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	<title> &#187; Reise</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
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		<title>Ich bin die Reise.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 16:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am Ende der Reise ist gar kein Ende. Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Am Ende der Reise ist gar kein Ende.<br />
Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>„Ich komme gerade von einer langen Reise zurück.“ Mit dieser Antwort versuche ich die Frage „Und was machst du so?“ möglichst befriedigend und eindeutig zu beantworten. Die Antwort „Ich wohne gerade eigentlich nirgends und somit überall, ich entwickle meine eigenen Tänze, und Texte, ich treffe mich viel mit anderen Menschen und tausche mich aus, ich bin sehr beschäftigt damit Tante zu sein, aber eigentlich bin ich Kommunikationsstrategin.“ überfordert die meisten Fragesteller. Ich habe es probiert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-920" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7371-808x611.jpg" alt="IMG_7371" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p>Ok, ganz objektiv betrachtet komme ich gerade tatsächlich von einer langen Reise zurück. Ein halbes Jahr bin ich durch Mittelamerika gereist und ein halbes Jahr habe ich in Panama gelebt und jetzt bin ich wieder in Deutschland. Aber ganz subjektiv betrachtet, fühlt sich das überhaupt nicht nach dem Ende einer Reise an. Dafür müsste ja irgend etwas vorbei sein. Doch ich fühle mich heute am Schreibtisch meines Bruders in München sitzend noch genauso wie vor sieben Monaten, als ich die großen Treppenstufen zum großen Inkatempel in Mexiko schräg im Inkastil hinauflief und genauso wie vor drei Monaten, als ich morgens mit dick Sonnencreme auf der Nase und Surfbrett unter’m Arm aus meinem <a title="Zur Story 'Ich glaube, ich wohne hier.'" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/" target="_blank">panamaischen Apartment </a>stolperte und mich die Bauarbeiter von nebenan mit „Buenas dias!“ anschrien. Ich fühle mich noch ganz genauso. Nur eben wieder an einem anderen Ort.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-917" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7368-808x606.jpg" alt="IMG_7368" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Na gut, Reisen ist noch ein bisschen mehr als das Gefühl. Es geht auch darum aus seinem <a title="Zur Story 'Ganz neue Langeweile'" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/" target="_blank">Alltag auszubrechen</a>. In <a title="Zur Story 'Dann weißt du'" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/" target="_blank">neue Welten</a> einzutauchen. Ganz andere interessante <a title="Surfen ist für alle da" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/" target="_blank">Menschen kennenzulernen</a>. Vielleicht eine <a title="Zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Fremdsprache zu lernen</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-919" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7370-808x606.jpg" alt="IMG_7370" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch das tue ich immernoch. Mein alltägliches Leben ist ein Antialltag. ‚Normalerweises’ und ‚Immers’ gibt es nicht in meiner Tagesbeschreibung. Ich trinke morgens gerne heißes Wasser, ohne alles. Das ist mein einziger Alltagshabitus. Danach ist jeder Morgen anders, jeder Mittag anders, jeder Abend anders. Das ist manchmal anstrengend, weil kein fester Ablauf mir sagt, ob ich als nächstes zum Sport, zum Mittagessen oder an den Laptop gehe. Das ist aber auch erfrischend, weil ich in jedem Moment neu entscheiden kann, ob mir gerade nach Sport, Mittagessen oder Laptopkram ist. Ich mache das, wonach mir gerade ist. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-929" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7379-1-808x808.jpg" alt="IMG_7379-1" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>In neue Welten tauche ich ständig ein. Zum Beispiel die Lebensumkremplerwelt in München. Menschen, die ihren sicheren Bürojob aufgeben wollen, um sich selbst zu verwirklichen treffen sich regelmäßig zum Austausch. Laura erzählt von ihrem Projekt, in dem sie mit lokalen Stadtführungen Flüchtlingen bei ihrer Integration hilft. Michael erzählt von seinem faden Alltag als Softwareentwickler und Vladimir von seinem Start-up, das Start-ups beim start-up’en hilft. Manchmal fühlt es sich nach Selbsthilfegruppe an, aber es ist eine ganz eigene Welt voller Offenheit, Inspiration, und Veränderungsenergie. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-924" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7375-1-808x606.jpg" alt="IMG_7375-1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch in die Welt der Schlafmöglichkeiten kann ich tief eintauchen. Hinter’m Bücherregal, auf dem Wolkensofa oder in der Wäschekammer. Ein Bett finde ich überall. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-931" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7380-808x808.jpg" alt="IMG_7380" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder die Mamababywelt, in die ich mit meinen zwei kleinen Babyneffen immer wieder eintauche. Wenn ich mit ihnen allein unterwegs bin, sehe ich aus wie ihre Mutter, habe die Verantwortung wie ihre Mutter, benehme mich wie ihre Mutter. Menschen werfen uns Muttersprüche zu wie „Der hat Ihre Augen!“ oder „Hat die Mama dir aber eine schöne Hose angezogen!“. Wir unterhalten uns miteinander in Babysprache und mit anderen Mamas über Pipi und Kacka. Wir gehen auf den Spielplatz, ins Kindercafé, an die Mutter-Kind-Schlange im Supermarkt. Wir kaufen Windeln, Babybrei und Popocreme. Und ich sage <em>wir</em> statt <em>ich</em>. Es ist eine ganz eigene Welt voller Geduldsspiele, großer Babyliebe und Neuentdeckungen. Noch nie zuvor habe ich einer Waschmaschine ihren ganzen Waschgang lang zugesehen und mich über jede Umdrehung gefreut. Am besten sind die Schleudergänge. Zu dem rhythmischen Ssssssss kann man sogar tanzen. So sehe ich meine Umwelt immer wieder mit neuen Augen. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-927" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7377-808x808.jpg" alt="IMG_7377" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich gebe zu, der Supermarkteinkauf, der Busfahrkartenkauf und das Verständnis der Menükarte fallen wieder leichter. Dafür fühle ich mich wie eine Wünschelrute für Menschen, denen eben dies hier gar nicht so leicht fällt. Menschen auf Durchreise, Menschen auf Entdeckung, oder einfach Menschen, die Spanisch sprechen. Irgendwie treffe ich auf sie an jeder Ecke und irgendwie komme ich mit ihnen zu jeder Gelegenheit in Kontakt. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-928" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7378-808x606.jpg" alt="IMG_7378" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fühle mich noch wie auf Reisen und ich erlebe noch Dinge wie auf Reisen. Eigentlich bin ich doch dann noch auf Reisen. Nur eben an einem anderen Ort. Doch der Ort war auch in Mittelamerika nie von großer Bedeutung. Klar war es aufregend in Frida Kahlos Malzimmer zu stehen. Klar was es aufregend sich von einem Felsen über die steile Klippe abzuseilen oder zu einer kolumbianischen Hochzeit zu gehen. Aber nicht, weil ich in Mexico City, Playa Gigante oder Cartagena war. Sondern weil ich mit Entdeckergeist, Wachsamkeit und Urvertrauen meiner Außenwelt begegnet bin. Und weil ich mich gut dabei gefühlt habe. Der Ort hat den Rahmen geschaffen, aber gefüllt haben ihn meine ganz eigenen Erlebnisse, meine ganz eigene Wahrnehmung und meine ganz eigenen Gefühle. Und genauso ist es auch jetzt und hier noch. Und genauso wird es auch noch an allen anderen zukünftigen Orten sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-921" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7372-808x606.jpg" alt="IMG_7372" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Somit wird diese Reise niemals enden. Denn ich bin die Reise. Und in Zukunft werde ich antworten „Ich mache das, wonach mir gerade ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Du &amp; Du &amp; Ich</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2015 22:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Drei Monate schon, mehr sogar, teilen wir alles. Vom Shampoo über Betten bis Wege. Wir sind zusammen losgereist und wollen auch zusammen weiterreisen. Schon bevor es eigentlich los ging, ging es schon los: Wir haben die Vorfreude, den Organisations- und den Abschiedsschmerz geteilt. Haben Abende verbracht und gemeinsam unsere Route überlegt. Wir haben uns gemeinsam beim Tropenarzt pieksen lassen und uns beraten, wieviele Socken wir einpacken sollen. Wir haben zusammen überlegt, wie wir unserer Familie unser Reisevorhaben beibringen und wir haben uns auf eine Reisephilosophie geeinigt: So wenig wie möglich planen, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-690" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Jeepaction-808x538.jpg" alt="0.Jeepaction" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-691" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JeepactionII-808x538.jpg" alt="0.JeepactionII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als es dann losging, haben wir gemeinsam unsere Lieben, unsere Heimat und unser Hab und Gut hinter uns gelassen, uns an die Hand genommen und sind gemeinsam losgeschritten. Mit dem Schritt ins Flugzeug waren wir auf Reisen, mit dem Schritt aus dem Flugzeug waren wir da. Gemeinsam alleine. Vom drüber reden starteten wir gemeinsam ins tatsächlich tun. Jeden Schritt, den wir gehen, gehen wir jetzt gemeinsam. Jede Entscheidung, die wir treffen, treffen wir jetzt gemeinsam. Wir verbringen Tag und Nacht zusammen und manchmal sind wir noch nicht einmal unter der Dusche alleine.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-693" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JesusMariaII-808x538.jpg" alt="0.JesusMariaII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zusammen ist eh alles besser als alleine. Denn man kann sich das leckerste Essen auf der Karte teilen und muss sich nicht für eines entscheiden. Auch das Taxi kostet nur die Hälfte. Manchmal ist sogar das Dreierprivatzimmer im Hostel das Bessere als das eine Schlafsaalbett. Man kann Leid und Freud und zu große Bananen teilen. Im Bus läuft man nicht Gefahr beim Schlafen sein Kopf auf eine fremde Schulter zu legen. Die andere weiß meistens die eine Spanischvokabel, die mir gerade nicht einfällt. Beim gemeinsamen Singen kann man seine schiefe Stimme hinter der anderen schiefen Stimme verstecken. Den Backpack bekommt man mit doppelter Hebehilfe viel leichter auf den Rücken. Und wenn eine mal auf Toilette muss, kann die andere auf alle Sachen aufpassen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-694" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LenaSanja-808x538.jpg" alt="0.Lena&amp;Sanja" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-695" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Schwimmwesten_Lea-808x538.jpg" alt="0.Schwimmwesten_Lea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Superschnell waren wir ein super eingespieltes Team. Man weiß dann einfach, dass die eine immer den Reiseführer einpackt und die andere immer die Seife. Man weiß auch genau wo man das im Rucksack der anderen findet. Man weiß, was man der anderen aus dem Kiosk mitbringen soll, ohne sie zu fragen. Man weiß, dass in Verkehrsmitteln die eine immer ans Fenster muss, sonst wird’s unspaßig. Und man weiß, wenn eine gerade in Heimatkommunikation vertieft ist, sollte man nicht stören.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-689" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Horses-808x538.jpg" alt="0.Horses" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles läuft wunderbar, harmonisch, wir sind ein super Team und wir haben uns wahnsinnig gern. Doch dann kommen auch Momente, in denen die Harmonie dem Konflikt weicht. Eine will noch bleiben, eine will weiter. Eine will ins Hängemattenhostel, eine ins Privatbadzimmer. Eine will Boot, eine Bus fahren. Eine mag die neuen Reisebegleiter sehr, eine weniger. Eine will Gemüse kochen, eine Pommes essen gehen. Probleme des Reisealltags sind wie Probleme des Nichtreisealltags: Man löst sie oder man lässt sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-733" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.BaumII-808x538.jpg" alt="0.BaumII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Manchmal möchte ich vielleicht Dinge zu lange ausdiskutieren. Aber so bin ich eben, so war ich auch schon vorher. Manchmal möchte Sani vielleicht Dinge einfach ausschweigen. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Manchmal möchte Lea vielleicht Dinge nur so machen, wie sie sie möchte. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Und manchmal wenn ich rede, Sani schweigt und Lea tut, vergessen wir ab und zu wie gern wir uns haben und wie froh wir sind, dass wir hier gemeinsam sind und unsere Eigenarten uns eigentlich egal sind.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-688" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Great_good_ok-808x538.jpg" alt="0.Great_good_ok" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-687" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Drinks-808x538.jpg" alt="0.Drinks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es wieder Momente, in denen wir stundenlang gemeinsam auf der Terrasse abhängen und uns einfach nur wohl fühlen. Wenn wir uns gleichzeitig über ein Lied in der Ferne freuen und den Spanischtext gemeinsam lernen. Wenn wir uns zusammen in eine Hängematte legen und genau wissen, wie wir bequem und platzsparend gemeinsam hineinpassen. Wenn wir uns jemandem vorstellen und unsere Namen teilen, weil wir eh auf alle drei Namen hören. Wenn wir unsere Surfbretter auf’s Dach laden und alle drei einfach nur ein gemeinsames Ziel haben – die Welle. Auf ihr reiten, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<p>Denn diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen, mit allen eigenartigen und allen wunderbaren Seiten der anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Surfcamp Nicawaves" href="http://nicawaves.com/" target="_blank">Nicawaves</a> für das gemeinsame Surfen auf einer Welle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="735" height="538" classid="clsid:02BF25D5-8C17-4B23-BC80-D3488ABDDC6B" codebase="http://www.apple.com/qtactivex/qtplugin.cab"><param name="src" value="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov"><param name="autoplay" value="false"><param name="type" value="video/quicktime" height="538" width="735"><embed src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov" height="538" width="735" autoplay="true" type="video/quicktime" pluginspage="http://www.apple.com/quicktime/download/"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong>Reist du auch gerne mit Freunden oder lieber alleine? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dann weißt du</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 20:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/">Dann weißt du</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wo ist die Toilette? Und wo gibt’s Wasser? Gestern wusstest du noch ganz genau, wo die Toilette ist. Sogar wo die sauberste ist. Gestern wusstest du auch noch ganz genau, wo es Wasser gibt und dazu noch deinen liebsten Müsliriegel. Jetzt bist du gerade am Playa Gigante angekommen und schon wieder ist alles neu. Obwohl es hier gar nicht so anders aussieht – ein Einstraßenörtchen direkt am Strand, ein paar entspannte Surfer, ein paar entspannte Surfer Lookalikes und keine Uhren – fühlt sich trotzdem alles fremd an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-649" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Beach_People-808x538.jpg" alt="0.Beach_People" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle Menschen in diesem Ort wirken in deinen Neulingsaugen wie langjährige beste Freunde. Jeder scheint jeden zu kennen und jeder scheint sich hier besser auszukennen als du. Bevor du aber jemanden kennenlernst, möchtest du erst einmal deine Grundversorgung in Einklang bringen. Toilette, Durst, Hunger. Also fragst du dich einfach durch. Den, der gerade auf dem Terassensofa entspannt, fragst du nach der Toilette. Auf dem Weg dahin, entdeckst du dann auch selber die Schilder. Die waren vorher irgendwie nicht da. Den Typ im Nachbarzimmer fragst du nach der nächsten Pupleria, um Wasser zu kaufen. Den nächsten Menschen, der dir auf der Straße begegnet, fragst du nach seinem lokalen Lieblingsrestaurant und probierst es dann einfach aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-655" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Restaurant sitzen alle anderen Gäste gemeinsam an der Bar, sind anscheinend extrem gut mit dem Besitzer befreundet und bestellen alle ohne Menükarte, sondern mit &#8220;Das Gleiche wie immer!“ Du brauchst aber eine Menükarte, liest sie ausgiebig und hast dann dennoch Fragen zu den einzelnen Gerichten. „Ist es mit Reis oder ohne? Kann ich es auch ohne haben?“ „Si, si, claro!“ Dann kommt es doch mit Reis, aber du nimmst es einfach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-646" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bar_Jose-808x432.jpg" alt="0.Bar_Jose" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehst du in die Bar von deinem Hostel. Weil sie direkt am Meer ist, weil sie supergemütliche Sessel hat und weil sie die einzige Bar in diesem Örtchen ist. Du gehst rein und kennst niemanden. Gerade jetzt vermisst du doch den Strandort, den du heute Morgen verlassen hast. Dort weißt du genau, wer gerade an der Bar sitzt. Eigentlich hättest du ja auch noch bleiben können. Naja, jetzt bist du hier und setzt dich halt an die Bar. Beim Nica libre lernst du ein paar andere Reisende und ein paar Locals kennen. Locals und Nichtlocals mischen sich hier ganz wunderbar. Du erfährst, dass die Pulperia, in der du warst, auch die einzige hier ist. Und dass es ein Stückchen weiter die Straße runter noch besseres Essen gibt. Und dass Mario das große Wellenbild an der Wand gezeichnet hat und deswegen Nica libre auf&#8217;s Haus schlürft. Viel zu früh bist du viel zu müde von der Reise und von den vielen neuen Eindrücken, dass du viel zu früh ins Bett gehst. Dass es hier keine Uhren gibt, fandest du schon von Anfang an gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-651" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Drink_-808x538.jpg" alt="0.Drink" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du aufwachst, stellst du fest, dass du genau dort aufwachst, wo du gestern eingeschlafen bist. Dein Bett ist so schön eingelegen. Sogar schlaftrunken vom frühen Morgen findest du den Weg zur Toilette. Danach rollst du deine Yogamatte auf der Terrasse aus, machst eine Klasse und startest deinen Tag.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-650" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bulli_-808x529.jpg" alt="0.Bulli" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du dich mitten am zweiten Tag auf den Weg zur Pupleria machst, weißt du bereits, dass du dafür keine Schuhe brauchst. Auch wenn es ein paar Steine auf dem Weg gibt, du weißt, wo sie sind und kannst sie umgehen. Du weißt, dass vor der Ecke der Baum steht, auf dem immer ganz hühneruntypisch die Hühner sitzen. Hinter der Ecke sitzen vor dem Haus die Hühnerbesitzer. Wenn du um sie biegst, werden mindestens zwei Kinder auf den Fischernetzen spielen, zwei Erwachsene im Plastikstuhl sitzen und Radio hören und ein Strandschwein wird gerade das Hühnerfutter wegessen, bis die Radiohörer es merken und verscheuchen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-654" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Pig_-808x518.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="518" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Pulperia holst du wie selbstverständlich die Wasserflasche aus der Ecke, dazu noch einen Apfelsaft, der steht im hintersten Kühlschrank, zweite Etage von oben, ganz rechts. Manchmal muss man ein bisschen suchen, weil so viele Ananassäfte davor stehen. Aber eigentlich ist immer noch einer mit Apfel da.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-657" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Skelett-808x538.jpg" alt="0.Skelett" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Um herauszufinden, wann heute das Surftaxi fährt, fragst du am besten nicht den Barmann José und auch nicht das Mädchen für alles Rosalie, obwohl du sie so gerne fragen würdest. Aber du weißt, du fragst lieber direkt den Surfguide Kevin, rechnest dann mit plusminus einer Stunde und bist in dieser Zeit einfach bereit. Dann kommst du mit ins Surftaxiboot. Wenn Kevin dich dann direkt hinter der Welle ins Wasser lässt, weißt du aber auch, dass sie zu Big Waves wachsen können, die dich ordentlich durchspülen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-652" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammocks_Buddha-808x538.jpg" alt="0.Hammocks_Buddha" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-656" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Shark_-808x491.jpg" alt="0.Shark" width="808" height="491" /></p>
<h3></h3>
<p>Bei der Open Mic Night in der Bar ist das halbe Dorf anwesend. Du gehst ganz selbstverständlich hinein und begrüßt die Barsitzer. Du weißt schon, bei wem du deinen Nica libre bestellen musst und kennst bereits die Hälfte derer, die sich diesen Abend auf die Bühne trauen. Von manchen hättest du diese Stimme gar nicht erwartet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-658" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_Bar-808x520.jpg" alt="0.Sundown_Bar" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-662" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_StandUpPaddle-808x538.jpg" alt="0.Sundown_StandUpPaddle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend liegt vor deinem Hauseingang wieder die Kuh am Strand, als würde sie sich im Mondlicht sonnen. Die hast du gestern schon gesehen. Von weitem ist sie erst nicht zu sehen, sie fügt sich ganz gut in die dunklen Bänke und Steine ein, die da eh rumstehen. Doch wenn du näher kommst, ist es die große Kuh, die entspannt auf’s Meer blickt. Genau wie du es am Tag getan hast.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-661" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_red-808x538.jpg" alt="0.Sundown_red" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du am dritten Tag überlegst, was du zum Frühstück isst, wunderst dich, dass du erst zweimal hier gefrühstückt hast. All die Zeit, die du hier verbracht hast, kann unmöglich in nur zwei Tage gepasst haben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-653" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.LSO_-808x552.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="552" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Straße bewegst du dich so gekonnt um die Steine, dass Neuankömmlinge ihr Auto anhalten und dich nach einem guten Ort für die Nacht fragen. Als du später so selbstverständlich auf dem Terassensofa sitzt, kommen Neuankömmlinge zu dir und fragen, wo die nächste Pulperia ist.</p>
<p>Aber morgen geht’s weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Gigante Bay" href="http://www.gigantebay.com/" target="_blank" class="broken_link">Gigante Bay</a> für’s schnelle Ankommen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Happy caribbean Birthday!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 20:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das beste Geburtstagsgeschenk kann man nicht kaufen und braucht man nicht tragen. Es ist eine innere Einstellung.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wache auf, über mir mein Moskitonetz, neben mir eine Karte. Es ist schön unter einem Moskitonetz aufzuwachen. Die Welt darunter ist weiß und gemütlich und irgendwie eingelegen. Die Welt außerhalb ist zu verschwommen, um wirklich zu existieren. Sie wird erst real, wenn man sich für sie entscheidet und unter dem Netz hervorkriecht. Es ist auch schön neben einer Karte aufzuwachen. Es ist etwa halb neun und meine Mitreisenden Sani und Joelito sind schon ausgeflogen zu ihrem frühen Tauchkurs. Sie haben mir diese Karte hinterlassen, eine selbstgebastelte. Außen rot mit weißen Punkten, innen blau mit eingeklebten bunten Buchstaben. Jeder dritte ist durch Reisestrapazen abgefallen und mit einem Kuli wieder nachgezeichnet: HaPpY BIrtHDaY!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-628" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.KarteI-808x606.jpg" alt="0.KarteI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-634" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.SaniJoelito-808x538.jpg" alt="0.Sani&amp;Joelito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Daneben liegt noch etwas: Eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekse. Alle sind durch Reisestrapazen zerkrümelt. Es ist eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekskrümel. Ich lese die Karte viel zu lange, als man eigentlich dafür braucht. Dann starre ich sie noch etwas an. Sie ist viel hübscher, als ich mir je eine Karte aus einem Backpack hätte vorstellen können. Irgendwann entscheide ich mich für die Außenwelt und krieche unter dem Netz hervor und gleich weiter auf die Terrasse. Hier wartet schon die Karibik auf mich: Sonne, Meer, Palmen und Sandflöhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-615" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bird_Sea-808x538.jpg" alt="0.Bird_Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie ich es in meiner Karibikroutine jeden Morgen tue, krame ich meine Matte heraus und mache eine Yogaklasse. Das ist eh jeden Morgen anders, aber diesen Morgen ganz besonders gut. Atmung und Bewegung sind im mühelosen Einklang, Figuren formen sich wie von selbst und beim Shavasana sinke ich so tief in den Boden, dass ich sogar endlich einmal spüre, wovon mir schon ein paar Ureinwohner Utilas berichtet hatten: Manchmal, wenn sie gerade ganz ruhig auf dem Boden sitzen, spüren sie ein ganz sanftes Erdbeben tief drinnen in der Erde. Es fühlt sich verwirrend an. Da es ein unbekanntes Gefühl ist, versucht mein Gehirn zunächst bekannte Erklärungen zu finden. Ein Hund, der mit ziemlich intensiven Schritten auf der Terrasse umherläuft. Oder jemand, der genau unter mir ziemlich fest an den Terrassenstützen rüttelt. Aber da ist kein Hund und kein Rüttler. Ein bisschen unheimlich und zugleich aufregend so etwas so tief aus der Erde zu spüren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-626" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammock_me-808x538.jpg" alt="0.Hammock_me" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als mir mein Gehirn vortäuscht, dass der Hund immer riesiger wird je näher er auf mich zuläuft, wird es zu verrückt. Ich springe auf und unter die Dusche. Unter der Dusche bin ich auch gerne, fast genauso gerne wie unter’m Netz. Danach stolpere ich raus auf die Straße. Die einzige Straße auf dieser karibischen Insel Utila. Gleich um die Ecke begrüßt mich der ältere, freundliche Mann, der oft dort sitzt: „Hello Princess! Today we got god’s blessing: the wind.“ Und er hat Recht, denn wenn es Wind gibt, gibt es keine Sandflöhe und wenn es keine Sandflöhe gibt, gibt es nichts, dass dir das Karibikfeeling zerstört und dich einfach nur nach einer neuen Haut suchen lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-635" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sea_-808x538.jpg" alt="0.Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach Frühstück muss ich trotzdem suchen und komme dabei an der Tauchschule von Sani und Joelito vorbei. Also schaue ich mal, was die beiden gerade treiben. Als hätten sie auf mich gewartet, kommen sie gerade pitschnass aus dem Wasser und stimmen zum ersten Geburtstagsständchen an. Dreistimmig von Sani, Joelito und Ernesto, dem Tauchlehrer, der egal was er sagt oder singt, immer ein ansteckendes Lachen im Gesicht trägt. Zum Ständchen gibt es eine pitschnasse Umarmung, die in der heißen Karibiksonne genau richtig kommt. Ernesto tauft mich für den heutigen Tag Cumpleañita. Wie es sich fügt, haben sie auch genau jetzt ihre Pause und wir gehen gemeinsam essen. In die Bar mit der großen gemütlichen Terrasse über dem Meer. Meinen Lieblingsplatz auf der Schaukel, Glückwünsche vom mittlerweile befreundeten Barpersonal und ein Gemüseomelett bekomme ich hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-637" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.RehabI-808x606.jpg" alt="0.RehabI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-620" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Sani-808x538.jpg" alt="0.Boat_Sani" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Anschließend schnappen wir unsere Schwimmsachen und düsen mit unserer Lieblingsbootcrew auf unserem Lieblingsboot raus ins karibische Meer. Dieses ist tatsächlich, wie man es sich vorstellt: azurblau, kristallklar und badewannenwarm. Wir ankern mitten im Riff, manche schnorcheln, manche tauchen, manche hängen auf dem Boot rum. Unser Kapitän Foster Cooper, der erst durch uns erfahren hat, dass sein Vor- als auch sein Nachname jeweils der Name einer australischen Biersorte ist, spielt seine Playlist. Dieselbe Playlist wie alle anderen Tage. Dieselbe Playlist, die aus denselben fünf Songs besteht. Zweimal karibischer Reggaeton, zweimal amerikanischer Country und einmal deutsche Charts. Dazu floatet es sich super im Rettungsring hinter dem Boot. Foster und mein Lieblingsspiel ist Mermaid-Catching: Ich sitze im Reifen, er zieht mich mit einem Seil ins Boot, dabei fangen meine Haare soviel Seegras ein, wie es wohl braucht, um zur Meerjungfrau zu mutieren. Beim Seegrasrauspulen stimmen Joelito und seine Gitarre zu noch einem Geburtstagsständchen an. Mitten auf diesem Boot, mitten in diesem karibischen Meer spielt er eine Eigeninterpretation von ‚Happy Birthday’. Alle stimmen mit ein, auch ich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-638" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.jump_Lena_Sani-2-808x538.jpg" alt="0.jump_Lena_Sani 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-616" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Dive_Tanks-808x538.jpg" alt="0.Boat_Dive_Tanks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot zurück zum Steg. Der Sonnenuntergang ist wirklich besonders schön, weil er jede Nuance von pink trägt, weil er über dem karibischen Meer stattfindet und weil er mein Geburtstagssonnenuntergang ist. Am Steg trinken wir kaltes karibisches Bier, das tatsächlich weniger nach Wasser als nach Bier schmeckt. Gerade als wir dieses öffnen, kommen Lilly und Bruce um die Ecke. Ein lokales Paar, mit dem wir drei Tage zuvor die gesamte Weihnachtsnacht am Strand durchgetanzt haben, uns seitdem verbunden fühlen und unbedingt wiedertreffen wollten. Als hätten sie gewusst, dass wir gerade jetzt mit kaltem Bier anstoßen. Das Wiedersehen ist fröhlich, herzlich und voller lustiger bis beschämender Erinnerungen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-619" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_People-808x630.jpg" alt="0.Boat_People" width="808" height="630" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-622" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Chillin_Dock-808x501.jpg" alt="0.Chillin_Dock" width="808" height="501" /></p>
<h3></h3>
<p>Sani, Joelito und Ernesto verschwinden kurz und kommen kurz danach mit einem Kuchen mit Kerze und Ständchen wieder. Man kann nie genug Geburtstagsständchen bekommen. Gleiches gilt für Kuchen, vor allem, wenn es Karottenkuchen von einer lokalen Karottenkuchenkönigin ist. Saftig, mit Nüssen und einem cremigen Icing. Er ist wahnsinnig lecker und so viel mehr als ein Karottenkuchen. Alle gesellen sich darum und wie es sich fügt, gibt es genau ein Stück für jeden, der gerade auf dem Steg ist. Geschirr gibt es nicht und nur ein Bootsmesser, aber in der Hand gematscht schmeckt es noch besser. Niemand scheut sich und alle haben Icing an der Nase kleben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-636" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.TITEL_-808x577.jpg" alt="0.TITEL?" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine große Kerze steckt auf dem Kuchen, als ich sie auspuste, wünsche ich mir, dass einfach alle kommenden Tage in genau so einem Fluss sich fügender Momente verweilen.</p>
<p>Denn dieser Tag war einer, von dem ich mir ein ganzes Leben wünsche. Momente einfach atmen lassen, sie leben, wenn sie da sind, vom einen in den anderen fließen und ab und an mal einen guten Karottenkuchen teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hotel Margarita Bay" href="http://www.tripadvisor.com/Hotel_Review-g292020-d3587959-Reviews-Hotel_Margarita_Bay-Utila_Bay_Islands.html" target="_blank" class="broken_link">Hotel Margarita Bay</a> für das Karibik Zuhause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast du auch schon einmal auf Reisen Geburtstag gefeiert? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ganz neue Langeweile</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 18:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>In nur eineinhalb Woche in Honduras habe ich neu entdeckt, was man auf Reisen eigentlich nie hat: Alltag. </p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Um halb acht aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-528" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_People-808x537.jpg" alt="0.Way_People" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-523" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_car_scooter-808x537.jpg" alt="0.Way_car_scooter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach eineinhalb Wochen in El Porvenir war bereits der Alltag eingekehrt. In der Mittagspause zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen, zurück zur Blechhütte. Nachmittagsunterricht. Danach holt mich meine Freundin Sany dort ab, wir gehen zusammen zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-525" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cows-808x537.jpg" alt="0.way_cows" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-524" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cow-808x537.jpg" alt="0.way_cow" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn es wie immer regnet, machen wir Yoga im Keller. Wenn mal nicht, gehen wir joggen. Mehr allerdings ist nicht drin. Wir haben zwei Stunden zwischen Unterrichtsende und Tagesende. Denn sobald es dunkel wird, ist es zu unsicher in den Straßen. Und nach halb neun quasi lebensmüde. Weil dann alles Straßenleben verschwindet und nur noch die Straßenkriminalität bleibt. Wir verbringen daher jeden jeden Abend im verbarrikadierten Haus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-514" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Classroom_stilllife-808x537.jpg" alt="0.Classroom_stilllife" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>In diesem Haus gibt es nicht viel. Ein viel zu kleines Zimmer für vier Eingequetschte. Eine offene Küche mit vier Herdplatten und nichts außer Stehplätzen. Ein Wohnzimmer mit Küchengeruch, ausschließlich kaputten und daher unbequemen Sitzmöglichkeiten. Ein Balkon voller Mücken, kompletter Vergitterung und daher Gefängnisatmosphäre.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-511" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.boy_gitter-808x537.jpg" alt="0.boy_gitter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-515" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.dogs_-808x537.jpg" alt="0.dogs" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>An keinem dieser Orte will man sich gerne für länger niederlassen. Nichts ist gemütlich genug, um dort Zeit zu verbringen und darüber hinaus kreativ zu werden. Eine Geschichte schreiben, Spanisch lernen, einen Stuhl bauen, selber Kreuzworträtsel entwickeln, ein Mittel gegen Mücken erfinden. Zu nichts bin ich in der Lage. Zu beschäftigt bin ich damit, eine komfortable Situation zu finden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-522" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.walk_hands-808x537.jpg" alt="0.walk_hands" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Da mir aber dies nur sehr selten gelingt, sucht mich daher hingegen eine komfortable Situation heim: Die Langeweile. Während ich so ungemütlich herumsitze, gerade den immer gleichen Weg zum Unterricht laufe oder den Gasherd in der Küche mal wieder nicht anbekomme, empfinde ich dieses Gefühl. Es ist ein neues Gefühl. Es fühlt sich irgendwie lähmend an – ich will es beseitigen, aber nichts dafür tun. Als würde ich immer tiefer in die Langeweile hineinsinken. Auch ein bisschen kribbelig, aber eher unangenehm, als angenehm kribbelig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-521" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Tuktuk-808x509.jpg" alt="0.Tuktuk" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Sogar der Unterricht selbst hat eine Art Routine: Zu Begin freuen sich alle da zu sein, jedes der Kinder umarmt mich zum Hallo sagen. Alle setzen sich brav auf die Stühle und Bänke, sind gespannt, was wir heute machen. Wir beginnen mit einem routinierten Opening Circle. Alle setzen sich im Kreis hin, jeder sagt ‚Guten Morgen’ und was ihm vom letzten Tag besonderes in Erinnerung geblieben ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-517" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Horse_-808x538.jpg" alt="0.Horse" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-518" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.HorseII-808x538.jpg" alt="0.HorseII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Dann starten wir in die erste Aufgabe. Jedes Mal wundere ich mich wieder, wie ruhig und aufmerksam dabei alle sind. Doch jedes Mal ist diese Ruhe und Aufmerksamkeit auch nach der ersten Aufgabe vorbei. Den Rest der Klasse bin ich damit beschäftigt, die Kinder im Zaum zu halten. Bis es kurz vor Ende einen kleinen Snack gibt. Dann sitzen alle wieder brav und ruhig, damit sie auch ihren Snack bekommen. Nach dem routinierten Closing Circle freuen sich alle, wie schön der Tag war, was mich jedesmal wieder wundert. Jedes Kind umarmt mich zum Tschüss sagen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Elias_table-808x538.jpg" alt="0.Elias_table" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-519" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kids_Sea_Still-808x538.jpg" alt="0.Kids_Sea_Still" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langeweile gehört fast schon zu dieser neuen Alltagsroutine, die ungewöhnlich schnell eingekehrt ist. Und die gerade auf Reisen ein eigentlich abwesendes Phänomen ist, wo ich meistens weder die Uhrzeit, noch den Wochentag kenne. Hier werden sogar die Wochenenden wieder fühlbar. Denn da wird, wie es sich für eine ordentliche Routine gehört, genau diese gebrochen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-526" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_Horse-808x537.jpg" alt="0.way_Horse" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Kein Unterricht, kein Wecker. Da es nur den einen Weg gibt, wird er trotzdem gelaufen. Dafür zu anderen Zeiten. Wenn es wie immer regnet, haben wir noch mehr Zeit zum ungemütlichen Rumsitzen und Yoga im Keller machen. Wenn mal nicht, gehen wir laufen oder aber machen einen Tagesausflug in den dschungeligen Wald zu den Wasserfällen und den großen Bäumen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-520" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.mum_kids-808x537.jpg" alt="0.mum_kids" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber abends sind wir wieder zurück im verbarrikadierten Haus. Denn wenn es dunkel wird, ist es zu gefährlich in den Straßen. Und am Montag um halb acht müssen wir wieder aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<p>So schrecklich und schön Alltag auch ist – irgendwie fühlt er sich doch überall gleich an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Christians Fotos" href="https://www.flickr.com/photos/128159398@N03/" target="_blank">Christian</a> für den Foto-Support.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Habt ihr auch schon einmal Routine auf Reisen erlebt? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Als der Hahn sich strangulierte</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Nov 2014 22:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Regen aus Eimern: Der Hahn steht unter’m Farn, ich im Müllsee und das Haus unter Wasser. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Am dritten Tage regnete es. „Das Wetter ist ja so viel schöner hier als in Guatemala“, hatte ich die vorherigen zwei Tage noch gesagt. Da wunderte ich mich, warum die anderen mich komisch ansahen. Vor meiner Ankunft war nämlich durchgängig Regen – und dieser kam zurück.</p>
<p>In Honduras war gerade Regenzeit. Mit Regen meine ich daher nicht einfach nur Regen. Es ist, als ob ein Eimer voller Wasser über dir ausgeschüttet wird. Dieser Eimer ist ununterbrochen voll und folgt dir auf Schritt und Tritt. Das Ganze 24 Stunden am Tag ohne Pause – und den nächsten Tag auch.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-473" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-9-808x606.jpg" alt="Foto 9" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Dieser dritte Tag war ein solcher. Am Tag war ich trotz Regenequipment schon zweimal komplett triefnass geworden. Also kauerte ich mich am Abend unter dem Terrassendach in meinem Djellabah. Die Hühner in unserem Garten liefen immer verwirrter umher. Irgendwie wollten sie nicht nass werden, aber trotzdem überall nach Essen picken. Außer der Chefhahn. Sein schönes Federgewand war ihm wohl zu edel, schon den ganzen Tag hockte der Hahn unter dem Farn. Stundenlang stand er in dieser Position, ohne sich zu bewegen. Plötzlich aus dem Nichts hörten wir ein lautes Quieken, ein schnelles Flügelschlagen und der Hahn hing kopfüber im Rasen. Innerhalb weniger Sekunden hatte er sich selbst erdrosselt – mit dem Seil, das an seinen Fuß gebunden war. Wie auch immer er das geschafft hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-472" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-8-808x606.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>An dem kurzen Seil gebunden, hätte er wohl auch nicht überlebt was danach passierte. Denn kurz danach konnte der Boden nicht mehr Wasser aufsaugen. Aus dem schon zuvor zum knietiefen See gewordenen Garten wurde eine Bugwelle, die auf die Terrasse schwappte. Auf einmal ging alles ganz schnell. Zwischen Bugwellenwasser und Türschwelle waren nur noch drei Zentimeter, als wir merkten, es würde ernst werden. Alle natürlichen Abfließ- und Aufsaugwege des Regens waren voll und das Wasser stieg minütlich einen ganzen Zentimeter. Man konnte quasi zusehen. Demzufolge floss drei Minuten später auch schon die erste Welle in unser Haus. Das Wasser strömte regelrecht hinein als hätte es die ganze Zeit nur darauf gewartet. Endlich durfte es jede Ecke unseres Hauses erkunden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-467" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-3-808x606.jpg" alt="Foto 3" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir liefen schnell durch alle Zimmer und schmissen alle Sachen auf die dazugehörigen Betten. Vor allem die Dinge auf dem Boden – und dort lagen so einige Sammlungen an Elektrokabeln und benutzten Socken. Die wichtigste iPad-iPhone-Technik sammelten wir in einer Tüte, platzierten sie auf dem höchsten Tisch und beobachteten sie immer mit einem halben Auge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-471" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-7-808x606.jpg" alt="Foto 7" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nur meine Freundin Sany und ich waren zu diesem Zeitpunkt im Haus. Unsere anderen vier Mitbewohner waren unterwegs. Einer kam zwischendurch, dem wir nicht die verriegelte Tür öffnen konnten. Denn davor stand das Wasser mittlerweile kniehoch, im Haus konnten wir es gerade noch wadenhoch halten. Hinzu kam der hämmernde Lärm des aggressiven Regens auf dem Wellblechdach. Schon am Abend konnte ich nicht skypen wegen des Lärms. Selbst nebeneinander stehend musste man sich anschreien.</p>
<p>Also schrien wir ihn durch’s Fenster an, die Bomberos zu holen. „Häh?“ „Bomberos!“ „Häh?“ „Bomberos!“ So in etwas lief die Unterhaltung ab. Die Bomberos sind die lokale Feuerwehr und die lokale Feuerwehr sind unsere Freunde. Vielmehr als die lokale Polizei, denn die sind mehr korrupt als Freund und Helfer. Die Bomberos allerdings hatten bereits zu viel mit allen anderen überschwemmten Häusern zu tun.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-469" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz danach kam unsere direkte Nachbarin Celina mit ihrer dreijährigen Tochter Alisson. Ihr kleines Einzimmerhaus lag noch etwas tiefer als unseres und war schon hüfthoch geflutet. Was für die kleine Alisson scheitelhoch war. All ihr Hab und Gut schwamm bereits um sie herum, als sie beide von ihrem frühen Schlaf aufwachten. Ganz aufgeregt kam sie mit Alisson auf dem Arm und ihrem Handy in der Hand hilfesuchend zu uns. Sie wusste nicht, was sie noch greifen sollte.</p>
<p>Innerlich eigentlich selbst voller unwissender ansteigender Panik, beruhigten wir sie und übernahmen Alisson. Zu unserer Hausrettungsverantwortung trugen wir nun auch noch die Alissonbespaßungsverantwortung. An diesem Abend lernten wir so einiges Spanisch wie ‚Wie lustig! Ein großer Swimmingpool!’ oder ‚Das ist kein schwimmendes Radio, das ist ein Schiff!’ oder ‚Auch Prinzessinnen müssen manchmal baden!’. Unsere Nachbarin Celina lief in ihr Haus zurück, um die wichtigsten Sachen zu sichern. Als sie zurück kam, hatte sie einige Taschen bei sich – mit ausschließlich Sachen für Alisson.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-470" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir hatten schon die Sofapolster benutzt, um den Spalt der Eingangstür zu verstopfen und waren so mit dem Vordereingang beschäftigt, dass wir erst nicht merkten, dass das Wasser auch schon den Hintereingang gefunden hatte. Der Wasserstrom des Vordereingangs und der Wasserstrom des Hintereingangs trafen genau vor unserer Zimmertür aufeinander, sodass ein noch viel größerer Strom entstand, der sich Vorzugsweise unter unseren Betten zur Ruhe setzte. Und dort auch beängstigend anstieg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-465" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-1-808x606.jpg" alt="Foto 1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Suche nach zu rettenden Besitztürmern wurde der Gang immer schwerer. Immer mehr Wasser mussten wir vor uns her schieben, immer höher krempelte ich meine Leggins, immer mehr biegten sich die Flip Flops bei jedem Schritt. Die vorgenommene Sicherungslage ‚Alles auf die Betten’ schien jetzt gar nicht mehr so sicher. Da die Bomberos eh nicht kamen und wir nicht all unser weniges Hab und Gut verlieren wollten, musste ein neuer Plan her. Wir mussten höher stapeln. Bett auf Bett. Also packten wir Alisson und alle Sachen vom einen auf’s andere Bett.</p>
<p>Kurz vor’m großen Manöver schrien unsere mittlerweile zusammengetrommelten Mitbewohner uns zur Tür. Sie hatten einen neuen Plan. Alle schnell ins Haus, die wichtigsten Sachen schnappen und zum Beach Haus laufen. Das Beach Haus war überraschenderweise unten am Strand, hatte einen zweiten Stock und wurde von weiteren Freunden bewohnt – da sollten wir sicher sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-474" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-10-808x606.jpg" alt="Foto 10" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Also gaben wir unsere Sofapolstersicherungsbarrikade auf, ließen unsere Mitbewohner sowie einen riesen Schwall Wasser hinein, packten unsere Rucksäcke und liefen vor die Tür. Auf dem Terrassentisch packte Celina noch Alissons Sachen in wasserfeste Tüten. Als die beiden sich wiedersahen, hielt sie einen kurzen Moment inne. Alissons Freude an unserem Tumult beruhigte auch sie ein wenig. Dabei fühlte sie sich gerade gar nicht freudig. Sie hatte ihre gesamte Existenz umherschwimmen sehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-468" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-4-808x578.jpg" alt="Foto 4" width="808" height="578" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle luden sich Rucksäcke vorne, hinten, seitlich auf. Celina war zu beladen mit Rucksäcken und Nervösität, dass sie sich Alisson nicht auch noch aufladen konnte. Also nahm ich sie und einen Regenschirm auf den Arm. Denn der Regen war so stark, dass er Alisson nicht nur nass, sondern auch aua gemacht hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-477" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-12-808x568.jpg" alt="Foto 12" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p>In geballter Rucksackrunde liefen wir los. Erst knietief durch den Gartensee. Der Boden war nicht sichtbar, modrig, glitschig und gleichzeitig mit spitzen Steinen gesät. Keine komfortable Dreierkombination, wenn man mit seinem gesamten Besitz hinten und einem dreijährigen Kind vorne beladen ist. Unser Reisetempo war daher mehr als langsam. Auf der Straße war das Wasser etwas weniger tief, dafür aber mit einer starken Strömung, die einen niederbringen wollte. Auch hier wirkte das Wasser, als wüsste es genau, wohin es wollte. Und wenn du im Weg bist, musst du eben mit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-466" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-2-808x606.jpg" alt="Foto 2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Weg waren immer wieder Pfützen, die sich über die gesamte Breite der Straße erstreckten und deren Tiefe nicht einzuschätzen war. Aber da mussten wir durch. Irgendwie war jede immer noch ein Stück tiefer als die vorherige. Bis sie so tief wurden, dass meine Flip Flops dem Wasserdruck nicht mehr entgegenhalten konnten. Fast zeitgleich brachen die Zehenstangen ab und ich stand barfuß im schleimigen, spitzsteinigen Müllsee mitten in Honduras’ Straßen. Aber niemand anders konnte diesen Weg für mich gehen. Da musste ich durch. Da ich meine eh alten Sportschuhe im überschwemmten Haus zurück gelassen hatte, war ich ab hier schuhlos. Innerhalb einer halben Stunde reduzierte ich mein Gepäck von zwei Paar Schuhen auf kein Paar Schuhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-476" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-11-808x613.jpg" alt="Foto 11" width="808" height="613" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir den letzten mittlerweile hüfthohen Straßenmüllsee durchwateten, sahen wir schon das Licht am Ende: Vor dem Beach House warteten bereits unsere trockenen Freunde auf uns. Wir kamen an und wirklich alles war nass: Alles an uns, alles im Rucksack, Alisson. Trotz mühevoll aufrecht gehaltenem Regenschirm. Wir bekamen eine warme Dusche, ein warmes Gericht und warme Kleidung von den trocken Gebliebenen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-478" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-13-808x602.jpg" alt="Foto 13" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Drei Tage lang brauchten meine Sachen zum Trocknen in dem feuchten Klima, sodass ich drei Tage lang rein in Kleidung anderer verbrachte. Das war ein neues Gefühl von Freiheit. Kein Socken, kein Schuh, der sich zum Anziehen anbot. Kein Zimmer, in den mein Rucksack gehörte. Kein Apfel, den ich essen konnte. Kein Bett, in das ich mich einfach schmeißen konnte. Alles, einfach alles gehörte jemand anderem. Aber alles, einfach alles, gaben mir die anderen gerne.</p>
<p>Ohne die Obhut des Beach Houses wäre es für mich eine echte Katastrophe geworden. Aber so war es nur eine Naturkatastrophe. Nichts zu haben und doch alles nutzen zu können, war ein tolles neues Gefühl von Befreiung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Honduras Child Alliance" href="https://secure.etransfer.com/EFT/custom/HCA/Donation480/donation1.cfm?d2org=HondurasCA&amp;d2tool=donate" target="_blank">Honduras Child Alliance</a> für die Obhut.</p>
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		<title>Detox statt Tortilla</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Nov 2014 16:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
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		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Suche nach einem Gericht ohne Tortillas endete in frischem, rohem Futter für Leib und Seele.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Monat reisten und ernährten wir uns jetzt schon in Mexiko. Insgesamt war das aufregend als auch lecker. Tag für Tag kamen wir immer besser zurecht. Wege fanden sich einfacher, der Rucksack packte sich schneller, das Spanisch sprach sich flüssiger und das Essensangebot verstand sich auch immer besser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-416" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Jump-2-808x535.jpg" alt="0.Beach_Jump 2" width="808" height="535" /></p>
<h3></h3>
<p>Genau dieses Essen bestand meistens aus Tortillas. Insbesondere dafür verdient die mexikanische Küche auch größten Respekt – Tortillas kreativ und lecker zubereiten. Die Tortillas werden aus Maismehl, nicht aus Getreide gemacht. Besonders stolz sind die Hersteller, wenn sie aus 100% Maismehl sind. Mais ist für die Mexikaner, was Weizen für die Deutschen: Grund- und Stopfnahrungsmittel Nummer Eins.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-431" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach5-2-808x494.jpg" alt="0.Beach5 2" width="808" height="494" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Essen ist für die Mexikaner von besonderer Bedeutung. In Oaxaca erzählte uns einmal ein Einheimischer, die Mexikaner essen nicht, um satt, sondern um dick zu werden. Er selbst ist von Natur aus eher schlank und wird ständig gefragt, ob er eine Krankheit habe. Dabei sah er für mein Empfinden völlig gesund geformt aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-457" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_UliLena-808x516.jpg" alt="0.Beach_Uli&amp;Lena" width="808" height="516" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles auszuprobieren und sich Mexiko auch über das Essen zu erschließen machte Spaß. Doch mit steigendem Verständnis waren für uns Enfrijoladas, Entomatadas, Enchilladas am Ende doch immer Tortillas mit Hühnchen und ein bisschen Gemüse. Auch wenn die Zubereitungsweisen sich stets unterschieden, war das, was am Ende im Magen landete, ein Haufen Tortillas, ein Häufchen Hühnchen und ein Klecks Gemüse. Das war auch lecker, aber irgendwann der Tortilla Overkill. Da wir uns diesem aber nicht geschlagen geben und in den Pizzaladen gehen wollten, fragten wir in den Restaurants nach ‚algo sin Tortillas’ – etwas ohne Tortillas –, wurden daraufhin allerdings nur mit großen Fragezeichenaugen angeschaut. Das konnte niemand verstehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-425" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BeachKid-2-808x538.jpg" alt="0.BeachKid 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Höhepunkt unseres Overkills landeten wir in unserer vorerst letzten Mexiko Station: La Punta in Puerto Escondido. Ein Ein-Straßen-Surfer-Dörfchen an Mexikos Westküste. Hier dreht sich das Leben vor allem um’s Surfen. Wer gerade nicht selber draußen ist, sitzt am Strand und schaut den anderen Surfern zu. Surfen, Essen, Surfen, Essen, Schlafen – das ist so ziemlich der Rhythmus von allen hier. Viele Wellen, viele Boardshorts, viele Tortillas sieht man hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-418" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.LaPunta-2-808x568.jpg" alt="0.LaPunta 2" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-417" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Surf_Foto-2-808x538.jpg" alt="0.Beach_Surf_Foto 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zwischen Surfen und Surfen liefen wir also hungrig durch die eine Straße auf der Suche nach algo sin Tortillas. Den Ort, der ‚Frutas y Verduras’ – Früchte und Gemüse – hieß, fanden wir ziemlich vielversprechend und probierten es dort. Was wir fanden, war nicht nur ein tortillafreies Essen, sondern auch Lynnette.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-440" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kitchen_Ly-2-808x509.jpg" alt="0.Kitchen_Ly 2" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Lynnette hat vor drei Jahren ihre Louis Vuitton High Heels in Barfuß eingetauscht. Für die Liebe und den Lebensstil zog sie vom Millionen-Straßen-Dorf New York in das Ein-Straßen-Dorf La Punta. Ihr Freund Tomo betreibt diesen Ort voller Frutas y Verduras, in dem man Essen, Schlafen, Surfen und Sein kann. Tomo ist hier vor allem zum Surfen. Schlafen und Sein können beide gut. Und Lynnette übernimmt das Essen. Denn zwischen all den Surfern hat sie hier ihren Platz gefunden: Sie hat sich voll und ganz der Detox Ernährung verschrieben. Für sich und manchmal auch für andere.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-437" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.FyV-2-808x520.jpg" alt="0.FyV 2" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>Ihr Verständnis davon ist vor allem rohes Gemüse in frischer, getrockneter oder pulverisierter Form, Hauptsache nicht gekocht. Dazu viel Wasser – und keine Tortillas. Zuvor war mir nicht klar, dass man rohes Gemüse in so viele verschiedene Aggregatzustände verformen kann. Und dass diese auch noch wahnsinnig lecker sind. Dafür hat sie vom Zentrifugalentsafter bis zum Kokosnusstrockner unzählige Küchengeräte in ihrer nach oben offenen Küche auf dem Dach. Allein um unser kulinarisches Highlight – <a title="Link zum Rezept" href="http://www.livelynnette.com/raw-food-recipe-great-raw-pumpkin-pie-recipe/" target="_blank">einen rohen Kürbiskuchen</a> – herzustellen, benötigt sie davon fünf verschiedene. Diese zu reinigen dauert dabei noch länger, als sie schmutzig zu machen. Doch nichts kann ihre Leidenschaft für rohes Gemüse brechen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-439" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ingredients-2-808x538.jpg" alt="0.Ingredients 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-442" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Leafes-2-808x538.jpg" alt="0.Leafes 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Zeit, in der sie gerade nicht entsaftet oder trocknet, klettert sie auf den Dächern der Hütten von Frutas y Verduras umher. Denn auf all diesen baut sie ihr Gemüse an, um auch ganz sicher die pursten Zutaten zu haben. Von unten sieht Frutas y Verduras aus, wie ein hübsches Surfhostel voller Hängematten und Dreadlocks. Wenn man aber auf die Wave-Watching-Plattform, ganz oben über den Hütten klettert, sieht Frutas y Verduras aus, wie ein Gewächshaus voller Beete mit grünem Blattgemüse. Wenn Lynnette die Beete gießt, denken unten immer alle es regnet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-450" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Ly_Palmen-2-808x538.jpg" alt="0.Plants_Ly_Palmen 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-448" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingSigns-2-808x538.jpg" alt="0.PlantingSigns 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Unser Tortilla Overkill stieß bei ihr neben Mitgefühl auch auf Fürsorge – und sie nahm uns mit in ihre Detoxwelt. Zwei Tage lang pflanzten, pürierten und pulverisierten wir mit ihr. Morgens kletterten wir mit dem Surfboard über Wellen und nachmittags mit der Leiter über die Beete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-456" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingPeople-808x538.jpg" alt="0.PlantingPeople" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-454" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Körbe-808x532.jpg" alt="0.Körbe" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Mond war gerade in seiner zweiten Phase. Daher säten wir insbesondere Pflanzen, die ihre Samen außerhalb der Blüte tragen. Die mögen halt die zweite Mondphase. Pflanzen, die ihre Samen in der Blüte tragen mögen die erste Mondphase. Am Besten pflanzt es sich, wenn der Mond im Zeichen des Krebs steht. Nur niemals irgend etwas bei Vollmond pflanzen!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-455" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_LL-808x611.jpg" alt="0.Plants_L&amp;L" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-432" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Cacao-2-808x529.jpg" alt="0.Cacao 2" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Für 2cl Blaubeersaft braucht man eine ganze Packung Blaubeeren. Trotz Mastikationsentsafter. Aber danach sollte man auch erst einmal keine Erkältung mehr bekommen. Lynnette nennt es Anti-Ebola-Shot. Cranberries ohne Zuckerzusatz kann man nur selber machen und schmecken so viel besser, als die aus der Tüte. Zentrifugalentsaftetes Obst und Gemüse hält sich 24, Mastikationsentsaftetes 72 Stunden im Kühlschrank. Maca Puder passt zu jeder Saftkombination, wirkt wie ein natürliches Viagra und hilft beim Schwangerwerden. Wenn man es denn will. Spirulina Puder ist gut nach dem Sport und lässt die Muskeln schneller wachsen als jeder Proteinshake. Wenn man es denn will.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-433" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food-2-808x538.jpg" alt="0.Food 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-435" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food3-2-808x586.jpg" alt="0.Food3 2" width="808" height="586" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-452" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Spirulina-2-808x538.jpg" alt="0.Spirulina 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Neues Futter gab es also nicht nur für den Magen, auch für den Kopf. Doch besonders dankbar waren Kopf als auch Magen für den Tortillaentzug. Am Ende hatten wir zwei Tage lang nicht einmal an Tortillas gedacht – und Lynnette hatte uns von unserer Tortillaimmunität geheilt. Als wir abreisten, gab sie uns noch eine Tüte ihrer selbstgetrockneten, -gepellten und -gemixten Snacks mit. Diese aßen wir auf unserer Weiterreise mit Genuss – und mit einer Tortilla dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Lynnette" href="http://www.livelynnette.com/" target="_blank">Lynnette und ihrer Detox-Kur im Live Loft Mexico</a> für diese Heilung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-458" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ly_Lena3-808x534.jpg" alt="0.Ly_Lena3" width="808" height="534" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/">Detox statt Tortilla</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Tag für Tag</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 00:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Den letzten Tag auf den nächsten Tag zu verschieben, ist immer die richtige Entscheidung!</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tag sollte der Letzte auf Caye Caulker werden. Die Insel, von der wir eigentlich gar nicht weg wollten. Singende Menschen auf Fahrrädern, offene Begegnungen mitten auf der Straße, <a title="Caye Caulker Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">interessante Menschen mit interessanten Lebensgeschichten</a>, Gelassenheit an jeder Ecke und die offizielle Anordnung langsam zu gehen. Nicht nur auf, sondern auch um die Insel gab es viel zu entdecken: Ein beeindruckendes Riff mit lauter wilden Meerestieren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-386" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Go-Slow-808x534.jpg" alt="1.Go Slow" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Diese wollten wir an unserem letzten Tag entdecken und hüpften in ein kleines Boot mit einem kleinen lokalen Meereskenner: Popes. Popes hatte nicht nur viele lockere Sprüche drauf, sondern auch offensichtlich Wasserröntgenaugen. Denn er fuhr im weiten Meer zielstrebig an Stellen, wo sich die Tierchen tummelten. Wir schwommen mit einer Seekuh, die beeindruckend groß und beeindruckend entspannt mal hier, mal da durch’s Wasser gleitete. Ebenso mit Mantarochen, Schildkröten, Barrakudas und etlichen Fischschwärmen. Am intensivsten aber waren für mich die Haie, die ich sogar am Kopf streichelte. Bis dahin dachte ich, man streichelt nur niedliche Tiere. Sie fühlen sich nicht schleimig glatt, wie erwartet, sondern runzelig grobkörnig an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-389" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Island_Magic-808x538.jpg" alt="1.Island_Magic" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später strandeten wir mit all unseren kleinen Begleitern – Boot, Popes, Meeresehrfurcht – auf einer kleinen Insel. Es gab zwei Hunde, einen Lagerfeuerplatz, einen Gaskocher und einen Toilettensitz über dem Meer, der Zivilisation vortäuschte und gleichzeitig auf’s Korn nahm. Ansonsten war die Insel wunderbar einsam. Im Sonnenuntergang fischten und brieten wir unser Abendessen. Wenn es auch etwas absurd war, dass wir die zuvor fasziniert gefundenen Fische nun verspeisten – wir lebten den Robinsontraum für einen Abend.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-388" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Hammock_Sunset-808x538.jpg" alt="1.Hammock_Sunset" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Da die Sonne um sechs Uhr unterging und der Wind uns den ganzen Tag um die Nase geblasen hatte, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren. Es wäre ein toller letzter Tag gewesen – so toll, dass wir noch einen davon wollten. Aus Müdigkeit, aber noch viel mehr aus Abschiedsmelancholie entschieden wir uns, die Fähre sausen zu lassen.</p>
<p>Am nächsten Morgen waren wir froh, dass die Meeresluft-Überdosis uns zum Bleiben bewegt hatte. Wir starteten in den Tag, als würden wir schon ewig auf Caye Caulker wohnen. Wir nahmen unser Omelettfrühstück, füllten die Wasserflaschen am Lieblingswasserspender und taten auch sonst, was wir immer dort taten: Über die Insel streifen, Begegnungen an jeder Ecke haben, schwimmen, wenn wir schwimmen wollen, essen, wenn wir essen wollen. Bis wir am Abend kurz vor den Mücken fliehen müssen – und anschließend wieder losstreifen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-390" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kids_-808x538.jpg" alt="1.Kids" width="808" height="538" /></p>
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<p>Gleich beim ersten Schwimmstopp trafen wir auf Ben. Big Ben. Er hatte einen Mantarochen gesichtet und wollte seinen beeindruckenden Meeresfund mit uns teilen. Mit nur einem Schnorchelequipment ausgestattet, streiften wir in Entenformation zu dritt durch’s Wasser auf der Suche nach ihm. Da wir im Wasser eine ziemlich gute Dreierkonstellation abgaben, versuchten wir es anschließend auch an Land und streiften über die Insel. Big Ben konnte uns noch einige unentdeckte Ecken zeigen. Dank unserer vorangegangener Streifzüge klappte das aber auch vice versa. Er fügte sich ohnehin ohne Reibung wunderbar in unseren Streifrhythmus ein – und wir schwommen, wenn wir schwimmen wollten, aßen, wenn wir essen wollten und hatten nette Begegnungen an jeder Ecke.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-394" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Split_Bar-808x538.jpg" alt="1.Split_Bar" width="808" height="538" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-403" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kiteman-808x538.jpg" alt="1.Kiteman" width="808" height="538" /></p>
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<p>Big Ben war selber kein Inselureinwohner, aber vor zwei Jahren nach Caye Caulker gezogen. Er bewohnt ein Haus in der hintersten Ecke der Insel. Es ist großzügig und offen geschnitten. Außer zum Bad gibt es keine Türen und aus jedem Zimmer kann man das Meer sehen. Am Besten geht das jedoch von den Hängematten auf dem Dach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-393" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Sea_Kids-808x534.jpg" alt="1.Sea_Kids" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Bens Leidenschaft sind Kokosnüsse, denn einst heilten sie ihn von Denguefieber, erzählt er uns. Deswegen gibt es in seinem Haus neben einem großen Vorrat an frischen Kokosnüssen Unmengen gekühltes Kokosnusswasser, gefrorenes Kokosnusswasser, den besten Kokosnussöffnungshammer, denn ich je gesehen habe, einen Kokosnussfleischherausdübler, Kokosnusskörpercreme, Kokosnussantimückenöl und leere Schalen überall. In seinem Kokosnusshaus kann Big Ben für sich sein und seine aktuelle Mission verfolgen: Ein Buch schreiben. Wenn er Gesellschaft will geht er einfach auf die Straße. Hier kennt man sich – und Big Ben ist nicht zu übersehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-405" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kokospalme-808x538.jpg" alt="1.Kokospalme" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie wir so streiften, kannte er einige der Inselbewohner, denen wir begegneten. Wir wurden immer gleich als Freunde vorgestellt und warm begrüßt, was uns das Gefühl lokaler Zugehöriger anstatt fremder Besucher gab. Das war ein tolles Gefühl. Gerade auf dieser wunderbaren Insel, auf der man einfach nur bleiben möchte. Es war wie ein Gefühl auf Probe. Einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, tatsächlich zu bleiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-396" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Tattoo-808x538.jpg" alt="1.Tattoo" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Es war ein Dienstag – und auch wenn sich hier nichts nach Alltag anfühlt, trafen wir auf Menschen mitten in ihrer Alltagsroutine. Sie fuhren gerade einkaufen, arbeiteten in ihrem Ladengeschäft, machten Mittagspause, werkelten an ihrem Haus. Doch all das mit tiefer Gelassenheit und einem Sinn für’s Routinebrechen. Sie luden uns zu sich ein, erzählten von sich, zeigten Einblicke in ihr Leben. Es schien, als sei sogar der alltägliche Weg zum Müll hier ein Akt des Genuss’. Auch wenn es alltägliche Notwendigkeiten zu tun gibt, gibt es hier immer einmal mehr Zeit für Entspannung.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-401" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown2-808x485.jpg" alt="1.Gang_Sundown2" width="808" height="485" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine Begegnung erzählte uns von den Krokodilen, die kurz vor Sonnenuntergang immer auf die Rollbahn des Mini-Flugplatzes kriechen. Also machten wir an diesem einfachen Dienstag Nachmittag noch eine Expedition zu den Krokodilen. Auch wenn alles klein ist und jeder alles und jeden kennt, gibt es hier immer noch etwas Neues zu entdecken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-400" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown-808x533.jpg" alt="1.Gang_Sundown" width="808" height="533" /></p>
<h3></h3>
<p>Großes Thema war überall die Halloweenfeier, die vor der Tür stand. Alle überlegten an ihrem Kostüm. Auch Big Ben hatte noch keine Idee und der nächste Kostümladen war seemeilenweit entfernt – und hätte eh nicht seine Größe. Also bastelten wir ihm ein Kostüm aus einem Bettlaken, einem Pappkarton – und zwei Kokosnüssen. Er wurde zur Prinzessin Leia. Was am wenig prinzessinnenhaften Big Ben angezogen noch besser als in der Theorie, weil voller Selbstironie, war. Auch wenn es nicht viele Möglichkeiten gibt, gibt es hier immer noch Raum und Fantasie, sich diese selber zu erdenken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-391" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Plane_-808x569.jpg" alt="1.Plane" width="808" height="569" /></p>
<h3></h3>
<p>So flog der Tag vor sich hin, bis wir abends merkten, dass unser letzter Tag genau wie am vorigen letzten Tag plötzlich vorbei ging. Da die Sonne um sechs Uhr unterging und wir so viel gestreift, geschwommen, begegnet waren, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Genau so hätten wir jeden Tag weiter unseren letzten Tag verschieben können. Das Gefühl auf Probe hatte die Probe bestanden. Doch wir hatten einen Anschlussflug gebucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dieser Heimatteil von mir</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Oct 2014 15:01:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wehmut kommt vor dem Abflug: Wie das Blinken meines Rauchmelders mir zeigte, wie schön meine Heimat ist. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>‚Blink’ machte der Rauchmelder. Ein rotes ‚Blink’. Das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ich lag auf dem Fußboden zwischen Bett und Schrank und machte Dehnübungen.. Dort lag ich schon so oft und machte Dehnübungen. Doch noch nie hatte ich den Rauchmelder blinken sehen. Wenn er das jetzt tut, tut er das aber sicher regelmäßig. In welchem Takt er wohl blinkte. Vielleicht minütlich. Oder öfter. Doch während ich überlegte, waren ja bestimmt schon dreißig Sekunden vergangen. Dann war es vielleicht doch seltener. Ich wartete ab und wollte erst nach dem nächsten Blinken die nächste Übung machen. Ich wusste gerade eh nicht, welche als nächstes. Also war ich über einen unbeteiligten Taktgeber ganz froh.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-272" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_wave.jpg" alt="0_wave" width="800" height="570" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich wartete weiter und wunderte mich. So oft schon lag ich an dieser Stelle mit dem Blick nach oben und nie hatte ich es blinken sehen. Und jetzt liege ich eine der letzten Male an dieser Stelle und entdecke etwas Neues. In einer Woche reise ich ab. One-way-Ticket nach Mexico. Reisen, Kennenlernen, Wundern, Betten teilen, Busse fahren, Leben, Schreiben. Seit den letzten Wochen rückt dieser Zeitpunkt zähl- und fühlbar näher. Und seit diesen letzten Wochen hat sich auch mein Blick verändert. Je näher das Ferne rückt, umso mehr schärft sich mein Blick für das Nahe. Und wie ich so genau hinschaue, entfaltet jedes Detail etwas wundersam Neues.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter  wp-image-273" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Moon.jpg" alt="0_Moon" width="773" height="579" /></p>
<h3></h3>
<p>Ursprünglich konnte es mir bei der Planung der Reise gar nicht schnell genug gehen. Am liebsten gleich morgen los. Rückflugticket – brauche ich nicht. Arbeit – kündige ich. Habseeligkeiten – vermiete, verschenke, verkaufe ich. Freunde – nehme ich mit, physisch oder seelisch. Auf auf!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-269" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Elbphilharmonie.jpg" alt="0_Elbphilharmonie" width="784" height="588" /></p>
<h3></h3>
<p>So in etwa, nur weniger schnell ging es dann auch. Doch was ich völlig vergaß: Die Gefühle für das Nahe. Am Anfang der Reiseplanung steckt der Kopf in der Ferne. Da will ich hin. Doch um dort hinzukommen, muss der Kopf sich dem Hier und Jetzt widmen und organisieren, informieren, arrangieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dabei stellt er fest: Alles, was ich hier tue, hat ein Ende. Alles, was zuvor Selbstverständlichkeit hatte, hat ein Ende. Im Lieblingssupermarkt den Lieblingskäse kaufen. Vor der Tür die Parkgewohnheiten der Fahrradfahrer in dem eigentlich zu engen Gang analysieren. Im Lieblingspark um die Ecke dem Typ, der immer die Bäume umarmt, hinterherjoggen. Auch den Baum umarmen wollen. Vom Lieblingstrainer mehrmals wöchentlich schmerzhaft angeschrien werden. Ständig überall den Lieblingsnachbar treffen, nur nie vor der Haustür. Mit Lieblingsfreunden doofe schöne Alltagsbesorgungen machen. Morgens im Büro mit der Küchenfee über Flohmarktgeheimtipps austauschen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-267" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Alster_swan-808x520.jpg" alt="0_Alster_swan" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>All das war immer einfach da. Und erst wo es bald nicht mehr einfach da sein wird, merke ich, wie gerne ich es einfach da hatte. Wie ungerne ich es einfach nicht mehr da haben möchte. Eine eigentliche Binse wird mir klar: Man kann tatsächlich nicht alles haben. Die Lieblingsaspekte aus dem Hier bewahren und in die Ferne reisen geht nicht. Um neue Dinge zu tun, muss man auch alte aufgeben. Nur genau diese alten finde ich gerade so wunderschön.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-274" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Harbour_other-side.jpg" alt="0_Harbour_other side" width="800" height="530" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann kommen die Tage der letzten Male und die Abschiedsmelancholie tritt ein. Auch wenn ich mir sicher über mein Reisevorhaben bin, möchte der Heimatteil von mir auch bleiben und bewahren. Und den noch einmal sehen. Und die. Und die auch. All die lade ich noch zu einer Feier ein. Einfach so, um alle noch einmal zu sehen und um eine Feier zu machen, was ich schon immer einmal machen wollte. Es ist bewusst keine Abschieds-, sondern eine Freiheitsfeier. So feiere ich die Freiheit mit allen, die ich gern habe und wir tabuisieren allesamt dabei das Thema Abschied. Es ist ein wundervoller Abend voller wunderbarer Menschen und wundersamer Momente, in dem sich zwei Dinge komprimieren, die sich seit Kurzem in mir manifestieren: 1. Es ist so wunderschön hier. 2. Tschüss sagen ist doof. Und dieser Heimatteil von mir möchte noch mehr bleiben und bewahren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-271" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Freiheitsfeier-808x606.jpg" alt="0_Freiheitsfeier" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Gute am morgendlichen Wohnungschaos: Ich kann gleichzeitig sauber machen, ausmisten und einpacken. Verlangsamt durch Melancholie und Partyschläfrigkeit brauche ich ganze drei Tage dafür. Drei Tage voller Orga- und Packkollas und ohne große Emotionen. Vorfreude, Abschiedsschmerz – alles weg. Keine Zeit. Muss packen. Wehmütige Anrufe von Familie und Freunden – keine Zeit. Muss packen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-275" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_HamburgHarbour-808x479.jpg" alt="0_HamburgHarbour" width="808" height="479" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Ende stehe ich Dienstag Abend, 18 Uhr in meiner Wohnung und es klingelt. Danny steht vor der Tür, er wird meine Wohnung behausen. Ich lasse ihn hinein und präsentiere die ausgemistete, geputzte Wohnung als wär es kein Akt gewesen. Ich werfe noch einmal einen Blick in ein paar Ecken, in ein paar Schränke. Als wüsste ich nicht, was dort ist. Dabei weiß ich es gerade so genau, wie nicht einmal beim Einzug. Nur wird es erst einmal der letzte Blick sein. Ein letztes Mal meiner lieben Wohnung tief in die Augen blicken. Keiner kennt sie so gut wie ich. Keiner kennt mich so gut wie sie. Ob Danny auch irgendwann das rote Blinken entdecken wird?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-268" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Besitz.jpg" alt="0_Besitz" width="800" height="600" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich verlasse die Wohnung ohne Abzuschließen, Danny schließt die Tür von innen und ich stehe draußen. Die Luft ist frisch und herausfordernd. „Lauf los,! Atme!“, sagt sie. Mein Rucksack auf den Schultern ist jetzt mein neues Zuhause. Ohne mich einmal umzudrehen, trägt er mich durch die Straßen. Plötzlich wird alles real – vorher wusste ich, ich würde gehen. Jetzt spüre ich, ich werde gehen. Die Luft breitet sich in meiner Lunge aus, ich kann kaum genug einatmen. Dort ist so viel Platz, so viel Freiheit. Die Entfernung zur Wohnungstür wird immer größer. Der Rucksack wird immer leichter. Je weiter ich mich entferne, umso schwächer wird die Verbindung. Es fühlt sich an, als würde die Nabelschnur von mir zu meiner Wohnung langsam durchtrennt werden. Mit weiterer Entfernung dehnt sie sich immer mehr aus. Bis die sich schnell schließenden Ubahn-Türen sie durchtrennen. Piiiep – Bum – Abgeschnitten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-276" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Parc_sundown-808x495.jpg" alt="0_Parc_sundown" width="808" height="495" /></p>
<h3></h3>
<p>Die letzte Heimatnacht ist gleichzeitig die erste Freiheitsnacht. Auf dieser Metastation schlafe ich drei Stunden bei einem Freund Zuhause und mir wird klar: Erst in den letzten wenigen Tagen ist mein Zuhause zu meiner tatsächlichen Heimat geworden. Noch nie vorher habe ich es so bewusst wahrgenommen und genossen. Es ist ein tolles Gefühl, denn ich weiß: Genau in diese Heimat kann ich jederzeit zurückkehren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-270" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_ERINNERUNGEN-808x437.jpg" alt="0_ERINNERUNGEN" width="808" height="437" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann geht’s los. Um fünf Uhr morgens stehe ich am Hamburger Flughafen. Schlaftrunken und von allen Habseeligkeiten befreit lasse ich nun alle Seeligkeiten der Heimat hinter mir. Doch ich bin nicht allein, denn ein großes kleines Stück von all der heimatlichen Schönheit habe ich bei mir: Sany. Freundin, Reiseseelenverwandte, Heimatherz. Mehr brauche ich nicht, um heraus zu finden, wann mein Rauchmelder ein zweites Mal blinkt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-266" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/Abflug-808x588.jpg" alt="Abflug" width="808" height="588" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/">Dieser Heimatteil von mir</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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