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	<title> &#187; Heimat</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Dec 2015 16:02:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ich bin die Reise.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 16:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Am Ende der Reise ist gar kein Ende. Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Am Ende der Reise ist gar kein Ende.<br />
Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>„Ich komme gerade von einer langen Reise zurück.“ Mit dieser Antwort versuche ich die Frage „Und was machst du so?“ möglichst befriedigend und eindeutig zu beantworten. Die Antwort „Ich wohne gerade eigentlich nirgends und somit überall, ich entwickle meine eigenen Tänze, und Texte, ich treffe mich viel mit anderen Menschen und tausche mich aus, ich bin sehr beschäftigt damit Tante zu sein, aber eigentlich bin ich Kommunikationsstrategin.“ überfordert die meisten Fragesteller. Ich habe es probiert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-920" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7371-808x611.jpg" alt="IMG_7371" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p>Ok, ganz objektiv betrachtet komme ich gerade tatsächlich von einer langen Reise zurück. Ein halbes Jahr bin ich durch Mittelamerika gereist und ein halbes Jahr habe ich in Panama gelebt und jetzt bin ich wieder in Deutschland. Aber ganz subjektiv betrachtet, fühlt sich das überhaupt nicht nach dem Ende einer Reise an. Dafür müsste ja irgend etwas vorbei sein. Doch ich fühle mich heute am Schreibtisch meines Bruders in München sitzend noch genauso wie vor sieben Monaten, als ich die großen Treppenstufen zum großen Inkatempel in Mexiko schräg im Inkastil hinauflief und genauso wie vor drei Monaten, als ich morgens mit dick Sonnencreme auf der Nase und Surfbrett unter’m Arm aus meinem <a title="Zur Story 'Ich glaube, ich wohne hier.'" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/" target="_blank">panamaischen Apartment </a>stolperte und mich die Bauarbeiter von nebenan mit „Buenas dias!“ anschrien. Ich fühle mich noch ganz genauso. Nur eben wieder an einem anderen Ort.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-917" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7368-808x606.jpg" alt="IMG_7368" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Na gut, Reisen ist noch ein bisschen mehr als das Gefühl. Es geht auch darum aus seinem <a title="Zur Story 'Ganz neue Langeweile'" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/" target="_blank">Alltag auszubrechen</a>. In <a title="Zur Story 'Dann weißt du'" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/" target="_blank">neue Welten</a> einzutauchen. Ganz andere interessante <a title="Surfen ist für alle da" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/" target="_blank">Menschen kennenzulernen</a>. Vielleicht eine <a title="Zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Fremdsprache zu lernen</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-919" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7370-808x606.jpg" alt="IMG_7370" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch das tue ich immernoch. Mein alltägliches Leben ist ein Antialltag. ‚Normalerweises’ und ‚Immers’ gibt es nicht in meiner Tagesbeschreibung. Ich trinke morgens gerne heißes Wasser, ohne alles. Das ist mein einziger Alltagshabitus. Danach ist jeder Morgen anders, jeder Mittag anders, jeder Abend anders. Das ist manchmal anstrengend, weil kein fester Ablauf mir sagt, ob ich als nächstes zum Sport, zum Mittagessen oder an den Laptop gehe. Das ist aber auch erfrischend, weil ich in jedem Moment neu entscheiden kann, ob mir gerade nach Sport, Mittagessen oder Laptopkram ist. Ich mache das, wonach mir gerade ist. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-929" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7379-1-808x808.jpg" alt="IMG_7379-1" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>In neue Welten tauche ich ständig ein. Zum Beispiel die Lebensumkremplerwelt in München. Menschen, die ihren sicheren Bürojob aufgeben wollen, um sich selbst zu verwirklichen treffen sich regelmäßig zum Austausch. Laura erzählt von ihrem Projekt, in dem sie mit lokalen Stadtführungen Flüchtlingen bei ihrer Integration hilft. Michael erzählt von seinem faden Alltag als Softwareentwickler und Vladimir von seinem Start-up, das Start-ups beim start-up’en hilft. Manchmal fühlt es sich nach Selbsthilfegruppe an, aber es ist eine ganz eigene Welt voller Offenheit, Inspiration, und Veränderungsenergie. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-924" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7375-1-808x606.jpg" alt="IMG_7375-1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch in die Welt der Schlafmöglichkeiten kann ich tief eintauchen. Hinter’m Bücherregal, auf dem Wolkensofa oder in der Wäschekammer. Ein Bett finde ich überall. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-931" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7380-808x808.jpg" alt="IMG_7380" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder die Mamababywelt, in die ich mit meinen zwei kleinen Babyneffen immer wieder eintauche. Wenn ich mit ihnen allein unterwegs bin, sehe ich aus wie ihre Mutter, habe die Verantwortung wie ihre Mutter, benehme mich wie ihre Mutter. Menschen werfen uns Muttersprüche zu wie „Der hat Ihre Augen!“ oder „Hat die Mama dir aber eine schöne Hose angezogen!“. Wir unterhalten uns miteinander in Babysprache und mit anderen Mamas über Pipi und Kacka. Wir gehen auf den Spielplatz, ins Kindercafé, an die Mutter-Kind-Schlange im Supermarkt. Wir kaufen Windeln, Babybrei und Popocreme. Und ich sage <em>wir</em> statt <em>ich</em>. Es ist eine ganz eigene Welt voller Geduldsspiele, großer Babyliebe und Neuentdeckungen. Noch nie zuvor habe ich einer Waschmaschine ihren ganzen Waschgang lang zugesehen und mich über jede Umdrehung gefreut. Am besten sind die Schleudergänge. Zu dem rhythmischen Ssssssss kann man sogar tanzen. So sehe ich meine Umwelt immer wieder mit neuen Augen. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-927" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7377-808x808.jpg" alt="IMG_7377" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich gebe zu, der Supermarkteinkauf, der Busfahrkartenkauf und das Verständnis der Menükarte fallen wieder leichter. Dafür fühle ich mich wie eine Wünschelrute für Menschen, denen eben dies hier gar nicht so leicht fällt. Menschen auf Durchreise, Menschen auf Entdeckung, oder einfach Menschen, die Spanisch sprechen. Irgendwie treffe ich auf sie an jeder Ecke und irgendwie komme ich mit ihnen zu jeder Gelegenheit in Kontakt. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-928" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7378-808x606.jpg" alt="IMG_7378" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fühle mich noch wie auf Reisen und ich erlebe noch Dinge wie auf Reisen. Eigentlich bin ich doch dann noch auf Reisen. Nur eben an einem anderen Ort. Doch der Ort war auch in Mittelamerika nie von großer Bedeutung. Klar war es aufregend in Frida Kahlos Malzimmer zu stehen. Klar was es aufregend sich von einem Felsen über die steile Klippe abzuseilen oder zu einer kolumbianischen Hochzeit zu gehen. Aber nicht, weil ich in Mexico City, Playa Gigante oder Cartagena war. Sondern weil ich mit Entdeckergeist, Wachsamkeit und Urvertrauen meiner Außenwelt begegnet bin. Und weil ich mich gut dabei gefühlt habe. Der Ort hat den Rahmen geschaffen, aber gefüllt haben ihn meine ganz eigenen Erlebnisse, meine ganz eigene Wahrnehmung und meine ganz eigenen Gefühle. Und genauso ist es auch jetzt und hier noch. Und genauso wird es auch noch an allen anderen zukünftigen Orten sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-921" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7372-808x606.jpg" alt="IMG_7372" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Somit wird diese Reise niemals enden. Denn ich bin die Reise. Und in Zukunft werde ich antworten „Ich mache das, wonach mir gerade ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich sitze in meinem orangenen <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostelzimmer</a>, es ist gemütlich und überall hängen unsere bunten Handtücher. Von draußen scheint die gelbe Sonne durch den Spalt der braunen Holzfenster. Da möchte ich hin. Ich gehe hinaus auf die Straße in Panamas Karibik: Bocas del Toro. Die Straße ist grau asphaltiert, aber das Leben hier füllt sie mit den buntesten Farben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-858" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hostal_Tungara-808x538.jpg" alt="0.Hostal_Tungara" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Direkt vor unserem Hostel lungern meistens unsere Freunde herum – auch sie sind bunt gemixt. Einige kommen aus Bocas und leben schon ihr ganzes Leben das bunte Bocas Leben, andere kommen aus Panama City, aber verweilen die meiste Zeit hier. Nochmal andere sind ein Mix aus karibischem Vater und innerländischer Mutter. Und manche kommen von ganz woanders aus der Welt, aber haben Panamas Karibik für sich entdeckt. Sie tragen braunes, blondes, korkenziehergelocktes oder gedreadlocktes Haar und sie alle zusammen machen diesen Ort so vielfarbig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-860" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_Green_Laundry-808x538.jpg" alt="0.House_Green_Laundry" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-857" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Group_Globos-808x538.jpg" alt="0.Group_Globos" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Genauso kunterbunt wie die Menschen ist auch der Tag in Panamas Karibik. Wir stehen irgendwann auf. Wann weiß ich nicht, denn auch der Biorythmus ist von den vielen verschiedenen Eindrücken hier durcheinander gebracht. Dann haben wir jede mögliche Frühstücksoption – von dunkelbraunem deutschem Vollkornbrot bis zu weißem Kokosbrot. Johnny Queque nennen es die Bocatoreños liebevoll.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-862" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_green_Window-808x538.jpg" alt="0.House_green_Window" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Danach haben wir unendliche weitere Optionen. Wir entscheiden uns meistens für das azurblaue Wasser und gehen <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">surfen</a>. Ich schlüpfe in meinen rot-rosanen Surfsuite, schnappe mein orange-blaues Surfboard und springe mit meinen genauso farbenfrohen Freundinnen in das blau-gelbe Boot, das uns direkt zur grün-weißen Welle bringt. Die Welle nehmen wir bis sie zweimal grün und zweimal weiß war und reiten sie bis zu den braunen Steinen. Als wir aus dem Wasser ins Boot zurückkrabbeln, haben wir ein paar rote Wunden am Fuß von dem grün-braunem Unterwasser Reef.</p>
<p>Einen Tag bäumt sich genau über uns im Wasser ein Regenbogen auf. Perfekt geformt kommt er aus dem Wasser und endet auf der anderen Seite wieder im Wasser. Es ist ein doppelter Regenbogen und er trägt jede Farbe so klar und intensiv wie ich es noch nie gesehen habe. Sogar Regenbogen sind hier bunter.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-876" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Surf_-808x538.jpg" alt="0.Surf" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehen wir zu unserem kunterbunten <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Spanischunterricht</a>. Ofelina in ihrer blauen Latzhose mit dem pinken-orangenen T-Shirt darunter unterrichtet uns für ein paar Tage, um unser dunkles Straßenspanisch zum Glänzen zu bringen. Jeden Tag machen wir etwas anderes mit ihr und jedes Mal geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Manchmal spielen wir Spiele auf Spanisch mit Tieren und fühlen uns wie Schulkinder. Jeden Tag kehren wir mit Hausaufgaben zurück in unser Hostel. Manchmal führen wir ausgiebige Grammatikdiskussionen und fühlen uns wie Sprachwissenschaftler. Nach einer Woche ist unser Sprachzentrum mit frischgrünem Spanisch und unser Herz mit warmroter Latzhosenfreundschaft aufgeladen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-873" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish-808x538.jpg" alt="0.Spanish" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-872" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish_Board-808x509.jpg" alt="0.Spanish_Board" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Später am Tag stehen wir wieder mit unseren bunt gemixten Freunden auf der Straße und trinken orangene Margarita oder rotes Michelada oder gelbes Bier oder schwarzes Rum-Cola. Mit Mango oder Tomate oder Limette oder Limette. Wir trinken bunt und wir reden bunt – über grüne und weiße Wellen, über blaue und weise Latzhosen, über das Leben. Irgendwann am Abend gehen wir ein Stück die Straße runter in unseren Lieblingsclub. Ein holzfarbenes Gebäude mit einer dunklen Tanzfläche und einigen roten und grünen Lasern. Alles ist schwarz-rot-grün hier drin und der DJ spielt bunt gemixte Musik. Das Konzept heißt ‚Das worauf ich gerade Lust habe’ und so kommt nach Raeggea Salsa und nach Bachata Hip Hop. Aber genau das macht Spaß und passt wunderbar in das bunte Bocas Leben. Du weißt nie, was gleich passiert, aber es wird dich überraschen und ganz sicher eine andere Farbe tragen als das Jetzt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-864" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Barcas_Parking-808x538.jpg" alt="0.Sea_Barcas_Parking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-855" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boats_Colorful-808x538.jpg" alt="0.Boats_Colorful" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Einen anderen Tag laufen wir in eine gelb leuchtende Handleserin. Maria. Von ihr lassen wir uns die Hand lesen und die Karten legen und stundenlang ist unser Bocas irgendwie dunkellila mystisch. Einen anderen Tag radeln wir abends mit bunt gepunkteten Fahrrädern zum Jiu Jitsu Unterricht. In strahlend weißen Schweren Sportanzügen schwitzen und kämpfen wir und unser buntes Bocas ist weiß und klar, technisch und triefend. Einen anderen Tag sind wir zu einer Babyshower eingeladen. Einen Nachmittag lang essen wir Popcorn aus hellblauen Schächtelchen mit weißen Schleifchen. Wir machen Polaroidfotos mit falschen tiefschwarzen Moustaches an Stäben und blau-weißen Kapitänsmützen. Unser Bocas ist durch und durch in babyblau getaucht. Es wird ein Junge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-870" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Windows-808x489.jpg" alt="0.Sea_Windows" width="808" height="489" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-871" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sky__Shine-808x522.jpg" alt="0.Sky__Shine" width="808" height="522" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es da diesen Moment, in dem ich ganz allein auf der Straße stehe, mitten in der rot-orangenen Abenddämmerung. Der graue Rauch meiner Zigarette steigt auf und ich stehe einfach nur dort. Die Luft ist viel klarer und durchsichtiger als sie sonst ist und so auch meine Gedanken. Ich denke über das Hier und Jetzt nach, wieviele Farben der heutige Tag schon wieder trug und wie wunderschön sie alle waren. Genau jetzt trägt Bocas schon wieder eine ganz neues Kleid: Transparenz. Es fühlt sich an, als sei ich die einzige Person hier. Wo sonst immer buntes passiert, ist genau jetzt Leere. Wo sonst immer bunte Freunde umherwuseln, ist genau jetzt Niemand. Für diesen Moment fühle ich mich isoliert vom bunten Bocas Leben. Ich trage transparente Farbe und niemand kann mich sehen. Bis ich verstehe, dass auch dies eine Nuance in Bocas Farbpalette ist. Eine Nuance, die mich am meisten überrascht. Hier möchte ich bleiben, bis wirklich keine Farbe mehr unentdeckt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Habla Ya</a> für das goldene Spanisch.</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostel Tungara</a> für das orangene Zimmer.</p>
<p>Danke <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">Mono Loco </a>für die grünen Wellen.</p>
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		<title>Surfen ist für alle da</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 19:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir sitzen auf einem Motorboot. Es fährt so schnell, dass es so laut ist, dass man sich nicht unterhalten kann. Dabei reden die anderen sonst eigentlich immer ziemlich viel. Wir sind Sani, Lea und ich, die schon seit einiger Zeit gemeinsam Nicaraguas Westküste rauf- und runtersurfen. Wir sitzen zu dritt auf dem Boot, mit dem fast gleichen Surfsuite und mit acht anderen Surfern. Die definitiv alle besser englisch und besser surfen können als wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/16_beach_boat/" rel="attachment wp-att-794"><img class="aligncenter size-medium wp-image-794" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/16_Beach_Boat-808x538.jpg" alt="16_Beach_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Wir fühlen uns wie die kleinen Cousinen in diesem Wolfpack. Zu Besuch beim großen Onkel und den Cousins. Wir werden mehrmals täglich bekocht und danach ins Boot geladen, das die Cousins dann mit uns drin ins Wasser lassen. Auf dem Surfboard werden wir beraten und assistiert, beim Wellen reiten fotografiert und bejubelt und anschließend mit einem kühlen Drink empfangen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/13_boat-2/" rel="attachment wp-att-795"><img class="aligncenter size-medium wp-image-795" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/13_Boat-808x538.jpeg" alt="13_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Abends nach unserem großen Familiendiner spielen wir gerne ein Spiel mit amerikanischen Slangwörtern, von denen wir die Hälfte nicht verstehen. Doch unsere Cousins haben einen Heidenspaß dabei, sie uns zu erklären. Der Spaß beruht aber wohl nicht im Erklären, sondern in der Vulgarität der Wörter. Cousins eben. Wir spielen Billard und hauen uns brüderlich, wenn einer gewinnt. An der Wand hängen eingerahmte Bilder von Wellen wie Familienmitglieder. Onkel Greg kann von jeder den Charakter beschreiben. Wir sind wie eine große Familie und wir fühlen uns hier einfach nur wohl. Onkel Greg will nur, dass alle eine gute Zeit haben. Und die haben wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-group/" rel="attachment wp-att-766"><img class="aligncenter size-medium wp-image-766" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Group_-808x567.jpg" alt="0.Group" width="808" height="567" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Das Boot hüpft ordentlich über die Wellen, die Haare wehen im starken Fahrtwind und immer wieder spritzt kühlendes Meerwasser ins Boot. Die Wildwasserfahrt endet an einer von Nicaraguas schönsten Wellen. Der Strand ist unberührt und menschenleer mit palmgrünen Palmen und sandfarbenen Sand. Unser Boot lassen die Jungs einfach auf den Strand laufen, schließlich gibt es niemanden, der sich daran stören würde. Wir schnappen unsere Bretter und paddeln in die Wellen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-diner_gregmatt/" rel="attachment wp-att-764"><img class="aligncenter size-medium wp-image-764" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Diner_GregMatt-808x538.jpg" alt="0.Diner_Greg&amp;Matt" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/12_dinner/" rel="attachment wp-att-778"><img class="aligncenter size-medium wp-image-778" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/12_Dinner-808x538.jpg" alt="12_Dinner" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Da ist für jeden eine dabei. Manche kommen groß wie ganze Wände angerollt. Über die freuen sich besonders Jared und Sean. Cousin Jared ist eigentlich Surflehrer etwas weiter im Süden Nicaraguas, aber besucht gerade Onkel Greg. Er wollte eigentlich nur für ein paar Tage kommen, jetzt ist er schon seit ein paar Wochen da und surft jeden Tag mit Onkel Greg. Zwischen den Wandwellen kommt er immer wieder mit seinem Board und einigen hilfreichen Tipps zu uns gepaddelt. Wenn wir dank ihm dann die Welle noch schöner nehmen, hat er noch mehr Spaß. Cousin Sean verbringt einfach alle Zeit, die er kann in Nicaragua zum Surfen. Wenn er zwischendurch mal nach Hause in die USA fährt, kommt er immer wieder schnell zurück und fragt sich, warum er diesen Ort eigentlich verlassen hatte. Das Surfen macht ihm einfach zu viel Spaß – und das schon sehr lange. 1996 hatte er ein Bild von sich im Surfers Magazine. Eine ganze Doppelseite. Hochglanz. Das ist sowas wie ein Ritterschlag und Heiligenschein gleichzeitig für einen Surfer.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/1_jared_surf/" rel="attachment wp-att-770"><img class="aligncenter size-medium wp-image-770" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/1_Jared_Surf-808x538.jpg" alt="1_Jared_Surf" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/4_matt_surf/" rel="attachment wp-att-772"><img class="aligncenter size-medium wp-image-772" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/4_Matt_Surf-808x536.jpg" alt="4_Matt_Surf" width="808" height="536" /></a></h3>
<h3></h3>
<p>Ab und an kommen mittelgroßen Wellen, die besonders wild sind. Sie spritzen viel Weißwasser auf und manchmal kommt noch eine zweite gleich dahinter. Über die freuen sich Cousin Keith und Cousin Matt besonders. Sie haben kleine wendige Bretter, um besonders viele Flips und Tricks zu machen. Sie springen über die Wellen, spielen mit ihnen und haben einfach Spaß. Manchmal so doll, dass sie sich zwischendurch vom Salzwasserschlucken übergeben müssen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/2_keith/" rel="attachment wp-att-771"><img class="aligncenter size-medium wp-image-771" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/2_Keith-808x538.jpg" alt="2_Keith" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/7_shawn_-surf/" rel="attachment wp-att-775"><img class="aligncenter size-medium wp-image-775" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/7_Shawn_-Surf-808x538.jpg" alt="7_Shawn_ Surf" width="808" height="538" /></a></h3>
<p>Onkel Greg freut sich über ganz sanfte Wellen, die langsam, aber sicher hineingerollt kommen. Er hat ein großes Longboard, mit dem er besonders einfach die Welle nimmt und dann langsam und lässig auf ihr gleitet. Dann macht er Quatsch auf seinem Longboard – vom hinteren ans vordere Ende laufen, sich im Kreis drehen, einen Kopfstand machen oder das Board falsch herum nehmen und beim Aufstehen drehen. Besonders viel Spaß aber hat er dabei, seinen Hund Luke auf’s Surfbrett zu setzen und in die Welle zu schubsen. Er sagt ‚My only job is to get people surfing’. And dogs.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-lukeii/" rel="attachment wp-att-767"><img class="aligncenter size-medium wp-image-767" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LukeII-808x538.jpg" alt="0.LukeII" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Cousin Shawn kommt aus Kanadas Inland und stand vor vier Tagen das erste Mal auf einem Surfboard. Er hat einfach Spaß an jeder Welle, die er bekommt – ob groß, klein, wild oder sanft. Die meisten davon nimmt er auf dem Bauch liegend, manchmal schafft er es auf die Knie. Dann freuen sich alle mit ihm und ein Jubelschrei geht durch das Wasser.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/6_shawn-canada/" rel="attachment wp-att-774"><img class="aligncenter size-medium wp-image-774" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/6_Shawn-Canada-808x538.jpg" alt="6_Shawn Canada" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>So unterschiedlich wir auch alle sind – in Wellenpräferenz, Surfstil und Profigrad – wir sind eine große Surferfamilie. Jeder hat Spaß im Wasser und jeder hat Spaß am Spaß des anderen. Egal wie es aussieht, wie gut man ist oder wie sehr man sich verbessert, die Emotion wird immer die gleiche gute Emotion sein: Spaß! Und das ist auch das wichtigste. Denn der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Surf Tours Nicaragua" href="http://surftoursnicaragua.com/" target="_blank">Surf Tours Nicaragua</a> für diesen Spaß.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/19_group/" rel="attachment wp-att-792"><img class="aligncenter size-medium wp-image-792" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/19_Group-808x656.jpeg" alt="19_Group" width="808" height="656" /></a></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was hälst du vom Surfen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<item>
		<title>Du &amp; Du &amp; Ich</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2015 22:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört. </p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Drei Monate schon, mehr sogar, teilen wir alles. Vom Shampoo über Betten bis Wege. Wir sind zusammen losgereist und wollen auch zusammen weiterreisen. Schon bevor es eigentlich los ging, ging es schon los: Wir haben die Vorfreude, den Organisations- und den Abschiedsschmerz geteilt. Haben Abende verbracht und gemeinsam unsere Route überlegt. Wir haben uns gemeinsam beim Tropenarzt pieksen lassen und uns beraten, wieviele Socken wir einpacken sollen. Wir haben zusammen überlegt, wie wir unserer Familie unser Reisevorhaben beibringen und wir haben uns auf eine Reisephilosophie geeinigt: So wenig wie möglich planen, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-690" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Jeepaction-808x538.jpg" alt="0.Jeepaction" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-691" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JeepactionII-808x538.jpg" alt="0.JeepactionII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als es dann losging, haben wir gemeinsam unsere Lieben, unsere Heimat und unser Hab und Gut hinter uns gelassen, uns an die Hand genommen und sind gemeinsam losgeschritten. Mit dem Schritt ins Flugzeug waren wir auf Reisen, mit dem Schritt aus dem Flugzeug waren wir da. Gemeinsam alleine. Vom drüber reden starteten wir gemeinsam ins tatsächlich tun. Jeden Schritt, den wir gehen, gehen wir jetzt gemeinsam. Jede Entscheidung, die wir treffen, treffen wir jetzt gemeinsam. Wir verbringen Tag und Nacht zusammen und manchmal sind wir noch nicht einmal unter der Dusche alleine.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-693" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JesusMariaII-808x538.jpg" alt="0.JesusMariaII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zusammen ist eh alles besser als alleine. Denn man kann sich das leckerste Essen auf der Karte teilen und muss sich nicht für eines entscheiden. Auch das Taxi kostet nur die Hälfte. Manchmal ist sogar das Dreierprivatzimmer im Hostel das Bessere als das eine Schlafsaalbett. Man kann Leid und Freud und zu große Bananen teilen. Im Bus läuft man nicht Gefahr beim Schlafen sein Kopf auf eine fremde Schulter zu legen. Die andere weiß meistens die eine Spanischvokabel, die mir gerade nicht einfällt. Beim gemeinsamen Singen kann man seine schiefe Stimme hinter der anderen schiefen Stimme verstecken. Den Backpack bekommt man mit doppelter Hebehilfe viel leichter auf den Rücken. Und wenn eine mal auf Toilette muss, kann die andere auf alle Sachen aufpassen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-694" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LenaSanja-808x538.jpg" alt="0.Lena&amp;Sanja" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-695" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Schwimmwesten_Lea-808x538.jpg" alt="0.Schwimmwesten_Lea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Superschnell waren wir ein super eingespieltes Team. Man weiß dann einfach, dass die eine immer den Reiseführer einpackt und die andere immer die Seife. Man weiß auch genau wo man das im Rucksack der anderen findet. Man weiß, was man der anderen aus dem Kiosk mitbringen soll, ohne sie zu fragen. Man weiß, dass in Verkehrsmitteln die eine immer ans Fenster muss, sonst wird’s unspaßig. Und man weiß, wenn eine gerade in Heimatkommunikation vertieft ist, sollte man nicht stören.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-689" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Horses-808x538.jpg" alt="0.Horses" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles läuft wunderbar, harmonisch, wir sind ein super Team und wir haben uns wahnsinnig gern. Doch dann kommen auch Momente, in denen die Harmonie dem Konflikt weicht. Eine will noch bleiben, eine will weiter. Eine will ins Hängemattenhostel, eine ins Privatbadzimmer. Eine will Boot, eine Bus fahren. Eine mag die neuen Reisebegleiter sehr, eine weniger. Eine will Gemüse kochen, eine Pommes essen gehen. Probleme des Reisealltags sind wie Probleme des Nichtreisealltags: Man löst sie oder man lässt sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-733" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.BaumII-808x538.jpg" alt="0.BaumII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Manchmal möchte ich vielleicht Dinge zu lange ausdiskutieren. Aber so bin ich eben, so war ich auch schon vorher. Manchmal möchte Sani vielleicht Dinge einfach ausschweigen. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Manchmal möchte Lea vielleicht Dinge nur so machen, wie sie sie möchte. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Und manchmal wenn ich rede, Sani schweigt und Lea tut, vergessen wir ab und zu wie gern wir uns haben und wie froh wir sind, dass wir hier gemeinsam sind und unsere Eigenarten uns eigentlich egal sind.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-688" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Great_good_ok-808x538.jpg" alt="0.Great_good_ok" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-687" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Drinks-808x538.jpg" alt="0.Drinks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es wieder Momente, in denen wir stundenlang gemeinsam auf der Terrasse abhängen und uns einfach nur wohl fühlen. Wenn wir uns gleichzeitig über ein Lied in der Ferne freuen und den Spanischtext gemeinsam lernen. Wenn wir uns zusammen in eine Hängematte legen und genau wissen, wie wir bequem und platzsparend gemeinsam hineinpassen. Wenn wir uns jemandem vorstellen und unsere Namen teilen, weil wir eh auf alle drei Namen hören. Wenn wir unsere Surfbretter auf’s Dach laden und alle drei einfach nur ein gemeinsames Ziel haben – die Welle. Auf ihr reiten, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<p>Denn diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen, mit allen eigenartigen und allen wunderbaren Seiten der anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Surfcamp Nicawaves" href="http://nicawaves.com/" target="_blank" class="broken_link">Nicawaves</a> für das gemeinsame Surfen auf einer Welle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="735" height="538" classid="clsid:02BF25D5-8C17-4B23-BC80-D3488ABDDC6B" codebase="http://www.apple.com/qtactivex/qtplugin.cab"><param name="src" value="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov"><param name="autoplay" value="false"><param name="type" value="video/quicktime" height="538" width="735"><embed src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov" height="538" width="735" autoplay="true" type="video/quicktime" pluginspage="http://www.apple.com/quicktime/download/"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong>Reist du auch gerne mit Freunden oder lieber alleine? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dann weißt du</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 20:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/">Dann weißt du</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wo ist die Toilette? Und wo gibt’s Wasser? Gestern wusstest du noch ganz genau, wo die Toilette ist. Sogar wo die sauberste ist. Gestern wusstest du auch noch ganz genau, wo es Wasser gibt und dazu noch deinen liebsten Müsliriegel. Jetzt bist du gerade am Playa Gigante angekommen und schon wieder ist alles neu. Obwohl es hier gar nicht so anders aussieht – ein Einstraßenörtchen direkt am Strand, ein paar entspannte Surfer, ein paar entspannte Surfer Lookalikes und keine Uhren – fühlt sich trotzdem alles fremd an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-649" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Beach_People-808x538.jpg" alt="0.Beach_People" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle Menschen in diesem Ort wirken in deinen Neulingsaugen wie langjährige beste Freunde. Jeder scheint jeden zu kennen und jeder scheint sich hier besser auszukennen als du. Bevor du aber jemanden kennenlernst, möchtest du erst einmal deine Grundversorgung in Einklang bringen. Toilette, Durst, Hunger. Also fragst du dich einfach durch. Den, der gerade auf dem Terassensofa entspannt, fragst du nach der Toilette. Auf dem Weg dahin, entdeckst du dann auch selber die Schilder. Die waren vorher irgendwie nicht da. Den Typ im Nachbarzimmer fragst du nach der nächsten Pupleria, um Wasser zu kaufen. Den nächsten Menschen, der dir auf der Straße begegnet, fragst du nach seinem lokalen Lieblingsrestaurant und probierst es dann einfach aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-655" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Restaurant sitzen alle anderen Gäste gemeinsam an der Bar, sind anscheinend extrem gut mit dem Besitzer befreundet und bestellen alle ohne Menükarte, sondern mit &#8220;Das Gleiche wie immer!“ Du brauchst aber eine Menükarte, liest sie ausgiebig und hast dann dennoch Fragen zu den einzelnen Gerichten. „Ist es mit Reis oder ohne? Kann ich es auch ohne haben?“ „Si, si, claro!“ Dann kommt es doch mit Reis, aber du nimmst es einfach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-646" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bar_Jose-808x432.jpg" alt="0.Bar_Jose" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehst du in die Bar von deinem Hostel. Weil sie direkt am Meer ist, weil sie supergemütliche Sessel hat und weil sie die einzige Bar in diesem Örtchen ist. Du gehst rein und kennst niemanden. Gerade jetzt vermisst du doch den Strandort, den du heute Morgen verlassen hast. Dort weißt du genau, wer gerade an der Bar sitzt. Eigentlich hättest du ja auch noch bleiben können. Naja, jetzt bist du hier und setzt dich halt an die Bar. Beim Nica libre lernst du ein paar andere Reisende und ein paar Locals kennen. Locals und Nichtlocals mischen sich hier ganz wunderbar. Du erfährst, dass die Pulperia, in der du warst, auch die einzige hier ist. Und dass es ein Stückchen weiter die Straße runter noch besseres Essen gibt. Und dass Mario das große Wellenbild an der Wand gezeichnet hat und deswegen Nica libre auf&#8217;s Haus schlürft. Viel zu früh bist du viel zu müde von der Reise und von den vielen neuen Eindrücken, dass du viel zu früh ins Bett gehst. Dass es hier keine Uhren gibt, fandest du schon von Anfang an gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-651" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Drink_-808x538.jpg" alt="0.Drink" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du aufwachst, stellst du fest, dass du genau dort aufwachst, wo du gestern eingeschlafen bist. Dein Bett ist so schön eingelegen. Sogar schlaftrunken vom frühen Morgen findest du den Weg zur Toilette. Danach rollst du deine Yogamatte auf der Terrasse aus, machst eine Klasse und startest deinen Tag.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-650" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bulli_-808x529.jpg" alt="0.Bulli" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du dich mitten am zweiten Tag auf den Weg zur Pupleria machst, weißt du bereits, dass du dafür keine Schuhe brauchst. Auch wenn es ein paar Steine auf dem Weg gibt, du weißt, wo sie sind und kannst sie umgehen. Du weißt, dass vor der Ecke der Baum steht, auf dem immer ganz hühneruntypisch die Hühner sitzen. Hinter der Ecke sitzen vor dem Haus die Hühnerbesitzer. Wenn du um sie biegst, werden mindestens zwei Kinder auf den Fischernetzen spielen, zwei Erwachsene im Plastikstuhl sitzen und Radio hören und ein Strandschwein wird gerade das Hühnerfutter wegessen, bis die Radiohörer es merken und verscheuchen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-654" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Pig_-808x518.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="518" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Pulperia holst du wie selbstverständlich die Wasserflasche aus der Ecke, dazu noch einen Apfelsaft, der steht im hintersten Kühlschrank, zweite Etage von oben, ganz rechts. Manchmal muss man ein bisschen suchen, weil so viele Ananassäfte davor stehen. Aber eigentlich ist immer noch einer mit Apfel da.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-657" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Skelett-808x538.jpg" alt="0.Skelett" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Um herauszufinden, wann heute das Surftaxi fährt, fragst du am besten nicht den Barmann José und auch nicht das Mädchen für alles Rosalie, obwohl du sie so gerne fragen würdest. Aber du weißt, du fragst lieber direkt den Surfguide Kevin, rechnest dann mit plusminus einer Stunde und bist in dieser Zeit einfach bereit. Dann kommst du mit ins Surftaxiboot. Wenn Kevin dich dann direkt hinter der Welle ins Wasser lässt, weißt du aber auch, dass sie zu Big Waves wachsen können, die dich ordentlich durchspülen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-652" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammocks_Buddha-808x538.jpg" alt="0.Hammocks_Buddha" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-656" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Shark_-808x491.jpg" alt="0.Shark" width="808" height="491" /></p>
<h3></h3>
<p>Bei der Open Mic Night in der Bar ist das halbe Dorf anwesend. Du gehst ganz selbstverständlich hinein und begrüßt die Barsitzer. Du weißt schon, bei wem du deinen Nica libre bestellen musst und kennst bereits die Hälfte derer, die sich diesen Abend auf die Bühne trauen. Von manchen hättest du diese Stimme gar nicht erwartet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-658" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_Bar-808x520.jpg" alt="0.Sundown_Bar" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-662" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_StandUpPaddle-808x538.jpg" alt="0.Sundown_StandUpPaddle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend liegt vor deinem Hauseingang wieder die Kuh am Strand, als würde sie sich im Mondlicht sonnen. Die hast du gestern schon gesehen. Von weitem ist sie erst nicht zu sehen, sie fügt sich ganz gut in die dunklen Bänke und Steine ein, die da eh rumstehen. Doch wenn du näher kommst, ist es die große Kuh, die entspannt auf’s Meer blickt. Genau wie du es am Tag getan hast.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-661" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_red-808x538.jpg" alt="0.Sundown_red" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du am dritten Tag überlegst, was du zum Frühstück isst, wunderst dich, dass du erst zweimal hier gefrühstückt hast. All die Zeit, die du hier verbracht hast, kann unmöglich in nur zwei Tage gepasst haben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-653" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.LSO_-808x552.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="552" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Straße bewegst du dich so gekonnt um die Steine, dass Neuankömmlinge ihr Auto anhalten und dich nach einem guten Ort für die Nacht fragen. Als du später so selbstverständlich auf dem Terassensofa sitzt, kommen Neuankömmlinge zu dir und fragen, wo die nächste Pulperia ist.</p>
<p>Aber morgen geht’s weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Gigante Bay" href="http://www.gigantebay.com/" target="_blank" class="broken_link">Gigante Bay</a> für’s schnelle Ankommen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kennst du auch dieses Neulingsgefühl? Schreibe einen Kommentar!</p>
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		<title>Ganz neue Langeweile</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 18:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>In nur eineinhalb Woche in Honduras habe ich neu entdeckt, was man auf Reisen eigentlich nie hat: Alltag. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Um halb acht aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-528" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_People-808x537.jpg" alt="0.Way_People" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-523" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_car_scooter-808x537.jpg" alt="0.Way_car_scooter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach eineinhalb Wochen in El Porvenir war bereits der Alltag eingekehrt. In der Mittagspause zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen, zurück zur Blechhütte. Nachmittagsunterricht. Danach holt mich meine Freundin Sany dort ab, wir gehen zusammen zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-525" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cows-808x537.jpg" alt="0.way_cows" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-524" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cow-808x537.jpg" alt="0.way_cow" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn es wie immer regnet, machen wir Yoga im Keller. Wenn mal nicht, gehen wir joggen. Mehr allerdings ist nicht drin. Wir haben zwei Stunden zwischen Unterrichtsende und Tagesende. Denn sobald es dunkel wird, ist es zu unsicher in den Straßen. Und nach halb neun quasi lebensmüde. Weil dann alles Straßenleben verschwindet und nur noch die Straßenkriminalität bleibt. Wir verbringen daher jeden jeden Abend im verbarrikadierten Haus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-514" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Classroom_stilllife-808x537.jpg" alt="0.Classroom_stilllife" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>In diesem Haus gibt es nicht viel. Ein viel zu kleines Zimmer für vier Eingequetschte. Eine offene Küche mit vier Herdplatten und nichts außer Stehplätzen. Ein Wohnzimmer mit Küchengeruch, ausschließlich kaputten und daher unbequemen Sitzmöglichkeiten. Ein Balkon voller Mücken, kompletter Vergitterung und daher Gefängnisatmosphäre.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-511" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.boy_gitter-808x537.jpg" alt="0.boy_gitter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-515" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.dogs_-808x537.jpg" alt="0.dogs" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>An keinem dieser Orte will man sich gerne für länger niederlassen. Nichts ist gemütlich genug, um dort Zeit zu verbringen und darüber hinaus kreativ zu werden. Eine Geschichte schreiben, Spanisch lernen, einen Stuhl bauen, selber Kreuzworträtsel entwickeln, ein Mittel gegen Mücken erfinden. Zu nichts bin ich in der Lage. Zu beschäftigt bin ich damit, eine komfortable Situation zu finden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-522" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.walk_hands-808x537.jpg" alt="0.walk_hands" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Da mir aber dies nur sehr selten gelingt, sucht mich daher hingegen eine komfortable Situation heim: Die Langeweile. Während ich so ungemütlich herumsitze, gerade den immer gleichen Weg zum Unterricht laufe oder den Gasherd in der Küche mal wieder nicht anbekomme, empfinde ich dieses Gefühl. Es ist ein neues Gefühl. Es fühlt sich irgendwie lähmend an – ich will es beseitigen, aber nichts dafür tun. Als würde ich immer tiefer in die Langeweile hineinsinken. Auch ein bisschen kribbelig, aber eher unangenehm, als angenehm kribbelig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-521" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Tuktuk-808x509.jpg" alt="0.Tuktuk" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Sogar der Unterricht selbst hat eine Art Routine: Zu Begin freuen sich alle da zu sein, jedes der Kinder umarmt mich zum Hallo sagen. Alle setzen sich brav auf die Stühle und Bänke, sind gespannt, was wir heute machen. Wir beginnen mit einem routinierten Opening Circle. Alle setzen sich im Kreis hin, jeder sagt ‚Guten Morgen’ und was ihm vom letzten Tag besonderes in Erinnerung geblieben ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-517" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Horse_-808x538.jpg" alt="0.Horse" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-518" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.HorseII-808x538.jpg" alt="0.HorseII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Dann starten wir in die erste Aufgabe. Jedes Mal wundere ich mich wieder, wie ruhig und aufmerksam dabei alle sind. Doch jedes Mal ist diese Ruhe und Aufmerksamkeit auch nach der ersten Aufgabe vorbei. Den Rest der Klasse bin ich damit beschäftigt, die Kinder im Zaum zu halten. Bis es kurz vor Ende einen kleinen Snack gibt. Dann sitzen alle wieder brav und ruhig, damit sie auch ihren Snack bekommen. Nach dem routinierten Closing Circle freuen sich alle, wie schön der Tag war, was mich jedesmal wieder wundert. Jedes Kind umarmt mich zum Tschüss sagen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Elias_table-808x538.jpg" alt="0.Elias_table" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-519" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kids_Sea_Still-808x538.jpg" alt="0.Kids_Sea_Still" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langeweile gehört fast schon zu dieser neuen Alltagsroutine, die ungewöhnlich schnell eingekehrt ist. Und die gerade auf Reisen ein eigentlich abwesendes Phänomen ist, wo ich meistens weder die Uhrzeit, noch den Wochentag kenne. Hier werden sogar die Wochenenden wieder fühlbar. Denn da wird, wie es sich für eine ordentliche Routine gehört, genau diese gebrochen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-526" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_Horse-808x537.jpg" alt="0.way_Horse" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Kein Unterricht, kein Wecker. Da es nur den einen Weg gibt, wird er trotzdem gelaufen. Dafür zu anderen Zeiten. Wenn es wie immer regnet, haben wir noch mehr Zeit zum ungemütlichen Rumsitzen und Yoga im Keller machen. Wenn mal nicht, gehen wir laufen oder aber machen einen Tagesausflug in den dschungeligen Wald zu den Wasserfällen und den großen Bäumen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-520" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.mum_kids-808x537.jpg" alt="0.mum_kids" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber abends sind wir wieder zurück im verbarrikadierten Haus. Denn wenn es dunkel wird, ist es zu gefährlich in den Straßen. Und am Montag um halb acht müssen wir wieder aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<p>So schrecklich und schön Alltag auch ist – irgendwie fühlt er sich doch überall gleich an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Christians Fotos" href="https://www.flickr.com/photos/128159398@N03/" target="_blank">Christian</a> für den Foto-Support.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Habt ihr auch schon einmal Routine auf Reisen erlebt? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Dieser Heimatteil von mir</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2014 15:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wehmut kommt vor dem Abflug: Wie das Blinken meines Rauchmelders mir zeigte, wie schön meine Heimat ist. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>‚Blink’ machte der Rauchmelder. Ein rotes ‚Blink’. Das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich lag auf dem Fußboden zwischen Bett und Schrank und machte Dehnübungen.. Dort lag ich schon so oft und machte Dehnübungen. Doch noch nie hatte ich den Rauchmelder blinken sehen. Wenn er das jetzt tut, tut er das aber sicher regelmäßig. In welchem Takt er wohl blinkte. Vielleicht minütlich. Oder öfter. Doch während ich überlegte, waren ja bestimmt schon dreißig Sekunden vergangen. Dann war es vielleicht doch seltener. Ich wartete ab und wollte erst nach dem nächsten Blinken die nächste Übung machen. Ich wusste gerade eh nicht, welche als nächstes. Also war ich über einen unbeteiligten Taktgeber ganz froh.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-272" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_wave.jpg" alt="0_wave" width="800" height="570" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich wartete weiter und wunderte mich. So oft schon lag ich an dieser Stelle mit dem Blick nach oben und nie hatte ich es blinken sehen. Und jetzt liege ich eine der letzten Male an dieser Stelle und entdecke etwas Neues. In einer Woche reise ich ab. One-way-Ticket nach Mexico. Reisen, Kennenlernen, Wundern, Betten teilen, Busse fahren, Leben, Schreiben. Seit den letzten Wochen rückt dieser Zeitpunkt zähl- und fühlbar näher. Und seit diesen letzten Wochen hat sich auch mein Blick verändert. Je näher das Ferne rückt, umso mehr schärft sich mein Blick für das Nahe. Und wie ich so genau hinschaue, entfaltet jedes Detail etwas wundersam Neues.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter  wp-image-273" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Moon.jpg" alt="0_Moon" width="773" height="579" /></p>
<h3></h3>
<p>Ursprünglich konnte es mir bei der Planung der Reise gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten gleich morgen los. Rückflugticket – brauche ich nicht. Arbeit – kündige ich. Habseeligkeiten – vermiete, verschenke, verkaufe ich. Freunde – nehme ich mit, physisch oder seelisch. Auf auf!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-269" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Elbphilharmonie.jpg" alt="0_Elbphilharmonie" width="784" height="588" /></p>
<h3></h3>
<p>So in etwa, nur weniger schnell ging es dann auch. Doch was ich völlig vergaß: Die Gefühle für das Nahe. Am Anfang der Reiseplanung steckt der Kopf in der Ferne. Da will ich hin. Doch um dort hinzukommen, muss der Kopf sich dem Hier und Jetzt widmen und organisieren, informieren, arrangieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dabei stellt er fest: Alles, was ich hier tue, hat ein Ende. Alles, was zuvor Selbstverständlichkeit hatte, hat ein Ende. Im Lieblingssupermarkt den Lieblingskäse kaufen. Vor der Tür die Parkgewohnheiten der Fahrradfahrer in dem eigentlich zu engen Gang analysieren. Im Lieblingspark um die Ecke dem Typ, der immer die Bäume umarmt, hinterherjoggen. Auch den Baum umarmen wollen. Vom Lieblingstrainer mehrmals wöchentlich schmerzhaft angeschrien werden. Ständig überall den Lieblingsnachbar treffen, nur nie vor der Haustür. Mit Lieblingsfreunden doofe schöne Alltagsbesorgungen machen. Morgens im Büro mit der Küchenfee über Flohmarktgeheimtipps austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-267" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Alster_swan-808x520.jpg" alt="0_Alster_swan" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>All das war immer einfach da. Und erst wo es bald nicht mehr einfach da sein wird, merke ich, wie gerne ich es einfach da hatte. Wie ungerne ich es einfach nicht mehr da haben möchte. Eine eigentliche Binse wird mir klar: Man kann tatsächlich nicht alles haben. Die Lieblingsaspekte aus dem Hier bewahren und in die Ferne reisen geht nicht. Um neue Dinge zu tun, muss man auch alte aufgeben. Nur genau diese alten finde ich gerade so wunderschön.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-274" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Harbour_other-side.jpg" alt="0_Harbour_other side" width="800" height="530" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kommen die Tage der letzten Male und die Abschiedsmelancholie tritt ein. Auch wenn ich mir sicher über mein Reisevorhaben bin, möchte der Heimatteil von mir auch bleiben und bewahren. Und den noch einmal sehen. Und die. Und die auch. All die lade ich noch zu einer Feier ein. Einfach so, um alle noch einmal zu sehen und um eine Feier zu machen, was ich schon immer einmal machen wollte. Es ist bewusst keine Abschieds-, sondern eine Freiheitsfeier. So feiere ich die Freiheit mit allen, die ich gern habe und wir tabuisieren allesamt dabei das Thema Abschied. Es ist ein wundervoller Abend voller wunderbarer Menschen und wundersamer Momente, in dem sich zwei Dinge komprimieren, die sich seit Kurzem in mir manifestieren: 1. Es ist so wunderschön hier. 2. Tschüss sagen ist doof. Und dieser Heimatteil von mir möchte noch mehr bleiben und bewahren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-271" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Freiheitsfeier-808x606.jpg" alt="0_Freiheitsfeier" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Gute am morgendlichen Wohnungschaos: Ich kann gleichzeitig sauber machen, ausmisten und einpacken. Verlangsamt durch Melancholie und Partyschläfrigkeit brauche ich ganze drei Tage dafür. Drei Tage voller Orga- und Packkollas und ohne große Emotionen. Vorfreude, Abschiedsschmerz – alles weg. Keine Zeit. Muss packen. Wehmütige Anrufe von Familie und Freunden – keine Zeit. Muss packen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-275" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_HamburgHarbour-808x479.jpg" alt="0_HamburgHarbour" width="808" height="479" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Ende stehe ich Dienstag Abend, 18 Uhr in meiner Wohnung und es klingelt. Danny steht vor der Tür, er wird meine Wohnung behausen. Ich lasse ihn hinein und präsentiere die ausgemistete, geputzte Wohnung als wär es kein Akt gewesen. Ich werfe noch einmal einen Blick in ein paar Ecken, in ein paar Schränke. Als wüsste ich nicht, was dort ist. Dabei weiß ich es gerade so genau, wie nicht einmal beim Einzug. Nur wird es erst einmal der letzte Blick sein. Ein letztes Mal meiner lieben Wohnung tief in die Augen blicken. Keiner kennt sie so gut wie ich. Keiner kennt mich so gut wie sie. Ob Danny auch irgendwann das rote Blinken entdecken wird?</p>
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<p><img class="aligncenter size-full wp-image-268" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Besitz.jpg" alt="0_Besitz" width="800" height="600" /></p>
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<p>Ich verlasse die Wohnung ohne Abzuschließen, Danny schließt die Tür von innen und ich stehe draußen. Die Luft ist frisch und herausfordernd. „Lauf los,! Atme!“, sagt sie. Mein Rucksack auf den Schultern ist jetzt mein neues Zuhause. Ohne mich einmal umzudrehen, trägt er mich durch die Straßen. Plötzlich wird alles real – vorher wusste ich, ich würde gehen. Jetzt spüre ich, ich werde gehen. Die Luft breitet sich in meiner Lunge aus, ich kann kaum genug einatmen. Dort ist so viel Platz, so viel Freiheit. Die Entfernung zur Wohnungstür wird immer größer. Der Rucksack wird immer leichter. Je weiter ich mich entferne, umso schwächer wird die Verbindung. Es fühlt sich an, als würde die Nabelschnur von mir zu meiner Wohnung langsam durchtrennt werden. Mit weiterer Entfernung dehnt sie sich immer mehr aus. Bis die sich schnell schließenden Ubahn-Türen sie durchtrennen. Piiiep – Bum – Abgeschnitten.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-276" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Parc_sundown-808x495.jpg" alt="0_Parc_sundown" width="808" height="495" /></p>
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<p>Die letzte Heimatnacht ist gleichzeitig die erste Freiheitsnacht. Auf dieser Metastation schlafe ich drei Stunden bei einem Freund Zuhause und mir wird klar: Erst in den letzten wenigen Tagen ist mein Zuhause zu meiner tatsächlichen Heimat geworden. Noch nie vorher habe ich es so bewusst wahrgenommen und genossen. Es ist ein tolles Gefühl, denn ich weiß: Genau in diese Heimat kann ich jederzeit zurückkehren.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-270" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_ERINNERUNGEN-808x437.jpg" alt="0_ERINNERUNGEN" width="808" height="437" /></p>
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<p>Und dann geht’s los. Um fünf Uhr morgens stehe ich am Hamburger Flughafen. Schlaftrunken und von allen Habseeligkeiten befreit lasse ich nun alle Seeligkeiten der Heimat hinter mir. Doch ich bin nicht allein, denn ein großes kleines Stück von all der heimatlichen Schönheit habe ich bei mir: Sany. Freundin, Reiseseelenverwandte, Heimatherz. Mehr brauche ich nicht, um heraus zu finden, wann mein Rauchmelder ein zweites Mal blinkt.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-266" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/Abflug-808x588.jpg" alt="Abflug" width="808" height="588" /></p>
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