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	<title> &#187; Zentralamerika</title>
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	<description>Reisegeschichten aus aller Welt</description>
	<lastBuildDate>Thu, 31 Dec 2015 16:02:23 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ich bin die Reise.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2015 16:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am Ende der Reise ist gar kein Ende. Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Am Ende der Reise ist gar kein Ende.<br />
Denn Reisen ist nicht der Ort, die Fahrt oder das Wetter.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<h3></h3>
<p>„Ich komme gerade von einer langen Reise zurück.“ Mit dieser Antwort versuche ich die Frage „Und was machst du so?“ möglichst befriedigend und eindeutig zu beantworten. Die Antwort „Ich wohne gerade eigentlich nirgends und somit überall, ich entwickle meine eigenen Tänze, und Texte, ich treffe mich viel mit anderen Menschen und tausche mich aus, ich bin sehr beschäftigt damit Tante zu sein, aber eigentlich bin ich Kommunikationsstrategin.“ überfordert die meisten Fragesteller. Ich habe es probiert.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-920" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7371-808x611.jpg" alt="IMG_7371" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p>Ok, ganz objektiv betrachtet komme ich gerade tatsächlich von einer langen Reise zurück. Ein halbes Jahr bin ich durch Mittelamerika gereist und ein halbes Jahr habe ich in Panama gelebt und jetzt bin ich wieder in Deutschland. Aber ganz subjektiv betrachtet, fühlt sich das überhaupt nicht nach dem Ende einer Reise an. Dafür müsste ja irgend etwas vorbei sein. Doch ich fühle mich heute am Schreibtisch meines Bruders in München sitzend noch genauso wie vor sieben Monaten, als ich die großen Treppenstufen zum großen Inkatempel in Mexiko schräg im Inkastil hinauflief und genauso wie vor drei Monaten, als ich morgens mit dick Sonnencreme auf der Nase und Surfbrett unter’m Arm aus meinem <a title="Zur Story 'Ich glaube, ich wohne hier.'" href="http://stories-i-tell.com/bocas-del-toro-ich-glaube-ich-wohne-hier/" target="_blank">panamaischen Apartment </a>stolperte und mich die Bauarbeiter von nebenan mit „Buenas dias!“ anschrien. Ich fühle mich noch ganz genauso. Nur eben wieder an einem anderen Ort.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-917" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7368-808x606.jpg" alt="IMG_7368" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Na gut, Reisen ist noch ein bisschen mehr als das Gefühl. Es geht auch darum aus seinem <a title="Zur Story 'Ganz neue Langeweile'" href="http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/" target="_blank">Alltag auszubrechen</a>. In <a title="Zur Story 'Dann weißt du'" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-dann-weisst-du/" target="_blank">neue Welten</a> einzutauchen. Ganz andere interessante <a title="Surfen ist für alle da" href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/" target="_blank">Menschen kennenzulernen</a>. Vielleicht eine <a title="Zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Fremdsprache zu lernen</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-919" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7370-808x606.jpg" alt="IMG_7370" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch das tue ich immernoch. Mein alltägliches Leben ist ein Antialltag. ‚Normalerweises’ und ‚Immers’ gibt es nicht in meiner Tagesbeschreibung. Ich trinke morgens gerne heißes Wasser, ohne alles. Das ist mein einziger Alltagshabitus. Danach ist jeder Morgen anders, jeder Mittag anders, jeder Abend anders. Das ist manchmal anstrengend, weil kein fester Ablauf mir sagt, ob ich als nächstes zum Sport, zum Mittagessen oder an den Laptop gehe. Das ist aber auch erfrischend, weil ich in jedem Moment neu entscheiden kann, ob mir gerade nach Sport, Mittagessen oder Laptopkram ist. Ich mache das, wonach mir gerade ist. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-929" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7379-1-808x808.jpg" alt="IMG_7379-1" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>In neue Welten tauche ich ständig ein. Zum Beispiel die Lebensumkremplerwelt in München. Menschen, die ihren sicheren Bürojob aufgeben wollen, um sich selbst zu verwirklichen treffen sich regelmäßig zum Austausch. Laura erzählt von ihrem Projekt, in dem sie mit lokalen Stadtführungen Flüchtlingen bei ihrer Integration hilft. Michael erzählt von seinem faden Alltag als Softwareentwickler und Vladimir von seinem Start-up, das Start-ups beim start-up’en hilft. Manchmal fühlt es sich nach Selbsthilfegruppe an, aber es ist eine ganz eigene Welt voller Offenheit, Inspiration, und Veränderungsenergie. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-924" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7375-1-808x606.jpg" alt="IMG_7375-1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auch in die Welt der Schlafmöglichkeiten kann ich tief eintauchen. Hinter’m Bücherregal, auf dem Wolkensofa oder in der Wäschekammer. Ein Bett finde ich überall. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-931" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7380-808x808.jpg" alt="IMG_7380" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder die Mamababywelt, in die ich mit meinen zwei kleinen Babyneffen immer wieder eintauche. Wenn ich mit ihnen allein unterwegs bin, sehe ich aus wie ihre Mutter, habe die Verantwortung wie ihre Mutter, benehme mich wie ihre Mutter. Menschen werfen uns Muttersprüche zu wie „Der hat Ihre Augen!“ oder „Hat die Mama dir aber eine schöne Hose angezogen!“. Wir unterhalten uns miteinander in Babysprache und mit anderen Mamas über Pipi und Kacka. Wir gehen auf den Spielplatz, ins Kindercafé, an die Mutter-Kind-Schlange im Supermarkt. Wir kaufen Windeln, Babybrei und Popocreme. Und ich sage <em>wir</em> statt <em>ich</em>. Es ist eine ganz eigene Welt voller Geduldsspiele, großer Babyliebe und Neuentdeckungen. Noch nie zuvor habe ich einer Waschmaschine ihren ganzen Waschgang lang zugesehen und mich über jede Umdrehung gefreut. Am besten sind die Schleudergänge. Zu dem rhythmischen Ssssssss kann man sogar tanzen. So sehe ich meine Umwelt immer wieder mit neuen Augen. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-927" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7377-808x808.jpg" alt="IMG_7377" width="808" height="808" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich gebe zu, der Supermarkteinkauf, der Busfahrkartenkauf und das Verständnis der Menükarte fallen wieder leichter. Dafür fühle ich mich wie eine Wünschelrute für Menschen, denen eben dies hier gar nicht so leicht fällt. Menschen auf Durchreise, Menschen auf Entdeckung, oder einfach Menschen, die Spanisch sprechen. Irgendwie treffe ich auf sie an jeder Ecke und irgendwie komme ich mit ihnen zu jeder Gelegenheit in Kontakt. Wie auf Reisen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-928" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7378-808x606.jpg" alt="IMG_7378" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fühle mich noch wie auf Reisen und ich erlebe noch Dinge wie auf Reisen. Eigentlich bin ich doch dann noch auf Reisen. Nur eben an einem anderen Ort. Doch der Ort war auch in Mittelamerika nie von großer Bedeutung. Klar war es aufregend in Frida Kahlos Malzimmer zu stehen. Klar was es aufregend sich von einem Felsen über die steile Klippe abzuseilen oder zu einer kolumbianischen Hochzeit zu gehen. Aber nicht, weil ich in Mexico City, Playa Gigante oder Cartagena war. Sondern weil ich mit Entdeckergeist, Wachsamkeit und Urvertrauen meiner Außenwelt begegnet bin. Und weil ich mich gut dabei gefühlt habe. Der Ort hat den Rahmen geschaffen, aber gefüllt haben ihn meine ganz eigenen Erlebnisse, meine ganz eigene Wahrnehmung und meine ganz eigenen Gefühle. Und genauso ist es auch jetzt und hier noch. Und genauso wird es auch noch an allen anderen zukünftigen Orten sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-921" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/12/IMG_7372-808x606.jpg" alt="IMG_7372" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Somit wird diese Reise niemals enden. Denn ich bin die Reise. Und in Zukunft werde ich antworten „Ich mache das, wonach mir gerade ist.“</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ich glaube, ich wohne hier.</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2015 00:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Mein Rucksack liegt leer unter meinem Bett.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich bin auf Bocas del Toro. Ja, nochmal. Ich bin zurückgekehrt und habe damit mein eigenes Dogma gebrochen, nie an einen Ort zurückzukehren. Denn nie ist es wie es zuvor einmal war. <a title="Link zur Story 'Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen'" href="http://stories-i-tell.com/panama-karibik-bocas-del-toro/" target="_blank">Und weil es zuvor einmal toll war,</a> will man ja zurückkehren. Also kann man eigentlich nur enttäuscht werden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-854" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boatride-808x538.jpg" alt="0.Boatride" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch dieses Mal will ich es gar nicht wie es zuvor einmal war. Nach sechs Monaten unterwegs sein, drei Tagen an einem Ort, irgendwie irgendwo im Hostel unterkommen, Rucksack packen, Rucksack schleppen, ewig Bus fahren, wollte ich jetzt mal meinen Rucksack auspacken. Und ausgepackt lassen. Nach sechs Monaten Gemeinsamkeit, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, habe ich mich von meiner Reise-, Herz- und Seelenbegleitung verabschiedet. Nach sechs Monaten Hostelleben habe ich jetzt ein Apartment. Ohne Rezeption, an der ich alles erfragen kann. Ohne Gemeinschaftsraum, in dem ich Gleichgesinnte treffe. Ich habe einen Job, ein Fahrrad, eine lokale Telefonnummer, Hobbies, Freunde und noch mehr Bekannte. Nach sechs Monaten Besucher sein, bin ich jetzt Bewohner.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-890" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>So toll das Reisen auch ist, noch toller fühlt sich gerade das Wohnen an. Auf der Hauptstraße, auf der ich mich noch als Besucher hauptsächlich aufhielt, bewege ich mich kaum noch. Und wenn, treffe ich alle zehn Meter auf einen Bekannten. Die ganzen verschiedenen Restaurants, die ich als Besucher noch ausprobieren wollte, rieche ich nicht einmal mehr. Ich fahre gezielt zu dem Supermarkt, der meinen Lieblingsbohnenmuss verkauft und zu der Gemüsehütte in der vierten Straße, der das frischste und günstigste Gemüse hat.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-895" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-61-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn ich nach Hause komme, lasse ich mich einfach auf mein Bett fallen. Ich besitze wieder einen Haustürschlüssel. Und einen fixen Ort, an dem ich diesen immer ablege. Im Bad lasse ich meine Sachen einfach stehen und rammel sie nicht in den Kulturbeutel. Auch mein Handtuch hat dort einen ganz eigenen Haken. Im Kühlschrank sind allein meine Sachen und keiner trinkt mir die Milch weg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-891" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-808x624.jpg" alt="Foto" width="808" height="624" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-889" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Meinen Rucksack habe ich komplett ausgepackt, meine wenige Kleidung hängt auf Bügeln in der Ecke meines Apartments, der Rucksack liegt leer und nutzlos unter dem Bett. Ich besitze mittlerweile einen eigenen Ventilator und eigene Kissen für mein Bett. So große Dinge habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Denn Kaufkriterium war stets, ob es noch in den Rucksack passt oder sich dort dranschnallen lässt. In so einem eigenen Zuhause kommt tatsächlich mehr unter als in so einem Rucksack, <a title="Link zur Story 'Dieser Heimatteil von mir'" href="http://stories-i-tell.com/kurz-vorm-reisen-dieser-heimatteil-von-mir/" target="_blank">der bis jetzt immer mein Zuhause war</a>.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-905" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.Wendy_-808x606.jpg" alt="0.Wendy" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich fahre meine eigenen Wege, ich putze mein eigenes Bad, ich treffe meine eigenen Freunde an meinen eigenen Orten. Anstatt von frühem Reißverschlusszippen im Schlafsaal wach zu werden, weckt mich mein Wecker, um pünktlich zur Arbeit oder in die Wellen zu kommen. Anstatt meinen Reisepass stets an mir oder im Schließfach zu haben, ruht er jetzt in der hintersten Ecke hinter der Kleidung. Anstatt nur eine Scheibe Käse und eine halbe Tomate für eine Mahlzeit zu kaufen, mache ich jetzt richtige Supermarkteinkäufe, die ich kaum nach Hause geschleppt bekomme, die meinen kleinen Kühlschrank bis zum Rand füllen und die mich mit dem chinesischen Verkäufer so bekannt machen, dass er mich abends beim zufälligen Aufeinandertreffen auf Bier einlädt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-901" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/0.bici_-808x602.jpg" alt="0.bici" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Vor sechs Monaten waren Dinge wie diese noch normal. Jetzt sind sie wieder besonders. Damals habe ich mich von allem befreit. Strukturen, Verantwortlichkeiten, Uhrzeiten, Abhängigkeiten. All dies habe ich gesprengt und bin einfach losgezogen. Das war das ultimative Freiheitsgefühl und tat so wahnsinnig gut. Jetzt lasse ich Dinge wie diese wieder in mein Leben. Eben nur an einem ganz anderen Ort und in ganz anderen Dosen und ganz selbstbestimmt. Aber auch dies ist das ultimative Freiheitsgefühl und tut so wahnsinnig gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-892" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/06/Foto-8-808x557.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="557" /></p>
<h3></h3>
<p>Momentan überlege ich, mir einen Mixer zu kaufen, um morgens frische Säfte zu machen. Aber das ist mir momentan noch zu viel Investment, Besitz und Bindung. Und passt gemeinsam mit dem Ventilator und den Kissen erst Recht nicht in den Rucksack. Freunde und Familie fragen mich, was denn nun mein Plan sei. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass es mir momentan hier so gefällt. Und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen entweder den Mixer gekauft oder aber den Rucksack wieder gepackt habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was meinst du – Reisen oder Wohnen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Weißes Kokosbrot, grüne Wellen und rote Latzhosen</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2015 18:41:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"> Bocas del Toro trägt alle Farben.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich sitze in meinem orangenen <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostelzimmer</a>, es ist gemütlich und überall hängen unsere bunten Handtücher. Von draußen scheint die gelbe Sonne durch den Spalt der braunen Holzfenster. Da möchte ich hin. Ich gehe hinaus auf die Straße in Panamas Karibik: Bocas del Toro. Die Straße ist grau asphaltiert, aber das Leben hier füllt sie mit den buntesten Farben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-858" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Hostal_Tungara-808x538.jpg" alt="0.Hostal_Tungara" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Direkt vor unserem Hostel lungern meistens unsere Freunde herum – auch sie sind bunt gemixt. Einige kommen aus Bocas und leben schon ihr ganzes Leben das bunte Bocas Leben, andere kommen aus Panama City, aber verweilen die meiste Zeit hier. Nochmal andere sind ein Mix aus karibischem Vater und innerländischer Mutter. Und manche kommen von ganz woanders aus der Welt, aber haben Panamas Karibik für sich entdeckt. Sie tragen braunes, blondes, korkenziehergelocktes oder gedreadlocktes Haar und sie alle zusammen machen diesen Ort so vielfarbig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-860" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_Green_Laundry-808x538.jpg" alt="0.House_Green_Laundry" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-857" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Group_Globos-808x538.jpg" alt="0.Group_Globos" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Genauso kunterbunt wie die Menschen ist auch der Tag in Panamas Karibik. Wir stehen irgendwann auf. Wann weiß ich nicht, denn auch der Biorythmus ist von den vielen verschiedenen Eindrücken hier durcheinander gebracht. Dann haben wir jede mögliche Frühstücksoption – von dunkelbraunem deutschem Vollkornbrot bis zu weißem Kokosbrot. Johnny Queque nennen es die Bocatoreños liebevoll.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-862" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.House_green_Window-808x538.jpg" alt="0.House_green_Window" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Danach haben wir unendliche weitere Optionen. Wir entscheiden uns meistens für das azurblaue Wasser und gehen <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">surfen</a>. Ich schlüpfe in meinen rot-rosanen Surfsuite, schnappe mein orange-blaues Surfboard und springe mit meinen genauso farbenfrohen Freundinnen in das blau-gelbe Boot, das uns direkt zur grün-weißen Welle bringt. Die Welle nehmen wir bis sie zweimal grün und zweimal weiß war und reiten sie bis zu den braunen Steinen. Als wir aus dem Wasser ins Boot zurückkrabbeln, haben wir ein paar rote Wunden am Fuß von dem grün-braunem Unterwasser Reef.</p>
<p>Einen Tag bäumt sich genau über uns im Wasser ein Regenbogen auf. Perfekt geformt kommt er aus dem Wasser und endet auf der anderen Seite wieder im Wasser. Es ist ein doppelter Regenbogen und er trägt jede Farbe so klar und intensiv wie ich es noch nie gesehen habe. Sogar Regenbogen sind hier bunter.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-876" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Surf_-808x538.jpg" alt="0.Surf" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehen wir zu unserem kunterbunten <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Spanischunterricht</a>. Ofelina in ihrer blauen Latzhose mit dem pinken-orangenen T-Shirt darunter unterrichtet uns für ein paar Tage, um unser dunkles Straßenspanisch zum Glänzen zu bringen. Jeden Tag machen wir etwas anderes mit ihr und jedes Mal geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Manchmal spielen wir Spiele auf Spanisch mit Tieren und fühlen uns wie Schulkinder. Jeden Tag kehren wir mit Hausaufgaben zurück in unser Hostel. Manchmal führen wir ausgiebige Grammatikdiskussionen und fühlen uns wie Sprachwissenschaftler. Nach einer Woche ist unser Sprachzentrum mit frischgrünem Spanisch und unser Herz mit warmroter Latzhosenfreundschaft aufgeladen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-873" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish-808x538.jpg" alt="0.Spanish" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-872" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Spanish_Board-808x509.jpg" alt="0.Spanish_Board" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Später am Tag stehen wir wieder mit unseren bunt gemixten Freunden auf der Straße und trinken orangene Margarita oder rotes Michelada oder gelbes Bier oder schwarzes Rum-Cola. Mit Mango oder Tomate oder Limette oder Limette. Wir trinken bunt und wir reden bunt – über grüne und weiße Wellen, über blaue und weise Latzhosen, über das Leben. Irgendwann am Abend gehen wir ein Stück die Straße runter in unseren Lieblingsclub. Ein holzfarbenes Gebäude mit einer dunklen Tanzfläche und einigen roten und grünen Lasern. Alles ist schwarz-rot-grün hier drin und der DJ spielt bunt gemixte Musik. Das Konzept heißt ‚Das worauf ich gerade Lust habe’ und so kommt nach Raeggea Salsa und nach Bachata Hip Hop. Aber genau das macht Spaß und passt wunderbar in das bunte Bocas Leben. Du weißt nie, was gleich passiert, aber es wird dich überraschen und ganz sicher eine andere Farbe tragen als das Jetzt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-864" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Barcas_Parking-808x538.jpg" alt="0.Sea_Barcas_Parking" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-855" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/03/0.Boats_Colorful-808x538.jpg" alt="0.Boats_Colorful" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Einen anderen Tag laufen wir in eine gelb leuchtende Handleserin. Maria. Von ihr lassen wir uns die Hand lesen und die Karten legen und stundenlang ist unser Bocas irgendwie dunkellila mystisch. Einen anderen Tag radeln wir abends mit bunt gepunkteten Fahrrädern zum Jiu Jitsu Unterricht. In strahlend weißen Schweren Sportanzügen schwitzen und kämpfen wir und unser buntes Bocas ist weiß und klar, technisch und triefend. Einen anderen Tag sind wir zu einer Babyshower eingeladen. Einen Nachmittag lang essen wir Popcorn aus hellblauen Schächtelchen mit weißen Schleifchen. Wir machen Polaroidfotos mit falschen tiefschwarzen Moustaches an Stäben und blau-weißen Kapitänsmützen. Unser Bocas ist durch und durch in babyblau getaucht. Es wird ein Junge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-870" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sea_Windows-808x489.jpg" alt="0.Sea_Windows" width="808" height="489" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-871" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/04/0.Sky__Shine-808x522.jpg" alt="0.Sky__Shine" width="808" height="522" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es da diesen Moment, in dem ich ganz allein auf der Straße stehe, mitten in der rot-orangenen Abenddämmerung. Der graue Rauch meiner Zigarette steigt auf und ich stehe einfach nur dort. Die Luft ist viel klarer und durchsichtiger als sie sonst ist und so auch meine Gedanken. Ich denke über das Hier und Jetzt nach, wieviele Farben der heutige Tag schon wieder trug und wie wunderschön sie alle waren. Genau jetzt trägt Bocas schon wieder eine ganz neues Kleid: Transparenz. Es fühlt sich an, als sei ich die einzige Person hier. Wo sonst immer buntes passiert, ist genau jetzt Leere. Wo sonst immer bunte Freunde umherwuseln, ist genau jetzt Niemand. Für diesen Moment fühle ich mich isoliert vom bunten Bocas Leben. Ich trage transparente Farbe und niemand kann mich sehen. Bis ich verstehe, dass auch dies eine Nuance in Bocas Farbpalette ist. Eine Nuance, die mich am meisten überrascht. Hier möchte ich bleiben, bis wirklich keine Farbe mehr unentdeckt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zur Sprachschule Habla Ya" href="http://www.hablayapanama.com/" target="_blank" class="broken_link">Habla Ya</a> für das goldene Spanisch.</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hostel Tungara" href="http://tungara.com/" target="_blank">Hostel Tungara</a> für das orangene Zimmer.</p>
<p>Danke <a title="Link zur Surfschule Mono Loco" href="http://monolocosurfschool.com/" target="_blank">Mono Loco </a>für die grünen Wellen.</p>
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		<title>Surfen ist für alle da</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Feb 2015 19:35:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Onkel Greg sagt: Der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir sitzen auf einem Motorboot. Es fährt so schnell, dass es so laut ist, dass man sich nicht unterhalten kann. Dabei reden die anderen sonst eigentlich immer ziemlich viel. Wir sind Sani, Lea und ich, die schon seit einiger Zeit gemeinsam Nicaraguas Westküste rauf- und runtersurfen. Wir sitzen zu dritt auf dem Boot, mit dem fast gleichen Surfsuite und mit acht anderen Surfern. Die definitiv alle besser englisch und besser surfen können als wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/16_beach_boat/" rel="attachment wp-att-794"><img class="aligncenter size-medium wp-image-794" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/16_Beach_Boat-808x538.jpg" alt="16_Beach_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Wir fühlen uns wie die kleinen Cousinen in diesem Wolfpack. Zu Besuch beim großen Onkel und den Cousins. Wir werden mehrmals täglich bekocht und danach ins Boot geladen, das die Cousins dann mit uns drin ins Wasser lassen. Auf dem Surfboard werden wir beraten und assistiert, beim Wellen reiten fotografiert und bejubelt und anschließend mit einem kühlen Drink empfangen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/13_boat-2/" rel="attachment wp-att-795"><img class="aligncenter size-medium wp-image-795" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/13_Boat-808x538.jpeg" alt="13_Boat" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Abends nach unserem großen Familiendiner spielen wir gerne ein Spiel mit amerikanischen Slangwörtern, von denen wir die Hälfte nicht verstehen. Doch unsere Cousins haben einen Heidenspaß dabei, sie uns zu erklären. Der Spaß beruht aber wohl nicht im Erklären, sondern in der Vulgarität der Wörter. Cousins eben. Wir spielen Billard und hauen uns brüderlich, wenn einer gewinnt. An der Wand hängen eingerahmte Bilder von Wellen wie Familienmitglieder. Onkel Greg kann von jeder den Charakter beschreiben. Wir sind wie eine große Familie und wir fühlen uns hier einfach nur wohl. Onkel Greg will nur, dass alle eine gute Zeit haben. Und die haben wir.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-group/" rel="attachment wp-att-766"><img class="aligncenter size-medium wp-image-766" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Group_-808x567.jpg" alt="0.Group" width="808" height="567" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Das Boot hüpft ordentlich über die Wellen, die Haare wehen im starken Fahrtwind und immer wieder spritzt kühlendes Meerwasser ins Boot. Die Wildwasserfahrt endet an einer von Nicaraguas schönsten Wellen. Der Strand ist unberührt und menschenleer mit palmgrünen Palmen und sandfarbenen Sand. Unser Boot lassen die Jungs einfach auf den Strand laufen, schließlich gibt es niemanden, der sich daran stören würde. Wir schnappen unsere Bretter und paddeln in die Wellen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-diner_gregmatt/" rel="attachment wp-att-764"><img class="aligncenter size-medium wp-image-764" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Diner_GregMatt-808x538.jpg" alt="0.Diner_Greg&amp;Matt" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/12_dinner/" rel="attachment wp-att-778"><img class="aligncenter size-medium wp-image-778" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/12_Dinner-808x538.jpg" alt="12_Dinner" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Da ist für jeden eine dabei. Manche kommen groß wie ganze Wände angerollt. Über die freuen sich besonders Jared und Sean. Cousin Jared ist eigentlich Surflehrer etwas weiter im Süden Nicaraguas, aber besucht gerade Onkel Greg. Er wollte eigentlich nur für ein paar Tage kommen, jetzt ist er schon seit ein paar Wochen da und surft jeden Tag mit Onkel Greg. Zwischen den Wandwellen kommt er immer wieder mit seinem Board und einigen hilfreichen Tipps zu uns gepaddelt. Wenn wir dank ihm dann die Welle noch schöner nehmen, hat er noch mehr Spaß. Cousin Sean verbringt einfach alle Zeit, die er kann in Nicaragua zum Surfen. Wenn er zwischendurch mal nach Hause in die USA fährt, kommt er immer wieder schnell zurück und fragt sich, warum er diesen Ort eigentlich verlassen hatte. Das Surfen macht ihm einfach zu viel Spaß – und das schon sehr lange. 1996 hatte er ein Bild von sich im Surfers Magazine. Eine ganze Doppelseite. Hochglanz. Das ist sowas wie ein Ritterschlag und Heiligenschein gleichzeitig für einen Surfer.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/1_jared_surf/" rel="attachment wp-att-770"><img class="aligncenter size-medium wp-image-770" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/1_Jared_Surf-808x538.jpg" alt="1_Jared_Surf" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/4_matt_surf/" rel="attachment wp-att-772"><img class="aligncenter size-medium wp-image-772" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/4_Matt_Surf-808x536.jpg" alt="4_Matt_Surf" width="808" height="536" /></a></h3>
<h3></h3>
<p>Ab und an kommen mittelgroßen Wellen, die besonders wild sind. Sie spritzen viel Weißwasser auf und manchmal kommt noch eine zweite gleich dahinter. Über die freuen sich Cousin Keith und Cousin Matt besonders. Sie haben kleine wendige Bretter, um besonders viele Flips und Tricks zu machen. Sie springen über die Wellen, spielen mit ihnen und haben einfach Spaß. Manchmal so doll, dass sie sich zwischendurch vom Salzwasserschlucken übergeben müssen.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/2_keith/" rel="attachment wp-att-771"><img class="aligncenter size-medium wp-image-771" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/2_Keith-808x538.jpg" alt="2_Keith" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/7_shawn_-surf/" rel="attachment wp-att-775"><img class="aligncenter size-medium wp-image-775" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/7_Shawn_-Surf-808x538.jpg" alt="7_Shawn_ Surf" width="808" height="538" /></a></h3>
<p>Onkel Greg freut sich über ganz sanfte Wellen, die langsam, aber sicher hineingerollt kommen. Er hat ein großes Longboard, mit dem er besonders einfach die Welle nimmt und dann langsam und lässig auf ihr gleitet. Dann macht er Quatsch auf seinem Longboard – vom hinteren ans vordere Ende laufen, sich im Kreis drehen, einen Kopfstand machen oder das Board falsch herum nehmen und beim Aufstehen drehen. Besonders viel Spaß aber hat er dabei, seinen Hund Luke auf’s Surfbrett zu setzen und in die Welle zu schubsen. Er sagt ‚My only job is to get people surfing’. And dogs.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/0-lukeii/" rel="attachment wp-att-767"><img class="aligncenter size-medium wp-image-767" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LukeII-808x538.jpg" alt="0.LukeII" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>Cousin Shawn kommt aus Kanadas Inland und stand vor vier Tagen das erste Mal auf einem Surfboard. Er hat einfach Spaß an jeder Welle, die er bekommt – ob groß, klein, wild oder sanft. Die meisten davon nimmt er auf dem Bauch liegend, manchmal schafft er es auf die Knie. Dann freuen sich alle mit ihm und ein Jubelschrei geht durch das Wasser.</p>
<h3></h3>
<p><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/6_shawn-canada/" rel="attachment wp-att-774"><img class="aligncenter size-medium wp-image-774" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/6_Shawn-Canada-808x538.jpg" alt="6_Shawn Canada" width="808" height="538" /></a></p>
<h3></h3>
<p>So unterschiedlich wir auch alle sind – in Wellenpräferenz, Surfstil und Profigrad – wir sind eine große Surferfamilie. Jeder hat Spaß im Wasser und jeder hat Spaß am Spaß des anderen. Egal wie es aussieht, wie gut man ist oder wie sehr man sich verbessert, die Emotion wird immer die gleiche gute Emotion sein: Spaß! Und das ist auch das wichtigste. Denn der beste Surfer ist der, der am meisten Spaß hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Surf Tours Nicaragua" href="http://surftoursnicaragua.com/" target="_blank">Surf Tours Nicaragua</a> für diesen Spaß.</p>
<h3></h3>
<h3><a href="http://stories-i-tell.com/surfen-nicaragua-surfen-ist-fuer-alle-da/19_group/" rel="attachment wp-att-792"><img class="aligncenter size-medium wp-image-792" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/19_Group-808x656.jpeg" alt="19_Group" width="808" height="656" /></a></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was hälst du vom Surfen? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
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		<item>
		<title>Du &amp; Du &amp; Ich</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2015 22:24:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört. </p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">Gemeinsam Reisen heißt gemeinsam Sein. Mit allem, was dazugehört.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Drei Monate schon, mehr sogar, teilen wir alles. Vom Shampoo über Betten bis Wege. Wir sind zusammen losgereist und wollen auch zusammen weiterreisen. Schon bevor es eigentlich los ging, ging es schon los: Wir haben die Vorfreude, den Organisations- und den Abschiedsschmerz geteilt. Haben Abende verbracht und gemeinsam unsere Route überlegt. Wir haben uns gemeinsam beim Tropenarzt pieksen lassen und uns beraten, wieviele Socken wir einpacken sollen. Wir haben zusammen überlegt, wie wir unserer Familie unser Reisevorhaben beibringen und wir haben uns auf eine Reisephilosophie geeinigt: So wenig wie möglich planen, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-690" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Jeepaction-808x538.jpg" alt="0.Jeepaction" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-691" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JeepactionII-808x538.jpg" alt="0.JeepactionII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als es dann losging, haben wir gemeinsam unsere Lieben, unsere Heimat und unser Hab und Gut hinter uns gelassen, uns an die Hand genommen und sind gemeinsam losgeschritten. Mit dem Schritt ins Flugzeug waren wir auf Reisen, mit dem Schritt aus dem Flugzeug waren wir da. Gemeinsam alleine. Vom drüber reden starteten wir gemeinsam ins tatsächlich tun. Jeden Schritt, den wir gehen, gehen wir jetzt gemeinsam. Jede Entscheidung, die wir treffen, treffen wir jetzt gemeinsam. Wir verbringen Tag und Nacht zusammen und manchmal sind wir noch nicht einmal unter der Dusche alleine.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-693" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.JesusMariaII-808x538.jpg" alt="0.JesusMariaII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zusammen ist eh alles besser als alleine. Denn man kann sich das leckerste Essen auf der Karte teilen und muss sich nicht für eines entscheiden. Auch das Taxi kostet nur die Hälfte. Manchmal ist sogar das Dreierprivatzimmer im Hostel das Bessere als das eine Schlafsaalbett. Man kann Leid und Freud und zu große Bananen teilen. Im Bus läuft man nicht Gefahr beim Schlafen sein Kopf auf eine fremde Schulter zu legen. Die andere weiß meistens die eine Spanischvokabel, die mir gerade nicht einfällt. Beim gemeinsamen Singen kann man seine schiefe Stimme hinter der anderen schiefen Stimme verstecken. Den Backpack bekommt man mit doppelter Hebehilfe viel leichter auf den Rücken. Und wenn eine mal auf Toilette muss, kann die andere auf alle Sachen aufpassen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-694" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.LenaSanja-808x538.jpg" alt="0.Lena&amp;Sanja" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-695" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Schwimmwesten_Lea-808x538.jpg" alt="0.Schwimmwesten_Lea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Superschnell waren wir ein super eingespieltes Team. Man weiß dann einfach, dass die eine immer den Reiseführer einpackt und die andere immer die Seife. Man weiß auch genau wo man das im Rucksack der anderen findet. Man weiß, was man der anderen aus dem Kiosk mitbringen soll, ohne sie zu fragen. Man weiß, dass in Verkehrsmitteln die eine immer ans Fenster muss, sonst wird’s unspaßig. Und man weiß, wenn eine gerade in Heimatkommunikation vertieft ist, sollte man nicht stören.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-689" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Horses-808x538.jpg" alt="0.Horses" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles läuft wunderbar, harmonisch, wir sind ein super Team und wir haben uns wahnsinnig gern. Doch dann kommen auch Momente, in denen die Harmonie dem Konflikt weicht. Eine will noch bleiben, eine will weiter. Eine will ins Hängemattenhostel, eine ins Privatbadzimmer. Eine will Boot, eine Bus fahren. Eine mag die neuen Reisebegleiter sehr, eine weniger. Eine will Gemüse kochen, eine Pommes essen gehen. Probleme des Reisealltags sind wie Probleme des Nichtreisealltags: Man löst sie oder man lässt sie.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-733" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.BaumII-808x538.jpg" alt="0.BaumII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Manchmal möchte ich vielleicht Dinge zu lange ausdiskutieren. Aber so bin ich eben, so war ich auch schon vorher. Manchmal möchte Sani vielleicht Dinge einfach ausschweigen. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Manchmal möchte Lea vielleicht Dinge nur so machen, wie sie sie möchte. Aber so ist sie eben, so war sie auch schon vorher. Und manchmal wenn ich rede, Sani schweigt und Lea tut, vergessen wir ab und zu wie gern wir uns haben und wie froh wir sind, dass wir hier gemeinsam sind und unsere Eigenarten uns eigentlich egal sind.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-688" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Great_good_ok-808x538.jpg" alt="0.Great_good_ok" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-687" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/0.Drinks-808x538.jpg" alt="0.Drinks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Und dann gibt es wieder Momente, in denen wir stundenlang gemeinsam auf der Terrasse abhängen und uns einfach nur wohl fühlen. Wenn wir uns gleichzeitig über ein Lied in der Ferne freuen und den Spanischtext gemeinsam lernen. Wenn wir uns zusammen in eine Hängematte legen und genau wissen, wie wir bequem und platzsparend gemeinsam hineinpassen. Wenn wir uns jemandem vorstellen und unsere Namen teilen, weil wir eh auf alle drei Namen hören. Wenn wir unsere Surfbretter auf’s Dach laden und alle drei einfach nur ein gemeinsames Ziel haben – die Welle. Auf ihr reiten, einfach sehen, was passiert und zusammen sein.</p>
<p>Denn diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen, mit allen eigenartigen und allen wunderbaren Seiten der anderen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Surfcamp Nicawaves" href="http://nicawaves.com/" target="_blank">Nicawaves</a> für das gemeinsame Surfen auf einer Welle.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><object width="735" height="538" classid="clsid:02BF25D5-8C17-4B23-BC80-D3488ABDDC6B" codebase="http://www.apple.com/qtactivex/qtplugin.cab"><param name="src" value="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov"><param name="autoplay" value="false"><param name="type" value="video/quicktime" height="538" width="735"><embed src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/02/DuundDuundIch.mov" height="538" width="735" autoplay="true" type="video/quicktime" pluginspage="http://www.apple.com/quicktime/download/"></object></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p><strong>Reist du auch gerne mit Freunden oder lieber alleine? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Dann weißt du</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jan 2015 20:37:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Nicaragua]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am ersten Tag ist dir alles fremd, am zweiten kennst du schon alle Wege blind und am dritten warst du niemals nie da. Mitkommen und ankommen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wo ist die Toilette? Und wo gibt’s Wasser? Gestern wusstest du noch ganz genau, wo die Toilette ist. Sogar wo die sauberste ist. Gestern wusstest du auch noch ganz genau, wo es Wasser gibt und dazu noch deinen liebsten Müsliriegel. Jetzt bist du gerade am Playa Gigante angekommen und schon wieder ist alles neu. Obwohl es hier gar nicht so anders aussieht – ein Einstraßenörtchen direkt am Strand, ein paar entspannte Surfer, ein paar entspannte Surfer Lookalikes und keine Uhren – fühlt sich trotzdem alles fremd an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-649" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Beach_People-808x538.jpg" alt="0.Beach_People" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle Menschen in diesem Ort wirken in deinen Neulingsaugen wie langjährige beste Freunde. Jeder scheint jeden zu kennen und jeder scheint sich hier besser auszukennen als du. Bevor du aber jemanden kennenlernst, möchtest du erst einmal deine Grundversorgung in Einklang bringen. Toilette, Durst, Hunger. Also fragst du dich einfach durch. Den, der gerade auf dem Terassensofa entspannt, fragst du nach der Toilette. Auf dem Weg dahin, entdeckst du dann auch selber die Schilder. Die waren vorher irgendwie nicht da. Den Typ im Nachbarzimmer fragst du nach der nächsten Pupleria, um Wasser zu kaufen. Den nächsten Menschen, der dir auf der Straße begegnet, fragst du nach seinem lokalen Lieblingsrestaurant und probierst es dann einfach aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-655" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Restaurant sitzen alle anderen Gäste gemeinsam an der Bar, sind anscheinend extrem gut mit dem Besitzer befreundet und bestellen alle ohne Menükarte, sondern mit &#8220;Das Gleiche wie immer!“ Du brauchst aber eine Menükarte, liest sie ausgiebig und hast dann dennoch Fragen zu den einzelnen Gerichten. „Ist es mit Reis oder ohne? Kann ich es auch ohne haben?“ „Si, si, claro!“ Dann kommt es doch mit Reis, aber du nimmst es einfach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-646" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bar_Jose-808x432.jpg" alt="0.Bar_Jose" width="808" height="432" /></p>
<h3></h3>
<p>Später gehst du in die Bar von deinem Hostel. Weil sie direkt am Meer ist, weil sie supergemütliche Sessel hat und weil sie die einzige Bar in diesem Örtchen ist. Du gehst rein und kennst niemanden. Gerade jetzt vermisst du doch den Strandort, den du heute Morgen verlassen hast. Dort weißt du genau, wer gerade an der Bar sitzt. Eigentlich hättest du ja auch noch bleiben können. Naja, jetzt bist du hier und setzt dich halt an die Bar. Beim Nica libre lernst du ein paar andere Reisende und ein paar Locals kennen. Locals und Nichtlocals mischen sich hier ganz wunderbar. Du erfährst, dass die Pulperia, in der du warst, auch die einzige hier ist. Und dass es ein Stückchen weiter die Straße runter noch besseres Essen gibt. Und dass Mario das große Wellenbild an der Wand gezeichnet hat und deswegen Nica libre auf&#8217;s Haus schlürft. Viel zu früh bist du viel zu müde von der Reise und von den vielen neuen Eindrücken, dass du viel zu früh ins Bett gehst. Dass es hier keine Uhren gibt, fandest du schon von Anfang an gut.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-651" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Drink_-808x538.jpg" alt="0.Drink" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du aufwachst, stellst du fest, dass du genau dort aufwachst, wo du gestern eingeschlafen bist. Dein Bett ist so schön eingelegen. Sogar schlaftrunken vom frühen Morgen findest du den Weg zur Toilette. Danach rollst du deine Yogamatte auf der Terrasse aus, machst eine Klasse und startest deinen Tag.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-650" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bulli_-808x529.jpg" alt="0.Bulli" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du dich mitten am zweiten Tag auf den Weg zur Pupleria machst, weißt du bereits, dass du dafür keine Schuhe brauchst. Auch wenn es ein paar Steine auf dem Weg gibt, du weißt, wo sie sind und kannst sie umgehen. Du weißt, dass vor der Ecke der Baum steht, auf dem immer ganz hühneruntypisch die Hühner sitzen. Hinter der Ecke sitzen vor dem Haus die Hühnerbesitzer. Wenn du um sie biegst, werden mindestens zwei Kinder auf den Fischernetzen spielen, zwei Erwachsene im Plastikstuhl sitzen und Radio hören und ein Strandschwein wird gerade das Hühnerfutter wegessen, bis die Radiohörer es merken und verscheuchen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-654" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Pig_-808x518.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="518" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Pulperia holst du wie selbstverständlich die Wasserflasche aus der Ecke, dazu noch einen Apfelsaft, der steht im hintersten Kühlschrank, zweite Etage von oben, ganz rechts. Manchmal muss man ein bisschen suchen, weil so viele Ananassäfte davor stehen. Aber eigentlich ist immer noch einer mit Apfel da.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-657" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Skelett-808x538.jpg" alt="0.Skelett" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Um herauszufinden, wann heute das Surftaxi fährt, fragst du am besten nicht den Barmann José und auch nicht das Mädchen für alles Rosalie, obwohl du sie so gerne fragen würdest. Aber du weißt, du fragst lieber direkt den Surfguide Kevin, rechnest dann mit plusminus einer Stunde und bist in dieser Zeit einfach bereit. Dann kommst du mit ins Surftaxiboot. Wenn Kevin dich dann direkt hinter der Welle ins Wasser lässt, weißt du aber auch, dass sie zu Big Waves wachsen können, die dich ordentlich durchspülen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-652" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammocks_Buddha-808x538.jpg" alt="0.Hammocks_Buddha" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-656" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Shark_-808x491.jpg" alt="0.Shark" width="808" height="491" /></p>
<h3></h3>
<p>Bei der Open Mic Night in der Bar ist das halbe Dorf anwesend. Du gehst ganz selbstverständlich hinein und begrüßt die Barsitzer. Du weißt schon, bei wem du deinen Nica libre bestellen musst und kennst bereits die Hälfte derer, die sich diesen Abend auf die Bühne trauen. Von manchen hättest du diese Stimme gar nicht erwartet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-658" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_Bar-808x520.jpg" alt="0.Sundown_Bar" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-662" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_StandUpPaddle-808x538.jpg" alt="0.Sundown_StandUpPaddle" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Am Abend liegt vor deinem Hauseingang wieder die Kuh am Strand, als würde sie sich im Mondlicht sonnen. Die hast du gestern schon gesehen. Von weitem ist sie erst nicht zu sehen, sie fügt sich ganz gut in die dunklen Bänke und Steine ein, die da eh rumstehen. Doch wenn du näher kommst, ist es die große Kuh, die entspannt auf’s Meer blickt. Genau wie du es am Tag getan hast.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-661" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sundown_red-808x538.jpg" alt="0.Sundown_red" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als du am dritten Tag überlegst, was du zum Frühstück isst, wunderst dich, dass du erst zweimal hier gefrühstückt hast. All die Zeit, die du hier verbracht hast, kann unmöglich in nur zwei Tage gepasst haben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-653" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.LSO_-808x552.jpg" alt="DCIM100GOPRO" width="808" height="552" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Straße bewegst du dich so gekonnt um die Steine, dass Neuankömmlinge ihr Auto anhalten und dich nach einem guten Ort für die Nacht fragen. Als du später so selbstverständlich auf dem Terassensofa sitzt, kommen Neuankömmlinge zu dir und fragen, wo die nächste Pulperia ist.</p>
<p>Aber morgen geht’s weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Gigante Bay" href="http://www.gigantebay.com/" target="_blank" class="broken_link">Gigante Bay</a> für’s schnelle Ankommen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Happy caribbean Birthday!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jan 2015 20:18:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Karibik]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das beste Geburtstagsgeschenk kann man nicht kaufen und braucht man nicht tragen. Es ist eine innere Einstellung.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wache auf, über mir mein Moskitonetz, neben mir eine Karte. Es ist schön unter einem Moskitonetz aufzuwachen. Die Welt darunter ist weiß und gemütlich und irgendwie eingelegen. Die Welt außerhalb ist zu verschwommen, um wirklich zu existieren. Sie wird erst real, wenn man sich für sie entscheidet und unter dem Netz hervorkriecht. Es ist auch schön neben einer Karte aufzuwachen. Es ist etwa halb neun und meine Mitreisenden Sani und Joelito sind schon ausgeflogen zu ihrem frühen Tauchkurs. Sie haben mir diese Karte hinterlassen, eine selbstgebastelte. Außen rot mit weißen Punkten, innen blau mit eingeklebten bunten Buchstaben. Jeder dritte ist durch Reisestrapazen abgefallen und mit einem Kuli wieder nachgezeichnet: HaPpY BIrtHDaY!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-628" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.KarteI-808x606.jpg" alt="0.KarteI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-634" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.SaniJoelito-808x538.jpg" alt="0.Sani&amp;Joelito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Daneben liegt noch etwas: Eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekse. Alle sind durch Reisestrapazen zerkrümelt. Es ist eine Packung meiner hiesigen Lieblingskekskrümel. Ich lese die Karte viel zu lange, als man eigentlich dafür braucht. Dann starre ich sie noch etwas an. Sie ist viel hübscher, als ich mir je eine Karte aus einem Backpack hätte vorstellen können. Irgendwann entscheide ich mich für die Außenwelt und krieche unter dem Netz hervor und gleich weiter auf die Terrasse. Hier wartet schon die Karibik auf mich: Sonne, Meer, Palmen und Sandflöhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-615" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Bird_Sea-808x538.jpg" alt="0.Bird_Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie ich es in meiner Karibikroutine jeden Morgen tue, krame ich meine Matte heraus und mache eine Yogaklasse. Das ist eh jeden Morgen anders, aber diesen Morgen ganz besonders gut. Atmung und Bewegung sind im mühelosen Einklang, Figuren formen sich wie von selbst und beim Shavasana sinke ich so tief in den Boden, dass ich sogar endlich einmal spüre, wovon mir schon ein paar Ureinwohner Utilas berichtet hatten: Manchmal, wenn sie gerade ganz ruhig auf dem Boden sitzen, spüren sie ein ganz sanftes Erdbeben tief drinnen in der Erde. Es fühlt sich verwirrend an. Da es ein unbekanntes Gefühl ist, versucht mein Gehirn zunächst bekannte Erklärungen zu finden. Ein Hund, der mit ziemlich intensiven Schritten auf der Terrasse umherläuft. Oder jemand, der genau unter mir ziemlich fest an den Terrassenstützen rüttelt. Aber da ist kein Hund und kein Rüttler. Ein bisschen unheimlich und zugleich aufregend so etwas so tief aus der Erde zu spüren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-626" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Hammock_me-808x538.jpg" alt="0.Hammock_me" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Als mir mein Gehirn vortäuscht, dass der Hund immer riesiger wird je näher er auf mich zuläuft, wird es zu verrückt. Ich springe auf und unter die Dusche. Unter der Dusche bin ich auch gerne, fast genauso gerne wie unter’m Netz. Danach stolpere ich raus auf die Straße. Die einzige Straße auf dieser karibischen Insel Utila. Gleich um die Ecke begrüßt mich der ältere, freundliche Mann, der oft dort sitzt: „Hello Princess! Today we got god’s blessing: the wind.“ Und er hat Recht, denn wenn es Wind gibt, gibt es keine Sandflöhe und wenn es keine Sandflöhe gibt, gibt es nichts, dass dir das Karibikfeeling zerstört und dich einfach nur nach einer neuen Haut suchen lässt.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-635" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Sea_-808x538.jpg" alt="0.Sea" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach Frühstück muss ich trotzdem suchen und komme dabei an der Tauchschule von Sani und Joelito vorbei. Also schaue ich mal, was die beiden gerade treiben. Als hätten sie auf mich gewartet, kommen sie gerade pitschnass aus dem Wasser und stimmen zum ersten Geburtstagsständchen an. Dreistimmig von Sani, Joelito und Ernesto, dem Tauchlehrer, der egal was er sagt oder singt, immer ein ansteckendes Lachen im Gesicht trägt. Zum Ständchen gibt es eine pitschnasse Umarmung, die in der heißen Karibiksonne genau richtig kommt. Ernesto tauft mich für den heutigen Tag Cumpleañita. Wie es sich fügt, haben sie auch genau jetzt ihre Pause und wir gehen gemeinsam essen. In die Bar mit der großen gemütlichen Terrasse über dem Meer. Meinen Lieblingsplatz auf der Schaukel, Glückwünsche vom mittlerweile befreundeten Barpersonal und ein Gemüseomelett bekomme ich hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-637" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.RehabI-808x606.jpg" alt="0.RehabI" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-620" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Sani-808x538.jpg" alt="0.Boat_Sani" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Anschließend schnappen wir unsere Schwimmsachen und düsen mit unserer Lieblingsbootcrew auf unserem Lieblingsboot raus ins karibische Meer. Dieses ist tatsächlich, wie man es sich vorstellt: azurblau, kristallklar und badewannenwarm. Wir ankern mitten im Riff, manche schnorcheln, manche tauchen, manche hängen auf dem Boot rum. Unser Kapitän Foster Cooper, der erst durch uns erfahren hat, dass sein Vor- als auch sein Nachname jeweils der Name einer australischen Biersorte ist, spielt seine Playlist. Dieselbe Playlist wie alle anderen Tage. Dieselbe Playlist, die aus denselben fünf Songs besteht. Zweimal karibischer Reggaeton, zweimal amerikanischer Country und einmal deutsche Charts. Dazu floatet es sich super im Rettungsring hinter dem Boot. Foster und mein Lieblingsspiel ist Mermaid-Catching: Ich sitze im Reifen, er zieht mich mit einem Seil ins Boot, dabei fangen meine Haare soviel Seegras ein, wie es wohl braucht, um zur Meerjungfrau zu mutieren. Beim Seegrasrauspulen stimmen Joelito und seine Gitarre zu noch einem Geburtstagsständchen an. Mitten auf diesem Boot, mitten in diesem karibischen Meer spielt er eine Eigeninterpretation von ‚Happy Birthday’. Alle stimmen mit ein, auch ich.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-638" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.jump_Lena_Sani-2-808x538.jpg" alt="0.jump_Lena_Sani 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-616" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_Dive_Tanks-808x538.jpg" alt="0.Boat_Dive_Tanks" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Im Sonnenuntergang fahren wir mit dem Boot zurück zum Steg. Der Sonnenuntergang ist wirklich besonders schön, weil er jede Nuance von pink trägt, weil er über dem karibischen Meer stattfindet und weil er mein Geburtstagssonnenuntergang ist. Am Steg trinken wir kaltes karibisches Bier, das tatsächlich weniger nach Wasser als nach Bier schmeckt. Gerade als wir dieses öffnen, kommen Lilly und Bruce um die Ecke. Ein lokales Paar, mit dem wir drei Tage zuvor die gesamte Weihnachtsnacht am Strand durchgetanzt haben, uns seitdem verbunden fühlen und unbedingt wiedertreffen wollten. Als hätten sie gewusst, dass wir gerade jetzt mit kaltem Bier anstoßen. Das Wiedersehen ist fröhlich, herzlich und voller lustiger bis beschämender Erinnerungen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-619" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Boat_People-808x630.jpg" alt="0.Boat_People" width="808" height="630" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-622" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.Chillin_Dock-808x501.jpg" alt="0.Chillin_Dock" width="808" height="501" /></p>
<h3></h3>
<p>Sani, Joelito und Ernesto verschwinden kurz und kommen kurz danach mit einem Kuchen mit Kerze und Ständchen wieder. Man kann nie genug Geburtstagsständchen bekommen. Gleiches gilt für Kuchen, vor allem, wenn es Karottenkuchen von einer lokalen Karottenkuchenkönigin ist. Saftig, mit Nüssen und einem cremigen Icing. Er ist wahnsinnig lecker und so viel mehr als ein Karottenkuchen. Alle gesellen sich darum und wie es sich fügt, gibt es genau ein Stück für jeden, der gerade auf dem Steg ist. Geschirr gibt es nicht und nur ein Bootsmesser, aber in der Hand gematscht schmeckt es noch besser. Niemand scheut sich und alle haben Icing an der Nase kleben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-636" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2015/01/0.TITEL_-808x577.jpg" alt="0.TITEL?" width="808" height="577" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine große Kerze steckt auf dem Kuchen, als ich sie auspuste, wünsche ich mir, dass einfach alle kommenden Tage in genau so einem Fluss sich fügender Momente verweilen.</p>
<p>Denn dieser Tag war einer, von dem ich mir ein ganzes Leben wünsche. Momente einfach atmen lassen, sie leben, wenn sie da sind, vom einen in den anderen fließen und ab und an mal einen guten Karottenkuchen teilen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum Hotel Margarita Bay" href="http://www.tripadvisor.com/Hotel_Review-g292020-d3587959-Reviews-Hotel_Margarita_Bay-Utila_Bay_Islands.html" target="_blank" class="broken_link">Hotel Margarita Bay</a> für das Karibik Zuhause.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hast du auch schon einmal auf Reisen Geburtstag gefeiert? Schreibe einen Kommentar!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Fröhliche Toten!</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2015 03:09:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Street Art]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Kostümierte Mexikaner und ihre erfrischende Sichtweise auf den Tod. Der ‚Dia de los Muertos’ in Mexiko City.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/dia-de-muertos-froehliche-toten/">Fröhliche Toten!</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kostümierte Mexikaner und ihre erfrischende Sichtweise auf den Tod. Der ‚Dia de Muertos’ in Mexiko City.</strong></p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Straßen voller Halbtoter, die Ubahn voller Zombies, die Cafés voller Skelette. Mexiko City zeigte sich mir von seiner untoten Seite. Es war gerade die Woche des ‚Dia de Muertos’ – der Tag der Toten. Ein wichtiger Volksfeiertag, an dem die Mexikaner den Verstorbenen gedenken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-580" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.DiadeMuertos2-808x538.jpg" alt="0.DiadeMuertos2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-573" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Bahnstation-808x538.jpg" alt="0.Bahnstation" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch das ist keineswegs ein beschauliches Gedenken. Überall hängen bunte Girlanden, alle haben Spaß daran sich gruselig zu kostümieren, in den Straßen wird gefeiert und der Kuchen de Muertos gegessen. Die Friedhöfe sind voll mit fröhlichen, tanzenden Menschen, die die Gräber mit fröhlichen, orangenen Blumen verzieren. In der Stadt sind überall ‚Ofrendas’ aufgebaut – Opfergaben mit Geschenken für die Götter. Und alle wünschen sich ‚Feliz Muertos!’ – ,Fröhliche Toten!&#8217;.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-592" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Puppets_Frida-808x538.jpg" alt="0.Puppets_Frida" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-575" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Dad_Baby_Peace-808x538.jpg" alt="0.Dad_Baby_Peace" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Der ‚Dia de Muertos’ findet einen Tag nach Halloween statt. Die Kostümrecyclingoption ermutigt daher alle, noch mehr Leidenschaft in ihre Verkleidung zu stecken. Insbesondere Kinder haben Spaß dabei, sich jedes Jahr ein neues Kostüm zu überlegen und dabei immer gruseliger zu werden. In jedem Jahr gibt es ein Trendkostüm, in dem man besonders viele Kinder sieht. Meistens ist es die böse Hexe aus dem aktuellsten Disney Film.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-589" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kid_Shoulders-808x538.jpg" alt="0.Kid_Shoulders" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-588" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Girl_-808x538.jpg" alt="0.Girl" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber es sind lange nicht nur die Kinder, die sich kostümieren. Auch die Erwachsenen haben großen Spaß an der Maskerade und den Rollen, die sie mit ihrer Maske einnehmen. Man hat dabei das Gefühl, sie schlüpfen ganz und gar in diese hinein. Sie haben Spaß daran, ihre Rolle mit ihrem ganzen Dasein, ihrer Körperhaltung, ihren Bewegungen, auszufüllen. Sie hatten viele Jahre Zeit, ihr Verkleidungstalent auszureifen. Viele haben bemalte Gesichter, die man eher als Kunstwerke bewundern, als beschaudern möchte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-581" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.FacePaint-808x582.jpg" alt="0.FacePaint" width="808" height="582" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-585" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Family_Thumbs-808x585.jpg" alt="0.Family_Thumbs" width="808" height="585" /></p>
<h3></h3>
<p>Hinzu kommen unzählige Essensstände. <a title="Link zur Story 'Detox statt Tortilla'" href="http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/" target="_blank">Essen ist für die Mexikaner von besonderer Bedeutung</a>. Sie essen nicht, um satt, sondern um dick zu werden, erzählte uns einmal ein Einheimischer in Oaxaca. Daher reiht sich ein Tortillastand neben einen Maisstand neben einen Salbutesstand neben einen Churrostand und so weiter. Alle sind voll mit nicht hungrigen, aber essenden Mexikanern in gruseligen Kostümen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-593" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Skellete-808x521.jpg" alt="0.Skellete" width="808" height="521" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-594" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Stand_-808x549.jpg" alt="0.Stand" width="808" height="549" /></p>
<h3></h3>
<p>Dieses bunte Treiben füllt alle Straßen von Mexiko City. Es ist ein unterhaltsamer als auch inspirierender Anblick. Zum einen dafür, sich sein Gesicht bunt zu bemalen. Zum anderen dafür, den Tod neu zu betrachten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-576" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Devil_-808x570.jpg" alt="0.Devil" width="808" height="570" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-583" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Family_Posing-808x538.jpg" alt="0.Family_Posing" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Niemand trauert um die Verstorbenen, vielmehr freut man sich für sie. Denn sie haben ein ganz anderes Verhältnis zum Tod. Er ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Schon die Maya früher glaubten an drei Stufen des Lebens: die Unterwelt, das jetzige Leben und der Himmel. Das Leben ist also vielmehr ein Transfer zu einem noch viel besseren Leben. Wer aus dem jetzigen Leben austritt, kommt in den Himmel zu den Göttern. Da wollen alle hin. Wer stirbt, wird daher nicht betrauert, sondern beglückwünscht und befeiert. Mein Lieblingssouvenir aus Mexiko ist daher eine neue, beflügelnde Perspektive auf das Leben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-591" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Offrenda-808x538.jpg" alt="0.Offrenda" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-590" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kid_Skelett-808x522.jpg" alt="0.Kid_Skelett" width="808" height="522" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist euer letztes Lieblingssouvenir? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Ganz neue Langeweile</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/honduras-ganz-neue-langeweile/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2014 18:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>In nur eineinhalb Woche in Honduras habe ich neu entdeckt, was man auf Reisen eigentlich nie hat: Alltag. </p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Um halb acht aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-528" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_People-808x537.jpg" alt="0.Way_People" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-523" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Way_car_scooter-808x537.jpg" alt="0.Way_car_scooter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Nach eineinhalb Wochen in El Porvenir war bereits der Alltag eingekehrt. In der Mittagspause zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen, zurück zur Blechhütte. Nachmittagsunterricht. Danach holt mich meine Freundin Sany dort ab, wir gehen zusammen zurück ins Haus. Kochen, rumsitzen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-525" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cows-808x537.jpg" alt="0.way_cows" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-524" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_cow-808x537.jpg" alt="0.way_cow" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Wenn es wie immer regnet, machen wir Yoga im Keller. Wenn mal nicht, gehen wir joggen. Mehr allerdings ist nicht drin. Wir haben zwei Stunden zwischen Unterrichtsende und Tagesende. Denn sobald es dunkel wird, ist es zu unsicher in den Straßen. Und nach halb neun quasi lebensmüde. Weil dann alles Straßenleben verschwindet und nur noch die Straßenkriminalität bleibt. Wir verbringen daher jeden jeden Abend im verbarrikadierten Haus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-514" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Classroom_stilllife-808x537.jpg" alt="0.Classroom_stilllife" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>In diesem Haus gibt es nicht viel. Ein viel zu kleines Zimmer für vier Eingequetschte. Eine offene Küche mit vier Herdplatten und nichts außer Stehplätzen. Ein Wohnzimmer mit Küchengeruch, ausschließlich kaputten und daher unbequemen Sitzmöglichkeiten. Ein Balkon voller Mücken, kompletter Vergitterung und daher Gefängnisatmosphäre.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-511" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.boy_gitter-808x537.jpg" alt="0.boy_gitter" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-515" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.dogs_-808x537.jpg" alt="0.dogs" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>An keinem dieser Orte will man sich gerne für länger niederlassen. Nichts ist gemütlich genug, um dort Zeit zu verbringen und darüber hinaus kreativ zu werden. Eine Geschichte schreiben, Spanisch lernen, einen Stuhl bauen, selber Kreuzworträtsel entwickeln, ein Mittel gegen Mücken erfinden. Zu nichts bin ich in der Lage. Zu beschäftigt bin ich damit, eine komfortable Situation zu finden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-522" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.walk_hands-808x537.jpg" alt="0.walk_hands" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Da mir aber dies nur sehr selten gelingt, sucht mich daher hingegen eine komfortable Situation heim: Die Langeweile. Während ich so ungemütlich herumsitze, gerade den immer gleichen Weg zum Unterricht laufe oder den Gasherd in der Küche mal wieder nicht anbekomme, empfinde ich dieses Gefühl. Es ist ein neues Gefühl. Es fühlt sich irgendwie lähmend an – ich will es beseitigen, aber nichts dafür tun. Als würde ich immer tiefer in die Langeweile hineinsinken. Auch ein bisschen kribbelig, aber eher unangenehm, als angenehm kribbelig.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-521" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Tuktuk-808x509.jpg" alt="0.Tuktuk" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Sogar der Unterricht selbst hat eine Art Routine: Zu Begin freuen sich alle da zu sein, jedes der Kinder umarmt mich zum Hallo sagen. Alle setzen sich brav auf die Stühle und Bänke, sind gespannt, was wir heute machen. Wir beginnen mit einem routinierten Opening Circle. Alle setzen sich im Kreis hin, jeder sagt ‚Guten Morgen’ und was ihm vom letzten Tag besonderes in Erinnerung geblieben ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-517" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Horse_-808x538.jpg" alt="0.Horse" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-518" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.HorseII-808x538.jpg" alt="0.HorseII" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Dann starten wir in die erste Aufgabe. Jedes Mal wundere ich mich wieder, wie ruhig und aufmerksam dabei alle sind. Doch jedes Mal ist diese Ruhe und Aufmerksamkeit auch nach der ersten Aufgabe vorbei. Den Rest der Klasse bin ich damit beschäftigt, die Kinder im Zaum zu halten. Bis es kurz vor Ende einen kleinen Snack gibt. Dann sitzen alle wieder brav und ruhig, damit sie auch ihren Snack bekommen. Nach dem routinierten Closing Circle freuen sich alle, wie schön der Tag war, was mich jedesmal wieder wundert. Jedes Kind umarmt mich zum Tschüss sagen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-516" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Elias_table-808x538.jpg" alt="0.Elias_table" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-519" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.Kids_Sea_Still-808x538.jpg" alt="0.Kids_Sea_Still" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Langeweile gehört fast schon zu dieser neuen Alltagsroutine, die ungewöhnlich schnell eingekehrt ist. Und die gerade auf Reisen ein eigentlich abwesendes Phänomen ist, wo ich meistens weder die Uhrzeit, noch den Wochentag kenne. Hier werden sogar die Wochenenden wieder fühlbar. Denn da wird, wie es sich für eine ordentliche Routine gehört, genau diese gebrochen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-526" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.way_Horse-808x537.jpg" alt="0.way_Horse" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Kein Unterricht, kein Wecker. Da es nur den einen Weg gibt, wird er trotzdem gelaufen. Dafür zu anderen Zeiten. Wenn es wie immer regnet, haben wir noch mehr Zeit zum ungemütlichen Rumsitzen und Yoga im Keller machen. Wenn mal nicht, gehen wir laufen oder aber machen einen Tagesausflug in den dschungeligen Wald zu den Wasserfällen und den großen Bäumen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-520" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/12/0.mum_kids-808x537.jpg" alt="0.mum_kids" width="808" height="537" /></p>
<h3></h3>
<p>Aber abends sind wir wieder zurück im verbarrikadierten Haus. Denn wenn es dunkel wird, ist es zu gefährlich in den Straßen. Und am Montag um halb acht müssen wir wieder aufstehen. Duschen. Avena Frühstück. Um halb neun zum Unterricht gehen. Die Straße hoch, „Buenas dias!“ zu den Nachbarn links, Straße weiter hoch, beim Truthahn rechts, über die provisorische Brücke, durch die drei großen Pfützen, rechts und gleich wieder links. Dort steht die provisorisch wirkende, aber kontinuierlich genutzte Blechhütte, in der ich jeden Tag Kinder aus dem Dorf unterrichte.</p>
<p>So schrecklich und schön Alltag auch ist – irgendwie fühlt er sich doch überall gleich an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Christians Fotos" href="https://www.flickr.com/photos/128159398@N03/" target="_blank">Christian</a> für den Foto-Support.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Habt ihr auch schon einmal Routine auf Reisen erlebt? Schreibt einen Kommentar!</strong></p>
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		<title>Eine Sorte Schokoladenkekse</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Dec 2014 02:13:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Guatemala]]></category>
		<category><![CDATA[Berge]]></category>
		<category><![CDATA[Dorf]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Ort der Entspannung und des Konsums. Häh?</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Fast war der See im Boot größer als der See unter’m Boot. Mit Vollspeed und großen Bugwellen düsten wir gerade über den Lago Atitlan. Alles, worauf unsere Existenz beruht, triefte bereits vor Nässe: Wir selbst und unsere Rucksäcke. Wie sie in dem Bootsee an unseren Füßen umherschwammen, wirkten sie viel leichter, als sonst auf unseren Rücken. Kurz vor Sonnenuntergang erreichte unser Boot Santa Cruz.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-485" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BoatRiding-808x465.jpg" alt="0.BoatRiding" width="808" height="465" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-487" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Boats_Arriving-808x517.jpg" alt="0.Boats_Arriving" width="808" height="517" /></p>
<h3></h3>
<p>Santa Cruz ist ein kleines Dorf am Lago Atitlan. Oder vielmehr eine kleine Häuseransammlung zwischen Seeufer und Bergfuß. Da der See dem Berg immer näher rückt, ist dazwischen nicht viel und immer weniger Platz. Neben dem Bootsanleger und den wenigen Häusern gibt es hier einen kleinen Kiosk, der Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verkauft. Glücklicherweise leckere Schokoladenkekse. Außerdem etliche scheinbar unbenutzte blaue Boote im Wasser und eine beeindruckende Vielfalt an Flora und Fauna. Pflanzen haben Farben und Spinnen haben Beine, die mich immer wieder auf’s Neue beeindruckten. Hier wollten wir uns für ein paar Tage niederlassen. Zumindest so lange, bis wir all unser Hab und Gut wieder getrocknet hatten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-492" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Colors-808x538.jpg" alt="0.Plants_Colors" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-496" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sundwon_Stegguy-808x538.jpg" alt="0.Sundwon_Stegguy" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Noch nie hatte ich einen See mit so starken Wellen gesehen. Da sich diese auch kein Einheimischer erklären kann, besagt die Legende, dass der Wind die Seele eines Prinzen ist, der über das Wasser fegt – auf der Suche nach seiner Prinzessin, die einst bei einem Bootsunfall kenterte. Die Wellen sind jeden Tag anders, aber immer wild. Zumindest für einen See. So wild, dass man denkt, man sitze am Meer. Nur verschwindet das Wasser nicht einfach dort hinten irgendwo am Horizont. Es türmen sich riesige Vulkane rings um das Seemeer auf. Deren Spitzen immer wolkenbehangen sind, sogar wenn der Rest des Himmels klares Blau trägt. Auch wenn sie mittlerweile inaktiv sind, wirkt es so, als würden die Vulkane doch noch ein bisschen dampfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-498" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Swing_-808x538.jpg" alt="0.Swing" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Sie sehen nicht nur surreal schön aus, sie haben auch einst den See Atitlan geformt. Denn bevor das Wasser kam, war er ein Krater, der eine der ältesten Mayastätten beherbergte. Daher kann man auch heute noch Maya Ruinen auf seinem Grund ertauchen. Zudem sorgen die Vulkane für durchgehenden Frühling. Denn sie fangen alle Wolken mit ihrem Regen ab, die sich dem See auch nur nähern. Abends kann man neben einem beeindruckendem Sonnenuntergang auch oft ein Blitzlichtgewitter in den Vulkanen beobachten – ganz ohne Donner, Regen und Angst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-501" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Writing-808x513.jpg" alt="0.Writing" width="808" height="513" /></p>
<h3></h3>
<p>All das und noch eine Priese unbeschreibliche Mystik kreieren eine besondere Stimmung um den See. In der Luft liegt eine Magie, die jeden Ankömmling sofort entspannt und ihn nicht mehr los lässt. Von der Ankunft an bannt der See den Blick eines Jeden. Als könnte jeden Moment Nessie in ihm auftauchen. Sollte es passieren, würde es niemand verpassen. Denn jedes Auge klebt ununterbrochen auf ihm – am Tag mit Licht, am Abend ohne. Ohne es bewusst zu merken, wird jedes Haus, jedes Fenster, jeder Stuhl nach dem See ausgerichtet. Menschen, die hier wohnen, erzählen alle die gleiche Geschichte: Wenige Minuten nach ihrer Ankunft, wussten sie, sie würden hier für immer bleiben wollen – und stornierten ihren Rückflug. Egal, ob das 25, 12 oder 2 Jahre her ist.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-489" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kids_ViewII-808x500.jpg" alt="0.Kids_ViewII" width="808" height="500" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-495" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Steg_Schaukel-808x538.jpg" alt="0.Steg_Schaukel" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Die Freiheit, die in diesem Evergreen-Blick liegt ist wunderbar. Die entspannte Magie dieses Ort ist überwältigend. Menschen kommen her aus genau diesem Grund. Menschen leben hier aus genau diesem Grund. Sie machen sich die Entspannung des Ortes zu eigen, denn sie kommt aus dem Ort, nicht aus ihnen selbst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-483" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.-Maya_Mask-808x538.jpg" alt="0. Maya_Mask" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Überall am See sind gemütliche Ecken zum Sitzen, kleine Stege zum Liegen oder geschützte Buchten zum Schwimmen. Doch die Ur- sowie die Neu-Einheimischen haben sich nicht nur die Entspannung, sondern auch die Orte zu eigen gemacht. So wollen all diese Orte der Entspannung auch bezahlt werden. Man kann zwar in der Ecke sitzen, auf dem Steg liegen und in der Bucht schwimmen – aber nur, wenn man dort auch konsumiert. Wir finden keinen Ort, an dem wir ohne Limonade entspannen dürfen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-491" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Color-808x538.jpg" alt="0.Plants_Color" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-500" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Weg_-808x538.jpg" alt="0.Weg" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wer nicht à la carte im Restaurant oder Hotel speist, kann nur Ananas, Wassermelone und eine Sorte Schokoladenkekse verspeisen. Nach zwei Tagen kennt der Kioskmann bereits meine halbe Lebens- und meine <a title="Link zur Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">Kompressionsstrumpfgeschichte</a>. Alles la carte ist liebevoll und köstlich zubereitet, doch teuer und konsumtreibend. Was wiederum meine Entspannung torpediert. Denn für mich bedeutet dies auch Gemütsgetriebenheit, Zeitlosigkeit, Konsumverzicht. Das Gemüt treibt ganz gut beim Wandern, Yoga machen, Nichtstun. Uhrzeiten muss ich zwei wissen: Um 15 Uhr entscheiden, ob ich um 19 Uhr essen möchte. Aber ständig muss ich meine Geldbörse aus dem Zimmer holen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-488" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Dog_-808x454.jpg" alt="0.Dog" width="808" height="454" /></p>
<h3></h3>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-494" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Sea_Bed-808x497.jpg" alt="0.Sea_Bed" width="808" height="497" /></h3>
<p>Als ich mit leichter Geldbörse und trockenem Rucksack in das noch trockene Boot steige, denke ich trotzdem: Von hier nehme ich ein Stück mit. Denn die Magie in der Luft hat all mein Hab und Gut getrocknet. Vielleicht komme ich sogar noch einmal zurück. Denn genau diese brauchen meine Sachen spätestens nach dieser Bootsfahrt wieder. Und ich auch ein bisschen. Gut, dass man diese Magie niemals materialisieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zum La Iguana Perdida" href="http://laiguanaperdida.com/" target="_blank">La Iguana Perdida</a> für die Einladung an diesen mystischen Ort.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/lago-atitlan-eine-sorte-schokoladenkekse/">Eine Sorte Schokoladenkekse</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Als der Hahn sich strangulierte</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Nov 2014 22:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Honduras]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Gefangen]]></category>
		<category><![CDATA[Regen]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Regen aus Eimern: Der Hahn steht unter’m Farn, ich im Müllsee und das Haus unter Wasser. </p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/">Als der Hahn sich strangulierte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Am dritten Tage regnete es. „Das Wetter ist ja so viel schöner hier als in Guatemala“, hatte ich die vorherigen zwei Tage noch gesagt. Da wunderte ich mich, warum die anderen mich komisch ansahen. Vor meiner Ankunft war nämlich durchgängig Regen – und dieser kam zurück.</p>
<p>In Honduras war gerade Regenzeit. Mit Regen meine ich daher nicht einfach nur Regen. Es ist, als ob ein Eimer voller Wasser über dir ausgeschüttet wird. Dieser Eimer ist ununterbrochen voll und folgt dir auf Schritt und Tritt. Das Ganze 24 Stunden am Tag ohne Pause – und den nächsten Tag auch.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-473" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-9-808x606.jpg" alt="Foto 9" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Dieser dritte Tag war ein solcher. Am Tag war ich trotz Regenequipment schon zweimal komplett triefnass geworden. Also kauerte ich mich am Abend unter dem Terrassendach in meinem Djellabah. Die Hühner in unserem Garten liefen immer verwirrter umher. Irgendwie wollten sie nicht nass werden, aber trotzdem überall nach Essen picken. Außer der Chefhahn. Sein schönes Federgewand war ihm wohl zu edel, schon den ganzen Tag hockte der Hahn unter dem Farn. Stundenlang stand er in dieser Position, ohne sich zu bewegen. Plötzlich aus dem Nichts hörten wir ein lautes Quieken, ein schnelles Flügelschlagen und der Hahn hing kopfüber im Rasen. Innerhalb weniger Sekunden hatte er sich selbst erdrosselt – mit dem Seil, das an seinen Fuß gebunden war. Wie auch immer er das geschafft hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-472" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-8-808x606.jpg" alt="Foto 8" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>An dem kurzen Seil gebunden, hätte er wohl auch nicht überlebt was danach passierte. Denn kurz danach konnte der Boden nicht mehr Wasser aufsaugen. Aus dem schon zuvor zum knietiefen See gewordenen Garten wurde eine Bugwelle, die auf die Terrasse schwappte. Auf einmal ging alles ganz schnell. Zwischen Bugwellenwasser und Türschwelle waren nur noch drei Zentimeter, als wir merkten, es würde ernst werden. Alle natürlichen Abfließ- und Aufsaugwege des Regens waren voll und das Wasser stieg minütlich einen ganzen Zentimeter. Man konnte quasi zusehen. Demzufolge floss drei Minuten später auch schon die erste Welle in unser Haus. Das Wasser strömte regelrecht hinein als hätte es die ganze Zeit nur darauf gewartet. Endlich durfte es jede Ecke unseres Hauses erkunden.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-467" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-3-808x606.jpg" alt="Foto 3" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir liefen schnell durch alle Zimmer und schmissen alle Sachen auf die dazugehörigen Betten. Vor allem die Dinge auf dem Boden – und dort lagen so einige Sammlungen an Elektrokabeln und benutzten Socken. Die wichtigste iPad-iPhone-Technik sammelten wir in einer Tüte, platzierten sie auf dem höchsten Tisch und beobachteten sie immer mit einem halben Auge.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-471" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-7-808x606.jpg" alt="Foto 7" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Nur meine Freundin Sany und ich waren zu diesem Zeitpunkt im Haus. Unsere anderen vier Mitbewohner waren unterwegs. Einer kam zwischendurch, dem wir nicht die verriegelte Tür öffnen konnten. Denn davor stand das Wasser mittlerweile kniehoch, im Haus konnten wir es gerade noch wadenhoch halten. Hinzu kam der hämmernde Lärm des aggressiven Regens auf dem Wellblechdach. Schon am Abend konnte ich nicht skypen wegen des Lärms. Selbst nebeneinander stehend musste man sich anschreien.</p>
<p>Also schrien wir ihn durch’s Fenster an, die Bomberos zu holen. „Häh?“ „Bomberos!“ „Häh?“ „Bomberos!“ So in etwas lief die Unterhaltung ab. Die Bomberos sind die lokale Feuerwehr und die lokale Feuerwehr sind unsere Freunde. Vielmehr als die lokale Polizei, denn die sind mehr korrupt als Freund und Helfer. Die Bomberos allerdings hatten bereits zu viel mit allen anderen überschwemmten Häusern zu tun.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-469" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-5-808x606.jpg" alt="Foto 5" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Kurz danach kam unsere direkte Nachbarin Celina mit ihrer dreijährigen Tochter Alisson. Ihr kleines Einzimmerhaus lag noch etwas tiefer als unseres und war schon hüfthoch geflutet. Was für die kleine Alisson scheitelhoch war. All ihr Hab und Gut schwamm bereits um sie herum, als sie beide von ihrem frühen Schlaf aufwachten. Ganz aufgeregt kam sie mit Alisson auf dem Arm und ihrem Handy in der Hand hilfesuchend zu uns. Sie wusste nicht, was sie noch greifen sollte.</p>
<p>Innerlich eigentlich selbst voller unwissender ansteigender Panik, beruhigten wir sie und übernahmen Alisson. Zu unserer Hausrettungsverantwortung trugen wir nun auch noch die Alissonbespaßungsverantwortung. An diesem Abend lernten wir so einiges Spanisch wie ‚Wie lustig! Ein großer Swimmingpool!’ oder ‚Das ist kein schwimmendes Radio, das ist ein Schiff!’ oder ‚Auch Prinzessinnen müssen manchmal baden!’. Unsere Nachbarin Celina lief in ihr Haus zurück, um die wichtigsten Sachen zu sichern. Als sie zurück kam, hatte sie einige Taschen bei sich – mit ausschließlich Sachen für Alisson.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-470" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-6-808x606.jpg" alt="Foto 6" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Wir hatten schon die Sofapolster benutzt, um den Spalt der Eingangstür zu verstopfen und waren so mit dem Vordereingang beschäftigt, dass wir erst nicht merkten, dass das Wasser auch schon den Hintereingang gefunden hatte. Der Wasserstrom des Vordereingangs und der Wasserstrom des Hintereingangs trafen genau vor unserer Zimmertür aufeinander, sodass ein noch viel größerer Strom entstand, der sich Vorzugsweise unter unseren Betten zur Ruhe setzte. Und dort auch beängstigend anstieg.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-465" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-1-808x606.jpg" alt="Foto 1" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf der Suche nach zu rettenden Besitztürmern wurde der Gang immer schwerer. Immer mehr Wasser mussten wir vor uns her schieben, immer höher krempelte ich meine Leggins, immer mehr biegten sich die Flip Flops bei jedem Schritt. Die vorgenommene Sicherungslage ‚Alles auf die Betten’ schien jetzt gar nicht mehr so sicher. Da die Bomberos eh nicht kamen und wir nicht all unser weniges Hab und Gut verlieren wollten, musste ein neuer Plan her. Wir mussten höher stapeln. Bett auf Bett. Also packten wir Alisson und alle Sachen vom einen auf’s andere Bett.</p>
<p>Kurz vor’m großen Manöver schrien unsere mittlerweile zusammengetrommelten Mitbewohner uns zur Tür. Sie hatten einen neuen Plan. Alle schnell ins Haus, die wichtigsten Sachen schnappen und zum Beach Haus laufen. Das Beach Haus war überraschenderweise unten am Strand, hatte einen zweiten Stock und wurde von weiteren Freunden bewohnt – da sollten wir sicher sein.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-474" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-10-808x606.jpg" alt="Foto 10" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Also gaben wir unsere Sofapolstersicherungsbarrikade auf, ließen unsere Mitbewohner sowie einen riesen Schwall Wasser hinein, packten unsere Rucksäcke und liefen vor die Tür. Auf dem Terrassentisch packte Celina noch Alissons Sachen in wasserfeste Tüten. Als die beiden sich wiedersahen, hielt sie einen kurzen Moment inne. Alissons Freude an unserem Tumult beruhigte auch sie ein wenig. Dabei fühlte sie sich gerade gar nicht freudig. Sie hatte ihre gesamte Existenz umherschwimmen sehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-468" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-4-808x578.jpg" alt="Foto 4" width="808" height="578" /></p>
<h3></h3>
<p>Alle luden sich Rucksäcke vorne, hinten, seitlich auf. Celina war zu beladen mit Rucksäcken und Nervösität, dass sie sich Alisson nicht auch noch aufladen konnte. Also nahm ich sie und einen Regenschirm auf den Arm. Denn der Regen war so stark, dass er Alisson nicht nur nass, sondern auch aua gemacht hätte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-477" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-12-808x568.jpg" alt="Foto 12" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p>In geballter Rucksackrunde liefen wir los. Erst knietief durch den Gartensee. Der Boden war nicht sichtbar, modrig, glitschig und gleichzeitig mit spitzen Steinen gesät. Keine komfortable Dreierkombination, wenn man mit seinem gesamten Besitz hinten und einem dreijährigen Kind vorne beladen ist. Unser Reisetempo war daher mehr als langsam. Auf der Straße war das Wasser etwas weniger tief, dafür aber mit einer starken Strömung, die einen niederbringen wollte. Auch hier wirkte das Wasser, als wüsste es genau, wohin es wollte. Und wenn du im Weg bist, musst du eben mit.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-466" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-2-808x606.jpg" alt="Foto 2" width="808" height="606" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Weg waren immer wieder Pfützen, die sich über die gesamte Breite der Straße erstreckten und deren Tiefe nicht einzuschätzen war. Aber da mussten wir durch. Irgendwie war jede immer noch ein Stück tiefer als die vorherige. Bis sie so tief wurden, dass meine Flip Flops dem Wasserdruck nicht mehr entgegenhalten konnten. Fast zeitgleich brachen die Zehenstangen ab und ich stand barfuß im schleimigen, spitzsteinigen Müllsee mitten in Honduras’ Straßen. Aber niemand anders konnte diesen Weg für mich gehen. Da musste ich durch. Da ich meine eh alten Sportschuhe im überschwemmten Haus zurück gelassen hatte, war ich ab hier schuhlos. Innerhalb einer halben Stunde reduzierte ich mein Gepäck von zwei Paar Schuhen auf kein Paar Schuhe.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-476" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-11-808x613.jpg" alt="Foto 11" width="808" height="613" /></p>
<h3></h3>
<p>Als wir den letzten mittlerweile hüfthohen Straßenmüllsee durchwateten, sahen wir schon das Licht am Ende: Vor dem Beach House warteten bereits unsere trockenen Freunde auf uns. Wir kamen an und wirklich alles war nass: Alles an uns, alles im Rucksack, Alisson. Trotz mühevoll aufrecht gehaltenem Regenschirm. Wir bekamen eine warme Dusche, ein warmes Gericht und warme Kleidung von den trocken Gebliebenen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-478" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/Foto-13-808x602.jpg" alt="Foto 13" width="808" height="602" /></p>
<h3></h3>
<p>Drei Tage lang brauchten meine Sachen zum Trocknen in dem feuchten Klima, sodass ich drei Tage lang rein in Kleidung anderer verbrachte. Das war ein neues Gefühl von Freiheit. Kein Socken, kein Schuh, der sich zum Anziehen anbot. Kein Zimmer, in den mein Rucksack gehörte. Kein Apfel, den ich essen konnte. Kein Bett, in das ich mich einfach schmeißen konnte. Alles, einfach alles gehörte jemand anderem. Aber alles, einfach alles, gaben mir die anderen gerne.</p>
<p>Ohne die Obhut des Beach Houses wäre es für mich eine echte Katastrophe geworden. Aber so war es nur eine Naturkatastrophe. Nichts zu haben und doch alles nutzen zu können, war ein tolles neues Gefühl von Befreiung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Danke <a title="Link zu Honduras Child Alliance" href="https://secure.etransfer.com/EFT/custom/HCA/Donation480/donation1.cfm?d2org=HondurasCA&amp;d2tool=donate" target="_blank">Honduras Child Alliance</a> für die Obhut.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/regen-in-honduras-als-der-hahn-sich-strangulierte/">Als der Hahn sich strangulierte</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Detox statt Tortilla</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/</link>
		<comments>http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2014 16:37:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Surfing]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die Suche nach einem Gericht ohne Tortillas endete in frischem, rohem Futter für Leib und Seele.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/">Detox statt Tortilla</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Monat reisten und ernährten wir uns jetzt schon in Mexiko. Insgesamt war das aufregend als auch lecker. Tag für Tag kamen wir immer besser zurecht. Wege fanden sich einfacher, der Rucksack packte sich schneller, das Spanisch sprach sich flüssiger und das Essensangebot verstand sich auch immer besser.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-416" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Jump-2-808x535.jpg" alt="0.Beach_Jump 2" width="808" height="535" /></p>
<h3></h3>
<p>Genau dieses Essen bestand meistens aus Tortillas. Insbesondere dafür verdient die mexikanische Küche auch größten Respekt – Tortillas kreativ und lecker zubereiten. Die Tortillas werden aus Maismehl, nicht aus Getreide gemacht. Besonders stolz sind die Hersteller, wenn sie aus 100% Maismehl sind. Mais ist für die Mexikaner, was Weizen für die Deutschen: Grund- und Stopfnahrungsmittel Nummer Eins.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-431" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach5-2-808x494.jpg" alt="0.Beach5 2" width="808" height="494" /></p>
<h3></h3>
<p>Das Essen ist für die Mexikaner von besonderer Bedeutung. In Oaxaca erzählte uns einmal ein Einheimischer, die Mexikaner essen nicht, um satt, sondern um dick zu werden. Er selbst ist von Natur aus eher schlank und wird ständig gefragt, ob er eine Krankheit habe. Dabei sah er für mein Empfinden völlig gesund geformt aus.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-457" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_UliLena-808x516.jpg" alt="0.Beach_Uli&amp;Lena" width="808" height="516" /></p>
<h3></h3>
<p>Alles auszuprobieren und sich Mexiko auch über das Essen zu erschließen machte Spaß. Doch mit steigendem Verständnis waren für uns Enfrijoladas, Entomatadas, Enchilladas am Ende doch immer Tortillas mit Hühnchen und ein bisschen Gemüse. Auch wenn die Zubereitungsweisen sich stets unterschieden, war das, was am Ende im Magen landete, ein Haufen Tortillas, ein Häufchen Hühnchen und ein Klecks Gemüse. Das war auch lecker, aber irgendwann der Tortilla Overkill. Da wir uns diesem aber nicht geschlagen geben und in den Pizzaladen gehen wollten, fragten wir in den Restaurants nach ‚algo sin Tortillas’ – etwas ohne Tortillas –, wurden daraufhin allerdings nur mit großen Fragezeichenaugen angeschaut. Das konnte niemand verstehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-425" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.BeachKid-2-808x538.jpg" alt="0.BeachKid 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Auf dem Höhepunkt unseres Overkills landeten wir in unserer vorerst letzten Mexiko Station: La Punta in Puerto Escondido. Ein Ein-Straßen-Surfer-Dörfchen an Mexikos Westküste. Hier dreht sich das Leben vor allem um’s Surfen. Wer gerade nicht selber draußen ist, sitzt am Strand und schaut den anderen Surfern zu. Surfen, Essen, Surfen, Essen, Schlafen – das ist so ziemlich der Rhythmus von allen hier. Viele Wellen, viele Boardshorts, viele Tortillas sieht man hier.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-418" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.LaPunta-2-808x568.jpg" alt="0.LaPunta 2" width="808" height="568" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-417" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Beach_Surf_Foto-2-808x538.jpg" alt="0.Beach_Surf_Foto 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Zwischen Surfen und Surfen liefen wir also hungrig durch die eine Straße auf der Suche nach algo sin Tortillas. Den Ort, der ‚Frutas y Verduras’ – Früchte und Gemüse – hieß, fanden wir ziemlich vielversprechend und probierten es dort. Was wir fanden, war nicht nur ein tortillafreies Essen, sondern auch Lynnette.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-440" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Kitchen_Ly-2-808x509.jpg" alt="0.Kitchen_Ly 2" width="808" height="509" /></p>
<h3></h3>
<p>Lynnette hat vor drei Jahren ihre Louis Vuitton High Heels in Barfuß eingetauscht. Für die Liebe und den Lebensstil zog sie vom Millionen-Straßen-Dorf New York in das Ein-Straßen-Dorf La Punta. Ihr Freund Tomo betreibt diesen Ort voller Frutas y Verduras, in dem man Essen, Schlafen, Surfen und Sein kann. Tomo ist hier vor allem zum Surfen. Schlafen und Sein können beide gut. Und Lynnette übernimmt das Essen. Denn zwischen all den Surfern hat sie hier ihren Platz gefunden: Sie hat sich voll und ganz der Detox Ernährung verschrieben. Für sich und manchmal auch für andere.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-437" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.FyV-2-808x520.jpg" alt="0.FyV 2" width="808" height="520" /></p>
<h3></h3>
<p>Ihr Verständnis davon ist vor allem rohes Gemüse in frischer, getrockneter oder pulverisierter Form, Hauptsache nicht gekocht. Dazu viel Wasser – und keine Tortillas. Zuvor war mir nicht klar, dass man rohes Gemüse in so viele verschiedene Aggregatzustände verformen kann. Und dass diese auch noch wahnsinnig lecker sind. Dafür hat sie vom Zentrifugalentsafter bis zum Kokosnusstrockner unzählige Küchengeräte in ihrer nach oben offenen Küche auf dem Dach. Allein um unser kulinarisches Highlight – <a title="Link zum Rezept" href="http://www.livelynnette.com/raw-food-recipe-great-raw-pumpkin-pie-recipe/" target="_blank">einen rohen Kürbiskuchen</a> – herzustellen, benötigt sie davon fünf verschiedene. Diese zu reinigen dauert dabei noch länger, als sie schmutzig zu machen. Doch nichts kann ihre Leidenschaft für rohes Gemüse brechen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-439" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ingredients-2-808x538.jpg" alt="0.Ingredients 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-442" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Leafes-2-808x538.jpg" alt="0.Leafes 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>In der Zeit, in der sie gerade nicht entsaftet oder trocknet, klettert sie auf den Dächern der Hütten von Frutas y Verduras umher. Denn auf all diesen baut sie ihr Gemüse an, um auch ganz sicher die pursten Zutaten zu haben. Von unten sieht Frutas y Verduras aus, wie ein hübsches Surfhostel voller Hängematten und Dreadlocks. Wenn man aber auf die Wave-Watching-Plattform, ganz oben über den Hütten klettert, sieht Frutas y Verduras aus, wie ein Gewächshaus voller Beete mit grünem Blattgemüse. Wenn Lynnette die Beete gießt, denken unten immer alle es regnet.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-450" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_Ly_Palmen-2-808x538.jpg" alt="0.Plants_Ly_Palmen 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-448" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingSigns-2-808x538.jpg" alt="0.PlantingSigns 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Unser Tortilla Overkill stieß bei ihr neben Mitgefühl auch auf Fürsorge – und sie nahm uns mit in ihre Detoxwelt. Zwei Tage lang pflanzten, pürierten und pulverisierten wir mit ihr. Morgens kletterten wir mit dem Surfboard über Wellen und nachmittags mit der Leiter über die Beete.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-456" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.PlantingPeople-808x538.jpg" alt="0.PlantingPeople" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-454" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Körbe-808x532.jpg" alt="0.Körbe" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Der Mond war gerade in seiner zweiten Phase. Daher säten wir insbesondere Pflanzen, die ihre Samen außerhalb der Blüte tragen. Die mögen halt die zweite Mondphase. Pflanzen, die ihre Samen in der Blüte tragen mögen die erste Mondphase. Am Besten pflanzt es sich, wenn der Mond im Zeichen des Krebs steht. Nur niemals irgend etwas bei Vollmond pflanzen!</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-455" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Plants_LL-808x611.jpg" alt="0.Plants_L&amp;L" width="808" height="611" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-432" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Cacao-2-808x529.jpg" alt="0.Cacao 2" width="808" height="529" /></p>
<h3></h3>
<p>Für 2cl Blaubeersaft braucht man eine ganze Packung Blaubeeren. Trotz Mastikationsentsafter. Aber danach sollte man auch erst einmal keine Erkältung mehr bekommen. Lynnette nennt es Anti-Ebola-Shot. Cranberries ohne Zuckerzusatz kann man nur selber machen und schmecken so viel besser, als die aus der Tüte. Zentrifugalentsaftetes Obst und Gemüse hält sich 24, Mastikationsentsaftetes 72 Stunden im Kühlschrank. Maca Puder passt zu jeder Saftkombination, wirkt wie ein natürliches Viagra und hilft beim Schwangerwerden. Wenn man es denn will. Spirulina Puder ist gut nach dem Sport und lässt die Muskeln schneller wachsen als jeder Proteinshake. Wenn man es denn will.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-433" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food-2-808x538.jpg" alt="0.Food 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-435" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Food3-2-808x586.jpg" alt="0.Food3 2" width="808" height="586" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-452" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Spirulina-2-808x538.jpg" alt="0.Spirulina 2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Neues Futter gab es also nicht nur für den Magen, auch für den Kopf. Doch besonders dankbar waren Kopf als auch Magen für den Tortillaentzug. Am Ende hatten wir zwei Tage lang nicht einmal an Tortillas gedacht – und Lynnette hatte uns von unserer Tortillaimmunität geheilt. Als wir abreisten, gab sie uns noch eine Tüte ihrer selbstgetrockneten, -gepellten und -gemixten Snacks mit. Diese aßen wir auf unserer Weiterreise mit Genuss – und mit einer Tortilla dazu.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Vielen Dank <a title="Link zu Lynnette" href="http://www.livelynnette.com/" target="_blank">Lynnette und ihrer Detox-Kur im Live Loft Mexico</a> für diese Heilung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-458" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/0.Ly_Lena3-808x534.jpg" alt="0.Ly_Lena3" width="808" height="534" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/essen-in-mexiko-detox-statt-tortilla/">Detox statt Tortilla</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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		<title>Tag für Tag</title>
		<link>http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2014 00:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Den letzten Tag auf den nächsten Tag zu verschieben, ist immer die richtige Entscheidung!</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-letzter-tag-tag-fuer-tag/">Tag für Tag</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="http://stories-i-tell.com"></a>.</p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Tag sollte der Letzte auf Caye Caulker werden. Die Insel, von der wir eigentlich gar nicht weg wollten. Singende Menschen auf Fahrrädern, offene Begegnungen mitten auf der Straße, <a title="Caye Caulker Story “I like your style!”" href="http://stories-i-tell.com/caye-caulker-belize-style/" target="_blank">interessante Menschen mit interessanten Lebensgeschichten</a>, Gelassenheit an jeder Ecke und die offizielle Anordnung langsam zu gehen. Nicht nur auf, sondern auch um die Insel gab es viel zu entdecken: Ein beeindruckendes Riff mit lauter wilden Meerestieren.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-386" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Go-Slow-808x534.jpg" alt="1.Go Slow" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Diese wollten wir an unserem letzten Tag entdecken und hüpften in ein kleines Boot mit einem kleinen lokalen Meereskenner: Popes. Popes hatte nicht nur viele lockere Sprüche drauf, sondern auch offensichtlich Wasserröntgenaugen. Denn er fuhr im weiten Meer zielstrebig an Stellen, wo sich die Tierchen tummelten. Wir schwommen mit einer Seekuh, die beeindruckend groß und beeindruckend entspannt mal hier, mal da durch’s Wasser gleitete. Ebenso mit Mantarochen, Schildkröten, Barrakudas und etlichen Fischschwärmen. Am intensivsten aber waren für mich die Haie, die ich sogar am Kopf streichelte. Bis dahin dachte ich, man streichelt nur niedliche Tiere. Sie fühlen sich nicht schleimig glatt, wie erwartet, sondern runzelig grobkörnig an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-389" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Island_Magic-808x538.jpg" alt="1.Island_Magic" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Später strandeten wir mit all unseren kleinen Begleitern – Boot, Popes, Meeresehrfurcht – auf einer kleinen Insel. Es gab zwei Hunde, einen Lagerfeuerplatz, einen Gaskocher und einen Toilettensitz über dem Meer, der Zivilisation vortäuschte und gleichzeitig auf’s Korn nahm. Ansonsten war die Insel wunderbar einsam. Im Sonnenuntergang fischten und brieten wir unser Abendessen. Wenn es auch etwas absurd war, dass wir die zuvor fasziniert gefundenen Fische nun verspeisten – wir lebten den Robinsontraum für einen Abend.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-388" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Hammock_Sunset-808x538.jpg" alt="1.Hammock_Sunset" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Da die Sonne um sechs Uhr unterging und der Wind uns den ganzen Tag um die Nase geblasen hatte, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren. Es wäre ein toller letzter Tag gewesen – so toll, dass wir noch einen davon wollten. Aus Müdigkeit, aber noch viel mehr aus Abschiedsmelancholie entschieden wir uns, die Fähre sausen zu lassen.</p>
<p>Am nächsten Morgen waren wir froh, dass die Meeresluft-Überdosis uns zum Bleiben bewegt hatte. Wir starteten in den Tag, als würden wir schon ewig auf Caye Caulker wohnen. Wir nahmen unser Omelettfrühstück, füllten die Wasserflaschen am Lieblingswasserspender und taten auch sonst, was wir immer dort taten: Über die Insel streifen, Begegnungen an jeder Ecke haben, schwimmen, wenn wir schwimmen wollen, essen, wenn wir essen wollen. Bis wir am Abend kurz vor den Mücken fliehen müssen – und anschließend wieder losstreifen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-390" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kids_-808x538.jpg" alt="1.Kids" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Gleich beim ersten Schwimmstopp trafen wir auf Ben. Big Ben. Er hatte einen Mantarochen gesichtet und wollte seinen beeindruckenden Meeresfund mit uns teilen. Mit nur einem Schnorchelequipment ausgestattet, streiften wir in Entenformation zu dritt durch’s Wasser auf der Suche nach ihm. Da wir im Wasser eine ziemlich gute Dreierkonstellation abgaben, versuchten wir es anschließend auch an Land und streiften über die Insel. Big Ben konnte uns noch einige unentdeckte Ecken zeigen. Dank unserer vorangegangener Streifzüge klappte das aber auch vice versa. Er fügte sich ohnehin ohne Reibung wunderbar in unseren Streifrhythmus ein – und wir schwommen, wenn wir schwimmen wollten, aßen, wenn wir essen wollten und hatten nette Begegnungen an jeder Ecke.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-394" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Split_Bar-808x538.jpg" alt="1.Split_Bar" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-403" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kiteman-808x538.jpg" alt="1.Kiteman" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Big Ben war selber kein Inselureinwohner, aber vor zwei Jahren nach Caye Caulker gezogen. Er bewohnt ein Haus in der hintersten Ecke der Insel. Es ist großzügig und offen geschnitten. Außer zum Bad gibt es keine Türen und aus jedem Zimmer kann man das Meer sehen. Am Besten geht das jedoch von den Hängematten auf dem Dach.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-393" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Sea_Kids-808x534.jpg" alt="1.Sea_Kids" width="808" height="534" /></p>
<h3></h3>
<p>Bens Leidenschaft sind Kokosnüsse, denn einst heilten sie ihn von Denguefieber, erzählt er uns. Deswegen gibt es in seinem Haus neben einem großen Vorrat an frischen Kokosnüssen Unmengen gekühltes Kokosnusswasser, gefrorenes Kokosnusswasser, den besten Kokosnussöffnungshammer, denn ich je gesehen habe, einen Kokosnussfleischherausdübler, Kokosnusskörpercreme, Kokosnussantimückenöl und leere Schalen überall. In seinem Kokosnusshaus kann Big Ben für sich sein und seine aktuelle Mission verfolgen: Ein Buch schreiben. Wenn er Gesellschaft will geht er einfach auf die Straße. Hier kennt man sich – und Big Ben ist nicht zu übersehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-405" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Kokospalme-808x538.jpg" alt="1.Kokospalme" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wie wir so streiften, kannte er einige der Inselbewohner, denen wir begegneten. Wir wurden immer gleich als Freunde vorgestellt und warm begrüßt, was uns das Gefühl lokaler Zugehöriger anstatt fremder Besucher gab. Das war ein tolles Gefühl. Gerade auf dieser wunderbaren Insel, auf der man einfach nur bleiben möchte. Es war wie ein Gefühl auf Probe. Einmal ausprobieren, wie es sich anfühlt, tatsächlich zu bleiben.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-396" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Tattoo-808x538.jpg" alt="1.Tattoo" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Es war ein Dienstag – und auch wenn sich hier nichts nach Alltag anfühlt, trafen wir auf Menschen mitten in ihrer Alltagsroutine. Sie fuhren gerade einkaufen, arbeiteten in ihrem Ladengeschäft, machten Mittagspause, werkelten an ihrem Haus. Doch all das mit tiefer Gelassenheit und einem Sinn für’s Routinebrechen. Sie luden uns zu sich ein, erzählten von sich, zeigten Einblicke in ihr Leben. Es schien, als sei sogar der alltägliche Weg zum Müll hier ein Akt des Genuss’. Auch wenn es alltägliche Notwendigkeiten zu tun gibt, gibt es hier immer einmal mehr Zeit für Entspannung.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-401" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown2-808x485.jpg" alt="1.Gang_Sundown2" width="808" height="485" /></p>
<h3></h3>
<p>Eine Begegnung erzählte uns von den Krokodilen, die kurz vor Sonnenuntergang immer auf die Rollbahn des Mini-Flugplatzes kriechen. Also machten wir an diesem einfachen Dienstag Nachmittag noch eine Expedition zu den Krokodilen. Auch wenn alles klein ist und jeder alles und jeden kennt, gibt es hier immer noch etwas Neues zu entdecken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-400" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Gang_Sundown-808x533.jpg" alt="1.Gang_Sundown" width="808" height="533" /></p>
<h3></h3>
<p>Großes Thema war überall die Halloweenfeier, die vor der Tür stand. Alle überlegten an ihrem Kostüm. Auch Big Ben hatte noch keine Idee und der nächste Kostümladen war seemeilenweit entfernt – und hätte eh nicht seine Größe. Also bastelten wir ihm ein Kostüm aus einem Bettlaken, einem Pappkarton – und zwei Kokosnüssen. Er wurde zur Prinzessin Leia. Was am wenig prinzessinnenhaften Big Ben angezogen noch besser als in der Theorie, weil voller Selbstironie, war. Auch wenn es nicht viele Möglichkeiten gibt, gibt es hier immer noch Raum und Fantasie, sich diese selber zu erdenken.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-391" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/11/1.Plane_-808x569.jpg" alt="1.Plane" width="808" height="569" /></p>
<h3></h3>
<p>So flog der Tag vor sich hin, bis wir abends merkten, dass unser letzter Tag genau wie am vorigen letzten Tag plötzlich vorbei ging. Da die Sonne um sechs Uhr unterging und wir so viel gestreift, geschwommen, begegnet waren, fühlte sich die neun Uhr Rückkehr bereits wie tiefe Nacht an. So tief, dass wir nicht mehr in der Lage waren, uns für die einzige Abreisefähre am nächsten frühen Morgen zu organisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Genau so hätten wir jeden Tag weiter unseren letzten Tag verschieben können. Das Gefühl auf Probe hatte die Probe bestanden. Doch wir hatten einen Anschlussflug gebucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>&#8220;I like your style!&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2014 15:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Amerika]]></category>
		<category><![CDATA[Belize]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wie ich dank meines Kompressionsstrumpfs eine ganze Insel kennenlernte. </p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine gefühlte Ewigkeit und tatsächliche 8 Tage waren wir schon unterwegs. Quer durch Yucatan haben wir viele Menschen gesehen, getroffen, kennengelernt. Tolle, schräge, absurde, langweilige Begegnungen waren das für uns. Für die anderen wahrscheinlich auch – doch am Ende stand allen noch eine Frage im Gesicht: Warum trägt sie diesen Strumpf?</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-326" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Burrito-808x538.jpg" alt="0_Burrito" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Wegen einer kürzlichen OP am linken Bein muss ich zur Regeneration einen Kompressionsstrumpf tragen. Er ist grau, weil ich dachte grau ist in der lateinamerikanischen Sonne ein bisschen weniger heiß als schwarz. Für ein paar Wochen laufe ich also mit einem grauen und einem normalen Bein herum. Das nervt beim Anziehen und sieht etwas schräg aus, ist aber nötig und eigentlich auch egal. Nur zieht es doch stark die Aufmerksamkeit meiner Mitmenschen auf sich. Neugiergetrieben blinzeln Menschen heimlich auf meine Beine, starren, wenn sie sich in sicherer Entfernung befinden oder beraten sich auf schnellem Spanisch über den möglichen Grund meiner Beinbifarbigkeit. Kinder zeigen auf mich und fragen ihre Mutter was da los ist. Doch keiner von ihnen fragte mich. Nirgends nahm sich jemand ein Herz und sprach mich darauf an.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-330" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bike_MumKid-808x502.jpg" alt="0.Bike_Mum&amp;Kid" width="808" height="502" /></p>
<h3></h3>
<p>Kompressionsstrümpfe sind in Zentralamerika also anscheinend nicht so verbreitet. Was aufgrund der schlechteren medizinischen Versorgung zwar traurig, aber auch verständlich ist. Aber das war nicht das überraschende für mich. Viel mehr erstaunte mich, dass die Mexikaner schüchterner sind als ich dachte. Denn keiner traute sich zu fragen. Selbst wenn wir schon in einem Gespräch waren. Ich hatte das Gefühl, sie befürchteten, mir zu nahe zu treten, eine zu intime Information von mir zu erfahren und damit nicht umgehen zu können. Das komische graue Bein wurde daher lieber rigoros umgangen. Das fand ich sehr schade, da ich viel lieber Intimitäten als Smalltalk austausche. Das fand ich auch ein kleines Ministück enttäuschend, da ich mir in meiner Unwissenheit mit den Mexikanern offenere und persönlichere Begegnungen gewünscht hatte.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-350" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.LilGirl2-808x538.jpg" alt="0.Lil'Girl2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Doch das änderte sich schlagartig, als wir nach Caye Caulker fuhren. Schon auf der Schiffhinfahrt erzähle ich meine Beingeschichte drei Mal. Der Kapitän, der Skipper und der belizianische Mitfahrer neben mir fragten mich danach. Gerade auf Caye Caulker angekommen, fuhr der Kapitän an mir vorbei und rief „Ah, the girl with the one-leg-tattoo!“ Und so ging es weiter. Der erste Weg über die Insel und ich hatte schon die drei beliebtesten Zurufe eingesammelt: „What’s wrong with your leg?“, „Is that a full-leg-tattoo?“ und „Come over and tell me about your grey leg!“. Die meisten aber dachten es sei ein neuer aus Europa importierter Style und riefen: „I like your style!“.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-332" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Boot_bunt-808x538.jpg" alt="0.Boot_bunt" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Niemand fürchtete eine unangenehme Antwort und alle waren wahrlich interessiert. Ich fühlte mich direkt willkommen und genoss es, die Neugier der Menschen zu stillen. Auch wenn ich einen großen Teil in dem Glauben ließ, Trendimporteur zu sein. Noch viel mehr genoss ich, dass ich im Austausch für meine persönliche Geschichte auch eine persönliche Geschichte von ihnen bekam.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-339" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Leerflaschen-808x463.jpg" alt="0.Leerflaschen" width="808" height="463" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-344" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Work_less-808x532.jpg" alt="0.Work_less" width="808" height="532" /></p>
<h3></h3>
<p>Ich lernte Flush kennen, der schon sein Leben lang Basketball spielt auf dem Basketballplatz, der das geografische, soziale und emotionale Zentrum der Insel bildet. Dabei war er immer den Drogen und der Kriminalität in Belize aus dem Weg gegangen. Beides ist hier sehr verbreitet und besonders für die Sinn- und Anschluss suchenden Jugendlichen eine verführerische Gefahr.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-331" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bikes_Schoolkids-808x528.jpg" alt="0.Bikes_Schoolkids" width="808" height="528" /></p>
<h3></h3>
<p>Mit 20 Jahren sollte er in eine Drogengang gesteckt werden. Da man dazu nicht einfach „Nein, danke“ sagen kann, entschloss er sich kurz vor’m Gangtattoostechen auszuwandern. Er landete in Österreich und spielte dort 14 Jahre für die Nationalmannschaft Basketball. Dort lernte er deutsch, ein ganz anderes Leben und eine Frau kennen. Als die Ehe in die Brüche ging, kehrte er zurück nach Caye Caulker. Hier unterstützt er heute die Jugend mit seiner Erfahrung mit Basketball und seiner Erfahrung mit einem sicheren, verantwortungsvollen Leben. Als Trainer und als Vorbild. Um sie, genau so wie einst sich selbst, vor der belizianischen Kriminalität zu beschützen. Selbst während eines Spiels wird er nie aggressiv oder laut, was eine große Vorbildwirkung auf die anderen Spieler hat. Flush sagt „Better go to the court than to the court.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-328" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Basketball_Actionshot-808x466.jpg" alt="0.Basketball_Actionshot" width="808" height="466" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-335" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Kids_Bike-808x516.jpg" alt="0.Kids_Bike" width="808" height="516" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder B-J. B-J lebt allein, schon immer. In seiner Eigenbrödlerei hat er seine eigene Kokoseisrezeptur gebraut und sein eigenes Kühlfahrrad gebaut. Er macht täglich frisches Eis aus frischer Kokosnuss, verkauft es dann in den Straßen von Caye Caulker und unterhält sich mit jedem, den er dabei trifft. Alle lieben ihn und sein Eis. Alle kennen ihn und sein Eis. Doch keiner kennt seine Rezeptur. Sein Fahrrad steht immer länger als es fährt. Dabei sprüht er nur so vor guter Laune und Entspanntheit. Die Kraft dafür schöpft er jeden Tag aus seinem Glauben. Bevor er abends einschläft und bevor er morgens aufsteht, liest er immer eine Seite in der Bibel. Er sagt „A perfect day is when I get home, have a nice dinner and read my bible.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-336" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.IceGuy2-808x538.jpg" alt="0.IceGuy2" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder der 14jährige Frank. Mit seinem 12jährigen Bruder ist er allein auf Caye Caulker und verkauft Früchte aus einem Bauchladen. Als ich auf dem Steg sitze und meine Beine ins Wasser pendeln lasse, ärgert Frank mich immer und zieht an meinem grauen Bein. Wie ein Kind es eben tut. Als er mit mir auf dem Steg sitzt, erzählt er von sich, seiner Familie und Verantwortung. Wie ein Erwachsener es tut. Er erzählt uns vom teuren Schulsystem in Belize, das sich seine Familie nicht über die Grundschule hinaus leisten kann, von Freunden, die bereits in seinem Alter Heroin nehmen und von Erwachsenen, die sinnlos Alkohol in sich hineinkippen. Auf Caye Caulker möchte er Geld für seine Familie verdienen, Verantwortung für seinen kleinen Bruder übernehmen und niemals so enden, wie die Erwachsenen an der Bar. Er sagt „Inbetween we always have time to chill at the seaside. We call it chillin’, you know.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-333" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Frank_-808x538.jpg" alt="0.Frank" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-329" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Bike_Belize-808x538.jpg" alt="0.Bike_Belize" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder Amenita, die sich während eines Urlaubs auf Caye Caulker in einen lokalen Fischer verliebt hat und für ihn blieb. Doch wie so der Alltag einkehrte und der Urlaubszauber verflog, verflog auch die Verliebtheit. Sie vergisst immer mehr, warum sie eigentlich da ist. Und was sie denn so mochte – an ihm und an der Insel. Wenn sie sich in die Augen sehen, sieht das traurig aus. So vielversprechend war ihre Zweisamkeit einmal gewesen. Wenn sie sich treffen, ist mindestens einer enttäuscht, weil der andere zu früh, zu spät oder sonstwie falsch kommt. So fröhlich waren ihre Treffen einmal gewesen. Wenn sie miteinander tanzen, sieht es nach Schmerzen aus. So energetisch waren ihre Körper einmal gewesen. Sie sagt „Maybe the vacation is over sooner than I thought.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-334" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Hammock_Place-808x538.jpg" alt="0.Hammock_Place" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Oder Jay, der sich in seiner Jugend am Rande der Kriminalität bewegte. Drogen verzehren, Drogen verkaufen, für Drogen verprügeln. Bis er eines Tages angeschossen wurde – die Kugel flog durch seinen Rücken rein, durch seinen Bauch wieder raus. Die OP war lang und anschließend musste er auch Kompressionstrümpfe tragen! Seine waren beige und beschützten ihn vor Thrombose, als er noch wochenlang im Bett liegen musste.</p>
<p>Die Strümpfe gefielen ihm so gut, dass er seiner Mutter auch ein Paar kaufte. Denn diese hatte immer schwere Beine bei langen Reisen. Und auch sonst entschied er sich, noch mehr Gutes zu tun. Nachdem er wieder fit war, gründete er eine Organisation für die Jugendlichen auf der Insel, um sie vor einer Laufbahn wie die seine zu beschützen. Mit Basketballtraining, Basketballequipment und kleinen Ausflügen. Immer wenn er das gerade nicht plant, sammelt er Spenden. Er sagt „Stockings are even more comfortable than basketball pants.“</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-349" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Basketball-808x538.jpg" alt="0.Basketball" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Caye Caulker ist eine Insel voller Menschen mit schweren Geschichten. Doch Caye Caulker ist auch eine Insel voller Menschen mit Lebensfreude. Mit Leichtigkeit und Urvertrauen erzählen sie ihre Geschichte auf der Straße, wenn man sie fragt. Mit großer Leidenschaft werfen sie Körbe auf dem Basketballplatz. Mit lauter Stimme singen sie Lieder auf dem Weg zur Müllkippe. Das Leben kann ihnen zusetzen, doch ihnen niemals ihre fröhliche Einstellung nehmen. Genau diese hat sich auch auf meinen Strumpf übertragen. Was ich zuvor anstrengend empfand, möchte ich jetzt gar nicht mehr ausziehen.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-341" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0.Steg_-808x538.jpg" alt="0.Steg" width="808" height="538" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die Insel der Moral</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2014 15:42:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Lena]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Globale Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Mexico]]></category>
		<category><![CDATA[Insel]]></category>
		<category><![CDATA[Meer]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Zentralamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
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]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Das ist schon ein Paradoxon an sich: Auf der Insel der Regellosigkeit lernst du für’s Leben.</h4>
<p>Es gibt kein Muss, kein Müssen, kein Können müssen, kein Machen müssen. Hier nicht. Nicht auf Holbox. Holbox ist die Insel der Regellosigkeit. Du kannst machen, was du willst – aber du kannst eh nicht viel machen. Hauptsache du machst, was du willst. Hauptsache es geht dir gut. Genau in dieser äußerlichen Regellosigkeit ist genug Platz für die einfachsten menschlichen Regeln. Wenn man genau hinguckt, lässt sich das in den kleinsten Situationen beobachten. Holbox’ Lektionen in fünf Kurzgeschichten.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-286" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Birds-808x538.jpg" alt="0_Birds" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<h4>#1 Das perfekte Leben</h4>
<p>Karen lebt auf Holbox. Dort hat sie ein kleines Apartment gleich am Strand. Morgens steht sie mit der Sonne auf, nimmt ihr Morgenbad im Meer, frühstückt französische Patisserie am Strand. Abends isst sie mit den zur Inselfamilie gewordenen Lokalen frische Tacos von mütterlichen Straßenstränden. Sie liegt am Strand in großen, weißen, weichen Betten mit großen, weißen, schleierhaften Tücherbehängungen. Sie nimmt ihr Abendbad im Meer und freut sich dabei jedesmal wieder über das glamouröse Plankton, das im Mondschein bei Bewegung glitzert. Sogar auf der Haut hinterlässt es glitzernde, meerjungfrauartige Partikel. So sieht Karen auch aus: Fröhlich im Gehtakt wippendes welliges Haar, von innen strahlende Sonnenhaut, offener Blick mit einem Funkeln in der Iris, Wege immer zweimal machend, weil sie vor Entspannung die Hälfte vergisst.</p>
<h3></h3>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-312" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Swings-808x538.jpg" alt="0_Swings" width="808" height="538" /></p>
<h3></h3>
<p>Irgendwann zwischen Morgenbad und Abendbad verbringt sie ein paar Stunden am Tag in dem schönsten Hostel der Insel. Vielmehr ein Ort der Hängematten, der Entspannung und der Begegnungen. Dort begrüßt sie Neuankommende und weist sie in das Inseldasein ein: Viel Nichts und alles, was du willst. Sie wird immer wieder neue Vertraute von Reiseseelen und ihren Geschichten. Dadurch kann sie das Inselglockenglück und den Abenteuerdrang vereinen: für sich das Inseldasein pflegen und mit den Reisenden immer wieder in die Welt schweifen.</p>
<p>Über eines zerbricht sich Karens jedoch die ganze Zeit den Kopf: Das perfekte Leben. In welcher Form, an welchem Ort, mit welchen Menschen es zu finden ist. Immer wieder sinniert und diskutiert sie es, fragt andere nach ihren Meinungen und teilt ihre. Das ist bereichernd und füllt so einnige Begegnungen mit guten Gesprächen. Durch all das Grübeln übersieht sie nur eine wichtige Sache: Das Ideal, das sie beschreibt, ist ihr Real. Sie lebt ihr selbst definiertes perfektes Leben, ganz ohne es zu merken.</p>
<p><strong>Suche nicht nach deiner Insel, erkenne sie.</strong></p>
<h3></h3>
<h4><img class="aligncenter size-medium wp-image-285" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Look_Karen-808x538.jpg" alt="0_Beach_Look_Karen" width="808" height="538" /></h4>
<h3></h3>
<h4>#2 Die Möwe Nimmersatt</h4>
<p>Die kleinen Wellen wellten vor sich hin, wie sie es jeden Tag tun. Mal mehr, mal weniger, so wie sie gerade Lust hatten. An diesem Tage hatten sie Lust einen toten Thunfisch anzuspülen. Klein, aber dennoch groß genug, um die gierigen Augen der Möwen anzuziehen. Die Möwe Nimmersatt war zufällig am nächsten, als erstes am Thunfisch und damit selbsternannte Neueigentümerin vom toten Tuna. Überwältigt von ihrem eigenen Glück machte sie sich gleich fröhlich quiekend über den Fisch her.</p>
<h4></h4>
<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-304" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwenboot2-808x538.jpg" alt="0_Möwenboot2" width="808" height="538" /></h3>
<h3></h3>
<p>Die anderen fünf Möwen aus ihrer Strandcrew kamen ähnlich fröhlich quiekend hinzu und wollten auch ein Fischportiönchen abhaben – schließlich war ja genug für alle da. Doch die Möwe Nimmersatt sah das anders. Sie konnte nicht nur fröhlich, sondern auch aggressiv quieken. Jeder Möwenfreund, der auch nur wagte, sich dem Fisch zu nähern, wurde entschieden mit gespitztem Schnabel und gespitzten Flügeln weggequiekt. Sie war schließlich vorher da und der Fisch sollte ganz allein ihrer sein. Dabei würde sie ihn eh niemals allein schaffen. Das wäre ungefähr so, als wenn ein Mensch einen ganzen Hai allein essen würde.</p>
<p>Wie Möwe Nimmersatt so beschäftigt damit war, Fischfleisch zu picken und gleichzeitig Möwenfreunde zu verscheuchen, bekamen die Wellen wieder Lust. Sie bekamen Lust, noch einmal mehr zu werden – und der Möwe zu nehmen, was sie ihr zuvor gaben. ‚Schwapp’ kam eine Welle und nahm den Fisch wieder mit. Und weil ein Mensch auch keinen Hai allein halten könnte, kann eine Möwe auch keinen Thunfisch allein halten. Ein paar Möwenfreunde zusammen aber hätten es gekonnt.</p>
<p><strong>Nur geteilter Fisch ist Fisch, der bleibt. </strong></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-301" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Möwe_Fisch-808x538.jpg" alt="0_Möwe_Fisch" width="808" height="538" /></p>
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<h4>#3 Marias Fahrrad</h4>
<p>Maria lebt in Mexico City und Maria liebt ihr Fahrrad. Als sie sich entschied, auf Reisen nach Südamerika zu gehen, war ihre einzige Sorge, ihr Fahrrad zurück zu lassen. Also entschied sie sich: Das Fahrrad muss mit. Und zwar nicht in ihrem Koffer, sondern unter ihrem Hintern. Anstatt in Chile zu reisen, radelte sie jetzt eben nach Chile. Quer durch Mexico, Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und die südamerikanische Westküste. So war zumindest die Idee. Nach einem Monat und Station Eins ‚Quer durch Mexico’ stoppte sie für ein paar Tage auf Holbox. Und blieb. Acht Monate lang bis heute. Seitdem lebt sie in einer Hängematte. Tagsüber trägt sie Fahrradhosen, doch wenn sie losradelt, ist sie in zehn Minuten am Ende der Insel. Und in nochmal zehn am anderen Ende. Seitdem sie das feststellte, steht ihr Fahrrad gleich neben ihrer Hängematte, wird noch immer genauso geliebt, doch nicht geradelt.</p>
<p><strong>Radle um zu erleben, nicht um anzukommen.</strong></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-313" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Tix1-808x538.jpg" alt="0_Tix" width="808" height="538" /></p>
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<h4>#4 Schönheit</h4>
<p>Auf Holbox scheint die Sonne täglich, die Flamingos sind rosa und wild, das Meer hat kleine Wellen bei Tag und glitzerndes Plankton bei Nacht. Die Sterne sind klar, der Sand weiß und die Kokosnüsse reif am Baum. Die Bewohner sind fröhlich und die Hängematten gemütlich, an jeder Ecke lädt eine andere zum abhängen ein. Die Bars haben keine Hocker, sondern selbstgebaute Holzschaukeln vor dem Tresen. Oder vor dem Meer. Die ansässigen Mamas machen ihre Tacos frisch und selbst und beraten auch gerne eine halbe Stunde zu jeder Tacovariation. Mit kleinen Stopps auf Sandbänken mitten im Meer kann man von einer Miniinsel auf die andere Miniinsel schwimmen, auf der es unberührte Natur, unbenutzte Holzboote und unschuldige Schwanennester gibt.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-307" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Passion_Island-808x538.jpg" alt="0_Passion_Island" width="808" height="538" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-294" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos5-808x538.jpg" alt="0_Flamingos5" width="808" height="538" /></p>
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<p>Holbox ist die Postkarteninsel. Alles sieht so schön aus, dass man es berühren muss, um es wahr zu wissen. Andersherum ist eines kaum sichtbar, dafür fühlbar: Die Mücken. Durch die Nähe der Lagunen, gibt es auf Holbox so viele Mücken wie kaum andernorts. Und durch die süße europäische Bakterienformation auf unserer Haut, mögen uns die Mücken wie kaum jemand anderen. Immer zu Sonnenauf- und untergang überfallen sie mich und meine Freundin Sany in Ultrariesenschwärmen. Zwischendurch in Riesenschwärmen. Kein Abwehrspray, Moskitonetz oder Duschversteck mag helfen  – allein auf dem Rücken zählte ich 24 Stiche. Sanys durchschnittlicher Stichdurchmesser auf den Beinen betrug vier Zentimeter. Gegenseitig waren wir ununterbrochen damit beschäftigt, uns vom Kratzen abzuhalten. Statt partiellem Jucken war es eher ein Ganzkörperschmerz. Gegen die juckenden Schmerzen hätten wir zwischenzeitlich unsere Haut eingetauscht.</p>
<p>Die pure Inselschönheit sahen wir zwar vor uns, aber den puren Mückenschmerz fühlten wir auf uns – und die Macht der Mücken siegte.</p>
<p><strong>Alle Schönheit ist nur so schön, wie sie sich anfühlt.</strong></p>
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<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-298" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_Sea-808x538.jpg" alt="0_Holbox_Sea" width="808" height="538" /></h3>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-299" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Holbox_view-808x538.jpg" alt="0_Holbox_view" width="808" height="538" /></p>
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<h4>#5 Im Schlaf</h4>
<p>Eugenio war für eine Nacht nach Holbox gekommen. Seine schönste Hose und sein schönstes Hemd hatte er eingepackt. Beige-blau mit Ornameten darauf. Er wollte auf dem kleinen Festival, das dieses Wochenende stattfand, trinken, tanzen, feiern. Dafür gesellte er sich für eine Nacht in unseren Bungalow. Seine Haare waren an den Seiten rasiert und oben gegelt. Er war groß und breit, doch seine Gestik klein und fein. Er setzte sich gerne nur auf die Ecke des Stuhls. Aus dem grob geformten Mund kamen sensibel gewählte Worte. Seine Stimme kam hoch und sanft aus dem eigentlichen Bariton-Klangkörper. Mit seinen groben Händen und den sauberen Nägeln wank er gerne mit kurzen fingerkrümmenden Bewegungen. Auch wenn er eigentlich in Sprechdistanz war.</p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-284" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed2-808x514.jpg" alt="0_Beach_Bed2" width="808" height="514" /></p>
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<p>Irgendwann nachts wachte ich von lautem Schnarchen und lautem Handyklingeln auf. Die Festivalnacht hatte Eugenio ausgeknockt. Er lag mit längs gegelten Haaren und quer gestreifter Unterhose in seinem Bett und sein Schlaf machte ihn zu einem anderen Menschen. In erster Schlaftrunkenheit dachte ich noch jemand anderes hätte Eugenios Bett gekapert. Grobschlichtig nahm er nicht mehr nur die Stuhlkante, sondern jetzt das gesamte Bett und gefühlt alles darüber hinaus ein. Auf dem Rücken liegend und alles von sich gestreckt kam sein Bariton nun zu voller Geltung. Es war tatsächlich Eugenio, der sich laut und tief mit seinem Handy einen raumfüllenden Wettkampf lieferte. Die sensible Sanftheit des Tages war nur noch in dem akribisch zusammengefalteten Hemd neben dem Bett sichtbar.</p>
<p>Ich fühlte mich im Zimmerinteresse handelnd, als ich versuchte Eugenio zu wecken – mit sanftem Schütteln bis zu grobem Rütteln. Doch alle Reaktion war ein plötzlicher schneller Ausschlag seines Ellenbogens, der knapp an meinem Gesicht vorbeiging. Nichts war zu machen, Eugenio hatte keine Antennen in seinem ausgeprägt männlichen Schlaf. Also nahm ich selbst sein Kissen unter seinem Kopf, denn da war sein durchgängig leutendes Handy drin, und schaltete es aus. Für das Schnarchen gab es leider keinen Knopf. Als er am nächsten Tag mit seinem Täschchen in der Elle auf dem Rückweg an uns vorbeifuhr, wank er uns wieder fingerkrümmend mit geneigtem Kopf zu. Er wusste nicht, dass wir wussten, dass er so eigentlich nicht winkt.</p>
<p><strong>Bleib du selbst – und wenn nicht, dann schlafe lieber alleine. </strong></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-291" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Bar_Swings3-808x432.jpg" alt="0_Bar_Swings3" width="808" height="432" /></p>
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<h3><img class="aligncenter size-medium wp-image-309" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Sea_Couple-808x538.jpg" alt="0_Sea_Couple" width="808" height="538" /><br />
<img class="aligncenter size-medium wp-image-297" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Hammock-808x538.jpg" alt="0_Hammock" width="808" height="538" /></h3>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-290" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Beach_Bed-808x411.jpg" alt="0_Beach_Bed" width="808" height="411" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-315" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Flamingos6-808x538.jpg" alt="0_Flamingos6" width="808" height="538" /></p>
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-287" src="http://stories-i-tell.com/wp-content/uploads/2014/10/0_Coconut-808x538.jpg" alt="0_Coconut" width="808" height="538" /></p>
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