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	<title> &#187; Berge</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ein Ort voller Leere</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2015 16:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Portugal]]></category>
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		<category><![CDATA[Meer]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wer Einsamkeit sucht, findet sie hier. Wer sie nicht sucht, auch. Armaçao de Pera ist die schönste aller Einsamkeiten.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Wer Einsamkeit sucht, findet sie hier. Wer sie nicht sucht, auch. Armaçao de Pera ist die schönste aller Einsamkeiten.</p>
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<p>Das flip-flop-flip-flop meiner Schritte war dieses Mal besonders laut. Es gab kaum ein anderes Geräusch, um mein aufdringliches Gehgeräusch zu übertönen. Es kam mir wahnsinning penetrant vor. Zu penetrant für diesen ruhigen Ort. Ich flip-flopte durch die Straßen von Armação de Pera. Ein kleines, hübsches, unschuldiges Örtchen an der portugiesischen Algarve, in dem es kaum einen anderen Flip-Flopper gab. Nicht weil die Menschen hier dem Schuhwerk abgeneigt sind, sondern weil die Menschen hier der Straße abgeneigt sind. Oder weil es sie gar nicht gibt, da bin ich mir bis heute nicht sicher.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-704" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/1_gelbesHaus-808x704.jpg" alt="1_gelbesHaus" width="808" height="704" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-707" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/4_BlickBalkon-808x465.jpg" alt="4_BlickBalkon" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Ort ist bestückt mit großen Bauten voller wunderbarer Wohnungen mit großen Terassen und Meerblick. Bauten, die so einige Menschen unterbringen könnten. Jedoch so unbelebt wie Geisterhäuser wirken. Die Rolläden aller Fenster aller Häuser sind geschlossen. Türen scheinen sich niemals zu öffnen. Wenn irgendwo Wäsche hängt, hängt sie dort wahrscheinlich seit Jahrzehnten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-705" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/2_Häuserfront-808x606.jpg" alt="2_Häuserfront" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Den Pflastersteinen in den Gassen werden Tritte verwehrt. Es gibt Wege am Meer, die von den Büschen, nicht von den Menschen erobert wurden. Die schönsten Plätze existieren, damit sich niemals jemand auf ihnen niederlässt. Der perfekte Ausblick ist da, um nicht gesehen zu werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-709" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/6_Wäsche-808x606.jpg" alt="6_Wäsche" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor lauter Ruhe vergisst der Ort, dass Wasser Geräusche macht. Mitten in der Stadt ist ein Kreisel mit Springbrunnen, der vom Obergeist der Stadt nur an besonderen Tagen angestellt wird. Wenn er läuft, macht auch dieser kaum einen Klang. Nur wenn man ganz genau hinhört, hört man ein leises Rauschen und Spritzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-714" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/10_Graffitihaus-808x606.jpg" alt="10_Graffitihaus" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Rund um den Ort sind traumhafte Strände mit weißem Sand, wildem Wasser, verborgenen Steinhöhlen und keinen Menschen. Dabei kenne ich auf Anhieb drei, die diese Strände nie wieder verlassen wollen würden.</p>
<p>Bei all dem ist Armaçao de Pera aber kein trauriger Ort. Im Gegenteil – er ist gefüllt mit Leere und Leichtigkeit. An jeder Ecke liegt eine entspannte, wohlige Stimmung in der Luft. Eine Stimmung, die von niemandem gestört wird, die auch ganz sicher am nächsten Tag noch dort sein wird und die jedem zum Innehalten einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-722" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/17_BlueHouse-808x606.jpg" alt="17_BlueHouse" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-703" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0_TITELIMG_2299-808x460.jpg" alt="0_TITELIMG_2299" width="808" height="460" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles ist bereit. Stühle, die gepolstert und belehnt zum Sitzen einladen. Bänke, die besser nicht ausgerichtet sein könnten. Schattenspender, an genau der Stelle, wo die Sonne richtig knallt. Frischer Duft von Galão und Eiergebäck liegt in der Luft. Wenn Markt ist, trägt Armaçao die buntesten Farben all der frischen Früchte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-724" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/19_restaurant-808x614.jpg" alt="19_restaurant" width="808" height="614" /></p>
<h3></h3>
<p>Hier und da findet man mal jemand, wenn der Galão besonders gut ist oder die Früchte besonders frisch. Doch dann wird auch nur genossen – kein Reden über das Nötigste hinaus, kein Bewegen über das Nötigste hinaus. Und trotzdem voller Freundlichkeit und Fröhlichkeit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-727" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/22_Café-808x534.jpg" alt="22_Café" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-731" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/26_Mann-808x606.jpg" alt="26_Mann" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Und wenn man dann mal mit jemandem spricht, dann ist dieser Armaçao in Persona: Ruhig, entspannt und gastfreundlich. Genau wie die alte Dame Atalia, die als einzige auf ihrem Balkon in einem Hochaus voller Balkons stand, von meinem Fotografieren angetan war und mich bat, ein Bild von ihr zu machen. Obwohl mein Portugiesisch auf’s Minimalste begrenzt ist, hielten wir auf wundersame Weise einen netten Plausch. Sie sagte, sie genieße die Ruhe und die gute Luft auf ihrem Balkon. Anschließend diktierte sie mir ihre Adresse und ich schickte ihr nach meiner Rückkehr das Bild.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-730" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/25_Emilia-808x628.jpg" alt="25_Emilia" width="808" height="628" /></p>
<h3></h3>
<p>Armaçao de Pera ist ein Ort voller Leere und gleichzeitig voller Lebenskraft. Ein Ort, der Lebendigkeit in sich trägt. Nämlich ein Ort, an dem du erkennst, wo das wahre Leben stattfindet: In dir selbst.</p>
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<p><strong>Warst du auch schon einmal an der Algarve? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Kein Tee nach 18h, niemals!</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2015 23:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nepal]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Elena und Alex aus Berlin haben ihre Karrieren an den Nagel gehängt um als Paar gemeinsam zu reisen und sich neu zu erfinden. Auf AUSZWEIT bloggen sie u.a. über ihre Reiseabenteuer, Outdoorsport und Meditation. Hier über Schnee und Tee in Nepal. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">***GASTARTIKEL***<br />
Elena und Alex aus Berlin haben ihre Karrieren an den Nagel gehängt um als Paar gemeinsam zu reisen und sich neu zu erfinden. Auf <a title="AUSZWEIT" href="http://auszweit.de" target="_blank">AUSZWEIT</a> bloggen sie u.a. über ihre Reiseabenteuer, Outdoorsport und Meditation. Hier über Schnee und Tee in Nepal. <i> </i></p>
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<p>Nach dem <a href="http://auszweit.de/annapurna-trek-nepal-reisebericht-2" target="_blank title=">anstrengendsten Tag meines Lebens</a> wache ich wie aus einem Koma auf. Etwas benommen werfe ich einen Blick aus dem Fenster und kann kaum glauben was ich sehe: dicke weiße Schneeflocken. Ok, ich habe gestern mit meinem Freund Alex den Pass des Annapurna-Treks überwunden und wir befinden uns immer noch auf 3.600 m Höhe aber mit Schnee haben wir im Oktober nicht wirklich gerechnet. Alle Reiseführer haben schließlich darauf verwiesen, dass der Oktober der beste Monat für den Trek sei. Beim Frühstück ist der Schneefall natürlich das Top Thema. Schnell ist man sich einig, dass dann wohl heute keine Wanderer den Pass überqueren wird. Schließlich war das Erklimmen vom Thorung La (5.400 m) schon ohne Schnee eine richtige Strapaze. 1.400 Höhenmeter hinauf und 1.800 Höhenmeter hinab. Wir haben 10 Stunden für diese Strecke gebraucht. Mit Schnee also kaum machbar. Somit verbringen wir den Tag damit, Witze über das Wetter zu reißen und das gute Essen in der Berglodge zu genießen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-679" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Annapurna-Trek-1160x773-808x538.jpg" alt="Annapurna-Trek-1160x773" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-680" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Blick-aus-dem-Fenster-1160x870-808x606.jpg" alt="Blick-aus-dem-Fenster-1160x870" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Als dann um 15 Uhr die Tür des Hotels aufgeht und eine völlig verfrorene Italienerin vor uns steht können wir nicht glauben, was sie uns berichtet. Vom Basecamp auf der anderen Seite des Berges seien heute morgen alle Wanderer losgelaufen, obwohl schon beim Aufbruch um 4 Uhr morgens alles weiß gewesen sei. Die nepalesischen Bergführer hätten allesamt zum Aufbruch geblasen und den Touristen erzählt, dass so ein paar Schneeflocken den Aufstieg nur unwesentlich erschweren würden. Als die Italienerin von den schwierigen Wetterverhältnissen berichtet, haben wir alle einen Kloß im Hals. Zum einen, weil wir ahnen, wie sehr die Menschen am Pass gerade mit den Naturgewalten kämpfen, zum anderen wie viel Glück wir doch mit unserer eigenen Überquerung am Vortag hatten. Nach und nach treffen immer mehr Menschen in dem Hotel ein und erzählen von Vermissten, Rippenbrüchen, Orientierungslosigkeit im Schneesturm und Schneelöchern von mehreren Metern Tiefe&#8230;</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-678" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Annapurna-Schneesturm-1160x514-808x358.jpg" alt="Annapurna-Schneesturm-1160x514" width="808" height="358" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-681" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Tee-in-Nepal-1160x870-808x606.jpg" alt="Tee-in-Nepal-1160x870" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>In dem Empfangsbereich beginnen wir damit, den ankommenden Menschen warmen Tee oder Wärmflaschen zu besorgen und unsere trockene Kleidung zu verleihen. Ein Träger hat leichte Erfrierungen an den Händen als er nach 18 Stunden Kampf bei uns eintrifft. Er ist für Stunden nicht ansprechbar und zittert am ganzen Körper. Als es gerade dunkel wird, kommen zwei Männer in unserer Unterkunft an. Sie sind nass bis auf die Knochen und am Ende ihrer Kräfte. Ich höre, dass sie deutsch miteinander sprechen. Bevor ich ihnen meine Hilfe anbieten kann, verschwinden sie auf ihr Zimmer, das letzte freie in unserem Hostel. Besorgt schnappe ich mir ein Tablett mit heißem Tee und mache mich auf in den dritten Stock. Ich klopfe an die Zimmertür und frage, ob ihnen etwas fehle und ob sie vielleicht einen heißen Tee trinken mögen. Der ältere von beiden, ich schätze ihn auf Ende 60, möchte mit einem österreichischen Akzent wissen, was das denn für Tee sei. Etwas verdutzt über die Frage nach solch einem Höllentag entgegne ich, dass es sich wohl um Schwarztee handele. Er zückt seine Uhr und sagt ohne Umschweife: “Nach 18 Uhr trinke ich keinen schwarzen Tee”. Als ich gerade etwas erwidern will fügt er bestimmt hinzu: &#8220;NIEMALS, sonst kann ich ja nicht schlafen!”. Am 14.10.2014 starben 43 Wanderer, Träger und Bergführer bei dem Versuch den Thorung La Pass zu überqueren.</p>
<p>&nbsp;</p>
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<p style="text-align: center;"><strong>*** DANKE ELENA UND ALEX FÜR DIESEN GASTARTIKEL ***</strong></p>
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		<title>Eine Sorte Schokoladenkekse</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 02:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Guatemala]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Ort der Entspannung und des Konsums. Häh?</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Fast war der See im Boot größer als der See unter’m Boot. Mit Vollspeed und großen Bugwellen düsten wir gerade über den Lago Atitlan. Alles, worauf unsere Existenz beruht, triefte bereits vor Nässe: Wir selbst und unsere Rucksäcke. Wie sie in dem Bootsee an unseren Füßen umherschwammen, wirkten sie viel leichter, als sonst auf unseren Rücken. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte unser Boot Santa Cruz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-485" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BoatRiding-808x465.jpg" alt="0.BoatRiding" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-487" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Boats_Arriving-808x517.jpg" alt="0.Boats_Arriving" width="808" height="517" /></p>
<h3></h3>
<p>Santa Cruz ist ein kleines Dorf am Lago Atitlan. Oder vielmehr eine kleine Häuseransammlung zwischen Seeufer und Bergfuß. Da der See dem Berg immer näher rückt, ist dazwischen nicht viel und immer weniger Platz. Neben dem Bootsanleger und den wenigen Häusern gibt es hier einen kleinen Kiosk, der Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verkauft. Glücklicherweise leckere Schokoladenkekse. Außerdem etliche scheinbar unbenutzte blaue Boote im Wasser und eine beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna. Pflanzen haben Farben und Spinnen haben Beine, die mich immer wieder auf’s Neue beeindruckten. Hier wollten wir uns für ein paar Tage niederlassen. Zumindest so lange, bis wir all unser Hab und Gut wieder getrocknet hatten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-492" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Colors-808x538.jpg" alt="0.Plants_Colors" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-496" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sundwon_Stegguy-808x538.jpg" alt="0.Sundwon_Stegguy" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatte ich einen See mit so starken Wellen gesehen. Da sich diese auch kein Einheimischer erklären kann, besagt die Legende, dass der Wind die Seele eines Prinzen ist, der über das Wasser fegt – auf der Suche nach seiner Prinzessin, die einst bei einem Bootsunfall kenterte. Die Wellen sind jeden Tag anders, aber immer wild. Zumindest für einen See. So wild, dass man denkt, man sitze am Meer. Nur verschwindet das Wasser nicht einfach dort hinten irgendwo am Horizont. Es türmen sich riesige Vulkane rings um das Seemeer auf. Deren Spitzen immer wolkenbehangen sind, sogar wenn der Rest des Himmels klares Blau trägt. Auch wenn sie mittlerweile inaktiv sind, wirkt es so, als würden die Vulkane doch noch ein bisschen dampfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-498" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Swing_-808x538.jpg" alt="0.Swing" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Sie sehen nicht nur surreal schön aus, sie haben auch einst den See Atitlan geformt. Denn bevor das Wasser kam, war er ein Krater, der eine der ältesten Mayastätten beherbergte. Daher kann man auch heute noch Maya Ruinen auf seinem Grund ertauchen. Zudem sorgen die Vulkane für durchgehenden Frühling. Denn sie fangen alle Wolken mit ihrem Regen ab, die sich dem See auch nur nähern. Abends kann man neben einem beeindruckendem Sonnenuntergang auch oft ein Blitzlichtgewitter in den Vulkanen beobachten – ganz ohne Donner, Regen und Angst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-501" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Writing-808x513.jpg" alt="0.Writing" width="808" height="513" /></p>
<h3></h3>
<p>All das und noch eine Priese unbeschreibliche Mystik kreieren eine besondere Stimmung um den See. In der Luft liegt eine Magie, die jeden Ankömmling sofort entspannt und ihn nicht mehr los lässt. Von der Ankunft an bannt der See den Blick eines Jeden. Als könnte jeden Moment Nessie in ihm auftauchen. Sollte es passieren, würde es niemand verpassen. Denn jedes Auge klebt ununterbrochen auf ihm – am Tag mit Licht, am Abend ohne. Ohne es bewusst zu merken, wird jedes Haus, jedes Fenster, jeder Stuhl nach dem See ausgerichtet. Menschen, die hier wohnen, erzählen alle die gleiche Geschichte: Wenige Minuten nach ihrer Ankunft, wussten sie, sie würden hier für immer bleiben wollen – und stornierten ihren Rückflug. Egal, ob das 25, 12 oder 2 Jahre her ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-489" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kids_ViewII-808x500.jpg" alt="0.Kids_ViewII" width="808" height="500" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-495" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Steg_Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Steg_Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Die Freiheit, die in diesem Evergreen-Blick liegt ist wunderbar. Die entspannte Magie dieses Ort ist überwältigend. Menschen kommen her aus genau diesem Grund. Menschen leben hier aus genau diesem Grund. Sie machen sich die Entspannung des Ortes zu eigen, denn sie kommt aus dem Ort, nicht aus ihnen selbst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-483" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.-Maya_Mask-808x538.jpg" alt="0. Maya_Mask" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Überall am See sind gemütliche Ecken zum Sitzen, kleine Stege zum Liegen oder geschützte Buchten zum Schwimmen. Doch die Ur- sowie die Neu-Einheimischen haben sich nicht nur die Entspannung, sondern auch die Orte zu eigen gemacht. So wollen all diese Orte der Entspannung auch bezahlt werden. Man kann zwar in der Ecke sitzen, auf dem Steg liegen und in der Bucht schwimmen – aber nur, wenn man dort auch konsumiert. Wir finden keinen Ort, an dem wir ohne Limonade entspannen dürfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-491" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Color-808x538.jpg" alt="0.Plants_Color" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-500" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Weg_-808x538.jpg" alt="0.Weg" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wer nicht à la carte im Restaurant oder Hotel speist, kann nur Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verspeisen. Nach zwei Tagen kennt der Kioskmann bereits meine halbe Lebens- und meine <a title="Link zur Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">Kompressionsstrumpfgeschichte</a>. Alles la carte ist liebevoll und köstlich zubereitet, doch teuer und konsumtreibend. Was wiederum meine Entspannung torpediert. Denn für mich bedeutet dies auch Gemütsgetriebenheit, Zeitlosigkeit, Konsumverzicht. Das Gemüt treibt ganz gut beim Wandern, Yoga machen, Nichtstun. Uhrzeiten muss ich zwei wissen: Um 15 Uhr entscheiden, ob ich um 19 Uhr essen möchte. Aber ständig muss ich meine Geldbörse aus dem Zimmer holen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-488" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Dog_-808x454.jpg" alt="0.Dog" width="808" height="454" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sea_Bed-808x497.jpg" alt="0.Sea_Bed" width="808" height="497" /></h3>
<p>Als ich mit leichter Geldbörse und trockenem Rucksack in das noch trockene Boot steige, denke ich trotzdem: Von hier nehme ich ein Stück mit. Denn die Magie in der Luft hat all mein Hab und Gut getrocknet. Vielleicht komme ich sogar noch einmal zurück. Denn genau diese brauchen meine Sachen spätestens nach dieser Bootsfahrt wieder. Und ich auch ein bisschen. Gut, dass man diese Magie niemals materialisieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum La Iguana Perdida" href="http://laiguanaperdida.com/" target="_blank">La Iguana Perdida</a> für die Einladung an diesen mystischen Ort.</p>
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		<title>Das Himmelsdiktat</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2014 17:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Himmel]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Auf diesem Berg im marokkanischen Atlas Gebirge kippt nachts die Atmosphäre und offenbart einem den Himmel. Und alle gucken nur noch nach oben. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Berg, den wir gerade hoch fuhren, schien bis zum Mond zu gehen. Es wurde immer dunkler, immer kälter und immer höher. Der Berg steht mitten im marokkanischen Atlas Gebirge zwischen Marrakesh und Agadir und wir waren auf dem Weg zu seinem Gipfel. Ein schöner Berg war das – groß, mächtig, schöne mystische Vertiefungen hier und da, überall Wildschweinspuren und grüne Pflanzen. Yaniz fuhr uns sicher durch seine Serpentinen. Yaniz ist eigentlich ein Surffotograf, der gerade mit Derek Hynd, einem professionellen Surfer, einen Surffilm dreht. Beide lernten meine Freundin Isi und ich auf Marokkos Straßen kennen und reisten seitdem mit ihnen weiter.</p>
<h3>  <img class="alignnone size-medium wp-image-228" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/1_View_MountainsII-808x606.jpg" alt="1_View_MountainsII" width="808" height="606" /></h3>
<h3></h3>
<p>Beide sind eine beeindruckende Begegnung. Yaniz, der überorganisierte Netzwerker, kennt alles und jeden in Marokko. Insbesondere die einflussreichen Menschen, mit denen er ständig Schulterschluss betreibt. Und die monotalentierten Menschen, mit denen er unzählige Projekte hat. Und die anpackenden Alleskönnermenschen aus den Bergdörfern, denen er immer wieder Aufträge erteilt. Wenn wir Auto fahren, natürlich fährt er, telefoniert er die ganze Zeit und organisiert Menschen, Dinge, Projekte. Auch Isi und ich fühlen uns wie ein Projekt von ihm. Ein Projekt, das ständig gut umsorgt, von A nach B gebracht und beeindruckt werden muss. Denkt er. Er sagt, nichts ist unmöglich, man muss es nur aussprechen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-229" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/2_Breakfast-808x594.jpg" alt="2_Breakfast" width="808" height="594" /></p>
<h3></h3>
<p>Derek ist eher das Gegenteil. Eine ruhige Surferseele, der jeden Moment genießt und versucht das Leben spirituell zu erfassen. Seine Uhr sind die Wellen. Derek stellt große Lebensfragen und umarmt nur Herz an Herz. Als er vor vielen Jahren bei einer Surfcompetition durch eine Finne sein linkes Augenlicht verlor, erfand er das Surfen ohne Finne. Seitdem tanzt er wunderschön auf den Wellen und hat viele Anhänger, die ihn als Inspirationsguru sehen. Er sagt, Surfen ist der konservativste Sport der Welt, denn niemand hat jemals etwas geändert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-230" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/3_Bed_feet-808x606.jpg" alt="3_Bed_feet" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Es gab noch einen Dritten im Bunde: David, ein Freund von Yaniz, der zwischendurch zu unserer kleinen Reisefamilie gestoßen ist. David ist groß, breit und unglaublich viel Mann. Ein Amerikaner, der drei Jahre in Tokio lebte, es daher gewohnt ist, der Große zu sein und dort mehrmals Weltmeister im Sumoringen war. Überall und ständig macht er daher Dehnungsübungen oder Tai Chi. Als Bob Marley auf Tournee in Tokio war, war es David, der ihm Gras verkaufte und es mit ihm rauchte. Dadurch fühlt er sich ihm heute noch immer nah. Er sagt, es gab nie wieder einen echten Reggaemusiker wie Bob.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-231" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/4_Family_Car-808x606.jpg" alt="4_Family_Car" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles in allem reisten wir unheimlich gerne mit diesen drei ausgeprägten und ausgeprägt unterschiedlichen Persönlichkeiten quer durch Marokko. Nun waren wir auf dem Weg zu einem von Yaniz’ Projekten. Auf diesem einen Berg zwischen Marrakesh und Agadir hatte er eine besondere Atmosphäre entdeckt, die nachts so kippt, dass eine außerordentliche Klarheit auf dem Gipfel entsteht, die alle Astronomen mit den Ohren schlackern lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-232" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/5_Panorama_Telescope-808x178.jpg" alt="5_Panorama_Telescope" width="808" height="178" /></p>
<h3></h3>
<p>Gemeinsam mit einem Astronomieprofessor führt er dort Messungen durch und hat die wilde Idee, auf dem Gipfel ein Hotel für astronomieinteressierte Touristen zu bauen. Vom Laien, der einfach mal die Milchstraße von Nahem sehen will bis zum Experten, der dort seiner Forschung nachgehen kann. Noch steht aber nichts, bis auf den Astronomieprofessor und sein Teleskop. Doch da mussten wir erst einmal hinkommen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-233" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/6_Sabyll_view-808x534.jpg" alt="6_Sabyll_view" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Mit unserem kleinen Familienauto kamen wir nur bis zu einer Zwischenstation kurz vor dem Gipfel. Dort zogen wir alle erst einmal alle Kleidung an, die wir im Dunkeln finden konnten. Denn am Bergfuß war noch leuchtender Sommer. Hier oben schien es, als gäbe es eine fünfte Jahreszeit. Irgendeine zwischen kalter Sommernacht und hoffnungsvollem Winter. In diesem Sommerwinter war es definitiv windig und kalt. Unsere vortägige Bazarbeute kam hier allen gut zu Nutze: Eine Meute an marokkanischen Mützen, die wir auf den Köpfen unserer Begleiter verteilten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-234" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/7_View_MountainsIII-808x606.jpg" alt="7_View_MountainsIII" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ab hier war unser Familienauto nicht mehr zu gebrauchen. Wir ließen es stehen und beluden die Ladeflächen zweier Trucks mit einem Haufen an Matratzen und Decken für die kalten Gipfelnächte und setzten uns noch oben drauf. Die Trucks gehörten zu Aisa und Mohammed, zwei Berber aus den Bergdörfern. Oder vielmehr die einzigen zwei Berber, die in der Lage waren, uns den Berggipfel hinauf zu fahren. Denn die Straße war gar keine Straße, sondern einfach nur die Seite des Berges, welche die beiden mit ihren Trucks wie Bergziegen erklommen. Ihr Leben lang schon verbringen sie in diesen Bergen. Dabei hat sich ihre Erdanziehungskraft stärker ausgeprägt als die von anderen Menschen. Anders konnte ich mir nicht erklären, wie sie uns dort hinauf bringen konnten. Selbst wenn eine Erbse unter dem Matratzenhaufen gelegen hätte, wir hätten sie nicht gespürt. Die Herausforderung lag darin, nicht von der Ladefläche und direkt tausende Meter hinab zu stürzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-246" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/8_Berber-808x738.jpg" alt="8_Berber" width="808" height="738" /></p>
<h3></h3>
<p>Neben ihrer übernatürlichen Gravitation, erscheint auch das gesamte Leben der Berber wie in einem Paralleluniversum. Ohne Anschluss an die Zivilisation leben sie in ihren kleinen Dorfkommunen. Die Dörfer scheinen wahllos in unbebaubare Bergschluchten hineingebaut, alles Leben dreht sich um einen Brunnen und wer das frische Gras für die Esel den Berg hinauf trägt. Von morgens bis abends wuseln und arbeiten sie, scheuchen ihre Esel oder ihre Kinder umher. Die größte Beleidigung für einen Berber lautet ‚Dein Vater ist in seinem Bett gestorben!’ Denn ein würdevoller Berber ist nie in seinem Bett, sondern bis zuletzt bei der Arbeit in den Bergen. Sie leben nicht nur woanders, sie leben auch wann anders. Wenn man sie fragt, welches Jahr gerade ist, antworten sie 2964. Wir fuhren also nicht nur gen Gipfel, sondern auch gen Zukunft.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-245" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/8_Berber_Donkey-808x525.jpg" alt="8_Berber_Donkey" width="808" height="525" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="alignnone size-medium wp-image-235" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/9_People_Breakfast-808x492.jpg" alt="9_People_Breakfast" width="808" height="492" /></h3>
<h3></h3>
<p>Der Gipfel war unheimlich klein. Obwohl der Berg unheimlich groß war. Wie ein Riese mit einem Minikopf. Seine riesige Bergkörpermasse mündete an seinem Kopf in einem Plateau von wenigen Metern Durchmesser. Zu nah an den Abgrund wollte man auch nicht treten, was den Gipfelkopf noch kleiner machte. Trotz der Höhe und Gewalt des Bergriesen, war man hier auf minimalstem Platz gefangen. Und kahl war sein Haupt auch noch: Keine Tiere, kaum Vegetation, wenig Sauerstoff. Aber eine Sache war da: Der Astronomieprofesor und sein großes Teleskop. Ein absurder Anblick, als seien beide dort aus einer anderen Zeit hingebeamt worden. Was ich dieser Zukunft hier zugetraut hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-236" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/10_Telescope_Close-808x606.jpg" alt="10_Telescope_Close" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Sabyll, der Astronomieprofessor, hatte sich eine kleine Steinhöhle gebaut, in der er schlief. Eine Steinhöhle, wie man sie eher in der Steinzeitvergangenheit als in der Bergzukunft erwartet hätte. An der Seite war ein Abzugsloch, das den Rauch des lodernden Höhlenlagerfeuers hinaus transportierte. Sabyll hatte dafür genau die richtige Zirkulation berechnet. So einfach und so gut und so warm. Dennoch zu klein für alle von uns. Wir bauten unser Matratzenlager draußen unter freiem Himmel auf und gesellten uns alle um das Teleskop.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-237" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/11_Cave-808x520.jpg" alt="11_Cave" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-238" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/12_Fire_Moha-808x606.jpg" alt="12_Fire_Moha" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Panorama war unglaublich. Die Wolken waren unter den Gipfel gesunken, sodass sie aussahen wie das Meer. Die anderen Berggipfel um uns herum schienen wie kleine, einsame Inseln im Wolkenmeer. Als könnte man springen und schwimmen. Die Sterne waren greifbar nah und spendeten so viel Licht, wie der Mond es im Tal noch nie getan hatte. Der Mond war noch nicht aufgegangen und der Himmel von einer Klarheit, wie ich es ihm nie zugetraut hätte. Sabyll stellte für uns das Teleskop ein. Auf einer kleinen Fernbedienung mit vielen Tasten, konnten wir statt Pro7 einfach Pluto auswählen. Den steuerte das Teleskop dann an und wir sahen sie alle: Den Saturn mit seinem Ring, explodierte Sterne, implodierte Sterne, kleine Galaxien und später auch den Mond. Allerdings mit einer dicken Bazarwollmütze vor dem Teleskopobjektiv, da er sonst so viel Licht abgegeben hätte, dass der Durchblickende erblindet wär.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-239" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/13_View_Mountains-808x606.jpg" alt="13_View_Mountains" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Schon nach der ersten Nacht fühlten wir uns wie eine Woche dort oben. Der Gipfel war so klein, dass wir jeden vertrockneten Strauch auf ihm kannten. Die Menschen waren so nah, dass wir ihren Geruch, ihr Schnarchen und ihre Ticks kannten. Doch der Himmel war so mystisch, dass er jede Minute anders aussah.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-240" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/14_D_Sleepy-808x439.jpg" alt="14_D_Sleepy" width="808" height="439" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-241" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/14_Isi_Lena-808x606.jpg" alt="14_Isi_Lena" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ganze zwei Tage und zwei Nächte blieben wir dort oben. Alles, was wir taten, war mit dem Himmel zu leben. Wurde es dunkel, schauten wir Sterne durch’s Teleskop an. Wurde es hell, standen wir mit der Sonne auf. Wurde es windig, versteckten wir uns im Matratzenlager. Wurde es durch die Sonne heiß, versteckten wir uns auch im Matratzenlager. Die Natur hatte hier das absolute Diktat. Nachts hörten wir immer Sabylls Jubelrufe „+0,0372!“ Er brach ständig Weltrekorde im Genauigkeitsmessen von Sternen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-242" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/15_Isi_view-808x539.jpg" alt="15_Isi_view" width="808" height="539" /></p>
<h3></h3>
<p>Je länger wir hier waren, umso weniger nahmen wir den schnell endlichen Minigipfel war. Denn über uns war der niemals endliche Weltraum. Alle Augen schauten die ganze Zeit nach oben. Wenn man so weit oben ist und der Blick noch weiter hinauf gerichtet ist, vergisst man das Unten. Nichts war mehr wichtig, außer wir und der Himmel. Unsere Verpflegung würde ein Ende haben, doch der Himmel würde jeden Abend wieder sternhell werden. Bis in unser 2964.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Von ungleicher Gleichheit</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/im-hamam-in-marokko-von-ungleicher-gleichheit/</link>
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		<pubDate>Tue, 09 Sep 2014 09:51:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Alles was ich wollte, war eine Dusche für ein paar Minuten. Doch ich bekam eine neue Freundin. Für eine halbe Stunde.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Wasser auf der Haut war alles, was ich wollte. Denn in den Bergen gab es nicht einmal einen kleinen Fluss. Dort hatte ich gerade ein paar Tage verbracht, Open Air geschlafen, gegessen, gefroren, geschwitzt, gelebt. Jeder Form von Waschen war ich also aufgeschlossen. Und ein Hamam wollte ich auf meinem Marokkotrip eh einmal ausprobieren. Also fuhren wir ins nächstgelegene Berberörtchen mit Hamam. Schon auf der Straße fielen wir auf. Weiße Frauen fallen auf an Orten, an denen nie weiße Frauen sind.</p>
<h3></h3>
<h3> <img class="alignnone size-large wp-image-182" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Foto-3-1-1600x955.jpg" alt="Foto 3-1" width="720" height="429" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-172" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/1-1600x1682.jpg" alt="1" width="720" height="756" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>Vor dem Hamam empfingen uns nette, sehr traditionell wirkende Berberfrauen. Keine von ihnen sprach eine Sprache, die ich spreche, sodass unser Berberfreund Mohammed der Frau meine Behandlung diktierte: Einmal alles überall abrubbeln, waschen und massieren. Das war zumindest seine Empfehlung. Und ich konnte eh nicht widersprechen. Als ich hineinging, sah ich zum ersten Mal während meiner Reise durch Marokko Frauen, die weniger anhatten, als ich. Nämlich nichts außer einem Slip. Auf den Straßen sieht man sie immer nur bis auf’s Gesicht verhüllt. Erst jetzt stellte ich fest, dass ich von dieser Verhüllung auch gleich auf eine Verklemmtheit geschlossen hatte. Dem war aber gar nicht so. Völlig frei und ungehemmt bewegten sich die Frauen dort in ihrer Nacktheit. Ich freute mich für sie. Es macht mich fröhlich, Menschen mit einem so natürlichen Körpergefühl zu sehen. Und dann noch Menschen, von denen ich es nicht erwartet hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-174" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/3.jpg" alt="3" width="736" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich zog gleich mit ihnen, da kam auch schon meine Hamambehandlungsfrau – und zog sich aus. Genau wie alle anderen starrte auch sie mich an. Ich wollte mit ihr ein paar Worte wechseln. Wenn man sich schon so entblößt gegenüber steht, wollte ich versuchen, zumindest auch ein bisschen unsere Seelen einander zu entblößen. Jedoch verstanden wir uns einfach nicht und sie lief hilfesuchend in die Meute der sich waschenden und abrubbelnden Frauen. Heraus kam sie mit Féfé, einer jungen, wunderhübschen Studentin, die französisch und ein bisschen englisch sprach und mir helfen wollte. Ich war ihr unendlich dankbar, fühlte mich ihr gleich verbunden und schüttete ihr mein Herz aus. Ich konnte kaum aufhören zu reden. Nämlich, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich machen soll, wo ich hin soll und was ich an- und ausziehen soll. Aus lauter Unwissen hatte ich sogar mein Bikinitop angezogen. Dafür lachte sie mich aus und befahl es gleich wieder auszuziehen. Wer war jetzt hier die Verklemmte?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da meine Hamambehandlungsfrau irgendwie wieder verschwunden war, nahm Féfé mich mit in den Steamerraum. Ich setzte mich mit auf ihre Matte, sie gab mir einen Schwamm und zeigte mir, wie ich mich damit abrubbeln sollte. Denn beim Hamam geht es darum, abgestorbene Haut zu entfernen, um wieder schöne, glatte Haut zu haben. Der Schwamm sah zwar eher aus, als würde ich mir fremde, alte Haut auf meine rubbeln, aber ok. In dem Steamerraum saßen unzählige andere marokkanische Frauen, die sich und ihre Kinder voller Elan mit dem Schwamm behandelten. Und dabei mich anstarrten. Ich hatte den Eindruck, sie hatten noch nie eine europäische Frau nackt gesehen. Zudem machten sie sich wahrscheinlich auch lustig über meine laienhafte Abrubbeltechnik und meine absolute Hilflosigkeit.</p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-175" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/2.jpg" alt="2" width="800" height="600" /></h3>
<h3></h3>
<p>Ich behandelte mich also mit dem Schwamm, versuchte dabei auszusehen wie die anderen Frauen und versuchte mich mit Féfé, meiner Heldin, zu unterhalten. Das war gar nicht so leicht, denn ihren englischen und meinen französischen Wortschatz hatten wir bald ausgeschöpft. Viele der anderen Frauen fragten sie nach mir und ließen mir Komplimente übermitteln. Ich denke aber, das war nur, weil sie so was wie mich zum ersten Mal sahen. Als ich gerade nicht mehr wusste, wo ich mich noch abrubbeln soll, kam meine Behandlungsfrau dazu – und räumte erstmal auf: Frische Wassereimer, anderer alter Schwamm, neuer Seifeschleimbrocken. Dann nahm sie den Schwamm in die Hand und begonn mich abzurubbeln. Mit einer Stärke, die ich nicht erwartet hätte, fing sie bei den Füßen an und arbeitete sich bis ins Gesicht vor, wobei sie akribisch darauf achtete, keine Stelle auszulassen. Dabei machte ich einfach alles, was sie befahl. Beine anwinkeln, Arme hoch, auf den Bauch legen. Auch wenn der Boden voll war von abgerubbelten Fremdhautschuppen. Auch wenn ich nicht wusste, wo der Schwamm vorher schon alles war. Ich machte einfach mit, denn ich fühlte mich ihr wahnsinnig ausgeliefert und hatte ein unwohliges Gefühl, ihr zu widersprechen. So bekam ich wenigstens die echte Hamamerfahrung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Also hair wash?“ fragte Féfé. „Yes, everything you say.“ Also bekam ich auch eine Shampoonierung mit einem sehr lieblosen, ziependen Kämmversuch im Anschluss. Jetzt hatte ich nicht nur Hautschuppen, sondern auch viele Haare dagelassen. Ich freute mich schon auf die Massage und hoffte anschließend noch einmal duschen zu können. Féfé und ich hatten uns unterdes so gern gewonnen, dass sie mich massieren wollte. Ich freute mich darüber, denn ich hatte das Gefühl, dass die Massage ein freundschaftliches Symbol war. An unsere verbalen Grenzen waren wir gelangt, aber nicht an die symbolischen. Es war zwar keine sonderlich gute Massage, aber trotzdem die beste, die ich je bekam. Denn mit ihr bekam ich eine neue Freundin. Féfé bat mich draußen zu warten, sodass wir noch Facebookkontakte austauschen konnten. Eine Dusche gab es leider nicht mehr, also ging ich mit all den eigenen und fremden Hautschuppen an mir hinaus und zog mich wieder an. Um mit frischer Luft gegen die Steamerhitze in mir anzukämpfen, ging ich vor die Tür, um dort auf Féfé zu warten. Ich kam gerade heraus, da kam auch schon mein mitreisender Freund Yaniz mit unseren zwei Berberfreunden Mohammed und Aisa angefahren. Ich gesellte mich zu den drei Männern in dem großen Truck. Wir unterhielten uns, hörten Musik und rauchten Zigaretten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann kam Féfé aus dem Hamam. In ihrem marokkanischen Hausanzug und ihrem Kopftuch wirkte sie viel schüchterner als ich sie zuvor kennengelernt hatte. Sie sah mich in meiner westlichen Kleidung, in dem Truck sitzend, locker mit den Männern redend. Sie winkte mir nur verstohlen zu. Ich wollte meine neue Freundin zu meinen alten Freunden gesellen, doch das war nicht möglich. Ich verstand langsam, dass wir niemals Freunde sein können. In dem Hamam, beide nackt, beide befreit von kulturell sichtbaren Einflüssen waren wir einfach zwei Frauen. Zwei gleiche Frauen mit dem gleichen Bedürfnis, sich zu säubern. Vor dem Hamam hatten wir wieder unser Kulturgewand angezogen und waren plötzlich so verschieden, wie wir nur sein konnten. Ich sah, dass auch sie es genau so empfand.</p>
<h3></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-176" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/4.jpg" alt="4" width="800" height="600" /></h3>
<h3></h3>
<p>Weil ich wusste, dass sie nicht zu mir und den Männern kommen konnte und um ihr zu zeigen, dass mir all die Einflüsse um uns herum nichts ausmachten, ging ich zu ihr, an die Tür des Hamams. Ich sprach zu ihr genauso wie ich es noch zwanzig Minuten zuvor getan hatte. Ich berührte sie am Arm. Aber sie konnte es nicht erwidern. Sie ging in die Kassenkabine des Hamams, die Kassiererin war anscheinend eine Freundin von ihr. Eine Freundin, der sie nah sein konnte. Jetzt trennten uns neben einer ganzen Welt auch noch eine Glasscheibe mit Gitter davor. Ich kaufte von der Kassiererin ein Shampoo und einen Lolli, beides schenkte ich Féfé. Auch wenn sie es erst nicht annehmen wollte, freute sie sich. Dann bat ich sie um einen Zettel und schrieb ihr meinen Facebooknamen auf. Auch sie schrieb mir ihren auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Einen Moment noch stand ich vor dem Auto. Kurz bevor wir fahren wollten, kam Féfé noch einmal zu mir und schenkte mir eine frische Orange zum Abschied. Noch lieber hätte ich sie mitgenommen.</p>
<h3><img class="alignnone size-large wp-image-181" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/Foto-2-2-1600x1200.jpg" alt="Foto 2-2" width="720" height="540" /></h3>
<h3></h3>
<p>Als ich Féfé gleich bei der nächsten WiFi-Gelegenheit schreiben wollte, konnte ich sie nicht finden. Erst Wochen später kontaktierte sie mich von ihr aus. In diesem Profil hätte ich sie nie erkannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-179" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/9_FB.jpg" alt="9_FB" width="640" height="640" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-178" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/8_FB.jpg" alt="8_FB" width="600" height="400" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h3><img class="alignnone size-full wp-image-177" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/09/7_FB.jpg" alt="7_FB" width="720" height="322" /></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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