ein Wohnzimmer mit Küchengeruch, ausschließlich kaputten und daher unbequemen Sitzmöglichkeiten. Ein Balkon voller Mücken, kompletter Vergitterung und daher Gefängnisatmosphäre.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-511" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.boy_gitter-808x537.jpg" alt="0.boy_gitter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-515" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.dogs_-808x537.jpg" alt="0.dogs" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>An keinem dieser Orte will man sich gerne für länger niederlassen. Nichts ist gemütlich genug, um dort Zeit zu verbringen und darüber hinaus kreativ zu werden. Eine Geschichte schreiben, Spanisch lernen, einen Stuhl bauen, selber Kreuzworträtsel entwickeln, ein Mittel gegen Mücken erfinden. Zu nichts bin ich in der Lage. Zu beschäftigt bin ich damit, eine komfortable Situation zu finden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-522" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.walk_hands-808x537.jpg" alt="0.walk_hands" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Da mir aber dies nur sehr selten gelingt, sucht mich daher hingegen eine komfortable Situation heim: Die Langeweile. Während ich so ungemütlich herumsitze, gerade den immer gleichen Weg zum Unterricht laufe oder den Gasherd in der Küche mal wieder nicht anbekomme, empfinde ich dieses Gefühl. Es ist ein neues Gefühl. Es fühlt sich irgendwie lähmend an – ich will es beseitigen, aber nichts dafür tun. Als würde ich immer tiefer in die Langeweile hineinsinken. Auch ein bisschen kribbelig, aber eher unangenehm, als angenehm kribbelig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-521" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Tuktuk-808x509.jpg" alt="0.Tuktuk" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Sogar der Unterricht selbst hat eine Art Routine: Zu Begin freuen sich alle da zu sein, jedes der Kinder umarmt mich zum Hallo sagen. Alle setzen sich brav auf die Stühle und Bänke, sind gespannt, was wir heute machen. Wir beginnen mit einem routinierten Opening Circle. Alle setzen sich im Kreis hin, jeder sagt ‚Guten Morgen’ und was ihm vom letzten Tag besonderes in Erinnerung geblieben ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-517" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Horse_-808x538.jpg" alt="0.Horse" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-518" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.HorseII-808x538.jpg" alt="0.HorseII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Dann starten wir in die erste Aufgabe. Jedes Mal wundere ich mich wieder, wie ruhig und aufmerksam dabei alle sind. Doch jedes Mal ist diese Ruhe und Aufmerksamkeit auch nach der ersten Aufgabe vorbei. Den Rest der Klasse bin ich damit beschäftigt, die Kinder im Zaum zu halten. Bis es kurz vor Ende einen kleinen Snack gibt. Dann sitzen alle wieder brav und ruhig, damit sie auch ihren Snack bekommen. Nach dem routinierten Closing Circle freuen sich alle, wie schön der Tag war, was mich jedesmal wieder wundert. Jedes Kind umarmt mich zum Tschüss sagen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Elias_table-808x538.jpg" alt="0.Elias_table" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-519" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kids_Sea_Still-808x538.jpg" alt="0.Kids_Sea_Still" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langeweile gehört fast schon zu dieser neuen Alltagsroutine, die ungewöhnlich schnell eingekehrt ist. Und die gerade auf Reisen ein eigentlich abwesendes Phänomen ist, wo ich meistens weder die Uhrzeit, noch den Wochentag kenne. Hier werden sogar die Wochenenden wieder fühlbar. Denn da wird, wie es sich für eine ordentliche Routine gehört, genau diese gebrochen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-526" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_Horse-808x537.jpg" alt="0.way_Horse" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Kein Unterricht, kein Wecker. Da es nur den einen Weg gibt, wird er trotzdem gelaufen. Dafür zu anderen Zeiten. Wenn es wie immer regnet, haben wir noch mehr Zeit zum ungemütlichen Rumsitzen und Yoga im Keller machen. Wenn mal nicht, gehen wir laufen oder aber machen einen Tagesausflug in den dschungeligen Wald zu den Wasserfällen und den großen Bäumen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-520" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.mum_kids-808x537.jpg" alt="0.mum_kids" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber abends sind wir wieder zurück im verbarrikadierten Haus. Denn wenn es dunkel wird, ist es zu gefährlich in den Straßen. Und am Montag um halb acht müssen wir wieder aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<p>So schrecklich und schön Alltag auch ist – irgendwie fühlt er sich doch überall gleich an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Christians Fotos" href="https://www.flickr.com/photos/128159398@N03/" target="_blank">Christian</a> für den Foto-Support.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Habt ihr auch schon einmal Routine auf Reisen erlebt? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/">Ganz neue Langeweile</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Hütte zum Sein</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 03:53:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=279</guid>
		<description><![CDATA[<p>Eine einfache Holzhütte am Strand war so viel mehr als eine einfache Hütte. Sie wurde unser bester Freund.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/">Die Hütte zum Sein</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich am Meer! Das Wasser war so nah, dass wir es quasi riechen konnten. Meine Freundin Isi und ich kamen gerade aus Marrakesh. Dem lauten, wuseligen, aufgeheizten Marrakesh. Das war toll, aber jetzt waren wir in einem kleinen Küstendorf. Dem ruhigen, verlassenen, aus einem Strand bestehenden Küstendorf. Und das sollte noch besser sein. Unsere Idee: Hier wollten wir surfen und sein. Mehr hatten wir hier gar nicht vor.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-358" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1_Beach_View-808x658.jpg" alt="1_Beach_View" width="808" height="658" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-359" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.2_Beach_Boats-808x577.jpg" alt="1.2_Beach_Boats" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Allerdings sah es an diesem Ankommabend so aus, als könnte man noch nicht einmal das: Tiefer, dichter Nebel lag in der Luft. Es war kein Meer, kein Strand, kein Mensch und kein Ort zum Sein zu sehen. Wir saßen im Taxi, das uns zur Unterkunft bringen sollte. Das Taxi kannte den Weg, wir nicht. Wir hofften nur, dass es hier nicht anhalten würde. Doch genau dann fuhr es auch noch einen kleinen Berg hinauf. Den Berg hinauf liegt das Meer meistens nicht. Wir hatten eher gehofft, den Berg hinab zu fahren. In einer Mini-Wohnsiedlung auf dem Hügel spuckte es uns aus und fuhr ohne uns wieder bergab.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-360" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/2_village_smog-808x606.jpg" alt="2_village_smog" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Fünf Minuten später saßen wir da – auf dem Dach unserer Surfunterkunft, die keine Surfunterkunft war. Vielmehr eine hübsche, heimelige marokkanische Villa. Die Villadame hatte uns zwar kurz begrüßt, aber war gleich wieder in ihre Gemächer geschwebt. Sonst gab es hier anscheinend niemanden. Die Dachterasse sah aus, als sei sie am Tage eine mit fantastischem Blick auf das kleine Tal bis ans Meer. Doch auch hier baute sich direkt davor eine Wand aus dickem Nebel auf. Wir kramten noch unsere letzten Essensreste und unsere dicken Pullis aus den Rucksäcken und fanden, dass dieses traurige Resteessen wunderbar in die verhangene, kalte, einsame Atmosphäre dieses Ortes passte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-361" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/3_Dachterasse_smog-808x606.jpg" alt="3_Dachterasse_smog" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-362" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/4_Sad_Diner-808x793.jpg" alt="4_Sad_Diner" width="808" height="793" /></p>
<p>Am nächsten Morgen saß unser Surflehrer Zak pünktlich um neun Uhr am Frühstückstisch. Wir nicht. Denn wir hatten unsere Uhren noch auf falscher Zeit. Auch der Nebel war pünktlich. Doch jetzt wurde er von der Sonne in warmes Licht gehüllt. Wir lernten über den Nebel, dass er da ist, wenn es im Inland besonders warm ist. Dann drückt die warme Inlandsluft gegen die kalte Atlantikluft und dieser Nebel entsteht. Na gut, wenn man weiß, wo es herkommt, mag man es meist auch schon ein bisschen lieber.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-363" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/5_Rock-View-808x606.jpg" alt="5_Rock View" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon ab dem ersten Wasserkontakt zählten eh nur noch die Wellen und der Nebel war vergessen. Wir hatten einen fröhlichen, wellenreichen Surftag, an dem wir Lounes kennenlernten. Lounes und seine Hütte. Denn das eine gibt es nicht ohne das andere und vice versa. Lounes ist ein passionierter, marokkanischer Surfer, dessen Leben vom Strand bestimmt wird. Lounes’ Hütte ist eine einfache, selbstgebaute Holzhütte, dessen Leben auch vom Strand bestimmt wird. Denn genau dort steht sie. Auf einem erhöhten Vorsprung gleich über dem Meer.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-364" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/6_Panorama2-808x234.jpg" alt="6_Panorama2" width="808" height="234" /></p>
<h3></h3>
<p>In ihr befinden sich so viele Surfbretter, dass sie wahrscheinlich zusammenfallen würde, würde man diese entfernen. Breiter als ein Surfbrett ist sie auch nicht, fast ihr ganzer Innenraum ist davon eingenommen. Nur eine kleine Seite ist abgetrennt, in der Lounes wohnt. Dort ist ein Bett und eine kleine Küchenzeile eingebaut. Die dient als Ablage für Geschirr, Boardleashes und Kleidung. Kleine selbstgebaute Regale darüber verstauen alles, was man für die marokkanische Küche braucht: Kümmel, eine Tajine und ein stumpfes Messer. Gleich über dem Bett ist ein Fenster, nur mit bunten Tüchern abgehangen. Von dort aus checkt Lounes jeden Morgen die Wellen und entscheidet, ob es sich lohnt aufzustehen. Strom und Wasser gibt es nicht, braucht man aber auch nicht. Wasser ist in Meermenge vor der Tür und Feuer ist eh der bessere Strom.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-365" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/8_Hütte_Boards-808x623.jpg" alt="8_Hütte_Boards" width="808" height="623" /></p>
<h3></h3>
<p>Die komplette Hüttenfront zum Meer öffnet Lounes jeden Morgen, nachdem die Wellen ihm zum Aufstehen bewegt haben. Als würde auch dann erst die Hütte aufwachen und ihr großes Auge öffnen. Dann weiß jeder, jetzt ist man willkommen. Davor ist eine kleine Terrasse mit einem kleinen selbstgebauten Geländer. Die Terrasse hat den perfekten Winkel, sodass man ganz viel Meer, ein bisschen Strand und gar keine Straße, Autos oder Häuser sieht. Deswegen fungiert sie auch als Magnet aller lokalen Surfer. Jeder von ihnen, der zum oder vom Strand kommt, kommt erst einmal hier vorbei – und bleibt auch meistens hier hängen. Genau wie wir.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-366" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/9_Hütte_visitor-808x512.jpg" alt="9_Hütte_visitor" width="808" height="512" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach unserer Surfsession hingen wir uns mit auf die Terrasse und gehörten schon gleich genau so dazu, wie die streunenden Katzen, die ständig vorbeikamen. Oder auch hier wohnten, das wusste keiner genau. In einem Trog entdeckten wir eine Treibholzsammlung, die Lounes immer mal wieder nach stürmischen Meerzeiten am Strand aufsammelt und sich daraus Hüttendeko bastelt. Mithilfe des stumpfen Küchenmessers und etwas Kaugummi schnitzten und klebten wir ein Segelboot, ein Seeungeheuer, ein Auto mit Surfboardtragefläche und einen Wendefrosch, der auf dem Kopf ein Huhn war. Stundenlang saßen und schnitzten wir seelenruhig an dem Treibholz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-367" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/10_Treibholz_AutoMonster-808x566.jpg" alt="10_Treibholz_Auto&amp;Monster" width="808" height="566" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-368" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/11_Treibholz_Masken-808x529.jpg" alt="11_Treibholz_Masken" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Nebenbei kam immer wieder ein anderer Surferfreund vorbei, setzte sich dazu, lieh sich ein Board aus oder machte was immer er wollte. Denn in diesem Hütten-Mikrokosmos konnte jeder einfach tun, was er tun will. Ab und an ging jemand zum benachbarten Fischrestaurant und holte Tee. Tee ist wichtig in Marokko, denn der wird vor dem Essen, nach dem Essen und immer zwischendurch getrunken. Dabei ist wichtig, dass er vor Zucker knirscht und dass er richtig gemischt ist – und das ist er nur, wenn er von weit oben mit viel Gefühl ins Glas gegossen wird.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-369" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/12_Terrace_View2-808x606.jpg" alt="12_Terrace_View2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kam ein Freund und brachte frische Sardinen mit. Die wurden, wie sie waren, auf’s offene Feuer gelegt und anschließend von allen, die gerade da waren, gemeinsam gegessen. Einfach mit den Fingern vom Tisch. Danach wurden Finger und Tisch zum Meer gebracht und dort gewaschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-370" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/13_Sardinen-808x606.jpg" alt="13_Sardinen" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ein anderer Freund ging zwischendurch nach Seeschnecken tauchen. Gleich an dem Fels auf dem die Hütte steht, gibt es im Wasser besonders viele Schnecken. Als er wiederkam, holte er aus jeder Öffnung seines Wetsuites frische Schnecken. Alle freuten sich schon, diese am Abend auf’s Feuer zu schmeißen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-371" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/14_Sea_Snakes-808x681.jpg" alt="14_Sea_Snakes" width="808" height="681" /></p>
<h3></h3>
<p>Von da an gingen wir jeden Tag hier surfen. Ab dem ersten Tage war unser bester Freund die Hütte. Sie hieß uns jeden Morgen offenen Herzens willkommen, nachdem sie ihr Luckenauge geöffnet hatte. In ihr verbrachten wir unsere gesamte Surfwoche, die wir in diesem Küstendorf verbringen wollten. Gingen surfen, bastelten aus Treibholz, sangen marokkanische Lieder, gingen nochmal surfen, grillten Fisch, schnippelten marokkanischen Salat, mixten und tranken Tee und machten das Fischrestaurant sauer, weil wir nie die richtigen Teegläser zurückbrachten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-373" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/15_Terrace_View-808x606.jpg" alt="15_Terrace_View" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon am ersten Abend waren wir so angekommen, wie wir nur ankommen konnten. Wir lagen abends im Villabett und fragten uns, ob das wirklich nur ein einziger Tag war. Und wo der Nebel eigentlich sei. Wir stellten fest, alles, was wir an diesem Tag gemacht hatten, war: Surfen und Sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-374" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/16_Treibholz_car3-808x355.jpg" alt="16_Treibholz_car3" width="808" height="355" /></p>
<h3></h3>
<p>Mitte der Woche diskutierten wir mit Lounes, ob wir nicht mit einziehen sollten. Halb Scherz, halb Ernst. Wir waren so überwältigt und überzeugt von dem Hüttenleben, dass wir es abends nicht verlassen wollten. Tagein tagaus nach der Welle leben und in jeder Sekunde einfach tun, wonach uns die Nase steht. Uns vom Meer, den einfachsten Mitteln und den Nachbarn ernähren. Den Rest der Woche lebten wir, als sei dies tatsächlich alleiniger Inhalt unseres Lebens. Und stellten fest: Das ist wunderbar. Aber das ist zu leer. Für eine bestimmte Zeit in diesen Mono-Mikrokosmos einzuziehen, war wunderbar. Das Gefühl, den eigenen Kosmos nicht irgendwann wieder mit mehr Vielfalt zu füllen, war lähmend. Als die Hütte am letzten Tag ihr Auge für uns öffnete und uns einlud noch länger zu bleiben, verabschiedeten wir uns unter großer Trauer dennoch. Und vermissten die Hütte sofort. Bis heute.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-375" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/17_Terrace_View_wetsuite-808x606.jpg" alt="17_Terrace_View_wetsuite" width="808" height="606" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Habt ihr auch schon einmal mit solch schwerem Herzen einen Ort verlassen?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/">Die Hütte zum Sein</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/surfing-morocco-die-huette-zum-sein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Als der Hahn sich strangulierte</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2014 22:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=463</guid>
		<description><![CDATA[<p>Regen aus Eimern: Der Hahn steht unter’m Farn, ich im Müllsee und das Haus unter Wasser. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/">Als der Hahn sich strangulierte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am dritten Tage regnete es. „Das Wetter ist ja so viel schöner hier als in Guatemala“, hatte ich die vorherigen zwei Tage noch gesagt. Da wunderte ich mich, warum die anderen mich komisch ansahen. Vor meiner Ankunft war nämlich durchgängig Regen – und dieser kam zurück.</p>
<p>In Honduras war gerade Regenzeit. Mit Regen meine ich daher nicht einfach nur Regen. Es ist, als ob ein Eimer voller Wasser über dir ausgeschüttet wird. Dieser Eimer ist ununterbrochen voll und folgt dir auf Schritt und Tritt. Das Ganze 24 Stunden am Tag ohne Pause – und den nächsten Tag auch.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-473" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-9-808x606.jpg" alt="Foto 9" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Dieser dritte Tag war ein solcher. Am Tag war ich trotz Regenequipment schon zweimal komplett triefnass geworden. Also kauerte ich mich am Abend unter dem Terrassendach in meinem Djellabah. Die Hühner in unserem Garten liefen immer verwirrter umher. Irgendwie wollten sie nicht nass werden, aber trotzdem überall nach Essen picken. Außer der Chefhahn. Sein schönes Federgewand war ihm wohl zu edel, schon den ganzen Tag hockte der Hahn unter dem Farn. Stundenlang stand er in dieser Position, ohne sich zu bewegen. Plötzlich aus dem Nichts hörten wir ein lautes Quieken, ein schnelles Flügelschlagen und der Hahn hing kopfüber im Rasen. Innerhalb weniger Sekunden hatte er sich selbst erdrosselt – mit dem Seil, das an seinen Fuß gebunden war. Wie auch immer er das geschafft hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-472" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-8-808x606.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>An dem kurzen Seil gebunden, hätte er wohl auch nicht überlebt was danach passierte. Denn kurz danach konnte der Boden nicht mehr Wasser aufsaugen. Aus dem schon zuvor zum knietiefen See gewordenen Garten wurde eine Bugwelle, die auf die Terrasse schwappte. Auf einmal ging alles ganz schnell. Zwischen Bugwellenwasser und Türschwelle waren nur noch drei Zentimeter, als wir merkten, es würde ernst werden. Alle natürlichen Abfließ- und Aufsaugwege des Regens waren voll und das Wasser stieg minütlich einen ganzen Zentimeter. Man konnte quasi zusehen. Demzufolge floss drei Minuten später auch schon die erste Welle in unser Haus. Das Wasser strömte regelrecht hinein als hätte es die ganze Zeit nur darauf gewartet. Endlich durfte es jede Ecke unseres Hauses erkunden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-467" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-3-808x606.jpg" alt="Foto 3" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir liefen schnell durch alle Zimmer und schmissen alle Sachen auf die dazugehörigen Betten. Vor allem die Dinge auf dem Boden – und dort lagen so einige Sammlungen an Elektrokabeln und benutzten Socken. Die wichtigste iPad-iPhone-Technik sammelten wir in einer Tüte, platzierten sie auf dem höchsten Tisch und beobachteten sie immer mit einem halben Auge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-471" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-7-808x606.jpg" alt="Foto 7" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nur meine Freundin Sany und ich waren zu diesem Zeitpunkt im Haus. Unsere anderen vier Mitbewohner waren unterwegs. Einer kam zwischendurch, dem wir nicht die verriegelte Tür öffnen konnten. Denn davor stand das Wasser mittlerweile kniehoch, im Haus konnten wir es gerade noch wadenhoch halten. Hinzu kam der hämmernde Lärm des aggressiven Regens auf dem Wellblechdach. Schon am Abend konnte ich nicht skypen wegen des Lärms. Selbst nebeneinander stehend musste man sich anschreien.</p>
<p>Also schrien wir ihn durch’s Fenster an, die Bomberos zu holen. „Häh?“ „Bomberos!“ „Häh?“ „Bomberos!“ So in etwas lief die Unterhaltung ab. Die Bomberos sind die lokale Feuerwehr und die lokale Feuerwehr sind unsere Freunde. Vielmehr als die lokale Polizei, denn die sind mehr korrupt als Freund und Helfer. Die Bomberos allerdings hatten bereits zu viel mit allen anderen überschwemmten Häusern zu tun.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-469" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz danach kam unsere direkte Nachbarin Celina mit ihrer dreijährigen Tochter Alisson. Ihr kleines Einzimmerhaus lag noch etwas tiefer als unseres und war schon hüfthoch geflutet. Was für die kleine Alisson scheitelhoch war. All ihr Hab und Gut schwamm bereits um sie herum, als sie beide von ihrem frühen Schlaf aufwachten. Ganz aufgeregt kam sie mit Alisson auf dem Arm und ihrem Handy in der Hand hilfesuchend zu uns. Sie wusste nicht, was sie noch greifen sollte.</p>
<p>Innerlich eigentlich selbst voller unwissender ansteigender Panik, beruhigten wir sie und übernahmen Alisson. Zu unserer Hausrettungsverantwortung trugen wir nun auch noch die Alissonbespaßungsverantwortung. An diesem Abend lernten wir so einiges Spanisch wie ‚Wie lustig! Ein großer Swimmingpool!’ oder ‚Das ist kein schwimmendes Radio, das ist ein Schiff!’ oder ‚Auch Prinzessinnen müssen manchmal baden!’. Unsere Nachbarin Celina lief in ihr Haus zurück, um die wichtigsten Sachen zu sichern. Als sie zurück kam, hatte sie einige Taschen bei sich – mit ausschließlich Sachen für Alisson.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-470" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir hatten schon die Sofapolster benutzt, um den Spalt der Eingangstür zu verstopfen und waren so mit dem Vordereingang beschäftigt, dass wir erst nicht merkten, dass das Wasser auch schon den Hintereingang gefunden hatte. Der Wasserstrom des Vordereingangs und der Wasserstrom des Hintereingangs trafen genau vor unserer Zimmertür aufeinander, sodass ein noch viel größerer Strom entstand, der sich Vorzugsweise unter unseren Betten zur Ruhe setzte. Und dort auch beängstigend anstieg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-465" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-1-808x606.jpg" alt="Foto 1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Suche nach zu rettenden Besitztürmern wurde der Gang immer schwerer. Immer mehr Wasser mussten wir vor uns her schieben, immer höher krempelte ich meine Leggins, immer mehr biegten sich die Flip Flops bei jedem Schritt. Die vorgenommene Sicherungslage ‚Alles auf die Betten’ schien jetzt gar nicht mehr so sicher. Da die Bomberos eh nicht kamen und wir nicht all unser weniges Hab und Gut verlieren wollten, musste ein neuer Plan her. Wir mussten höher stapeln. Bett auf Bett. Also packten wir Alisson und alle Sachen vom einen auf’s andere Bett.</p>
<p>Kurz vor’m großen Manöver schrien unsere mittlerweile zusammengetrommelten Mitbewohner uns zur Tür. Sie hatten einen neuen Plan. Alle schnell ins Haus, die wichtigsten Sachen schnappen und zum Beach Haus laufen. Das Beach Haus war überraschenderweise unten am Strand, hatte einen zweiten Stock und wurde von weiteren Freunden bewohnt – da sollten wir sicher sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-474" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-10-808x606.jpg" alt="Foto 10" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Also gaben wir unsere Sofapolstersicherungsbarrikade auf, ließen unsere Mitbewohner sowie einen riesen Schwall Wasser hinein, packten unsere Rucksäcke und liefen vor die Tür. Auf dem Terrassentisch packte Celina noch Alissons Sachen in wasserfeste Tüten. Als die beiden sich wiedersahen, hielt sie einen kurzen Moment inne. Alissons Freude an unserem Tumult beruhigte auch sie ein wenig. Dabei fühlte sie sich gerade gar nicht freudig. Sie hatte ihre gesamte Existenz umherschwimmen sehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-468" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-4-808x578.jpg" alt="Foto 4" width="808" height="578" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle luden sich Rucksäcke vorne, hinten, seitlich auf. Celina war zu beladen mit Rucksäcken und Nervösität, dass sie sich Alisson nicht auch noch aufladen konnte. Also nahm ich sie und einen Regenschirm auf den Arm. Denn der Regen war so stark, dass er Alisson nicht nur nass, sondern auch aua gemacht hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-477" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-12-808x568.jpg" alt="Foto 12" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p>In geballter Rucksackrunde liefen wir los. Erst knietief durch den Gartensee. Der Boden war nicht sichtbar, modrig, glitschig und gleichzeitig mit spitzen Steinen gesät. Keine komfortable Dreierkombination, wenn man mit seinem gesamten Besitz hinten und einem dreijährigen Kind vorne beladen ist. Unser Reisetempo war daher mehr als langsam. Auf der Straße war das Wasser etwas weniger tief, dafür aber mit einer starken Strömung, die einen niederbringen wollte. Auch hier wirkte das Wasser, als wüsste es genau, wohin es wollte. Und wenn du im Weg bist, musst du eben mit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-466" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-2-808x606.jpg" alt="Foto 2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Weg waren immer wieder Pfützen, die sich über die gesamte Breite der Straße erstreckten und deren Tiefe nicht einzuschätzen war. Aber da mussten wir durch. Irgendwie war jede immer noch ein Stück tiefer als die vorherige. Bis sie so tief wurden, dass meine Flip Flops dem Wasserdruck nicht mehr entgegenhalten konnten. Fast zeitgleich brachen die Zehenstangen ab und ich stand barfuß im schleimigen, spitzsteinigen Müllsee mitten in Honduras’ Straßen. Aber niemand anders konnte diesen Weg für mich gehen. Da musste ich durch. Da ich meine eh alten Sportschuhe im überschwemmten Haus zurück gelassen hatte, war ich ab hier schuhlos. Innerhalb einer halben Stunde reduzierte ich mein Gepäck von zwei Paar Schuhen auf kein Paar Schuhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-476" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-11-808x613.jpg" alt="Foto 11" width="808" height="613" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir den letzten mittlerweile hüfthohen Straßenmüllsee durchwateten, sahen wir schon das Licht am Ende: Vor dem Beach House warteten bereits unsere trockenen Freunde auf uns. Wir kamen an und wirklich alles war nass: Alles an uns, alles im Rucksack, Alisson. Trotz mühevoll aufrecht gehaltenem Regenschirm. Wir bekamen eine warme Dusche, ein warmes Gericht und warme Kleidung von den trocken Gebliebenen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-478" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-13-808x602.jpg" alt="Foto 13" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Drei Tage lang brauchten meine Sachen zum Trocknen in dem feuchten Klima, sodass ich drei Tage lang rein in Kleidung anderer verbrachte. Das war ein neues Gefühl von Freiheit. Kein Socken, kein Schuh, der sich zum Anziehen anbot. Kein Zimmer, in den mein Rucksack gehörte. Kein Apfel, den ich essen konnte. Kein Bett, in das ich mich einfach schmeißen konnte. Alles, einfach alles gehörte jemand anderem. Aber alles, einfach alles, gaben mir die anderen gerne.</p>
<p>Ohne die Obhut des Beach Houses wäre es für mich eine echte Katastrophe geworden. Aber so war es nur eine Naturkatastrophe. Nichts zu haben und doch alles nutzen zu können, war ein tolles neues Gefühl von Befreiung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Honduras Child Alliance" href="https://secure.etransfer.com/EFT/custom/HCA/Donation480/donation1.cfm?d2org=HondurasCA&amp;d2tool=donate" target="_blank">Honduras Child Alliance</a> für die Obhut.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/">Als der Hahn sich strangulierte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Detox statt Tortilla</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2014 16:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=412</guid>
		<description><![CDATA[<p>Die Suche nach einem Gericht ohne Tortillas endete in frischem, rohem Futter für Leib und Seele.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/">Detox statt Tortilla</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Monat reisten und ernährten wir uns jetzt schon in Mexiko. Insgesamt war das aufregend als auch lecker. Tag für Tag kamen wir immer besser zurecht. Wege fanden sich einfacher, der Rucksack packte sich schneller, das Spanisch sprach sich flüssiger und das Essensangebot verstand sich auch immer besser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-416" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Jump-2-808x535.jpg" alt="0.Beach_Jump 2" width="808" height="535" /></p>
<h3></h3>
<p>Genau dieses Essen bestand meistens aus Tortillas. Insbesondere dafür verdient die mexikanische Küche auch größten Respekt – Tortillas kreativ und lecker zubereiten. Die Tortillas werden aus Maismehl, nicht aus Getreide gemacht. Besonders stolz sind die Hersteller, wenn sie aus 100% Maismehl sind. Mais ist für die Mexikaner, was Weizen für die Deutschen: Grund- und Stopfnahrungsmittel Nummer Eins.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-431" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach5-2-808x494.jpg" alt="0.Beach5 2" width="808" height="494" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Essen ist für die Mexikaner von besonderer Bedeutung. In Oaxaca erzählte uns einmal ein Einheimischer, die Mexikaner essen nicht, um satt, sondern um dick zu werden. Er selbst ist von Natur aus eher schlank und wird ständig gefragt, ob er eine Krankheit habe. Dabei sah er für mein Empfinden völlig gesund geformt aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-457" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_UliLena-808x516.jpg" alt="0.Beach_Uli&amp;Lena" width="808" height="516" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles auszuprobieren und sich Mexiko auch über das Essen zu erschließen machte Spaß. Doch mit steigendem Verständnis waren für uns Enfrijoladas, Entomatadas, Enchilladas am Ende doch immer Tortillas mit Hühnchen und ein bisschen Gemüse. Auch wenn die Zubereitungsweisen sich stets unterschieden, war das, was am Ende im Magen landete, ein Haufen Tortillas, ein Häufchen Hühnchen und ein Klecks Gemüse. Das war auch lecker, aber irgendwann der Tortilla Overkill. Da wir uns diesem aber nicht geschlagen geben und in den Pizzaladen gehen wollten, fragten wir in den Restaurants nach ‚algo sin Tortillas’ – etwas ohne Tortillas –, wurden daraufhin allerdings nur mit großen Fragezeichenaugen angeschaut. Das konnte niemand verstehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-425" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BeachKid-2-808x538.jpg" alt="0.BeachKid 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Höhepunkt unseres Overkills landeten wir in unserer vorerst letzten Mexiko Station: La Punta in Puerto Escondido. Ein Ein-Straßen-Surfer-Dörfchen an Mexikos Westküste. Hier dreht sich das Leben vor allem um’s Surfen. Wer gerade nicht selber draußen ist, sitzt am Strand und schaut den anderen Surfern zu. Surfen, Essen, Surfen, Essen, Schlafen – das ist so ziemlich der Rhythmus von allen hier. Viele Wellen, viele Boardshorts, viele Tortillas sieht man hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-418" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.LaPunta-2-808x568.jpg" alt="0.LaPunta 2" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-417" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Surf_Foto-2-808x538.jpg" alt="0.Beach_Surf_Foto 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zwischen Surfen und Surfen liefen wir also hungrig durch die eine Straße auf der Suche nach algo sin Tortillas. Den Ort, der ‚Frutas y Verduras’ – Früchte und Gemüse – hieß, fanden wir ziemlich vielversprechend und probierten es dort. Was wir fanden, war nicht nur ein tortillafreies Essen, sondern auch Lynnette.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-440" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kitchen_Ly-2-808x509.jpg" alt="0.Kitchen_Ly 2" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Lynnette hat vor drei Jahren ihre Louis Vuitton High Heels in Barfuß eingetauscht. Für die Liebe und den Lebensstil zog sie vom Millionen-Straßen-Dorf New York in das Ein-Straßen-Dorf La Punta. Ihr Freund Tomo betreibt diesen Ort voller Frutas y Verduras, in dem man Essen, Schlafen, Surfen und Sein kann. Tomo ist hier vor allem zum Surfen. Schlafen und Sein können beide gut. Und Lynnette übernimmt das Essen. Denn zwischen all den Surfern hat sie hier ihren Platz gefunden: Sie hat sich voll und ganz der Detox Ernährung verschrieben. Für sich und manchmal auch für andere.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-437" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.FyV-2-808x520.jpg" alt="0.FyV 2" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>Ihr Verständnis davon ist vor allem rohes Gemüse in frischer, getrockneter oder pulverisierter Form, Hauptsache nicht gekocht. Dazu viel Wasser – und keine Tortillas. Zuvor war mir nicht klar, dass man rohes Gemüse in so viele verschiedene Aggregatzustände verformen kann. Und dass diese auch noch wahnsinnig lecker sind. Dafür hat sie vom Zentrifugalentsafter bis zum Kokosnusstrockner unzählige Küchengeräte in ihrer nach oben offenen Küche auf dem Dach. Allein um unser kulinarisches Highlight – <a title="Link zum Rezept" href="http://www.livelynnette.com/raw-food-recipe-great-raw-pumpkin-pie-recipe/" target="_blank">einen rohen Kürbiskuchen</a> – herzustellen, benötigt sie davon fünf verschiedene. Diese zu reinigen dauert dabei noch länger, als sie schmutzig zu machen. Doch nichts kann ihre Leidenschaft für rohes Gemüse brechen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-439" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ingredients-2-808x538.jpg" alt="0.Ingredients 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-442" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Leafes-2-808x538.jpg" alt="0.Leafes 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Zeit, in der sie gerade nicht entsaftet oder trocknet, klettert sie auf den Dächern der Hütten von Frutas y Verduras umher. Denn auf all diesen baut sie ihr Gemüse an, um auch ganz sicher die pursten Zutaten zu haben. Von unten sieht Frutas y Verduras aus, wie ein hübsches Surfhostel voller Hängematten und Dreadlocks. Wenn man aber auf die Wave-Watching-Plattform, ganz oben über den Hütten klettert, sieht Frutas y Verduras aus, wie ein Gewächshaus voller Beete mit grünem Blattgemüse. Wenn Lynnette die Beete gießt, denken unten immer alle es regnet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-450" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Ly_Palmen-2-808x538.jpg" alt="0.Plants_Ly_Palmen 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-448" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingSigns-2-808x538.jpg" alt="0.PlantingSigns 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Unser Tortilla Overkill stieß bei ihr neben Mitgefühl auch auf Fürsorge – und sie nahm uns mit in ihre Detoxwelt. Zwei Tage lang pflanzten, pürierten und pulverisierten wir mit ihr. Morgens kletterten wir mit dem Surfboard über Wellen und nachmittags mit der Leiter über die Beete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-456" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingPeople-808x538.jpg" alt="0.PlantingPeople" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-454" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Körbe-808x532.jpg" alt="0.Körbe" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Mond war gerade in seiner zweiten Phase. Daher säten wir insbesondere Pflanzen, die ihre Samen außerhalb der Blüte tragen. Die mögen halt die zweite Mondphase. Pflanzen, die ihre Samen in der Blüte tragen mögen die erste Mondphase. Am Besten pflanzt es sich, wenn der Mond im Zeichen des Krebs steht. Nur niemals irgend etwas bei Vollmond pflanzen!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-455" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_LL-808x611.jpg" alt="0.Plants_L&amp;L" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-432" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Cacao-2-808x529.jpg" alt="0.Cacao 2" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Für 2cl Blaubeersaft braucht man eine ganze Packung Blaubeeren. Trotz Mastikationsentsafter. Aber danach sollte man auch erst einmal keine Erkältung mehr bekommen. Lynnette nennt es Anti-Ebola-Shot. Cranberries ohne Zuckerzusatz kann man nur selber machen und schmecken so viel besser, als die aus der Tüte. Zentrifugalentsaftetes Obst und Gemüse hält sich 24, Mastikationsentsaftetes 72 Stunden im Kühlschrank. Maca Puder passt zu jeder Saftkombination, wirkt wie ein natürliches Viagra und hilft beim Schwangerwerden. Wenn man es denn will. Spirulina Puder ist gut nach dem Sport und lässt die Muskeln schneller wachsen als jeder Proteinshake. Wenn man es denn will.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-433" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food-2-808x538.jpg" alt="0.Food 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-435" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food3-2-808x586.jpg" alt="0.Food3 2" width="808" height="586" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-452" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Spirulina-2-808x538.jpg" alt="0.Spirulina 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Neues Futter gab es also nicht nur für den Magen, auch für den Kopf. Doch besonders dankbar waren Kopf als auch Magen für den Tortillaentzug. Am Ende hatten wir zwei Tage lang nicht einmal an Tortillas gedacht – und Lynnette hatte uns von unserer Tortillaimmunität geheilt. Als wir abreisten, gab sie uns noch eine Tüte ihrer selbstgetrockneten, -gepellten und -gemixten Snacks mit. Diese aßen wir auf unserer Weiterreise mit Genuss – und mit einer Tortilla dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Lynnette" href="http://www.livelynnette.com/" target="_blank">Lynnette und ihrer Detox-Kur im Live Loft Mexico</a> für diese Heilung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-458" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ly_Lena3-808x534.jpg" alt="0.Ly_Lena3" width="808" height="534" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/">Detox statt Tortilla</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tag für Tag</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 00:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=382</guid>
		<description><![CDATA[<p>Den letzten Tag auf den nächsten Tag zu verschieben, ist immer die richtige Entscheidung!</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tag sollte der Letzte auf Caye Caulker werden. Die Insel, von der wir eigentlich gar nicht weg wollten. Singende Menschen auf Fahrrädern, offene Begegnungen mitten auf der Straße, <a title="Caye Caulker Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">interessante Menschen mit interessanten Lebensgeschichten</a>, Gelassenheit an jeder Ecke und die offizielle Anordnung langsam zu gehen. Nicht nur auf, sondern auch um die Insel gab es viel zu entdecken: Ein beeindruckendes Riff mit lauter wilden Meerestieren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-386" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Go-Slow-808x534.jpg" alt="1.Go Slow" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Diese wollten wir an unserem letzten Tag entdecken und hüpften in ein kleines Boot mit einem kleinen lokalen Meereskenner: Popes. Popes hatte nicht nur viele lockere Sprüche drauf, sondern auch offensichtlich Wasserröntgenaugen. Denn er fuhr im weiten Meer zielstrebig an Stellen, wo sich die Tierchen tummelten. Wir schwommen mit einer Seekuh, die beeindruckend groß und beeindruckend entspannt mal hier, mal da durch’s Wasser gleitete. Ebenso mit Mantarochen, Schildkröten, Barrakudas und etlichen Fischschwärmen. Am intensivsten aber waren für mich die Haie, die ich sogar am Kopf streichelte. Bis dahin dachte ich, man streichelt nur niedliche Tiere. Sie fühlen sich nicht schleimig glatt, wie erwartet, sondern runzelig grobkörnig an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-389" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Island_Magic-808x538.jpg" alt="1.Island_Magic" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später strandeten wir mit all unseren kleinen Begleitern – Boot, Popes, Meeresehrfurcht – auf einer kleinen Insel. Es gab zwei Hunde, einen Lagerfeuerplatz, einen Gaskocher und einen Toilettensitz über dem Meer, der Zivilisation vortäuschte und gleichzeitig auf’s Korn nahm. Ansonsten war die Insel wunderbar einsam. Im Sonnenuntergang fischten und brieten wir unser Abendessen. Wenn es auch etwas absurd war, dass wir die zuvor fasziniert gefundenen Fische nun verspeisten – wir lebten den Robinsontraum für einen Abend.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-388" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Hammock_Sunset-808x538.jpg" alt="1.Hammock_Sunset" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Da die Sonne um sechs Uhr unterging und der Wind uns den ganzen Tag um die Nase geblasen hatte, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren. Es wäre ein toller letzter Tag gewesen – so toll, dass wir noch einen davon wollten. Aus Müdigkeit, aber noch viel mehr aus Abschiedsmelancholie entschieden wir uns, die Fähre sausen zu lassen.</p>
<p>Am nächsten Morgen waren wir froh, dass die Meeresluft-Überdosis uns zum Bleiben bewegt hatte. Wir starteten in den Tag, als würden wir schon ewig auf Caye Caulker wohnen. Wir nahmen unser Omelettfrühstück, füllten die Wasserflaschen am Lieblingswasserspender und taten auch sonst, was wir immer dort taten: Über die Insel streifen, Begegnungen an jeder Ecke haben, schwimmen, wenn wir schwimmen wollen, essen, wenn wir essen wollen. Bis wir am Abend kurz vor den Mücken fliehen müssen – und anschließend wieder losstreifen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-390" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kids_-808x538.jpg" alt="1.Kids" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Gleich beim ersten Schwimmstopp trafen wir auf Ben. Big Ben. Er hatte einen Mantarochen gesichtet und wollte seinen beeindruckenden Meeresfund mit uns teilen. Mit nur einem Schnorchelequipment ausgestattet, streiften wir in Entenformation zu dritt durch’s Wasser auf der Suche nach ihm. Da wir im Wasser eine ziemlich gute Dreierkonstellation abgaben, versuchten wir es anschließend auch an Land und streiften über die Insel. Big Ben konnte uns noch einige unentdeckte Ecken zeigen. Dank unserer vorangegangener Streifzüge klappte das aber auch vice versa. Er fügte sich ohnehin ohne Reibung wunderbar in unseren Streifrhythmus ein – und wir schwommen, wenn wir schwimmen wollten, aßen, wenn wir essen wollten und hatten nette Begegnungen an jeder Ecke.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-394" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Split_Bar-808x538.jpg" alt="1.Split_Bar" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-403" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kiteman-808x538.jpg" alt="1.Kiteman" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Big Ben war selber kein Inselureinwohner, aber vor zwei Jahren nach Caye Caulker gezogen. Er bewohnt ein Haus in der hintersten Ecke der Insel. Es ist großzügig und offen geschnitten. Außer zum Bad gibt es keine Türen und aus jedem Zimmer kann man das Meer sehen. Am Besten geht das jedoch von den Hängematten auf dem Dach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-393" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Sea_Kids-808x534.jpg" alt="1.Sea_Kids" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Bens Leidenschaft sind Kokosnüsse, denn einst heilten sie ihn von Denguefieber, erzählt er uns. Deswegen gibt es in seinem Haus neben einem großen Vorrat an frischen Kokosnüssen Unmengen gekühltes Kokosnusswasser, gefrorenes Kokosnusswasser, den besten Kokosnussöffnungshammer, denn ich je gesehen habe, einen Kokosnussfleischherausdübler, Kokosnusskörpercreme, Kokosnussantimückenöl und leere Schalen überall. In seinem Kokosnusshaus kann Big Ben für sich sein und seine aktuelle Mission verfolgen: Ein Buch schreiben. Wenn er Gesellschaft will geht er einfach auf die Straße. Hier kennt man sich – und Big Ben ist nicht zu übersehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-405" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kokospalme-808x538.jpg" alt="1.Kokospalme" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie wir so streiften, kannte er einige der Inselbewohner, denen wir begegneten. Wir wurden immer gleich als Freunde vorgestellt und warm begrüßt, was uns das Gefühl lokaler Zugehöriger anstatt fremder Besucher gab. Das war ein tolles Gefühl. Gerade auf dieser wunderbaren Insel, auf der man einfach nur bleiben möchte. Es war wie ein Gefühl auf Probe. Einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, tatsächlich zu bleiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-396" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Tattoo-808x538.jpg" alt="1.Tattoo" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Es war ein Dienstag – und auch wenn sich hier nichts nach Alltag anfühlt, trafen wir auf Menschen mitten in ihrer Alltagsroutine. Sie fuhren gerade einkaufen, arbeiteten in ihrem Ladengeschäft, machten Mittagspause, werkelten an ihrem Haus. Doch all das mit tiefer Gelassenheit und einem Sinn für’s Routinebrechen. Sie luden uns zu sich ein, erzählten von sich, zeigten Einblicke in ihr Leben. Es schien, als sei sogar der alltägliche Weg zum Müll hier ein Akt des Genuss’. Auch wenn es alltägliche Notwendigkeiten zu tun gibt, gibt es hier immer einmal mehr Zeit für Entspannung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-401" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown2-808x485.jpg" alt="1.Gang_Sundown2" width="808" height="485" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine Begegnung erzählte uns von den Krokodilen, die kurz vor Sonnenuntergang immer auf die Rollbahn des Mini-Flugplatzes kriechen. Also machten wir an diesem einfachen Dienstag Nachmittag noch eine Expedition zu den Krokodilen. Auch wenn alles klein ist und jeder alles und jeden kennt, gibt es hier immer noch etwas Neues zu entdecken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-400" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown-808x533.jpg" alt="1.Gang_Sundown" width="808" height="533" /></p>
<h3></h3>
<p>Großes Thema war überall die Halloweenfeier, die vor der Tür stand. Alle überlegten an ihrem Kostüm. Auch Big Ben hatte noch keine Idee und der nächste Kostümladen war seemeilenweit entfernt – und hätte eh nicht seine Größe. Also bastelten wir ihm ein Kostüm aus einem Bettlaken, einem Pappkarton – und zwei Kokosnüssen. Er wurde zur Prinzessin Leia. Was am wenig prinzessinnenhaften Big Ben angezogen noch besser als in der Theorie, weil voller Selbstironie, war. Auch wenn es nicht viele Möglichkeiten gibt, gibt es hier immer noch Raum und Fantasie, sich diese selber zu erdenken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-391" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Plane_-808x569.jpg" alt="1.Plane" width="808" height="569" /></p>
<h3></h3>
<p>So flog der Tag vor sich hin, bis wir abends merkten, dass unser letzter Tag genau wie am vorigen letzten Tag plötzlich vorbei ging. Da die Sonne um sechs Uhr unterging und wir so viel gestreift, geschwommen, begegnet waren, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Genau so hätten wir jeden Tag weiter unseren letzten Tag verschieben können. Das Gefühl auf Probe hatte die Probe bestanden. Doch wir hatten einen Anschlussflug gebucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Insel der Moral</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/holbox-die-insel-der-moral/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/holbox-die-insel-der-moral/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 15:42:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=281</guid>
		<description><![CDATA[<p>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/holbox-die-insel-der-moral/">Die Insel der Moral</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben.</h4>
<p>Es gibt kein Muss, kein Müssen, kein Können müssen, kein Machen müssen. Hier nicht. Nicht auf Holbox. Holbox ist die Insel der Regellosigkeit. Du kannst machen, was du willst – aber du kannst eh nicht viel machen. Hauptsache du machst, was du willst. Hauptsache es geht dir gut. Genau in dieser äußerlichen Regellosigkeit ist genug Platz für die einfachsten menschlichen Regeln. Wenn man genau hinguckt, lässt sich das in den kleinsten Situationen beobachten. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-286" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Birds-808x538.jpg" alt="0_Birds" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#1 Das perfekte Leben</h4>
<p>Karen lebt auf Holbox. Dort hat sie ein kleines Apartment gleich am Strand. Morgens steht sie mit der Sonne auf, nimmt ihr Morgenbad im Meer, frühstückt französische Patisserie am Strand. Abends isst sie mit den zur Inselfamilie gewordenen Lokalen frische Tacos von mütterlichen Straßenstränden. Sie liegt am Strand in großen, weißen, weichen Betten mit großen, weißen, schleierhaften Tücherbehängungen. Sie nimmt ihr Abendbad im Meer und freut sich dabei jedesmal wieder über das glamouröse Plankton, das im Mondschein bei Bewegung glitzert. Sogar auf der Haut hinterlässt es glitzernde, meerjungfrauartige Partikel. So sieht Karen auch aus: Fröhlich im Gehtakt wippendes welliges Haar, von innen strahlende Sonnenhaut, offener Blick mit einem Funkeln in der Iris, Wege immer zweimal machend, weil sie vor Entspannung die Hälfte vergisst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-312" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Swings-808x538.jpg" alt="0_Swings" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann zwischen Morgenbad und Abendbad verbringt sie ein paar Stunden am Tag in dem schönsten Hostel der Insel. Vielmehr ein Ort der Hängematten, der Entspannung und der Begegnungen. Dort begrüßt sie Neuankommende und weist sie in das Inseldasein ein: Viel Nichts und alles, was du willst. Sie wird immer wieder neue Vertraute von Reiseseelen und ihren Geschichten. Dadurch kann sie das Inselglockenglück und den Abenteuerdrang vereinen: für sich das Inseldasein pflegen und mit den Reisenden immer wieder in die Welt schweifen.</p>
<p>Über eines zerbricht sich Karens jedoch die ganze Zeit den Kopf: Das perfekte Leben. In welcher Form, an welchem Ort, mit welchen Menschen es zu finden ist. Immer wieder sinniert und diskutiert sie es, fragt andere nach ihren Meinungen und teilt ihre. Das ist bereichernd und füllt so einnige Begegnungen mit guten Gesprächen. Durch all das Grübeln übersieht sie nur eine wichtige Sache: Das Ideal, das sie beschreibt, ist ihr Real. Sie lebt ihr selbst definiertes perfektes Leben, ganz ohne es zu merken.</p>
<p><strong>Suche nicht nach deiner Insel, erkenne sie.</strong></p>
<h3></h3>
<h4><img class="aligncenter size-medium wp-image-285" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Look_Karen-808x538.jpg" alt="0_Beach_Look_Karen" width="808" height="538" /></h4>
<h3></h3>
<h4>#2 Die Möwe Nimmersatt</h4>
<p>Die kleinen Wellen wellten vor sich hin, wie sie es jeden Tag tun. Mal mehr, mal weniger, so wie sie gerade Lust hatten. An diesem Tage hatten sie Lust einen toten Thunfisch anzuspülen. Klein, aber dennoch groß genug, um die gierigen Augen der Möwen anzuziehen. Die Möwe Nimmersatt war zufällig am nächsten, als erstes am Thunfisch und damit selbsternannte Neueigentümerin vom toten Tuna. Überwältigt von ihrem eigenen Glück machte sie sich gleich fröhlich quiekend über den Fisch her.</p>
<h4></h4>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-304" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwenboot2-808x538.jpg" alt="0_Möwenboot2" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p>Die anderen fünf Möwen aus ihrer Strandcrew kamen ähnlich fröhlich quiekend hinzu und wollten auch ein Fischportiönchen abhaben – schließlich war ja genug für alle da. Doch die Möwe Nimmersatt sah das anders. Sie konnte nicht nur fröhlich, sondern auch aggressiv quieken. Jeder Möwenfreund, der auch nur wagte, sich dem Fisch zu nähern, wurde entschieden mit gespitztem Schnabel und gespitzten Flügeln weggequiekt. Sie war schließlich vorher da und der Fisch sollte ganz allein ihrer sein. Dabei würde sie ihn eh niemals allein schaffen. Das wäre ungefähr so, als wenn ein Mensch einen ganzen Hai allein essen würde.</p>
<p>Wie Möwe Nimmersatt so beschäftigt damit war, Fischfleisch zu picken und gleichzeitig Möwenfreunde zu verscheuchen, bekamen die Wellen wieder Lust. Sie bekamen Lust, noch einmal mehr zu werden – und der Möwe zu nehmen, was sie ihr zuvor gaben. ‚Schwapp’ kam eine Welle und nahm den Fisch wieder mit. Und weil ein Mensch auch keinen Hai allein halten könnte, kann eine Möwe auch keinen Thunfisch allein halten. Ein paar Möwenfreunde zusammen aber hätten es gekonnt.</p>
<p><strong>Nur geteilter Fisch ist Fisch, der bleibt. </strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-301" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwe_Fisch-808x538.jpg" alt="0_Möwe_Fisch" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#3 Marias Fahrrad</h4>
<p>Maria lebt in Mexico City und Maria liebt ihr Fahrrad. Als sie sich entschied, auf Reisen nach Südamerika zu gehen, war ihre einzige Sorge, ihr Fahrrad zurück zu lassen. Also entschied sie sich: Das Fahrrad muss mit. Und zwar nicht in ihrem Koffer, sondern unter ihrem Hintern. Anstatt in Chile zu reisen, radelte sie jetzt eben nach Chile. Quer durch Mexico, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und die südamerikanische Westküste. So war zumindest die Idee. Nach einem Monat und Station Eins ‚Quer durch Mexico’ stoppte sie für ein paar Tage auf Holbox. Und blieb. Acht Monate lang bis heute. Seitdem lebt sie in einer Hängematte. Tagsüber trägt sie Fahrradhosen, doch wenn sie losradelt, ist sie in zehn Minuten am Ende der Insel. Und in nochmal zehn am anderen Ende. Seitdem sie das feststellte, steht ihr Fahrrad gleich neben ihrer Hängematte, wird noch immer genauso geliebt, doch nicht geradelt.</p>
<p><strong>Radle um zu erleben, nicht um anzukommen.</strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-313" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Tix1-808x538.jpg" alt="0_Tix" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#4 Schönheit</h4>
<p>Auf Holbox scheint die Sonne täglich, die Flamingos sind rosa und wild, das Meer hat kleine Wellen bei Tag und glitzerndes Plankton bei Nacht. Die Sterne sind klar, der Sand weiß und die Kokosnüsse reif am Baum. Die Bewohner sind fröhlich und die Hängematten gemütlich, an jeder Ecke lädt eine andere zum abhängen ein. Die Bars haben keine Hocker, sondern selbstgebaute Holzschaukeln vor dem Tresen. Oder vor dem Meer. Die ansässigen Mamas machen ihre Tacos frisch und selbst und beraten auch gerne eine halbe Stunde zu jeder Tacovariation. Mit kleinen Stopps auf Sandbänken mitten im Meer kann man von einer Miniinsel auf die andere Miniinsel schwimmen, auf der es unberührte Natur, unbenutzte Holzboote und unschuldige Schwanennester gibt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-307" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Passion_Island-808x538.jpg" alt="0_Passion_Island" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-294" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos5-808x538.jpg" alt="0_Flamingos5" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Holbox ist die Postkarteninsel. Alles sieht so schön aus, dass man es berühren muss, um es wahr zu wissen. Andersherum ist eines kaum sichtbar, dafür fühlbar: Die Mücken. Durch die Nähe der Lagunen, gibt es auf Holbox so viele Mücken wie kaum andernorts. Und durch die süße europäische Bakterienformation auf unserer Haut, mögen uns die Mücken wie kaum jemand anderen. Immer zu Sonnenauf- und untergang überfallen sie mich und meine Freundin Sany in Ultrariesenschwärmen. Zwischendurch in Riesenschwärmen. Kein Abwehrspray, Moskitonetz oder Duschversteck mag helfen  – allein auf dem Rücken zählte ich 24 Stiche. Sanys durchschnittlicher Stichdurchmesser auf den Beinen betrug vier Zentimeter. Gegenseitig waren wir ununterbrochen damit beschäftigt, uns vom Kratzen abzuhalten. Statt partiellem Jucken war es eher ein Ganzkörperschmerz. Gegen die juckenden Schmerzen hätten wir zwischenzeitlich unsere Haut eingetauscht.</p>
<p>Die pure Inselschönheit sahen wir zwar vor uns, aber den puren Mückenschmerz fühlten wir auf uns – und die Macht der Mücken siegte.</p>
<p><strong>Alle Schönheit ist nur so schön, wie sie sich anfühlt.</strong></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-298" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_Sea-808x538.jpg" alt="0_Holbox_Sea" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-299" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_view-808x538.jpg" alt="0_Holbox_view" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#5 Im Schlaf</h4>
<p>Eugenio war für eine Nacht nach Holbox gekommen. Seine schönste Hose und sein schönstes Hemd hatte er eingepackt. Beige-blau mit Ornameten darauf. Er wollte auf dem kleinen Festival, das dieses Wochenende stattfand, trinken, tanzen, feiern. Dafür gesellte er sich für eine Nacht in unseren Bungalow. Seine Haare waren an den Seiten rasiert und oben gegelt. Er war groß und breit, doch seine Gestik klein und fein. Er setzte sich gerne nur auf die Ecke des Stuhls. Aus dem grob geformten Mund kamen sensibel gewählte Worte. Seine Stimme kam hoch und sanft aus dem eigentlichen Bariton-Klangkörper. Mit seinen groben Händen und den sauberen Nägeln wank er gerne mit kurzen fingerkrümmenden Bewegungen. Auch wenn er eigentlich in Sprechdistanz war.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-284" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed2-808x514.jpg" alt="0_Beach_Bed2" width="808" height="514" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann nachts wachte ich von lautem Schnarchen und lautem Handyklingeln auf. Die Festivalnacht hatte Eugenio ausgeknockt. Er lag mit längs gegelten Haaren und quer gestreifter Unterhose in seinem Bett und sein Schlaf machte ihn zu einem anderen Menschen. In erster Schlaftrunkenheit dachte ich noch jemand anderes hätte Eugenios Bett gekapert. Grobschlichtig nahm er nicht mehr nur die Stuhlkante, sondern jetzt das gesamte Bett und gefühlt alles darüber hinaus ein. Auf dem Rücken liegend und alles von sich gestreckt kam sein Bariton nun zu voller Geltung. Es war tatsächlich Eugenio, der sich laut und tief mit seinem Handy einen raumfüllenden Wettkampf lieferte. Die sensible Sanftheit des Tages war nur noch in dem akribisch zusammengefalteten Hemd neben dem Bett sichtbar.</p>
<p>Ich fühlte mich im Zimmerinteresse handelnd, als ich versuchte Eugenio zu wecken – mit sanftem Schütteln bis zu grobem Rütteln. Doch alle Reaktion war ein plötzlicher schneller Ausschlag seines Ellenbogens, der knapp an meinem Gesicht vorbeiging. Nichts war zu machen, Eugenio hatte keine Antennen in seinem ausgeprägt männlichen Schlaf. Also nahm ich selbst sein Kissen unter seinem Kopf, denn da war sein durchgängig leutendes Handy drin, und schaltete es aus. Für das Schnarchen gab es leider keinen Knopf. Als er am nächsten Tag mit seinem Täschchen in der Elle auf dem Rückweg an uns vorbeifuhr, wank er uns wieder fingerkrümmend mit geneigtem Kopf zu. Er wusste nicht, dass wir wussten, dass er so eigentlich nicht winkt.</p>
<p><strong>Bleib du selbst – und wenn nicht, dann schlafe lieber alleine. </strong></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-291" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Bar_Swings3-808x432.jpg" alt="0_Bar_Swings3" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-309" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Sea_Couple-808x538.jpg" alt="0_Sea_Couple" width="808" height="538" /><br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-297" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Hammock-808x538.jpg" alt="0_Hammock" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-290" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed-808x411.jpg" alt="0_Beach_Bed" width="808" height="411" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-315" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos6-808x538.jpg" alt="0_Flamingos6" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-287" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Coconut-808x538.jpg" alt="0_Coconut" width="808" height="538" /></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/holbox-die-insel-der-moral/">Die Insel der Moral</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/holbox-die-insel-der-moral/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Dieser Heimatteil von mir</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 19 Oct 2014 15:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=260</guid>
		<description><![CDATA[<p>Wehmut kommt vor dem Abflug: Wie das Blinken meines Rauchmelders mir zeigte, wie schön meine Heimat ist. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/">Dieser Heimatteil von mir</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>‚Blink’ machte der Rauchmelder. Ein rotes ‚Blink’. Das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich lag auf dem Fußboden zwischen Bett und Schrank und machte Dehnübungen.. Dort lag ich schon so oft und machte Dehnübungen. Doch noch nie hatte ich den Rauchmelder blinken sehen. Wenn er das jetzt tut, tut er das aber sicher regelmäßig. In welchem Takt er wohl blinkte. Vielleicht minütlich. Oder öfter. Doch während ich überlegte, waren ja bestimmt schon dreißig Sekunden vergangen. Dann war es vielleicht doch seltener. Ich wartete ab und wollte erst nach dem nächsten Blinken die nächste Übung machen. Ich wusste gerade eh nicht, welche als nächstes. Also war ich über einen unbeteiligten Taktgeber ganz froh.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-272" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_wave.jpg" alt="0_wave" width="800" height="570" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich wartete weiter und wunderte mich. So oft schon lag ich an dieser Stelle mit dem Blick nach oben und nie hatte ich es blinken sehen. Und jetzt liege ich eine der letzten Male an dieser Stelle und entdecke etwas Neues. In einer Woche reise ich ab. One-way-Ticket nach Mexico. Reisen, Kennenlernen, Wundern, Betten teilen, Busse fahren, Leben, Schreiben. Seit den letzten Wochen rückt dieser Zeitpunkt zähl- und fühlbar näher. Und seit diesen letzten Wochen hat sich auch mein Blick verändert. Je näher das Ferne rückt, umso mehr schärft sich mein Blick für das Nahe. Und wie ich so genau hinschaue, entfaltet jedes Detail etwas wundersam Neues.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter  wp-image-273" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Moon.jpg" alt="0_Moon" width="773" height="579" /></p>
<h3></h3>
<p>Ursprünglich konnte es mir bei der Planung der Reise gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten gleich morgen los. Rückflugticket – brauche ich nicht. Arbeit – kündige ich. Habseeligkeiten – vermiete, verschenke, verkaufe ich. Freunde – nehme ich mit, physisch oder seelisch. Auf auf!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-269" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Elbphilharmonie.jpg" alt="0_Elbphilharmonie" width="784" height="588" /></p>
<h3></h3>
<p>So in etwa, nur weniger schnell ging es dann auch. Doch was ich völlig vergaß: Die Gefühle für das Nahe. Am Anfang der Reiseplanung steckt der Kopf in der Ferne. Da will ich hin. Doch um dort hinzukommen, muss der Kopf sich dem Hier und Jetzt widmen und organisieren, informieren, arrangieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dabei stellt er fest: Alles, was ich hier tue, hat ein Ende. Alles, was zuvor Selbstverständlichkeit hatte, hat ein Ende. Im Lieblingssupermarkt den Lieblingskäse kaufen. Vor der Tür die Parkgewohnheiten der Fahrradfahrer in dem eigentlich zu engen Gang analysieren. Im Lieblingspark um die Ecke dem Typ, der immer die Bäume umarmt, hinterherjoggen. Auch den Baum umarmen wollen. Vom Lieblingstrainer mehrmals wöchentlich schmerzhaft angeschrien werden. Ständig überall den Lieblingsnachbar treffen, nur nie vor der Haustür. Mit Lieblingsfreunden doofe schöne Alltagsbesorgungen machen. Morgens im Büro mit der Küchenfee über Flohmarktgeheimtipps austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-267" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Alster_swan-808x520.jpg" alt="0_Alster_swan" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>All das war immer einfach da. Und erst wo es bald nicht mehr einfach da sein wird, merke ich, wie gerne ich es einfach da hatte. Wie ungerne ich es einfach nicht mehr da haben möchte. Eine eigentliche Binse wird mir klar: Man kann tatsächlich nicht alles haben. Die Lieblingsaspekte aus dem Hier bewahren und in die Ferne reisen geht nicht. Um neue Dinge zu tun, muss man auch alte aufgeben. Nur genau diese alten finde ich gerade so wunderschön.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-274" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Harbour_other-side.jpg" alt="0_Harbour_other side" width="800" height="530" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kommen die Tage der letzten Male und die Abschiedsmelancholie tritt ein. Auch wenn ich mir sicher über mein Reisevorhaben bin, möchte der Heimatteil von mir auch bleiben und bewahren. Und den noch einmal sehen. Und die. Und die auch. All die lade ich noch zu einer Feier ein. Einfach so, um alle noch einmal zu sehen und um eine Feier zu machen, was ich schon immer einmal machen wollte. Es ist bewusst keine Abschieds-, sondern eine Freiheitsfeier. So feiere ich die Freiheit mit allen, die ich gern habe und wir tabuisieren allesamt dabei das Thema Abschied. Es ist ein wundervoller Abend voller wunderbarer Menschen und wundersamer Momente, in dem sich zwei Dinge komprimieren, die sich seit Kurzem in mir manifestieren: 1. Es ist so wunderschön hier. 2. Tschüss sagen ist doof. Und dieser Heimatteil von mir möchte noch mehr bleiben und bewahren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-271" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Freiheitsfeier-808x606.jpg" alt="0_Freiheitsfeier" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Gute am morgendlichen Wohnungschaos: Ich kann gleichzeitig sauber machen, ausmisten und einpacken. Verlangsamt durch Melancholie und Partyschläfrigkeit brauche ich ganze drei Tage dafür. Drei Tage voller Orga- und Packkollas und ohne große Emotionen. Vorfreude, Abschiedsschmerz – alles weg. Keine Zeit. Muss packen. Wehmütige Anrufe von Familie und Freunden – keine Zeit. Muss packen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-275" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_HamburgHarbour-808x479.jpg" alt="0_HamburgHarbour" width="808" height="479" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Ende stehe ich Dienstag Abend, 18 Uhr in meiner Wohnung und es klingelt. Danny steht vor der Tür, er wird meine Wohnung behausen. Ich lasse ihn hinein und präsentiere die ausgemistete, geputzte Wohnung als wär es kein Akt gewesen. Ich werfe noch einmal einen Blick in ein paar Ecken, in ein paar Schränke. Als wüsste ich nicht, was dort ist. Dabei weiß ich es gerade so genau, wie nicht einmal beim Einzug. Nur wird es erst einmal der letzte Blick sein. Ein letztes Mal meiner lieben Wohnung tief in die Augen blicken. Keiner kennt sie so gut wie ich. Keiner kennt mich so gut wie sie. Ob Danny auch irgendwann das rote Blinken entdecken wird?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-268" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Besitz.jpg" alt="0_Besitz" width="800" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich verlasse die Wohnung ohne Abzuschließen, Danny schließt die Tür von innen und ich stehe draußen. Die Luft ist frisch und herausfordernd. „Lauf los,! Atme!“, sagt sie. Mein Rucksack auf den Schultern ist jetzt mein neues Zuhause. Ohne mich einmal umzudrehen, trägt er mich durch die Straßen. Plötzlich wird alles real – vorher wusste ich, ich würde gehen. Jetzt spüre ich, ich werde gehen. Die Luft breitet sich in meiner Lunge aus, ich kann kaum genug einatmen. Dort ist so viel Platz, so viel Freiheit. Die Entfernung zur Wohnungstür wird immer größer. Der Rucksack wird immer leichter. Je weiter ich mich entferne, umso schwächer wird die Verbindung. Es fühlt sich an, als würde die Nabelschnur von mir zu meiner Wohnung langsam durchtrennt werden. Mit weiterer Entfernung dehnt sie sich immer mehr aus. Bis die sich schnell schließenden Ubahn-Türen sie durchtrennen. Piiiep – Bum – Abgeschnitten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-276" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Parc_sundown-808x495.jpg" alt="0_Parc_sundown" width="808" height="495" /></p>
<h3></h3>
<p>Die letzte Heimatnacht ist gleichzeitig die erste Freiheitsnacht. Auf dieser Metastation schlafe ich drei Stunden bei einem Freund Zuhause und mir wird klar: Erst in den letzten wenigen Tagen ist mein Zuhause zu meiner tatsächlichen Heimat geworden. Noch nie vorher habe ich es so bewusst wahrgenommen und genossen. Es ist ein tolles Gefühl, denn ich weiß: Genau in diese Heimat kann ich jederzeit zurückkehren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-270" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_ERINNERUNGEN-808x437.jpg" alt="0_ERINNERUNGEN" width="808" height="437" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann geht’s los. Um fünf Uhr morgens stehe ich am Hamburger Flughafen. Schlaftrunken und von allen Habseeligkeiten befreit lasse ich nun alle Seeligkeiten der Heimat hinter mir. Doch ich bin nicht allein, denn ein großes kleines Stück von all der heimatlichen Schönheit habe ich bei mir: Sany. Freundin, Reiseseelenverwandte, Heimatherz. Mehr brauche ich nicht, um heraus zu finden, wann mein Rauchmelder ein zweites Mal blinkt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-266" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/Abflug-808x588.jpg" alt="Abflug" width="808" height="588" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/">Dieser Heimatteil von mir</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Himmelsdiktat</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/marokko-atlas-astronomie-berge/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/marokko-atlas-astronomie-berge/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2014 17:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Himmel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=225</guid>
		<description><![CDATA[<p>Auf diesem Berg im marokkanischen Atlas Gebirge kippt nachts die Atmosphäre und offenbart einem den Himmel. Und alle gucken nur noch nach oben. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/marokko-atlas-astronomie-berge/">Das Himmelsdiktat</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Berg, den wir gerade hoch fuhren, schien bis zum Mond zu gehen. Es wurde immer dunkler, immer kälter und immer höher. Der Berg steht mitten im marokkanischen Atlas Gebirge zwischen Marrakesh und Agadir und wir waren auf dem Weg zu seinem Gipfel. Ein schöner Berg war das – groß, mächtig, schöne mystische Vertiefungen hier und da, überall Wildschweinspuren und grüne Pflanzen. Yaniz fuhr uns sicher durch seine Serpentinen. Yaniz ist eigentlich ein Surffotograf, der gerade mit Derek Hynd, einem professionellen Surfer, einen Surffilm dreht. Beide lernten meine Freundin Isi und ich auf Marokkos Straßen kennen und reisten seitdem mit ihnen weiter.</p>
<h3>  <img class="alignnone size-medium wp-image-228" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/1_View_MountainsII-808x606.jpg" alt="1_View_MountainsII" width="808" height="606" /></h3>
<h3></h3>
<p>Beide sind eine beeindruckende Begegnung. Yaniz, der überorganisierte Netzwerker, kennt alles und jeden in Marokko. Insbesondere die einflussreichen Menschen, mit denen er ständig Schulterschluss betreibt. Und die monotalentierten Menschen, mit denen er unzählige Projekte hat. Und die anpackenden Alleskönnermenschen aus den Bergdörfern, denen er immer wieder Aufträge erteilt. Wenn wir Auto fahren, natürlich fährt er, telefoniert er die ganze Zeit und organisiert Menschen, Dinge, Projekte. Auch Isi und ich fühlen uns wie ein Projekt von ihm. Ein Projekt, das ständig gut umsorgt, von A nach B gebracht und beeindruckt werden muss. Denkt er. Er sagt, nichts ist unmöglich, man muss es nur aussprechen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-229" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/2_Breakfast-808x594.jpg" alt="2_Breakfast" width="808" height="594" /></p>
<h3></h3>
<p>Derek ist eher das Gegenteil. Eine ruhige Surferseele, der jeden Moment genießt und versucht das Leben spirituell zu erfassen. Seine Uhr sind die Wellen. Derek stellt große Lebensfragen und umarmt nur Herz an Herz. Als er vor vielen Jahren bei einer Surfcompetition durch eine Finne sein linkes Augenlicht verlor, erfand er das Surfen ohne Finne. Seitdem tanzt er wunderschön auf den Wellen und hat viele Anhänger, die ihn als Inspirationsguru sehen. Er sagt, Surfen ist der konservativste Sport der Welt, denn niemand hat jemals etwas geändert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-230" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/3_Bed_feet-808x606.jpg" alt="3_Bed_feet" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Es gab noch einen Dritten im Bunde: David, ein Freund von Yaniz, der zwischendurch zu unserer kleinen Reisefamilie gestoßen ist. David ist groß, breit und unglaublich viel Mann. Ein Amerikaner, der drei Jahre in Tokio lebte, es daher gewohnt ist, der Große zu sein und dort mehrmals Weltmeister im Sumoringen war. Überall und ständig macht er daher Dehnungsübungen oder Tai Chi. Als Bob Marley auf Tournee in Tokio war, war es David, der ihm Gras verkaufte und es mit ihm rauchte. Dadurch fühlt er sich ihm heute noch immer nah. Er sagt, es gab nie wieder einen echten Reggaemusiker wie Bob.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-231" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/4_Family_Car-808x606.jpg" alt="4_Family_Car" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles in allem reisten wir unheimlich gerne mit diesen drei ausgeprägten und ausgeprägt unterschiedlichen Persönlichkeiten quer durch Marokko. Nun waren wir auf dem Weg zu einem von Yaniz’ Projekten. Auf diesem einen Berg zwischen Marrakesh und Agadir hatte er eine besondere Atmosphäre entdeckt, die nachts so kippt, dass eine außerordentliche Klarheit auf dem Gipfel entsteht, die alle Astronomen mit den Ohren schlackern lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-232" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/5_Panorama_Telescope-808x178.jpg" alt="5_Panorama_Telescope" width="808" height="178" /></p>
<h3></h3>
<p>Gemeinsam mit einem Astronomieprofessor führt er dort Messungen durch und hat die wilde Idee, auf dem Gipfel ein Hotel für astronomieinteressierte Touristen zu bauen. Vom Laien, der einfach mal die Milchstraße von Nahem sehen will bis zum Experten, der dort seiner Forschung nachgehen kann. Noch steht aber nichts, bis auf den Astronomieprofessor und sein Teleskop. Doch da mussten wir erst einmal hinkommen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-233" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/6_Sabyll_view-808x534.jpg" alt="6_Sabyll_view" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Mit unserem kleinen Familienauto kamen wir nur bis zu einer Zwischenstation kurz vor dem Gipfel. Dort zogen wir alle erst einmal alle Kleidung an, die wir im Dunkeln finden konnten. Denn am Bergfuß war noch leuchtender Sommer. Hier oben schien es, als gäbe es eine fünfte Jahreszeit. Irgendeine zwischen kalter Sommernacht und hoffnungsvollem Winter. In diesem Sommerwinter war es definitiv windig und kalt. Unsere vortägige Bazarbeute kam hier allen gut zu Nutze: Eine Meute an marokkanischen Mützen, die wir auf den Köpfen unserer Begleiter verteilten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-234" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/7_View_MountainsIII-808x606.jpg" alt="7_View_MountainsIII" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ab hier war unser Familienauto nicht mehr zu gebrauchen. Wir ließen es stehen und beluden die Ladeflächen zweier Trucks mit einem Haufen an Matratzen und Decken für die kalten Gipfelnächte und setzten uns noch oben drauf. Die Trucks gehörten zu Aisa und Mohammed, zwei Berber aus den Bergdörfern. Oder vielmehr die einzigen zwei Berber, die in der Lage waren, uns den Berggipfel hinauf zu fahren. Denn die Straße war gar keine Straße, sondern einfach nur die Seite des Berges, welche die beiden mit ihren Trucks wie Bergziegen erklommen. Ihr Leben lang schon verbringen sie in diesen Bergen. Dabei hat sich ihre Erdanziehungskraft stärker ausgeprägt als die von anderen Menschen. Anders konnte ich mir nicht erklären, wie sie uns dort hinauf bringen konnten. Selbst wenn eine Erbse unter dem Matratzenhaufen gelegen hätte, wir hätten sie nicht gespürt. Die Herausforderung lag darin, nicht von der Ladefläche und direkt tausende Meter hinab zu stürzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-246" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/8_Berber-808x738.jpg" alt="8_Berber" width="808" height="738" /></p>
<h3></h3>
<p>Neben ihrer übernatürlichen Gravitation, erscheint auch das gesamte Leben der Berber wie in einem Paralleluniversum. Ohne Anschluss an die Zivilisation leben sie in ihren kleinen Dorfkommunen. Die Dörfer scheinen wahllos in unbebaubare Bergschluchten hineingebaut, alles Leben dreht sich um einen Brunnen und wer das frische Gras für die Esel den Berg hinauf trägt. Von morgens bis abends wuseln und arbeiten sie, scheuchen ihre Esel oder ihre Kinder umher. Die größte Beleidigung für einen Berber lautet ‚Dein Vater ist in seinem Bett gestorben!’ Denn ein würdevoller Berber ist nie in seinem Bett, sondern bis zuletzt bei der Arbeit in den Bergen. Sie leben nicht nur woanders, sie leben auch wann anders. Wenn man sie fragt, welches Jahr gerade ist, antworten sie 2964. Wir fuhren also nicht nur gen Gipfel, sondern auch gen Zukunft.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-245" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/8_Berber_Donkey-808x525.jpg" alt="8_Berber_Donkey" width="808" height="525" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="alignnone size-medium wp-image-235" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/9_People_Breakfast-808x492.jpg" alt="9_People_Breakfast" width="808" height="492" /></h3>
<h3></h3>
<p>Der Gipfel war unheimlich klein. Obwohl der Berg unheimlich groß war. Wie ein Riese mit einem Minikopf. Seine riesige Bergkörpermasse mündete an seinem Kopf in einem Plateau von wenigen Metern Durchmesser. Zu nah an den Abgrund wollte man auch nicht treten, was den Gipfelkopf noch kleiner machte. Trotz der Höhe und Gewalt des Bergriesen, war man hier auf minimalstem Platz gefangen. Und kahl war sein Haupt auch noch: Keine Tiere, kaum Vegetation, wenig Sauerstoff. Aber eine Sache war da: Der Astronomieprofesor und sein großes Teleskop. Ein absurder Anblick, als seien beide dort aus einer anderen Zeit hingebeamt worden. Was ich dieser Zukunft hier zugetraut hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-236" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/10_Telescope_Close-808x606.jpg" alt="10_Telescope_Close" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Sabyll, der Astronomieprofessor, hatte sich eine kleine Steinhöhle gebaut, in der er schlief. Eine Steinhöhle, wie man sie eher in der Steinzeitvergangenheit als in der Bergzukunft erwartet hätte. An der Seite war ein Abzugsloch, das den Rauch des lodernden Höhlenlagerfeuers hinaus transportierte. Sabyll hatte dafür genau die richtige Zirkulation berechnet. So einfach und so gut und so warm. Dennoch zu klein für alle von uns. Wir bauten unser Matratzenlager draußen unter freiem Himmel auf und gesellten uns alle um das Teleskop.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-237" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/11_Cave-808x520.jpg" alt="11_Cave" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-238" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/12_Fire_Moha-808x606.jpg" alt="12_Fire_Moha" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Panorama war unglaublich. Die Wolken waren unter den Gipfel gesunken, sodass sie aussahen wie das Meer. Die anderen Berggipfel um uns herum schienen wie kleine, einsame Inseln im Wolkenmeer. Als könnte man springen und schwimmen. Die Sterne waren greifbar nah und spendeten so viel Licht, wie der Mond es im Tal noch nie getan hatte. Der Mond war noch nicht aufgegangen und der Himmel von einer Klarheit, wie ich es ihm nie zugetraut hätte. Sabyll stellte für uns das Teleskop ein. Auf einer kleinen Fernbedienung mit vielen Tasten, konnten wir statt Pro7 einfach Pluto auswählen. Den steuerte das Teleskop dann an und wir sahen sie alle: Den Saturn mit seinem Ring, explodierte Sterne, implodierte Sterne, kleine Galaxien und später auch den Mond. Allerdings mit einer dicken Bazarwollmütze vor dem Teleskopobjektiv, da er sonst so viel Licht abgegeben hätte, dass der Durchblickende erblindet wär.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-239" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/13_View_Mountains-808x606.jpg" alt="13_View_Mountains" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon nach der ersten Nacht fühlten wir uns wie eine Woche dort oben. Der Gipfel war so klein, dass wir jeden vertrockneten Strauch auf ihm kannten. Die Menschen waren so nah, dass wir ihren Geruch, ihr Schnarchen und ihre Ticks kannten. Doch der Himmel war so mystisch, dass er jede Minute anders aussah.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-240" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/14_D_Sleepy-808x439.jpg" alt="14_D_Sleepy" width="808" height="439" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-241" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/14_Isi_Lena-808x606.jpg" alt="14_Isi_Lena" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ganze zwei Tage und zwei Nächte blieben wir dort oben. Alles, was wir taten, war mit dem Himmel zu leben. Wurde es dunkel, schauten wir Sterne durch’s Teleskop an. Wurde es hell, standen wir mit der Sonne auf. Wurde es windig, versteckten wir uns im Matratzenlager. Wurde es durch die Sonne heiß, versteckten wir uns auch im Matratzenlager. Die Natur hatte hier das absolute Diktat. Nachts hörten wir immer Sabylls Jubelrufe „+0,0372!“ Er brach ständig Weltrekorde im Genauigkeitsmessen von Sternen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-242" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/15_Isi_view-808x539.jpg" alt="15_Isi_view" width="808" height="539" /></p>
<h3></h3>
<p>Je länger wir hier waren, umso weniger nahmen wir den schnell endlichen Minigipfel war. Denn über uns war der niemals endliche Weltraum. Alle Augen schauten die ganze Zeit nach oben. Wenn man so weit oben ist und der Blick noch weiter hinauf gerichtet ist, vergisst man das Unten. Nichts war mehr wichtig, außer wir und der Himmel. Unsere Verpflegung würde ein Ende haben, doch der Himmel würde jeden Abend wieder sternhell werden. Bis in unser 2964.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/marokko-atlas-astronomie-berge/">Das Himmelsdiktat</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/marokko-atlas-astronomie-berge/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gefangen im Paradies</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Aug 2014 17:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Marrakesch]]></category>
		<category><![CDATA[Palast]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=15</guid>
		<description><![CDATA[<p>Es gibt ihn wirklich: Den schönsten Ort der Welt, an dem es dir an nichts fehlt – und von dem du einfach nur weg willst. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/">Gefangen im Paradies</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Es gibt ihn wirklich: Den schönsten Ort der Welt, an dem es dir an nichts fehlt – und von dem du einfach nur weg willst.</strong></p>
<h3></h3>
<p>Zwei Tage und zwei Nächte hatten wir mitten in der Natur geschlafen. Unter freiem Himmel abends stark gefroren, morgens stark geschwitzt. Über jede Form von Zivilisation hätten wir uns also gefreut. Obwohl meine Freundin Isi und ich eigentlich ans Meer wollten, weil wir immer ans Meer wollen, willigten wir ein, mit Yaniz zu Jérome zu fahren.</p>
<p>Yaniz ist der Surffotograf, mit dem wir seit einiger Zeit durch Marokko reisen. Er ist ein halber Marokkaner und kennt daher gefühlt jeden ganzen Marokkaner und jeden schönen Spot in Marokko. Von all diesen Orten erzählt er immer etwas zu glorifiziert und schönmalerisch, sodass automatisch Zweifel an deren echter Existenz entstehen. Doch wenn er dann an diese Orte mit uns fährt, sind sie immer noch schöner und beeindruckender als seine Erzählungen. Was wiederum beeindruckend ist, denn ich habe noch nie erlebt, dass gezeichnete Übertreibung in überzeichneter Erfüllung mündet. Kamen Isi und ich an einem neuen Ort mit Yaniz an, gab es nach der ersten wuseligen Ankunft jedes Mal einen kleinen Moment, in dem wir plötzlich nebeneinander standen, schauten, schwiegen, uns anguckten – und einfach loslachen mussten. Weil es so unglaublich und so unglaublich schön war. Und weil wir dort waren. Wir hatten irgendwann das Gefühl, jeden neuen Ort erst einmal einlachen zu müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der nächste Ort sollte nun Jéromes Palast sein. Jérome ist ein guter Freund von Yaniz und hat einen Palast. Den hat er, weil seine Familie ein guter Freund der Königsfamilie ist und die ziemlich viele Paläste haben. Alles, was wir wollten, war eine Dusche, also war auch eine Palastdusche für uns ok. Zudem wurde auch dieser Ort von Yaniz in den schönsten Farben beschrieben. Ein großer Palast am ruhigen, östlichen Rand Marrakeschs. Ein Palastgarten, durch seine Größe nur mit dem Auto und nicht mit den Füßen zu erobern. Jede Menge exotische Tiere, die in dem Garten leben. Ein Ort, an dem dir an nichts fehlt, weil alles, was du dir wünscht, sofort da ist. Anscheinend war das Einzige, was es zu fürchten gäbe, die Verführung der Schlange. Und genauso war es, nur noch schöner. Als die Tore für uns geöffnet wurden und wir in den Garten hineinfuhren, war uns, als würde Gesang ertönen. Unzählige Orangenbäume mit frischen Früchten machten die Luft zur süßen Verführung. Die vielen Tiere, die überall fletzten und fraßen, gaben dem Bild eine noch mystischere Atmosphäre. Sie schienen alle so zufrieden in sich zu ruhen. Wir sahen Rehe, einen Fasan, viele Schweife und Nasen undefinierbarer Arten und wir hörten unzählige wilde Vögeln, die eine Geräuschkulisse wie im Dschungel schafften. Am nächsten Morgen würde ein Känguru vor unserer Tür stehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo.jpg"><img class="alignnone  wp-image-23" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-300x64.jpg" alt="Photo" width="745" height="159" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jetzt kamen wir aber erst einmal an und bezogen unser Gästehaus. Ein eigenes Haus nur für uns, mit drei Bädern, einer Küche so groß wie meine gesamte Wohnung in Hamburg, einer Terasse voller Sofas und direkt davor einem Pool. Alles außergewöhnlich gepflegt und gesäubert. Von diesen Gästehäusern standen allein in Sichtweite etwa 20 herum. Aber das Beste waren zwei Dinge: Dusche und Klopapier. Das beides entdeckten wir, nachdem wir kurz auf dem Rasen saßen, unseren neuen Ort eingelacht und festgestellt hatten, dass wir die dreckigste Sache weit und breit waren. Also nutzten wir die Dusche, wuschen unsere Haare gleich zweimal und leerten großzügig eine ganze Rolle Klopapier. Denn der Wahnsinn: Es gab noch mehr davon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gleich danach ging es zum Diner mit Jéromes Familie. Sie hatten uns eingeladen, um mit Yaniz über ein paar Projekte zu reden und ebenso mit Todd. Todd nutzte das Bad ganz rechts in unserem Gästehaus. Er ist ein Freund von Yaniz und ein ziemlich erfolgreicher Architekt aus Norwegen. Seine Mission in Marrokko war Businessgespräche mit Jéromes Familie zu führen. Und das merkte man ihm auch an. Wenig Sinn für Abenteuer oder kleine Begegnungen, immer in Eile und immer sein Buch mit seinen Werken dabei. Trotz seiner Businessmission wirkte er dadurch manchmal etwas unbeholfen, was unbekannte Fürsorgegefühle in mir hervorruf. Ständig rettete ich ihn aus ihm unangenehmen Situationen, gab ihm nachts eine Mütze und morgens Zahnpasta. Todd war dennoch ein sehr angenehmer Mensch, den wir gerne in unsere kleine Reisefamilie aufgenommen hatten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-2.jpg"><img class="alignnone  wp-image-20" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-2-300x225.jpg" alt="Photo-2" width="725" height="544" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Um zu dem Diner zu fahren, holte uns Jérome mit seinem riesigen, bulligen, lauten Auto ab. Nachdem wir so viel von ihm gehört hatten, freute ich mich darauf, ihn einmal zu treffen. Ich war gespannt, welche Art von Menschen sich hinter all diesem Sein und all diesen Geschichten verbergen. Jérome war ein typischer Surfertyp in Shorts und Shirt, mit leicht übertriebenen Muskeln und leicht übertriebener Lässigkeit. Er empfang uns sehr freundlich und auf dem Weg vom Vaterpalast zum Onkelpalast hörten wir Reggaemusik und plauderten über’s Surfen. Beim Onkel wartete schon die restliche Familie: zwei weitere Brüder, der Vater, der Onkel und all deren Frauen, von denen die Hälfte schwanger war. Um die Sippe zu erhalten. Auch sie empfingen uns alle sehr freundlich mit Bussi-Bussi. Neben dem Eingang hing ein Picasso, aber ich hatte schon jetzt keine Lust mehr, mir all den Luxus anzugucken, ich war interessiert an den Menschen. Wir hielten Smalltalk, tranken Wein, selbstgemachte Limonade oder alles was wir wollten. Die Hausangestellten wuselten die ganze Zeit in der Küche umher. Auch wenn ich mich mit ihren weißen Gewändern zeitversetzt fühlte und das Bedürfnis hatte, ihnen zu helfen, habe ich doch eine echte Zufriedenheit in ihnen gesehen. Sie bewegten sich zwar im Hintergrund, taten dies aber mit einem Stolz und einer Würde, die mich für sie freuen lies. Zum normalen Familiendiner gab es Fleisch vom japanischen Kobe-Rind und anderes Genfer Rind – extra eingeflogen. Plus unzählige aufwändige, europäische Salate. Das Kobe-Rind selbst zu braten ließ sich der Hausheer nicht nehmen. In der Küche selbst Hand anzulegen, war hier sehr ungewöhnlich, sodass ihm alle anderen großen Respekt zollten. Nach seinem Showkochen verschwand er auch erst einmal zum Duschen und Umziehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-1.jpg"><img class="alignnone  wp-image-19" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-1-300x225.jpg" alt="Photo-1" width="696" height="522" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Alles war wahnsinnig lecker und alle zwangen uns noch mehr zu essen. Was ich aber eigentlich wollte, war den Smalltalk endlich verlassen zu können und mehr über die innere Welt dieser Menschen zu erfahren. Denn die äußere hatte ich nun zu Genüge gesehen. Doch vergeblich. Obwohl mich überhaupt nicht interessiert, wieviel Glamour, Macht und Besitz diese Menschen haben, schien doch trotzdem genau dies zwischen uns zu stehen. Es war einfach nicht möglich, ihre Oberfläche voller karamellisierter Macht zu durchdringen. Und ich verstand, dass dies wahrscheinlich nur sehr selten der Fall ist. Denn wer so viel um sich herum hat, kann nie wissen, ob sich andere auch für sein Inneres interessieren. Als ich das erkannte, taten sie mir allesamt leid. Genau andersherum wie alle anderen Marokkaner, führen diese Familie materialistisch ein ausgefülltes, aber zwischenmenschlich ein sehr leeres Leben. Ich würde es niemals mit ihnen tauschen wollen. Aus langer Weile spielen wir noch eine Partie Billard und fahren anschließend in unser Gästehaus. Für die Rückfahrt nehmen wir alle gemeinsam unser kleines, jetzt zerbrechlich wirkendes Familienauto.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am nächsten Morgen wollen wir noch viel dringender zum Meer. Weil wir immer zum Meer wollen und weil wir das echte Leben auf der Außenseite dieser Palastmauern vermissen. So schön es hier auch ist, so artifiziell fühlt es sich auch an. Yaniz und Todd müssen noch bleiben, um weiter über Projekte zu sprechen. Sie sind zwar traurig, dass wir gehen wollen, aber überzeugen uns, nicht einen Linienbus, sondern einen Fahrer von Jérome zu nehmen. Na gut, denn das macht aus fünf nur zwei Reisestunden. Bis Ranchid abfahrbereit ist, vergeht eine gefühlte Ewigkeit. Ich streune noch ein bisschen allein durch den Garten, entdecke schönste Pflanzen und Tiere, sehe Gärtner und Hausangestellte, die mit dem gleichen Stolz wie die Dienstfrauen ihre Arbeit voller Zufriedenheit verrichten. Es ist wirklich eine schöne kleine Welt hier, aber alles, was ich will ist heraus aus dieser vollkommenen Vollkommenheit. Heraus aus diesen Mauern, dessen Tore nur vom glücklichen Torwärter geöffnet werden können. Nachdem ich noch dem Känguru ein bisschen durch die Bäume gefolgt war, setzte ich mich vor unser Gästehaus und warte. Warte auf Ranchid, der uns hier raus bringt. Als er endlich kam, sprang ich in sein Auto. Hierhin werde ich wahrscheinlich nie zurück kommen, aber alles, was ich brauche, hatte ich mir von hier mitgenommen: Eine Rolle Klopapier.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-4.jpg"><img class="alignnone  wp-image-21" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-4-300x225.jpg" alt="Photo-4" width="727" height="545" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jeder Ort hat seine Geschichten.<br />
Hier findest du noch mehr:</p>
<p>&nbsp;</p>
    <style type="text/css">
        #ready_google_map_888771{
            width:100%;
            height:400px;
            float:top;
            border:0px solid #40bc86;
            margin:0px;
        }
        #gmapControlsNum_888771{
           width:100%        }
				 #ready_google_map_888771 .gmpMarkerInfoWindow{
			width:250px;
			height:150px;
		}
		.gmpMapDetailsContainer#gmpMapDetailsContainer_888771{
			height:400px;
		}
		.gmp_MapPreview#ready_google_map_888771{
			/*position:absolute;*/
			width:100%;
		}
		#mapConElem_888771{
			width:100%		}
	</style>
	<div class="gmp_map_opts " id="mapConElem_888771">
	<div class="gmpMapDetailsContainer" id="gmpMapDetailsContainer_888771">
				<div class="gmp_MapPreview " id="ready_google_map_888771"></div>
	</div>
	<div class="gmpMapProControlsCon" id="gmpMapProControlsCon_888771">
		<a href="http://readyshoppingcart.com/product/google-maps-plugin/" target="_blank" title="Google Maps Plugin" style="float:right;font-size:11px;color:rgb(68,68,68)!important;text-decoration:none;">Google Maps Plugin</a>	</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/">Gefangen im Paradies</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
