<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title> &#187; Gefangen</title>
	<atom:link href="http://stories-i-tell.com/stichwort/gefangen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://stories-i-tell.com</link>
	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Dec 2015 16:02:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=3.9.40</generator>
	<item>
		<title>Kein Tee nach 18h, niemals!</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/nepal-kein-tee-nach-18h-niemals/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/nepal-kein-tee-nach-18h-niemals/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2015 23:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nepal]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=676</guid>
		<description><![CDATA[<p>Elena und Alex aus Berlin haben ihre Karrieren an den Nagel gehängt um als Paar gemeinsam zu reisen und sich neu zu erfinden. Auf AUSZWEIT bloggen sie u.a. über ihre Reiseabenteuer, Outdoorsport und Meditation. Hier über Schnee und Tee in Nepal. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/nepal-kein-tee-nach-18h-niemals/">Kein Tee nach 18h, niemals!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">***GASTARTIKEL***<br />
Elena und Alex aus Berlin haben ihre Karrieren an den Nagel gehängt um als Paar gemeinsam zu reisen und sich neu zu erfinden. Auf <a title="AUSZWEIT" href="http://auszweit.de" target="_blank">AUSZWEIT</a> bloggen sie u.a. über ihre Reiseabenteuer, Outdoorsport und Meditation. Hier über Schnee und Tee in Nepal. <i> </i></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nach dem <a href="http://auszweit.de/annapurna-trek-nepal-reisebericht-2" target="_blank title=">anstrengendsten Tag meines Lebens</a> wache ich wie aus einem Koma auf. Etwas benommen werfe ich einen Blick aus dem Fenster und kann kaum glauben was ich sehe: dicke weiße Schneeflocken. Ok, ich habe gestern mit meinem Freund Alex den Pass des Annapurna-Treks überwunden und wir befinden uns immer noch auf 3.600 m Höhe aber mit Schnee haben wir im Oktober nicht wirklich gerechnet. Alle Reiseführer haben schließlich darauf verwiesen, dass der Oktober der beste Monat für den Trek sei. Beim Frühstück ist der Schneefall natürlich das Top Thema. Schnell ist man sich einig, dass dann wohl heute keine Wanderer den Pass überqueren wird. Schließlich war das Erklimmen vom Thorung La (5.400 m) schon ohne Schnee eine richtige Strapaze. 1.400 Höhenmeter hinauf und 1.800 Höhenmeter hinab. Wir haben 10 Stunden für diese Strecke gebraucht. Mit Schnee also kaum machbar. Somit verbringen wir den Tag damit, Witze über das Wetter zu reißen und das gute Essen in der Berglodge zu genießen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-679" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Annapurna-Trek-1160x773-808x538.jpg" alt="Annapurna-Trek-1160x773" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-680" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Blick-aus-dem-Fenster-1160x870-808x606.jpg" alt="Blick-aus-dem-Fenster-1160x870" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Als dann um 15 Uhr die Tür des Hotels aufgeht und eine völlig verfrorene Italienerin vor uns steht können wir nicht glauben, was sie uns berichtet. Vom Basecamp auf der anderen Seite des Berges seien heute morgen alle Wanderer losgelaufen, obwohl schon beim Aufbruch um 4 Uhr morgens alles weiß gewesen sei. Die nepalesischen Bergführer hätten allesamt zum Aufbruch geblasen und den Touristen erzählt, dass so ein paar Schneeflocken den Aufstieg nur unwesentlich erschweren würden. Als die Italienerin von den schwierigen Wetterverhältnissen berichtet, haben wir alle einen Kloß im Hals. Zum einen, weil wir ahnen, wie sehr die Menschen am Pass gerade mit den Naturgewalten kämpfen, zum anderen wie viel Glück wir doch mit unserer eigenen Überquerung am Vortag hatten. Nach und nach treffen immer mehr Menschen in dem Hotel ein und erzählen von Vermissten, Rippenbrüchen, Orientierungslosigkeit im Schneesturm und Schneelöchern von mehreren Metern Tiefe&#8230;</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-678" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Annapurna-Schneesturm-1160x514-808x358.jpg" alt="Annapurna-Schneesturm-1160x514" width="808" height="358" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-681" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/Tee-in-Nepal-1160x870-808x606.jpg" alt="Tee-in-Nepal-1160x870" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>In dem Empfangsbereich beginnen wir damit, den ankommenden Menschen warmen Tee oder Wärmflaschen zu besorgen und unsere trockene Kleidung zu verleihen. Ein Träger hat leichte Erfrierungen an den Händen als er nach 18 Stunden Kampf bei uns eintrifft. Er ist für Stunden nicht ansprechbar und zittert am ganzen Körper. Als es gerade dunkel wird, kommen zwei Männer in unserer Unterkunft an. Sie sind nass bis auf die Knochen und am Ende ihrer Kräfte. Ich höre, dass sie deutsch miteinander sprechen. Bevor ich ihnen meine Hilfe anbieten kann, verschwinden sie auf ihr Zimmer, das letzte freie in unserem Hostel. Besorgt schnappe ich mir ein Tablett mit heißem Tee und mache mich auf in den dritten Stock. Ich klopfe an die Zimmertür und frage, ob ihnen etwas fehle und ob sie vielleicht einen heißen Tee trinken mögen. Der ältere von beiden, ich schätze ihn auf Ende 60, möchte mit einem österreichischen Akzent wissen, was das denn für Tee sei. Etwas verdutzt über die Frage nach solch einem Höllentag entgegne ich, dass es sich wohl um Schwarztee handele. Er zückt seine Uhr und sagt ohne Umschweife: “Nach 18 Uhr trinke ich keinen schwarzen Tee”. Als ich gerade etwas erwidern will fügt er bestimmt hinzu: &#8220;NIEMALS, sonst kann ich ja nicht schlafen!”. Am 14.10.2014 starben 43 Wanderer, Träger und Bergführer bei dem Versuch den Thorung La Pass zu überqueren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Du interessierst dich für nachhaltiges Reisen, Achtsamkeit und Outdoor Sports? Dann schau gern bei uns auf <a title="AUSZWEIT" href="http://auszweit.de" target="_blank">AUSZWEIT</a> vorbei oder folge uns auf <a title="Facebook" href="http://facebook.com/auszweit" target="_blank">Facebook</a> , <a title="Twitter" href="https://twitter.com/auszweit" target="_blank">Twitter</a> und <a title="Instagram" href="http://instagram.com/auszweit" target="_blank">Instagram</a>. Namaste.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>*** DANKE ELENA UND ALEX FÜR DIESEN GASTARTIKEL ***</strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/nepal-kein-tee-nach-18h-niemals/">Kein Tee nach 18h, niemals!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/nepal-kein-tee-nach-18h-niemals/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ganz neue Langeweile</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 18:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=507</guid>
		<description><![CDATA[<p>In nur eineinhalb Woche in Honduras habe ich neu entdeckt, was man auf Reisen eigentlich nie hat: Alltag. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/">Ganz neue Langeweile</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Um halb acht aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-528" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_People-808x537.jpg" alt="0.Way_People" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-523" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_car_scooter-808x537.jpg" alt="0.Way_car_scooter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach eineinhalb Wochen in El Porvenir war bereits der Alltag eingekehrt. In der Mittagspause zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen, zurück zur Blechhütte. Nachmittagsunterricht. Danach holt mich meine Freundin Sany dort ab, wir gehen zusammen zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-525" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cows-808x537.jpg" alt="0.way_cows" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-524" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cow-808x537.jpg" alt="0.way_cow" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn es wie immer regnet, machen wir Yoga im Keller. Wenn mal nicht, gehen wir joggen. Mehr allerdings ist nicht drin. Wir haben zwei Stunden zwischen Unterrichtsende und Tagesende. Denn sobald es dunkel wird, ist es zu unsicher in den Straßen. Und nach halb neun quasi lebensmüde. Weil dann alles Straßenleben verschwindet und nur noch die Straßenkriminalität bleibt. Wir verbringen daher jeden jeden Abend im verbarrikadierten Haus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-514" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Classroom_stilllife-808x537.jpg" alt="0.Classroom_stilllife" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>In diesem Haus gibt es nicht viel. Ein viel zu kleines Zimmer für vier Eingequetschte. Eine offene Küche mit vier Herdplatten und nichts außer Stehplätzen. Ein Wohnzimmer mit Küchengeruch, ausschließlich kaputten und daher unbequemen Sitzmöglichkeiten. Ein Balkon voller Mücken, kompletter Vergitterung und daher Gefängnisatmosphäre.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-511" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.boy_gitter-808x537.jpg" alt="0.boy_gitter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-515" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.dogs_-808x537.jpg" alt="0.dogs" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>An keinem dieser Orte will man sich gerne für länger niederlassen. Nichts ist gemütlich genug, um dort Zeit zu verbringen und darüber hinaus kreativ zu werden. Eine Geschichte schreiben, Spanisch lernen, einen Stuhl bauen, selber Kreuzworträtsel entwickeln, ein Mittel gegen Mücken erfinden. Zu nichts bin ich in der Lage. Zu beschäftigt bin ich damit, eine komfortable Situation zu finden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-522" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.walk_hands-808x537.jpg" alt="0.walk_hands" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Da mir aber dies nur sehr selten gelingt, sucht mich daher hingegen eine komfortable Situation heim: Die Langeweile. Während ich so ungemütlich herumsitze, gerade den immer gleichen Weg zum Unterricht laufe oder den Gasherd in der Küche mal wieder nicht anbekomme, empfinde ich dieses Gefühl. Es ist ein neues Gefühl. Es fühlt sich irgendwie lähmend an – ich will es beseitigen, aber nichts dafür tun. Als würde ich immer tiefer in die Langeweile hineinsinken. Auch ein bisschen kribbelig, aber eher unangenehm, als angenehm kribbelig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-521" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Tuktuk-808x509.jpg" alt="0.Tuktuk" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Sogar der Unterricht selbst hat eine Art Routine: Zu Begin freuen sich alle da zu sein, jedes der Kinder umarmt mich zum Hallo sagen. Alle setzen sich brav auf die Stühle und Bänke, sind gespannt, was wir heute machen. Wir beginnen mit einem routinierten Opening Circle. Alle setzen sich im Kreis hin, jeder sagt ‚Guten Morgen’ und was ihm vom letzten Tag besonderes in Erinnerung geblieben ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-517" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Horse_-808x538.jpg" alt="0.Horse" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-518" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.HorseII-808x538.jpg" alt="0.HorseII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Dann starten wir in die erste Aufgabe. Jedes Mal wundere ich mich wieder, wie ruhig und aufmerksam dabei alle sind. Doch jedes Mal ist diese Ruhe und Aufmerksamkeit auch nach der ersten Aufgabe vorbei. Den Rest der Klasse bin ich damit beschäftigt, die Kinder im Zaum zu halten. Bis es kurz vor Ende einen kleinen Snack gibt. Dann sitzen alle wieder brav und ruhig, damit sie auch ihren Snack bekommen. Nach dem routinierten Closing Circle freuen sich alle, wie schön der Tag war, was mich jedesmal wieder wundert. Jedes Kind umarmt mich zum Tschüss sagen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Elias_table-808x538.jpg" alt="0.Elias_table" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-519" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kids_Sea_Still-808x538.jpg" alt="0.Kids_Sea_Still" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langeweile gehört fast schon zu dieser neuen Alltagsroutine, die ungewöhnlich schnell eingekehrt ist. Und die gerade auf Reisen ein eigentlich abwesendes Phänomen ist, wo ich meistens weder die Uhrzeit, noch den Wochentag kenne. Hier werden sogar die Wochenenden wieder fühlbar. Denn da wird, wie es sich für eine ordentliche Routine gehört, genau diese gebrochen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-526" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_Horse-808x537.jpg" alt="0.way_Horse" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Kein Unterricht, kein Wecker. Da es nur den einen Weg gibt, wird er trotzdem gelaufen. Dafür zu anderen Zeiten. Wenn es wie immer regnet, haben wir noch mehr Zeit zum ungemütlichen Rumsitzen und Yoga im Keller machen. Wenn mal nicht, gehen wir laufen oder aber machen einen Tagesausflug in den dschungeligen Wald zu den Wasserfällen und den großen Bäumen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-520" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.mum_kids-808x537.jpg" alt="0.mum_kids" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber abends sind wir wieder zurück im verbarrikadierten Haus. Denn wenn es dunkel wird, ist es zu gefährlich in den Straßen. Und am Montag um halb acht müssen wir wieder aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<p>So schrecklich und schön Alltag auch ist – irgendwie fühlt er sich doch überall gleich an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Christians Fotos" href="https://www.flickr.com/photos/128159398@N03/" target="_blank">Christian</a> für den Foto-Support.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Habt ihr auch schon einmal Routine auf Reisen erlebt? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/">Ganz neue Langeweile</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eine Sorte Schokoladenkekse</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 02:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Guatemala]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=419</guid>
		<description><![CDATA[<p>Ein Ort der Entspannung und des Konsums. Häh?</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/">Eine Sorte Schokoladenkekse</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Fast war der See im Boot größer als der See unter’m Boot. Mit Vollspeed und großen Bugwellen düsten wir gerade über den Lago Atitlan. Alles, worauf unsere Existenz beruht, triefte bereits vor Nässe: Wir selbst und unsere Rucksäcke. Wie sie in dem Bootsee an unseren Füßen umherschwammen, wirkten sie viel leichter, als sonst auf unseren Rücken. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte unser Boot Santa Cruz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-485" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BoatRiding-808x465.jpg" alt="0.BoatRiding" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-487" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Boats_Arriving-808x517.jpg" alt="0.Boats_Arriving" width="808" height="517" /></p>
<h3></h3>
<p>Santa Cruz ist ein kleines Dorf am Lago Atitlan. Oder vielmehr eine kleine Häuseransammlung zwischen Seeufer und Bergfuß. Da der See dem Berg immer näher rückt, ist dazwischen nicht viel und immer weniger Platz. Neben dem Bootsanleger und den wenigen Häusern gibt es hier einen kleinen Kiosk, der Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verkauft. Glücklicherweise leckere Schokoladenkekse. Außerdem etliche scheinbar unbenutzte blaue Boote im Wasser und eine beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna. Pflanzen haben Farben und Spinnen haben Beine, die mich immer wieder auf’s Neue beeindruckten. Hier wollten wir uns für ein paar Tage niederlassen. Zumindest so lange, bis wir all unser Hab und Gut wieder getrocknet hatten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-492" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Colors-808x538.jpg" alt="0.Plants_Colors" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-496" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sundwon_Stegguy-808x538.jpg" alt="0.Sundwon_Stegguy" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatte ich einen See mit so starken Wellen gesehen. Da sich diese auch kein Einheimischer erklären kann, besagt die Legende, dass der Wind die Seele eines Prinzen ist, der über das Wasser fegt – auf der Suche nach seiner Prinzessin, die einst bei einem Bootsunfall kenterte. Die Wellen sind jeden Tag anders, aber immer wild. Zumindest für einen See. So wild, dass man denkt, man sitze am Meer. Nur verschwindet das Wasser nicht einfach dort hinten irgendwo am Horizont. Es türmen sich riesige Vulkane rings um das Seemeer auf. Deren Spitzen immer wolkenbehangen sind, sogar wenn der Rest des Himmels klares Blau trägt. Auch wenn sie mittlerweile inaktiv sind, wirkt es so, als würden die Vulkane doch noch ein bisschen dampfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-498" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Swing_-808x538.jpg" alt="0.Swing" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Sie sehen nicht nur surreal schön aus, sie haben auch einst den See Atitlan geformt. Denn bevor das Wasser kam, war er ein Krater, der eine der ältesten Mayastätten beherbergte. Daher kann man auch heute noch Maya Ruinen auf seinem Grund ertauchen. Zudem sorgen die Vulkane für durchgehenden Frühling. Denn sie fangen alle Wolken mit ihrem Regen ab, die sich dem See auch nur nähern. Abends kann man neben einem beeindruckendem Sonnenuntergang auch oft ein Blitzlichtgewitter in den Vulkanen beobachten – ganz ohne Donner, Regen und Angst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-501" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Writing-808x513.jpg" alt="0.Writing" width="808" height="513" /></p>
<h3></h3>
<p>All das und noch eine Priese unbeschreibliche Mystik kreieren eine besondere Stimmung um den See. In der Luft liegt eine Magie, die jeden Ankömmling sofort entspannt und ihn nicht mehr los lässt. Von der Ankunft an bannt der See den Blick eines Jeden. Als könnte jeden Moment Nessie in ihm auftauchen. Sollte es passieren, würde es niemand verpassen. Denn jedes Auge klebt ununterbrochen auf ihm – am Tag mit Licht, am Abend ohne. Ohne es bewusst zu merken, wird jedes Haus, jedes Fenster, jeder Stuhl nach dem See ausgerichtet. Menschen, die hier wohnen, erzählen alle die gleiche Geschichte: Wenige Minuten nach ihrer Ankunft, wussten sie, sie würden hier für immer bleiben wollen – und stornierten ihren Rückflug. Egal, ob das 25, 12 oder 2 Jahre her ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-489" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kids_ViewII-808x500.jpg" alt="0.Kids_ViewII" width="808" height="500" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-495" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Steg_Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Steg_Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Die Freiheit, die in diesem Evergreen-Blick liegt ist wunderbar. Die entspannte Magie dieses Ort ist überwältigend. Menschen kommen her aus genau diesem Grund. Menschen leben hier aus genau diesem Grund. Sie machen sich die Entspannung des Ortes zu eigen, denn sie kommt aus dem Ort, nicht aus ihnen selbst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-483" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.-Maya_Mask-808x538.jpg" alt="0. Maya_Mask" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Überall am See sind gemütliche Ecken zum Sitzen, kleine Stege zum Liegen oder geschützte Buchten zum Schwimmen. Doch die Ur- sowie die Neu-Einheimischen haben sich nicht nur die Entspannung, sondern auch die Orte zu eigen gemacht. So wollen all diese Orte der Entspannung auch bezahlt werden. Man kann zwar in der Ecke sitzen, auf dem Steg liegen und in der Bucht schwimmen – aber nur, wenn man dort auch konsumiert. Wir finden keinen Ort, an dem wir ohne Limonade entspannen dürfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-491" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Color-808x538.jpg" alt="0.Plants_Color" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-500" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Weg_-808x538.jpg" alt="0.Weg" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wer nicht à la carte im Restaurant oder Hotel speist, kann nur Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verspeisen. Nach zwei Tagen kennt der Kioskmann bereits meine halbe Lebens- und meine <a title="Link zur Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">Kompressionsstrumpfgeschichte</a>. Alles la carte ist liebevoll und köstlich zubereitet, doch teuer und konsumtreibend. Was wiederum meine Entspannung torpediert. Denn für mich bedeutet dies auch Gemütsgetriebenheit, Zeitlosigkeit, Konsumverzicht. Das Gemüt treibt ganz gut beim Wandern, Yoga machen, Nichtstun. Uhrzeiten muss ich zwei wissen: Um 15 Uhr entscheiden, ob ich um 19 Uhr essen möchte. Aber ständig muss ich meine Geldbörse aus dem Zimmer holen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-488" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Dog_-808x454.jpg" alt="0.Dog" width="808" height="454" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sea_Bed-808x497.jpg" alt="0.Sea_Bed" width="808" height="497" /></h3>
<p>Als ich mit leichter Geldbörse und trockenem Rucksack in das noch trockene Boot steige, denke ich trotzdem: Von hier nehme ich ein Stück mit. Denn die Magie in der Luft hat all mein Hab und Gut getrocknet. Vielleicht komme ich sogar noch einmal zurück. Denn genau diese brauchen meine Sachen spätestens nach dieser Bootsfahrt wieder. Und ich auch ein bisschen. Gut, dass man diese Magie niemals materialisieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum La Iguana Perdida" href="http://laiguanaperdida.com/" target="_blank">La Iguana Perdida</a> für die Einladung an diesen mystischen Ort.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/">Eine Sorte Schokoladenkekse</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Als der Hahn sich strangulierte</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2014 22:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=463</guid>
		<description><![CDATA[<p>Regen aus Eimern: Der Hahn steht unter’m Farn, ich im Müllsee und das Haus unter Wasser. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/">Als der Hahn sich strangulierte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am dritten Tage regnete es. „Das Wetter ist ja so viel schöner hier als in Guatemala“, hatte ich die vorherigen zwei Tage noch gesagt. Da wunderte ich mich, warum die anderen mich komisch ansahen. Vor meiner Ankunft war nämlich durchgängig Regen – und dieser kam zurück.</p>
<p>In Honduras war gerade Regenzeit. Mit Regen meine ich daher nicht einfach nur Regen. Es ist, als ob ein Eimer voller Wasser über dir ausgeschüttet wird. Dieser Eimer ist ununterbrochen voll und folgt dir auf Schritt und Tritt. Das Ganze 24 Stunden am Tag ohne Pause – und den nächsten Tag auch.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-473" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-9-808x606.jpg" alt="Foto 9" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Dieser dritte Tag war ein solcher. Am Tag war ich trotz Regenequipment schon zweimal komplett triefnass geworden. Also kauerte ich mich am Abend unter dem Terrassendach in meinem Djellabah. Die Hühner in unserem Garten liefen immer verwirrter umher. Irgendwie wollten sie nicht nass werden, aber trotzdem überall nach Essen picken. Außer der Chefhahn. Sein schönes Federgewand war ihm wohl zu edel, schon den ganzen Tag hockte der Hahn unter dem Farn. Stundenlang stand er in dieser Position, ohne sich zu bewegen. Plötzlich aus dem Nichts hörten wir ein lautes Quieken, ein schnelles Flügelschlagen und der Hahn hing kopfüber im Rasen. Innerhalb weniger Sekunden hatte er sich selbst erdrosselt – mit dem Seil, das an seinen Fuß gebunden war. Wie auch immer er das geschafft hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-472" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-8-808x606.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>An dem kurzen Seil gebunden, hätte er wohl auch nicht überlebt was danach passierte. Denn kurz danach konnte der Boden nicht mehr Wasser aufsaugen. Aus dem schon zuvor zum knietiefen See gewordenen Garten wurde eine Bugwelle, die auf die Terrasse schwappte. Auf einmal ging alles ganz schnell. Zwischen Bugwellenwasser und Türschwelle waren nur noch drei Zentimeter, als wir merkten, es würde ernst werden. Alle natürlichen Abfließ- und Aufsaugwege des Regens waren voll und das Wasser stieg minütlich einen ganzen Zentimeter. Man konnte quasi zusehen. Demzufolge floss drei Minuten später auch schon die erste Welle in unser Haus. Das Wasser strömte regelrecht hinein als hätte es die ganze Zeit nur darauf gewartet. Endlich durfte es jede Ecke unseres Hauses erkunden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-467" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-3-808x606.jpg" alt="Foto 3" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir liefen schnell durch alle Zimmer und schmissen alle Sachen auf die dazugehörigen Betten. Vor allem die Dinge auf dem Boden – und dort lagen so einige Sammlungen an Elektrokabeln und benutzten Socken. Die wichtigste iPad-iPhone-Technik sammelten wir in einer Tüte, platzierten sie auf dem höchsten Tisch und beobachteten sie immer mit einem halben Auge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-471" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-7-808x606.jpg" alt="Foto 7" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nur meine Freundin Sany und ich waren zu diesem Zeitpunkt im Haus. Unsere anderen vier Mitbewohner waren unterwegs. Einer kam zwischendurch, dem wir nicht die verriegelte Tür öffnen konnten. Denn davor stand das Wasser mittlerweile kniehoch, im Haus konnten wir es gerade noch wadenhoch halten. Hinzu kam der hämmernde Lärm des aggressiven Regens auf dem Wellblechdach. Schon am Abend konnte ich nicht skypen wegen des Lärms. Selbst nebeneinander stehend musste man sich anschreien.</p>
<p>Also schrien wir ihn durch’s Fenster an, die Bomberos zu holen. „Häh?“ „Bomberos!“ „Häh?“ „Bomberos!“ So in etwas lief die Unterhaltung ab. Die Bomberos sind die lokale Feuerwehr und die lokale Feuerwehr sind unsere Freunde. Vielmehr als die lokale Polizei, denn die sind mehr korrupt als Freund und Helfer. Die Bomberos allerdings hatten bereits zu viel mit allen anderen überschwemmten Häusern zu tun.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-469" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz danach kam unsere direkte Nachbarin Celina mit ihrer dreijährigen Tochter Alisson. Ihr kleines Einzimmerhaus lag noch etwas tiefer als unseres und war schon hüfthoch geflutet. Was für die kleine Alisson scheitelhoch war. All ihr Hab und Gut schwamm bereits um sie herum, als sie beide von ihrem frühen Schlaf aufwachten. Ganz aufgeregt kam sie mit Alisson auf dem Arm und ihrem Handy in der Hand hilfesuchend zu uns. Sie wusste nicht, was sie noch greifen sollte.</p>
<p>Innerlich eigentlich selbst voller unwissender ansteigender Panik, beruhigten wir sie und übernahmen Alisson. Zu unserer Hausrettungsverantwortung trugen wir nun auch noch die Alissonbespaßungsverantwortung. An diesem Abend lernten wir so einiges Spanisch wie ‚Wie lustig! Ein großer Swimmingpool!’ oder ‚Das ist kein schwimmendes Radio, das ist ein Schiff!’ oder ‚Auch Prinzessinnen müssen manchmal baden!’. Unsere Nachbarin Celina lief in ihr Haus zurück, um die wichtigsten Sachen zu sichern. Als sie zurück kam, hatte sie einige Taschen bei sich – mit ausschließlich Sachen für Alisson.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-470" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir hatten schon die Sofapolster benutzt, um den Spalt der Eingangstür zu verstopfen und waren so mit dem Vordereingang beschäftigt, dass wir erst nicht merkten, dass das Wasser auch schon den Hintereingang gefunden hatte. Der Wasserstrom des Vordereingangs und der Wasserstrom des Hintereingangs trafen genau vor unserer Zimmertür aufeinander, sodass ein noch viel größerer Strom entstand, der sich Vorzugsweise unter unseren Betten zur Ruhe setzte. Und dort auch beängstigend anstieg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-465" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-1-808x606.jpg" alt="Foto 1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Suche nach zu rettenden Besitztürmern wurde der Gang immer schwerer. Immer mehr Wasser mussten wir vor uns her schieben, immer höher krempelte ich meine Leggins, immer mehr biegten sich die Flip Flops bei jedem Schritt. Die vorgenommene Sicherungslage ‚Alles auf die Betten’ schien jetzt gar nicht mehr so sicher. Da die Bomberos eh nicht kamen und wir nicht all unser weniges Hab und Gut verlieren wollten, musste ein neuer Plan her. Wir mussten höher stapeln. Bett auf Bett. Also packten wir Alisson und alle Sachen vom einen auf’s andere Bett.</p>
<p>Kurz vor’m großen Manöver schrien unsere mittlerweile zusammengetrommelten Mitbewohner uns zur Tür. Sie hatten einen neuen Plan. Alle schnell ins Haus, die wichtigsten Sachen schnappen und zum Beach Haus laufen. Das Beach Haus war überraschenderweise unten am Strand, hatte einen zweiten Stock und wurde von weiteren Freunden bewohnt – da sollten wir sicher sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-474" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-10-808x606.jpg" alt="Foto 10" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Also gaben wir unsere Sofapolstersicherungsbarrikade auf, ließen unsere Mitbewohner sowie einen riesen Schwall Wasser hinein, packten unsere Rucksäcke und liefen vor die Tür. Auf dem Terrassentisch packte Celina noch Alissons Sachen in wasserfeste Tüten. Als die beiden sich wiedersahen, hielt sie einen kurzen Moment inne. Alissons Freude an unserem Tumult beruhigte auch sie ein wenig. Dabei fühlte sie sich gerade gar nicht freudig. Sie hatte ihre gesamte Existenz umherschwimmen sehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-468" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-4-808x578.jpg" alt="Foto 4" width="808" height="578" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle luden sich Rucksäcke vorne, hinten, seitlich auf. Celina war zu beladen mit Rucksäcken und Nervösität, dass sie sich Alisson nicht auch noch aufladen konnte. Also nahm ich sie und einen Regenschirm auf den Arm. Denn der Regen war so stark, dass er Alisson nicht nur nass, sondern auch aua gemacht hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-477" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-12-808x568.jpg" alt="Foto 12" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p>In geballter Rucksackrunde liefen wir los. Erst knietief durch den Gartensee. Der Boden war nicht sichtbar, modrig, glitschig und gleichzeitig mit spitzen Steinen gesät. Keine komfortable Dreierkombination, wenn man mit seinem gesamten Besitz hinten und einem dreijährigen Kind vorne beladen ist. Unser Reisetempo war daher mehr als langsam. Auf der Straße war das Wasser etwas weniger tief, dafür aber mit einer starken Strömung, die einen niederbringen wollte. Auch hier wirkte das Wasser, als wüsste es genau, wohin es wollte. Und wenn du im Weg bist, musst du eben mit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-466" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-2-808x606.jpg" alt="Foto 2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Weg waren immer wieder Pfützen, die sich über die gesamte Breite der Straße erstreckten und deren Tiefe nicht einzuschätzen war. Aber da mussten wir durch. Irgendwie war jede immer noch ein Stück tiefer als die vorherige. Bis sie so tief wurden, dass meine Flip Flops dem Wasserdruck nicht mehr entgegenhalten konnten. Fast zeitgleich brachen die Zehenstangen ab und ich stand barfuß im schleimigen, spitzsteinigen Müllsee mitten in Honduras’ Straßen. Aber niemand anders konnte diesen Weg für mich gehen. Da musste ich durch. Da ich meine eh alten Sportschuhe im überschwemmten Haus zurück gelassen hatte, war ich ab hier schuhlos. Innerhalb einer halben Stunde reduzierte ich mein Gepäck von zwei Paar Schuhen auf kein Paar Schuhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-476" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-11-808x613.jpg" alt="Foto 11" width="808" height="613" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir den letzten mittlerweile hüfthohen Straßenmüllsee durchwateten, sahen wir schon das Licht am Ende: Vor dem Beach House warteten bereits unsere trockenen Freunde auf uns. Wir kamen an und wirklich alles war nass: Alles an uns, alles im Rucksack, Alisson. Trotz mühevoll aufrecht gehaltenem Regenschirm. Wir bekamen eine warme Dusche, ein warmes Gericht und warme Kleidung von den trocken Gebliebenen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-478" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-13-808x602.jpg" alt="Foto 13" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Drei Tage lang brauchten meine Sachen zum Trocknen in dem feuchten Klima, sodass ich drei Tage lang rein in Kleidung anderer verbrachte. Das war ein neues Gefühl von Freiheit. Kein Socken, kein Schuh, der sich zum Anziehen anbot. Kein Zimmer, in den mein Rucksack gehörte. Kein Apfel, den ich essen konnte. Kein Bett, in das ich mich einfach schmeißen konnte. Alles, einfach alles gehörte jemand anderem. Aber alles, einfach alles, gaben mir die anderen gerne.</p>
<p>Ohne die Obhut des Beach Houses wäre es für mich eine echte Katastrophe geworden. Aber so war es nur eine Naturkatastrophe. Nichts zu haben und doch alles nutzen zu können, war ein tolles neues Gefühl von Befreiung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Honduras Child Alliance" href="https://secure.etransfer.com/EFT/custom/HCA/Donation480/donation1.cfm?d2org=HondurasCA&amp;d2tool=donate" target="_blank">Honduras Child Alliance</a> für die Obhut.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/">Als der Hahn sich strangulierte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gefangen im Paradies</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Aug 2014 17:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Marokko]]></category>
		<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Marrakesch]]></category>
		<category><![CDATA[Palast]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://stories-i-tell.com/?p=15</guid>
		<description><![CDATA[<p>Es gibt ihn wirklich: Den schönsten Ort der Welt, an dem es dir an nichts fehlt – und von dem du einfach nur weg willst. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/">Gefangen im Paradies</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Es gibt ihn wirklich: Den schönsten Ort der Welt, an dem es dir an nichts fehlt – und von dem du einfach nur weg willst.</strong></p>
<h3></h3>
<p>Zwei Tage und zwei Nächte hatten wir mitten in der Natur geschlafen. Unter freiem Himmel abends stark gefroren, morgens stark geschwitzt. Über jede Form von Zivilisation hätten wir uns also gefreut. Obwohl meine Freundin Isi und ich eigentlich ans Meer wollten, weil wir immer ans Meer wollen, willigten wir ein, mit Yaniz zu Jérome zu fahren.</p>
<p>Yaniz ist der Surffotograf, mit dem wir seit einiger Zeit durch Marokko reisen. Er ist ein halber Marokkaner und kennt daher gefühlt jeden ganzen Marokkaner und jeden schönen Spot in Marokko. Von all diesen Orten erzählt er immer etwas zu glorifiziert und schönmalerisch, sodass automatisch Zweifel an deren echter Existenz entstehen. Doch wenn er dann an diese Orte mit uns fährt, sind sie immer noch schöner und beeindruckender als seine Erzählungen. Was wiederum beeindruckend ist, denn ich habe noch nie erlebt, dass gezeichnete Übertreibung in überzeichneter Erfüllung mündet. Kamen Isi und ich an einem neuen Ort mit Yaniz an, gab es nach der ersten wuseligen Ankunft jedes Mal einen kleinen Moment, in dem wir plötzlich nebeneinander standen, schauten, schwiegen, uns anguckten – und einfach loslachen mussten. Weil es so unglaublich und so unglaublich schön war. Und weil wir dort waren. Wir hatten irgendwann das Gefühl, jeden neuen Ort erst einmal einlachen zu müssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der nächste Ort sollte nun Jéromes Palast sein. Jérome ist ein guter Freund von Yaniz und hat einen Palast. Den hat er, weil seine Familie ein guter Freund der Königsfamilie ist und die ziemlich viele Paläste haben. Alles, was wir wollten, war eine Dusche, also war auch eine Palastdusche für uns ok. Zudem wurde auch dieser Ort von Yaniz in den schönsten Farben beschrieben. Ein großer Palast am ruhigen, östlichen Rand Marrakeschs. Ein Palastgarten, durch seine Größe nur mit dem Auto und nicht mit den Füßen zu erobern. Jede Menge exotische Tiere, die in dem Garten leben. Ein Ort, an dem dir an nichts fehlt, weil alles, was du dir wünscht, sofort da ist. Anscheinend war das Einzige, was es zu fürchten gäbe, die Verführung der Schlange. Und genauso war es, nur noch schöner. Als die Tore für uns geöffnet wurden und wir in den Garten hineinfuhren, war uns, als würde Gesang ertönen. Unzählige Orangenbäume mit frischen Früchten machten die Luft zur süßen Verführung. Die vielen Tiere, die überall fletzten und fraßen, gaben dem Bild eine noch mystischere Atmosphäre. Sie schienen alle so zufrieden in sich zu ruhen. Wir sahen Rehe, einen Fasan, viele Schweife und Nasen undefinierbarer Arten und wir hörten unzählige wilde Vögeln, die eine Geräuschkulisse wie im Dschungel schafften. Am nächsten Morgen würde ein Känguru vor unserer Tür stehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo.jpg"><img class="alignnone  wp-image-23" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-300x64.jpg" alt="Photo" width="745" height="159" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jetzt kamen wir aber erst einmal an und bezogen unser Gästehaus. Ein eigenes Haus nur für uns, mit drei Bädern, einer Küche so groß wie meine gesamte Wohnung in Hamburg, einer Terasse voller Sofas und direkt davor einem Pool. Alles außergewöhnlich gepflegt und gesäubert. Von diesen Gästehäusern standen allein in Sichtweite etwa 20 herum. Aber das Beste waren zwei Dinge: Dusche und Klopapier. Das beides entdeckten wir, nachdem wir kurz auf dem Rasen saßen, unseren neuen Ort eingelacht und festgestellt hatten, dass wir die dreckigste Sache weit und breit waren. Also nutzten wir die Dusche, wuschen unsere Haare gleich zweimal und leerten großzügig eine ganze Rolle Klopapier. Denn der Wahnsinn: Es gab noch mehr davon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gleich danach ging es zum Diner mit Jéromes Familie. Sie hatten uns eingeladen, um mit Yaniz über ein paar Projekte zu reden und ebenso mit Todd. Todd nutzte das Bad ganz rechts in unserem Gästehaus. Er ist ein Freund von Yaniz und ein ziemlich erfolgreicher Architekt aus Norwegen. Seine Mission in Marrokko war Businessgespräche mit Jéromes Familie zu führen. Und das merkte man ihm auch an. Wenig Sinn für Abenteuer oder kleine Begegnungen, immer in Eile und immer sein Buch mit seinen Werken dabei. Trotz seiner Businessmission wirkte er dadurch manchmal etwas unbeholfen, was unbekannte Fürsorgegefühle in mir hervorruf. Ständig rettete ich ihn aus ihm unangenehmen Situationen, gab ihm nachts eine Mütze und morgens Zahnpasta. Todd war dennoch ein sehr angenehmer Mensch, den wir gerne in unsere kleine Reisefamilie aufgenommen hatten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-2.jpg"><img class="alignnone  wp-image-20" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-2-300x225.jpg" alt="Photo-2" width="725" height="544" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Um zu dem Diner zu fahren, holte uns Jérome mit seinem riesigen, bulligen, lauten Auto ab. Nachdem wir so viel von ihm gehört hatten, freute ich mich darauf, ihn einmal zu treffen. Ich war gespannt, welche Art von Menschen sich hinter all diesem Sein und all diesen Geschichten verbergen. Jérome war ein typischer Surfertyp in Shorts und Shirt, mit leicht übertriebenen Muskeln und leicht übertriebener Lässigkeit. Er empfang uns sehr freundlich und auf dem Weg vom Vaterpalast zum Onkelpalast hörten wir Reggaemusik und plauderten über’s Surfen. Beim Onkel wartete schon die restliche Familie: zwei weitere Brüder, der Vater, der Onkel und all deren Frauen, von denen die Hälfte schwanger war. Um die Sippe zu erhalten. Auch sie empfingen uns alle sehr freundlich mit Bussi-Bussi. Neben dem Eingang hing ein Picasso, aber ich hatte schon jetzt keine Lust mehr, mir all den Luxus anzugucken, ich war interessiert an den Menschen. Wir hielten Smalltalk, tranken Wein, selbstgemachte Limonade oder alles was wir wollten. Die Hausangestellten wuselten die ganze Zeit in der Küche umher. Auch wenn ich mich mit ihren weißen Gewändern zeitversetzt fühlte und das Bedürfnis hatte, ihnen zu helfen, habe ich doch eine echte Zufriedenheit in ihnen gesehen. Sie bewegten sich zwar im Hintergrund, taten dies aber mit einem Stolz und einer Würde, die mich für sie freuen lies. Zum normalen Familiendiner gab es Fleisch vom japanischen Kobe-Rind und anderes Genfer Rind – extra eingeflogen. Plus unzählige aufwändige, europäische Salate. Das Kobe-Rind selbst zu braten ließ sich der Hausheer nicht nehmen. In der Küche selbst Hand anzulegen, war hier sehr ungewöhnlich, sodass ihm alle anderen großen Respekt zollten. Nach seinem Showkochen verschwand er auch erst einmal zum Duschen und Umziehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-1.jpg"><img class="alignnone  wp-image-19" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-1-300x225.jpg" alt="Photo-1" width="696" height="522" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Alles war wahnsinnig lecker und alle zwangen uns noch mehr zu essen. Was ich aber eigentlich wollte, war den Smalltalk endlich verlassen zu können und mehr über die innere Welt dieser Menschen zu erfahren. Denn die äußere hatte ich nun zu Genüge gesehen. Doch vergeblich. Obwohl mich überhaupt nicht interessiert, wieviel Glamour, Macht und Besitz diese Menschen haben, schien doch trotzdem genau dies zwischen uns zu stehen. Es war einfach nicht möglich, ihre Oberfläche voller karamellisierter Macht zu durchdringen. Und ich verstand, dass dies wahrscheinlich nur sehr selten der Fall ist. Denn wer so viel um sich herum hat, kann nie wissen, ob sich andere auch für sein Inneres interessieren. Als ich das erkannte, taten sie mir allesamt leid. Genau andersherum wie alle anderen Marokkaner, führen diese Familie materialistisch ein ausgefülltes, aber zwischenmenschlich ein sehr leeres Leben. Ich würde es niemals mit ihnen tauschen wollen. Aus langer Weile spielen wir noch eine Partie Billard und fahren anschließend in unser Gästehaus. Für die Rückfahrt nehmen wir alle gemeinsam unser kleines, jetzt zerbrechlich wirkendes Familienauto.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am nächsten Morgen wollen wir noch viel dringender zum Meer. Weil wir immer zum Meer wollen und weil wir das echte Leben auf der Außenseite dieser Palastmauern vermissen. So schön es hier auch ist, so artifiziell fühlt es sich auch an. Yaniz und Todd müssen noch bleiben, um weiter über Projekte zu sprechen. Sie sind zwar traurig, dass wir gehen wollen, aber überzeugen uns, nicht einen Linienbus, sondern einen Fahrer von Jérome zu nehmen. Na gut, denn das macht aus fünf nur zwei Reisestunden. Bis Ranchid abfahrbereit ist, vergeht eine gefühlte Ewigkeit. Ich streune noch ein bisschen allein durch den Garten, entdecke schönste Pflanzen und Tiere, sehe Gärtner und Hausangestellte, die mit dem gleichen Stolz wie die Dienstfrauen ihre Arbeit voller Zufriedenheit verrichten. Es ist wirklich eine schöne kleine Welt hier, aber alles, was ich will ist heraus aus dieser vollkommenen Vollkommenheit. Heraus aus diesen Mauern, dessen Tore nur vom glücklichen Torwärter geöffnet werden können. Nachdem ich noch dem Känguru ein bisschen durch die Bäume gefolgt war, setzte ich mich vor unser Gästehaus und warte. Warte auf Ranchid, der uns hier raus bringt. Als er endlich kam, sprang ich in sein Auto. Hierhin werde ich wahrscheinlich nie zurück kommen, aber alles, was ich brauche, hatte ich mir von hier mitgenommen: Eine Rolle Klopapier.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-4.jpg"><img class="alignnone  wp-image-21" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/08/Photo-4-300x225.jpg" alt="Photo-4" width="727" height="545" /></a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jeder Ort hat seine Geschichten.<br />
Hier findest du noch mehr:</p>
<p>&nbsp;</p>
    <style type="text/css">
        #ready_google_map_980811{
            width:100%;
            height:400px;
            float:top;
            border:0px solid #40bc86;
            margin:0px;
        }
        #gmapControlsNum_980811{
           width:100%        }
				 #ready_google_map_980811 .gmpMarkerInfoWindow{
			width:250px;
			height:150px;
		}
		.gmpMapDetailsContainer#gmpMapDetailsContainer_980811{
			height:400px;
		}
		.gmp_MapPreview#ready_google_map_980811{
			/*position:absolute;*/
			width:100%;
		}
		#mapConElem_980811{
			width:100%		}
	</style>
	<div class="gmp_map_opts " id="mapConElem_980811">
	<div class="gmpMapDetailsContainer" id="gmpMapDetailsContainer_980811">
				<div class="gmp_MapPreview " id="ready_google_map_980811"></div>
	</div>
	<div class="gmpMapProControlsCon" id="gmpMapProControlsCon_980811">
		<a href="http://readyshoppingcart.com/product/google-maps-plugin/" target="_blank" title="Google Maps Plugin" style="float:right;font-size:11px;color:rgb(68,68,68)!important;text-decoration:none;">Google Maps Plugin</a>	</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/">Gefangen im Paradies</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://stories-i-tell.com/palast-in-marrakesch-marokko-gefangen-im-paradies/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
